[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drallgeschoß nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Ein Geschoß mit einem vorderen und einem hinteren Führungsring ist aus der DE 31
48 829 A1 bekannt.
[0003] Bei einem Geschoß entsprechend der DE 34 01 249 C2 liegt ein splitterbildender Gehäuseabschnitt
nach dem Prinzip der projektilbildenden Hohlladung vor. Dieser Gehäuseabschnitt ist
durch eine dünne Hülle abgedeckt. Beim Abschuß aus einem gedrallten Waffenrohr besteht
die Gefahr, daß sich die Züge des Waffenrohrs in das Geschoß, insbesondere in den
splitterbildenden Gehäuseabschnitt einschneiden und diesen beschädigen. Eine ordnungsgemäße
Funktion in dem beschädigten Bereich des splitterbildenden Gehäuseabschnittes ist
dann nicht mehr gewährleistet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, an einem Drallgeschoß Stützelemente vorzusehen,
die ein Beschädigen des splitterbildenden Gehäuseabschnittes durch die Züge des Waffenrohrs
vermeidet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt
- Figur 1
- ein Geschoß mit einer teilweise aufgeschnittenen Hülle in einem Waffenrohr und
- Figur 2
- einen Querschnitt II-II nach Figur 1.
[0007] Ein Geschoß 1 besteht aus einem Geschoßboden 2, einem Führungsband 3 mit einem Durchmesser
17, einem vorderen, schulterförmigen Führungsring 4 mit einem Durchmesser 18, einem
splitterbildenden Gehäuseabschnitt 5 und einem Zünder 6. Der splitterbildende Gehäuseabschnitt
5 ist durch eine rohrförmige, dünne Hülle 7 umfangsseitig abgedeckt. Die splitterbildenden,
rinnenförmigen Ausnehmungen sind mit 8 bezeichnet und sind Bestandteil eines Gehäuses
16. Das Gehäuse 16 ist mit dem Geschoßboden 2 in geeigneter Weise fest verbunden und
weist ogivenseitig ein nicht gezeichnetes Gewinde für den Zünder 6 auf.
[0008] Zwischen der Hülle 7 aus Kunststoff oder Metall und einem Feld 9 eines mit Zügen
11 versehenen, gedrallten Waffenrohres 10 besteht ein radialer Abstand 12. Dieser
Sicherheitsabstand 12 ist im zylindrischen Bereich des Gehäuseabschnittes 5 gemessen.
Dementsprechend weist die dünne Hülle 7 einen Durchmesser 13 auf der kleiner ist als
ein Kaliberdurchmesser 21 des Waffenrohres 10. Die Hülle 7 ist unter allen Umständen
zu schützen wegen der verformungsempfindlichen Ausnehmungen 8.
[0009] Der vordere Führungsring 4 sitzt auf einem durchmesserverkleinerten Ogivenabschnitt
14 einer Geschoßhülle 19 und besitzt einen, gegenüber dem Durchmesser 21 etwas kleineren
Durchmesser 18. Bei einem Durchmesser 21 von 76 mm beträgt der Durchmesser 18 75,8
mm.
[0010] Eine stirnseitige, ogivenförmige Anlauffläche 22 in Ringform erlaubt ein problemfreies
Einfädeln in das Waffenrohr 10 beim Schuß. Ein ausschließender, heckseitiger zylindrische
Bund 23 gewährleistet die Abstützfunktion.
[0011] Beim dargestellten Durchgang des Geschosses 1 durch das Waffenrohr 10 sind Schrägstellungen
des Geschosses 1 im Waffenrohr 10 unvermeidbar. Durch den vorderen Führungsring 4
ist eine Abstützung des Geschosses 1 bei Schrägstellung gewährleistet, so daß die
Züge 11 sich nicht in die Hülle 7 einschneiden und damit auch nicht die Ausnehmungen
8 beschädigen können.
[0012] Die Abstützfunktion des Führungsringes 4 ist für das Geschoß 1 im Waffenrohr 10 auch
dann gegeben, wenn dieser dem Durchmesser 21 des Waffenrohres 10 entspricht oder sogar
größer ist. Wesentlich für den Führungsring 4 ist die stabilisierende Stützfunktion
bei Schräglage des Geschosses 1 im Waffenrohr.
[0013] Besteht der Führungsring 4 aus Kunststoff, so kann sein Durchmesser 18 wegen seiner

schmierenden" Eigenschaft und der guten Verformbarkeit größer sein als der Kaliberdurchmesser
21 bspw. 76,4 mm.
[0014] Besteht der Führungsring 4 dagegen aus Metall, wie Kupfer, Weicheisen, so können
ungünstige Reibwerte dann auftreten, wenn sein Durchmesser 18 gleich dem Kaliberdurchmesser
21 oder größer ist. Deshalb kommt hier nur ein Durchmesser 18 infrage, der kleiner
ist als der Kaliberdurchmesser 21.
[0015] Als zusätzliche Sicherung gegen Beschädigung des splitterbildenden Gehäuseabschnittes
5 dient die Hülle 7. Hierzu ist in den splitterbildenden Ausnehmungen 8 ein leichter
Kunststoff als Schaum 20 zwischen der Hülle 7 und dem, die splitterbildenden Ausnehmungen
8 aufweisenden Gehäuse 16 angeordnet.
[0016] Bei Detonation eines innerhalb der Geschoßhülle 19 angeordneten Sprengstoffs 25 werden
aus dem Hüllenwerkstoff jeder Ausnehmung 8 ein schwerer, energiereicher Splitter entsprechend
einer projektilbildenden Ladung gebildet.
[0017] Hauptaufgabe des Schaumes 20 ist es eine glatte, zylindrische Hülle 7 zu gewährleisten,
sodaß die geforderte Außenballistik des Geschosses 1 gewährleistet ist.
1. Drallgeschoß mit einem splitterbildenden Gehäuseabschnitt und einem heckseitigen Führungsband
sowie einem vorderen Führungsring,
dadurch gekennzeichnet,
daß der vordere Führungsring (4) einen etwas kleineren Durchmesser (18) besitzt als
das Führungsband (3).
2. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der vordere Führungsring (4) auf einem Ogivenabschnitt (14) des Geschosses (1)
angeordnet ist.
3. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Gehäuseabschnitt (5) rinnenförmige Ausnehmungen (8) an einem Gehäuse (16)
aufweist, und
zwischen diesen Ausnehmungen (8) und einer äußeren, dünnen Hülle (7) aus Kunststoff
oder aus einem Metall ein querschnittsfüllender, leichter Werkstoff, wie Schaum (20)
aus einem geeigneten Kunststoff angeordnet ist.
4. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser (18) des Führungsringes (4) größer oder gleich oder geringfügig
kleiner ist als der auf das Kaliber des Geschosses (1) bezogene Durchmesser (21).
5. Drallgeschoß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungsring (4) aus einem Kunststoff besteht .
6. Drallgeschoß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungsring (4) aus Metall besteht.
7. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungsring (4) stirnseitig eine ogivenförmige Anlauffläche (22) mit heckseitigem,
etwa zylindrischen Bund (23) aufweist.