(19)
(11) EP 0 887 615 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.12.1998  Patentblatt  1998/53

(21) Anmeldenummer: 98110661.0

(22) Anmeldetag:  10.06.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F42B 12/22, F42B 14/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 24.06.1997 DE 29710983 U

(71) Anmelder: Diehl Stiftung & Co.
90478 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Schleicher, Ulrich, Dr.
    91217 Hersbruck (DE)

(74) Vertreter: Hofmann, Gerhard, Dipl.-Ing. Patentassessor et al
c/o Diehl Stiftung & Co., Stephanstrasse 49
90478 Nürnberg
90478 Nürnberg (DE)

   


(54) Drallgeschoss


(57) Bei einem Drallgeschoß (1) mit einem splitterbildenden Gehäuseabschnitt (5) sind Stützelemente vorzusehen, die ein Beschädigen des splitterbildenden Gehäuseabschnittes (5) durch die Züge (11) des Waffenrohres (10) vermeidet. Hierzu weist das Drallgeschoß (1) neben einem hinteren Führungsband (3) einen vorderen Führungsring (4) auf. Dieser Führungsring (4) besitzt einen etwas kleineren Durchmesser (18) als das Führungsband (3).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drallgeschoß nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

[0002] Ein Geschoß mit einem vorderen und einem hinteren Führungsring ist aus der DE 31 48 829 A1 bekannt.

[0003] Bei einem Geschoß entsprechend der DE 34 01 249 C2 liegt ein splitterbildender Gehäuseabschnitt nach dem Prinzip der projektilbildenden Hohlladung vor. Dieser Gehäuseabschnitt ist durch eine dünne Hülle abgedeckt. Beim Abschuß aus einem gedrallten Waffenrohr besteht die Gefahr, daß sich die Züge des Waffenrohrs in das Geschoß, insbesondere in den splitterbildenden Gehäuseabschnitt einschneiden und diesen beschädigen. Eine ordnungsgemäße Funktion in dem beschädigten Bereich des splitterbildenden Gehäuseabschnittes ist dann nicht mehr gewährleistet.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, an einem Drallgeschoß Stützelemente vorzusehen, die ein Beschädigen des splitterbildenden Gehäuseabschnittes durch die Züge des Waffenrohrs vermeidet.

[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt
Figur 1
ein Geschoß mit einer teilweise aufgeschnittenen Hülle in einem Waffenrohr und
Figur 2
einen Querschnitt II-II nach Figur 1.


[0007] Ein Geschoß 1 besteht aus einem Geschoßboden 2, einem Führungsband 3 mit einem Durchmesser 17, einem vorderen, schulterförmigen Führungsring 4 mit einem Durchmesser 18, einem splitterbildenden Gehäuseabschnitt 5 und einem Zünder 6. Der splitterbildende Gehäuseabschnitt 5 ist durch eine rohrförmige, dünne Hülle 7 umfangsseitig abgedeckt. Die splitterbildenden, rinnenförmigen Ausnehmungen sind mit 8 bezeichnet und sind Bestandteil eines Gehäuses 16. Das Gehäuse 16 ist mit dem Geschoßboden 2 in geeigneter Weise fest verbunden und weist ogivenseitig ein nicht gezeichnetes Gewinde für den Zünder 6 auf.

[0008] Zwischen der Hülle 7 aus Kunststoff oder Metall und einem Feld 9 eines mit Zügen 11 versehenen, gedrallten Waffenrohres 10 besteht ein radialer Abstand 12. Dieser Sicherheitsabstand 12 ist im zylindrischen Bereich des Gehäuseabschnittes 5 gemessen. Dementsprechend weist die dünne Hülle 7 einen Durchmesser 13 auf der kleiner ist als ein Kaliberdurchmesser 21 des Waffenrohres 10. Die Hülle 7 ist unter allen Umständen zu schützen wegen der verformungsempfindlichen Ausnehmungen 8.

[0009] Der vordere Führungsring 4 sitzt auf einem durchmesserverkleinerten Ogivenabschnitt 14 einer Geschoßhülle 19 und besitzt einen, gegenüber dem Durchmesser 21 etwas kleineren Durchmesser 18. Bei einem Durchmesser 21 von 76 mm beträgt der Durchmesser 18 75,8 mm.

[0010] Eine stirnseitige, ogivenförmige Anlauffläche 22 in Ringform erlaubt ein problemfreies Einfädeln in das Waffenrohr 10 beim Schuß. Ein ausschließender, heckseitiger zylindrische Bund 23 gewährleistet die Abstützfunktion.

[0011] Beim dargestellten Durchgang des Geschosses 1 durch das Waffenrohr 10 sind Schrägstellungen des Geschosses 1 im Waffenrohr 10 unvermeidbar. Durch den vorderen Führungsring 4 ist eine Abstützung des Geschosses 1 bei Schrägstellung gewährleistet, so daß die Züge 11 sich nicht in die Hülle 7 einschneiden und damit auch nicht die Ausnehmungen 8 beschädigen können.

[0012] Die Abstützfunktion des Führungsringes 4 ist für das Geschoß 1 im Waffenrohr 10 auch dann gegeben, wenn dieser dem Durchmesser 21 des Waffenrohres 10 entspricht oder sogar größer ist. Wesentlich für den Führungsring 4 ist die stabilisierende Stützfunktion bei Schräglage des Geschosses 1 im Waffenrohr.

[0013] Besteht der Führungsring 4 aus Kunststoff, so kann sein Durchmesser 18 wegen seiner

schmierenden" Eigenschaft und der guten Verformbarkeit größer sein als der Kaliberdurchmesser 21 bspw. 76,4 mm.

[0014] Besteht der Führungsring 4 dagegen aus Metall, wie Kupfer, Weicheisen, so können ungünstige Reibwerte dann auftreten, wenn sein Durchmesser 18 gleich dem Kaliberdurchmesser 21 oder größer ist. Deshalb kommt hier nur ein Durchmesser 18 infrage, der kleiner ist als der Kaliberdurchmesser 21.

[0015] Als zusätzliche Sicherung gegen Beschädigung des splitterbildenden Gehäuseabschnittes 5 dient die Hülle 7. Hierzu ist in den splitterbildenden Ausnehmungen 8 ein leichter Kunststoff als Schaum 20 zwischen der Hülle 7 und dem, die splitterbildenden Ausnehmungen 8 aufweisenden Gehäuse 16 angeordnet.

[0016] Bei Detonation eines innerhalb der Geschoßhülle 19 angeordneten Sprengstoffs 25 werden aus dem Hüllenwerkstoff jeder Ausnehmung 8 ein schwerer, energiereicher Splitter entsprechend einer projektilbildenden Ladung gebildet.

[0017] Hauptaufgabe des Schaumes 20 ist es eine glatte, zylindrische Hülle 7 zu gewährleisten, sodaß die geforderte Außenballistik des Geschosses 1 gewährleistet ist.


Ansprüche

1. Drallgeschoß mit einem splitterbildenden Gehäuseabschnitt und einem heckseitigen Führungsband sowie einem vorderen Führungsring,
dadurch gekennzeichnet,

daß der vordere Führungsring (4) einen etwas kleineren Durchmesser (18) besitzt als das Führungsband (3).


 
2. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß der vordere Führungsring (4) auf einem Ogivenabschnitt (14) des Geschosses (1) angeordnet ist.


 
3. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß ein Gehäuseabschnitt (5) rinnenförmige Ausnehmungen (8) an einem Gehäuse (16) aufweist, und

zwischen diesen Ausnehmungen (8) und einer äußeren, dünnen Hülle (7) aus Kunststoff oder aus einem Metall ein querschnittsfüllender, leichter Werkstoff, wie Schaum (20) aus einem geeigneten Kunststoff angeordnet ist.


 
4. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß der Durchmesser (18) des Führungsringes (4) größer oder gleich oder geringfügig kleiner ist als der auf das Kaliber des Geschosses (1) bezogene Durchmesser (21).


 
5. Drallgeschoß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,

daß der Führungsring (4) aus einem Kunststoff besteht .


 
6. Drallgeschoß nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,

daß der Führungsring (4) aus Metall besteht.


 
7. Drallgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß der Führungsring (4) stirnseitig eine ogivenförmige Anlauffläche (22) mit heckseitigem, etwa zylindrischen Bund (23) aufweist.


 




Zeichnung