[0001] Die Erfindung betrifft einen Flachstecker für elektrische Steckverbindungen, mit
einem Kontaktmesser und einem in Längsrichtung fluchtend zu dem Kontaktmesser verlaufenden
Befestigungs- und Anschlußbereich, in dem der Flachstecker freistehend an einer Unterlage
befestigbar und elektrisch anschließbar ist.
[0002] Bei elektrischen Steckverbindungen bestehen Flachsteck-Kontaktorgane häufig aus einem
flachen, geraden Kontaktmesser, das in einem Befestigungs- und Anschlußbereich freistehend
an einer Unterlage, zum Beispiel an einer unter anderem auch als Kontaktträger dienenden
Leiterplatte, befestigt wird. Solche Flachsteck-Kontaktorgane werden allgemein und
daher auch im folgenden als Flachstecker (DIN 46 244) bezeichnet. Flachstecker hat
man bisher durch Löten an einer Leiterplatte befestigt und angeschlossen. Dabei werden
die Flachstecker von Hand mit Vorrichtungen gesteckt und anschließend gelötet. Das
Stecken und Löten der Flachstecker ist somit sehr handarbeitsintensiv und damit auch
teuer. Außerdem ist das Löten im Zusammenhang mit der ständig steigenden Komplexität
der Leiterplatten ein immer größer werdendes Qualitätsrisiko. Aus diesem Grunde ist
auch eine stetige Prozeß- und Qualitätskontrolle erforderlich.
[0003] Es sind Flachstecker in von einem Kontaktmesser abgewinkelter Ausführung sowie in
gerader Ausführung gebräuchlich, die zum Einlöten in Leiterplatten in der Kontaktzone
mit zwei Lötanschlußstiften ausgebildet und durch Einstecken in die Leiterplattenlöcher
und Anlöten freistehend an der Leiterplatte befestigt werden. Ferner ist aus der EP
0 717 468 A2 eine aus Feder- und Messerleiste bestehende Steckverbindung bekannt,
bei der die Messerkontakte als abgewinkelte Flachsteck-Kontaktelemente ausgebildet
sind, die in einem Isolierkörper der Messerleiste, also nicht freistehend in einem
Gehäuse aufgenommen und in dem vom Kontaktmesser abgewinkelten Befestigungs- und Anschlußbereich
mit Einpreßstiften versehen sind.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für einen geraden und freistehenden Flachstecker
der eingangs genannten Art eine einfache und zuverlässige Befestigung und Kontaktierung
an einer Unterlage zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Flachstecker gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
im Befestigungs- und Anschlußbereich des Flachsteckers mindestens zwei für eine lötfreie
Einpreßverbindung ausgelegte Kontaktzonen vorgesehen sind und der Flachstecker zwischen
dem Befestigungs- und Anschlußbereich und dem Kontaktmesser an beiden einander gegenüberliegenden
Flachseiten mit über die Breite des Kontaktmessers hinausragenden seitlichen Ansätzen
ausgebildet ist, die an der der Unterlage abgewandten Oberseite eine Schulter zum
Ansetzen eines Einpreßwerkzeuges und an der der Unterlage zugewandten Unterseite einen
Einpreßanschlag bilden.
[0006] Ein derartiger gerader Flachstecker kann in einfacher Weise mit seinen Kontaktzonen
durch Einpressen in Löcher einer Unterlage, zum Beispiel eines Kontaktträgers in Form
einer Leiterplatte, eingebracht werden und ist dann als freistehender Kontakt an der
Unterlage befestigt. Die für eine lötfreie Einpreßverbindung ausgelegten Kontaktzonen
führen im in die Löcher der Unterlage, z. B. in die metallisierten Bohrungen einer
Leiterplatte eingepreßten Zustand zu einem sicheren und dauerhaften elektrischen Anschluß
an der Unterlage. Die Befestigung und Kontaktierung eines erfindungsgemäßen Flachsteckers
läßt sich daher schnell, billig und in zuverlässiger Weise realisieren.
[0007] Bei einem derartigen Flachstecker ist es zweckmäßig, wenn die Kontaktzonen als stiftförmige
Einpreßanschlüsse ausgebildet sind.
[0008] Im Hinblick auf die erforderlichen Haltekräfte beim Einsatz als freistehender Kontakt
ohne Gehäuse ist es vorteilhaft, wenn die Kontaktzonen massiv ausgeführt sind. Grundsätzlich
ist es aber auch möglich und in vielen Fällen sicher auch ausreichend, wenn die Kontaktzonen
elastische Einpreßabschnitte aufweisen.
[0009] Bei derartigen Flachsteckern treten im an der Unterlage befestigten Zustand häufig
über das Kontaktmesser auf die Einpreßanschlüsse und damit auf die Befestigung und
den elektrischen Anschluß einwirkende Belastungen auf. Es ist daher vorteilhaft, wenn
bei einem erfindungsgemäßen Flachstecker der mit den seitlichen Ansätzen ausgebildete
Abschnitt des Flachsteckers mit mindestens einer Ausnehmung versehen ist. Eine derartige
Ausnehmung ist bei einem aus einem Blechstanzteil bestehenden Flachstecker durch eine
Freistanzung gebildet und hat zum Beispiel eine Rechteckform. Die geometrische Ausführung
ist jedoch nicht an die Rechteckform gebunden; es sind vielmehr unterschiedliche,
in den übrigen Unteransprüchen angegebene Ausführungen für die geometrische Form einer
Ausnehmung möglich. In jedem Fall bildet eine solche, im Abschnitt mit den seitlichen
Ansätzen angeordnete Ausnehmung eine Sollbiegestelle, d. h. bei am Kontaktmesser z.
B. quer zur Steckrichtung angreifenden Biegekräften ist das Widerstandsmoment an der
von der Ausnehmung gebildeten Sollbiegestelle in Folge der Querschnittsverminderung
zu gering, um die Einpreßverbindung lockern zu können. Stattdessen werden solche Biegekräfte
in der Sollbiegestelle aufgenommen, was zu einer Um- bzw. Verformung des Flachsteckers
führt, dessen Kontaktmesser dann aus der Steckrichtung verbogen wird. Die Einpreßverbindung
wird aber nicht gelockert, d. h. die durch die Ausnehmung entstandene Sollbiegestelle
bildet einen Schutz der Einpreßkontaktierung gegen Lockerung und sichert damit die
Anschlußkontaktierung. Beim Richten von verbogenen Flachsteckern gewährleistet die
Sollbiegestelle in Umkehrung des beschriebenen Effektes ebenfalls den Bestand des
Einpreßkontaktes. Dabei hat sich durch Erprobungen bestätigt, daß die in der DIN IEC
352 geforderten Biegezyklen (= Simulation des Richtvorganges von verbogenen Steckern)
sicher erreicht werden.
[0010] Die Erfindung ist im folgenden anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen, an einer Unterlage befestigten
Flachsteckers in Seitenansicht,
- Figuren 2 bis 6
- unterschiedliche geometrische Formen einer bei einem erfindungsgemäßen Flachstecker
zusätzlich vorgesehenen Sollbiegestelle.
[0011] Der Flachstecker 1 besteht bevorzugt aus einem Blechstanzteil und weist ein am freien
Ende üblicherweise abgeschrägtes flaches Kontaktmesser 2 mit in der Längsmittelachse
liegendem Rastloch 3 auf. Außerdem besitzt der Flachstecker 1 einen in Längsrichtung
fluchtend zu dem Kontaktmesser 2 verlaufenden Befestigungs- und Anschlußbereich 3,
in dem der somit gerade ausgebildete Flachstecker freistehend an einer Unterlage,
z. B. an einer Leiterplatte 4 befestigbar und in durchkontaktierten Löchern der Leiterplatte
elektrisch anschließbar ist. Hierzu sind im Befestigungs- und Anschlußbereich 3 des
Flachsteckers 1 mindestens zwei für eine lötfreie Einpreßverbindung ausgelegte Kontaktzonen
5, 6 vorgesehen, welche zweckmäßigerweise als stiftförmige Einpreßanschlüsse ausgebildet
sind. Die Kontaktzonen 5, 6 können massiv ausgeführt sein oder elastische Einpreßabschnitte
aufweisen. Um den Flachstecker in rationeller Weise mit einfachen Einpreßwerkzeugen
in die Leiterplatte 4 einpressen zu können, ist der Flachstecker zwischen dem Befestigungs-
und Anschlußbereich 3 und dem Kontaktmesser 2 an beiden einander gegenüberliegenden
Flachseiten eines Abschnittes A mit über die Breite des Kontaktmessers 2 hinausragenden
seitlichen Ansätzen 7, 8 ausgebildet. Diese ergeben an der der Unterlage 4 abgewandten
Oberseite eine Schulter 9 zum Ansetzen eines Einpreßwerkzeuges und an der der Unterlage
zugewandten Unterseite einen Einpreßanschlag 10. Außerdem ist der mit den seitlichen
Ansätzen 7, 8 ausgebildete Abschnitt A ist mit einer Ausnehmung 11 versehen, d. h.
die Ausnehmung 11 liegt außerhalb des Steck- bzw. Kontaktbereiches des Kontaktmessers
2 und in bevorzugter Weise möglichst nahe an dem Befestigungs- und Anschlußbereich
3. Die Ausnehmung 11 bietet zum Schutz der Einpreßkontaktierung gegen Lockerung sowie
zur Aufrechterhaltung der Kontaktierung beim Richten von verbogenen Flachsteckern
dadurch, daß in dem Abschnitt A des Flachsteckers dessen Querschnitt vorzugsweise
erheblich vermindert wird, eine Sollbiegestelle, welche bei auftretenden Biegekräften
ein zu geringes Widerstandsmoment besitzt, um die Einpreßkontaktierung lockern zu
können und welche bei derartigen Belastungen in gewünschter Weise zu einem Verbiegen
an einer bestimmten Stelle des Flachsteckers führt, ohne die Einpreßverbindung und
-kontaktierung zu beeinträchtigen.
[0012] Die Ausnehmung 11 ist bei einem aus einem Blechstanzteil bestehenden Flachstecker
1 durch eine Freistanzung gebildet und hat in bevorzugter Weise eine quer zur Steckrichtung
des Flachsteckers 1 sich erstreckende Rechteckform. Hierbei reicht die Ausnehmung
11 - wie auch bei den anderen Ausführungsformen in den Figuren 2 bis 6 - in Richtung
quer zur Steckrichtung des Flachsteckers 1 etwa über den Mittenabstand m der Kontaktzonen
5, 6.
[0013] Die Ausführungsformen in den Figuren 2 und 6 unterscheiden sich von der Ausführungsform
in Figur 1 lediglich in der geometrischen Form der Ausnehmung. In Figur 2 sind in
dem oben beschriebenen Sinne drei kleinere kreisförmige Ausnehmungen 11a vorgesehen,
die ebenfalls eine für eine Sollbiegestelle ausreichende Querschnittsverminderung
im Abschnitt A ergeben. Dies wird in Figur 3 durch eine einzige größere Ausnehmung
11b von kreisrunder Form realisiert. In Figur 4 hat die Ausnehmung 11 die Form eines
sich quer zur Steckrichtung des Flachsteckers erstreckenden Langloches 11c, in Figur
5 die Form einer Ellipse 11d. Schließlich ist die Ausnehmung 11e in Figur 6 als Dreieck
ausgebildet. Es sind auch Vieleckformen für die Ausnehmung denkbar. In jedem Fall
wird durch die symmetrisch in Bezug auf die Längsmittelachse des Flachsteckers angeordnete
Ausnehmung eine für eine Sollbiegestelle an einer bestimmten Stelle des Flachsteckers
ausreichende Querschnittsverminderung erreicht.
Bezugszeichenliste
[0014]
- 1
- Flachstecker
- 2
- Kontaktmesser
- 3
- Befestigungs- und Anschlußbereich
- 4
- Leiterplatte
- 5, 6
- Kontaktzonen
- 7, 8
- seitliche Ansätze
- 9
- Schulter
- 10
- Einpreßanschlag
- 11, 11a - 11e
- Ausnehmungen
- 12
- Rastloch
- A
- Abschnitt
- m
- Mittenabstand
1. Flachstecker (1) für elektrische Steckverbindungen, mit einem Kontaktmesser (2) und
einem in Längsrichtung fluchtend zu dem Kontaktmesser verlaufenden Befestigungs- und
Anschlußbereich (3), in dem der Flachstecker (1) freistehend an einer Unterlage (4)
befestigbar und elektrisch anschließbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Befestigungs- und Anschlußbereich (3) des Flachsteckers (1) mindestens zwei
für eine lötfreie Einpreßverbindung ausgelegte Kontaktzonen (5, 6) vorgesehen sind
und der Flachstecker (1) zwischen dem Befestigungs- und Anschlußbereich (3) und dem
Kontaktmesser (2) an beiden einander gegenüberliegenden Flachseiten mit über die Breite
des Kontaktmessers (2) hinausragenden seitlichen Ansätzen (7, 8) ausgebildet ist,
die an der der Unterlage (4) abgewandten Oberseite eine Schulter (9) zum Ansetzen
eines Einpreßwerkzeuges und an der der Unterlage (4) zugewandten Unterseite einen
Einpreßanschlag (10) bilden.
2. Flachstecker nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktzonen (5, 6) als stiftförmige Einpreßanschlüsse ausgebildet sind.
3. Flachstecker nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktzonen (5, 6) massiv ausgeführt sind.
4. Flachstecker nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktzonen (5, 6) elastische Einpreßabschnitte aufweisen.
5. Flachstecker nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mit den seitlichen Ansätzen (7, 8) ausgebildete Abschnitt (A) des Flachsteckers
(1) mit mindestens einer Ausnehmung (11) versehen ist.
6. Flachstecker nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (11) bei einem aus einem Blechstanzteil bestehenden Flachstecker
(1) durch eine Freistanzung gebildet ist.
7. Flachstecker nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (11) eine quer zur Steckrichtung des Flachsteckers (1) sich erstreckende
Rechteckform hat.
8. Flachstecker nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (11) die Form eines sich quer zur Steckrichtung des Flachsteckers
(1) erstreckenden Langloches (11c) oder einer Ellipse (11d) hat.
9. Flachstecker nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (11e) dreieckförmig ausgebildet ist.
10. Flachstecker nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (11a) kreisrund ausgebildet ist.
11. Flachstecker nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Ausnehmung (11) in Richtung quer zur Steckrichtung des Flachsteckers
(1) etwa über den Mittenabstand (m) der Kontaktzonen (5, 6) erstreckt.