[0001] Die Erfindung betrifft ein Wasch- oder Reinigungsmitteladditiv, welches insbesondere
übliche Zumischkomponenten von modernen Wasch- oder Reinigungsmitteln enthält, sowie
ein Verfahren zu seiner Herstellung und die durch Zumischung dieser Additive erhältlichen
Wasch- oder Reinigungsmittel. Insbesondere werden unter "modernen Wasch- oder Reinigungsmitteln"
solche verstanden, die Schüttgewichte von mindestens 500 g/l aufweisen.
[0002] Granulare Wasch- oder Reinigungsmittel mit Schüttgewichten oberhalb 500 g/l gehören
heute zum gesicherten Stand des technischen Wissens. Die im Markt erhältlichen Produkte
bestehen üblicherweise aus mindestens einem Compound oder mehreren Compounds, aus
einem Basisgranulat oder mehreren Basisgranulaten und weiteren Zumischkomponenten,
die entweder wegen ihrer Temperaturempfindlichkeit oder ihrer Wasserempfindlichkeit
oder wegen unerwünschter Interaktionen mit anderen Inhaltsstoffen nicht im Herstellungsprozeß
der Basisgranulate eingesetzt werden können. Hierbei handelt es sich insbesondere
um feste Inhaltsstoffe wie Bleichaktivatoren, sogenannte Soil repellents, Schauminhibitoren,
aber auch Enzyme. Auch Aniontenside, welche sich beispielsweise nicht dazu eignen,
in höheren Mengen in einem Slurry bei der Sprühtrocknung eingesetzt zu werden, sind
bereits als Compounds beschrieben worden, die nachträglich anderen Compounds oder
Basisgranulaten zugemischt wurden. Diese Feststoffe können feinteilig bis granular
vorliegen. Üblicherweise unterscheiden sie sich aber in ihrem Gewicht, ihrer Kornform
und/oder in ihrer Teilchengrößenverteilung sowohl untereinander als auch gegenüber
dem Basisgranulat oder den Basisgranulaten. So haben die einzeln zugemischten Komponenten
in der Regel ein deutlich geringeres Schüttgewicht als das Basisgranulat oder die
Basisgranulate sowie nicht nur unterschiedliche Korngrößen, sondern auch unterschiedliche
Kornformen sowie andere Oberflächeneigenschaften als die Basisgranulate. Die zugemischten
Komponenten führen aus diesem Grund im allgemeinen zu einer Verringerung des Schüttgewichts
des fertigen Produkts, verglichen mit dem Schüttgewicht des Basisgranulats bzw. der
Basisgranulate. Diese (und andere Eigenschaften) verursachen das bekannte Problem
der Entmischung, so daß - insbesondere nach Transport und Lagerung - eine ungleichmäßige
Verteilung der Inhaltsstoffe im fertigen Wasch- oder Reinigungsmittel erhalten wird,
die dem fertigen Produkt nicht nur ein nachteiliges, da optisch ungleichmäßiges Aussehen
verleiht, sondern auch in der Anwendung zu Nachteilen führen kann, da nicht mehr sichergestellt
ist, daß die Verteilung der einzelnen Komponenten im Mittel homogen ist. Aus einer
inhomogenen Verteilung im Mittel würde aber auch eine inhomogene Verteilung dieser
Inhaltsstoffe im einzelnen Paket resultieren, so daß der Verbraucher bei Benutzung
desselben Pakets unterschiedliche Zusammensetzungen anwenden würde, aus denen signifikant
verschiedene Waschergebnisse resultieren können.
[0003] Ein weiteres Problem besteht in der homogenen Verteilung derfesten Kleinkomponenten,
also von denjenigen Inhaltsstoffen, die den Basisgranulaten nur in Mengen von etwa
0,1 bis 4 Gew.-% zugesetzt werden. In der großtechnischen Herstellung ist gerade die
Zumischung und die homogene Verteilung dieser Kleinkomponenten im Gemisch verständlicherweise
mit einem relativ hohen Fehler behaftet.
[0004] Der Erfindung lag deshalb die Aufgabe zugrunde, granulare Wasch- oder Reinigungsmittel
mit Schüttgewichten von mindestens 500 g/l bereitzustellen, welche die obengenannten
Nachteile nicht aufweisen.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist daher in einer ersten Ausführungsform ein granulares
Additiv mit einem Schüttgewicht von mindestens 500 g/l, das für den Einsatz in granularen
Wasch- oder Reinigungsmitteln mit Schüttgewichten von mindestens 500 g/l geeignet
ist, wobei dieses Additiv ein oder mehrere Aniontenside und mindestens einen weiteren
Bestandteil enthält, der bei der Herstellung von Wasch- oder Reinigungsmitteln üblicherweise
nachträglich zugemischt wird, mit der Maßgabe, daß das Additiv 20 bis 60 Gew.-% Aniontensid(e)
sowie mindestens einen Bestandteil ausgewählt aus Bleichaktivator, Bleichkatalysator
und vorkonfektioniertem Schauminhibitor enthält, wobei der vorkonfektionierte Schauminhibitor
bevorzugt ist.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ein
Verfahren zur Herstellung eines granularen Additivs enthaltend 20 bis 60 Gew.-% Aniontensid(e)
mit einem Schüttgewicht Von mindestens 500 g/l, das für den Einsatz in granularen
Waschoder Reinigungsmitteln mit einem Schüttgewicht von mindestens 500 g/l geeignet
ist, wobei ein in Zusammensetzung, Korngröße und Kornform einheitliches Additiv durch
Granulieren, Kompaktieren oder Extrudieren hergestellt wird und zur Herstellung des
Additivs ein oder mehrere Aniontensid(e) und mindestens ein weiterer Bestandteil eingesetzt
werden, der bei der Herstellung von Wasch- oder Reinigungsmitteln üblicherweise nachträglich
zugemischt wird, mit der Maßgabe, daß neben dem oder den Aniontensid(en) mindestens
ein Bestandteil ausgewählt aus Bleichaktivator, Bleichkatalysator und vorkonfektioniertem
Schauminhibitor eingesetzt wird, zwingend jedoch mindestens ein Bestandteil in vorkonfektionierter
Form in das Verfahren eingebracht wird.
[0007] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein granulares Wasch- oder Reinigungsmittel
mit einem Schüttgewicht von mindestens 500 g/l, welches übliche Inhaltsstoffe einschließlich
Aniontenside und Schauminhibitoren sowie gegebenenfalls Bleichmittel, Bleichaktivatoren
und/oder Bleichkatalysatoren enthält, wobei das Mittel aus mindestens 2 granularen
Compounds besteht und das eine Compound ein Additiv ist, welches Aniontensid(e) und
mindestens einen weiteren Bestandteil enthält, welcher üblicherweise bei der Herstellung
von Wasch- oder Reinigungsmitteln nachträglich zugemischt wird, mit der Maßgabe, daß
das Additiv 20 bis 60 Gew.-% Aniontensid(e) sowie mindestens einen Bestandteil ausgewählt
aus Bleichaktivator, Bleichkatalysator und vorkonfektioniertem Schauminhibitor enthält.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das erfindungsgemäße Additiv
mindestens einen weiteren üblicherweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln enthaltenen
Bestandteil auf. Insbesondere sind dabei Additive bevorzugt, welche Aniontensid(e),
vorkonfektionierten Schauminhibitor sowie Bleichaktivator und/oder Bleichkatalysator
enthalten.
[0009] Das erfindungsgemäße Additiv ist vorzugsweise nicht auf eine bestimmte Korngröße,
Kornform und bestimmte Oberflächeneigenschaften sowie auf ein bestimmtes Schüttgewicht
beschränkt, sondern läßt sich so herstellen, daß es ein in Schüttgewicht, Korngröße
und Kornform dem Basisgranulat oder den Basisgranulaten angepaßtes (Zumisch-) Granulat
darstellt. Um auf jeden Fall eine Entmischung zu verhindern, ist es ratsam, zusätzlich
auch das Rieselverhalten des Additivs im wesentlichen an das Rieselverhalten des Basisgranulats
oder der Basisgranulate anzupassen. Ein üblicher Test zur Messung des Rieselverhaltens
besteht darin, daß jeweils 1 Liter der zu messenden Probe in einen an seiner Auslaufrichtung
zunächst verschlossenen Pulvertrichter gefüllt und dann die Auslaufzeit der Proben
im Vergleich zu trockenem Seesand gemessen wird. Die Auslaufzeit des trockenen Seesands
nach Freigabe der Auslauföffnung (13 Sekunden) wird auf 100 % gesetzt. Das Rieselverhalten
der zu untersuchenden Proben wird in %, bezogen auf 100 % (gemessen an Seesand) angegeben.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Rieselverhalten - bestimmt nach dem vorbeschriebenen
Test - des Additivs so eingestellt, daß sich dieses nicht mehr als 20 %-Punkte, vorzugsweise
nicht mehr als 10 %-Punkte von dem Rieselverhalten des Basisgranulats bzw. der Summe
der Basisgranulate unterscheidet.
[0010] Das erfindungsgemäße Additiv enthält zumindest Aniontenside, vorzugsweise Alkylsulfate
(weitere Beschreibung möglicher Tenside siehe unten im allgemeinen Beschreibungsteil),
sowie vorzugsweise als üblicherweise in Wasch- oder Reinigungsmitteln enthaltenen
Bestandteil Schauminhibitoren in vorkonfektionierter fester Form; weitere mögliche
Bestandteile sind neben den bevorzugten Bleichaktivatoren bzw. Bleichkatalysatoren
auch Peroxybleichmittel, aber beispielsweise auch Enzyme und sogenannte Soil repellents.
[0011] Als Aniontenside, die in dem erfindungsgemäßen Additiv eingesetzt werden, kommen
insbesondere Alk(en) ylsulfate einschließlich der 2,3-Alkylsulfate sowie Alkylbenzolsulfonate
in Betracht (genauere Beschreibung siehe unten). Auch sie werden vorzugsweise in vorkonfektionierter,
insbesondere in granularer Form eingesetzt, wobei Aniontensidcompounds mit Aktivsubstanzgehalten
oberhalb von 60 Gew.-% besonders bevorzugt sind. Beispiele hierfür sind Alkylsulfat-Compounds
mit 70 bis 90 Gew.-% (gegebenenfalls auch darüber) Aktivsubstanz, welche als sonstige
Bestandteile Natriumsulfat und/oder Natriumcarbonat, unsulfierte Anteile und Wasser
enthalten und insbesondere in der Wirbelschicht hergestellt wurden. Dabei sind C-Kettenschnitte
mit mindestens 90 Gew.-%, vorzugsweise mit mindestens 95 Gew.-% C
12-C
18 von besonderem Interesse, welche mehr als 50 Gew.-% C
16-C
18 und mindestens 20 Gew.-% kleiner als C
16 aufweisen. Der Gehalt der erfindungsgemäßen Additive an Aniontensiden, insbesondere
in vorkonfektionierter Form beträgt 20 bis 60 Gew.-% und insbesondere mindestens 30
Gew.-%.
[0012] Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder synthetischer
Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, ggf. silanierter Kieselsäure
sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit silanierter
Kieselsäure oder Bistearylethylendiamid. Mit Vorteilen werden auch Gemische aus verschiedenen
Schauminhibitoren verwendet, z.B. solche aus Silikonen, Paraffinen oder Wachsen. Erfindungsgemäß
werden die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon- und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren,
in vorkonfektionierter und festes Form eingesetzt, wobei diese vorzugsweise an eine
granulare, in Wasser lösliche bzw. dispergierbare Trägersubstanz gebunden sind. Insbesondere
sind dabei Mischungen aus Paraffinen und Bistearylethylendiamiden bevorzugt. Der Gehalt
der erfindungsgemäßen Additive an festen Schauminhibitor-Compounds beträgt vorzugsweise
1 bis 25 Gew.-% und insbesondere 5 bis 20 Gew.-%.
[0013] Das Gewichtsverhältnis Aniontenside zu vorkonfektioniertem Schauminhibitor kann in
den erfindungsgemäßen Additiven in einem breiten Rahmen variieren. Dabei ist es auch
möglich, daß das Gewichtsverhältnis Aniontenside zu vorkonfektioniertem Schauminhibitor
kleiner als 1 ist. In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weisen die
Additive jedoch Aniontenside und vorkonfektionierte Schauminhibitoren in einem Gewichtsverhältnis
von 5:1 bis maximal 1:1, vorzugsweise von 4:1 bis 1,5:1 und insbesondere von 3,5:1
bis 2:1 auf. Dabei ist es insbesondere bevorzugt, daß die erfindungsgemäßen Additive
30 bis 70 Gew.-% eines hochkonzentrierten Aniontensid-Compounds und 10 bis 30 Gew-%,
vorteilhafterweise 12 bis 25 Gew.-% eines vorkonfektionierten Schauminhibitors aufweisen.
[0014] Anstelle der Schauminhibitoren oder in Kombination mit diesen können die erfindungsgemäßen
Additive auch Bleichaktivatoren bzw. Bleichkatalysatoren enthalten.
[0015] Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische
Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen,
und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet
sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten 0-Atomzahl und/oder gegebenenfalls
substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine,
insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere
1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI),
acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte
mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat, 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran
und die aus den deutschen Patentanmeldungen DE19616 693 und DE19616 767 bekannten
Enolester sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren in der europäischen
Patentanmeldung EP 0 525 239 beschriebene Mischungen (SORMAN), acylierte Zuckerderivate,
insbesondere Pentaacetylglukose (PAG), Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und
Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton,
und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise N-Benzoylcaprolactam, die aus den internationalen
Patentanmeldungen WO-A-94/27970, WO-A-94/28102, WO-A-94/28103, WO-A-95/00626, WO-A-95/14759
und WO-A-95/17498 bekannt sind. Die aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 16 769
bekannten hydrophil substituierten Acylacetale und die in der deutschen Patentanmeldung
DE 196 16 770 sowie der internationalen Patentanmeldung WO 95/14075 beschriebenen
Acyllactame werden ebenfalls bevorzugt eingesetzt. Auch die aus der deutschen Patentanmeldung
DE 44 43 177 bekannten Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren können eingesetzt
werden. Derartige Bleichaktivatoren sind im üblichen Mengenbereich, vorzugsweise in
Mengen von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bezogen auf
gesamtes Mittel, enthalten. In dem erfindungsgemäßen Additiv beträgt der Gehalt an
Bleichaktivator, vorzugsweise an vorkonfektioniertem Bleichaktivator vorteilhafterweise
10 bis 50 Gew.-%, insbesondere mindestens 20 Gew.-%.
[0016] Zusätzlich zu den oben aufgeführten konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren
Stelle können auch die aus den europäischen Patentschriften EP 0 446 982 und EP 0
453 003 bekannten Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise
Übergangsmetallkomplexe als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein. Zu den
in Frage kommenden Übergangsmetallverbindungen gehören insbesondere die aus der deutschen
Patentanmeldung DE195 29 905 bekannten Mangan-, Eisen-, Kobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Salenkomplexe
und deren aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 267 bekannte N-Analogverbindungen,
die aus der deutschen Patentanmeldung DE 195 36 082 bekannten Mangan-, Eisen-, Kobalt-,
Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, die in der deutschen Patentanmeldung DE
196 05 688 beschriebenen Mangan-, Eisen-, Kobalt-, Ruthenium-, Molybdän-, Titan-,
Vanadium- und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden, die aus der
deutschen Patentanmeldung DE 196 20 411 bekannten Kobalt-, Eisen-, Kupfer- und Ruthenium-Amminkomplexe,
die in der deutschen Patentanmeldung DE 44 16 438 beschriebenen Mangan-, Kupfer- und
Kobalt-Komplexe, die in der europäischen Patentanmeldung EP 0 272 030 beschriebenen
Kobalt-Komplexe, die aus der europäischen Patentanmeldung EP 0 693 550 bekannten Mangan-Komplexe,
die aus der europäischen Patentschrift EP 0 392 592 bekannten Mangan-, Eisen-, Kobalt-
und Kupfer-Komplexe und/oder die in der europäischen Patentschrift EP 0 443 651 oder
den europäischen Patentanmeldungen EP 0 458 397, EP 0 458 398, EP 0 549 271, EP 0
549 272, EP 0 544 490 und EP 0 544 519 beschriebenen Mangan-Komplexe. Kombinationen
aus Bleichaktivatoren und Übergangsmetall-Bleichkatalysatoren sind beispielsweise
aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 13 103 und der internationalen Patentanmeldung
WO 95/27775 bekannt. Bleichverstärkende Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit
den Zentralatomen Mn, Fe, Co, Cu, Mo, V, Ti und/oder Ru, werden in üblichen Mengen,
vorzugsweise in einer Menge bis zu 1 Gew.-%, insbesondere von 0,0025 Gew.-% bis 0,25
Gew.-% und besonders bevorzugt von 0,01 Gew.-% bis 0,1 Gew.-%, jeweils bezogen auf
gesamtes Mittel, eingesetzt. Ihr Gehalt in den erfindungsgemäßen Additiven kann beispielsweise
0,5 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 3 Gew.-%, betragen.
[0017] Insbesondere ist es bevorzugt, den Bleichaktivator ebenfalls in vorkonfektionierter
Form in das Verfahren zur Herstellung des Additivs einzubringen. So kann der Bleichaktivator
in bekannter Weise mit Hüllsubstanzen überzogen oder, gegebenenfalls unter Einsatz
von Hilfsmitteln, insbesondere Methylcellulosen und/oder Carboxymethylcellulosen,
vor seinem Einsatz granuliert oder extrudiert/pelletiert worden sein und gewünschtenfalls
weitere Zusatzstoffe, beispielsweise Farbstoff, enthalten. Vorzugsweise enthält ein
derartiges Granulat über 70 Gew.-%, insbesondere von 90 bis 99 Gew.-% Bleichaktivator.
Vorzugsweise enthält das erfindungsgemäße Additiv einen Bleichaktivator, der unter
Waschbedingungen Peressigsäure bildet.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt das Gewichtsverhältnis
(bezogen auf Aktivsubstanzgehalte) an Aniontensiden zu Bleichaktivatoren sowie gegebenenfalls
Bleichkatalysatoren 0,5:1 bis 2:1 und insbesondere 0,9:1 bis 1,5:1. In einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält ein erfindungsgemäßes Additiv 30
bis 60 Gew.-% eines hochkonzentrierten Aniontensid-Compounds und 25 bis 40 Gew.-%
eines ebenfalls hochkonzentrierten Bleichaktivator-Compounds.
[0019] Zu den weiteren möglichen Inhaltsstoffen der erfindungsgemäßen Compounds zählen in
erster Linie Soil repellents, aber auch Fließmittel, bekannte Substanzen, welche zur
Löslichkeitsverbesserung beitragen, Farb- und Duftstoffe, gegebenenfalls auch Enzyme
sowie Teile des Buildersystems, welche üblicherweise in Mengen bis zu maximal 10 Gew.-%,
vorzugsweise bis zu maximal 8 Gew.-% und insbesondere in Mengen unterhalb von 5 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das fertige Mittel, eingesetzt werden.
[0020] Als sogenannte Soil repellents können Komponenten enthalten sein, welche die Öl-
und Fettauswaschbarkeit aus Textilien positiv beeinflussen. Dieser Effekt wird besonders
deutlich, wenn ein Textil verschmutzt wird, das bereits vorher mehrfach mit einem
erfindungsgemäßen Waschmittel, das diese öl- und fettlösende Komponente enthält, gewaschen
wurde. Zu den bevorzugten öl- und fettlösenden Komponenten zählen beispielsweise nicht-ionische
Celluloseether wie Methylcellulose und Methylhydroxy-propylcellulose mit einem Anteil
an Methoxyl-Gruppen von 15 bis 30 Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen von 1 bis
15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den nichtionischen Celluloseether, sowie die aus dem
Stand der Technik bekannten Polymere der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure
bzw. von deren Derivaten, insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder
Polyethylenglykolterephthalaten oder anionisch und/oder nichtionisch modifizierten
Derivaten von diesen. Besonders bevorzugt von diesen sind die sulfonierten Derivate
der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere. Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen
Additive derartige Soil repellents (gegebenenfalls in vorkonfektionierter Form), welche
üblicherweise im fertigen Mittel in Mengen von 0,2 bis weniger als 5 Gew.-% eingesetzt
werden, in Mengen von 1 bis 8 Gew.-% und insbesondere in Mengen von 2 bis 6 Gew.-%.
[0021] Als Fließmittel können zur Verbesserung des Rieselverhaltens je nach Erfordernis
insbesondere die bekannten Kieselsäuren, Kieselsäure-Derivate, aber auch Aluminosilikate
wie Zeolith A, X und/oder P eingesetzt werden. Vorzugsweise beträgt ihr Gehalt in
den Additiven nicht mehr als 3 Gew.-%.
[0022] Als weitere Inhaltsstoffe der erfindungsgemäßen Additive kommen vor allem organische
Buildersubstanzen, insbesondere solche, welche nicht für die Sprühtrocknung geeignet
sind, in Betracht. Vorteilhafterweise enthalten die Additive Dextrine, beispielsweise
Oligomere bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken
erhalten werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder
enzymkatalysierten Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um
Hydrolyseprodukte mit mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500000. Dabei ist
ein Polysaccharid mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere
von 2 bis 30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung
eines Polysaccharids im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist.
Brauchbar sind sowohl Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe
mit einem DE zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weißdextrine
mit höheren Molmassen im Bereich von 2000 bis 30000. Ein bevorzugtes Dextrin ist in
der britischen Patentanmeldung 94 19 091 beschrieben. Bei den oxidierten Derivaten
derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte mit Oxidationsmitteln,
welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion oder eine Aldehydfunktion
des Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren. Derartige oxidierte Dextrine
und Verfahren ihrer Herstellung sind beispielsweise aus den europäischen Patentanmeldungen
EP-A-0 232 202, EP-A-0 427 349, EP-A-0 472 042 und EP-A-0 542 496 sowie den internationalen
Patentanmeldungen WO-A-92/18542, WO-A-93/08251, WO-A-94/28030, WO-A-95/07303, WO-A-95/12619
und WO-A-95/20608 bekannt. Ein an C6 des Saccharidrings oxidiertes Produkt kann besonders
vorteilhaft sein.
[0023] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Oxidationsprodukte von carboxylgruppenhaltigen
Polyglucosanen und/oder deren wasserlöslichen Salzen, wie sie beispielsweise in der
internationalen Patentanmeldung WO-A-93/08251 beschrieben werden oder deren Herstellung
beispielsweise in der internationalen Patentanmeldung WO-A-93/16110 beschrieben wird.
Ebenfalls geeignet sind auch oxidierte Oligosaccharide gemäß der älteren deutschen
Patentanmeldung DE-A-19 600 018.
[0024] Zusätzlich oder anstelle der genannten (Poly-)Saccharide können die Additive auch
Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
enthalten. Besonders bevorzugt sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate
und Glycerintrisuccinate, wie sie beispielsweise in den US-amerikanischen Patentschriften
US 4 524 009, US 4 639 325, in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 150 930 und
der japanischen Patentanmeldung JP 93/339896 beschrieben werden. Geeignete Einsatzmengen
liegen in zeolithhaltigen und/oder silikathaltigen Formulierungen bei 3 bis 15 Gew.-%.
[0025] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten. Derartige Cobuilder werden beispielsweise in der internationalen
Patentanmeldung WO-A-95/20029 beschrieben.
[0026] Geeignete polymere Polycarboxylate sind beispielsweise die Natriumsalze der Polyacrylsäure
oder der Polymethacrylsäure, beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse
von 800 bis 150000 (auf Säure bezogen). Geeignete copolymere Polycarboxylate sind
insbesondere solche der Acrylsäure mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure
mit Maleinsäure. Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure
erwiesen, die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten.
Ihre relative Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 5000
bis 200000, vorzugsweise 10000 bis 120000 und insbesondere 50000 bis 100000.
[0027] Die (co-)polymeren Polycarboxylate können entweder als Pulver oder als wäßrige Lösung
eingesetzt werden, wobei 20 bis 55 Gew.-%ige wäßrige Lösungen bevorzugt sind; im letzteren
Fall dienen sie als Granulierhilfsmittel (siehe unten).
[0028] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die gemäß der DE-A-43 00 772
als Monomere Salze der Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate
oder gemäß der DE-C-42 21 381 als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure
sowie Zucker-Derivate enthalten.
[0029] Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die in den deutschen Patentanmeldungen
DE-A-43 03 320 und DE-A-44 17 734 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise
Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze bzw. Acrolein und Vinylacetat aufweisen.
[0030] Der Gehalt an (co-)polymeren Polycarboxylaten in dem fertigen, gegebenenfalls getrockneten
Additiv beträgt vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-%. Falls gewünscht, kann der Gehalt an diesen
organischen Cobuildern auch höher liegen. Mengen, die über diese 5 Gew.-% hinausgehen,
werden aber vorteilhafterweise in fester Form und nicht über die Granulierflüssigkeit
in das Additiv eingebracht. Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere
Aminodicarbonsäuren, deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders
bevorzugt sind Polyasparaginsäuren bzw. deren Salze und Derivate, von denen in der
deutschen Patentanmeldung DE-A-195 40 086 offenbart wird, daß sie neben Cobuilder-Eigenschaften
auch eine bleichstabilisierende Wirkung aufweisen.
[0031] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, beispielsweise wie in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 280 223 beschrieben,
erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie Glyoxal,
Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0032] Selbstverständlich können die Additive auch die beispielsweise in Form ihrer Natriumsalze
ersetzbaren Polycarbonsäuren, wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Weinsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA), sofern ein
derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen
aus diesen enthalten. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren wie Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus
diesen.
[0033] Auch die Säuren an sich können eingesetzt werden. Die Säuren besitzen neben ihrer
Builderwirkung typischerweise auch die Eigenschaft einer Säuerungskomponente und dienen
somit auch zur Einstellung eines niedrigeren und milderen pH-Wertes von Wasch- oder
Reinigungsmitteln. Insbesondere sind hierbei Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen aus diesen zu nennen.
[0034] Vorzugsweise beträgt der Gehalt der erfindungsgemäßen Additive an organischen Buildersubstanzen
0,1 bis 15 Gew.-%.
[0035] Weitere Inhaltsstoffe sind vorzugsweise Phosphonate, die üblicherweise in fertigen
Mitteln in Mengen von 0,1 bis normalerweise nicht mehr als 2,5 Gew.-% eingesetzt werden.
Ihr Gehalt in den erfindungsgemäßen Additiven beträgt hingegen vorzugsweise mehr als
1 Gew.-% und insbesondere 1,5 bis 5 Gew.-%.
[0036] Falls gewünscht, können die Additive auch mit Farb- und Duftstoffen ausgerüstet werden,
die dann jedoch üblicherweise in flüssiger Form aufgebracht werden.
[0037] Als Enzyme kommen insbesondere solche aus der Klasse der Hydrolasen, wie der Proteasen,
Esterasen, Lipasen bzw. lipolytisch wirkenden Enzyme, Amylasen, Cellulasen bzw. andere
Glykosylhydrolasen und Gemische der genannten Enzyme in Frage. Alle diese Hydrolasen
tragen in der Wäsche zur Entfernung von Verfleckungen, wie protein-, fett- oder stärkehaltigen
Verfleckungen, und Vergrauungen bei. Cellulasen und andere Glykosylhydrolasen können
durch das Entfernen von Pilling und Mikrofibrillen zur Farberhaltung und zur Erhöhung
der Weichheit des Textils beitragen. Zur Bleiche bzw. zur Hemmung der Farbübertragung
können auch Oxidoreduktasen eingesetzt werden.
[0038] Besonders gut geeignet sind aus Bakterienstämmen oder Pilzen, wie Bacillus subtilis,
Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus und Humicola insolens gewonnene enzymatische
Wirkstoffe. Vorzugsweise werden Proteasen vom Subtilisin-Typ und insbesondere Proteasen,
die aus Bacillus lentus gewonnen werden, eingesetzt. Dabei sind Enzymmischungen, beispielsweise
aus Protease und Amylase oder Protease und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen
oder Protease und Cellulase oder aus Cellulase und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden
Enzymen oder aus Protease, Amylase und Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen oder
Protease, Lipase bzw. lipolytisch wirkenden Enzymen und Cellulase, insbesondere jedoch
Protease- und/oder Lipase-haltige Mischungen bzw. Mischungen mit lipolytisch wirkenden
Enzymen von besonderem Interesse. Beispiele für derartige lipolytisch wirkende Enzyme
sind die bekannten Cutinasen. Auch Peroxidasen oder Oxidasen haben sich in einigen
Fällen als geeignet erwiesen. Zu den geeigneten Amylasen zählen insbesondere α-Amylasen,
Iso-Amylasen, Pullulanasen und Pektinasen. Als Cellulasen werden vorzugsweise Cellobiohydrolasen,
Endoglucanasen und β-Glucosidasen, die auch Cellobiasen genannt werden, bzw. Mischungen
aus diesen eingesetzt. Da sich die verschiedenen Cellulase-Typen durch ihre CMCase-
und Avicelase-Aktivitäten unterscheiden, können durch gezielte Mischungen der Cellulasen
die gewünschten Aktivitäten eingestellt werden.
[0039] Die Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet
sein, um sie gegen vorzeitige Zersetzung zu schützen. Falls Enzyme in den erfindungsgemäßen
Additiven eingesetzt werden, beträgt der Anteil der Enzyme, Enzymmischungen oder Enzymgranulate
vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%, insbesondere 8 bis 20 Gew.-%.
[0040] Das Schüttgewicht der erfindungsgemäßen Additive liegt vorzugsweise in einem Bereich
zwischen 550 und 1000 g/l. Insbesondere ist es bevorzugt, daß das Schüttgewicht des
erfindungsgemäßen Additivs nicht mehr als ± 150 g/l, vorteilhafterweise nicht mehr
als 100 g/l von dem Schüttgewicht des Basisgranulats oder der Basisgranulate abweicht.
[0041] Die Additive liegen üblicherweise in granularer Form vor. Die Teilchengrößenverteilung
kann dabei - wie bei Granulaten üblich - ein breites Spektrum abdecken. Es hat sich
jedoch gezeigt und dies ist ein besonderer Vorteil der Erfindung, daß die Teilchengrößenverteilung
abhängig ist von der Art und der Menge der vorkonfektionierten Rohstoffe. Je gröber
bereits die eingesetzten vorkonfektionierten Rohstoffe sind, desto mehr wird die Teilchengrößenverteilung
in den höheren Bereich verschoben sein; der zumeist unerwünschte Feinkornanteil wird
dementsprechend verringert. Auch das Spektrum der Teilchengrößenverteilung kann durch
den Einsatz vorkonfektionierter Inhaltsstoffe beeinflußt werden. Hierdurch kann nicht
nur die Ästhetik des fertigen Mittels wesentlich verbessert werden; wenn das Spektrum
der Teilchengröße der Additive dem Spektrum der Teilchengröße der Basisgranulate angepaßt
wird, läßt sich dadurch auch die Entmischungstendenz im fertigen Mittel erheblich
verringern.
[0042] Ein weiteres besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel besteht darin, daß die erfindungsgemäßen
Additive zu höchstens 20 Flächen-%, insbesondere zu höchstens 10 Flächen-%, von der
Kugelform abweichen, wobei die Abweichung mit der Methode der Schattenrißprojektion
gemessen wird. Diese Meßmethode läßt sich beispielsweise mit dem "Teilchengrößezählgerät
3" der Firma Zeiss durchführen. Die Abweichung von der Kugelform wird hier dadurch
bestimmt, welcher prozentuale Anteil der Fläche außerhalb eines Kreises mit der gleichen
Gesamtfläche wie das projizierte Bild des Granulates liegt.
[0043] In einer Ausführungsform der Erfindung enthält das Additiv Aniontensid(e), vorkonfektionierten
Schauminhibitor und Bleichaktivator und/oder Bleichkatalysator. Dabei ist es insbesondere
bevorzugt, daß außer den Schauminhibitoren auch die Aniontenside und Bleichaktivatoren
bzw. Bleichkatalysatoren in vorkonfektionierter, vorzugsweise granularer Form eingesetzt
werden.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäßen
Additive dementsprechend Bleichaktivator und/oder Bleichkatalysator, Aniontenside,
vorzugsweise Alk(en)ylsulfate einschließlich der 2,3-Alkylsulfate und/oder Alkylbenzolsulfonate
(genauere Beschreibung siehe unten) sowie Schauminhibitoren, insbesondere jeweils
in vorkonfektionierter Form.
[0045] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das erfindungsgemäße
Additiv alle üblicherweise in fester Form zu einem Basisgranulat oder mehreren Basisgranulaten
zugemischten Komponenten, welche in Summe bis zu 30 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 25
Gew.-% und insbesondere mindestens 10 Gew.-% des fertigen Wasch- oder Reinigungsmittels
ausmachen.
[0046] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäßen
Additive Bleichaktivatoren sowie gegebenenfalls Bleichkatalysatoren, Aniontenside
und Schauminhibitoren in Mengen von mindestens 50 Gew.-% (bezogen auf Aktivsubstanz).
Insbesondere ist es bevorzugt, daß 70 bis 100 Gew.-% der erfindungsgemäßen Additive
aus vorkonfektierten Formen dieser genannten Rohstoffe bestehen. Als "Füllmaterialien"
können die weiteren üblicherweise zugemischten Bestandteile von Wasch- oder Reinigungsmitteln,
insbesondere soil repellents und Builder (einschließlich Alkalicarbonaten und Alkalisilikaten)
sowie Enzyme, aber auch anorganische Salze wie Natriumsulfat dienen. Der Wassergehalt
der Additive liegt vorzugsweise unter 10 Gew.-% und insbesondere unter 8 Gew.-%.
[0047] Dabei haben sich jedoch solche Ausführungsformen als besonders vorteilhaft erwiesen,
welche keine Enzyme enthalten.
[0048] Unter Basisgranulaten werden derartige Compounds verstanden, die bereits für sich
allein eingesetzt ein Waschmittel ausmachen und üblicherweise zumindest Tenside, Buildersubstanzen
sowie gegebenenfalls Peroxybleichmittel enthalten. Diese Inhaltsstoffe müssen nicht
in einem einzigen Basisgranulat enthalten sein, sondern können auch auf verschiedene
Compounds verteilt vorliegen. Eine detaillierte Auflistung der vorzugsweise eingesetzten
Inhaltsstoffe in den Basisgranulaten erfolgt später.
[0049] Vorzugsweise stellt man das erfindungsgemäße Additiv durch diskontinuierliches oder
kontinuierliches Granulieren seiner Inhaltsstoffe her, wobei man letztere in einem
Mischer/Granulator unter Zugabe einer geringen Menge an Granulierflüssigkeit zu einem
gegebenenfalls feuchten Granulat verarbeitet, dieses - falls Kugelform bzw. Perlenform
erwünscht sind - in einem Verrunder kompaktieren und verrunden kann und gegebenenfalls
anschließend, insbesondere in einer Wirbelschicht, trocknet.
[0050] Als Mischer/Granulator können bekannte Apparate, zum Beispiel Granulatoren der Firma
Gebrüder Lödige, Paderborn eingesetzt werden. Zum Kompaktieren und Verrunden geeignete
Apparate sind ebenfalls bekannt. Ein Beispiel stellt der unter dem Namen "Marumerizer
(R)" bekannte Verrunder dar. Die Funktionsweise und der Aufbau dieses Apparats sind in
der GB-PS 1 517 713 beschrieben. Auch bekannte Rondierteller bzw. Rondierscheiben
können zum Verrunden verwendet werden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung findet ein rotierender Wirbelschichtgranulator, wie er beispielsweise
in Pietsch, "Size Enlargement by Agglomeration", John Wiley & Sons, 1990, S. 451 beschrieben
wird, Anwendung.
[0051] Als Granulierhilfsmittel kann eine Vielzahl von Verbindungen eingesetzt werden. So
können Verbindungen aus der Klasse der wasserlöslichen Celluloseether, Stärke und
Stärkeether verwendet werden. Bevorzugt ist hier Carboxymethylcellulose, insbesondere
Natriumcarboxymethylcellulose. Als Granulierhilfsmittel können außerdem auch Zusatzstoffe
wie oxidationsstabile Komplexbildner und Stabilisatoren für Perverbindungen und/oder
weitere Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln zugemischt bzw. über die wäßrige
Granulierflüssigkeit eingebracht werden. Beispiele hierfür sind Salze von Polyphosphonsäuren,
wie 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat, Ethylendiamin-tetramethylenphosphonat und Diethylentriamin-pentamethylenphosphonat,
jeweils in Form des Natriumsalzes. Weitere bekannte und geeignete Zusätze in der Granulierflüssigkeit
sind Talgalkoholsulfate und ethoxylierte Talgalkoholsulfate (mit bis zu 100 EO), Stärkephosphate,
Seifen und bekannte Emulgierhilfsmittel.
[0052] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als Granulierhilfsmittel
eine wäßrige Lösung von (co-)polymeren Polycarboxylaten eingesetzt, wie sie bereits
oben beschrieben wurden. Insbesondere haben sich Copolymere der Acrylsäure und der
Maleinsäure sowie biologisch abbaubare Polymere aus mehr als 2 Monomereinheiten als
geeignet erwiesen.
[0053] Ebenso können auch wäßrige Lösungen von insbesondere anorganischen Salzen, vorteilhafterweise
wäßrige Alkalisilikatlösungen, vorzugsweise Natriumsilikatlösungen, wobei Silikate
mit einem Na
2O:SiO
2-Verhältnis von etwa 1:2 bis 1:3, insbesondere bis 1:2,6, eingesetzt werden. In der
Tat haben sich wäßrige Polymerlösungen der oben beschriebenen Art und wäßrige Alkalisilikatlösungen
als Granulierhilfsmittel besonders bewährt.
[0054] Vorteilhafterweise ist die Menge an wasserhaltigem Granulierhilfsmittel so bemessen,
daß im Anschluß an die Granulierung keine Trocknung erforderlich ist. Wasserhaltige
Granulierhilfsmittel werden in diesen Fällen insbesondere nicht in Mengen oberhalb
5 Gew.-% eingesetzt, wobei Mengen zwischen 0,1 und 2,5 Gew.-% besonders bevorzugt
sind. Dabei sind die Mengenangaben bezogen auf die Gesamtmenge des gegebenenfalls
feuchten und nicht getrockneten Granulats. Falls eine Trocknung nachgeschaltet wird,
kann der Gehalt an wäßriger Granulierflüssigkeit auch mehr als 10 Gew.-Teile, bezogen
auf 100 Gew.-Teile zu granulierende Feststoffmischung, betragen. Es werden dann aber
üblicherweise nicht mehr als 15 Gew.-Teile wäßriger Granulierflüssigkeit eingesetzt,
wobei Werte zwischen 8 und 12 Gew.-Teilen besonders vorteilhaft sein können.
[0055] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Granulierung
wasserfrei, also mit wasserfreien Granulierhilfsmitteln durchgeführt. Insbesondere
geeignet sind die bei der Verarbeitungstemperatur flüssigen nichtionischen Tenside
(detaillierte Auflistung siehe unten), vor allem ethoxylierte (Fett-)Alkohole mit
einem Schmelzpunkt unterhalb von 40 °C, aber auch Polyethylenglykole mit Molekulargewichten
zwischen 200 und 100 000, wobei letztere vorteilhafterweise in Kombination mit Niotensiden
oder in wäßriger Lösung/Dispersion eingesetzt werden.
[0056] Zum Erreichen vorteilhafter Oberflächeneffekte, z. B. der Ausbildung einer besonders
effektiven Sperrschicht gegen migrierendes Wasser und/oder einer Erhöhung des Weißgrades,
können die oben genannten Zusatzstoffe, insbesondere eine wäßrige Lösung eines Granulierhilfsmittels,
oder andere Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln beim Verrunden der feuchten
Granulate gleichzeitig zugegeben, z. B. eingedüst werden. In einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung wird aber in dieser Verfahrensstufe keine Flüssigkeit zugegeben. Die
Oberfläche der Granulate kann außerdem mit feinteiligen bis staubförmigen Anteilen
behandelt werden, wodurch das Rieselverhalten der Granulate weiter verbessert werden
kann. Mittel für die Oberflächenbehandlung sind beispielsweise Aluminosilikate wie
amorpher und/oder kristalliner Zeolith und/oder Calciumstearat und/oder Kieselsäuren.
[0057] Vorzugsweise siebt man - gegebenenfalls nach dem Trocknen - die Fein- und/oder Grobanteile
ab und führt sie nach einem Zerkleinern der Grobanteile zur Granulierung zurück.
[0058] Durch das Vermischen von einem Basisgranulat oder mehreren Basisgranulaten gemäß
obiger Definition mit dem erfindungsgemäßen Additiv wird ein Wasch- oder Reinigungsmittel
erhalten, in dem die Zumischkomponenten gleichmäßig verteilt sind und gleichmäßig
verteilt bleiben und das ein optisch gleichmäßiges Aussehen hat und außerdem auch
ein erhöhtes Schüttgewicht aufweisen kann. Unter einem erhöhten Schüttgewicht wird
hier verstanden, daß das Schüttgewicht des erfindungsgemäßen Mittels höher ist als
das eines Mittels mit gleicher Zusammensetzung und gleichem(n) Basisgranulat(en),
bei dem aber die Zumischkomponenten nicht in compoundierter Form zugegeben werden.
[0059] Die Basisgranulate enthalten insbesondere Tenside, vor allem Aniontenside, Niotenside,
gegebenenfalls auch Kationtenside, Amphotenside und/oder zwitterionische Tenside,
außerdem Buildersubstanzen, Peroxybleichmittel.
[0060] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden 60 bis 90 Gew.-% eines
Basisgranulats mit 10 bis 40 Gew-% eines erfindungsgemäßen Additivs aufbereitet, wobei
es insbesondere bevorzugt ist, daß zu diesen beiden Komponenten nicht mehr als 10
Gew.-%, vorteilhafterweise weniger als 5 Gew.-% weitere Bestandteile, vor allem Enzyme,
zugemischt werden. Als besonders vorteilhaft haben sich dabei Ausführungsformen erwiesen,
in denen die Basisgranulate in extrudierter Form vorliegen und ein Teil der Aniontenside
gemäß der Lehre der deutschen Anmeldung DE-A-195 19 139 nun über die erfindungsgemäßen
Additive zugemischt werden.
[0061] Es folgt nun eine Auflistung von Inhaltsstoffen der fertigen Wasch- oder Reinigungsmittel,
wobei diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
[0062] Als anionische Tenside werden beispielsweise solche vom Typ der Sulfonate und Sulfate
eingesetzt.
[0063] Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen vorzugsweise C
9-C
13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C
12-C
18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält, in Betracht.
[0064] Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-C
18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse bzw. Neutralisation gewonnen werden.
[0065] Geeignet sind auch die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), z.B. die α-sulfonierten
Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren.
[0066] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester, welche Mono-,
Di- und Triester sowie deren Gemische darstellen, wie sie bei der Herstellung durch
Veresterung durch ein Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder bei der Umesterung
von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Die Sulfierprodukte
stellen ein komplexes Gemisch dar, das Mono-, Di- und Triglyceridsulfonate mit α-ständiger
und/oder innenständiger Sulfonsäuregruppierung enthält. Als Nebenprodukte bilden sich
sulfonierte Fettsäuresalze, Glyceridsulfate, Glycerinsulfate, Glycerin und Seifen.
Geht man bei der Sulfierung von gesättigten Fettsäuren oder gehärteten Fettsäureglycerinestergemischen
aus, so kann der Anteil der α-sulfonierten Fettsäure-Disalze je nach Verfahrensführung
durchaus bis etwa 60 Gew.-% betragen.
[0067] Bevorzugte Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch
als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden und die Monoester
und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen
und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten C
8- bis C
18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0068] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-C
18-Fettalkohole beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-C
20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlänge bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate insbesondere bevorzugt. Dabei kann es auch von besonderem Vorteil
und insbesondere für maschinelle Waschmittel von Vorteil sein, C
16-C
18-Alk(en)ylsulfate in Kombination mit niedriger schmelzenden Aniontensiden und insbesondere
mit solchen Aniontensiden, die einen niedrigeren Krafft-Punkt aufweisen und bei relativ
niedrigen Waschtemperaturen von beispielsweise Raumtemperatur bis 40 °C eine geringe
Kristallisationsneigung zeigen, einzusetzen. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung enthalten die Mittel daher Mischungen aus kurzkettigen und langkettigen
Fettalkylsulfaten, vorzugsweise Mischungen aus C
12-C
14-Fettalkylsulfaten oder C
12-C
18-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten und insbesondere C
12-C
16-Fettalkylsulfaten mit C
16-C
18-Fettalkylsulfaten. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
jedoch nicht nur gesättigte Alkylsulfate, sondern auch ungesättigte Alkenylsulfate
mit einer Alkenylkettenlänge von vorzugsweise C
16 bis C
22 eingesetzt. Dabei sind insbesondere Mischungen aus gesättigten, überwiegend aus C
16 bestehenden sulfierten Fettalkoholen und ungesättigten, überwiegend aus C
18 bestehenden sulfierten Fettalkoholen bevorzugt, beispielsweise solche, die sich von
festen oder flüssigen Fettalkoholmischungen des Typs HD-Ocenol
(R) (Handelsprodukt des Anmelders) ableiten. Dabei sind Gewichtsverhältnisse von Alkylsulfaten
zu Alkenylsulfaten von 10:1 bis 1:2 und insbesondere von etwa 5:1 bis 1:1 bevorzugt.
Eine bevorzugte Verwendung finden Gemische, in denen der Anteil der Alkylreste zu
15 bis 40 Gew.-% auf C
12, zu 5 bis 15 Gew.-% auf C
14, zu 15 bis 25 Gew.-% auf C
16, zu 30 bis 60 Gew.-% auf C
18, und unter 1 Gew.-% auf C
10 verteilt sind.
[0069] Der Gehalt der Waschmittel an Alk(en)ylsulfaten insgesamt beträgt vorzugsweise 15
bis 25 Gew.-%.
[0070] Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den US-Patentschriften 3,234,258
oder 5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil Company unter
dem Namen DAN
(R) erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0071] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet. Sie werden in Waschmitteln aufgrund ihres
hohen Schaumverhaltens nur in relativ geringen Mengen, beispielsweise in Mengen von
1 bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
[0072] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen, vorzugsweise in Mengen
von 0,2 bis 5 Gew.-%, in Betracht. Geeignet sind insbesondere gesättigte Fettsäureseifen,
wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierten
Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, z.B. Kokos-,
Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0073] Die anionischen Tenside können in Form ihrer Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze
sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-, Di- oder Triethanolamin, vorliegen.
Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze,
insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0074] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-C
11-Alkohole mit 7 EO, C
13-C
15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-C
18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 EO und C
12-C
18-Alkohol mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind (Talg-)
Fettalkohole mit 14 EO, 16 EO, 20 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO.
[0075] Außerdem können als weitere nichtionische Tenside auch Alkylglykoside der allgemeinen
Formel RO(G)
X eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G das Symbol ist, das für eine Glykoseeinheit mit
5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der
die Verteilung von Monoglykosiden und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl
zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt x bei 1,2 bis 1,4.
[0076] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden,
insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen und/oder Alkylglykosiden, eingesetzt
werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte und propoxylierte
Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette,
insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der japanischen Patentanmeldung
JP 58/217598 beschrieben sind oder die vorzugsweise nach dem in der internationalen
Patentanmeldung WO-A-90/13533 beschriebenen Verfahren hergestellt werden. Besonders
bevorzugt sind C
12-C
18-Fettsäuremethylester mit durchschnittlich 3 bis 15 EO, insbesondere mit durchschnittlich
5 bis 12 EO.
[0077] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0078] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),

in der R
2CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
3 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Vorzugsweise leiten sich die Polyhydroxyfettsäureamide
von reduzierenden Zuckern mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere von der Glucose
ab.
[0079] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel (II),

in der R
3 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen,
R
4 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
5 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-C
4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind, und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest,
dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder alkoxylierte,
vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes steht. [Z] wird
auch hier vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines Zuckers wie Glucose, Fructose,
Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose erhalten. Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten
Verbindungen können dann beispielsweise nach der Lehre der internationalen Patentanmeldung
WO-A-95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids
als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0080] Als weitere Tenside kommen sogenannte Gemini-Tenside in Betracht. Hierunter werden
im allgemeinen solche Verbindungen verstanden, die zwei hydrophile Gruppen und zwei
hydrophobe Gruppen pro Molekül besitzen. Diese Gruppen sind in der Regel durch einen
sogenannten "Spacer" voneinander getrennt. Dieser Spacer ist in der Regel eine Kohlenstoffkette,
die lang genug sein sollte, daß die hydrophilen Gruppen einen ausreichenden Abstand
haben, damit sie unabhängig voneinander agieren können. Derartige Tenside zeichnen
sich im allgemeinen durch eine ungewöhnlich geringe kritische Micellkonzentration
und die Fähigkeit, die Oberflächenspannung des Wassers stark zu reduzieren, aus. In
Ausnahmefällen werden jedoch unter dem Ausdruck Gemini-Tenside nicht nur dimere, sondern
auch trimere Tenside verstanden.
[0081] Geeignete Gemini-Tenside sind beispielsweise sulfatierte Hydroxymischether gemäß
der deutschen Patentanmeldung DE-A-43 21 022 oder Dimeralkohol-bis- und Trimeralkohol-tris-sulfate
und -ethersulfate gemäß der älteren deutschen Patentanmeldung P 195 03 061.3. Endgruppenverschlossene
dimere und trimere Mischether gemäß der älteren deutschen Patentanmeldung P 195 13
391.9 zeichnen sich insbesondere durch ihre Bi- und Multifunktionalität aus. So besitzen
die genannten endgruppenverschlossenen Tenside gute Netzeigenschaften und sind dabei
schaumarm, so daß sie sich insbesondere für den Einsatz in maschinellen Wasch- oder
Reinigungsverfahren eignen.
[0082] Eingesetzt werden können aber auch Gemini-Polyhydroxyfettsäureamide oder Poly-Polyhydroxyfettsäureamide,
wie sie in den internationalen Patentanmeldungen WO-A-95/19953, WO-A-95/19954 und
W095-A-/19955 beschrieben werden.
[0083] Als Buildersubstanzen, insbesondere anorganischer Natur, werden in den Basisgranulaten
vorzugsweise Zeolithe und/oder Silikate, gegebenenfalls aber auch "und/oder" übliche
Phosphate, vor allem Tripolyphosphate. Letztere führen vor allem schon in Mengen bis
zu 10 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel, zu signifikanten Verbesserungen in der
Waschleistung, wenn sie in Kombination mit Zeolith und/oder Silikaten eingesetzt werden.
[0084] Der eingesetzte feinkristalline, synthetische und gebundenes Wasser enthaltende Zeolith
ist vorzugsweise Zeolith A und/oder P. Als Zeolith P werden Zeolith MAP
(R) (Handelsprodukt der Firma Crosfield) und Zeolith NaP (Handelsprodukt der Firma Degussa)
besonders bevorzugt. Geeignet sind jedoch auch Zeolith X sowie Mischungen aus A, X
und/oder P. Der Zeolith kann als sprühgetrocknetes Pulver oder auch als ungetrocknete,
von ihrer Herstellung noch feuchte, stabilisierte Suspension zum Einsatz kommen. Für
den Fall, daß der Zeolith als Suspension eingesetzt wird, kann diese geringe Zusätze
an nichtionischen Tensiden als Stabilisatoren enthalten, beispielsweise 1 bis 3 Gew.-%,
bezogen auf Zeolith, an ethoxylierten C
12-C
18-Fettalkoholen mit 2 bis 5 Ethylenoxidgruppen, C
12-C
14-Fettalkoholen mit 4 bis 5 Ethylenoxidgruppen oder ethoxylierten Isotridecanolen.
Geeignete Zeolithe weisen eine mittlere Teilchengröße von weniger als 10 um (Volumenverteilung;
Meßmethode: Coulter Counter) auf und enthalten vorzugsweise 18 bis 22 Gew.-%, insbesondere
20 bis 22 Gew.-% an gebundenem Wasser.
[0085] Geeignete Substitute bzw. Teilsubstitute für Phosphate und Zeolithe sind kristalline,
schichtförmige Natriumsilikate der allgemeinen Formel NaMSi
xO
2x+1·yH
2O, wobei M Natrium oder Wasserstoff bedeutet, x eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine
Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Derartige kristalline
Schichtsilikate werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 164
514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate der angegebenen Formel sind
solche, in denen M für Natrium steht und x die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere
sind sowohl β- als auch δ-Natriumdisilikate Na
2Si
2O
5·yH
2O bevorzugt.
[0086] Zu den bevorzugten Buildersubstanzen gehören auch amorphe Natriumsilikate mit einem
Modul Na
2O : SiO
2 von 1:2 bis 1:3,3, vorzugsweise von 1:2 bis 1:2,8 und insbesondere von 1:2 bis 1:2,6,
welche löseverzögert sind und Sekundärwascheigenschaften aufweisen. Die Löseverzögerung
gegenüber herkömmlichen amorphen Natriumsilikaten kann dabei auf verschiedene Weise,
beispielsweise durch Oberflächenbehandlung, Compoundierung, Kompaktierung/Verdichtung
oder durch Übertrocknung hervorgerufen worden sein. Im Rahmen dieser Erfindung wird
unter dem Begriff "amorph" auch "röntgenamorph" verstanden. Dies heißt, daß die Silikate
bei Röntgenbeugungsexperimenten keine scharfen Röntgen reflexe liefern, wie sie für
kristalline Substanzen typisch sind, sondern allenfalls ein oder mehrere Maxima der
gestreuten Röntgenstrahlung, die eine Breite von mehreren Gradeinheiten des Beugungswinkels
aufweisen. Es kann jedoch sehr wohl sogar zu besonders guten Buildereigenschaften
führen, wenn die Silikatpartikel bei Elektronenbeugungsexperimenten verwaschene oder
sogar scharfe Beugungsmaxima liefern. Dies ist so zu interpretieren, daß die Produkte
mikrokristalline Bereiche der Größe 10 bis einige Hundert nm aufweisen, wobei Werte
bis max. 50 nm und insbesondere bis max. 20 nm bevorzugt sind. Derartige sogenannte
röntgenamorphe Silikate, welche ebenfalls eine Löseverzögerung gegenüber den herkömmlichen
Wassergläsern aufweisen, werden beispielsweise in der deutschen Patentanmeldung DE-A-
44 00 024 beschrieben. Insbesondere bevorzugt sind verdichtete/kompaktierte amorphe
Silikate, compoundierte amorphe Silikate und übertrocknete röntgenamorphe Silikate.
[0087] Selbstverständlich können auch die bereits obengenannten organischen Buildersubstanzen
- zumindest zum Teil - in den Basisgranulaten enthalten sein.
[0088] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborattetrahydrat und das Natriumperboratmonohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Der Gehalt der Mittel an Bleichmitteln
beträgt vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-% und insbesondere 10 bis 20 Gew.-%, wobei vorteilhafterweise
Perboratmonohydrat oder Percarbonat eingesetzt wird.
[0089] In Betracht kommende Bleichaktivatoren und Bleichkatalysatoren wurden bereits oben
ausführlich beschrieben.
[0090] Weitere geeignete Inhaltsstoffe der Mittel sind wasserlösliche anorganische Salze
wie Bicarbonate, Carbonate, amorphe Silikate oder Mischungen aus diesen; insbesondere
werden Alkalicarbonat und amorphes Alkalisilikat, vor allem Natriumsilikat mit einem
molaren Verhältnis Na
2O : SiO
2 von 1:1 bis 1:4,5, vorzugsweise von 1:2 bis 1:3,5, eingesetzt. Der Gehalt der Mittel
an Natriumcarbonat beträgt dabei vorzugsweise bis zu 20 Gew.-%, vorteilhafterweise
zwischen 5 und 15 Gew.-%. Der Gehalt der Mittel an normalem Natriumsilikat (Wasserglas)
beträgt im allgemeinen bis zu 10 Gew.-% und vorzugsweise zwischen 2 und 8 Gew.-%.
[0091] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Faser abgelösten Schmutz in
der Flotte suspendiert zu halten und so das Wiederaufziehen des Schmutzes zu verhindern.
Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise
die wasserlöslichen Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren
oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern
der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide
sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich lösliche Stärkepräparate und
andere als die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, z.B. abgebaute Stärke, Aldehydstärken
usw.. Auch Polyvinylpyrrolidon ist brauchbar. Bevorzugt werden jedoch Celluloseether,
wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische, sowie Polyvinylpyrrolidon beispielsweise in Mengen von 0,1 bis
5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, eingesetzt.
[0092] Die Mittel können als optische Aufheller Derivate der Diaminostilbendisutfonsäure
bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten. Geeignet sind z. B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, z.B. die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
Aufheller können verwendet werden.
[0093] Die Basisgranulate können nach jedem der bekannten Verfahren wie Sprühtrocknung,
Granulierung, Kompaktierung (Walzenkompaktierung, Pelletierung, Extrusion) hergestellt
werden. Ist ein sprühgetrocknetes Basisgranulat vorhanden, dann wird dieses mit einem
anderweitig hergestellten weiteren Basisgranulat, welches das Peroxybleichmittel enthält,
vermischt. Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel
aber keine Basisgranulate, welche durch Sprühtrocknung hergestellt wurden. In einer
besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht das Wasch- oder Reinigungsmittel
aus einem Basisgranulat und einem zugemischten erfindungsgemäßen Additiv.
[0094] Zur Herstellung der Basisgranulate ist es auch möglich, die Granulierung in sogenannten
Granulatoren durchzuführen, die aus Mischem mit in einem Gehäuse umlaufenden Mischwerkzeugen
bestehen können, wobei jedoch auch andere technische Ausführungen von Granulatoren
möglich und denkbar sind. Ein Verfahren dieser Art wird beispielsweise in der WO 93/23523
A1 beschrieben.
[0095] Schließlich können die Basisgranulate auch durch Extrusion eines Vorgemisches mit
nachfolgender Formgebung hergestellt werden, wie es zum Beispiel in der WO-A-91/02047
näher ausgeführt ist.
[0096] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden daher nahezu kugelförmige
Basisgranulate, insbesondere extrudierte Basisgranulate, mit nahezu kugelförmigen,
verrundeten oder verrundend hergestellten Additiven zu einem schweren granularen Wasch-
oder Reinigungsmittel mit Schüttgewichten von vorzugsweise oberhalb 700 g/l vermischt.
Beispiele
[0097] Es wurden 2 Waschmittel mit derselben Zusammensetzung hergestellt, wobei in beiden
Mitteln als Basisgranulat ein gemäß der Lehre des europäischen Patents EP-B-0 486
592 hergestelltes Extrudat, enthaltend Aniontenside, geringe Mengen nichtionische
Tenside, anorganische und organische Buildersubstanzen sowie Perboratmonohydrat, eingesetzt
wurde.
[0098] Im (Vergleichs-)Beispiel 1 wurden zu 73,56 Gew.-% dieses Basisextrudats und 2 Gew.-%
eines Enzymgranulats aus Protease, Lipase und Cellulase folgende Komponenten in der
Aufbereitung zugemischt:
a) 10,6 Gew.-% Granulat aus 75 Gew.-% der Natriumsalze von Kokosfettalkoholsulfat
und Talgfettalkoholsulfat im Gewichtsverhältnis 1:1, 17 Gew.-% Natriumsulfat, 3 Gew.-%
Natriumcarbonat, Rest unsulfierte Anteile und Wasser; hergestellt durch Granulierung
und gleichzeitige Trocknung in der Wirbelschicht,
b) 7,82 Gew.-% Bleichaktivator-Granulat (TAED) verrundet,
c) 4,26 Gew.-% Schauminhibitor-Granulat auf Basis Silikonöl und Paraffinöl,
d) 0,63 Gew.-% Sokalan CP5® (Copolymeres der Firma BASF) und
e) 1,13 Gew-% Repelotex® SRP 4 (Handelsprodukt der Firma Rhöne-Poulenc).
[0099] Das (Vergleichs-)Mittel 1 wies ein Schüttgewicht von etwa 750 g/l auf. Die Siebanalyse
(Siebe 0,8 mm und 0,4 mm) ergab, daß 74 Gew.-% auf dem Sieb 0,8 mm und 26 Gew.-% auf
dem Sieb 0,4 mm lagen. Im eingesetzten Basisextrudat betrug die Fraktion auf dem 0,4
mm-Sieb nur 10 Gew.-%; durch die Aufmischung wurden diese feineren Anteile also mehr
als verdoppelt!
[0100] Im erfindungsgemäßen Beispiel 2 wurde aus den zugemischten Bestandteilen a) bis e)
in einem Mischer/Granulator ein Additiv hergestellt, wobei das Polymer nicht als Feststoff,
sondern als Granulierflüssigkeit in Form einer 30 Gew.-%ige Lösung des Sokalan CP5®
eingesetzt wurde. Das Additiv wurde anschließend getrocknet und wies nach dem Trocknen
folgende Bestandteile und Eigenschaften auf:
a) 43,41 Gew.-% Granulat aus 75 Gew.-% der Natriumsalze von Kokosfettalkoholsulfat
und Talgfettalkoholsulfat im Gewichtsverhältnis 1:1, 17 Gew.-% Natriumsulfat, 3 Gew.-%
Natriumcarbonat, Rest unsulfierte Anteile und Wasser; hergestellt durch Granulierung
und gleichzeitige Trocknung in der Wirbelschicht,
b) 32 Gew.-% Bleichaktivator-Granulat (TAED), verrundet,
c) 17,34 Gew.-% Schauminhibitor-Granulat auf Basis Silikonöl und Paraffinöl,
d) 2,6 Gew.-% Sokalan CP5® (Copolymeres der Firma BASF) und
e) 4,65 Gew-% Repelotex® SRP 4 (Handelsprodukt der Firma Rhöne-Poulenc
[0101] Wie im Vergleichsbeispiel 1 wurde nun das Additiv mit dem Basisgranulat vermischt.
[0102] Das erfindungsgemäße Mittel 2 wies nur eine vernachlässigbar geringe Erniedrigung
des Schüttgewichts auf 740 g/l bis etwa 750 g/l auf. Die Siebanalyse (Siebe 0,8 mm
und 0,4 mm) ergab, daß 85 Gew.-% auf dem Sieb 0,8 mm und lediglich 15 Gew.-% auf dem
Sieb 0,4 mm lagen. Im eingesetzten Basisextrudat betrug die Fraktion auf dem 0,4 mm-Sieb
wiederum 10 Gew.-%; durch die Granulierung wurden also die feineren Anteile gegenüber
Mittel 1 vermindert, die Ästhetik des Produkts dementsprechend erheblich verbessert.
Das erfindungsgemäße Mittel 2 wies außerdem einen höheren Weißgrad auf (gemessen nach
Berger und nach Ganz) als das (Vergleichs-)Mittel 1. Überraschenderweise besaß das
erfindungsgemäße Mittel 2 auch eine verbesserte Lösegeschwindigkeit nach 1,5 Minuten
im Vergleich mit der Lösegeschwindigkeit des (Vergleichs-)Mittels 1.
[0103] Das erfindungsgemäße Mittel 2 zeigte außerdem eine wesentlich geringere Entmischung
als das (Vergleichs-) Mittel 1. Dies wurde wie folgt untersucht: Jeweils 3 abgefüllte
1,5 kg-Pakete wurden mit Meßlöffeln geleert, wobei jede Probe 100 g betrug. Von den
jeweils 15 Proben eines Pakets wurde jede dritte Probe auf Aniontensidgehalt (AT),
Perboratmonohydratgehalt (PBMH) und Bleichaktivatorgehalt (TAED) hin analysiert. Die
erhaltenen Werte (angegeben jeweils in Gew.-%) zeigen eindeutig, daß durch den Einsatz
des erfindungsgemäßen Additivs eine wesentlich bessere Homogenität im Paket erreicht
werden konnte.
| |
(Vergleichs-)Mittel 1 |
Mittel 2 |
| |
AT |
PBMH |
TAED |
AT |
PBMH |
TAED |
| Mittelwert der Pakete |
14,5-15,2 |
10,0-11,7 |
7,1-7,8 |
14,5-15,1 |
10,4-11,2 |
7,1-7,6 |
| minimaler Wert |
11,4 |
7,3 |
5,4 |
14,1 |
10,1 |
6,8 |
| maximaler Wert |
16,9 |
13,0 |
8,9 |
15,9 |
10,8 |
8,0 |