[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schubladenzarge oder Schubladenschiene aus Metall
mit einem horizontalen Auflagesteg für eine Bodenplatte aus einem Holzmaterial oder
Kunststoff, wobei aus dem horizontalen Auflagesteg mehrere Lappen ausgestanzt sind,
die in der Längsrichtung des Auflagesteges ausgerichtet sind und die nach oben gerichtete
Krallen aufweisen-
[0002] Aus der EP 0 429 428 A2 ist eine metallische Schubladenzarge bekannt, die einen Auflagesteg
für eine Blodenplatte aufweist, aus dem mit seitlichen Zacken versehene Lappen ausgebogen
sind. Die Lappen ragen in Montagelage in eine an der Unterseite der Bodenplatt vorgesehene
Nut, die parallel zur Schubladenzarge ausgerichtet ist. Aus dem deutschen Gebrauchsmuster
93 03 903 ist eine Schublade mit metallischen Schubladenzargen bekannt, die wiederum
je einen Auflagesteg für eine Bodenplatte aufweisen. Aus den Auflagestegen sind Lappen
ausgestanzt, die an ihren freien Enden nach oben gerichtete Krallen aufweisen. In
Montagelage sind die Krallen in das Holzmaterial der Bodenplatte gedrückt.
[0003] Während bei der Ausführungsform nach der europäischen Patentschrift 0 429 428 A2
die Bodenplatte an ihrer Unterseite zwei Nuten aufweisen muß, um mit den Schubladenzargen
verbunden zu werden, darf bei der Ausführung nach dem deutschen Gebrauchsmuster 93
03 903 in der Bodenplatte keine Nut vorhanden sein, da ansonsten eine Verkrallung
mit den Lappen der Schubladenzargen nicht möglich wäre.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schubladenzarge oder Schubladenschiene zu schaffen,
die sowohl mit einer Bodenplatte mit an der Unterseite vorgesehenen Nuten als auch
mit einer Bodenplatte ohne Nuten verkrallt bzw. verbunden werden kann.
[0005] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die nach oben gerichteten Krallen
jeweils an der Seite der Lappen angeordnet und ebenfalls in der Längsrichtung des
Auflagesteges ausgerichtet sind.
[0006] Eine mit den erfindungsgemäßen Schubladenzargen bzw. Schubladenschienen versehene
Schublade ist dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Bodenplatte verkrallten Bereiche
der Lappen mit den Krallen, die in Längsrichtung der Nuten ausgerichtet sind, in einer
Seitenwand der Nuten verkrallt sind.
[0007] Die Verankerung der Bodenplatte wird in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung dadurch
verbessert, daß die Lappen an der der Kralle gegenüberliegenden Seite mit mindestens
einer seitlich auskragenden Zacke versehen sind.
[0008] Vorteilhaft ist vorgesehen, daß die Lappen aus asymmetrischen, geschlossenen Schlitzen
des Auflagesteges herausgebogen sind.
[0009] Die Verbindung zwischen den Lappen bzw. den Krallen mit der Bodenplatte wird gemäß
einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung dadurch verbessert, daß die Lappen
im Bereich der Krallen eine Knickkante aufweisen, die senkrecht zur Kralle ausgerichtet
sind.
[0010] Um ein Verschieben der Bodenplatte relativ zu den Schubladenzargen, beispielsweise
bei einer mit zu viel Schwung in den Möbelkorpus eingeschobenen Schublade, zu verhindern,
ist in einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgesehen, daß die Lappen
einen breiteren Bereich mit Schultern aufweisen, an denen weitere Krallen ausgebildet
sind. Die Lappen sind dabei derart aus dem Auflagesteg der Schubladenzarge ausgestanzt,
daß die aufeinanderfolgenden Lappen jeweils nach entgegengesetzten Richtungen weisen.
[0011] Damit die an den Schultern der breiteren Bereiche der Lappen ausgebildeten Krallen
Schubkräfte der Bodenplatte gut aufnehmen können, ist vorteilhaft vorgesehen, daß
diese Krallen schräg oder quer zur Ausrichtung der Lappen ausgebildet sind.
[0012] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden
Zeichnungen beschrieben.
Die Fig. 1 zeigt eine Stirnansicht einer Schubladenzarge und einen Vertikalschnitt
durch die Bodenplatte,
die Fig. 2 zeigt schaubildlich das vordere Ende einer Schubladenzarge,
die Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Schubladenzarge von innen gesehen,
die Fig. 4 zeigt eine Stirnansicht einer Schubladenzarge und der Bodenplatte,
die Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht des vorderen Endes der Schubladenzarge,
die Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht des vorderen Endes der Schubladenzarge bei verankerter
Bodenplatte, wobei die Bodenplatte eine Nut aufweist und im Bereich dieser Nut im
Schnitt gezeichnet ist,
die Fig. 7 zeigt ein Schaubild einer Schubladenzarge gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel,
die Fig. 8 zeigt im vergrößerten Maßstab und schaubildlich einen Lappen gemäß dem
Ausführungsbeispiel der Fig. 7,
die Fig. 9 zeigt eine Seitenansicht einer Schubladenzarge im Bereich eines Lappens,
die Fig. 10 zeigt eine Draufsicht auf eine Schubladenzarge im Bereich des Lappens
und einen Schnitt durch die Bodenplatte im Bereich der Nut, und
die Fig. 11 zeigt eine Stirnansicht einer Schubladenzarge gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 7 bis 10.
[0013] Wie aus den Figuren der Zeichnung ersichtlich, ist in einem oberen doppelwandigen
Schubladenzargenteil 1 ein unterer Zargenteil 3 eingehängt, der einen Auflagesteg
7 für eine Bodenplatte 2, 5 aufweist. In den unteren Schubladenzargenteil 3 ist die
nicht gezeigte Ausziehschiene einer Schubladenführungsgarnitur eingehängt. Der untere
Zargenteil 3 kann einstückig ausgeführt sein, aber er kann auch aus mehreren über
die Länge des oberen Schubladenzargenteiles 1 verteilten Teilstücken bestehen.
[0014] Aus dem Auflagesteg 7 sind Lappen 8 ausgestanzt, die in Längsrichtung des Auflagesteges
7 ausgerichtet sind. Die Lappen 8 befinden sich in asymmetrischen Schlitzen 9 bzw.
sind aus diesen herausgebogen. Die Schlitze 9 sind umfanggeschlossen.
[0015] Am freien Ende sind die Lappen 8 an einer Seite mit je einer nach oben gerichteten
Kralle 4 versehen, die ebenfalls in der Längsrichtung des Auflagesteges 7 bzw. der
Schubladenzarge ausgerichtet ist.
[0016] Die Lappen 8 sind im vorderen Bereich abgewinkelt und weisen eine Knickkante 14 auf,
die senkrecht zur Kralle 4 ausgerichtet ist.
[0017] Die Kralle 4 weist vorne eine steilere, kürzere Kante 10 und hinten eine längere
Kante 11 auf. Im Ausführungsbeispiel ist die vordere Kante 10 senkrecht zum Abschnitt
8 des Lappens 8, der vor der Knickkante 14 liegt, ausgerichtet.
[0018] An der der Kralle 4 gegenüberliegenden Seite ist der Lappen 8 mit Zacken 12, 13 versehen.
[0019] Weiters ist der Auflagesteg 7 mit einer längsverlaufenden Rille 15 versehen, die
durch die Schlitze 9 bzw. die Lappen 8 unterbrochen wird.
[0020] Vor der Montage des Schubladenbodens 2, 5 befinden sich die Lappen 8 mit den Krallen
4 unterhalb des Auflagesteges 7, d.h. sie sind nach unten aus dem Auflagesteg 7 herausgebogen.
Wenn die Bodenplatte 2, 5 auf den Auflagesteg 7 aufgelegt wurde, werden die Lappen
8 zur Bodenplatte 2, 5 gedrückt.
[0021] Wird eine Bodenplatte 2 ohne Nuten verwendet, dann werden die Krallen 4 und eventuell
der vordere Bereich der Lappen 8 in das Material der Bodenplatte 2, die beispielsweise
aus einer Spanplatte gefertigt ist, eingedrückt.
[0022] Diese Situation ist in den Figuren 1 und 3 gezeigt.
[0023] Wird wie in den Fig. 4 bis 6 gezeigt eine Bodenplatte 5 verwendet, die an ihrer Unterseite
Nuten 6 aufweist, so werden die Lappen 8 weiter in die Bodenplatte 5 gedrückt, wobei
die Lappen 8 in die Nut 6 und seitlich in das Material der Bodenplatte 5 ragen. Die
Krallen 4 werden in eine Seitenwand 19 der Nut 6 gedrückt und in dieser verkrallt.
Die Verankerung der Bodenplatte 5 an der Schubladenzarge bzw. am Auflagesteg 7 der
Schubladenzarge wird dabei durch die Zacken 12, 13 verbessert, die seitlich in die
Wand der Nut 6 hineinragen.
[0024] Die Lappen 8 weisen einen breiteren Bereich 16 auf, der beidseitig der Nut 6 ebenfalls
in das Holzmaterial der Bodenplatte 5 gedrückt wird. Durch die Schultern 16' des verbreiterten
Bereiches 16 wird die Bodenplatte 5 an die Abdecklippe 18 der Schubladenzarge bzw.
des oberen Schubladenzargenteiles 1 gedrückt, sodaß in der Schublade kein Spalt zwischen
der Bodenplatte 5 und der Schubladenzarge sichtbar ist.
[0025] Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 7 bis 11 sind an den Schultern 16' der breiteren
Bereiche 16 der Lappen 8 Krallen 20 ausgebildet. Die Krallen 20 sind schräg oder quer
zur Ausrichtung der Lappen ausgerichtet und ragen bei verankerter Bodenplatte 2, 5
in das Holzmaterial der Bodenplatte 2, 5. Vorzugsweise sind, wie in der Fig. 7 gezeigt,
die hintereinanderfolgenden Lappen 8 jeweils nach entgegengesetzten Richtungen ausgerichtet.
Die Krallen 20 verhindern, daß die Bodenplatten 2, 5 auf den Auflagestegen unbeabsichtigt
verschoben werden, beispielsweise wenn die Schublade mit zu viel Schwung in den Möbelkorpus
eingeschoben wird.
[0026] In der Nähe der Lappen 8 ist aus dem Auflagesteg 7 jeweils eine Delle 17 od.dgl.
ausgedrückt, die nach unten (in der Arbeitslage der Schublade) aus dem Auflagesteg
7 herausragt. Im Ausführungsbeispiel entspricht die Delle 17 einem Kegelabschnitt.
Die Dellen 17 dienen als Distanzstücke für die Schublade, sodaß, wenn die Schublade
beispielsweise zur Reinigung auf einer Tischplatte abgestellt wird, nach unten aus
dem Auflagesteg 7 herausragende Abschnitte der Lappen 8 nicht die Tischplatte zerkratzen.
1. Schubladenzarge oder Schubladenschiene aus Metall mit einem horizontalen Auflagesteg
für eine Bodenplatte aus einem Holzmaterial oder Kunststoff, wobei aus dem horizontalen
Auflagesteg mehrere Lappen ausgestanzt sind, die in der Längsrichtung des Auflagesteges
ausgerichtet sind und die nach oben gerichtete Krallen aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß die nach oben gerichteten Krallen (4) jeweils an der Seite der Lappen (8) angeordnet
und ebenfalls in der Längsrichtung des Auflagesteges (7) ausgerichtet sind.
2. Schubladenzarge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nach oben gerichteten
und in der Längsrichtung des Auflagesteges (7) ausgerichteten Krallen (4) jeweils
nur an einer Seite der Lappen (8) angeordnet sind.
3. Schubladenzarge nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Lappen (8) mit
nur einer Kralle (4) versehen ist.
4. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lappen (8) an der der Kralle (4) gegenüberliegenden Seite mit mindestens einer an
sich bekannter seitlich auskragenden Zacke (12, 13) versehen sind.
5. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lappen (8) aus asymmetrischen, geschlossenen Schlitzen (9) des Auflagesteges (7) herausgebogen
sind.
6. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lappen (8) im Bereich der Krallen (4) eine Knickkante (14) aufweisen, die senkrecht
zur Kralle (4) ausgerichtet ist.
7. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Auflagesteg (7) mit einer längsverlaufenden Rille (15) versehen ist, die durch die
Schlitze (9) bzw. die Lappen (8) unterbrochen wird.
8. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Krallen (4) vorne von einer kürzeren und steileren Kante (10) und hinten von einer
längeren Kante (11) begrenzt werden.
9. Schubladenzarge nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Kante (10)
im rechten Winkel zum vorderen Bereich (8') des Lappens (8) ausgerichtet ist.
10. Schubladenzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lappen (8) einen breiteren Bereich (16) mit Schultern (16') aufweisen, an denen weitere
Krallen (20) ausgebildet sind.
11. Schubladenzarge nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die an den Schultern
(16') der breiteren Bereiche (16) der Lappen (8) ausgebildeten Krallen (20) schräg
oder quer zur Ausrichtung der Lappen (8) ausgerichtet sind.
12. Schubladenzarge oder Schubladenschiene aus Metall mit einem horizontalen Auflagesteg
für eine Bodenplatte aus einem Holzmaterial oder Kunststoff, wobei aus dem horizontalen
Auflagesteg mehrere Lappen ausgestanzt sind, die in der Längsrichtung des Auflagesteges
ausgerichtet sind und die nach oben gerichtete Krallen aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lappen (8) hintere breitere Bereiche (16) mit Schultern (16') aufweisen und
daß die nach oben gerichteten Krallen (4) an den Spitzen der Lappen (8) und an den
Schultern (16') der breiteren Bereiche (16) der Lappen (8) ausgebildet sind.
13. Schublade mit zwei metallischen Schubladenzargen nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 12, mit einer Bodenplatte, die an der Unterseite zwei Nuten aufweist, die von
den Auflagestegen abgedeckt werden und in die die aufgebogenen Lappen ragen, dadurch
gekennzeichnet, daß die mit der Bodenplatte (5) verkrallten Bereiche der Lappen (8)
mit den Krallen (4), die in Längsrichtung der Nuten (6) ausgerichtet sind, in einer
Seitenwand (19) der Nuten (6) verkrallt sind.