[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbindung der Randbereiche eines oder mehrerer
dünnwandiger Bauteile aus plastischem Material, wie eines oder mehrerer Metallblechprofile,
insbesondere zur Herstellung eines Hohlkammerprofiles, bei welchem Verfahren die Verbindung
mittels wenigstens einer mechanischen Verzahnung erfolgt, wobei der eine Randbereich
mit wenigstens einem Zahn versehen wird und im anderen Randbereich jeweils eine zum
Umriß des Zahnes komplementäre Ausnehmung ausgebildet wird und wobei zur Verbindung
der Randbereiche jeder Zahn bezüglich seiner zugeordneten Ausnehmung ausgerichtet
und anschließend senkrecht zur Ebene der Randbereiche in dieselbe eingesetzt wird.
[0002] Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Verbindung der Randbereiche eines
oder mehrerer dünnwandiger Bauteile aus plastischem Material, wie eines oder mehrerer
Metallblechprofile, insbesondere zur Herstellung eines Hohlkammerprofiles, bei welchem
Verfahren die Verbindung mittels wenigstens einer mechanischen Verzahnung erfolgt,
wobei der eine Randbereich mit wenigstens einem Zahn versehen wird und im anderen
Randbereich jeweils eine zum Umriß des Zahnes komplementäre Ausnehmung ausgebildet
wird und wobei zur Verbindung der Randbereiche jeder Zahn bezüglich seiner zugeordneten
Ausnehmung ausgerichtet und anschließend senkrecht zur Ebene der Randbereiche in dieselbe
eingesetzt wird und die Randbereiche im Bereich der Stoßfuge zwischen jedem Zahn und
jeder Ausnehmung kaltverformt werden.
[0003] Bislang werden für Konstruktionsteile, bei denen es auf hohe Torsionssteifigkeit
ankommt, sogenannte Hohlkammerprofile verwendet, wie Formrohre aus Metall, die üblicherweise
in einem Endlosverfahren, wie Ziehen, Pressen, Stranggießen, Extrudieren od.dgl. oder
aus Bandmaterialien durch Einrollen oder Abkanten sowie anschließendes Verschweißen
oder Verkleben der Randbereiche hergestellt werden. Solche Verfahren haben den Nachteil,
daß zur Herstellung von Hohlkammerprofilen unterschiedlicher Querschnittejeweils entsprechende
Werkzeuge oder Maschinen oder eine zeitraubende Umrüstung derselben erforderlich sind.
Anderseits bestehen bei bestehenden Werkzeugen und Maschinen konstruktive Beschränkungen
bei der Wahl der Querschnitte. Dies bedeutet bei kleinen Stückzahlen einen übermäßigen
Zeit- und Arbeitsaufwand und daher geringe Wirtschafflichkeit. Meist ist auch eine
Nachbehandlung der hergestellten Erzeugnisse erforderlich, z.B. die Nachbearbeitung
von Schweißstellen, die bei der Verarbeitung vorbehandelter Materialien, wie beschichteten
Blechen, zu weiteren Problemen führt, wenn die Erzeugnisse ein ansprechendes optisches
Erscheinungsbild bieten sollen.
[0004] Weiters sind Verfahren zur Herstellung von Hohlkammerprofilen bekannt, bei denen
die Randbereiche mittels Falzen verbunden werden. Diese Verfahren weisen den Nachteil
auf, daß die Verbindung lediglich reibungsschlüssig ist und die Hohlkammerprofile
daher nur eine geringe Torsionssteifigkeit aufweisen.
[0005] Die DE 40 07 161 A1 beschreibt ein Verfahren zum Verbinden der Randbereiche zweier
plattenförmiger Bauteile in mindestens zwei Arbeitsschritten, nämlich dem formschlüssigen
Ineinanderfügen der Bauteile und einer nachfolgenden Kaltverformung zumindest eines
der Bauteile längs der Stoßfuge.
[0006] Die GB 2 244 015 A bezieht sich auf die Verbindung zweier Randbereiche, wobei eine
Kaltverformung an der Stoßfuge mit Hilfe eines Dornes und einer Walze vorgesehen ist,
um Spalten an der Stoßfuge zu schließen.
[0007] Die US 518 767 A zeigt ein Verfahren, bei dem Zähne aus der Ebene eines dünnwandigen
Bauteiles heausgebogen und anschließend in Ausnehmungen an einem weiteren Randbereich
verhakt werden.
[0008] Die DE 1 263 668 lehrt ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles, bei dem
ein Randbereich gestaucht wird, aber weder Ausnehmungen, noch in diese eingesetzte
Zähne vorgesehen sind.
[0009] In der DE 95 361 C ist ein Verfahren zur Verbindung der Randbereiche eines dünnwandigen
Bauteiles gezeigt, bei dem Zähne in der Ebene des Bauteiles in ihre zugeordneten Ausnehmungen
eingesetzt und in dieser Ebene verformt werden.
[0010] Ziel der Erfindung ist die Beseitigung der angeführten Nachteile und die Schaffung
eines Verfahrens zur Verbindung der Randbereiche zweier dünnwandiger Bauteile, wie
Metallblechen, insbesondere zur Herstellung von Hohlkammerprofilen, wobei mit geringem
Zeit- und Arbeitsaufwand eine hohe Torsionssteifigkeit der Verbindung bzw. des Hohlkammerprofiles
erzielt wird. Außerdem sollen mit dem Verfahren ohne großen Aufwand Hohlkammerprofile
der verschiedensten Querschnitte hergestellt werden können und eine Nachbehandlung
der Verbindungsstellen entbehrlich sein.
[0011] Dieses Ziel wird einerseits mit einem Verfahren der eingangs an erster Stelle dargelegten
Art dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß nach der Verbindung der Randbereiche einer
derselben oder der Randbereich eines weiteren dünnwandigen Bauteiles umgefalzt und
zumindest teilweise über jeden vorzugsweise mit Übermaß bezüglich seiner zugeordneten
Ausnehmung ausgebildeten Zahn gelegt wird.
[0012] Das gesteckte Ziel wird anderseits mit einem Verfahren der eingangs an zweiter Stelle
genannten Verfahren dadurch erreicht, daß erfindungsgemäß jeder Zahn bezüglich seiner
Ausnehmung mit Übermaß ausgebildet wird, daß das einsetzen des Zahnes in seine zugeordnete
Ausnehmung durch senkrecht zur Ebene der Randbereiche gerichtete Druckausübung durchgeführt
wird und daß die Kaltverformung gleichzeitig in einem Arbeitsgang durch diese Druckausübung
sowie unmittelbar an der Stoßfuge durchgeführt wird.
[0013] Auf diese Weise schafft die Erfindung ein Verfahren, das nicht nur wegen der form-
und reibungsschlüssigen Verbindung die Herstellung äußerst torsionssteifer Hohlkammerprofile,
sondern auch eine praktisch unbegrenzte Querschnittswahl derselben ermöglicht. Weiters
kann in der Regel die Verbindung auf derselben Abkantmaschine durchgeführt werden,
auf der dem Ausgangsmaterial der jeweils erwünschte Querschnitt gegeben wird, sodaß
weitere Werkzeuge oder Maschinen unnötig sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß
wegen der bloß mechanischen Verbindung Nachbearbeitungen der hergestellten Erzeugnisse
entbehrlich sind und die Erzeugnisse ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild zeigen.
Dies ist insbesondere bei der Verarbeitung beschichteter Bleche von Bedeutung. Ferner
können Bauteile aus verschiedenen Materialien und mit verschiedenen Wandstärken miteinander
verbunden werden.
[0014] In vorteilhafter Weiterbildung der ersten Variante der Erfindung kann der umgefalzte
Randbereich vor seinem Umfalzen zusätzlich umgefalzt werden, wodurch die Verzahnung
von beiden Seiten nicht sichtbar ist und eine äußerst stabile Verbindung erzielt wird.
[0015] Dabei kann der umgefalzte Randbereich auf jeden Zahn aufgepreßt werden, wodurch die
mechanische Festigkeit senkrecht zur Oberfläche der Bauteile vergrößert wird.
[0016] Ein weiterer Vorteil wird erzielt, wenn vor der Verbindung der Randbereiche einer
derselben um einen stumpfen Winkel umgebogen und gleichzeitig mit der Verbindung der
Randbereiche umgefalzt wird, weil dies herstellungsmäßige Vereinfachungen, nämlich
die Fertigung auf einer Abkantpresse mit sich bringt.
[0017] In vorteilhaffer weiterer Ausgestaltung der zweiten Variante der Erfindung kann während
der Druckausübung zum Einsetzen des Zahnes in seine zugeordnete Ausnehmung Material
des Zahnes über die Stoßfuge gepreßt werden, wodurch außer der kraftschlüssigen auch
eine formschlüssige Verbindung erzielt wird.
[0018] Bei beiden Varianten ist ferner von Vorteil, wenn jede Ausnehmung in einem Abstand
vom freien Rand des Randbereiches als Durchbruch ausgebildet wird. Somit können Hohlkammerprofile
mit durchgehendem Rand hergestellt werden, wobei der Durchbruch ausgestanzt werden
kann.
[0019] Weiters kann jeder Zahn oder jede Ausnehmung in einem in einem Randbereich ausgebildeten
Flansch vorgesehen werden. Hiedurch ist es möglich, die Bauteile auf einer Abkantpresse
zu fertigen.
[0020] Vorteilhafterweise wird jeder Zahn in an sich bekannter Weise im wesentlichen rechteckig,
trapez- oder kreisbogenförmig gestaltet.
[0021] Günstig ist schließlich, wenn im Falle der Ausbildung mehrerer Zähne diese in unregelmäßigen
Abständen und/oder verschiedenen Formen und/oder unterschiedlichen Größen ausgebildet
werden, weil auf diese Weise zwangsläufig die richtige gegenseitige Ausrichtung der
Bauteile vor der Verbindung erzielt wird.
[0022] Die Erfindung wird im folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäß
hergestellten Erzeugnisse näher erläutert, die in den Zeichnungen schematisch dargestellt
sind; es zeigen Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht zweier Bauteile vor ihrer Verbindung,
Fig. 2 eine schaubildliche Ansicht dieser Bauteile nach ihrer Verbindung bzw. des
hergestellten Hohlkammerprofiles, Fig. 3 in der oberen Bildhälfte einen teilweisen
Längsschnitt durch die Randbereiche der in Fig. 1 gezeigten Bauteile und in der unteren
Bildhälfte einen teilweisen Längsschnitt durch den Rand des Hohlkammerprofiles gemäß
Fig. 2, Fig. 4 in schaubildlicher Ansicht zwei anders gestaltete Bauteile vor ihrer
Verbindung, Fig. 5 in schaubildlicher Ansicht das mit denselben hergestellte Hohlkammerprofil,
Fig. 6 in der oberen Bildhälfte einen teilweisen Längsschnitt durch die Randbereiche
der in Fig. 4 gezeigten Bauteile und in der unteren Bildhälfte einen teilweisen Längsschnitt
durch den Rand des Hohlkammerprofiles gemäß Fig. 5, Fig. 7 in schaubildlicher Ansicht
zwei weitere anders gestaltete Bauteile vor ihrer Verbindung, Fig. 8 in schaubildlicher
Ansicht das mit denselben hergestellte Hohlkammerprofil, Fig. 9 in der oberen Bildhälfte
einen teilweisen Längsschnitt durch die Randbereiche der in Fig. 7 gezeigten Bauteile
und in der unteren Bildhälfte einen teilweisen Längsschnitt durch den Rand des Hohlkammerprofiles
gemäß Fig. 8, Fig. 10 bis 12 Draufsichten auf verschiedene Zahnformen, Fig. 13 in
schaubildlicher Darstellung eine weitere Variante des Hohlkammerprofiles, Fig. 14
das Abkanten eines einteiligen Bauteiles vor der Verbindung seiner Randbereiche, Fig.
15 eine Darstellung der Arbeitsvorgänge zur Fertigstellung dieses Bauteiles, Fig.
16 das Einpressen der Zähne in die Ausnehmungen, Fig. 17 eine Darstellung der Arbeitsvorgänge
zur Fertigstellung eines dem in Fig. 5 gezeigten ähnlichen Hohlkammerprofiles, Fig.
18 in schaubildlicher Ansicht drei Bauteile vor ihrer Verbindung, Fig. 19 eine Darstellung
der Arbeitsvorgänge zur Verbindung dieser Bauteile zu einem dreiteiligen Hohlkammerprofil,
Fig. 20 eine Darstellung der bei Torsionsbeanspruchung auftretenden Kräfte und Verformungen
und Fig. 21 in schaubildlicher Ansicht ein erfindungsgemäß hergestelltes Hohlkammerprofil
samt den bei Torsionsbeanspruchung auftretenden Kräften und seiner Formstabilität.
[0023] Fig. 1 zeigt zwei aus Metallblech gefertigte Bauteile 1 und 2, von denen der erste
Bauteil 1 als U-Profil ausgebildet ist und dessen Randbereiche 4 rechtwinkelig nach
außen abgekantete Flanschen 3 aufweisen, an denen Zähne 6 vorgesehen sind. Der zweite
Bauteil 2 ist bandförmig und weist in seinen Randbereichen 5 zu den Zähnen 6 komplementäre
Ausnehmungen 7 auf, die bezüglich der Zähne 6 ein Untermaß besitzen. Zweckmäßigerweise
werden vor der Verbindung der beiden Bauteile 1, 2 die Randbereiche 5 des zweiten
Bauteiles 2 um einen stumpfen Winkel umgebogen, wie in Fig. 1 gezeigt.
[0024] Zur Verbindung der beiden Bauteile 1, 2 werden diese derart übereinander angeordnet,
daß die Randbereiche 4 des ersten Bauteiles 1 auf dem zweiten Bauteil 2 aufliegen,
wobei die Zähne 6 mit den Ausnehmungen 7 ausgerichtet sind. Danach werden die Randbereiche
5 des zweiten Bauteiles 2 umgefalzt, wodurch die Zähne 6 in die Ausnehmungen 7 eingepreßt
werden und das fertige Hohlkammerprofil 8 gemäß Fig. 2 erzielt wird. Es versteht sich,
daß die Randbereiche 5 des zweiten Bauteiles 2 auch in einem einzigen Arbeitsgang
umgefalzt werden können.
[0025] Nach dem Anordnen des ersten Bauteiles 1 auf dem zweiten Bauteil 2, wobei die Zähne
6 bezüglich der Ausnehmungen 7 ausgerichtet sind (Fig. 3 obere Bildhälfte), werden
die Randbereiche 5 des zweiten Bauteiles 2 niedergepreßt und somit umgefalzt, wodurch
die Zähne 6 in die Ausnehmungen 7 eingepreßt werden. Außerdem sind nun die Zähne 6
von den Randbereichen 5 des zweiten Bauteiles 2 abgedeckt und somit nicht sichtbar.
[0026] Das Untermaß der Ausnehmungen 7 ist derart bemessen, daß beim Einpressen der Zähne
6 Material derselben zu fließen beginnt und schließlich die Preßfuge überdeckt (s.
Fig. 3, untere Bildhälfte) und auch Kaltschweißstellen gebildet werden können, wodurch
die Festigkeit der mechanischen Verbindung erhöht und außerdem eine mechanische Arretierung
der Zähne 6 gegen Ausziehen senkrecht zur Oberfläche der Bauteile 1, 2 erhalten wird.
[0027] Fig. 4 zeigt zwei andere Bauteile 1 und 2. Der erste Bauteil ist ebenfalls als U-Profil
ausgestaltet und an seinen Randbereichen 4 mit nach außen unter rechtem Winkel abstehenden
Zähnen 6 versehen. Der zweite Baute 2 ist bandförmig und in seinen Randbereichen 5
in einem Abstand vom freien Rand mit Ausnehmungen 7 versehen, die zu den Zähnen 6
komplementär ausgebildet sind. Nach dem Ausrichten der Zähne 6 bezüglich der Ausnehmungen
7 wird der Randbereich 5 des zweiten Bauteiles 2 auf die Zähne 6 des ersten Bauteiles
1 niedergepreßt, wodurch in einem einzigen Arbeitsgang die Zähne 6 in die Ausnehmungen
7 gepreßt und der Randbereich 5 umgefalzt wird. Bei dem derart hergestellten Hohlkammerprofil
8 (Fig. 5) ist die Verzahnung weitestgehend abgedeckt.
[0028] Fig. 6 zeigt in der oberen Bildhälfte die Bauteile 1, 2 vor und in der unteren Bildhälfte
nach der Verbindung.
[0029] In Fig. 7 sind der selbe Bauteil 1 wie vorhin und eine Variante des zweiten Bauteiles
2 dargestellt. Der zweite Baute 2 besitzt einen doppelt umgefalzten Randbereich 5,
wodurch beim fertigen Hohlkammerprofil 8 nach Fig. 8 die Verzahnung von beiden Seiten
abgedeckt und somit nicht sichtbar ist. Dadurch genügt auch, daß die Zähne 6 paßgenau
in die Ausnehmungen passen.
[0030] Fig. 9 zeigt in der oberen Bildhälfte die Bauteile 1, 2 vor und in der unteren Bildhälfte
die Bauteile 1, 2 nach der Verbindung.
[0031] Die Fig. 10 bis 12 zeigen verschiedene Formen der Zähne 6, u.zw. Fig. 10 rechteckige
und Fig. 11 trapezförmige Zähne 6, was den Vorteil hat, daß bei der Bearbeitung der
Randbereiche 4 und 5 der beiden Bauteile 1 bzw. 2 dieselben Werkzeuge, wie Stanzen,
Fräsen, Nibbel- oder Laserschneidgeräte verwendet werden können. Fig. 12 zeigt kreisbogenförmig
begrenzte Zähne 6.
[0032] In Fig. 13 ist eine Variante des Hohlkammerprofiles 8 gezeigt, das im Prinzip mit
denselben Verfahrensschritten wie vorhin erläutert hergestellt worden ist, und zeigt,
daß die Erfindung nicht auf die vorstehend erläuterten Ausführungsformen beschränkt
ist.
[0033] In Fig. 14 ist angedeutet, wie ein Bandmaterial oder eine Platine zu einem einteiligen
Bauteil 1 als Zwischenprodukt abgekantet wird, das anschließend auf die in Fig. 15
verdeutlichte Weise zum Hohlkammerprofil 8 geschlossen wird, worauf der Randbereich
5 des Bauteiles 1 niedergepreßt und somit die Zähne in die Ausnehmungen eingepreßt
werden.
[0034] Fig. 16 und 17 zeigen dieses Nieder- und Einpressen an einem Hohlkammerprofil, das
aus zwei Bauteilen 1 und 2 hergestellt wird und ähnlichen Querschnitt wie die in Fig.
2 und 5 gezeigten aufweist.
[0035] Schließlich ist in Fig. 18 und 19 dargestellt, daß auch mehrere Bauteile, in diesem
Fall drei, zu einem Hohlkammerprofil 8 verbunden werden können, wobei der dritte,
vorzugsweise mit einem Flansch versehene Bauteil 12 entweder einen glatten Randbereich
aufweist oder ebenfalls mit Zähnen 13 versehen ist, wobei dann der Randbereich 5 des
zweiten Bauteiles 2 mit zusätzlichen, diesen Zähnen 13 zugeordneten Ausnehmungen oder
gemäß Fig. 19 mit entsprechend größeren Ausnehmungen 7 ausgebildet wird.
[0036] Fig. 20 zeigt in übertriebener Darstellung ein Hohlkammerprofil 9 unter Torsionsbeanspruchung
(Pfeile 11). Die auf die Verbindungsnaht wirkenden Kräfte und Verformungen sind mit
den Pfeilen 10 angedeutet. Infolge des geringen Widerstandes der Verbindungsnaht gegen
diese Kräfte kommt es bei dünnwandigen Hohlkammerprofilen nicht nur zur Verwindung
des Hohlkammerprofiles, sondern es besteht auch die Gefahr, daß die beispielsweise
punktgeschweißte Verbindungsnaht reißt.
[0037] Demgegenüber ist gemäß Fig. 21 das erfindungsgemäß hergestellte Hohlkammerprofil
8 wesentlich torsionssteifer, da wegen der in die Ausnehmungen eingepreßten Zähne
bei Torsionsbeanspruchung (Pfeile 11) überwiegend Druckkräfte (Pfeile 10) hervorgerufen
und von den Flanken der Zähne 6 bzw. Ausnehmungen 7 aufgenommen werden und die auftretenden
Schub- und Scherkräfte weitaus geringer sind.
1. Verfahren zur Verbindung der Randbereiche eines oder mehrerer dünnwandiger Bauteile
aus plastischem Material, wie eines oder mehrerer Metallblechprofile, insbesondere
zur Herstellung eines Hohlkammerprofiles, bei welchem Verfahren die Verbindung mittels
wenigstens einer mechanischen Verzahnung erfolgt, wobei der eine Randbereich mit wenigstens
einem Zahn versehen wird und im anderen Randbereich jeweils eine zum Umriß des Zahnes
komplementäre Ausnehmung ausgebildet wird und wobei zur Verbindung der Randbereiche
jeder Zahn bezüglich seiner zugeordneten Ausnehmung ausgerichtet und anschließend
senkrecht zur Ebene der Randbereiche in dieselbe eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Verbindung der Randbereiche (4, 5) einer derselben oder der Randbereich
eines weiteren dünnwandigen Bauteiles (12) umgefalzt und zumindest teilweise über
jeden vorzugsweise mit Übermaß bezüglich seiner zugeordneten Ausnehmung (7) ausgebildeten
Zahn (6) gelegt wird (Fig. 16).
2. Verfahren zur Verbindung der Randbereiche eines oder mehrerer dünnwandiger Bauteile
aus plastischem Material, wie eines oder mehrerer Metallblechprofile, insbesondere
zur Herstellung eines Hohlkammerprofiles, bei welchem Verfahren die Verbindung mittels
wenigstens einer mechanischen Verzahnung erfolgt, wobei der eine Randbereich mit wenigstens
einem Zahn versehen wird und im anderen Randbereich jeweils eine zum Umriß des Zahnes
komplementäre Ausnehmung ausgebildet wird und wobei zur Verbindung der Randbereiche
jeder Zahn bezüglich seiner zugeordneten Ausnehmung ausgerichtet und anschließend
senkrecht zur Ebene der Randbereiche in dieselbe eingesetzt wird und die Randbereiche
im bereich der Stoßfuge zwischen jedem Zahn und jeder Ausnehmung kaltverformt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zahn (6) bezüglich seiner zugeordneten Ausnehmung
(7) mit Übermaß ausgebildet wird, daß das Einsetzen des Zahnes (6) in seine zugeordnete
Ausnehmung (7) durch senkrecht zur Ebene der Randbereiche (4, 5) gerichtete Druckausübung
durchgeführt wird und daß die Kaltverformung gleichzeitig in einem Arbeitsgang durch
diese Druckausübung sowie unmittelbar an der Stoßfuge durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der umgefalzte Randbereich
vor seinem Umfalzen zusätzlich umgefalzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der umgefalzte Randbereich
auf jeden Zahn (6) aufgepreßt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor der
Verbindung der Randbereiche (4, 5) einer derselben um einen stumpfen Winkel umgebogen
und gleichzeitig mit der Verbindung der Randbereiche (4, 5) umgefalzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß während der Druckausübung zum
Einsetzen des Zahnes (6) in seine zugeordnete Ausnehmung (7) Material des Zahnes (6)
über die Stoßfuge gepreßt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede Ausnehmung
(7) in einem Abstand vom freien Rand des Randbereiches (5) als Durchbruch ausgebildet
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zahn
(6) oder jede Ausnehmung (7) in einem in einem Randbereich (4) ausgebildeten Flansch
(3) ausgebildet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zahn
(6) in an sich bekannter Weise im wesentlichen rechteckig, trapez- oder kreisbogenförmig
gestaltet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle der
Ausbildung mehrerer Zähne (6) diese in unregelmäßigen Abständen und/oder verschiedenen
Formen und/oder unterschiedlichen Größen ausgebildet werden.