[0001] Die Erfindung betrifft ein Handhabungsgerät, mit einer Standsäule und mindestens
einem axial verschiebbaren, mit einer Werkzeughaltevorrichtung versehenen Querarm.
[0002] Aus der DE 4447019 A1 ist ein Handhabungsgerät für das manuelle Bewegen von Lasten
bekannt. Dieses ist zwischen einer Kraneinrichtung und einer Greifeinrichtung angeordnet
und soll der bedienenden Person die Last abnehmen. Das Handhabungsgerät arbeitet mit
Zugmittel, die über mehrere Rollen geführt sind, wobei die Hebewirkung über einen
Arbeitszylinder mit Kolben und Kolbenstange sowie den Druck eines Mediums erreicht
wird. Solche Handhabungsgerät sind in der Herstellung sehr aufwendig, benötigen zusätzlich
eine Einrichtung zur Erzeugung des Arbeitsdruckes und werden dort eingesetzt, wo sehr
hohe Hebe- und Senkkräfte notwendig sind.
[0003] Es sind auch einfache Handhabungsgeräte bekannt, die lediglich aus einer Standsäule
und einem daran axial verschiebbaren Querarm bestehen. Ein Nachteil dieser bekannten
einfachen Handhabungsgeräte ist darin zu sehen, daß diese aufgrund ihres Aufbaus nur
geringe Arbeitskräfte aufnehmen können, bzw. bei der Aufnahme größerer Arbeitskräfte
instabil sind und zum Kippen oder Schwingen neigen. Ein solches Handhabungsgerät ist
beispielsweise in dem DE GM 9418725.8 beschrieben.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Handhabungsgerät für das manuelle Bewegen
von Lasten zu schaffen, welches eine hohe Stabilität aufweist und gleichzeitig zuverlässig
und sicher arbeitet.
[0005] Diese Aufgabe wird ausgehend von dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 durch
dessen kennzeichnende Merkmale gelöst.
[0006] Der wesentliche Vorteil der Erfindung liegt darin, daß die Stabilität des Handhabungsgerätes
dadurch optimiert wird, daß die Linearlagereinheit ein Rohr ist das an seinen Enden
Kugelbüchsen aufweist. Dies hat den Vorteil, daß der Abstand der Kugelbüchsen auf
die, auf den Querarm einwirkenden Kräfte abgestimmt werden kann.
[0007] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung besteht der Querarm aus 2 Wellen. Beide Wellen
sind jeweils in einer Linearlagereinheit angeordnet. Diese Wellen sind voneinander
beabstandet, der Achsabstand ist zweckmäßigerweise größer als der fünffache Wellendurchmesser.
Auch durch diese Anordnung wird die Stabilität des Handhabungsgerät wesentlich erhöht.
Der große Abstand der Wellen führt dazu, daß hohe Torsionskräfte aufgenommen werden
können.
[0008] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, den Querarm über wenigstens ein
Kreuzklemmstück mit der Standsäule zu verbinden.
[0009] Werden 2 Wellen an der Standsäule angeordnet, so läßt sich jede Welle über ein einzelnes
Kreuzklemmstück an der Standsäule befestigen, durch den Aufbau mit einzelnen Kreuzklemmstücken
ist der Abstand der beiden Querarmwellen variabel bzw. kann auch hier an die aufzunehmenden
Momente angepaßt werden.
[0010] Ein vorteilhaftes Fertigungsverfahren für die Rohre zur Aufnahme der Kugelbüchsen
besteht darin, daß ein sogenanntes Präzisionsrohr verwendet wird. Dieses weist bereits
die erforderliche Genauigkeit für die Aufnahme in dem entsprechenden Kreuzklemmstück
auf und wird lediglich auf ein bestimmtes Längenmaß abgeschnitten.
[0011] Der Gewichtsausgleich des Handhabungsgerätes erfolgt über ein Gegengewicht oder ein
federbelastetes Zugseil. Bei der Anwendung eines federbelasteten Zugseils können handelsübliche
Geräte zum Einsatz gelangen.
[0012] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, sowohl die Linearlagereinheit
des Querarms als auch die Linearlagereinheit an der Standsäule in Bezug auf den Querarm
längs verschieb- und arretierbar anzuordnen. Dadurch läßt sich der Arbeitsbereich
des Handhabungsgeräts variieren und an die jeweilige Umgebung anpassen.
[0013] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer
aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die
einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen
bei der Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und
vorteilhafte, sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die
hier Schutz beansprucht wird.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im folgenden näher erläutert.
[0015] Die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1) die Seitenansicht eines Handhabungsgeräts
Fig. 2) die Detaildarstellung eines Kreuzklemmstücks
Fig. 3) das Kreuzklemmstück in der Seitendarstellung
Fig. 4) das Kreuzklemmstück in der Draufsicht.
Fig. 5) die Detaildarstellung der Verbindung zwischen Standsäule und Querarm
[0016] Der Handhabungsgerät gemäß Fig. 1 besteht aus einem Standfuß 10 an dem eine Standsäule
11 befestigt ist. Die Standsäule trägt an ihrem oberen Ende eine Seilzugeinrichtung
12 die ein federbelastetes Zugseil 13 aufweist. Das Zugseil ist an einer ersten Linearlagereinheit
14 befestigt. Diese Linearlagereinheit 14 besteht aus einem Rohr 15 das an seinen
Enden Kugelbüchsen 16,17 trägt und damit längsbeweglich und schwenkbar an der Standsäule
11 geführt ist. An dem Rohr 15 sind zwei Kreuzklemmstücke 18,19 befestigt. Jedes Kreuzklemmstück
trägt ein rechtwinklig zu der Standsäule 11 angeordnetes Rohr 20,21. In jedem Rohr
sind ebenfalls an dessen Enden Kugelbüchsen 22,23,24,25 angeordnet, so daß 2 Linearlagereinheiten
für die beiden Querarme 26, 27 gebildet werden.
[0017] Die beiden Querarme bzw. die in den Kugelbüchsen 22-25 laufenden Wellen sind an ihren
Enden mit Stabilisatoren 28, 29 verbunden. Am Stabilisator 29 ist eine Aufnahmevorrichtung
30 für ein hier nicht dargestelltes, aufzunehmendes Werkzeug wie beispielsweise ein
Schrauber, eine Bohrmaschine oder eine Gewindeschneideinrichtung angeordnet. Die Zugkraft
der Seilzugeinrichtung 12 ist derart eingestellt, daß das entsprechende Werkzeug nahezu
kräftefrei längs der Standsäule bewegt werden kann.
[0018] Die Figuren 2-4 zeigen eine Kreuzklemmstück 18. Dieses weist eine erste Bohrung 31
auf. Zum Klemmen eines in die Bohrung einzuführenden Rohres ist das Kreuzklemmstück
mit einem Schlitz 32 versehen. Rechtwinklig zu der Bohrung 31 ist eine weitere Bohrung
33 angeordnet. In dieser Bohrung wird ebenfalls ein Rohr angeordnet. Zwei Schraubgewinde
34, 35 dienen zur Aufnahme zweier Spannschrauben. Durch diese beiden Spannschrauben
wird gleichzeitig sowohl ein in der Bohrung 31, als auch ein in der Bohrung 33 angeordnetes
Rohr verspannt und befestigt.
[0019] Eine Detaildarstellung des Klemmstücks in Verbindung mit der Standsäule und einem
Querarm zeigt Fig. 5. Die Standsäule 11 ist über die Kugelbüchse 16 und das Rohr 15
in dem Kreuzklemmstück 18 befestigt. Ebenso ist das Rohr 20 in das Kreuzklemmstück
18 eingespannt. Das Rohr 20 trägt über die Kugelbüchsen 22, 23 den Querarm 26. Zum
Verschieben des Rohres 20 in dem Kreuzklemmstück und zum Verschieben des Kreuzklemmstücks
in Bezug auf das Rohr 15 wird die Schraubverbindung 36 geöffnet und die entsprechende
Lageänderung durchgeführt.
[0020] Durch die Verwendung eines einzelnen Kreuzklemmstücks für jeden Querarm läßt sich
der Abstand der Querarme entsprechend variieren. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen,
diesen Abstand so zu wählen, daß er mindestens das fünffache des Durchmessers der
Querarmwelle beträgt.
1. Handhabungsgerät für das manuelle Bewegen von Lasten insbesondere von Arbeitsgeräten,
bestehend aus einer Standsäule, einem daran angeordneten axial verschiebbaren Querarm,
mit einer Werkzeughalterung dadurch gekennzeichnet, daß der Querarm aus wenigstens
einer längsverschiebbaren Welle besteht, welche in einer Linearlagereinheit geführt
ist, wobei die Linearlagereinheit aus einem Rohr besteht, das an seinen Enden Kugelbüchsen
aufweist.
2. Handhabungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Querarm aus 2 Wellen
besteht, die jeweils in einer Linearlagereinheit angeordnet ist und wobei der Achsabstand
der Wellen größer als der fünffache Wellendurchmesser ist.
3. Handhabungsgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Querarm über wenigstens ein Kreuzklemmstück an einer an der Standsäule angeordneten
Linearlagereinheit angeordnet ist, wobei die Linearlagereinheit aus einem Rohr besteht,
an dessen Enden Kugelbüchsen angeordnet sind.
4. Handhabungsgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
eines oder mehrere der Rohre zur Aufnahme der Kugelbüchsen ein an seinem Außendurchmesser
unbearbeitetes Präzisionsrohr ist.
5. Handhabungsgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Gewichtsausgleich über ein Gegengewicht oder ein federbelastetes Zugseil erfolgt.
6. Handhabungsgerät nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die
Linearlagereinheit des Querarms verschieb- und stufenlos arretierbar an der Standsäule
angeordnet ist.
7. Handhabungsgerät nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die
Linearlagereinheit an der Standsäule in Bezug auf den Querarm längs verschieb- und
stufenlos arretierbar angeordnet ist.
8. Kreuzklemmstück insbesondere zur Anwendung an einen Handhabungsgerät zur gleichzeitigen
Befestigung zweier Wellen oder Rohre in einem 90° Winkel zueinander, wobei dieses
einen rechtwinklig zu einer Wellenachse verlaufender Schlitz aufweist und wenigstens
eine Spannschraube vorgesehen ist zum gleichzeitigen Klemmen beider Wellen oder Rohre.