[0001] Die Erfindung betrifft einen Kabelkopf eines Hochstrom-Mehrfachkabels für Gleichstromanwendungen,
bei welchem die Enden der aus einer Vielzahl von Einzellitzen bestehenden Kabelseile
in zur Achse eines von einem Außenschlauch umhüllten zylindrischen Abschnitts eines
Kabelschuhs sich konzentrisch erstreckende Bohrungen eingefügt und durch radiale Verpressung
unter Verformung der Bohrungen in diesen lagefixiert sind, wobei mittig des Kabelschuhs
ein zentraler Kühlwasserkanal und umfangsseitig des zylindrischen Abschnitts mit dem
Kühlwasserkanal verbundene Kühlwassernuten vorgesehen sind.
[0002] Ein derartiger Kabelkopf ist durch die DE 23 41 900 C3 bekannt. Hierbei liegen die
die Enden der Kabelseile aufnehmenden Bohrungen auf einem einzigen Teilkreis. Hieraus
resultiert ein großer Durchmesser des Außenschlauchs, wodurch der Biegeradius eines
Hochstrom-Mehrfachkabels beim Einsatz z.B. an einem Gleichstromofen vergleichsweise
groß gehalten werden muß. Ein großer Biegeradius führt somit zwangsweise zu einem
größeren Platzbedarf für das Hochstrom-Mehrfachkabel.
[0003] Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, einen Kabelkopf
eines Hochstrom-Mehrfachkabels für Gleichstromanwendungen zu schaffen, der vom Volumen
her klein bemessen ist und dadurch günstigere Verlegungsmöglichkeiten eines Hochstrom-Mehrfachkabels
erlaubt.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß die Bohrungen auf zueinander
konzentrischen Teilkreisen liegen und die Bohrungen auf dem inneren Teilkreis zu den
Bohrungen auf dem äußeren Teilkreis auf Lücke angeordnet sind, wobei sich die Tiefe
der Kühlwassernuten zwischen den auf dem äußeren Teilkreis liegenden Bohrungen bis
in die Nähe der auf dem inneren Teilkreis angeordneten Bohrungen erstreckt.
[0005] Die Erfindung sieht also eine Verteilung der Bohrungen und damit auch der Enden der
Kabelseile über den gesamten Querschnitt des zylindrischen Abschnitts des Kabelschuhs
vor. Aufgrund dieser Verteilung kann der Durchmesser des Kabelkopfs im Vergleich zum
Stand der Technik kleiner gehalten werden. Durch den im Durchmesser kleineren Kabelkopf
ist auch ein kleinerer Durchmesser des Außenschlauchs realisierbar. Mithin führt der
Einsatz eines mit einem derartig ausgebildeten Kabelkopf ausgestatteten Hochstrom-Mehrfachkabels
z.B. bei Einplanung an einem Neu- bzw. Umbau eines Gleichstromofens zu merklichen
Platzeinsparungen aufgrund des dann geringeren Biegeradius. Daraus folgt, daß auch
die Länge der Kabel reduziert werden kann.
[0006] Bei Einsatz an bestehenden Gleichstromöfen und Beibehaltung der Kabellänge ergibt
sich eine höhere Lebensdauer der Kabel, da die auf das Kabel durch Biegung wirkenden
Kräfte reduziert werden. Alternativ würde eine Verkürzung der Kabellänge zu einer
Gewichtseinsparung führen.
[0007] Bei allen Anwendungsfällen führt sowohl die Verringerung des Außenschlauchdurchmessers
als auch der kleinere Kabelkopf zusätzlich zu einer Gewichtsreduzierung.
[0008] Dadurch, daß die Tiefe der Kühlwassernuten sich zwischen den auf dem äußeren Teilkreis
liegenden Bohrungen bis in die Nähe der auf dem inneren Teilkreis angeordneten Bohrungen
erstreckt, kann die radiale Verpressung der Enden der Kabelseile in den auf dem inneren
Teilkreis liegenden Bohrungen gezielt über die Nutengründe der Kühlwassernuten durchgeführt
werden. Auf diese Weise ist beim radialen Verpressen eine gleichmäßige Druckverteilung
auf jedes Kabelseil erreichbar, da für alle über den Querschnitt verteilten Bohrungen
nahezu gleiche Randdicken eingehalten werden können.
[0009] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in der Seitenansicht, teilweise im Schnitt, den Kabelkopf eines Hochstrom-Mehrfachkabels;
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Darstellung der Figur 1 entlang der Linie II-II während
einer Montagestufe des Kabelkopfs und
- Figur 3
- einen Querschnitt durch die Darstellung der Figur 1 entlang der Linie II-II.
[0010] Mit 1 ist in der Figur 1 der Kabelkopf eines Hochstrom-Mehrfachkabels 2 für Gleichstromanwendungen
bezeichnet.
[0011] Der Kabelkopf 1 umfaßt einen Kabelschuh 3 aus Kupfer oder dergleichen, der mit einem
zylindrischen Abschnitt 4 in einem Außenschlauch 5 lagefixiert ist. Der über die Stirnseite
6 des Außenschlauchs 5 vorstehende zungenartige Teil 7 des Kabelschuhs 3 dient zum
Anschluß an einen Leiter oder Verbraucher.
[0012] Der Kabelschuh 3 wird zentral von einem Kühlwasserkanal 8 durchzogen, der am freien
Ende 9 des Kabelschuhs 3 quer gerichtete Anschlüsse 10 aufweist. Am inneren Ende 11
des Kabelschuhs 3 befindet sich eine Drossel 12 als Übergang zu einer das Hochstrom-Mehrfachkabel
2 durchsetzenden Kühlwasserleitung 13.
[0013] Von der Stirnseite 14 des zylindrischen Abschnitts 4 des Kabelschuhs 3 aus sind Bohrungen
15, 16 als Sackbohrungen auf zwei konzentrisch zueinander liegenden Teilkreisen TK,
TK1 eingebracht (Figuren 1 und 2). Auf jedem Teilkreis TK, TK1 liegen sieben Bohrungen
15, 16. Dabei sind die auf dem inneren Teilkreis TK1 liegenden Bohrungen 16 zu den
auf dem äußeren Teilkreis TK angeordneten Bohrungen 15 auf Lücke angeordnet.
[0014] Zwischen den auf dem äußeren Teilkreis TK liegenden Bohrungen 15 erstrecken sich
von der äußeren Umfangsfläche 17 des zylindrischen Abschnitts 4 aus etwa V-förmige
Kühlwassernuten 18 mit einer Tiefe T bis in die Nähe der auf dem inneren Teilkreis
TK1 liegenden Bohrungen 16. Die Nutengründe 19 sind gerundet. Die Kühlwassernuten
18 verlaufen von der Stirnseite 14 des zylindrischen Abschnitts 4 aus über eine Länge,
die etwas länger ist als die Länge der Bohrungen 15, 16. Die inneren Enden der Kühlwassernuten
18 sind über Schrägkanäle 20 mit dem sich in der Achse 21 des Kabelschuhs 2 erstreckenden
zentralen Kühlwasserkanal 8 verbunden.
[0015] Die Bohrungen 15, 16 dienen der Aufnahme und Fixierung der Enden 22 von aus einer
Vielzahl von Einzellitzen 23 bestehenden Kabelseilen 24. Die Festlegung der Enden
22 in den Bohrungen 15, 16 erfolgt, wie die Figur 3 erkennen läßt, durch eine radiale
Verpressung (P) des Materials des zylindrischen Abschnitts 4 sowie der Enden 22. Dabei
werden die auf dem äußeren Teilkreis TK liegenden Enden 22 von der Umfangsfläche 17
her radial verpreßt, während die auf dem inneren Teilkreis TK1 liegenden Enden 22
von den Nutengründen 19 aus radial verpreßt werden.
Bezugszeichenaufstellung
[0016]
- 1
- - Kabelkopf
- 2
- - Hochstrom-Mehrfachkabel
- 3
- - Kabelschuh
- 4
- - zylindrischer Abschnitt v. 3
- 5
- - Außenschlauch
- 6
- - Stirnseite v. 5
- 7
- - Teil v. 3
- 8
- - Kühlwasserkanal
- 9
- - freies Ende v. 3
- 10
- - Anschlüsse an 9
- 11
- - inneres Ende v. 3
- 12
- - Drossel
- 13
- - Kühlwasserleitung
- 14
- - Stirnseite v. 4
- 15
- - Bohrungen auf TK
- 16
- - Bohrungen auf TK1
- 17
- - Umfangsfläche v. 4
- 18
- - Kühlwassernuten
- 19
- - Nutengründe
- 20
- - Schrägkanäle
- 21
- - Achse v. 3
- 22
- - Enden v. 24
- 23
- - Einzellitzen
- 24
- - Kabelseile
- P
- - radiale Verpressung
- T
- - Tiefe v. 18
- TK
- - äußerer Teilkreis
- TK1
- - innerer Teilkreis
1. Kabelkopf eines Hochstrom-Mehrfachkabels (2) für Gleichstromanwendungen, bei welchem
die Enden (22) der aus einer Vielzahl von Einzellitzen (23) bestehenden Kabelseile
(24) in zur Achse (21) eines von einem Außenschlauch (5) umhüllten zylindrischen Abschnitts
(4) eines Kabelschuhs (3) sich konzentrisch erstreckende Bohrungen (15, 16) eingefügt
und durch radiale Verpressung (P) unter Verformung der Bohrungen (15, 16) in diesen
lagefixiert sind, wobei mittig des Kabelschuhs (3) ein zentraler Kühlwasserkanal (8)
und umfangsseitig des zylindrischen Abschnitts (4) mit dem Kühlwasserkanal (8) verbundene
längsgerichtete Kühlwassernuten (18) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (15, 16) auf zueinander konzentrischen Teilkreisen (TK, TK1) liegen
und die Bohrungen (16) auf dem inneren Teilkreis (TK1) zu den Bohrungen (15) auf dem
äußeren Teilkreis (TK) auf Lücke angeordnet sind, wobei sich die Tiefe (T) der Kühlwassernuten
(18) zwischen den auf dem äußeren Teilkreis (TK) liegenden Bohrungen (15) bis in die
Nähe der auf dem inneren Teilkreis (TK1) angeordneten Bohrungen (16) erstreckt.