Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Skibindung. Insbesondere betrifft die Erfindung
eine Tourenbindung, die für einen ergonomischen Bewegungsablauf beim Gehen einen Kurvenkörper
aufweist.
Stand der Technik
[0002] Hinsichtlich ihrer Funktion sind Skibindungen unterteilbar in Pistenbindungen, die
nur zum Abfahren und Skifahren an Skiliften verwendet werden, und Tourenbindungen,
die zusätzlich auch zum Gehen auf Skiern, insbesondere zum Aufsteigen mit Hilfe von
an den Skiern befestigten Steigfellen, verwendet werden. Während erstere bloss eine
zuverlässige Fixierung des Skischuhs auf dem Ski in einer sogenannten Abfahrtsstellung
zu gewährleisten haben, müssen letztere zum Aufsteigen zusätzlich von der Abfahrtsstellung
in eine Aufstiegsstellung der Bindung gebracht werden können, bei welcher der Skischuh
meistens nur noch im Bereich der Skischuhspitze um eine Querachse verschwenkbar am
Ski befestigt ist und im Fersenbereich vom Ski abhebbar ist, um zum Gehen eine Gelenkbewegung
zwischen Skischuh und Ski zu ermöglichen.
[0003] An Tourenbindungen werden zum Aufsteigen und Abfahren gänzlich unterschiedliche,
zum Teil gegensätzliche Anforderungen gestellt. Beim Aufstieg ist eine möglichst grosse
Bewegungsfreiheit zwischen Skischuh und Ski erwünscht, um ein ungehindertes Gehen
bzw. Aufsteigen zu ermöglichen. Bei der Abfahrt sind hingegen eine möglichst starre
Verbindung zwischen Ski und Skischuh einerseits und zwischen Skischuh und Fuss/Unterschenkel
andrerseits erwünscht, um eine optimale Kontrolle bzw. Führung der Skis zu ermöglichen.
[0004] In früheren Jahren war mit den vorwiegend aus Leder hergestellten Skischuhen aufgrund
der relativ kleinen Steifigkeit des Schuhleders nur eine begrenzte Stützung von Fuss/Unterschenkel
erreichbar. Dadurch wurde einerseits ein Teil der zum Aufsteigen erforderlichen Fussbeweglichkeit
bereits durch die Flexibilität der Skischuhe selbst erreicht, andrerseits konnten
Tourenbindungen verwendet werden, welche die Flexibilität von Schuhschaft und Schuhsohle
nicht einschränkten. So wird z.B. in AT 343 522 (Hausleithner) eine Tourenbindung
beschrieben, welche für ein bequemes Aufsteigen die Beweglichkeit einer flexiblen
Schuhsohle unterstützt, indem sie einerseits um eine erste Querachse im Bereich der
Schuhspitze verschwenkbar am Ski gelagert ist und andrerseits im Ballenbereich um
eine zweite Querachse zusätzlich knickbar ist.
[0005] Seit dem Aufkommen von Kunststoff-Skischuhen sind jedoch auch Skitourenfahrer nicht
mehr bereit, auf den wesentlich grösseren Halt und die dadurch bessere Skiführung
bei der Abfahrt zu verzichten, die mit Skitourenschuhen aus Kunststoff erreichbar
sind. Heute sind praktisch nur noch Kunststoff-Skitourenschuhe mit steifer Schuhsohle
und für solche Skischuhe geeignete Skibindungen auf dem Markt erhältlich. Eine solche
Tourenbindung, welche insbesondere auch sämtliche Sicherheitsanforderungen moderner
Pistenbindungen erfüllt, wird in WO 96/23559 (Fritschi) beschrieben. Skibindungen
dieser Art sind in der Aufstiegsstellung typischerweise um eine horizontale Querachse
im Bereich der Schuhspitze schwenkbar.
[0006] Da eine Schwenkbewegung mit steifer Fusssohle um eine Schwenkachse im Zehenspitzenbereich
nicht dem durch die Anatomie des menschlichen Körpers vorgegebenen natürlichen Bewegungsablauf
entspricht, wurden verschiedene Anstrengungen zur Entwicklung von Tourenbindungen
unternommen, die einen ergonomischeren Bewegungsablauf beim Aufsteigen ermöglichen.
In CH- 659 397 (Flückiger) wird eine Skibindung mit einem Gehzusatz beschrieben, der
in einer ersten Phase der Gelenkbewegung eine Schwenkbewegung um eine Querachse im
Fussballenbereich und in einer zweiten Phase eine Schwenkbewegung um eine Querachse
im Zehenspitzenbereich ermöglicht. Der Schuh ist somit über eine doppelgelenkartige
Verbindung mit zwei verschiedenen Schwenkachsen mit dem Ski verbunden. Während dieser
Gehzusatz eine gewisse Annäherung an einen natürlichen Bewegungsablauf ermöglicht,
weist er erstens den Nachteil auf, dass der Übergang der Gelenkbewegung von einer
Schwenkbewegung um die erste Querachse zu einer Schwenkbewegung um die zweite Querachse
abrupt erfolgt, was eine ruckartige Änderung des Bewegungsablaufs für den Skiläufer
zur Folge hat, wodurch bei jedem Schritt ein Schlag auf das Schienbein und/oder die
Ferse übertragen wird. Zweitens ist die konstruktionsbedingte Bindungshöhe und daraus
folgend die Höhe der Schuhposition über dem Ski beträchtlich. Zusätzlich muss der
Gehzusatz für die Abfahrt von der Bindung entfernt und separat mitgetragen werden.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer Skibindungung, durch
welche die Nachteile der bekannten Skibindungen überwunden werden.
[0008] Die Lösung der Aufgabe ist Gegenstand des Patentanspruchs 1.
[0009] Die erfindungsgemässe Skibindung weist Mittel zur Befestigung eines Schuhs an der
Bindung auf, die gelenkig um mindestens eine Querachse verschwenkbar am Ski befestigt
sind. Zusätzlich weist die erfindungsgemässe Skibindung einen die Gelenkbewegung zwischen
den Schuhbefestigungsmitteln und dem Ski steuernden Kurvenkörper mit einer mindestens
in einem Bereich in Skilängsrichtung konvex gekrümmten Oberfläche auf.
[0010] Damit der Kurvenkörper seine Führungsfunktion für die Gelenkbewegung überhaupt ausüben
kann, muss das Gelenk zwischen Schuhbefestigungsmitteln und Ski natürlich mehr als
nur einen (Rotations-) Freiheitsgrad haben, da ein Dreh- bzw. Schwenkgelenk mit genau
einem Rotationsfreiheitsgrad, wie es bei bekannten Tourenbindungen üblich ist, eine
Kreisbewegung erzwingt, deren Bahn nicht mehr zusätzlich gesteuert werden kann. Ein
Gelenk, das einerseits erlaubt, die Schuhbefestigungsmittel um eine Querachse verschwenkbar
am Ski zu befestigen, und andrerseits mehr als nur einen (Rotations-) Freiheitsgrad
aufweist, kann z.B. auf einem Doppelgelenk mit zwei Schwenkachsen, einem Dreh-Schubgelenk,
einem Kurvengelenk u.a. beruhen. Zur besseren Unterscheidung wird im folgenden für
eine reine Dreh- bzw. Schwenkbewegung um eine feste Dreh- bzw. Schwenkachse der Begriff
"Schwenkbewegung" verwendet, während die gelenkige Relativbewegung zwischen Ski und
Schuh bzw. Schuhbefestigungsmittel im allgemeinen mit "Gelenkbewegung" bezeichnet
wird.
[0011] Der erfindungsgemässe Kurvenkörper steuert die Gelenkbewegung mittels eines Abwälzvorgangs
zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche und einer Gegenfläche. Der Abwälzvorgang
zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche, die in Skilängsrichtung eine Abroll- bzw.
Abwälzkurve definiert, und der Gegenfläche kann aus einem reinen, gleitfreien Abrollen
bzw. Abwälzen oder einem mit Gleiten kombiniertem Abwälzen bestehen. Im folgenden
werden die Begriffe "Abwälzen" und die daraus abgeleiteten Begriffe sowohl für ein
gleitfreies Abwälzen als auch für ein mit Gleiten kombiniertes Abwälzen verwendet.
[0012] Des weiteren ist der Begriff "Skibindung" im folgenden nicht fälschlicherweise so
zu verstehen, dass eine Skibindung ausschliesslich auf Skis montiert werden kann.
Unter Skibindung wird vielmehr eine Bindung verstanden, die nebst dem Anbringen auf
Pisten- und Tourenskis auch auf alle anderen Arten von Skis oder auf Snowboards, Big-Foots,
Schneeschuhen, Rollenskis und ähnlichen Geräten anbringbar ist, welche eine Vorrichtung
zum Fixieren und wieder Lösen eines Schuhs am Gerät erfordern.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist bei abgesenktem Skischuh
der Kurvenkörper in einem Bereich zwischen dem Skischuh und dem Ski, in Skilängsrichtung
betrachtet vor der Schuhmitte angeordnet. Vorzugsweise ist der Kurvenkörper so ausgebildet
und angeordnet, dass mindestens in einer Phase der Gelenkbewegung zum Aufsteigen der
Kurvenkörper so abgewälzt wird, dass der Abstand zwischen der Schuhferse und dem Auflagepunkt
des Kurvenkörpers bei zunehmender Anhebung der Schuhferse zunimmt.
[0014] Der Kurvenkörper ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung an den Schuhbefestigungsmitteln und/oder an anderen am Schuh angebrachten
Bindungsteilen derart angeordnet, dass bei abgesenktem Schuh die konvex gekrümmte
Oberfläche auf der Unterseite des Kurvenkörpers liegt, die der Skioberseite gegenüberliegt.
Vorzugsweise ist weiter auf dem Ski und/oder auf den am Ski angebrachten Bindungsteilen
eine Rippe quer zur Skilängsrichtung derart unter dem Kurvenkörper angeordnet, dass
mindestens in einer Phase der Gelenkbewegung der Kurvenkörper auf der Rippe abgewälzt
wird, wobei in dieser Phase der Abstand zwischen der Schuhferse und dem Auflagepunkt
des Kurvenkörpers bei zunehmender Anhebung der Schuhferse im wesentlichen konstant
bleibt.
[0015] Weiter wird eine Ausführungsform der Erfindung bevorzugt, bei welcher der Kurvenkörper
als integraler Teil der Schuhbefestigungsmittel ausgeführt ist. Bevorzugterweise umfassen
die Schuhbefestigungsmittel einen Träger, auf dem der Skischuh befestigbar ist, wobei
der Kurvenkörper als Vorderpartie dieses Trägers ausgeführt ist.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst die erfindungsgemässe Bindung weiter
eine doppelgelenkartige Vorrichtung, wobei die Schuhbefestigungsmittel um eine erste
Querachse verschwenkbar an einem Zwischenglied gelagert sind, welches um eine zweite
Querachse verschwenkbar am Ski gelagert ist. Vorzugsweise ist die erste Querachse
als schwenkbare Verbindung zwischen dem Zwischenglied und dem Kurvenkörper ausgebildet.
[0017] Die nachfolgende detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung dient in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen nur als Beispiel für
ein besseres Verständnis der Erfindung und ist nicht als Einschränkung des Schutzbereichs
der Patentansprüche aufzufassen. Für den Fachmann sind aus der nachfolgenden Beschreibung
in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen und der Gesamtheit der Patentansprüche
weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen ohne weiteres erkennbar,
die jedoch immer noch innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung liegen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Die Zeichnungen stellen eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
dar. Es zeigen:
- Fig. 1.a
- schematische Seiten-Teilansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung, in einer Position mit abgesenkter Schuhferse;
- Fig. 1.b
- schematische Seiten-Teilansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung, in einer Position mit angehobener Schuhferse;
- Fig. 2
- schematische Seiten-Teilansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung;
- Fig. 3
- schematische Seiten-Teilansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung.
[0019] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0020] Die Figur 1 stellt eine erfindungsgemässe Skibindung mit einem Kurvenkörper 280 dar.
Als Gelenk mit mehr als nur einem (Rotations-) Freiheitsgrad zwischen einem Schuhträger
260 der Schuhbefestigungsmittel und der Skioberseite 210 weist die in Figur 1 dargestellte
Ausführungsform der Erfindung eine doppelgelenkartige Vorrichtung auf. Der Träger
260 mit einem vorderen Sohlenniederhalter 270 ist um eine erste Querachse 230 verschwenkbar
an einem Zwischenglied 240 gelagert, das um eine zweite Querachse 220 verschwenkbar
an einem Befestigungsteil 250 gelagert ist. Das Befestigungsteil 250 ist mit Schrauben
252, 254 am Ski (nicht dargestellt) befestigbar. Das plattenförmige Befestigungsteil
250 ist hinter der Lagerstelle für die zweite Querachse 220, in Skilängsrichtung betrachtet
nach hinten, verlängert. Die Oberseite dieser Verlängerung bildet die Gegenfläche
251, auf welcher die weiter unten erwähnte konvex gekrümmte Oberfläche 281 des Kurvenkörpers
280 abgewälzt wird. Zuhinterst, im wesentlichen unterhalb des Fussballenbereichs des
auf dem Schuhträger 260 befestigten Skischuhs (nicht dargestellt) ist am Befestigungsteil
250 eine quer zur Skilängsrichtung verlaufende Rippe 290 angeformt.
[0021] Am Träger 260 ist in seinem vordersten Bereich ein Kurvenkörper 280 angeformt, der
als integraler Bestandteil des Trägers 260 ausgebildet ist. Der Kurvenkörper hat an
seiner Unterseite eine in Skilängsrichtung konvex gekrümmte Oberfläche 281, welche
eine Abwälz-/Abrollkurve definiert, wobei die Oberfläche quer zur Skilängsrichtung
gerade ausgebildet ist.
[0022] Bei der in Figuren 1.a und 1.b dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist der
Kurvenkörper 280 (und somit der Träger 260) hinter der Position der Schuhspitze des
auf dem Schuhträger 260 fixierten Skischuhs, im Fussballenbereich, um die Querachse
230 verschwenkbar am Zwischenglied 240 gelagert. Die Bindungsbestandteile sind derart
angeordnet, dass der Ablauf der Gelenkbewegung zwischen dem Schuhträger 260 bzw. dem
Schuh und dem Ski beim Anheben der Schuhferse in drei Phasen erfolgt. In Figur 1.a
ist die Bindung in der Position mit abgesenkter Schuhferse, am Anfang der ersten Phase,
dargestellt. In der ersten Phase der Bindungs-Gelenkbewegung wird der Kurvenkörper
280 auf der Rippe 290 abgewälzt, wobei der Abstand zwischen der Schuhferse und dem
Auflagepunkt 285 des Kurvenkörpers 280 (Berührungspunkt zwischen konvexer Oberfläche
281 und Gegenfläche 251) im wesentlichen konstant bleibt. In der ersten Phase übt
der Skiläufer die grössten Kräfte über den Schuh und die Bindung auf den mit seinem
Gewicht belasteten Ski aus, deshalb ist ein kleiner Abstand zwischen der Schuhferse
und dem Auflagepunkt 285 des Kurvenkörpers und somit ein kleiner Gelenkhebel von Vorteil.
[0023] In der zweiten Bindungs-Bewegungsphase wird beim weiteren Anheben der Schuhferse
der Kurvenkörper 280 mit seiner konvex gekrümmten Oberfläche 281 auf der Gegenfläche
251 abgewälzt. Aufgrund der gelenkigen Befestigung des Kurvenkörpers 280 am Zwischenglied
240 besteht das Abwälzen nicht aus einer reinen, gleitfreien Abwälzbewegung, sondern
aus einer Kombination von Abwälzen/Abrollen und Gleiten. Durch diese Abwälzbewegung
nimmt der Abstand zwischen der Schuhferse und dem Auflagepunkt 285 des Kurvenkörpers
280 in der zweiten Phase kontinuierlich zu, indem der Auflagepunkt 285 des Kurvenkörpers
280 auf der Gegenfläche 251 kontinuierlich nach vorne wandert. In der in Figur 1.b
dargestellten zweiten Phase nehmen die durch den Skiläufer auf den Ski auszuübenden
Kräfte kontinuierlich ab. Die zweite Phase wird mit dem Erreichen eines Anschlags
(nicht dargestellt) abgeschlossen, der eine Weiterführung der Schwenkbewegung um die
Querachse 230 blockiert.
[0024] Wird die Gelenkbewegung zwischen Schuh und Ski in gleicher Richtung weitergeführt,
so ist in einer dritten Phase der Bewegung des Bindungsgelenks die erste Querachse
230 durch den Anschlag blockiert, wodurch die Gelenkbewegung nur noch aus einer Schwenkbewegung
um die zweite Querachse 220 besteht. Am Ende der dritten Phase verlagert der Tourenskiläufer
sein Gewicht auf den anderen Ski und er beginnt, den im wesentlichen bis zu diesem
Zeitpunkt auf dem Schnee ruhenden Ski nachzuziehen. Beim Nachziehen und anschliessenden
Vorwärtsschieben des entlasteten Skis wird der Schuh bzw. die Schuhbefestigungsmittel
bezüglich des Skis in einer umgekehrten Gelenkbewegung in die Ausgangsposition zurückgeführt.
[0025] Bei der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform weist die Skibindung anstelle des
oben erwähnten Doppelgelenks mit zwei Querachsen 220, 230 ein Dreh-Schubgelenk 300,
305, 330 auf. Der Kurvenkörper 380, der als integraler Teil eines den Skischuh (nicht
dargestellt) aufnehmenden Trägers 360 mit einem vorderseitigen Sohlenniederhalter
370 ausgebildet ist, ist um eine Querachse 330 verschwenkbar an einem Befestigungsteil
300 gelagert. Das Befestigungsteil 300 ist auf der Skioberseite 310 am Ski befestigt.
Die Querachse 330 ist entlang einer geraden, im wesentlichen vertikal angeordneten
Führungsschlitzeinrichtung 305 verschiebbar. Beim Anheben der Schuhferse und somit
des Trägers 360 an seinem hinterseitigen Ende (nicht dargestellt) wird der Kurvenkörper
380 und somit der Träger 360 um die Querachse 330 geschwenkt, wobei diese gleichzeitig
in der Führungsschlitzeinrichtung 305 nach unten verschoben wird. Gleichzeitig wird
der Kurvenkörper 380 mit seiner konvexen Oberfläche 381 auf der Gegenfläche 351 abgewälzt,
wobei der Auflagepunkt 385 des Kurvenkörpers 380 (Berührungspunkt zwischen konvexer
Oberfläche 281 und Gegenfläche 251) in Skilängsrichtung betrachtet nach vorne wandert.
Das Abwälzen zwischen konvexer Oberfläche 281 und Gegenfläche 251 ist bei der in Figur
2 dargestellten Ausführungsform kombiniert mit Gleiten.
[0026] Bei der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform wird das Gleiten durch ein der konvex
gekrümmten Oberfläche 481 entsprechendes Kurvengelenk 400, 405, 430 vermieden. Im
Gegensatz zur geradlinigen Führungsschlitzeinrichtung 305 der oben beschriebenen Ausführungsform
weist das an der Skioberseite 410 angebrachte Befestigungsteil 400 eine krummlinige
Führungsschlitzeinrichtung 405 zur Führung der Querachse 430 auf. Die Krümmung der
Führungsschlitzeinrichtung 405 ist so auf die Krümmung der konvex gekrümmten Oberfläche
481 des Kurvenkörpers 480 abgestimmt, dass beim Abwälzen der konvexen Oberfläche 481
auf der Gegenfläche 451 kein Gleiten auftritt, weil die Querachse 430 durch die Führungsschlitzeinrichtung
405 gleichzeitig nach unten und vorne geführt wird.
[0027] Anstelle der in den Figuren 2 und 3 dargestellten Führungsschlitze 305, 405 können
bei alternativen Ausführungsformen andere geeignete Führungseinrichtungen verwendet
werden, die eine geeignete Verschiebbarkeit der Schwenkachsen 330, 430 gewährleisten.
[0028] Bei einer weiteren, nicht in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsform der Erfindung
ist der Kurvenkörper nicht an den Schuhbefestigungsmitteln, sondern an der Skioberseite
angeordnet, wobei die konvex gekrümmte Oberfläche auf der Oberseite des Kurvenkörpers
liegt. Der Abwälzvorgang findet dann zwischen dieser konvex gekrümmten Oberfläche
und einer Gegenfläche statt, die entweder auf der Unterseite der Schuhbefestigungsmittel
oder des Skischuhs liegt.
[0029] Bei einer weiteren Variante ist nicht nur der Kurvenkörper, sondern auch die Gegenfläche
in Skilängrichtung gekrümmt. Die Abwälzkurve ergibt sich dann durch das Abwälzen einer
gekrümmten Oberfläche auf einer anderen gekrümmten Oberfläche.
[0030] Als Alternative zu den Schuhbefestigungsmitteln der bisher dargestellten Ausführungsformen,
die einen Schuhträger und einen Sohlenniederhalter umfassten, können bei einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung die Schuhbefestigungsmittel z.B. in der Skischuhsohle
eingelassene Lagerbuchsen umfassen, die welche entsprechende Zapfen am Zwischenglied
eingreifen können.
[0031] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann zur Reibungsverminderung zwischen
dem Kurvenkörper und der Gegenfläche, auf welcher die konvex gekrümmte Oberfläche
des Kurvenkörpers abgewälzt wird, eine Roll- oder Gleitvorrichtung vorgesehen sein.
So kann beispielsweise unterhalb des Kurvenkörpers ein Rollschlitten oder ein Gleitschlitten
vorgesehen sein, dessen Oberseite die Gegenfläche bildet, auf welcher die konvexe
Oberfläche des Kurvenkörpers gleitfrei abgewälzt wird, wobei sich gleichzeitig der
Rollschlitten bewegt. Anstelle eines Rollschlittens kann auch einen Serie von Rollen
auf der Gegenfläche vorgesehen sein, auf denen der Kurvenkörper abgewälzt wird. Als
Variante können die Rollen auch entlang der konvex gekrümmten Kurvenlinie des Kurvenkörpers
angeordnet sein und auf der nicht verschiebbaren Gegenfläche abgewälzt werden.
[0032] Bei einer anderen Ausführungsform ist der Kurvenkörper mittels eines Schubgelenks
an den Schuhbefestigungsmitteln oder der Skioberseite befestigt. Zur Vermeidung eines
Gleitens zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche des Kurvenkörpers und der Gegenfläche
ist beim Abwälzen zwischen Kurvenkörper und Gegenfläche der Kurvenkörper entlang des
Schubgelenks verschiebbar.
[0033] Als weitere Variante kann der Kurvenkörper zur Vermeidung eines Gleitens zwischen
der konvex gekrümmten Oberfläche des Kurvenkörpers und der Gegenfläche um eine weitere
Querachse verschwenkbar an den Schuhbefestigungsmitteln oder der Skioberseite befestigt
sein.
[0034] Weiter ist eine Ausfürhungsform der Erfindung möglich, bei der die Querrippe anstatt
auf der Gegenfläche, die dem Kurvenkörper gegenüberliegt, auf dem Kurvenkörper selbst
angeformt ist. Die Funktion und Zweck der Querrippe, nämlich die Bereitstellung einer
ersten Phase für den Bewegungsablauf, bleiben dadurch im wesentlichen gleich.
[0035] Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Verwendung einer erfindungsgemässen Tourenbindung
in Verbindung mit einer bei Tourenbindungen üblichen Steighilfe. Da die erfindungsgemässe
Bindung bereits für eine wesentliche Erleichterung des Aufsteigens insbesondere auch
in steilem Gelände sorgt, muss die in Verbindung mit der erfindungsgemässen Bindung
eingesetzte Steighilfe im Vergleich zu Steighilfen bei bekannten Tourenbindungen die
Schuhferse weniger hoch unterstützen, um die Gleiche Erleichterung beim Aufstieg zu
bewirken. Somit sind in Verbindung mit der erfindungsgemässen Bindung kleinere und
deshalb leichtere Steighilfen verwendbar als bei herkömmlichen Tourenbindungen.
[0036] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung eine Tourenbindung bereit
gestellt wird, die einen ergonomischen, der Anatomie des menschlichen Körpers entsprechenden
Bewegungsablauf beim Gehen und insbesondere beim Aufsteigen mit Skis ermöglicht. Oberhalb
des Sprunggelenks ergibt sich für den Skiläufer selbst bei Verwendung eines Skischuhs
mit steifer Schuhsohle ein ähnlicher Bewegungsablauf wie beim Laufen oder Gehen mit
einem Laufschuh mit weicher Sohle.
1. Skibindung mit Schuhbefestigungsmitteln (260, 270; 360, 370; 460, 470), die gelenkig
um mindestens eine Querachse (230; 330; 430) verschwenkbar am Ski befestigt sind,
gekennzeichnet durch einen die Gelenkbewegung zwischen den Schuhbefestigungsmitteln
(260, 270; 360, 370; 460, 470) und dem Ski steuernden Kurvenkörper (280; 380; 480)
mit einer mindestens in einem Bereich in Skilängsrichtung konvex gekrümmten Oberfläche
(281; 381; 481).
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei abgesenktem Schuh der
Kutuenkörper (280; 380; 480) in einem Bereich zwischen Schuh und Ski, in Skilängsrichtung
betrachtet vor der Schuhmitte angeordnet ist.
3. Skibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper (280;
380; 480) so ausgebildet und angeordnet ist, dass mindestens in einer Phase der Gelenkbewegung
der Kurvenkörper (280; 380; 480) so abgewälzt wird, dass der Abstand zwischen der
Schuhferse und dem Auflagepunkt (285; 385; 485) des Kurvenkörpers (280; 380; 480)
bei zunehmender Anhebung der Schuhferse zunimmt.
4. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper
(280; 380; 480) an den Schuhbefestigungsmitteln (260, 270; 360, 370; 460, 470) und/oder
den am Schuh angebrachten Bindungsteilen derart angeordnet ist, dass bei abgesenktem
Schuh die konvex gekrümmte Oberfläche (281; 381; 481) auf der Unterseite des Kurvenkörpers
(280; 380; 480) liegt.
5. Skibindung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Ski und/oder auf
den am Ski angebrachten Bindungsteilen eine Rippe (290) quer zur Skilängsrichtung
derart unter dem Kurvenkörper (280) angeordnet ist, dass mindestens in einer Phase
der Gelenkbewegung der Kurvenkörper (280) auf der Rippe (290) abgewälzt wird, wobei
der Abstand zwischen der Schuhferse und dem Auflagepunkt (285) des Kurvenkörpers (280)
bei zunehmender Anhebung der Schuhferse im wesentlichen konstant bleibt.
6. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper
(280; 380; 480) als Teil der Schuhbefestigungsmittel (260, 270; 360, 370; 460, 470)
ausgeführt ist.
7. Skibindung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhbefestigungsmittel
(260, 270; 360, 370; 460, 470) einen Träger (260; 360; 460) umfassen, auf dem der
Skischuh befestigbar ist, wobei der Kurvenkörper (280; 380; 480) als Vorderpartie
dieses Trägers (260; 360; 460) ausgeführt ist.
8. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhbefestigungsmittel
(260, 270) um eine erste Querachse (230) verschwenkbar an einem Zwischenglied (240)
gelagert sind, welches um eine zweite Querachse (220) verschwenkbar am Ski gelagert
ist.
9. Skibindung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Querachse
(230) als schwenkbare Verbindung zwischen dem Zwischenglied (240) und dem Kurvenkörper
(280) ausgebildet ist.