Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Skibindung. Insbesondere betrifft die Erfindung
eine Tourenbindung, die für einen ergonomischen Bewegungsablauf beim Gehen einen Kurvenkörper
aufweist.
Stand der Technik
[0002] Hinsichtlich ihrer Funktion sind Skibindungen unterteilbar in Pistenbindungen, die
nur zum Abfahren und Skifahren an Skiliften verwendet werden, und Tourenbindungen,
die zusätzlich auch zum Gehen auf Skiern, insbesondere zum Aufsteigen mit Hilfe von
an den Skiern befestigten Steigfellen, verwendet werden. Während erstere bloss eine
zuverlässige Fixierung des Skischuhs auf dem Ski in einer sogenannten Abfahrtsstellung
zu gewährleisten haben, müssen letztere zum Aufsteigen zusätzlich von der Abfahrtsstellung
in eine Aufstiegsstellung der Bindung gebracht werden können, bei welcher der Skischuh
meistens nur noch im Bereich der Skischuhspitze um eine Querachse verschwenkbar am
Ski befestigt ist und im Fersenbereich vom Ski abhebbar ist, um zum Gehen eine Gelenkbewegung
zwischen Skischuh und Ski zu ermöglichen.
[0003] An Tourenbindungen werden zum Aufsteigen und Abfahren gänzlich unterschiedliche,
zum Teil gegensätzliche Anforderungen gestellt. Beim Aufstieg ist eine möglichst grosse
Bewegungsfreiheit zwischen Skischuh und Ski erwünscht, um ein ungehindertes Gehen
bzw. Aufsteigen zu ermöglichen. Bei der Abfahrt sind hingegen eine möglichst starre
Verbindung zwischen Ski und Skischuh einerseits und zwischen Skischuh und Fuss/Unterschenkel
andrerseits erwünscht, um eine optimale Kontrolle bzw. Führung der Skis zu ermöglichen.
[0004] In früheren Jahren war mit den vorwiegend aus Leder hergestellten Skischuhen aufgrund
der relativ kleinen Steifigkeit des Schuhleders nur eine begrenzte Stützung von Fuss/Unterschenkel
erreichbar. Dadurch wurde einerseits ein Teil der zum Aufsteigen erforderlichen Fussbeweglichkeit
bereits durch die Flexibilität der Skischuhe selbst erreicht, andrerseits konnten
Tourenbindungen verwendet werden, welche die Flexibilität von Schuhschaft und Schuhsohle
nicht einschränkten. So wird z.B. in AT 343 522 (Hausleithner) eine Tourenbindung
beschrieben, welche für ein bequemes Aufsteigen die Beweglichkeit einer flexiblen
Schuhsohle unterstützt. indem sie einerseits um eine erste Querachse im Bereich der
Schuhspitze verschwenkbar am Ski gelagert ist und andrerseits im Ballenbereich um
eine zweite Querachse zusätzlich knickbar ist.
[0005] Seit dem Aufkommen von Kunststoff-Skischuhen sind jedoch auch Skitourenfahrer nicht
mehr bereit, auf den wesentlich grösseren Halt und die dadurch bessere Skiführung
bei der Abfahrt zu verzichten. die mit Skitourenschuhen aus Kunststoff erreichbar
sind. Heute sind praktisch nur noch Kunststoff-Skitourenschuhe mit steifer Schuhsohle
und für solche Skischuhe geeignete Skibindungen auf dem Markt erhältlich. Eine solche
Tourenbindung, welche insbesondere auch sämtliche Sicherheitsanforderungen moderner
Pistenbindungen erfüllt, wird in WO 96/23559 (Fritschi) beschrieben. Skibindungen
dieser Art sind in der Aufstiegsstellung typischerweise um eine horizontale Querachse
im Bereich der Schuhspitze schwenkbar.
[0006] Da eine Schwenkbewegung mit steifer Fusssohle um eine Schwenkachse im Zehenspitzenbereich
nicht dem durch die Anatomie des menschlichen Körpers vorgegebenen natürlichen Bewegungsablauf
entspricht, wurden verschiedene Anstrengungen zur Entwicklung von Tourenbindungen
unternommen, die einen ergonomischeren Bewegungsablauf beim Aufsteigen ermöglichen.
In CH- 659 397 (Flückiger) wird eine Skibindung mit einem Gehzusatz beschrieben, der
in einer ersten Phase der Gelenkbewegung eine Schwenkbewegung um eine Querachse im
Fussballenbereich und in einer zweiten Phase eine Schwenkbewegung um eine Querachse
im Zehenspitzenbereich ermöglicht. Der Schuh ist somit über eine doppelgelenkartige
Verbindung mit zwei verschiedenen Schwenkachsen mit dem Ski verbunden. Während dieser
Gehzusatz eine gewisse Annäherung an einen natürlichen Bewegungsablauf ermöglicht,
weist er erstens den Nachteil auf, dass der Übergang der Gelenkbewegung von einer
Schwenkbewegung um die erste Querachse zu einer Schwenkbewegung um die zweite Querachse
abrupt erfolgt, was eine ruckartige Änderung des Bewegungsablaufs für den Skiläufer
zur Folge hat, wodurch bei jedem Schritt ein Schlag auf das Schienbein und/oder die
Ferse übertragen wird. Zweitens ist die konstruktionsbedingte Bindungshöhe und daraus
folgend die Höhe der Schuhposition über dem Ski beträchtlich. Zusätzlich muss der
Gehzusatz für die Abfahrt von der Bindung entfernt und separat mitgetragen werden.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer Skibindungung, durch
welche die Nachteile der bekannten Skibindungen überwunden werden.
[0008] Die Lösung der Aufgabe ist Gegenstand des Patentanspruchs 1.
[0009] Die erfindungsgemässe Skibindung weist Mittel zur Befestigung eines Schuhs an der
Bindung auf, die gelenkig um mindestens eine Querachseverschwenkbar am Ski befestigt
sind. Zusätzlich weist die erfindungsgemässe Skibindung einen die Gelenkbewegung zwischen
den Schuhbefestigungsmitteln und dem Ski steuernden Kurvenkörper mit einer mindestens
in einem Bereich in Skilängsrichtung konvex gekrümmten Oberfläche auf.
[0010] Damit der Kurvenkörper seine Führungsfunktion für die Gelenkbewegung überhaupt ausüben
kann, muss das Gelenk zwischen Schuhbefestigungsmitteln und Ski natürlich mehr als
nur einen (Rotations-) Freiheitsgrad haben, da ein Dreh- bzw. Schwenkgelenk mit genau
einem Rotationsfreiheitsgrad, wie es bei bekannten Tourenbindungen üblich ist, eine
Kreisbewegung erzwingt, deren Bahn nicht mehr zusätzlich gesteuert werden kann. Ein
Gelenk, das einerseits erlaubt, die Schuhbefestigungsmittel um eine Querachse verschwenkbar
am Ski zu befestigen, und andrerseits mehr als nur einen (Rotations-) Freiheitsgrad
aufweist, kann z.B. auf einem Doppelgelenk mit zwei Schwenkachsen, einem Dreh-Schubgelenk,
einem Kurvengelenk u.a. beruhen. Zur besseren Unterscheidung wird im folgenden für
eine reine Dreh- bzw. Schwenkbewegung um eine feste Dreh- bzw. Schwenkachse der Begriff
"Schwenkbewegung" verwendet, während die gelenkige Relativbewegung zwischen dem Ski
einerseits und dem Schuh bzw. der Schuhbefestigungsmittel andrerseits im allgemeinen
mit "Gelenkbewegung" bezeichnet wird.
[0011] Der erfindungsgemässe Kurvenkörper steuert die Gelenkbewegung mittels eines Abwälzvorgangs
zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche und einer Gegenfläche.
[0012] Der Abwälzvorgang zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche, die in Skilängsrichtung
eine Abroll- bzw. Abwälzkurve definiert, und der Gegenfläche kann aus einem reinen,
gleitfreien Abrollen bzw. Abwälzen oder einem mit Gleiten kombiniertem Abwälzen bestehen.
Im folgenden werden die Begriffe "Abwälzen" und die daraus abgeleiteten Begriffe sowohl
für ein gleitfreies Abwälzen als auch für ein mit Gleiten kombiniertes Abwälzen verwendet.
[0013] Des weiteren ist der Begriff "Skibindung" im folgenden nicht fälschlicherweise so
zu verstehen, dass eine Skibindung ausschliesslich auf Skis montiert werden kann.
Unter Skibindung wird vielmehr eine Bindung verstanden, die nebst dem Anbringen auf
Pisten- und Tourenskis auch auf alle anderen Arten von Skis, Snowboards, Big-Foots,
Schneeschuhen, Rollenskis, Schlittschuhkufen und ähnlichen Geräten anbringbar ist,
die eine bewegliche Verbindung zwischen einem Schuh und dem Gerät erfordern.
[0014] Die erfindungsgemässe Vorrichtung gewährleistet einen ergonomischen, ruckfreien Bewegungsablauf
beim Aufsteigen mit Skieren. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Verwendung einer
erfindungsgemässen Tourenbindung in Verbindung mit einer bei Tourenbindungen üblichen
Steighilfe. Da die erfindungsgemässe Bindung bereits für eine wesentliche Erleichterung
des Aufsteigens insbesondere auch in steilem Gelände sorgt, muss die in Verbindung
mit der erfindungsgemässen Bindung eingesetzte Steighilfe im Vergleich zu Steighilfen
bei bekannten Tourenbindungen die Schuhferse weniger hoch unterstützen, um das selbe
Ausmass an Erleichterung beim Aufstieg zu bewirken. Somit sind in Verbindung mit der
erfindungsgemässen Bindung kleinere und deshalb leichtere Steighilfen verwendbar als
bei herkömmlichen Tourenbindungen.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist bei abgesenktem Skischuh
der Kurvenkörper in einem Bereich zwischen dem Skischuh und dem Ski, in Skilängsrichtung
betrachtet vor der Schuhmitte angeordnet. Vorzugsweise ist der Kurvenkörper so ausgebildet
und angeordnet, dass mindestens in einer Phase der Gelenkbewegung zum Aufsteigen der
Kurvenkörper so abgewälzt wird, dass der Abstand zwischen der Schuhferse und der Auflagelinie
des Kurvenkörpers bei zunehmender Anhebung der Schuhferse zunimmt.
[0016] Vorzugsweise ist der Kurvenkörper zum Zwecke einer Längsführung des Kurvenkörpers
während der Gelenkbewegung mit mindestens zwei stufenförmig angeordneten Oberflächen
versehen. Die stufenförmig angeordneten Oberflächen können zur Zusammenwirkung mit
entsprechend ausgebildeten stufenförmig ausgebildeten Oberflächen auf dem Ski oder
auf am Ski befestigten Bindungsteilen ausgebildet sein.
[0017] Der Kurvenkörper ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung an den Schuhbefestigungsmitteln und/oder an anderen am Schuh angebrachten
Bindungsteilen derart angeordnet, dass bei abgesenktem Schuh die konvex gekrümmte
Oberfläche auf der Unterseite des Kurvenkörpers liegt, die der Skioberseite gegenüberliegt.
Vorzugsweise ist weiter auf dem Ski und/oder auf den am Ski angebrachten Bindungsteilen
eine Rippe quer zur Skilängsrichtung derart unter dem Kurvenkörper angeordnet, dass
mindestens in einer Phase der Gelenkbewegung der Kurvenkörper auf der Rippe abgewälzt
wird, wobei in dieser Phase der Abstand zwischen der Schuhferse und der Auflagelinie
des Kurvenkörpers bei zunehmender Anhebung der Schuhferse im wesentlichen konstant
bleibt.
[0018] Weiter wird eine Ausführungsform der Erfindung bevorzugt, bei welcher der Kurvenkörper
als integraler Teil der Schuhbefestigungsmittel ausgeführt ist. Bevorzugterweise umfassen
die Schuhbefestigungsmittel einen Träger, auf dem der Skischuh befestigbar ist, wobei
der Kurvenkörper als Vorderpartie dieses Trägers ausgeführt ist.
[0019] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst die erfindungsgemässe Bindung weiter
eine doppelgelenkartige Vorrichtung, wobei die Schuhbefestigungsmittel um eine erste
Querachse verschwenkbar an einem Zwischenglied angelenkt sind, welches um eine zweite
Querachse verschwenkbar am Ski angelenkt ist. Vorzugsweise ist die erste Querachse
als schwenkbare Verbindung zwischen dem Zwischenglied und dem Kurvenkörper ausgebildet.
[0020] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich durch eine
zwischen dem Zwischenglied und den Schuhbefestigungsmitteln wirkende Feder aus, die
derart ausgebildet und angeordnet ist, dass sie einer Schwenkbewegung der Schuhbefestiungsmittel
in Richtung einer zunehmender Anhebung der Schuhferse um die erste Querachse herum
entgegenwirkt. Vorzugsweise ist weiter eine zwischen dem Zwischenglied und dem Ski
wirkende Feder vorgesehen, die derart ausgebildet und angeordnet ist, dass sie einer
Schwenkbewegung des Zwischengliedes in Richtung eines zunehmenden Winkels zwischen
dem Ski und dem Zwischenglied um die zweite Querachse herum entgegenwirkt. Vorteilhafterweise
sind die beiden Federn derart ausgebildet und angeordnet, dass durch die zwischen
dem Zwischenglied und dem Ski wirkende Feder bezüglich der zweiten Querachse ein grösseres
Drehmoment ausgeübt wird als durch die zwischen dem Zwischenglied und den Schuhbefestigungsmitteln
wirkende Feder bezüglich der ersten Querachse.
[0021] Die nachfolgende detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen der vorliegenden
Erfindung dienen in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen nur als Beispiel für
ein besseres Verständnis der Erfindung und sind nicht als Einschränkung des Schutzbereichs
der Patentansprüche aufzufassen. Für den Fachmann sind aus der nachfolgenden Beschreibung
in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen und der Gesamtheit der Patentansprüche
weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen ohne weiteres erkennbar,
die jedoch immer noch innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung liegen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0022] Die Zeichnungen stellen bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dar.
Es zeigen:
- Fig. 1.a
- schematische Seiten-Teilansicht einer ersten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung, in einer Position mitabgesenkter Schuhferse;
- Fig. 1.b
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 1.a in einer ersten
Gelenk-Position mit angehobener Schuhferse;
- Fig. 1.c
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 1.a in einer zweiten
Gelenk-Position mit angehobener Schuhferse;
- Fig. 2
- perspektivische Detailansicht des Zwischenglieds gemäss der in den Figuren 1.a bis
1.c dargestellten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 3.a
- Seiten-Teilansicht einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung;
- Fig. 3.b
- Seiten-Detailansicht des Zwischenglieds gemäss der in Figur 3.a dargestellten Ausführungsform
der Erfindung;
- Fig. 3.c
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 3.a in einer ersten
Gelenk-Position;
- Fig. 3.d
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 3.a in einer zweiten
Gelenk-Position;
- Fig. 3.e
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 3.a in einer dritten
Gelenk-Position;
- Fig. 3.f
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 3.a in einer vierten
Gelenk-Position;
- Fig. 4.a
- schematische Seiten-Teilansicht einer dritten bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung, in einer Position mitabgesenkter Schuhferse;
- Fig. 4.b
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 4.a in einer ersten
Gelenk-Position mit angehobener Schuhferse;
- Fig. 4.c
- schematische Seiten-Teilansicht der Ausführungsform aus Figur 4.a in einer zweiten
Gelenk-Position mit angehobener Schuhferse;
- Fig. 5.a
- perspektivische Detailansicht des Zwischenglieds gemäss der in den Figuren 4.a bis
4.c dargestellten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 5.b
- Querschnitt entlang der Linie A-A in der Figur 4.a;
- Fig. 6
- schematische Seiten-Teilansicht einer vierten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung;
- Fig. 7
- schematische Seiten-Teilansicht einer fünften Ausführungsform der erfindungsgemässen
Skibindung.
[0023] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0024] Die Figuren 1 und 2 stellen eine erste bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Skibindung mit einem Kurvenkörper 280 dar. Als Gelenk mit mehr als nur einem (Rotations-)
Freiheitsgrad zwischen einem Schuhträger 260 der Schuhbefestigungsmittel und der Skioberseite
210 weist die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Ausführungsform der Erfindung eine
doppelgelenkartige Vorrichtung auf. Der Träger 260 mit einem vorderen Sohlenniederhalter
270 ist um eine erste Querachse 230 verschwenkbar an einem Zwischenglied 240 angelenkt,
das um eine zweite Querachse 220 verschwenkbar an einem Befestigungsteil 250 angelenkt
ist. Wie in der Figur 2 deutlich zu sehen ist, besteht das Zwischenglied 240 bei dieser
Ausführungsform der Erfindung aus einer Mittelplatte, die bei abgesenkter Position
der Bindung im wesentlichen parallel zur Skioberseite ist, und zwei Seitenteilen,
die mit Bohrungen für die Schwenkachsen 220 und 230 versehen sind. Das Befestigungsteil
250 ist mit Schrauben 252, 254 am Ski (nicht dargestellt) befestigbar. Das plattenförmige
Befestigungsteil 250 ist hinter der Lagerstelle für die zweite Querachse 220, in Skilängsrichtung
betrachtet nach hinten, verlängert. Die Oberseite dieser Verlängerung bildet die Gegenfläche
251, auf welcher die weiter unten erwähnte konvex gekrümmte Oberfläche 281 des Kurvenkörpers
280 abgewälzt wird. Zuhinterst, im wesentlichen unterhalb des Fussballenbereichs des
auf dem Schuhträger 260 befestigten Skischuhs (nicht dargestellt) ist am Befestigungsteil
250 eine quer zur Skilängsrichtung verlaufende Rippe 290 angeformt.
[0025] Am Träger 260 ist in seinem vordersten Bereich ein Kurvenkörper 280 angeformt, der
als integraler Bestandteil des Trägers 260 ausgebildet ist. Der Kurvenkörper hat an
seiner Unterseite eine in Skilängsrichtung konvex gekrümmte Oberfläche 281, welche
eine Abwälz-/Abrollkurve definiert, wobei die Oberfläche quer zur Skilängsrichtung
gerade ausgebildet ist.
[0026] Bei der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist der
Kurvenkörper 280 (und somit der Träger 260) hinter der Position der Schuhspitze des
auf dem Schuhträger 260 fixierten Skischuhs, im Fussballenbereich, um die Querachse
230 verschwenkbar am Zwischenglied 240 angelenkt. Die Bindungsbestandteile sind derart
angeordnet, dass der Ablauf der Gelenkbewegung zwischen dem Schuhträger 260 bzw. dem
Schuh und dem Ski beim Anheben der Schuhferse in drei Phasen erfolgt.
[0027] In Figur 1.a ist die Bindung in der Position mitabgesenkter Schuhferse, am Anfang
der ersten Phase, dargestellt. In der ersten Phase (Abstossphase) der Bindungs-Gelenkbewegung
wird der Kurvenkörper 280 auf der Rippe 290 abgewälzt, wobei der Abstand zwischen
der Schuhferse und der Auflagelinie 285 des Kurvenkörpers 280 (Berührungslinie zwischen
konvexer Oberfläche 281 und Gegenfläche 251) im wesentlichen konstant bleibt. In der
ersten Phase übt der Skiläufer die grössten Kräfte über den Schuh und die Bindung
auf den mit seinem Gewicht belasteten Ski aus, deshalb ist ein kleiner Abstand zwischen
der Schuhferse und der Auflagelinie 285 des Kurvenkörpers und somit ein kleiner Gelenkhebel
von Vorteil.
[0028] In der zweiten Bindungs-Bewegungsphase (Abrollphase) wird beim weiteren Anheben der
Schuhferse der Kurvenkörper 280 mit seiner konvex gekrümmten Oberfläche 281 auf der
Gegenfläche 251 abgewälzt. Aufgrund der gelenkigen Befestigung des Kurvenkörpers 280
am Zwischenglied 240 besteht das Abwälzen nicht aus einer reinen, gleitfreien Abwälzbewegung,
sondern aus einer Kombination von Abwälzen/Abrollen und Gleiten. Durch diese Abwälzbewegung
nimmt der Abstand zwischen der Schuhferse und der Auflagelinie 285 des Kurvenkörpers
280 in der zweiten Phase kontinuierlich zu, indem die Auflagelinie 285 des Kurvenkörpers
280 auf der Gegenfläche 251 kontinuierlich nach vorne wandert. In der in Figur 1.b
dargestellten zweiten Phase nehmen die durch den Skiläufer auf den Ski auszuübenden
Kräfte kontinuierlich ab. Die zweite Phase wird mit dem Erreichen eines ersten Anschlags
(nicht dargestellt) zur Begrenzung der Schwenkbewegung um die erste Querachse 230
abgeschlossen. Der erste Anschlag blockiert eine Weiterführung der Schwenkbewegung
um die Querachse 230.
[0029] Wird die Gelenkbewegung zwischen Schuh und Ski in gleicher Richtung weitergeführt,
so ist in der in Figur 2.c dargestellten dritten Phase (Schwungphase) der Bewegung
des Bindungsgelenks die erste Querachse 230 durch den ersten Anschlag blockiert, wodurch
die Gelenkbewegung nur noch aus einer Schwenkbewegung um die zweite Querachse 220
besteht. Am Ende der dritten Phase verlagert der Tourenskiläufer sein Gewicht auf
den anderen Ski und er beginnt, den im wesentlichen bis zu diesem Zeitpunkt auf dem
Schnee ruhenden Ski nachzuziehen. Beim Nachziehen und anschliessenden Vorwärtsschieben
des entlasteten Skis wird der Schuh bzw. die Schuhbefestigungsmittel bezüglich des
Skis in einer umgekehrten Gelenkbewegung in die Ausgangsposition zurückgeführt.
[0030] In den Figuren 3.a bis 3.f ist eine zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
dargestellt, die der in den Figuren 1 und 2 dargestellten und weiter oben beschriebenen
Ausführungsform ähnlich ist. Das Zwischenglied 340 ist wesentlich kürzer ausgeführt
als das weiter oben beschriebene Zwischenglied 240, und die Querachse 330 ist im Bereich
unterhalb der Schuhspitze am als integraler Bestandteil des Schuhträgers 360 ausgebildeten
Kurvenkörper 380 angeordnet. Trotz der Anordnung der Querachse 330 im Bereich der
Schuhspitze ergibt sich durch die Wirkung des Kurvenkörpers 380 für die erste Phase
des Bewegungsablaufs angenähert ein Drehpunkt im Fussballenbereich und somit ein ergonomischer
Bewegungsablauf.
[0031] Nebst dem ersten Anschlag zur Begrenzung der Schwenkbewegung um die erste Querachse
330 (analog zu der in den Figuren 1 und 2 beschriebenen Ausführungsform) ist bei der
in den Figuren 3.a bis 3.f beschriebenen zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
zur Begrenzung der Schwenkbewegung um die erste Querachse in umgekehrter Richtung
ein zweiter Anschlag vorgesehen, damit ein Schwenken in Richtung des Absenkens der
Ferse über die Gelenkposition bei abgesenktem Schuh hinaus verunmöglicht wird. Damit
wird verhindert, dass das Doppelgelenk in der Abfahrtsstellung der Bindung einer nach
oben gerichteten Kraft der Schuhspitze, wie sie z.B. beim Skifahren mit Rücklage entstehen
kann, unerwünschterweise nachgibt. Die Blockierung der Schwenkbewegung um die erste
Querachse 330 durch den zweiten Anschlag kann aber auch in der Aufstiegsstellung der
Bindung nützlich sein, z.B. beim Ausführen von Treppenschritten oder Spitzkehren im
Aufstieg. Zur Bildung des zweiten Anschlags für die erste Querachse 330 ist am Kurvenkörper
380 ein Vorsprung angeformt, der in der Bindungsposition mit abgesenkter Schuhferse
mit seiner Vorderseite 382 gegen eine entsprechend geformte Hinterseite 342 des Zwischenglieds
340 stösst.
[0032] In den Figuren 3.c - 3.f ist die in der Figur 3.a dargestellte Ausführungsform der
Erfindung in verschiedenen Gelenkstellungen - d.h. mit auf verschiedene Höhen angehobener
Schuhferse - dargestellt. In Figur 3.c ist die Bindung in der Position mitabgesenkter
Schuhferse, am Anfang des Bewegungsablaufs für einen Aufstiegsschritt, dargestellt.
Das Zwischenglied 340 ist am Ende mit der ersten Querachse 330 nach oben angehoben,
und seine Hinterseite 342 stösst gegen die entsprechend geformte Vorderseite 382 an
einem am Kurvenkörper 380 angeformten Vorsprungs und bildet dadurch einen Anschlag
zur Begrenzung der Schwenkbewegung um die erste Querachse 330, damit ein Schwenken
in Richtung des Absenkens der Ferse über die Gelenkposition bei abgesenktem Schuh
hinaus - oder ein Anheben des Skischuhs im Bereich der Schuhspitze - verunmöglicht
wird. Beim Anheben der Ferse (Figuren 3.d bis 3.e) wandert die Auflagelinie 385 des
Kurvenkörpers 380 auf dem Befestigungsteil 350 kontinuierlich nach vorne, wobei gleichzeitig
das Zwischenglied 340 im Bereich seiner ersten Querachse 330 zunächst abgesenkt und
später wieder angehoben wird. Insgesamt liefert auch diese Ausführungsform der Erfindung
einen runden, ergonomischen Bewegungsablauf.
[0033] Im Unterschied zur weiter oben beschriebenen ersten bevorzugten Ausführungsform ist
bei der in den Figuren 3.a bis 3.f dargestellten zweiten bevorzugten Ausführungsform
keine Rippe am Ende des Befestigungsteils 350 angeformt. Dadurch entfällt bei dieser
Ausführungsform die weiter oben erwähnte Abstossphase des Bindungs-Bewegungsablaufs.
[0034] Es ist jedoch auch eine alternative Ausführungsform möglich, die sämtliche Merkmale
der in den Figuren 3.a bis 3.f dargestellten Ausführungsform aufweist und zur Bereitstellung
eines dreiphasigen Bewegungsablaufes eine zur Ausführungsform der Figuren 1.a - 1.c
analoge Querrippe aufweist. Als weitere Alternative (sowohl zur Ausführungsform der
Figuren 1.a - 1.c als auch zur Ausführungsform der Figuren 3.a bis 3.f) kann die Querrippe
anstatt auf der Gegenfläche, die dem Kurvenkörper gegenüberliegt, auf dem Kurvenkörper
selbst angeformt sein, ohne dass dadurch Funktion und Zweck der Querrippe wesentlich
geändert wird.
[0035] In den Figuren 4 und 5 ist eine dritte bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt,
die der in den Figuren 1 und 2 dargestellten ersten bevorzugten Ausführungsform sowie
der in den Figuren 3.a bis 3.f dargestellten zweiten bevorzugten Ausführungsform ähnlich
ist.
[0036] Als Gelenk zwischen dem Schuhträger 460 der Schuhbefestigungsmittel und der Skioberseite
410 weist die in den Figuren 4 und 5 dargestellte Ausführungsform der Erfindung wiederum
eine doppelgelenkartige Vorrichtung auf: der Träger 460 mit einem vorderen Sohlenniederhalter
470 ist um eine erste Querachse 430 verschwenkbar an einem Zwischenglied 440 angelenkt,
das um eine zweite Querachse 420 verschwenkbar an einem Befestigungsteil 450 angelenkt
ist.
[0037] Wie in der Figur 5.a zu erkennen ist, besteht das einstückige Zwischenglied 440 bei
der dritten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung aus einer mittleren, plattenförmigen
Stegpartie 445 und zwei plattenförmigen seitlichen Schenkelpartien 444, 446. Die Platten
der beiden Schenkelpartien 444, 446 sind ungefähr rechtwinklig zur Platte der Stegpartie
445 angeordnet. Die Schenkelpartien 444, 446 sind mit Bohrungen 448.1 - 448.4 für
die Schwenkachsen 420 und 430 versehen. Ungefähr mittig zwischen den beiden Schenkelpartien
444, 446 ist an der bezüglich der Skilängsrichtung vorderen Seite ein Nocken 447 an
der Stegpartie 445 angeformt, der zur Aufnahme der nachfolgend beschriebenen Druckfeder
425 ausgebildet ist.
[0038] Das einstückige Befestigungsteil 450 ist mit Schrauben am Ski befestigbar. Das Befestigungsteil
450 ist hinter der Lagerstelle für die zweite Querachse 420, in Skilängsrichtung betrachtet,
nach hinten plattenförmig verlängert. An den Seitenrändern der Oberseite dieser plattenförmigen
Verlängerung 453 sind die Gegenflächen 451.1 - 451.4 ausgebildet, auf welchen die
nachfolgend erwähnten konvex gekrümmten Oberflächen 481.1 - 481.4 des Kurvenkörpers
480 abgewälzt werden.
[0039] Am Träger 460 ist in seinem vordersten Bereich ein Kurvenkörper 480 angeformt, der
als integraler Bestandteil des Trägers 460 ausgebildet ist. An den Seitenrändern der
Unterseite des Kurvenkörpers 480 sind vier in Skilängsrichtung konvex gekrümmte Oberflächen
481.1- 481.4 ausgebildet, welche eine Abwälz-/Abrollkurve definieren.
[0040] Im Gegensatz zu den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung bestehen
bei der in den Figuren 4 und 5 dargestellten Ausführungsform der Erfindung die gekrümmte
Oberfläche des Kurvenkörpers 480 sowie die entsprechende Gegenfläche auf der Oberseite
des Befestigungsteils 450 nicht aus je einer einzigen, durchgehenden Fläche, sondern
sie sind je in vier Teilflächen 481.1 - 481.4 bzw. 451.1 - 451.4 unterteilt. Dies
ist am besten im Querschnitt der Figur 5.b zu erkennen. Zwei gekrümmte Teilflächen
481.1, 481.2 des Kurvenkörpers 480 sind derart angeordnet, dass sie eine dem einen
Seitenrand des Kurvenkörpers 480 entlang verlaufende Stufe bilden. Durch die beiden
Gegenflächen 451.1, 451.2 wird eine entsprechende Stufe am entsprechenden Längsrand
auf der Oberseite der plattenförmigen Verlängerung 453 des Befestigungsteils 450 gebildet.
Die beiden Stufen wirken beim Abwälzen des Kurvenkörpers 480 auf der plattenförmigen
Verlängerung 453 derart zusammen, dass der Kurvenkörper 480 in Längsrichtung einseitig
geführt wird. Auf der anderen Seite des Kurvenkörpers 480 sind zwei weitere gekrümmte
Oberflächen 481.3, 481.4 derart angeordnet, dass sie eine dem anderen Seitenrand des
Kurvenkörpers 480 entlang verlaufende weitere Stufe bilden. Analog wird durch die
beiden weiteren Gegenflächen 451.3, 451.4 eine entsprechende Stufe am entsprechenden
anderen Längsrand auf der Oberseite der plattenförmigen Verlängerung 453 des Befestigungsteils
450 gebildet, wobei die beiden Stufen wiederum beim Abwälzen des Kurvenkörpers 480
auf der plattenförmigen Verlängerung 453 derart zusammenwirken, dass der Kurvenkörper
480 in Längsrichtung einseitig geführt wird. Insgesamt dient die plattenförmige Verlängerung
453 somit als Führungsschiene zur Längsführung des Kurvenkörpers 480, wenn letzterer
auf der Oberseite der plattenförmigen Verlängerung 453 des Befestigungsteils 450 abgewälzt
wird.
[0041] Weiter ist die Mittelpartie der Oberseite derplattenförmigen Verlängerung 453 mit
einer rinnenförmigen Vertiefung 455 versehen, welche in Skilängsrichtung angeordnet
ist. Durch die Längsrinne 455 wird einerseits Platz für den vordersten Teil des Schuhträgers
460 und den untersten Teil des Sohlenniederhalters 470 geschaffen, wenn diese Teile
im Verlaufe der Gelenkbewegung zwischen dem Schuhträger 460 bzw. dem Schuh und dem
Ski beim Anheben der Schuhferse nach unten bewegt werden. Andrerseits dient die Rinne
auch zur Wegbeförderung von Schnee, der beim Gehen mit der Skibindung in den Gelenkbereich
und den Bereich zwischen dem Schuhträger 460 sowie der Skioberseite 410 eindringt.
Die Rinne 455 ist derart ausgebildet, dass allfällig in den Bindungsbereich eingedrungener
Schnee aufgrund der Gelenkbewegung durch die entsprechend ausgebildeten Vorderpartie
des Schuhträgers 460 und/oder des Sohlenniederhalters 470 durch die Rinne 455 hindurch
nach hinten wegbefördert wird.
[0042] In Figur 4.a ist die Bindung in der Position mitabgesenkter Schuhferse dargestellt.
Die Figur 4.b zeigt die Bindung in einer Position, bei welcher der Schuhträger 460
gegenüber der Skioberseite 410 einen Winkel von ungefähr 60 Grad einschliesst. Bei
der in der Figur 4.c dargestellten Position wurde der Schuhträger 460 um über 90 Grad
aus der horizontalen Position bewegt.
[0043] Analog zu der in den Figuren 3.a bis 3.f beschriebenen zweiten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist bei der in den Figuren 4 und 5 beschriebenen dritten bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung zur Begrenzung der Schwenkbewegung um die erste Querachse
430 in Rückwärtsrichtung wiederum ein Anschlag vorgesehen, der dem weiter oben beschriebenen
zweiten Anschlag entspricht. Dem Vorsprung, der gemäss der zweiten Ausführungsform
der Erfindung mit seiner Vorderseite 382 gegen eine entsprechend geformte Hinterseite
342 des Zwischenglieds 340 stösst, entspricht bei der dritten Ausführungsform der
Erfindung ein Vorsprung, der mit seiner Vorderseite 482 gegen eine entsprechend geformte
Hinterseite 442 des Zwischenglieds 440 stösst.
[0044] Bei der in den Figuren 4 und 5 dargestellten dritten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung fehlt jedoch ein dem ersten Anschlag bei den weiter oben beschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung entsprechender Anschlag, welcher in einer bestimmten
Position die Weiterführung der Schwenkbewegung um die Querachse 430 blockieren würde.
Vielmehr ist sogar der Sohlenniederhalter 470 derart ausgebildet, dass seine vorderseitige
Aussenseite eine konvex gekrümmte Konturlinie definiert. Dadurch wirkt bei einer sehr
grossen Auslenkung des Schuhträgers aus der Ruheposition, wie sie beispielsweise in
der Figur 4.c dargestellt ist, derSohlenniederhalter 470 quasi als Fortsetzung und
Kurvenkörpers und steuert die Gelenkbewegung, indem er auf dem Befestigungsteil 450
abgewälzt wird. Um in der Aufstiegsstellung trotz des fehlenden ersten Anschlages
eine ausreichende Stabilität der Bindung zur Erleichterung z.B. beim Ausführen von
Treppenschritten oder Spitzkehren zu gewährleisten, sind gemäss der dritten Ausführungsform
der Erfindung zwei Federn 425, 435 an der Bindung angeordnet.
[0045] Die Zugfeder 435 (auch Steigfeder genannt) ist einerseits am Zwischenglied 440 -
konkret an der Innenseite der Schenkelpartie 446 des Zwischengliedes 440 - und andrerseits
an einer Längsaussenseite des Kurvenkörpers 480 befestigt. Die Zugfeder 435 wirkt
somit beim Anheben der Schuhferse der Schwenkbewegung um die erste Querachse 430 entgegen
und verhindert, dass, wenn der Skiläufer den Skischuh mitsamt des über die Bindung
an ihm angebrachten Skis anhebt, das hintere Skiende nach unten hängt.
[0046] Die Druckfeder 425 ist zwischen der vorderen Partie des Befestigungsteils 450 und
dem Zwischenglied 440 angeordnet und wirkt der Schwenkbewegung um die zweite Querachse
420 derart entgegen, dass das Zwischenglied 440 um die zweite Schwenkachse 420 herum
nach unten, in Richtung zur Skioberseite 410 hin gedrückt wird. Die Druckfeder 425
wird zwischengliedseitig vom an der vorderen Seite derZwischengliedstegpartie 445
angeformten Nocken 447 aufgenommen.
[0047] Die beiden Federn 425, 435 sind derart ausgebildet und angeordnet, dass durch die
Druckfeder 425 bezüglich der zweiten Schwenkachse 420 ein grösseres Drehmoment ausgeübt
wird als durch die Zugfeder 435 bezüglich der ersten Schwenkachse 430. Dadurch wird
gewährleistet, dass während der ganzen Gelenkbewegung, die im wesentlichen zwischen
dem Schuhträger 460 und der Befestigungsplatte 450 ausgeführt wird, der als integraler
Teil des Schuhträgers 460 ausgebildete Kurvenkörper 480 stets auf der plattenförmigen
Verlängerung 453 des Befestigungsteils 450 abgewälzt wird und die Gelenkbewegung somit
durch den Kurvenkörper gesteuert wird.
[0048] Um zu verhindern, dass bei einer Entlastung der Fersenpartie des Schuhträgers 460
das Zwischenglied 440 durch die Druckfeder 425 um die zweite Schwenkachse 420 herum
nach unten auf die Skioberseite 410 gedrückt und dadurch aufgrund der konvexen Krümmung
des Kurvenkörpers 480 die Fersenpartie des Schuhträgers 460 von der Skioberseite 410
weg angehoben wird, ist das durch die zweite Schwenkachse 420 definierte Schwenkgelenk
derart ausgebildet und angeordnet, dass es mit einer beträchtlichen Reibung jeglicher
Schwenkbewegung um die zweite Schwenkachse herum entgegenwirkt. Im Gegensatz dazu
ist das durch die erste Schwenkachse 430 definierte Schwenkgelenk möglichst reibungsfrei
ausgebildet, um beim Aufsteigen eine leichtgängige Gelenkbewegung der Skibindung zu
erreichen.
[0049] Insgesamt liefert die in den Figuren 4 und 5 dargestellte Ausführungsform der Erfindung
einen noch runderen und ergonomischeren Bewegungsablauf als die weiter vorne beschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung.
[0050] Bei der in Figur 6 dargestellten vierten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
weist die Skibindung anstelle des oben erwähnten Doppelgelenks mit zwei Querachsen
bloss ein Dreh-Schubgelenk 600, 605, 630 auf. Der Kurvenkörper 680, der als integraler
Teil eines den Skischuh (nicht dargestellt) aufnehmenden Trägers 660 mit einem vorderseitigen
Sohlenniederhalter 670 ausgebildet ist, ist um eine Querachse 630 verschwenkbar an
einem Befestigungsteil 600 angelenkt. Das Befestigungsteil 600 ist auf der Skioberseite
610 am Ski befestigt. Die Querachse 630 ist entlang einer geraden, im wesentlichen
vertikal angeordneten Führungsschlitzeinrichtung 605 verschiebbar. Beim Anheben der
Schuhferse und somit des Trägers 660 an seinem hinterseitigen Ende (nicht dargestellt)
wird der Kurvenkörper 680 und somit der Träger 660 um die Querachse 630 geschwenkt,
wobei diese gleichzeitig in der Führungsschlitzeinrichtung 605 nach unten verschoben
wird. Gleichzeitig wird der Kurvenkörper 680 mit seiner konvexen Oberfläche 681 auf
der Gegenfläche 651 abgewälzt, wobei die Auflagelinie 685 des Kurvenkörpers 680 (Berührungslinie
zwischen konvexer Oberfläche 681 und Gegenfläche 651) in Skilängsrichtung betrachtet
nach vorne wandert. Das Abwälzen zwischen konvexer Oberfläche 681 und Gegenfläche
651 ist bei der in Figur 6 dargestellten Ausführungsform kombiniert mit einem Gleiten.
[0051] Bei der in Figur 7 dargestellten fünften bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird das Gleiten durch ein der konvex gekrümmten Oberfläche 781 entsprechendes Kurvengelenk
700, 705, 730 vermieden. Im Gegensatz zur geradlinigen Führungsschlitzeinrichtung
605 der oben beschriebenen Ausführungsform weist das an der Skioberseite 710 angebrachte
Befestigungsteil 700 eine krummlinige Führungsschlitzeinrichtung 705 zur Führung der
Querachse 730 auf. Die Krümmung der Führungsschlitzeinrichtung 705 ist derart auf
die Krümmung der konvex gekrümmten Oberfläche 781 des Kurvenkörpers 780 abgestimmt,
dass beim Abwälzen der konvexen Oberfläche 781 auf der Gegenfläche 751 kein Gleiten
auftritt, weil die Querachse 730 durch die Führungsschlitzeinrichtung 705 gleichzeitig
nach unten und vorne geführt wird.
[0052] Anstelle der in den Figuren 6 und 7 dargestellten Führungsschlitze 605, 705 können
bei alternativen Ausführungsformen andere geeignete Führungseinrichtungen verwendet
werden, die eine geeignete Verschiebbarkeit der Schwenkachsen 630, 730 gewährleisten.
[0053] Bei einer weiteren, nicht in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsform der Erfindung
ist der Kurvenkörper nicht an den Schuhbefestigungsmitteln, sondern an der Skioberseite
angeordnet, wobei die konvex gekrümmte Oberfläche auf der Oberseite des Kurvenkörpers
liegt. Der Abwälzvorgang findet dann zwischen dieser konvex gekrümmten Oberfläche
und einer Gegenfläche statt, die entweder auf der Unterseite der Schuhbefestigungsmittel
oder des Skischuhs liegt.
[0054] Bei einer weiteren Variante der Erfindung ist nicht nur der Kurvenkörper, sondern
auch die Gegenfläche in Skilängsrichtung gekrümmt. Die Abwälzkurve ergibt sich dann
durch das Abwälzen einer gekrümmten Oberfläche auf einer anderen gekrümmten Oberfläche.
[0055] Als Alternative zu den Schuhbefestigungsmitteln gemäss den bisher dargestellten Ausführungsformen,
die einen Schuhträger und einen Sohlenniederhalter umfassen, können bei einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung die Schuhbefestigungsmittel z.B. in der Skischuhsohle
eingelassene Lagerbuchsen umfassen, die welche entsprechende Zapfen am Zwischenglied
eingreifen können.
[0056] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann zur Reibungsverminderung zwischen
dem Kurvenkörper und der Gegenfläche, auf welcher die konvex gekrümmte Oberfläche
des Kurvenkörpers abgewälzt wird, eine Roll- oder Gleitvorrichtung vorgesehen sein.
So kann beispielsweise unterhalb des Kurvenkörpers ein Rollschlitten oder ein Gleitschlitten
vorgesehen sein, dessen Oberseite die Gegenfläche bildet, auf welcher die konvexe
Oberfläche des Kurvenkörpers gleitfrei abgewälzt wird, wobei sich gleichzeitig der
Rollschlitten bewegt. Anstelle eines Rollschlittens kann auch einen Serie von Rollen
auf der Gegenfläche vorgesehen sein, auf denen der Kurvenkörper abgewälzt wird. Als
Variante können die Rollen auch entlang der konvex gekrümmten Kurvenlinie des Kurvenkörpers
angeordnet sein und auf der nicht verschiebbaren Gegenfläche abgewälzt werden.
[0057] Bei einer anderen Ausführungsform ist der Kurvenkörper mittels eines Schubgelenks
an den Schuhbefestigungsmitteln oder der Skioberseite befestigt. Zur Vermeidung eines
Gleitens zwischen der konvex gekrümmten Oberfläche des Kurvenkörpers und der Gegenfläche
ist beim Abwälzen zwischen Kurvenkörper und Gegenfläche der Kurvenkörper entlang des
Schubgelenks verschiebbar.
[0058] Als weitere Variante kann der Kurvenkörper zur Vermeidung eines Gleitens zwischen
der konvex gekrümmten Oberfläche des Kurvenkörpers und der Gegenfläche um eine weitere
Querachse verschwenkbar an den Schuhbefestigungsmitteln oder der Skioberseite befestigt
sein.
[0059] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung eine Tourenbindung bereit
gestellt wird, die einen ergonomischen, der Anatomie des menschlichen Körpers entsprechenden
Bewegungsablauf beim Gehen und insbesondere beim Aufsteigen mit Skis ermöglicht. Oberhalb
des Sprunggelenks ergibt sich für den Skiläufer selbst bei Verwendung eines Skischuhs
mit steifer Schuhsohle ein ähnlicher Bewegungsablauf wie beim Laufen oder Gehen mit
einem Laufschuh mit weicher Sohle.
1. Skibindung mit Schuhbefestigungsmitteln (260, 270; 360, 370; 460, 470; 660, 670; 760,
770), die gelenkig um mindestens eine Querachse (230; 630; 730) verschwenkbar am Ski
befestigt sind, gekennzeichnet durch einen die Gelenkbewegung zwischen den Schuhbefestigungsmitteln
(260, 270; 360, 370; 460, 470; 660, 670; 760, 770) und dem Ski steuernden Kurvenkörper
(280; 380; 480; 680; 780) mit einer mindestens in einem Bereich in Skilängsrichtung
konvex gekrümmten Oberfläche (281; 381; 481; 681; 781).
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei abgesenktem Schuh der
Kurvenkörper (280; 380; 480; 680; 780) in einem Bereich zwischen Schuh und Ski, in
Skilängsrichtung betrachtet vor der Schuhmitte angeordnet ist.
3. Skibindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper (280;
380; 480; 680; 780) derart ausgebildet und angeordnet ist, dass mindestens in einer
Phase der Gelenkbewegung der Kurvenkörper (280; 380; 480; 680; 780) so abgewälzt wird,
dass der Abstand zwischen der Schuhferse und der Auflagelinie (285; 385; 485; 685;
785) des Kurvenkörpers (280; 380; 480; 680; 780) bei zunehmender Anhebung der Schuhferse
zunimmt.
4. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper
(480) zur Längsführung des Kurvenkörpers (480) während der Gelenkbewegung mit mindestens
zwei stufenförmig angeordneten Oberflächen (481.1, 481.2, 481.3, 481.4) versehen ist.
5. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper
(280; 380; 480; 680; 780) an den Schuhbefestigungsmitteln (260, 270; 360, 370; 460,
470; 660, 670; 760, 770) und/oder den am Schuh angebrachten Bindungsteilen derart
angeordnet ist, dass bei abgesenktem Schuh die konvex gekrümmte Oberfläche (281; 381;
481; 681; 781) auf der Unterseite des Kurvenkörpers (280; 380; 480; 680; 780) liegt.
6. Skibindung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Ski und/oder auf
den am Ski angebrachten Bindungsteilen eine Rippe (290) quer zur Skilängsrichtung
derart unter dem Kurvenkörper (280) angeordnet ist, dass mindestens in einer Phase
der Gelenkbewegung der Kurvenkörper (280) auf der Rippe (290) abgewälzt wird, wobei
der Abstand zwischen der Schuhferse und der Auflagelinie (285) des Kurvenkörpers (280)
bei zunehmender Anhebung der Schuhferse im wesentlichen konstant bleibt.
7. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kurvenkörper
(280; 380; 480; 680; 780) als Teil derSchuhbefestigungsmittel (260, 270; 360, 370;
460, 470; 660, 670; 760, 770) ausgeführt ist.
8. Skibindung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhbefestigungsmittel
(260, 270; 360, 370; 460, 470; 660, 670; 760, 770) einen Träger (260; 360; 460; 660;
760) umfassen, auf dem der Skischuh befestigbar ist, wobei der Kurvenkörper (280;
380; 480; 680; 780) als Vorderpartie dieses Trägers (260; 360; 460; 660; 760) ausgebildet
ist.
9. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuhbefestigungsmittel
(260, 270; 360, 370; 460, 470) um eine erste Querachse (230; 330; 430) verschwenkbar
an einem Zwischenglied (240; 340; 440) angelenkt sind, welches um eine zweite Querachse
(220; 320; 420) verschwenkbar am Ski angelenkt ist.
10. Skibindung nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine zwischen dem Zwischenglied (440)
und den Schuhbefestigungsmitteln (460) wirkende Feder (435), die derart ausgebildet
und angeordnet ist, dass sie einer Schwenkbewegung der Schuhbefestiungsmittel (460)
in Richtung einer zunehmender Anhebung der Schuhferse um die erste Querachse 430 herum
entgegenwirkt.
11. Skibindung nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet durch eine zwischen dem Zwischenglied
(440) und dem Ski wirkende Feder (425), die derart ausgebildet und angeordnet ist,
dass sie einer Schwenkbewegung des Zwischengliedes (460) in Richtung eines zunehmenden
Winkels zwischen dem Ski und dem Zwischenglied (440) um die zweite Querachse (420)
herum entgegenwirkt.
12. Skibindung nach Anspruch 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Federn
(425, 435) derart ausgebildet und angeordnet sind, dass durch die zwischen dem Zwischenglied
(440) und dem Ski wirkende Feder (425) bezüglich der zweiten Querachse (420) ein grösseres
Drehmoment ausgeübt wird als durch die zwischen dem Zwischenglied (440) und den Schuhbefestigungsmitteln
(460) wirkende Feder (435) bezüglich der ersten Querachse (430).