[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum mechanischen Fügen
von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder Mehrblechverbindungen, wobei Fügewerkzeuge
mit Kraftmitteln auf die Fügeteile zu bewegt werden und durch die Krafteinwirkung
der Fügewerkzeuge eine Fügeverbindung zwischen den Fügeteilen hergestellt wird.
[0002] Die mechanischen Fügetechniken zum Verbinden von Fügeteilen wie beispielsweise Blechen
gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie einige verfahrensspezifische Vorteile aufweisen.
In der DE 197 01 252.3 ist ein Verfahren sowie Verbindungsmittel zum Fügen von Blechen
mittels des Stanznietens beschrieben. Dazu ist u.a. erläutert, daß das Stanznieten
von 1 mm Blechen des Materials ZSTE 420 Kräfte von 74 kN erfordert, die mit gewöhnlichen
Nietmaschinen nicht erreichbar sind. Die dort vorgeschlagene Lösung, den Niet mit
einer stumpfen Weis- oder ringförmigen Frontfläche zu versehen, mit der die Bleche
durchschossen werden, ermöglicht gegenüber dem damals bekannten Stand der Technik
eine Verringerung der erforderlichen Arbeitskräfte. Auch wird der Lateral- oder Winkelversatz
der Werkzeuge bzw. Werkzeugteile, welcher die Verbindungsqualität mindern oder eine
Verbindung völlig unmöglich machen würde, durch die schußartige Arbeitsweise verringert.
Wahrend dieses Verfahren den Lateral- oder Winkelversatz der Werkzeuge durchaus verringert,
ist der Nachteil der schußartigen Arbeitsweise darin zu sehen, daß erhebliche Vorkehrungen
getroffen werden müssen, um es sicher in der Anwendung zu machen. Die Treibladungen,
die für die schußartige Arbeitsweise eingesetzt werden, sind potentiell bei unsachgemäßer
Handhabung nicht ganz ungefährlich.
[0003] In der DE 197 18 576 ist eine Vorrichtung und eine Verfahren für mechanische Fügetechniken
beschrieben. Insbesondere ist in den Figuren 4 und 5 ein typisches Kraft/Weg-Diagramm
für die Arbeitsbewegung des Stempels gezeigt. Die DE 197 18 576 lehrt jedoch nur,
einzelne oder mehrere Arbeitsorgane zur Herstellung einer mechanischen Fügeverbindung
in ihrer Bewegung und/oder Kraft zu steuern oder zu regeln, ohne jedoch auf das grundsätzliche
Problem der Verringerung der hohen Kräfte zur Herstellung einer mechanischen Fügeverbindung
einzugehen. Nach dem dort beschriebenen Stand der Technik wird die benötigte Umformenergie
durch Hydraulikzylinder aufgebracht, die in einer einzigen quasikontinuierlichen Hubbewegung
die jeweilige Fügeverbindung herstellen. In dieser Schrift sind keine Hinweise enthalten,
auf welche Weise durch geringere Fügekräfte das Verfahren und die Vorrichtung zur
Herstellung von Fügeverbindungen verbessert werden kann.
[0004] Dementsprechend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und
ein Verfahren zum mechanischen Fügen zu schaffen, welche geringere Reaktionskräfte
bei der Herstellung der mechanischen Fügeverbindung bewirken und eine entsprechend
leichtere Auslegung und Handhabbarkeit der Fügewerkzeuge ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst, indem gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren die benötigte
Umformenergie bzw. Fügekraft durch mehrere kurzfristig aufeinanderfolgende Stöße eines
Fügewerkzeuges oder pulsierend in einer Erregerfrequenz in die herzustellende Fügeverbindung
eingebracht wird, wobei das gegenüberliegenden Fügewerkzeug, das erregte Fügewerkzeug
und/oder die Fügeteile elastisch gelagert sind und die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden
Fügewerkzeugs, des erregten Fügewerkzeugs und/oder der Fügeteile niedriger ist als
die Erregerfrequenz.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zumindest einen Schlagmechanismus auf, der
zur Herstellung einer mechanischen Fügeverbindung kurzzeitig mehrere aufeinanderfolgende
Stöße oder eine pulsierende Kraft auf eines der Fügewerkzeuge aufbringt, wobei das
gegenüberliegende Fügewerkzeug, das erregte Fügewerkzeug und/oder die Fügeteile elastisch
gelagert sind und die Erregerfrequenz, mit der das Fügewerkzeug erregbar ist, höher
ist als die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs, des erregten Fügewerkzeugs
und/oder der Fügeteile. Als Fügewerkzeuge kommen primär ein- oder mehrteilige Stempel
und Matrizen und sekundär auch Abstreifer und Niederhalter in Betracht.
[0007] Die Niederhalterkräfte wirken statisch aufdie Fügeteile. Diese statische Last bleibt
unverändert, auch wenn die Fügewerkzeuge nicht einen Arbeitshub, sondern mehrere aufeinanderfolgende
Stöße ausüben, und diese statische Last muß vom Rahmen und der dem Niederhalter gegenüberliegenden
aufgefangen werden. Wenn ein gegenüberliegendes Fügewerkzeug weich gelagert ist, um
schwingungsisoliert zu sein, kann die statische Last des Niederhalters eine große
Auslenkung des schwingungsisolierten gegenüberliegenden Fügewerkszeugs bewirken. Um
diese durch die statische Last bewirkte Auslenkung und Belastung des Rahmens zumindest
zu verringern, wird vorgeschlagen, die Bewegung des Niederhalters über Koppelmittel,
wie beispielsweise eine mechanische Antriebsverbindung über eine Mitnehmerlasche oder
eine hydraulische ventilgesteuerte Folgesteuerung, mit der Bewegung des Fügewerkzeuges
zu synchronisieren. Entsprechendes gilt für Abstreifer. Wenn die Niederhalterkraft
nicht dynamisch wie vorstehend beschrieben oder durch Magnete geregelt aufgebracht
wird, kann die durch die statischen Kräfte verursachte Auslenkung durch eine aktive
Positionsregelung an einem oder beiden Fügewerkzeugen zumindest teilweise kompensiert
werden, indem diese durch Stellmittel in eine der statischen Auslenkung entgegengerichteten
Richtung verfahrbar sind.
[0008] Die mehreren aufeinanderfolgenden Stöße des Schlagmechanismusses erlauben es, bei
einer elastischen Lagerung des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs und einer großen Masse
und/oder weichen Federn des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs mit geringeren Kraftspitzen
in der Unterkonstruktion zu arbeiten, da die für die Herstellung der mechanischen
Fügeverbindung benötigte Fügekraft nun nicht mehr in einem einzelnen Hub eingebracht
wird, sondern die die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs übersteigende
Erregerfrequenz des einen Fügewerkzeugs eine schwingungstechnische Isolierung des
elastisch gelagerten gegenüberliegenden Fügewerkzeugs erlaubt. Dabei ist es wichtig,
ein Schwingsystem zu bilden, das optimal auf die herzustellende Fügeverbindung abgestimmt
ist. So ist es vorteilhaft, mit einer möglichst großen Masse des gegenüberliegenden
Fügewerkzeugs und einer möglichst weichen Federung dafür zu sorgen, daß diese Baueinheit
eine möglichst geringe Eigenfrequenz aufweist, da sich dann bei einer demgegenüber
möglichst hohen Frequenz, auf die das andere Fügewerkzeug erregt wird, die Reaktionskräfte
aufein Minimum verringern. Die Unterkonstruktion wird also schwingungstechnisch von
der eingebrachten Fügekraft entkoppelt, und auf die Unterkonstruktion wirken nur noch
Bruchteile der eingebrachten Fügekraft ein. Kurz aufeinanderfolgende, hochfrequente
Stöße erlauben es, den größten Teil der Fügekraft für die plastische Verformung der
an der Fügeverbindung beteiligten Partien der Fügeteile sowie eventueller Hilfsfügeteile
wie Nieten zu nutzen.
[0009] Dabei gilt die Regel, daß der Isolationsgrad umso mehr zunimmt, je größer die Erregerfrequenz
im Verhältnis zur Eigenfrequenz der Fügeteile und des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs
ist. Denn die vorliegende Erfindung läßt sich nicht nur dann nutzen, wenn mindestens
zwei Fügewerkzeuge an der Herstellung der Fügeverbindung beteiligt sind, sondern auch,
wenn die zu fügenden Teile über eine ausreichende Eigenstabilität verfügen, um bei
Einsatz nur eines in einer Frequenz erregten Fügewerkzeugs in einer noch akzeptablen
Form zu bleiben. Insofern kann der Begriff des "gegenüberliegenden Fügewerkzeugs",
wie er im Rahmen dieser Beschreibung benutzt wird, auch durch "Bauteil" ersetzt werden,
wenn ein "gegenüberliegendes Fügewerkzeug" fehlt. In solchen Fällen genügt es, anstelle
des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs die Fügeteile so zu lagern, daß ihre Eigenfrequenz
möglichst niedrig liegt. Eine zusätzliche Verringerung der Reaktionskräfte ergibt
sich, wenn nicht nur das gegenüberliegende, sondern auch das erregte Fügewerkzeug
gegenüber der Unterkonstruktion schwingungsisoliert sind. Eine solche Schwingungsisolation
kann beispielsweise über das Druckmedium, der Zustelleinheit bewirkt werden. So wirkt
bei einem pneumatischen Mechanismus das Gas wie eine Feder, die eine Schwingungsisolation
bewirkt. Natürlich kann die Schwingungsisolation auch über Bauteile mit einer bevorzugt
größeren Masse wie beispielsweise Trägerplatten und mit einer elastischen Lagerung
erfolgen, die dann beispielsweise die Schlageinheit und/oder die Zustelleinheit schwingungsisolieren.
[0010] Natürlich können die Effekte der Erfindung auch genutzt werden, wenn nur das erregte
Fügewerkzeug beziehungsweise die Zustelleinheit und/oder der Schlagmechanismus schwingungsisoliert
ist.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform wird nicht nur mit bloß aufeinanderfolgenden
Stößen gearbeitet, sondern die Fügekraft wird pulsierend eingebracht. Unter "pulsierend"
ist hier zu verstehen, daß über einem Zeitintervall die Kraft wellenförmig ansteigend
und abnehmend in die Fügeverbindung eingebracht wird. Es wird dann also eine statische
Grundlast aufrecht erhalten. Dabei kann die Frequenz bzw. Amplitude der Kraftwelle
moduliert werden.
[0012] Auch der C-Rahmen der Vorrichtung wird trotz Schwingungsisolation der Fügewerkzeuge
in einem vom jeweiligen Einzelfall abhängigen Maß in Schwingungen versetzt. Er bildet
damit zusammen mit den schwingenden Werkzeugen oder Bauteilen ein gekoppeltes Schwingsystem.
Der Rahmen muß schwingungstechnisch als Kontinuum angesehen werden und weist daher
theoretisch eine unendliche Vielzahl von Eigenfrequenzen auf. Um dieses Potential
vorteilhaft zu nutzen, ist gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung der Rahmen der
Vorrichtung in seinem Schwingverhalten beeinflußbar. Das kann beispielsweise über
verschiebbare Zusatzmassen oder variabel einsetzbare und/oder anpassbare Aussteifungen
erreicht werden.
[0013] Bei einer hohen Erregerfrequenz der Stöße des Fügewerkzeugs ergeben sich hohe Spitzenkräfte
durch die kurze Einwirkzeit. Dementsprechend kann die Anpreßkraft des in der Erregerfrequenz
schwingenden Fügewerkzeugs verringert werden, und es ist im Verhältnis zu den bisher
bekannten Vorrichtungen und Verfahren zur Herstellung einer mechanischen Fügeverbindung
nur ein verhältnismäßig geringer Einsatz von Primärkräften erforderlich. Abhängig
von den Randbedingungen des Fügeprozesses ist es vorstellbar, daß das erregte Fügewerkzeug
nicht mehr angepreßt, sondern sogar nur noch nachgeführt zu werden braucht. Auch die
Reaktionskräfte, die beim Vorgang des mechanischen Fügens entstehen, fallen dementsprechend
geringer aus, was wiederum leichter handhabbare Vorrichtungen und Werkzeuge ermöglicht,
die den Anwendungsbereich des umformtechnischen Blechfügens stark erweitern oder neue
Anwendungen für mechanische Fügeverbindungen erschließen. Insbesondere sind nun mit
weitreichenderen C-Rahmenzangen Verbindungspunkte erreichbar, die sich nicht mehr
nur in unmittelbarer Randnähe der Bauteile befinden. Die C-Rahmenkonstruktionen werden
leichter und die umformtechnischen Fügeverfahren werden flexibler durch die erfindungsgemäße
Vorgehensweise. Es ist sogar möglich, die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das Verfahren
in Handwerkzeugen zu integrieren, welche bei entsprechend niedrigen Investitionskosten
dem mechanischen Fügen viel breitere Anwendungsmöglichkeiten bis hinein in den Werkstatt-
und Hobbywerkerbereich ermöglichen. Anwendbar erscheinen die erfindungsgemäßen Vorrichtung
und Verfahren für nahezu alle punktförmigen umformtechnischen Fügeverfahren.
[0014] Die Erfindung läßt sich auch entsprechend in einer Vorrichtung realisieren, die keinen
gemeinsamen Rahmen aufweist und bei der der Stößel und die Matrize jeweils in einer
separaten Halterung geführt sind.
[0015] Auch für den Einsatz in der Blindniettechnik, beispielsweise auch für das in der
DE 197 01 252.3 beschriebene Verfahren, beziehungsweise beim zweiseitigen Verbinden
mit Funktionsträgern mit oder ohne Vorlochen der Stelle der Fügeverbindung erscheint
die erfindungsgemäße Lösung geeignet. Stanzmuttern und -bolzen als selbststanzende
Funktionsteile benötigen kein Vorlochen der Verbindungsstelle und ersparen somit einen
Fertigungsschritt. Beim einstufigen Verfahren mit Stanzmutter wird das zu fügende
Formteil gleichzeitig mit der Stanzmutter im Werkzeug positioniert. Das Verbindungselement
durchstanzt das Blechformteil und erzeugt im Zusammenwirken mit der Matrize eine formschlüssige
Verbindung mit dem Material des Blechformteils. Dabei fließt Material in eine Ringnut.
Ein Stanzbolzen wird in einem ähnlichen einstufigen Verfahren montiert. Der zweistufige
Montagevorgang erzwingt eine Umformung des Verbindungselementes und des Blechformteils.
Dazu wird das Blechformteil über einer Matrize positioniert und durch den Stanz- und
Nietabschnitt des Verbindungselementes vorgeformt, an- und durchgeschnitten. Der Stanz-
und Nietabschnitt drückt gegen einen Schneid- und Rollstempel der Matrize und wird,
sich dabei aufweitend, angerollt. In Fortführung des Montageverfahrens umfaßt das
angerollte Ende des Stanz- und Nietabschnitts den Lochrand des Blechformteils vollständig
und erzeugt eine geschlossene, umlaufende, U-förmige Verhakung mit diesem. Sodann
wird der Nietkopf planiert.
[0016] Zudem kann die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie das Verfahren zur Automatisierung
genutzt werden. Bei Einsatz einer Steuerungs- und/oder Regelungselektronik mit zugehöriger
Sensorik oder Aktorik kann beispielsweise die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden
Fügewerkzeugs und/oder der Fügeteile während des Fügevorgangs durch Modulation der
Erregerfrequenz oder durch einen Testimpuls, der dem eigentlichen Fügevorgang vorausgeht,
ermittelt werden. Die Frequenzabfrage kann für jeden einzelnen Fügevorgang, aber auch
stichprobenartig erfolgen. Die Frequenzabfrage kann zur Qualitätsprüfung der Fügeteile
genutzt werden, da Frequenzabweichungen auf Fehler in den Fügeteilen schließen lassen.
Auch kann die Steuerungs- und/oder Regelungselektronik den jeweiligen Fügevorgang
mit einem integrierten Prüfprogramm überwachen, die Kennwerte auswerten und/oder abspeichern
und so ein Element eines produktionsintegrierten Qualitätsprüfsystems der Herstellung
sein. Wenn die Steuerungs- und/oder Regelungselektronik die Eigenfrequenz erkennt,
kann sie auf abgespeicherte Kennwerte zugreifen, die es erlauben, durch Veränderung
der Erregerfrequenz und/oder sonstiger für den Fügevorgang relevanter Parameter diesen
positiv in gewünschter Weise zu beeinflussen. Auch ist es vorstellbar, einen Roboter,
der Fügeteile mit mehreren mechanischen Fügepunkten aneinander befestigen soll, ein
Programm abfahren zu lassen, wobei in dem Programm unterschiedliche Parameter der
einzelnen Fügepunkte gespeichert sind und automatisiert umgesetzt werden. So können
beispielsweise unterschiedliche Blechdicken, Frequenzen, Stoßwege, - geschwindigkeiten,
- stärke, -anzahl und Elastizitätswerte der Lager für jeden einzelnen Fügepunkt individuell
gesteuert und/oder geregelt sein. Für eine einfache Steuerung/Regelung können auch
nur die Schlag- und/oder Zustellparameter ausgewertet werden. Auch ist es vorstellbar,
beispielsweise die Fügekraft zum Ende des Fügevorgangs hin zu einem impulsartigen
Stoß zu steigern, um beispielsweise einen eingebrachten Niet oder die Fügefläche flächig
zu glätten. Für die bei einem impulsartigen Stoß auftretenden Kräfte brauchen die
Werkzeuge wie beispielsweise C-Rahmenzangen nicht für statische Belastung ausgelegt
werden, weil die Kraftspitzen ausgefedert werden können. Die Werkzeuge können auf
diese Weise leicht bleiben. Auch erlaubt die vorgeschlagene Vorrichtung sowie das
Verfahren eine hohe Fertigungsflexibilität, weil bei einer elektronischen Steuerung
aufeinanderfolgend völlig unterschiedliche Fügeteile miteinander befestigt werden
können, wenn nur das Arbeitsprogramm in dem Befehlsspeicher der elektronischen Steuer-
und/oder Regelvorrichtung geladen sind.
[0017] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird zumindest eines der Fügewerkzeuge
und/oder ein Niederhalter als Elektromagnet ausgebildet. Alternativ kann auch eines
der Fügewerkzeuge oder ein Niederhalter aus einem Material mit ferromagnetischen Eigenschaften
bestehen, wobei dann ein im Bereich der Vorrichtung angeordneter Elektromagnet auf
diese einwirkt. Durch den Einsatz der Magnetkräfte und ihrer sinnvollen Kombination
und Verteilung auf Fügewerkzeuge, Fügeteile und Niederhalter ist es nicht nur möglich,
diese auf Fügeverbindungen in ferromagnetischen Fügeteilen zu verwenden, sondern es
können auch Bauteile aus nichtmagnetischen Werkstoffen niedergehalten werden, da die
magnetischen Feldlinien den Werkstoffdurchdringen und sich so beispielsweise Niederhalter
und Matrize anziehen können.
[0018] Die dazwischen liegenden nichtmagnetischen Fügeteile werden auf diese Weise aneinander
gepreßt. Bei einer Ausbildung des Niederhalters als Magnet kann beim Verbinden oder
Stanzen von Fügeteilen, von denen mindestens das unterste ferromagnetische Eigenschaften
aufweist, das Gegenwerkzeug auch bei dünnen und instabilen Bauteilen entfallen.
[0019] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den kennzeichnenden Merkmalen
der Unteransprüche beschrieben, auf die hier verwiesen wird.
[0020] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Diagramm, das den Verlauf der Fügekraft über dem Fügeweg zum einen nach dem bekannten
Stand der Technik, zum anderen beispielhaft für ein Ausführungsbeispiel gemäß der
vorliegenden Erfindung, wobei einerseits die Kraft am Fügepunkt und andererseits die
Kraft in der Unterkonstruktion dargestellt ist,
- Figur 2
- eine Prinzipskizze für eine Vorrichtung zur technischen Realisierung,
- Figur 3
- das Bauprinzip einer C-Rahmenzange mit Schlagmechanismus,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die keinen gemeinsamen Rahmen aufweist
und bei der Haltekräfte durch Magneten bewirkt werden,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung wie in Fig. 4, jedoch ohne Magnete,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung ohne Matrize.
- Figur 7
- eine C-Rahmenkonstruktion mit variabler Federung und Dämpfung.
[0021] In Figur 1 ist in einem Kraft-/Weg-Diagramm in langgestrichelter Linie 2 der Verlauf
einer Fügekraft über dem Fügeweg dargestellt. Im Verlauf eines Fügehubes des Fügewerkzeuges
steigt der Kraftbedarf insbesondere zum Ende des Fügehubes hin an. Die Reaktionskräfte
müssen hier in der Unterkonstruktion statisch aufgefangen werden. Der dargestellte
Verlauf der Fügekraft 2 entspricht dem bekannten Stand der Technik. Demgegenüber stellt
sich der Verlauf der Fügekraft über dem Fügeweg bei aufeinanderfolgenden, bevorzugt
hochfrequenten Stößen völlig anders dar. Gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt sich
der Verlauf der eingesetzten Schlagenergie, die am Fügepunkt meßbar ist, in einer
Vielzahl von einzelnen Kraftspitzen, die beispielhaft in vollen Linien 4 in Figur
1 gezeigt sind und deren Anzahl über einen gegebenen Weg von der gewählten Frequenz
abhängt. Selbstverständlich kann die Frequenz, die Stoßstärke, die Stoßgeschwindigkeit
und oder die Dauer der Stöße innerhalb eines einzelnen oder mehrerer unabhängig voneinander
erfolgenden Fügevorgänge variiert werden. Abhängig von der Erreger- und Eigenfrequenz
der Fügewerkzeuge, aber auch der Fügeteile und der Dämpfungscharakteristik der elastischen
Lagerung des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs kann eine zufriedenstellende Auslegung
der Vorrichtung gefunden werden, wobei sich die Reaktionskräfte aufgrund der kurzen
Impulse nicht mehr im früheren, bekannten Umfang in der Unterkonstruktion realisieren.
Die bei der am Fügepunkt meßbaren Schlagenergie in der Unterkonstruktion meßbare Kraft
ist in gestrichelten Linien 4a dargestellt. Es ist klar erkennbar, daß die Kräfte,
die bei einer Schwingungsisolierung der Werkzeuge in der Unterkonstruktion aufgefangen
werden müssen, viel geringer sind als die Kräfte nach dem bekannten Stand der Technik.
[0022] In Figur 2 wirken auf die Fügeteile 50 die Fügewerkzeuge Matrize 52 und Stößel 54
zur Herstellung einer Fügeverbindung ein. Die Matrize 52 ist beweglich und weist eine
größere Masse auf. Der Stößel 54 arbeitet durch eine entsprechende Bohrung oder Öffnung
im Niederhalter 56 hindurch, wobei der Stößel 54 erfindungsgemäß eine Art hämmernder
Bewegung ausführt. Die hämmernde Bewegung wird erzeugt durch einen Schlagmechanismus
58, in dem die verschiedenen Antriebe untergebracht sein können. Der Schlagmechanismus
58 bewegt den Stößel 54, der eine bevorzugt geringere Masse aufweist, mit großer Schlagfrequenz
und vergleichsweise kleinen Schlagenergien. Der Schlagmechanismus 58 kann pneumatisch
wie beispielsweise in einem Preßluftmeißel oder einem Preßlufthammer, elektrisch wie
beispielsweise mit einem Kurbelumlaufantrieb, Unwuchtmotoren oder elektromagnetisch,
elektropneumatisch wie in einem Bohrhammer oder servohydraulisch oder auf sonstige
an sich bekannte Weisen angetrieben werden. Der Schlagmechanismus 58 kann angesichts
der erfindungsgemäß möglichen kleinen Schlagenergien sehr leicht ausgeführt sein und
wird während des Fügeprozesses mit nur leichtem Anpreßdruck von der Zustelleinheit
60 nachgeführt, die gleichzeitig auch über Niederhalterfedern 62 die erforderliche
Niederhalterkraft auf diese übertragen. Die Zustelleinheit 60 wird dabei bevorzugt,
aber nicht notwendigerweise gleichzeitig auch für das Andrücken des Niederhalters
verwendet. Zwischen Zustelleinheit 60 und dem Schlagmechanismus 58 kann in weiterer
bevorzugter Ausgestaltung eine bewegte Grundplatte 64 mit großer Masse und elastischer
Lagerung angeordnet sein, die ebenfalls der Schwingungsisolation dient. Abgesehen
vom konkreten Ausführungsbeispiel können hier auch andere konstruktive Ausgestaltungen
einer Schwingungsisolation realisiert werden. Die dazu ebenfalls erforderliche Darstellung
einer elastischen Lagerung ist in Figur 2 nicht näher dargestellt. Technisch kann
die Zustelleinheit 60 mit jeder der obengenannten oder sonstigen bekannten Antriebsformen
realisiert werden. Die Matrize 52 weist eine wesentlich größere Masse aufals der Stößel
54 und ist federnd gelagert mittels der Federn 66. Diese Federung kann separat ausgeführt
sein oder bei Verwendung eines C-Rahmens auch durch eine flexible Auslegung desselben
erreicht werden. Gegebenenfalls ist eine Dämpfung 68 vorzusehen. Auch kann die Federung
mit einem Gas erfolgen.
[0023] Eine Vorrichtungs- oder Verfahrensvariante könnte mit einer synchronisierten gegensinnigen
Arbeitsweise mit im Gleichtakt bewegter Matrize 52 und Stößel 54 zum Massenausgleich
realisiert werden. Auch ein aktives Ausregeln der Bewegungen der Fügewerkzeuge bzw.
der Fügeteile wäre technisch denkbar. Auch die benötigten Anpreßkräfte des Schlagmechanismusses
58, die man als quasistatische Kräfte bezeichnen könnte, erreichen nur geringe Werte.
Sie sind nur unwesentlich größer als die für den Niederhalter 56 benötigten Kräfte.
[0024] Weiter ist in Figur 2 eine elektronische Steuer- und/oder Regelvorrichtung 70 gezeigt,
die über elektrische Leitungen 72 mit den Aktoren 76 a, b beziehungsweise Sensoren
74 verbunden ist. Die Aktoren 76 a, b und Sensoren 74 sind nur symbolisch mit ihrer
elektronischen Schnittstelle dargestellt. Die elektronische Steuer- und/oder Regelvorrichtung
70 ist mit zumindest einem Mikroprozessor ausgestattet, der über eine geeignete Software
die Vorrichtung steuert. So kann die Steuer- und/oder Regelvorrichtung 70 beispielsweise
über einen Sensor 74 die Eigenfrequenz der Fügeteile 50 ermitteln, indem sie über
einen Stellbefehl an die Zustelleinheit 60 und/oder den Schlagmechanismus 58 als Beispiele
für Aktoren 76 a einen Testimpuls auslöst und die Eigenfrequenz der Fügeteile 50 mißt.
Sodann kann sie je nach ermittelter Eigenfrequenz der Fügeteile 50 über einen Aktor
76 b beispielsweise die Federhärte der Feder 66 verändern oder über einen Aktor 76
b die aktive Dämpfung der Matrize 52 durch Gegenschwingungen steuern. Die Steuer-
und/oder Regelungsvorrichtung 70 kann über eigene Speicherkapazitäten verfügen, um
von dort gespeicherte Abläufe, Kennfelder oder ähnliches abzurufen oder Daten abzulegen,
oder die Steuer- und/oder Regelungsvorrichtung 70 tauscht Daten über eine Kommunikationsschnittstelle
mit anderen Mikroprozessoren aus.
[0025] Mit einem einfachen Versuchsaufbau - bestehend aus einem Bohrständer, handelsüblichem
Bohrhammer mit einer Schlagenergie von lediglich 2,3 J, einer Schlagzahl von 4200
l/min., Matrize 52 und Stößel 54, jedoch noch ohne Niederhalter 56 - konnte nachgewiesen
werden, daß ein Stanzniet, der ansonsten Fügekräfte von 40.000 N benötigt, mit Hilfe
deutlich niedrigerer Anpreßkräfte gefügt werden kann. Der energetische Wirkungsgrad
für den Fügevorgang dürfte ebenfalls deutlich besser als beim bisher üblichen Einsatz
von Hydraulikzylindern ausfallen. Um speziell beim Fügen von Aluminium die Anfreßneigung
der Werkzeuge zu vermindern, bietet es sich bei rotationssymmetrischen Hilfsfügeelementen
oder Fügewerkzeugen an, der Stoßbewegung des Stößels 54 eine Drehbewegung zu überlagern.
Diese Bewegungskombination läßt sich nach bekannten Konstruktionsprinzipien einfach
realisieren.
[0026] Um auch die quasistatischen Kräfte des Niederhalters 56 zu eliminieren, wird als
Variante beim Fügen von Stahlwerkstoffen vorgeschlagen, die Matrize 52 als starken
Elektromagneten auszubilden, der in der Lage ist, die zu fügenden Bleche reaktionskräftefrei
an die Matrize zu drücken.
[0027] In Figur 3 ist eine C-Rahmenzange 100 zu sehen, deren C-Rahmen 102 endseitig jeweils
eine Lagereinheit 104, 106 aufweist. In der Lagereinheit 104 ist eine Zustelleinheit
60 gelagert, die mit geringen Anpreßdrücken betätigbar ist. Die Zustelleinheit 60
bewegt eine Trägerplatte 108, an der ein Schlagmechanismus 58 befestigt ist, die einen
Stößel 54 mit einer kleinen Stößelmasse und einer hohen Schlagfrequenz betreibt. Außen
um den Schlagmechanismus 58 herumgeführt ist die Niederhalterfeder 62, die den Anpreßdruck
der Zustelleinheit 60 aufden Niederhalter 56 überträgt. In der Lagereinheit 106 ist
die Matrize 52 mit einer großen Masse auf einer Auflagefeder 66 gelagert, die auch
aus einem elastomeren Werkstoff, einer Gasfeder oder einem sonstigen Feder-Dämpfersystem
bestehen kann. Die C-Rahmenzange 100 kann mit den beschriebenen Vorrichtungen Bleche
50 durch mechanisches Fügen dauerhaft miteinander verbinden. Aufgrund der nun sehr
geringen Anpreßdrücke ist es möglich, die C-Rahmenzange als Handwerkzeug oder Werkzeug
für schnell arbeitende Roboter auszuführen, aber auch die oberen und unteren Arme
länger als in Figur 3 dargestellt auszuführen, ohne daß dadurch unzulässige und nicht
mehr oder nur unter unverhältnismäßigem Aufwand beherrschbare Biegemomente und Versatz
aufträten.
[0028] In Figur 4 und 5 ist jeweils eine Vorrichtung gezeigt, bei der der Stößel 54 und
die Matrize 52 nicht durch einen gemeinsamen Rahmen 102 gehalten sind. Auch mit der
gezeigten Vorrichtung kann zuverlässig eine Fügeverbindung geschaffen werden. In einem
ersten Führungsgehäuse 150 wird der Stößel 54, in einem zweiten Führungsgehäuse 152
die Matrize 52 geführt. In Figur 4 sind seitlich an beiden Führungsgehäusen 150, 152
Magnetspulen 154 zur Erzeugung eines Magnetfeldes angebracht. Während das Führungsgehäuse
150 aktiv von einer Positioniereinheit in die Position gesteuert wird, in der der
Stößel 54 eine Fügeverbindung herstellen soll, wird das Führungsgehäuse 152 über die
verbindende Magnetkraft mitgezogen. Die Positioniereinheit ist in Figur 4 durch zwei
seitlich angebrachte Verfahreinheiten 156 angedeutet, welche aus einem Hubzylinder
158 zur Höhenführung und einem Fahrwerk 160 zur rollenden Bewegung des Führungsgehäuses
150 bestehen. Zur Bewegung des Führungsgehäuses 150 wird durch Ausfahren des Fahrwerkes
160 das Führungsgehäuse 150 von der Oberfläche der Fügeteile 50 abgehoben und kann
sich von einer nicht näher dargestellten Steuerung geführt über die Fügeteile 50 bewegen.
Ist die neue Soll-Position erreicht, wird das Fahrwerk eingezogen, und das Führungsgehäuse
sitzt wieder fest aufder Oberfläche des oberen Fügeteils 50 auf. Durch die durch die
Fügeteile 50 hindurch zwischen den Magnetspulen 154 wirkende Magnetkraft wird dabei
das Führungsgehäuse 152 mit in die neue Position gezogen. Um dabei die auftretenden
Reibungskräfte zwischen der Oberfläche des unteren Fügeteils 50 und den Kontaktflächen
des Führungsgehäuses 152 nicht zu hoch werden zu lassen, wird vorgeschlagen, die Magnetkraft
zwischen den Magnetspulen 154 zu verringern, um sie dann für den nächsten Fügevorgang
wieder zu erhöhen. Dabei sollte die Magnetkraft während des Fügeprozesses so hoch
sein, daß sie ausreicht, um eine relative Bewegung zwischen den beiden Führungsgehäusen
150, 152 zu verhindern. Je nachdem, welches der Führungsgehäuse 150, 152 oben liegt,
kann das jeweils oben liegende Führungsgehäuse 150, 152 auch anstelle eines Fahrwerks
vom Magnetfeld des anderen Führungsgehäuses angehoben und mitgezogen werden, um eine
Reibung zwischen den Kontaktflächen des Führungsgehäuses 150, 152 und der Oberfläche
der Fügeteile 50 zu vermeiden. An der Fügestelle kann das Magnetfeld von abstoßend
auf anziehend umgeschaltet werden. Alternativ kann die Führung auch über ein Luftkissen
kombiniert mit einem Magnetfeld erfolgen. In Figuren 4, 5 und 6 ist auch der Stößel
54 schwingungsisoliert über eine Feder 162 gelagert.
[0029] Figur 5 zeigt eine vereinfachte Ausführung der in Figur 4 gezeigten Vorrichtung.
Anstelle einer Positioniereinheit mit Hubzylindern 158 und Fahrwerken 160, Magnetspulen
154 oder Luftkissen wird hier die Positionierung der Fügewerkzeuge 52, 54 über an
sich bekannte Portalverfahreinheiten oder Industrieroboter mit großer Reichweite erfolgen.
Allerdings muß hier hinsichtlich der Steuerung der Portalverfahreinheiten oder Industrieroboter
ein höherer Aufwand getrieben werden, da die Matrize 52 und der Stößel 54 für eine
optimale Fügeverbindung möglichst paßgenau übereinander positioniert werden müssen.
Als Ausrichthilfe können in einem solchen Fall Lasermeßverfahren, Ultraschall oder
der Einsatz von Magneten in Verbindung mit induktiven Aufnehmern eingesetzt werden.
[0030] In Figur 6 ist eine Vorrichtung gezeigt, in der am Führungsgehäuse 150 Magnetspulen
154 angeordnet sind, die mit ihrer Magnetkraft auf die Fügeteile 50 wirken. Wenn zumindest
das untere Fügeteil 50 ferromagnetische Eigenschaften aufweist, können die Fügeteile
50 und das Führungsgehäuse 150 fest aneinander haften. Bei der gezeigten magnetischen
Verbindung zwischen den Fügeteilen 50 und dem Führungsgehäuse 150 kann nun eine Fügeverbindung
hergestellt werden. Durch die erfindungsgemäße Schwingungsisolierung sind die Fügekräfte
so gering, daß die magnetischen Haltekräfte auch noch die Fügeteile 50 in Position
halten, wenn im Verlauf des Fügevorganges Stanzoperationen ohne Vorlochen und ohne
Gegenhalter vorgenommen werden. Die in Figur 6 gezeigte Vorrichtung ist auch vorteilhaft
einsetzbar bei dünnen, instabilen Bauteilen oder wenn die Fügestelle nur einseitig
gut zugänglich ist.
[0031] In Figur 7 findet sich eine Zustelleinheit 60, die in einem C-Rahmen 102 angeordnet
ist. Die Zustelleinheit 60 wirkt auf eine Trägerplatte 108, unter der ein Schlagmechanismus
58 angeordnet ist. Die von dem Schlagmechanismus 58 erzeugten Stöße werden auf den
Stößel 54 übertragen. Die Niederhalterfedern 62 halten den Niederhalter 56, der mit
dem daran angebrachten Stößel auf die Bleche 50 einwirkt.Die Bleche 50 liegen auf
einer Matrize 52 auf, die beweglich ist und eine größere Masse aufweist.Sowohl die
Zustelleinheit 60 wie auch die Matrize 52 sind im C-Rahmen 102 durch Isolierfedern
66a gehalten, die in diesem Fall variabel sind in ihrer Federhärte. Den Isolierfedern
66a sind Isolierdämpfer 68a zugeordnet, die ebenfalls variabel ausgebildet sind. Die
Variation läßt sich beispielsweise bei pneumatischen oder hydrostatischen Federn und
Dämpfern durch eine unterschiedliche Druckregelung des Gaspolsters bewirken. Die Variation
der Federung und Dämpfung erlaubt sowohl eine individuelle Anpassung der Vorrichtung
auf unterschiedliche Fügeprozesse und Fügeteile wie auch eine Variation des Feder-
und Dämpfungsverhaltens der Vorrichtung während eines Fügeprozesses.
[0032] Die hier erläuterten Ausführungsbeispiele sind nur als beispielhaft und keinesfalls
auf das jeweilige Ausführungsbeispiel beschränkt zu verstehen. Die Ausführungsbeispiele
sollen den Fachmann dazu anregen, die vorgeschlagenen technischen Lösungselemente
miteinander vorteilhaft zu kombinieren oder mit zusätzlichen, an sich bekannten Elementen
zu ergänzen. Auch bereitet es dem Fachmann keinerlei Schwierigkeiten, die für die
Herstellung von Nietverbindungen beschriebenen Vorrichtungen und Verfahrensweisen
auf andere Arten von mechanischen Fügeverbindungen wie beispielsweise dem Durchsetzfügen,
dem Blindnieten mit oder ohne Vorlochen oder dem Einbringen von Funktionsträgern anzupassen.
1. Verfahren zum mechanischen Fügen von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder
Mehrblechverbindungen, wobei Fügewerkzeuge mit Kraftmitteln auf die Fügeteile zu bewegt
werden und durch die Kraftwirkung der Fügewerkzeuge eine Fügeverbindung zwischen den
Fügeteilen hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die benötigte Fügekraft durch mehrere kurzfristig aufeinanderfolgende Stöße eines
Fügewerkzeuges (52, 54) oder pulsierend in einer Erregerfrequenz in die herzustellende
Fügeverbindung eingebracht wird, wobei das gegenüberliegende Fügewerkzeug (52, 54),
das erregte Fügewerkzeug (52, 54) und/oder die Fügeteile (50) elastisch gelagert sind
und die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs (52, 54), des erregten
Fügewerkzeugs (52, 54) und/oder der Fügeteile (50) niedriger ist als die Erregerfrequenz.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren von einer elektronischen Steuer- und/oder Regelungsvorrichtung (70)
über geeignete Sensoren (74) überwacht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuer- und/oder Regelungsvorrichtung (70) durch Ausgabe von Stellbefehlen
an eine Aktorik (76 a, b) den Fügevorgang steuert und/oder regelt.
4. Vorrichtung zum mechanischen Fügen von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder
Mehrblechverbindungen, bestehend aus einem Rahmen, darin angeordneten Fügewerkzeugen
und Kraftmitteln zum Bewegen der Fügewerkzeuge,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung Gebrauch macht von einem oder mehreren der vorangegangenen Verfahrensansprüche.
5. Vorrichtung zum mechanischen Fügen von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder
Mehrblechverbindungen, bestehend aus einem Rahmen, darin angeordneten Fügewerkzeugen
und Kraftmitteln zum Bewegen der Fügewerkzeuge,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung zumindest einen Schlagmechanismus (58) aufweist, der zur Herstellung
einer mechanischen Fügeverbindung kurzzeitig mehrere aufeinanderfolgende Stöße oder
eine pulsierende Kraft auf eines der Fügewerkzeuge (52, 54) aufbringen kann, wobei
das gegenüberliegende Fügewerkzeug (52, 54), das erregte Fügewerkzeug (52, 54) und/oder
die Fügeteile (50) elastisch gelagert sind und die Erregerfrequenz, mit der das Fügewerkzeug
(52, 54) erregbar ist, höher ist als die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs
(52, 54), des erregten Fügewerkzeugs (52, 54) und/oder der Fügeteile (50).
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß auch die Zustelleinheit (60) und/oder der Schlagmechanismus (58) gegen die Unterkonstruktion
schwingungsisoliert sind.
7. Vorrichtung zum mechanischen Fügen von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder
Mehrblechverbindungen, bestehend aus einem Rahmen, darin angeordneten Fügewerkzeugen
und Kraftmitteln zum Bewegen der Fügewerkzeuge,
dadurch gekennzeichnet,
daß das erregte Fügewerkzeug (52, 54), die Zustelleinheit (60) und/oder der Schlagmechanismus
(58) schwingungsisoliert sind.
8. Vorrichtung zum mechanischen Fügen von aufeinanderliegenden Blechen, Profilen und/oder
Mehrblechverbindungen, bestehend aus mindestens einem Führungsgehäuse für die darin
angeordneten Fügewerkzeuge und Kraftmitteln zum Bewegen der Fügewerkzeuge,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest eines der Fügewerkzeuge (52, 54) elastisch gelagert ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsgehäuse (150, 152) mit Magnetspulen (154) ausgestattet sind, durch
die die Fügeteile (50) und/oder die gegenüberliegenden Magnetspulen (154) und/oder
Führungsgehäuse (150, 152) und oder die Fügewerkzeuge (52, 54) anziehbar sind.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen der Vorrichtung (102) in seinem Schwingungsverhalten durch variable
Zusatzmassen oder variable Aussteifungsmittel beeinflußbar ist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elastizität der elastischen Lagerung (66, 68) mittels manueller, motorischer
oder sonstiger Stellmittel veränderbar ist.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung eines Fügewerkzeugs (50, 52) mit der Bewegung eines Niederhalters
(56) und/oder Abstreifers über ein Koppelmittel synchronisiert ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest eines der Fügewerkzeuge (52, 54) über Stellmittel in eine einer statischen
Bewegungsrichtung entgegengerichteten Richtung verfahrbar ist.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Fügevorgang von einer elektronischen Steuer- und/oder Regelungsvorrichtung
(70) überwacht ist, indem Sensoren (74) fügeprozeßrelevante Daten ermitteln.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronische Steuer- und/oder Regelungsvorrichtung (70) über eine Aktorik
(76 a, b) und Sensorik (74) die Eigenfrequenz des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs
(52, 54) ermittelt und die Frequenz, mit der das andere Fügewerkzeug (52, 54) erregt
wird, in Abhängigkeit von der ermittelten Eigenfrequenz durch die Ansteuerung einer
Aktorik (76 a, b) verändert.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronische Steuer- und/oder Regelvorrichtung (70) anstelle oder zusätzlich
zur Veränderung der Erregerfrequenz über eine Aktorik (74) die Dämpfungscharakteristik
der elastischen Lagerung (66, 68) verändert.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronische Steuer- und/oder Regelvorrichtung (70) die Erregerfrequenz und/oder
die Dämpfungscharakteristik aus Daten ableitet, die diese direkt gespeichert oder
im Zugriff hat.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßstärke, Stoßanzahl, Stoßgeschwindigkeit, Stoßweg und/oder Dauer der Stöße
eines oder mehrerer Schlagmechanismen (58) variabel einstellbar sind.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elastische Lagerung (66) des gegenüberliegenden Fügewerkzeugs (52, 54), des
erregten Fügewerkzeugs (52, 54) und/oder der Fügeteile (50) über eine zusätzliche
Dämpfung (68) verfügt.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fügewerkzeuge (52, 54) in gegensinniger Arbeitsweise arbeiten.
21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch eine angetriebene Vorrichtung zumindest eines der Fügewerkzeuge (52, 54)
in seiner Bewegung ausregelbar ist.
22. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest eines der Fügewerkzeuge (52, 54) oder ein Niederhalter (56) als Elektromagnet
(154) ausgebildet oder mit einem Elektromagneten (154) verbunden ist oder ein im Bereich
der Vorrichtung befindlicher Elektromagnet (154) auf zumindest eines der Fügewerkzeuge
(52, 54) den Niederhalter (56) oder Fügeteile (50) wirkt, wobei diese ferromagnetische
Eigenschaften aufweisen.
23. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Vorrichtung Fügehilfsteile wie Stanzmuttern, Stanzbolzen und/oder Stanzniete
mit oder ohne Vorlochung verarbeitbar sind.
24. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 23,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung in ein Handwerkzeug integriert ist.