[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung eines schienengebundenen Verkehrsmittels
der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art sowie eine Anordnung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Aus der DE 27 04 143 A1 ist eine Einrichtung zur Linienzugbeeinflussung bekannt,
bei welchem Datentelegramme vom fahrenden Schienenfahrzeug mittels einer Sendeeinrichtung
BS zu außerhalb des Zuges befindlichen, mit einer ortsfesten Steuerstelle OFS verbundenen
längs der Fahrstrecke des Zuges positionierten Empfangseinrichtungen S1 bis S9 übertragen
werden, wenn der Zug sich im Bereich der jeweiligen Empfangseinrichtung befindet.
Gemäß weiteren Ausführungen dieser Schrift ist die Fahrstrecke in Teilbereiche, denen
jeweils eine Empfangseinrichtung S1 bis S9 zugeordnet ist, unterteilt. Jeder Teilbereich
repräsentiert eine Funkzone mit einem ausschließlich ihr zugeordneten Funkanal, so
daß Sende- und Empfangseinrichtungen mit vergleichsweise geringen Reichweiten sowie
geringer Komplexität eingesetzt werden können. Die Funkzonen werden so ausgestaltet,
daß diese sich leicht überlappen und somit eine lückenlose Datenübertragung gewährleisten,
wenn das Fahrzeug sich entlang der Fahrstrecke von einen Teilbereich TB zum nächsten
bewegt.
In DE 195 38 022 C2 wird eine Vorrichtung zur Steuerung eines Schienenfahrzeuges beschrieben,
bei der die Signalanlagen eines jeweiligen Streckenabschnittes überprüft werden. Der
Signalzustand der jeweiligen Anlage muß von einer Bilderfassungseinrichtung (Kamera)
erkannt werden. In einem Speicher der Schienenfahrzeugvorrichtung werden vor Antritt
der Strecke Daten über die Positionen der Signalanlagen, mit deren möglichen Signalzuständen,
der Streckenabschnitte gespeichert.
Anhand einer Positionserfassungseinrichtung kann der aktuelle Ort des Schienenfahrzeuges
über Satellit oder Positionsgebern (Induktionsschleifen) ,entlang der Strecke, erkannt
werden. Aufgrund dieser Information holt die Datenverarbeitungseinrichtung die Daten
des dazugehörige Streckenabschnittes aus dem Speicher. Die Zukünftigen Positionen
der Signalanlagen des Streckenabschnittes sind somit bekannt. Anhand dieser werden
die Signalzustände der jeweiligen Signalanlagen erkannt und ein entsprechendes Verhalten
der Geschwindigkeit veranlaßt. Im Bahnbetrieb sind Anordnungen im Einsatz, die zur
visuellen Überwachung dienen. Im Bahnhofsbereich dient die Überwachung der Vermeidung
von Personen- und Sachschäden, an Bahnübergängen zur Fernbedienung der Schranken von
einer Leitstelle aus.
[0003] Der Stand der Technik zeigt Einrichtungen zur Überwachung oder Steuerung von Schienenfahrzeugen
auf, jedoch weisen diese Einrichtungen keine Mittel zur visuellen Überwachung der
Fahrzeuginnenräume und zur Übertragung der Daten an eine Leitzentrale auf.
[0004] Ausgehend von der in DE 27 04 143 A1 geschilderten Einrichtung, welche eine Infrastruktur
zur lückenlosen Funkdatenübertragung beschreibt, jedoch lediglich Daten zur Linienzugbeeinflussung
überträgt, liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Zugüberwachung
der eingangs genannten Gattung und eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
anzugeben, mit welchen es möglich ist, die Innenräume der Wagen visuell und akustisch
zu beobachten. Die Übertragung der zur Überwachung eines fahrenden, schienengebundenen
Zuges aufgenommenen Information zu einer Leitzentrale ist dabei jederzeit und unabhängig
vom Standort des Zuges durchführbar. Die Übertragung wird zum einem durch eine Alarmierungsvorrichtung
im Wagen oder zum anderen durch Anforderung des Aufsichtspersonals in der Leitzentrale
ausgelöst, so daß eine Übertragung nur dann erfolgt, wenn diese notwendig oder gewünscht
ist. Weiterhin wird stets eine gewisse Informationsmenge im Wagen zwischengespeichert,
so daß bei Bedarf die vor der Übertragung stattgefundenen Ereignisse abgerufen werden
können.
Die Lösung der Aufgabe schließt eine bedeutende Lücke im sicherheitstechnischen System
der Bahnbetriebe zur Vermeidung und Bekämpfung von Personen- und Sachschäden.
Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche 1 und 9 gelöst.
[0005] Die Aufzeichnung der Video-Information wird erfindungsgemäß wagenweise durchgeführt,
wobei jeder Wagen bzw. jede Wagengruppe des zu überwachenden Zuges seine eigene Bildaufzeichnungseinrichtung,
beispielsweise eine Video-Kamera, und eine Bildverarbeitungseinheit aufweist. Die
Aufzeichnungseinrichtung wird im Wageninnenraum positioniert, um das Verhalten der
dort befindlichen Personen im Bild festzuhalten, mögliche strafbare Handlungen sofort
registrieren zu können und erste Gegenmaßnahmen durch die empfängerseitig angeschlossene
Leitstelle vorzubereiten.
[0006] Eine Anordnung der Aufnahmeeinrichtung an der Außenwandung eines oder mehrerer Güterwagen
bei der Zugüberwachung eines Güterzuges ermöglicht nach einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung eine Kontrolle der Wagenladung und der näheren Umgebung des entsprechenden
Wagens, so daß beispielsweise ein Lösen einer zum Schutz der Ladung angebrachte Plane
oder eine kriminelle Aktivität unbefugter Personen an dem entsprechenden Wagen rechtzeitig
erkannt werden kann.
Entsprechend einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist es von Vorteil, eine zweite
Bildaufzeichnungseinrichtung mit nachgeordneter Bildverarbeitungseinheit innerhalb
eines Wagens derart zu positionieren, daß das Objektiv der einen Aufzeichnungseinrichtung
in Fahrtrichtung des Zuges zeigt, wogegen das Objektiv der zweiten Aufzeichnungseinrichtung
in die entgegengesetzte Richtung weist. Diese Anordnung ermöglicht in günstiger Weise
eine Überwachung des jeweiligen Innenraums, bei welcher der störende Einfluß eines
toten Winkels im wesentlichen ausgeschlossen werden kann.
[0007] Die Erfindung schließt die Erkenntnis ein, daß nur eine geringe Anzahl von Datenkanälen
benötigt wird bzw. die Benutzung von nur einer Übertragungsfrequenz oder eines schmalen
Frequenzbandes erforderlich ist, wenn eine Video-Information nur im Alarmierungsfall
oder auf Anforderung durch das Beobachtungspersonal in die Leitzentrale übertragen
wird, wobei zudem zwecks Reduzierung der erforderlichen Übertragungskapazität eine
Komprimierung der Video-Information erfolgt. Die Übertragung von Daten zur Zugüberwachung
in dieser Form ist ohne Verlust wesentlicher Informationsinhalte in vorteilhafter
Weise kostengünstig unter geringfügiger Erweiterung einer bereits vorhanden Infrastruktur
zu realisieren. Die übertragene Video-Information ist ohne Einschränkung auswertbar
und kann erfolgreich zur Kriminalitätsbekämpfung bzw. -prävention genutzt werden.
[0008] Die von einer Bildaufzeichnungseinrichtung erfaßten Video-Informationen werden in
einer Bildverarbeitungseinheit anolog/digitalgewandelt, komprimiert und in einen Speicher
geleitet, wenn weder eine Alarmierungseinheit im Wagen oder in der Wagengruppe ausgelöst
wurde noch die Übertragung der Video-Information durch eine Leitzentrale außerhalb
der Zuges angefordert wird. Bei Auslösung der Alarmierungseinheit oder bei Anforderung
durch die Leitzentrale wird die Video-Information ohne Speicherung an eine im Wagen
angebrachte Datensende-und Empfangseinheit weitergeleitet, welche eine Funkverbindung
zu einer der entlang der Fahrstrecke positionierten als Datenübertragungseinheit ausgeführte
Empfangseinrichtungen herstellt. Die Video-Information wird im Anschluß paketweise
an die Datenübertragungseinheit übermittelt, und über ein parallel zur Fahrtrasse
verlegtes Streckenkabel an eine entfernt gelegene Leitzentrale weitergeleitet. In
der Leitzentrale wird die Video-Information von einem Zentralrechner entgegengenommen
und über einen Datenbus an einen oder mehrere Beobachtungsarbeitsplätze, welche jeweils
mit elektronischen Mitteln zur Videodatendekomprimierung ausgerüstet sind, verteilt
und beobachtbar gemacht.
Erfindungsgemäß werden Video-Informationen zwar ständig erzeugt, jedoch nur dann übertragen,
wenn hierzu ein Anlaß wie zum Beispiel ein sich in Not befindlicher Fahrgast besteht,
so daß das Beobachtungspersonal in der Leitzentrale nicht mit redundanten Informationen
belastet wird. Die Video-Informationen werden paketweise in einem als Zirkularspeichereinheit
ausgebildeten Speicher abgelegt, wobei während jedes Speichervorgangs das älteste
Datenpaket durch das neueste Paket überschrieben wird. Somit werden kontinuierlich
die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit festgehalten. Diese Informationen können
vorteilhaft für den Fall abgerufen werden, daß beispielsweise die einer Alarmierung
vorangegangenen Ereignisse der Rekonstruktion eines kriminellen Tatbestandes dienlich
sind.
[0009] Bei Betätigung einer im Wagen angebrachten Alarmierungseinheit gelangt ein Alarmsignal
an eine Steuereinheit, die den Befehl zum Aufbau einer Datenverbindung mit der Leitzentrale
über den wageninternen seriellen Datenbus an eine Datensende- und empfangseinheit
gibt. Die Datensende- und empfangseinheit besitzt elektronische Mittel zum Aufbau
einer Vollduplex-Funkverbindung, wobei eine Hochfrequenzeinheit, welche eine Rundstrahlantenne
und eine Einrichtung zur Trennung von Sende- und Empfangssignalen besitzt, außen am
Wagen angebracht ist. Entlang der Strecke werden Datenübertragungseinheiten, die analog
der Datensende- und empfangseinheit im Wagen aufgebaut und über ein Streckenkabel
mit der Leitzentrale verbunden sind, so positioniert, daß sich einander überlappende
Funkzonen ergeben. Die Hochfrequenzeinheit besteht aus einer Antenne, die eine Richtcharakteristik
aufweist und so ausgerichtet wird, daß ein möglichst großer Teil der Fahrstrecke abgedeckt
wird und einer Einrichtung zur Trennung von Sende- und Empfangssignalen.
Jede Datenübertragungseinheit sendet in vorgebbaren zeitlichen Abständen einen Kennungsrahmen,
das ihre spezifische Adresse sowie die Angabe des für den Datenaustausch zu verwendenden
Funkkanals enthält. Die Datensende-und empfangseinheit im Wagen wertet den Kennungsrahmen
aus und sendet im Gegenzug auf dem ein Kommandorahmen mit Angabe der einzigartigen
Wagenadresse, der Subadresse der Bildaufzeichnungseinrichtung und das Kommando zum
Aufbau einer Datenverbindung zur Leitzentrale. Die adressierte Datenübertragungseinheit
stellt über das vorzugsweise als Glasfaserkabel ausgeführte Streckenkabel eine Verbindung
mit dem Zenralrechner in der Leitzentrale her. Der Zentralrechner stellt fest, welcher
der über einen Datenbus mit dem Zentralrechner verbundenen Beobachtungsarbeitsplätze
die vom Wagen ausgelöste Alarmierung entgegennehmen kann und stellt eine Verbindung
her. Auf dem Monitor des Beobachtungsarbeitsplatz erscheint eine Alarmmeldung, welche
durch den Beobachter quittiert werden muß. Es wird ein Quittungsrahmen erzeugt, der
an die alarmauslösende Steuereinheit im Wagen adressiert ist und den Verbindungsweg
in entgegengesetzter Richtung durchläuft. Zwischen der Bildaufzeichnungseinheit im
Wagen und dem Beobachtungsplatz in der Leitzentrale besteht als Ergebnis eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung,
welche für den kontinuierlichen Transport der Video-Datenpakete genutzt wird. Vor
Beginn der Übertragung wird die Speicherung der Video-Informationen gestoppt und ein
Datenweg zur Umgehung des Speichers geschaltet wird. Nach Beendigung der Alarmsituation
wird ein Kommando aus der Leitzentrale an die Steuereinheit im Wagen gesendet, das
die Steuereinheit veranlaßt, die Daten aus dem Zirkularspeicher auszulesen und in
die Leitzentrale zu senden. Abschließend sendet die Steuereinheit einen Rahmen, der
ein Kommando zum Abbau der Verbindung enthält.
Auf Anforderung des Beoachtungsarbeitsplatzes in der Leitzentrale wird eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
zu einer genau bestimmten Bildaufzeichnungseinrichtung eines Wagens oder einer Wagengruppe
hergestellt. Um den Aufenthaltsort jedes Wagens zu jedem Zeitpunkt zu kennen, senden
die entlang der Fahrstrecke angeordneten Datenübertragungseinheiten in vorgebbaren
zeitlichen Abständen Kennungsrahmen aus. Empfängt die Datensende- und Empfangseinheit
eines Wagens diesen Kennungsrahmen, sendet diese ihrerseits einen Kennungsrahmen mit
der einzigartigen Wagenadresse. Die Datenübertragungseinheit sendet diese Information
an den Zentralrechner in der Leitzentrale, welcher aus der Gesamtheit der Standortinformationen
eine stets aktuelle Liste der Wagenstandorte errechnet.
Der Zentralrechner sendet über das Streckenkabel an genau die Datenübertragungseinheit,
in deren Funkzone sich der Wagen mit der anzurufenden Bildaufzeichnungseinrichtung
befindet, einen Kommandorahmen, der den Befehl zum Aufbau einer Vollduplex-Datenverbindung,
die Wagenadresse und die Subadresse der gewählten Bildaufzeichnungseinheit enthält.
Die Datenübertragungseinheit errichtet eine Funkverbindung zu dem adressierten Wagen,
in dem mehrere Bildaufzeichnungseinheiten angeordnet sein können. Die Datensende-
und Empfangseinheit im Wagen wertet die Subadresse der Bildaufzeichungseinrichtung
aus und baut über den Datenbus eine Verbindung zu der Steuereinheit, welcher der adressierten
Bildaufzeichnungseinrichtung zugeordnet ist, auf. Die Steuereinheit erhält den Befehl,
das Senden der Video-Information vorzubereiten, indem die Speicherung der Video-Informationen
gestoppt und ein Datenweg zur Umgehung des Speichers geschaltet wird. Die Steuereinheit
führt anschließend die Aussendung von Video-Informationspaketen über die aufgebaute
Punkt-zu-Punkt-Verbindung an den anfordernden Beobachtungsarbeitsplatz durch. Die
Übertragung wird gestoppt und die Verbindung abgebaut, sobald vom Beobachtungsarbeitsplatz
ein entsprechender Kommandorahmen an die Steuereinheit gesendet wird.
[0010] Die Anordnung zur Durchführung des Verfahrens zur Zugüberwachung weist erfindungsgemäß
mindestens eine einem Wagen oder einer Wagengruppe des zu überwachenden Zuges zugeordnete,
Datenerfassungs- und verarbeitungseinrichtung, die eine Bildaufzeichnungseinrichtung,
beispielsweise eine Videokamera, eine Bildverarbeitungseinheit, eine Alarmierungseinheit
und eine Steuereinheit umfaßt, auf. Die Datenerfassungs- und verarbeitungseinrichtungen
sind über einen als seriellen Datenbus ausgeführten Datenweg mit einer dem Wagen oder
der Wagengruppe zugeordneten Datensende-und Empfangseinrichtung, die Mittel zur Abstrahlung
und zum Empfang von Funksignalen aufweist, verbunden.
Die Anordnung zur Durchführung des Verfahrens zur Zugüberwachung weist desweiteren
mehrere, stationär längs der Fahrstrecke des zu überwachenden Zuges angeordnete, Datenübertragungseinheiten,
die Mittel zur Abstrahlung und zum Empfang von Funksignalen und Mittel zur Aufnahme
und zur Einspeisung eines Datenstromes aus und in ein als Glasfaserkabel ausgeführtes
Streckenkabel besitzen, auf. Das Streckenkabel ist mit einer Leitzentrale, die einen
Zentralrechner und mehrere diesem nachgeordneten Beobachtungsarbeitplätze umfaßt,
verbunden. Jeder Beobachtungsarbeitsplatz besitzt elektronische Mittel zur Bilddatendekomprimierung
und zur Darstellung der verfahrensgemäß erzeugten und übertragenen Bild-Informationen.
[0011] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist die in der Bildverarbeitungseinheit
vorgesehene Bildkomprimierungseinheit elektronische Mittel auf, mit denen bei der
aufgezeichneten Video-Information eine Supprimierung von Standbildern, eine Reduzierung
der Farbinformation und eine Verringerung der Bildauflösung vorgenommen wird. Die
Datenkomprimierung erfolgt in einem Umfang, daß einerseits eine für die Zugüberwachung
zwecks Verbrechensbekämpfung und -prävention ausreichend auswertbare Informationsmenge
zur Verfügung gestellt werden kann und andererseits nur ein Minimum an Übertragungskapazität
in Anspruch genommen werden muß.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehende zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung
der Erfindung anhand der Figur 1 näher dargestellt.
[0013] Das in Figur 1 dargestellte Blockschaltbild zeigt eine Anordnung 1 zur Zugüberwachung
mit einem Wagen (oder einer Wagengruppe) (10), in dem eine oder mehrere Datenerfassungs-
und Verarbeitungseinrichtungen (20, 20') über einen Datenbus (30) mit einer zentralen
Datensende- und Empfangseinrichtung (40) verbunden sind. Der Wagen (10) ist während
der Datenübertragung über eine Vollduplex-Funkverbindung (50) mit einer entlang der
Fahrstrecke positionierten Datenübertragungseinheit (60) (von denen nur eine aus Gründen
der Übersichtlichkeit dargestellt ist) verbunden. Jede Datenübertragungseinheit (60)
ist mit Hilfe eines Glasfaserkoppelknotens (71) mit einem als Glasfaserkabel ausgeführten
Streckenkabel (70) gekoppelt. Das Streckenkabel (70) führt in eine Leitzentrale (80),
die Mittel zur Darstellung der übertragenen Video-Informationen aufweist.
[0014] Die Datenerfassungs- und Verarbeitungseinheit (20) umfaßt die als Videokamera ausgeführte
Bildaufzeichnungseinrichtung (21), der einer Bildverarbeitungseinrichtung (22) nachgeordnet
ist. Die von der Videokamera (21) aufgezeichneten Bildsignale werden in einem Analog/Digital-Wandler
(22.1) digitalisiert und in der dem Wandler (22.1) nachgeordneten Bildkomprimierungseinheit
(22.2) verdichtet.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die erste Videokamera (21)
innerhalb des Wagens oder der Wagengruppe derart positioniert, daß ihr Objektiv in
Fahrtrichtung des Zuges zeigt, wogegen das Objektiv der zweiten Videokamera in die
entgegengesetzte Richtung weist. Diese Anordnung ermöglicht eine Überwachung des jeweiligen
Wageninnenraums, bei welcher der störende Einfluß eines toten Winkels im wesentlichen
ausgeschlossen werden kann.
Die in der Bildverarbeitungseinheit (22) vorgesehene Bildkomprimierungseinheit (22.2)
weist elektronische Mittel auf, mit denen bei der aufgezeichneten Video-Information
eine Supprimierung von Standbildern, eine Reduzierung der Farbinformation und eine
Verringerung der Bildauflösung vorgenommen wird. Die Datenkomprimierung erfolgt jeweils
in einem Umfang, daß einerseits eine für die Zugüberwachung zwecks Verbrechensbekämpfung
und -prävention ausreichend auswertbare Informationsmenge zur Verfügung gestellt werden
kann und andererseits nur ein Minimum an Übertragungskapazität in Anspruch genommen
werden muß.
Die Bildverarbeitungseinheit (22) besitzt einen als Zirkularspeicher ausgeführten
Datenspeicher (22.3), in dem die komprimierten Bild-Informationen paketweise derart
abgelegt werden, daß das neueste Paket das älteste überschreibt. Der Zirkularspeicher
(22.3) enthält somit einen durch die Speichergröße vorgebbares Volumen an aktuellen
Video-Informationen, die auf Anforderung in die entfernte Leitzentrale (80) übertragen
werden. Die vorzugsweise mit der Notbremse des Wagens (10) gekoppelte Alarmierungseinheit
(23) ist mit einer Steuereinheit (25), die das Signal der Alarmierungseinheit auswertet,
verbunden. Die Steuereinheit (25) bewirkt mit Hilfe der Zirkularspeichersteuerleitung
(24) den Stop der Speicherung und die Schaltung eines den Zirkularspeicher umgehenden
Datenweges, sobald und solange die komprimierte Video-Information in die Leitzentrale
(80) ohne Zwischenspeicherung übertragen wird.
Ein als serieller Datenbus ausgeführter Datenbus (30) transportiert die von der Steuereinheit
(25) über einen Datenbuskoppelknoten (31) eingespeisten Video-Daten zur zentralen
Datensende- und empfangseinheit (40) weiter. Die Datensende- und Empfangseinheit umfaßt
eine als Kommunikationsprozessor ausgeführte Datenbusschnittstelle (41), eine als
Basisbandprozessor ausgeführte Datenverarbeitungseinrichtung (42), für die Senderichtung
einen Modulator (43) und einen Sendeverstärker (44), für die Empfangsrichtung einen
Empfangsverstärker (46) und einen Demodulator (47) und eine Hochfrequenzeinheit (45).
Die Hochfrequenzeinheit (45) wird vorzugsweise außen auf dem Dach des Wagens angeordnet
und enthält Mittel zur Trennung von Sende-und Empfangssignalen sowie eine Rundstrahlantenne.
Der Basisbandprozessor (42) besitzt Mittel zur Datenver- und Entschlüsselung sowie
zur Korrektur von Übertragungsfehlern.
Die entlang der Strecke angeordneten und über ein Streckenkabel (70) mit der Leitzentrale
(80) verbundenen Datenübertragungseinheiten (60), die als Gegenstück der Datensende-
und empfangseinheit (40) fungieren. Entsprechend besitzt die Datenübertragungseinheit
(60) eine Hochfrequenzeinheit (61), für den Empfangsweg einen Empfangsvertstärker
(62) und einen Demodulator (63), für den Sendeweg einen Sendeverstärker (66) und einen
Modulator (67), einen Basisbandprozessor (64) und einen Kommunikationsprozessor (65).
Die Hochfrequenzeinheit (61) besitzt abweichend von der Ausrüstung der Wagen eine
Richtstrahlantenne, die derart ausgerichtet wird, daß ein möglichst großer Teil des
Fahrweges abgedeckt wird. Die benachbarten Datenübertragungseinheiten werden so positioniert,
daß sich einander leicht überlappende Funkzonen ergeben und an jedem Ort des Fahrweges
eine Funkverbindung zu einer der Datenübertragungseinheiten aufbauen läßt.
Der Kommunikationsprozessor (65) ist über ein Glasfaserkoppelknoten (71) mit dem als
Glasfaserkabel ausgeführten Streckenkabel verbunden und sorgt für den bidirektionalen
Datentransport zur Leitzentrale (80) und/oder zu einem Wagen (10). Er sorgt unter
anderem für die Registrierung der Wagen, die sich aktuell in der Funkzone der Datenübertragungseinheit
aufhalten und für die Weitergabe dieser Information an die Leitzentrale (80).
Die Leitzentrale (80) ist über einen Glasfaserkoppelknoten mit dem Glasfaserkabel
verbunden und weist einen Zentralrechner (81) und mehrere über einen Datenbus (83)
an den Zentralrechner angeschlossene Beobachtungsarbeitsplätze (82,82',82'') auf.
Der Zentralrechner (81) hat die Hauptaufgabe, alle aus verschiedenen Wagen oder Zügen
ankommende Video-Datenströme gleichmäßig an die Beoachtungsarbeitsplätze (82,82',82'')
zu verteilen. Die Beobachtungsarbeitsplätze weisen einen Kommunikationsprozessor (82.1)
zur Datenübertragung, eine Recheneinheit (82.2) für den Ablauf von Anwendungs- und
Betriebsprogrammen, ein als Monitor ausgeführtes Sichtgerät (82.3) und eine Bilddekomprimierungseinheit
(82.4) zur Rückgewinnung der komprimierten Video-Informationen.
Bezugszeichenliste
[0015]
- 1
- Anordnung zur Durchführung des Verfahrens zur Zugüberwachung
- 10
- Wagen oder Wagengruppe
- 20
- Datenerfassungs- und Verarbeitungseinheit
- 21
- Bildaufzeichnungseinrichtung
- 22
- Bildverarbeitungseinheit
- 22.1
- Analog/Digitalwandler
- 22.2
- Bildkomprimierungseinheit
- 22.3
- Zirkularspeichereinheit
- 23
- Alarmierungseinheit
- 24
- Zirkularspeichersteuerleitung
- 25
- Steuereinheit
- 30
- Datenbus
- 31
- Datenbuskoppelknoten
- 40
- Datensende- und Empfangseinheiteinheit
- 41
- Kommunikationsprozessor
- 42
- Basisbandprozessor
- 43
- Modulator
- 44
- Sendeverstärker
- 45
- Hochfrequenzeinheit
- 46
- Empfangsverstärker
- 47
- Demodulator
- 50
- Funkstrecke
- 60
- Datenübertragungseinheit
- 61
- Hochfrequenzeinheit
- 62
- Empfangsverstärker
- 63
- Demodulator
- 64
- Basisbandprozessor
- 65
- Kommunikationsprozessor
- 66
- Modulator
- 67
- Sendeverstärker
- 70
- Glasfaserkabel
- 71
- Glasfaserkoppelknoten
- 80
- Leitzentrale
- 81
- Zentralrechner
- 82
- Beobachtungsarbeitsplatz
- 82.1
- Kommunikationsprozessor
- 82.2
- Recheneinheit
- 82.3
- Monitor
- 82.4
- Bilddekomprimierungseinheit
- 83
- Datenbus
- 84
- Datenbuskoppelknoten
1. Verfahren zur Überwachung eines schienengebundenen Verkehrsmittels, bei welchem Daten
vom fahrenden Zug mittels einer Sendeeinrichtung (40) zu einer außerhalb des Zuges
befindlichen Empfangseinrichtung (60) und mittels eines Streckenkabels (70) zu einer
Leitzentrale (80) übertragen werden,
dadurch gekennzeichnet,
• daß die Daten Zugüberwachungsdaten enthalten, die als Video-Informationen vom Innern
des Fahrgast- oder Frachtraums durch eine Mehrzahl von Bildaufzeichnungseinrichtungen
(21, 21') jeweils in einem einzelnen Wagen oder einer Wagengruppe aufgenommen und
in einer Bildverarbeitungseinheit (22) verarbeitet werden,
• daß Video-Informationen ohne Speicherung mittels der an dem Wagen oder der Wagengruppe
angeordneten Datensendeeinheit (40) auf jeweils eine von längs der Fahrstrecke des
Zuges positionierten als Datenübertragungseinheit ausgebildeten Empfangseinrichtung
(60) und einem als Glasfaserkabel ausgebildeten Streckenkabel (70) an eine Leitzentrale
(80) direktübertragen werden, wenn die Übertragung entweder durch eine Alarmierungseinheit
(23) ausgelöst oder durch das Beobachtungspersonal in der Leitzentrale (80) angefordert
wird,
• daß die mittels der Aufnahmeeinrichtungen (21) erfaßten Video-Informationen in einem
Speicher (22.3) zwischengespeichert werden, wenn weder eine Alarmierungseinrichtung
(23) betätigt noch eine Übertragung der Video-Information durch das Beobachtungspersonal
der Zentrale (80) angefordert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Reduzierung der erforderlichen Übertragungskapazität des Datenweges mittels
einer Bildverarbeitungseinheit (22) eine Analog/Digitalwandlung und Komprimierung
der Video-Information durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Komprimierung der Video-Information durch eine Unterdrückung von Standbildern
und/oder durch eine Verringerung der Bildauflösung und/oder eine Reduzierung der Farbinformation
durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Wagen oder der Wagengruppe (10) und der Leitzentrale (80) für die
Dauer der Übertragung eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung aufgebaut wird und über diese
die Video-Informationen ohne Zwischenspeicherung in die Leitzentrale (80) paketweise
direktübertragen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinheit (25) entweder bei Auslösen der Alarmierungseinrichtung (23)
oder nach Anforderung durch das Personal in der Leitzentrale (80) mit Hilfe einer
Zirkularspeichersteuerleitung (24) den Speichervorgang anhält und einen Datenweg zur
Umgehung des Speichers (22.3) schaltet, sobald und solange die Übertragung der Video-Informationen
eingeleitet und durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß in dem als Zirkularspeichereinheit ausgeführten Speicher (22.3) die Video-Informationen
paketweise abgelegt werden und das älteste Video-Information-Datenpaket durch das
neueste überschrieben wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die in dem Zirkularspeicher (22.3) zwischengespeicherte Video-Information auf
Anforderung durch das Personal in der Leitzentrale (80) ausgelesen und über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
paketweise übertragen wird.
8. Verfahren zur Zugüberwachung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufzeichnung der Video-Information auf dem Dach und /oder Innenraum eines
Wagens bzw. einer Wagengruppe durchgeführt wird, wobei mindestens jeweils eine Aufnahmeeinrichtung
(21) die Video-Information in Fahrtrichtung gesehen und eine zweite Aufnahmeeinrichtung
die Video-Information entgegengesetzt der Fahrtrichtung gesehen aufzeichnet.
9. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens zur Zugüberwachung nach einem der vorangehenden
Ansprüche,
gekennzeichnet durch
• mindestens eine einem Wagen oder einer Wagengruppe (10) des zu überwachenden Zuges
zugeordnete Datenerfassungs- und verarbeitungsenheit (20, 20'), welche eine Bildaufzeichnungseinrichtung
(21) aufweist, der eine Bildverarbeitungseinheit (22) nachgeordnet ist, und welche
über einen Datenbus (30) mit einer Datensende- und empfangseinheit (40) verbunden
ist
• eine Mehrzahl stationär längs der Fahrstrecke des zu überwachenden Zuges angeordnete
Datenübertragungsseinheiten (60), welche einen Empfangsteil zur Aufnahme der von der
Datensendeeinheit (40) gesendeten Video-Information und einen Kommunikationsprozessor
(65) zur Weitergabe der Video-Information aufweisen
• eine mit den Datenübertragungseinheiten (60) über ein Streckenkabel (70) verbundene
Leitzentrale (80) zur Auswertung der übertragenen Video-Information.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildverarbeitungseinheit (22) einen Analog/Digitalwandler (22.1), eine Bildkomprimierungseinheit
(22.2) und einen als Zirkularspeicher ausgebildeten Speicher (22.3) aufweist.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildkomprimierungseinheit (22.2) elektronische Mittel zur Supprimierung von
Standbildern, zur Reduzierung der Farbinformation und zur Verringerung der Bildauflösung
aufweist.
12. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Datenerfassungs- und Verarbeitungseinheit (20) eine Steuereinheit (25) aufweist,
welche mit der Bildverarbeitungseinheit (22), der Alarmierungseinheit (23) und über
einen Datenbuskoppelknoten (31) mit dem Datenbus(30) verbunden ist.
13. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitzentrale (80) einen Zentralrechner aufweist, der mit mehreren Beobachtungsarbeitsplätzen
(82,82',82''), die jeweils eine Bilddekomprimierungseinheit (82.4) aufweisen, über
einen Datenbus (83) gekoppelt ist.