[0001] Die Erfindung betrifft eine Dosiereinrichtung für in Behältnisse abzufüllende Schüttgüter
insbesondere für eine nach dem Schwerkraftprinzip arbeitenden Füllmaschine für Säcke
mit einem trichterartigen Einlaufbehälter in dessen unteren Bereich ein Dosierkegel
angeordnet ist, der zur Unterbrechung und zur Umschaltung des Füllgutstromes von einem
Grobstrom in einen Feinstrom mittels eines steuerbaren Stelltriebes in vertikaler
Richtung verfahrbar ist.
[0002] Bei einer nach dem Schwerkraftprinzip arbeitenden Füllmaschine für Säcke fließt das
Füllgut im freien Fall durch die einzelnen Stationen der Füllmaschine ohne Verwendung
von mechanischen Förderelementen oder ähnlichen Bauteilen. Es werden die verschiedensten
Füllgüter abgefüllt. Die Anforderungen hinsichtlich der Leistung und der Gewichtsgenauigkeit
der gefüllten Säcke sind heute besonders hoch. Die Füllmaschinen arbeiten aus diesem
Grunde nach dem Grob- und Feinstromverfahren, das heißt bis zu einem Gewicht, welches
kurz unterhalb des Endgewichtes liegt, erfolgt der Füllvorgang im Grobstrom und wird
dann auf einen Feinstrom umgeschaltet. Die Menge des in einer Zeiteinheit einströmenden
Füllgutes im Grobstrom ist dabei deutlich höher als im Feinstrom. Durch den Feinstrom
soll erreicht werden, daß das tatsächliche Gewicht möglichst innerhalb ganz enger
Toleranzen zum Sollgewicht liegt. Das Füllgut strömt aus einem Silo in den Einlaufbehälter
ein. Der Stelltrieb des Dosierkegels wird vorzugsweise von einer Waage gesteuert.
Nach dem Umschalten vom Grob- in den Feinstrom wird der Widerstand im Ringspalt erhöht.
Zum Erreichen des Sollgewichtes wird der Dosierkegel geschlossen. Dazu ist der untere
Bereich des Einlaufbehälters kegelstumpfförmig derart gestaltet, daß zwischen der
Mantelfläche des Dosierkegels und dem kegelstumpfförmigen Bereich ein Ringspalt entsteht,
dessen Größe sich nach der jeweiligen Stellung des Dosierkegels richtet.
[0003] Bei der zuvor beschriebenen Dosiereinrichtung erfolgt der Wägevorgang demzufolge
diskontinuierlich, wodurch jedoch eine optimale Gewichtsgenauigkeit erreicht wird.
Jedoch sind die mittels der Dosiereinrichtung abzufüllenden Füllgüter beschränkt,
da die Fließeigenschaft des Füllgutes das Abfüllen mit einer solchen Dosiereinrichtung
ermöglichen muß. Die unterschiedlichen Füllgüter zeigen stark voneinander abweichende
Dosierverhalten, selbst wenn die chemische Zusammensetzung gleich oder gleichartig
ist. Das Fließverhalten eines Füllgutes ist besonders von den Materialeigenschaften
und dem Ablagerungszustand abhängig. So neigen vor allem Füllgüter mit einem hohen
inneren Reibwert, kohäsive oder feuchte Füllgüter dazu, daß sich stabile Gutbrücken
über den von dem Dosierkegel begrenzten Ringspalt bilden. Derartige Brücken behindern
nicht nur den Fluß des Füllgutes, sondern bringen ihn unter Umständen vollständig
zum Erliegen. Für eine optimale Füllzeit und eine hohe Gewichtsgenauigkeit ist jedoch
ein kontinuierlicher Fluß des Füllgutes eine wesentliche Voraussetzung.
[0004] Feinkörnige und pulverförmige Füllgüter haben die Eigenschaft, daß sie sich bereits
bei einer relativ kurzen Lagerung verfestigen. Diesen Vorgang nennt man in der Branche
die sogenannte Zeitverfestigung. Dadurch ist ebenfalls ein gleichmäßiger Fluß nicht
mehr gewährleistet.
[0005] Um den kontinuierlichen Fluß des Füllgutes sicherzustellen, wurde bei Füllgütern
mit relativ guten Fließeigenschaften ein sogenannter Klappeneinlauf entwickelt, welcher
eine Feinströmöffnung aufweist, die annähernd quadratisch ist und somit weniger auf
unterschiedliche Fließeigenschaften reagiert. Mit diesem Klappeneinlauf wird zwar
die Gewichtsgenauigkeit gegenüber dem Dosierkegel verbessert, nachteilig ist jedoch
der wesentlich höhere Aufwand und die schwierigere Reinigung. Die Reinigung ist ein
bedeutender Effekt, da üblicherweise mittels einer Dosiereinrichtung unterschiedliche
Füllgüter dosiert werden.
[0006] Um die einzelnen, schlecht fließenden Füllgüter überhaupt abfüllen zu können, sind
viele Dosiersysteme bekannt, wie z. B. Schneckendosierer, Vibrationsdosierer, pneumatische
Förderrinnen, Banddosierer, Zellenradschleusen, Kammerdosierer, Drehtellerdosierer,
Dosierschieber, Kolbendosierer und dergleichen. Nachteilig ist jedoch, daß die Abfülleistung
bei gleichem Aufwand gegenüber dem Dosierkegel geringer ist, und daß die Reinigung
unter erschwerten Bedingungen vorgenommen werden muß.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dosiereinrichtung der
eingangs näher beschriebenen Art so weiter zu entwickeln, daß sie auch für Füllgüter
verwendet werden kann, die bislang mit anderen Systemen dosiert werden mußten. Dabei
soll der konstruktive Aufwand jedoch gering und die gute Reinigungsmöglichkeit erhalten
bleiben.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird gelöst, indem dem Stelltrieb ein Drehantrieb zum Antrieb
des Dosierkegels um seine Symmetrieachse zugeordnet ist.
[0009] Da nunmehr der Dosierkegel rotierend antreibbar ist, wird jede entstehende Brückenbildung
des Füllgutes im Bereich des Dosierkegels verhindert, so daß der Füllgutstrom kontinuierlich
fließen kann, wodurch er äußerst genau dosiert werden kann. Da die Brückenbildung
nunmehr bei vielen Füllgütern ausgeschlossen werden kann, läßt sich das Einsatzgebiet
einer Dosiereinrichtung mit einem Dosierkegel wesentlich erhöhen oder in der Umkehrung
können mit der gleichen Dosiereinrichtung weitaus mehr Füllgüter abgefüllt werden
als bislang der Fall war. Der Vorteil der optimalen Reinigung bleibt dabei voll erhalten.
Der konstruktive Aufwand für einen Drehantrieb bleibt ebenfalls gering.
[0010] Während in der Vergangenheit mit der in Rede stehenden Dosiereinrichtung besonders
körnige Produkte abgefüllt wurden, können nunmehr auch pulverförmige Produkte abgefüllt
werden, so daß mit einem System eine breitere Produktpalette abgefüllt werden kann,
und zwar mit höherer Leistung und höherer Gewichtsgenauigkeit.
[0011] Eine konstruktiv einfache Lösung wird erreicht, indem der Drehantrieb aus einem zusätzlichen
Getriebemotor und einem die Antriebsverbindung zwischen dem Abtriebszapfen des Getriebemotors
und der Welle des Dosierkegels herstellenden Antriebselementes, vorzugsweise einer
Räderkette besteht. Derartige Bauteile werden von einschlägigen Herstellern preisgünstig
angeboten.
[0012] In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Stelltrieb als Servomotor oder
Schritt-Schalt-Antrieb ausgebildet ist. Bei den bisher bekannten Dosiereinrichtungen
mit einem verstellbaren Dosierkegel war der Stelltrieb eine Kolbenzylindereinheit,
so daß nur drei Positionen, nämlich Grobstrom, Feinstrom und Geschlossen angefahren
werden konnten. Die Verstellgeschwindigkeit konnte nur am Ende des Verfahrweges geändert
werden, wenn die Kolbenzylindereinheit mit einer Endlagendämpfung ausgestattet war.
Nunmehr wird eine hohe und gleichmäßige Verfahrgeschwindigkeit sowie eine exakte und
flexible Positionierung erreicht. Innerhalb des Verstellweges des Dosierkegels kann
nunmehr eine Vielzahl von Positionen angefahren werden. Dieser Servo- oder Schritt-Schalt-Antrieb
arbeitet äußerst genau, wodurch die Gewichtsgenauigkeit erhöht wird. Außerdem können
für unterschiedliche Füllgüter auch unterschiedliche Positionen angefahren werden,
wobei jede Position frei wählbar und automatisch angefahren wird.
[0013] Ferner ist es möglich, über die Auswertung des Füllgutstromes diese Dosierstellungen
selbsttätig den Fließeigenschaften anzupassen, um gleichbleibende Leistungen bei hohen
Gewichtsgenauigkeiten auch bei unterschiedlichsten Füllgütern sicherzustellen.
[0014] In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Stelltrieb das Stellglied eines
Regelkreises ist. Der Servoantrieb beinhaltet in vorteilhafter Weise eine Antriebsscheibe
an die eine Kurbel angelenkt ist, die mit dem anderen Ende an einem Verstellhebel
angelenkt ist, der mit der Welle des Dosierkegels gekoppelt ist.
[0015] Um eine Brückenbildung im Zulaufbereich noch weiterhin zu unterbinden ist vorgesehen,
daß der Dosierkegel mit Rührflügeln bestückt ist.
[0016] Anhand der beiliegenden Zeichnungen wird die Erfindung noch näher erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Figur 1
- den Bereich des Einlaufbehälters einer erfindungsgemäßen Dosiereinrichtung in einer
Frontansicht und
- Figur 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Seitenansicht.
[0018] Die dargestellte Dosiereinrichtung ist für eine im ganzen nicht dargestellte Füllmaschine
ausgelegt, die nach dem Schwerkraftprinzip arbeitet. Sie ist mit einem Einlaufbehälter
10 ausgerüstet, der im unteren Bereich kegelförmig gestaltet ist, wobei sich der Querschnitt
nach unten hin verkleinert. Diesem kegelförmigen Bereich des Einlaufbehälters 10 ist
ein Dosierkegel 11 zugeordnet, dessen Querschnitt sich nach oben, das heißt zum Einlaufbehälter
10 hin verkleinert. Der Dosierkegel 11 ist auf einer Welle 12 fest angeordnet. Mittels
eines Drehantriebes wird die Welle 12 und somit auch der Dosierkegel 11 rotierend
angetrieben. Dieser Drehantrieb besteht im wesentlichen aus einem Getriebemotor 13
und zwei Stirnrädern 14, 15, wobei das Stirnrad 14 auf den Abtriebszapfen des Getriebemotors
13 drehfest und das Stirnrad 15 drehfest auf die Welle 12 aufgesetzt ist.
[0019] In der Fig. 1 ist die Offenstellung des Dosierkegels 11 gezeichnet, das heißt der
Ringspalt zum unteren Rand des kegelförmigen Teils des Einlaufbehälters 10 ist am
größten. In dieser Stellung erfolgt der Füllvorgang im Grobstromverfahren. Unterhalb
des Einlaufbehälters 10 ist in nicht dargestellter Weise der Wägebehälter einer Nettowaage
angeordnet. Diese Nettowaage ist unterhalb des Flansches 16 angeordnet. Mittels eines
noch näher erläuterten Stelltriebes läßt sich der Dosierkegel 11 in relativ kleinen
Schritten oder stufenlos nach oben verfahren, so daß der Ringspalt zum kegelförmigen
Bereich des Einlaufbehälters 10 entsprechend kleiner wird. Nach einer bestimmten Menge
im Wägebehälter erfolgt die Umstellung auf den Feinstrom. In dieser Stellung des Dosierkegels
11 ist der Ringspalt wesentlich kleiner. Nachdem das Sollgewicht erreicht wurde, wird
der Dosierkegel 11 in die Schließstellung verfahren, so daß der Füllgutstrom abgeschaltet
ist. In dieser Stellung fährt der Dosierkegel 11 im dargestellten Ausführungsbeispiel
gegen eine Dichtung 17. Der Stelltrieb 18 besteht im dargestellten Ausführungsbeispiel
aus einem Servomotor 19, auf dessen Abtriebszapfen eine Scheibe 20 drehfest aufgesetzt
ist. Die Scheibe ist mittels eines Gestänges mit der Welle 12 antriebstechnisch gekoppelt.
[0020] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist an die Scheibe 20 eine Koppel 21 angelenkt,
die mit dem anderen Ende mit einem Schwinghebel 22 gelenkig verbunden ist. Dieser
Schwinghebel 22 ist im mittleren Bereich schwenkbar gelagert. Das der Koppel 21 abgewandte
Ende ist mittels einer Gabel 23 mit dem oberen Ende der Welle 12 gekoppelt.
[0021] Es ergibt sich aus der Fig. 2, daß durch die Stellung der Scheibe 20 sich der Dosierkegel
11 in der untersten Stellung befindet, so daß der Ringspalt zum kegelförmigen Bereich
des Einlaufbehälters 10 am größten ist. Wenn sich die Scheibe 20 um einen Winkel von
180 Grad verdreht, befindet sich der Dosierkegel 11 in der Schließstellung. Zwischen
der Offen- und der Schließstellung kann er entweder stufenlos oder in relativ kleinen
Sprüngen jede Stellung einnehmen.
[0022] Der Servomotor 19 kann das Stellglied eines Regelkreises sein. Dadurch kann der Dosierkegel
11 bei den verschiedenartigen Füllgütern in die jeweils optimalen Positionen gefahren
werden.
[0023] Das Füllgut gelangt von einem nicht dargestellten Silo zunächst in den Einlaufbehälter
10 und von dort aus in den Wägebehälter der Nettowaage. Der Nettowaage ist beispielsweise
ein Fallrohr oder ein Fülltrichter nachgeschaltet, an den der zu füllende Sack angehängt
wird.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Wesentlich
ist der Antrieb des Dosierkegels um seine Symmetrieachse.
1. Dosiereinrichtung für in Behältnisse abzufüllende Schüttgüter, insbesondere für eine
nach dem Schwerkraftprinzip arbeitenden Füllmaschine für Säcke mit einem trichterartigen
Einlaufbehälter in dessen unteren Bereich ein Dosierkegel angeordnet ist, der zur
Unterbrechung und zur Umschaltung des Füllgutstromes von einem Grobstrom in einen
Feinstrom mittels eines steuerbaren Stelltriebes in vertikalter Richtung verfahrbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem Stelltrieb (19 bis 23) ein Drehantrieb (13 bis 15) zum Antrieb des Dosierkegels
(11) um seine Symmetrieachse zugeordnet ist.
2. Dosiereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehantrieb aus einem zusätzlichen Getriebemotor (13) und einem die Antriebsverbindung
zwischen dem Abtriebszapfen des Getriebemotors (13) und der Welle (12) des Dosierkegels
(11) herstellenden Antriebselementes vorzugsweise einer Räderkette (14, 15) besteht.
3. Dosiereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stelltrieb als Servomotor (19) oder Schritt-Schalt-Antrieb ausgebildet ist.
4. Dosiereinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Abtriebszapfen des Servomotors (19) eine Scheibe (20) drehfest aufgekoppelt
ist, an die eine Koppel (21) angelenkt ist, deren gegenüberliegendes Ende an einen
Schwinghebel (22) angelenkt ist, der mittels einer Gabel (23) mit der Welle (12) des
Dosierkegels (11) verbunden ist.
5. Dosiereinrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Stelltrieb (18) das Stellglied eines Regelkreises ist.
6. Dosiereinrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Dosierkegel (11) mit Rührflügeln bestückt ist.