[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Zur Vermeidung von Doppel- bzw. Mehrfachabzügen bei der Vereinzelung von flachen
Sendungen, insbesondere Briefsendungen werden, wie in DE-PS 27 04 045 beschrieben,
kufenförmige Abstreifer eingesetzt, die beweglich gelagert sind und durch Federkraft
gegen die Sendungen gedrückt werden. Die Oberfläche der Abstreifer, die die Sendungen
berührt, besteht aus einem Reibbelag. Die Stellkraft erzeugt über den Reibkoeffizienten
des Reibbelages auf die doppelt abgezogenen Sendungen eine Rückhaltekraft, die größer
ist als die Kraft zwischen den Sendungen, so daß nur die Sendungen abgezogen werden,
die am sich bewegenden Abzugsband mit dem größten Reibkoeffizienten anliegen. Die
ausgeführte bewegliche Lagerung des Abstreifers gestattet nur das Abziehen von Sendungen
in einem eingeschränkten Bereich unterschiedlicher Sendungsdicken. Ein weiterer Nachteil
besteht darin, daß bei dünnen Sendungen und geringer Auslenkung des Abstreifers die
Rückhaltekraft kleiner ist als bei dickeren Sendungen mit größerer Auslenkung des
Abstreifers, wodurch die dickeren Sendungen stärker beansprucht werden.
[0003] Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, eine Abstreifervorrichtung
zu schaffen, mit der Doppelabzüge von Sendungen mit einem größeren Dickenspektrum
als nach dem Stand der Technik verhindert werden können, und bei der die Beanspruchung
der Sendungen unabhängig von der Sendungsdicke ist.
[0004] Infolge der erfindungsgemäßen Lösung ist das am Berührungspunkt mit der Sendung wirkende
rückhaltende Drehmoment durch die besondere Kontur des Abstreifers und die Dimensionierung
und Befestigung der Rückstellelemente unabhängig vom Auslenkungswinkel und damit von
der Sendungsdicke bei relativ großem Dickenspektrum.
[0005] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
Gemäß Anspruch 2 ist die gekrümmte Absteiferkontur als Evolvente zur Drehachse ausgeführt,
so daß der effektiv wirkende Hebelarm am Berührungspunkt stets gleich ist.
[0006] Zur günstigen Realisierung der Rückstellmittel greifen zwei Zugfedern mit linearer
Kennlinie so an dem Abstreifer an, daß die Rückstellkraft unabhängig von der Auslenkung
annähernd konstant ist.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Dabei zeigen.
- FIG 1a
- eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung im unausgelenkten Zustand,
- FIG 1b
- eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung im ausgelenkten Zustand,
- FIG 2
- eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung im ausgelenkten Zustand mit Längen-
und Winkelangaben.
[0008] Der an einer Begrenzung 1 anliegende Sendungsstapel, bestehend aus Sendungen unterschiedlicher
Dicke wird von rechts zur Vereinzelungseinrichtung mit einem Abzugsband 2 geschoben.
Berührt die vorderste Sendung 3 das Abzugsband 2, so wird die Sendung 3 wegen des
hohen Reibkoeffizienten des Abzugsbandes 2 durch den Spalt zwischen Abzugsband und
Begrenzung 1 abgezogen. Hinter dem Spalt in Abzugsrichtung befindet sich ein Abstreifer
4. Dieser ist in einer örtlich festen Drehachse 5 drehbar gelagert. An dem Abstreifer
4 sind zwei Zugfedern 6 und 7 mit ihren freien Enden befestigt, die den Abstreifer
4 in der dargestellten und durch einen Anschlag 8 festgelegten Ruhestellung halten.
[0009] Bedingt durch die Form des Abstreifers 4 und den Anschlag 8 kann der Abstreifer um
max. 90° ausgelenkt werden. Der im Auslenkbereich zum Abzugsband 2 gerichtete Teil
9 der Kontur ist als Evolvente zur Drehachse ausgebildet.
[0010] Der Abstreifer 4 wird entsprechend der Dicke der durchzuziehenden Sendungen 3 ausgelenkt
und gleitet über die Oberfläche der vordersten abzuziehenden Sendung 3 des Stapels.
Dabei hält der Abstreifer 4 die folgenden Sendungen 3 zurück, da die Reibkraft zwischen
dem Abstreifer 4 und der zurückzuhaltenden Sendung größer als zwischen den Sendungen,
aber kleiner als die Reibkraft zwischen Abzugsband 2 und Sendung ist.
[0011] Infolge der Evolventenform der Abstreiferkontur wirkt die den Abstreifer 4 auslenkende
Kraft unabhängig von der Dicke der Sendung und damit vom Angriffspunkt der Kraft auf
die Kontur stets mit dem gleichen effektiven Hebelarm auf die Drehachse 5 des Abstreifers
4. Die Hauptzugfeder 6 und die Ausgleichszugfeder 7 sind derart dimensioniert und
angebracht, daß die rückstellende Kraft unabhängig von der Auslenkung des Abstreifers
4 konstant bleibt. Damit ist auch das rückstellende Drehmoment konstant. Es ergibt
sich also eine waagerechte Kennlinie des Abstreifers 4 beim Auslenken im Arbeitsbereich.
[0012] Die mathematische Beschreibung zur Dimensionierung der Zugfedern, damit die rückstellende
Kraft unabhängig vom Auslenkwinkel ist, lautet folgendermaßen:
- i
- Index
1: Index für Zugfeder 1
2: Indes für Ausgleichsfeder 2
- µ
- Winkel [°]
- a
- Abstand [mm]
- r
- Radius [mm]
- s(µ)
- effektiver Hebelarm [mm]
- Lo
- ungespannte Federlänge [mm]
- L(µ)
- gespannte Federlänge [mm]
- F
- Federkraft [N]
- Rm
- Federrate [N/mm]
- D
- Drehmoment [Nmm]

[0013] Eine waagerechte Kennlinie des Abstreifers 4 ist auch zu erreichen, wenn der effektive
wirksame Hebelarm abhängig vom Auslenkwinkel ist, und diese Abhängigkeit bei der Dimensionierung
und Anbringung der Federelemente für die rückstellende Kraft so berücksichtigt wird,
daß das am Berührungspunkt wirkende Drehmoment unabhängig von der Auslenkung annähernd
konstant ist.
1. Vorrichtung zum Verhindern von Doppelabzügen bei einer Vereinzelungsvorrichtung für
flache Sendungen (3) unterschiedlicher Dicke, bei der auf der einen Seite des Förderweges
mindestens ein in Förderrichtung umlaufendes, die flachen Sendungen durch Reibung
mitführendes Abzugsband (2) und auf der anderen Seite zum Zurückhalten von zuviel
abgezogenen Sendungen mindestens ein Abstreifer (4) angeordnet ist, an welchem zu
viel abgezogene Sendungen (3) zurückgehalten werden, wobei der Reibungskoeffizient
zwischen Abzugsband (2) und Sendung (3) größer ist als der Reibungskoeffizient zwischen
Abstreifer (4) und Sendung (3) und der Reibungskoeffizient zwischen Abstreifer (4)
und Sendung (3) größer ist als der Reibungskoeffizient zwischen zwei Sendungen,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der Abstreifer (4) drehbar gelagert ist und im Schwenkbereich zum Abzugsband (2)
hin eine stetig in gleiche Richtung gekrümmte Konten aufweist, wobei sich der Abstand
des Abstreifers (4) zum Abzugsband (2) mit wachsender Auslenkung stetig erhöht,
- der Abstreifer (4) durch die Mitnahmekräfte der bewegten Sendungen (3) in Abzugsrichtung
solange ausgelenkt wird, bis sich die von Rückstellmitteln erzeugten Rückstellkräfte
und die Mitnahmekräfte im Gleichgewicht befinden und wobei die Rückstellmittel so
ausgeführt sind, daß auf die zurückgehaltenen Sendungen (3) unabhängig vom Auslenkwinkel
stets eine annähernd gleiche Rückhaltekraft ausgeübt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß, die gekrümmte Kontur des Abstreifers (4) in Transportrichtung zur Drehachse (5) eine
Evolvente (9) bildet, so daß die den Abstreifer (4) auslenkenden Mitnahmekräfte im
Angriffspunkt stets den gleichen effektiven Hebelarm auf die Drehachse (5) haben.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß, die Rückstellmittel aus zwei an einem Ende räumlich festen Zugfedern (6, 7) mit
linearer Kennlinie bestehen, die so dimensioniert und mit den anderen Enden am Abstreifer
(4) befestigt sind, daß unabhängig von der Auslenkung die im jeweiligen Angriffspunkt
wirkende Rückstellkraft konstant ist.