[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauwerk, insbesondere Gebäude, mit einer Mehrzahl als
Dach-, Decken- oder Wandelement verwendeter, mit einander gegenüberliegenden Verbindungsflächen
fest miteinander verbundener Plattenbauteile aus Holz.
[0002] Tragfähige und belastbare Verbindungen von Plattenbauteilen aus Holz werden im Baubereich
häufig durch Nägel, Schrauben oder Stifte hergestellt. Da eine Vielzahl solcher Nägel,
Schrauben oder Stifte benötigt wird, erfordert diese Art der Verbindung einen vergleichsweise
hohen Zeitaufwand und ist auch mühsam zu bewerkstelligen. Speziell im Gebäudebau läßt
sich die Tendenz beobachten, daß zunehmend auf äußerst großformatige Fertigbauteile
aus Holz, etwa ganze Seitenwände eines Hauses, zurückgegriffen wird. Diese Bauteile
sollen am Errichtungsort des Gebäudes rasch zusammengesetzt werden können und so kurze
Bauzeiten ermöglichen. Schrauben, Nägel oder Stiftdübel erweisen sich hierfür als
nur wenig geeignet.
[0003] Der Erfindung liegt demnach das technische Problem zugrunde, eine Verbindungsart
für Plattenbauteile aus Holz anzugeben, die insbesondere für Bauwerke mit großformatigen
Plattenbauteilen eine einfache und zeitsparende Errichtung des Bauwerks erlaubt.
[0004] Zur Lösung dieses Problems wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß zur Verbindung
zweier Plattenbauteile mindestens eine Verbindungsleiste aus Holz formschlüssig in
zwei gegenüberliegende, in der Verbindungsfläche je eines der beiden Plattenbauteile
ausgebildete hinterschnittene Nuten mit Preßsitz eingreift. Zur Verbindung zweier
Holzbauteile sind derartige Verbindungsleisten an sich bereits bekannt. Sie werden
auch als Schwalbenschwanzdübel bezeichnet. Die zu verbindenden Holzbauteile werden
dabei mit ihren Verbindungsflächen einander gegenübergestellt und der Schwalbenschwanzdübel
in die Nuten eingeschoben. Die Passung zwischen dem Schwalbenschwanzdübel und den
Nuten hängt zum einen von der Genauigkeit ab, mit der der Schwalbenschwanzdübel und
die Nuten gefertigt werden. Zum anderen ist auch der Feuchtigkeitsgehalt sowohl der
zu verbindenden Holzbauteile als auch des Schwalbenschwanzdübels zu berücksichtigen.
So ist es nicht unüblich, den Schwalbenschwanzdübel vor dem Einsetzen zu trocknen,
um das Einbaumaß gegenüber dem später zu erwartenden Sollmaß zu reduzieren. Nach dem
Einsetzen nimmt der Schwalbenschwanzdübel Feuchtigkeit auf, was ihn quellen läßt und
die ursprünglich relativ lockere Verbindung der beiden Holzbauteile zu einer festen
Verbindung werden läßt. Wie stark der Dübel quillt, hängt von seiner Holzart, der
Faserrichtung seiner Holzfasern und der Menge der aufgenommenen Feuchtigkeit ab.
[0005] Schwalbenschwanzdübel wurden bisher nur zur Verbindung relativ kleiner Bauteile verwendet,
nicht jedoch zur Verbindung von Plattenbauteilen aus Holz, die als Dach-, Decken-
oder Wandelement in einem Bauwerk verwendet werden sollen. Wenn derart großformatige
Plattenbauteile miteinander verbunden werden sollen, müssen erhebliche Toleranzen
einkalkuliert werden, nämlich Fertigungstoleranzen der Bauteile untereinander, aber
auch später auftretende Verkrümmungen der Bauteile sowie ein unterschiedliches Schwund-
und Quellverhalten der Bauteile. Um den erwähnten Ungleichmaßigkeiten der Bauteile
Rechnung zu tragen, müssen die hinterschnittenen Nuten daher ein relativ großes Freimaß
besitzen, damit die Verbindungsleisten ungehindert und verklemmungsfrei in die Nuten
eingeschoben werden können. Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen hat es sich gezeigt,
daß die erfindungsgemäße Art der Verbindung zweier Holz-Plattenbauteile durch eine
Holz-Verbindungsleiste auch bei Bauwerken mit großformatigen Plattenbauteilen zu tragfähigen
und belastbaren Verbindungen führt, sofern der Preßsitz der Verbindungsleisten in
den hinterschnittenen Nuten sicher-gestellt wird. Dies geschieht dadurch, daß die
Verbindungsleisten sehr trocken eingebaut werden, um durch starkes Quellen bis zu
der sich auf Dauer einstellenden Ausgleichsfeuchte das anfangs vorhandene Freimaß
in den hinterschnittenen Nuten auszugleichen.
[0006] Die Verbindung zweier Plattenbauteile des Bauwerks mittels einer Verbindungsleiste
gestaltet sich sehr einfach. Die beiden Plattenbauteile müssen lediglich mit ihren
Verbindungsflächen einander so gegenübergestellt oder gehalten werden, daß die Nuten
in den Verbindungsflächen paarweise gegenüberliegen. Es muß dann lediglich in jedes
Nutpaar eine Verbindungsleiste eingeschoben werden. Auch wenn die Verbindungsleiste
dann ihre Preßpassung mit den Nuten noch nicht erreicht hat, gewährleistet sie aufgrund
ihres formschlüssigen Eingriffs in die hinterschnittenen Nuten bereits unmittelbar
nach dem Einbau zumindest quer zur Längsrichtung der Verbindungsleiste eine sichere,
wenn auch nicht notwendigerweise steife Verbindung der beiden Plattenbauteile. Der
Dauerzustand der Verbindungsleiste, nämlich ihr Preßsitz in den Nuten, stellt sich
durch anschließendes Quellen der Verbindungsleiste von alleine ein, so daß dann auch
in Längsrichtung der Verbindungsleiste eine schub- und zugfeste Verbindung der beiden
Plattenbauteile besteht. Das Einsetzen der Verbindungsleisten geht schnell von statten,
die erforderlichen Tätigkeiten sind einfach und von Hand durchführbar.
[0007] Der Reibschluß der Verbindungsleiste in den Nuten erlaubt es, die Verbindungsleisten
klebstofffrei in die Nuten einzusetzen. Die Verbindungsleisten können dann ungehindert
Feuchtigkeit aufnehmen und sich dehnen. Bevorzugt bestehen die Verbindungsleisten
aus Vollholz, wobei sich aufgrund der hohen Quellfähigkeit besonders Buchen- oder
Fichtenholz eignet.
[0008] Für die Querschnittsform der hinterschnittenen Nuten wird eine angenähert trapezförmige
Ausbildung bevorzugt, wobei die beiden Nutflanken einer hinterschnittenen Nut gleiche
Steilheit besitzen können oder unterschiedlich steil sein können. Dies kann beispielsweise
von der Faserrichtung der Verbindungsleiste oder der Plattenbauteile im Eingriffsbereich
oder von der gewünschten Tragfähigkeit der Verbindung abhängen. Die Verbindungsleiste
wird dann zweckmäßigerweise im Querschnitt angenähert die Form zweier an ihren kürzeren
Grundlinien miteinander verbundener Trapeze besitzen.
[0009] Weitere Möglichkeiten, die Verbindung der Plattenbauteile an die Material- oder Belastungsverhältnisse
anzupassen, können darin bestehen, daß eine hinterschnittene Nut im Querschnitt Bereiche
unterschiedlicher Nuttiefe besitzt oder daß - alternativ oder zusätzlich - die beiden
gegenüberliegenden Nuten unterschiedliche Querschnittsform besitzen.
[0010] Die hinterschnittenen Nuten können längs, aber auch schräg zur Plattenebene des jeweiligen
Plattenbauteils verlaufen. Eine erhöhte Festigkeit und damit Belastbarkeit der Verbindung
kann erreicht werden, wenn zwei Plattenbauteile durch zwei oder mehr Verbindungsleisten
verbunden sind, welche annähernd parallel zueinander verlaufen, jedoch quer zu ihrer
Längsrichtung zueinander versetzt sind. In diesem Fall können zwei benachbarte Verbindungsleisten
auch in Längsrichtung zueinander versetzt angeordnet sein. Hierdurch entsteht in der
Trennfuge zwischen zwei verbundenen Plattenbauteilen ein Kanallabyrinth, durch das
Kabel oder Leitungen hindurchgeführt werden können. Um dennoch zumindest das Durchdringen
von Licht durch die Trennfuge zu verhindern, kann vorgesehen sein, daß die Verbindungsleisten
einander mit benachbarten stoßfreien Enden in ihrer Längsrichtung überlappen.
[0011] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, daß zumindest ein Teil der Plattenbauteile
als Schichtholzplatten, insbesondere Dickschichtholzplatten ausgebildet ist. Derartige
Schichtholzplatten bestehen aus einer Mehrzahl schichtweise übereinander angeordneter
Holzelemente, wobei die Holzelemente in verschiedenen Schichten quer zueinander verlaufende
Faserrichtungen haben können. Die Holzelemente können ihrerseits plattenförmig sein.
Sie können aber auch von Bohlen oder Brettern gebildet sein.
[0012] Für die Stabilität der Schichtholzplatten hat es sich als günstig erwiesen, wenn
zumindest eine Außenlage einer Schichtholzplatte ihrerseits aus Schichtholz, insbesondere
Furnier-Schichtholz besteht. Falls eine hinterschnittene Nut in einer Flachseite einer
Schichtholzplatte angeordnet ist, kann vorgesehen sein, daß ihre Nuttiefe geringer
als die Dicke derjenigen Außenlage der Schichtholzplatte ist, in die die hinterschnittene
Nut eingebracht ist.
[0013] Bei den im Rahmen der Erfindung in Betracht gezogenen großformatigen Plattenbauteilen
kann der Verbindungsbereich zwischen zwei Plattenbauteilen entsprechend groß sein.
Verbindungsleisten, die sich linienhaft über den gesamten Verbindungsbereich oder
zumindest einen Großteil des Verbindungsbereichs hinwegerstrecken, werden aus herstellungstechnischen
und Handhabungsgründen nicht einstückig gefertigt werden. Zudem könnten solche langen
Verbindungsleisten nur schwer eingebaut werden. Um dennoch entsprechend lange Linienverbindungen
realisieren zu können, kann die Verbindungsleiste aus mindestens zwei in Längsrichtung
aneinanderstoßenden Leistenstücken zusammengesetzt sein. Damit dann im gesamten Bereich
der Linienverbindung keine für Licht, Wasserdampf oder auch Schall durchlässige Fuge
verbleibt, ist bevorzugt vorgesehen, daß die Leistenstücke an ihren einander zugekehrten
Enden jeweils eine Stoßfläche aufweisen, mit der sie stumpf aneinanderstoßen, und
daß zumindest eines der Leistenstücke mindestens einen Vorsprung aufweist, welcher
- bei Betrachtung in einer zu den Verbindungsflächen orthogonalen Richtung - die Stoßflächen
in Längsrichtung der Verbindungsleiste überlappt und in eine Zurückversetzung des
jeweils anderen Leistenstücks hineinragt. Ober die Stoßflächen können Längskräfte
übertragen werden. Der Vorsprung und die Zurückversetzung können jeweils von einer
an die Stoßfläche des jeweiligen Leistenstücks anschließenden Keilfläche begrenzt
sein, wobei die Keilflächen von den Stoßflächen weg längs der Verbindungsflächen auseinanderlaufen.
Hierdurch wird sichergestellt, daß beim Aufeinandertreffen der beiden Leistenstücke
keine Spreizwirkungen durch Verkeilung der Keilflächen entstehen.
[0014] Um Torsionsbelastungen um die Längsachse besser aufnehmen zu können, kann im Querschnitt
der Verbindungsleiste ihre längs der Verbindungsflächen gemessene Breite größer als
ihre quer zu den Verbindungsflächen gemessene Dicke sein, wobei diese Breite vorzugsweise
zwischen eineinhalb und dreimal, höchstvorzugsweise etwa zweimal so groß ist. Die
verwendeten Verbindungsleisten besitzen bevorzugt eine Länge, welche ein Vielfaches
der im Querschnitt längs der Verbindungsflächen gemessenen Breite der Verbindungsleisten
beträgt. Um angesichts der Belastungen, die bei Bauwerken auftreten können, dennoch
ausreichend tragfähige Verbindungen zu gewährleisten, ist bevorzugt ferner vorgesehen,
daß die im Querschnitt längs der Verbindungsflächen gemessene Breite der Verbindungsleisten
zwischen einem und zwei Drittel der Dicke der Plattenbauteile beträgt.
[0015] Der durch die Preßpassung zwischen der Verbindungsleiste und den Nuten erhaltene
Reibschluß erlaubt die Übertragung von Längskräften über die Verbindungsleiste. Eine
weitere Erhöhung der Schub- und Zugsteifigkeit der Verbindung kann durch mindestens
ein zusätzliches Verbindungselement, insbesondere einen Nagel oder Stift, erreicht
werden, welches die Verbindungsleiste quer zu ihrer Längsrichtung durchsetzt und in
den beiden miteinander verbundenen Plattenbauteilen gehalten ist. Eine weitere Möglichkeit
zur Anpassung der Verbindung an die im Bauwerk auftretenden Belastungsverhältnisse
kann darin bestehen, daß eine Nut, die an einer Schmalseite eines Plattenbauteils
angeordnet ist und längs der Plattenebene dieses Plattenbauteils verläuft, quer zur
Plattenebene zu einer Flachseite des Plattenbauteils hin versetzt ist. Hierdurch kann
der Durchbiegung eines Plattenbauteils Rechnung getragen werden, die aufgrund des
Eigengewichts des Plattenbauteils oder durch eine zur Plattenebene orthogonale Belastung
des Plattenbauteils entstehen kann. Entsprechend der Biegelinie wird das Plattenbauteil
dabei an seiner Schmalseite unterschiedlich stark von einem angrenzenden Plattenbauteil
weggezogen werden. Bei einem in Einbaulage annähernd horizontal in dem Bauwerk angeordneten
Plattenbauteil wird man daher zweckmäßigerweise die Nut in der Verbindungsfläche des
Plattenbauteils zur untenliegenden Flachseite des Plattenbauteils hin versetzen.
[0016] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Errichtung eines Bauwerks, insbesondere
eines Bauwerks der vorstehend beschriebenen Art, bei dem eine Mehrzahl als Dach-,
Decken- oder Wandelement verwendeter Plattenbauteile aus Holz an einem Errichtungsort
des Bauwerks mit einander gegenüberliegenden Verbindungsflächen miteinander verbunden
wird. Bei diesem Verfahren ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß in die Verbindungsfläche
jedes von zwei miteinander zu verbindenden Plattenbauteilen jeweils mindestens eine
hinterschnittene Nut eingearbeitet wird, daß ein Satz von Verbindungsleisten aus Holz
gefertigt wird, welche jeweils zum formschlüssigen Eingriff in zwei gegenüberliegende
Nuten von je zwei miteinander zu verbindenden Plattenbauteilen ausgebildet sind, daß
die Verbindungsleisten und die Nuten auf Preßpassungsmaß gefertigt werden, daß zur
Verbindung zweier Plattenbauteile mindestens eine Verbindungsleiste in zwei gegenüberliegende
Nuten je eines der beiden Plattenbauteile eingesetzt wird und daß die Verbindungsleisten
vor ihrem Einsetzen in die Nuten getrocknet werden.
[0017] Vorzugsweise werden die Verbindungsleisten zumindest annähernd auf Darrfeuchte getrocknet.
Als Darrfeuchte wird ein Zustand des Holzmaterials bezeichnet, bei dem kein freies
Wasser in dem Holzmaterial mehr vorhanden ist. Dieser hohe Trocknungsgrad geht mit
einem entsprechend hohen Quellmaß der Verbindungsleisten einher. Letzteres erlaubt
große Freimaße der Nuten, die durch die stark quellenden Verbindungsleisten wieder
ausgeglichen werden. Im getrockneten Zustand können die Verbindungsleisten so leicht
in die Nuten eingeschoben werden.
[0018] Es soll nicht ausgeschlossen sein, daß die Verbindungsleisten unmittelbar am Errichtungsort
des Bauwerks getrocknet werden, etwa in einem dorthin gebrachten Trocknungsofen. Bevorzugt
werden die Verbindungsleisten jedoch getrocknet, bevor sie zu dem Errichtungsort des
Bauwerks gebracht werden. Insbesondere bei hohen Trocknungsgraden der Verbindungsleisten
kann hier das Problem auftreten, den Trocknungsgrad über längere Zeit hinweg beizubehalten.
Zu diesem Zweck können die Verbindungsleisten nach dem Trocknen einzeln oder zu mehreren
in eine luftdicht verschließbare Umhüllung eingebracht werden, aus der sie vor dem
Einsetzen in die Nuten wieder entnommen werden. Auf diese Weise wird sichergestellt,
daß die Verbindungsleisten beim Einsetzen den ursprünglich erzielten Trocknungsgrad
besitzen. Die Umhüllung kann beispielsweise ein Foliensack sein, der nach dem Einbringen
der Verbindungsleisten verschlossen wird und zusätzlich evakuiert werden kann, um
jegliche Feuchtigkeitsaufnahme auszuschließen.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es stellen dar:
- Fig. 1
- schematisch einen Ausschnitt eines aus mehreren Holz-Plattenbauteilen errichteten
Gebäudes,
- Fig. 2
- den mit A bezeichneten Kreisausschnitt der Fig. 1 in realistischer Darstellung,
- Fig. 3
- eine Variante der Querschnittsgestalt zweier gegenüberliegender hinterschnittener
Nuten,
- Fig. 4
- perspektivisch einander zugekehrte Stoßenden zweier Leistenstücke,
- Fig. 5
- eine Ansicht der Leistenstücke der Fig. 4 bei aneinandergestoßenen Stoßenden in Blickrichtung
des Pfeils V der Fig. 4,
- Fig. 6
- schematisch eine mögliche Anordnung mehrerer Verbindungsleisten in einer Verbindungsfläche
eines Plattenbauteils und
- Fig. 7
- eine alternative Anordnung mehrerer Verbindungsleisten.
[0020] Der in Fig. 1 gezeigte Gebäudeausschnitt weist eine von mehreren übereinander angeordneten
vertikalen Wandelementen 1 gebildete Wand 3, ein am oberen Ende der Wand 3 angebrachtes,
schräges Dachelement 5, sowie zwei in verschiedenen Horizontalebenen fest mit der
Wand 3 verbundene, horizontale Deckenelemente 7 auf. Die Wandelemente 1, das Dachelement
5 sowie die Deckenelemente 7 sind als Holz-Plattenbaueile 9 ausgeführt. Mehrere solcher
Plattenbauteile 9 können zu einer kompletten Wand-, Decken- oder Dachscheibe zusammengesetzt
sein. Eine solche Scheibe kann jedoch durchaus auch von einem einzigen Plattenbauteil
gebildet sein. Die Plattenbauteile 9 sind in aneinander anliegenden Verbindungsflächen
11 fest miteinander verbunden. Hierzu ist in die Verbindungsflächen 11 zweier miteinander
verbundener Plattenbauteile 9 jeweils mindestens eine langliche hinterschnittene Nut
13 eingearbeitet, etwa durch Fräsen, die einer entsprechenden Nut 13 in der Verbindungsfläche
11 des jeweils anderen Plattenbauteils 9 gegenüberliegt. In die so gebildete Nutpaarung
ist eine längliche Holz-Verbindungsleiste 15 eingesetzt, deren Querschnittsform derjenigen
der Nutpaarung entspricht. Die Verbindungsleiste 15 hintergreift formschlüssig die
von den Nutflanken 17 der Nuten 13 gebildeten Hinterschneidungen. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel der Fig. 1 sind die Nuten 13 als Trapeznuten ausgebildet, deren
Querschnitt angenähert die Form eines gleichschenkeligen Trapezes besitzt. Die Verbindungsleiste
15 besitzt dementsprechend im Querschnitt angenähert die Form zweier gleichschenkeliger
Trapeze, welche an ihren kürzeren Grundlinien miteinander verbunden sind. Diese Form
der Verbindungsleiste 15 wird auch als Schwalbenschwanzform bezeichnet.
[0021] Der formschlüssige Eingriff der Verbindungsleiste 15 in die Nuten 13 gewährleistet
eine sichere Verbindung der Plattenbauteile 9 in einer zur Längsrichtung der Verbindungsleiste
15 orthogonalen Ebene, also in der Zeichenebene der Fig. 1. Eine schub- und zugfeste
Verbindung der Plattenbauteile 9 in Längsrichtung der Verbindungsleiste 15 wird durch
eine Preßpassung der Verbindungsleiste 15 in ihren zugeordneten Nuten 13 erreicht.
Der hierdurch bewirkte Reibschluß erlaubt die Übertragung von Kräften auch in Längsrichtung
der Verbindungsleiste 15. Da jedoch die Verbindungsleiste 15 mit ihrem Preßpassungsmaß
nicht in die Nuten 13 eingeschoben werden kann, wird sie vor ihrem Einbau heruntergetrocknet,
so daß ihr Holzmaterial schwindet. Hierdurch ergibt sich ein gewisses Spiel der Verbindungsleiste
15 gegenüber den Nuten 13, so daß die Verbindungsleiste 15 leicht in die Nuten 13
eingeschoben werden kann. Das unmittelbar nach dem Einbau bestehende Freimaß der Nuten
13 gegenüber der Verbindungsleiste 15 wird durch anschließendes Quellen der Verbindungsleiste
15 aufgrund von Feuchtigkeitsaufnahme wieder ausgeglichen. Bei Erreichen der Ausgleichs-
oder Dauerfeuchte ist die Verbindungsleiste 15 so stark gequollen, daß sie mit Preßpassung
in den Nuten 13 sitzt. Demnach erfolgt die Herstellung der Nuten 13 und der Verbindungsleiste
15 auf Preßpassungsmaß.
[0022] Aufgrund des erwünschten starken Schwind- und Quellverhaltens wird für die Verbindungsleiste
15 zweckmäßigerweise Vollholz verwendet. Als besonders günstig hat sich Buchenholz
erwiesen, nötigenfalls kann auch Fichtenholz zum Einsatz kommen. Diese Holzmaterialien
können vergleichsweise stark und rasch quellen, so daß die Fräsung der Nuten 13 besonders
groß sein kann.
[0023] Die Trocknung der Verbindungsleisten 15 kann unmittelbar an der Baustelle des Gebäudes
erfolgen. Sie kann auch an einem gesonderten Ort durchgeführt werden, etwa in einem
die Verbindungsleisten oder die Plattenbauteile herstellenden holzverarbeitenden Betrieb.
Mittels einer geeigneten Trocknungsvorrichtung, beispielsweise einem Trocknungsofen,
werden die Verbindungsleisten bevorzugt auf Darrfeuchte getrocknet. Dieser extreme
Trocknungszustand kann ohne zusätzliche Hilfsmittel nur für begrenzte Zeit aufrecht
erhalten werden. Werden die Verbindungsleisten 15 nicht unmittelbar nach ihrem Trocknen
in das Gebäude eingebaut, sondern eine Zeitlang zwischengelagert, empfiehlt es sich,
die Verbindungsleisten 15 feuchtigkeitsdicht zu verpacken. Hierzu werden sie bevorzugt
in einen Foliensack eingebracht, welcher aus luft- und feuchtigkeitsundurchlässigem
Material besteht. Mittels einer Vakuumpumpe kann der Foliensack zusätzlich noch evakuiert
werden. Der luftdicht verschlossene Foliensack stellt sicher, daß die Verbindungsleisten
bis zu ihrem Einbau den ursprünglich erreichten Trocknungsgrad beibehalten. Erst kurz
vor dem Einbau der Verbindungsleisten 15 werden der Foliensack geöffnet und die Verbindungsleisten
15 herausgenommen. Die Verbindungsleisten 15 können einzelweise verpackt sein. Es
kann aber auch eine Mehrzahl von Verbindungsleisten 15 in einem gemeinsamen Foliensack
zusammengefaßt sein.
[0024] Die Verbindungsleiste 15 muß in dem von den aneinanderliegenden Verbindungsflächen
11 der beiden jeweils miteinander verbundenen Plattenbauteile 9 gebildeten Verbindungsbereich
nicht mittig angeordnet sein. Diesbezüglich sei in Fig. 1 das obere Deckenelement
7 betrachtet, das mit einer Schmalseite 19 an einer Flachseite 21 des oberen Wandelements
1 anliegt. Die hinterschnittene Nut 13, die in die von der Schmalseite 19 gebildete
Verbindungsfläche 11 des Deckenelements 7 eingearbeitet ist, ist gegenüber einer gestrichelt
angedeuteten Plattenmittelebene 23 des Deckenelements 7 zu einer unteren Flachseite
25 des Deckenelements 7 hin versetzt. Wenn das Deckenelement 7 von oben her belastet
wird, kann der obere Rand der Schmalseite 19 des Deckenelements 7 aufgrund der resultierenden
Durchbiegung des Deckenelements 7 von der Flachseite 21 des Wandelements 1 leicht
abheben. Die Stärke, mit der das Deckenelement 7 an seiner Schmalseite 19 von dem
oberen Wandelement 1 weggezogen wird, nimmt zum unteren Rand der Schmalseite 19 hin
ab. Durch die Versetzung der Nut 13 des Decken-elements 7 wird eine geringere Belastung
der Verbindungsleiste 15 quer zu den Verbindungsflachen 11 erreicht, als wenn sie
zentrisch zur Plattenmittelebene 23 des Denkenelements 7 angeordnet wäre.
[0025] Die zwischen dem oberen Deckenelement 7 und dem oberen Wandelement 1 eingesetzte
Verbindungsleiste 15 ist zu ihrer Längssicherung von mindestens einem Nagel oder Stift
27 durchsetzt, welcher von der dem Deckenelement 7 abgewandten Flachseite des Wandelements
1 her durch das Wandelement 1 und die Verbindungsleiste 15 hindurch in das Deckenelement
7 eingeschlagen ist. Hierdurch kann die Verbindung bereits dann Längskräfte übertragen,
wenn die Verbindungsleiste 15 ihre Ausgleichsfeuchte noch nicht erreicht hat und sich
der Preßsitz der Verbindungsleiste in den Nuten 13 noch nicht eingestellt hat, also
kurz nach dem Einbau der Verbindungsleiste 15. Es versteht sich, daß auch die übrigen
Verbindungsleisten 15 zusätzlich in dieser Form gesichert sein können.
[0026] Der in Fig. 2 gezeigte Ausschnitt A der Fig. 1 läßt erkennen, daß die Plattenbauteile
9 als aus mehreren schichtweise übereinander angeordneten Holzelementen 29 aufgebaute
Schichtholzplatten ausgebildet sein können. Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2
sind in den inneren Schichten der Schichtholzplatten die Holzelemente 29 von Holzbrettern
gebildet, welche in den einzelnen Schichten Schmalseite an Schmalseite nebeneinanderliegen.
Von Schicht zu Schicht sind sie jeweils quer zueinander verlaufend angeordnet, so
daß sich in den einzelnen Schichten der Schichtholzplatten unterschiedliche Hauptfaserrichtungen
der Holzelemente 29 ergeben, die für eine hohe Stabilität und Tragfähigkeit der Plattenbauteile
9 in verschiedenen Belastungsrichtungen sorgt. Die Außenlagen 31 der Schichtholzplatten
sind bevorzugt nicht von nebeneinanderliegenden Holzbrettern gebildet, sondern bestehen
ihrerseits aus mehreren übereinanderliegenden Furnier-Holzschichten. Auch diese Furnier-Holzschichten
können wiederum von Schicht zu Schicht unterschiedliche, insbesondere quer zueinander
verlaufende Faserrichtungen aufweisen. In Fig. 2 kann man erkennen, daß die in das
Deckenelement 7 eingearbeiteten Nuten 13 nicht tiefer als die Dicke der Außenlagen
31 des Deckenelements 7 sind, so daß die darin eingesetzten Verbindungsleisten 15
vollständig in den Außenlagen 31 des Deckenelements 7 verankert sind.
[0027] Was die Größenverhältnisse der Verbindungsleisten 15 angeht, haben sich folgende
Beziehungen als vorteilhaft erwiesen. Bei einer Querschnittsbetrachtung einer Verbindungsleiste
15 sollte deren zu den Verbindungsflachen 11 parallele Breite B ein Drittel bis zwei
Drittel der Plattendicke P der Plattenbauteile 9 betragen. Die quer zu den Verbindungsflächen
11 gemessene Dicke D der Verbindungsleiste 15 sollte etwa die Hälfte von deren Breite
B betragen. Die Länge der Verbindungsleiste 15 wird in der Regel das 10- bis 20-fache
oder mehr der Breite B der Verbindungsleiste 15 betragen. Ein Zahlenbeispiel kann
folgendes sein: Bei einer Länge der Verbindungsleiste von etwa 3 m betragen ihre Breite
B zwischen 60 und 120 mm und ihre Dicke D zwischen 30 und 60 mm. Die den Nutflanken
17 der Nuten 13 entsprechenden Einschnitte der Verbindungsleiste sind jeweils zwischen
5 und 20 mm tief. Diese Zahlen gelten für eine Plattendicke P zwischen 10 cm und 20
cm.
[0028] Im folgenden werden anhand der Fig. 3 bis 7 einige Weiterbildungen und Abwandlungen
des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 und 2 beschrieben. Dabei werden für gleiche oder
gleichwirkende Komponenten gleiche Bezugsziffern herangezogen, die jedoch mit einem
Kleinbuchstaben als Index versehen sind. Soweit sich aus dem Nachfolgenden nichts
anderes ergibt, wird zur Erläuterung dieser Komponenten auf die vorangehende Beschreibung
der Fig. 1 und 2 verwiesen.
[0029] Abhängig von den Materialverhältnissen und den erwarteten Belastungsverhältnissen
kann eine Abwandlung oder Anpassung der Querschnittsform der Nuten 13 und der Verbindungsleisten
15 erforderlich sein. Variationen sind hier über eine Änderung des Neigungswinkels
der Nutflanken 17 oder über eine Änderung der Nuttiefe der Nuten 13 möglich. Fig.
3 zeigt lediglich beispielhaft ein Paar gegenüberliegender Nuten 13a, von denen die
in Fig. 3 rechte Nut 13a im Querschnitt die Form eines ungleichmäßigen Trapezes besitzt,
so daß die Nutflanken 17a dieser rechten Nut 13a unterschiedliche Steilheiten besitzen.
Die in Fig. 3 linke Nut 13a weist im Querschnitt eine von einem Trapez degenerierte
Form auf, bei der nicht nur die Nutflanken 17a unterschiedliche Steilheit besitzen,
sondern auch der Nutboden 33a schräg zu den Verbindungsflächen 11a verläuft, so daß
diese linke Nut 13a eine ungleichmäßige Nut-tiefe besitzt. Die Darstellung der Fig.
3 soll lediglich die Möglichkeiten aufzeigen, inwieweit Veränderungen an der Querschnittsform
der Nuten 13a vorgenommen werden können.
[0030] In den Fig. 4 und 5 sind zwei Leistenstücke 35b und 37b zu erkennen, welche zur Bildung
einer durchgehenden Verbindungsleiste 15b in Längsrichtung aneinandergestoßen werden.
Das Leistenstück 37b weist an seinem dem Leistenstück 35b zugewandten Stoßende 39b
eine zur Längsrichtung des Leistenstücks 37b orthogonale Stoßfläche 41b auf. Die Stoßfläche
41b erstreckt sich über die gesamte Dicke D des Leistenstücks 37b. In Richtung der
Breite B des Leistenstücks 37b schließen beidseitig an die Stoßfläche 41b zwei von
Keilflächen 43b gebildete Abschrägungen an, welche einen spitzen Winkel α (siehe Fig.
5) mit der Längsrichtung des Leistenstücks 37b einschließen. Das andere Leistenstück
35b weist an seinem dem Leistenstück 37b zugekehrten Stoßende 47b eine der Stoßfläche
41b gegenüberliegende Stoßfläche 45b auf, welche bei Zusammenfügen der beiden Leistenstücke
35b, 37b stumpf mit der Stoßfläche 41b des Leistenstücks 37b zusammenstößt. In das
Stoßende 47b des Leistenstücks 35b sind darüber hinaus Keilflächen 49b eingeschnitten,
welche den Keilflächen 43b des Leistenstücks 37b gegenüberliegen. Durch diese eingeschnittenen
Keilflächen 49b sind zwei in Breitenrichtung des Leistenstücks 35b an dessen Stoßfläche
45b anschließende Keilvorsprünge 51b gebildet, welche in Längsrichtung über die Stoßfläche
45b des Leistenstücks 35b hinausragen. Bei aneinandergestoßenen Leistenstückken 35b,
37b überlappen diese Vorsprünge 51b den von den Stoßflächen 41b, 45b gebildeten Stoßbereich,
wie aus Fig. 5 gut zu erkennen ist. Dies hat zur Folge, daß quer zur Längsrichtung
der sich so ergebenden Verbindungsleiste 15b keine durchgehende Stoßfuge entsteht,
durch die Licht oder Feuchtigkeit hindurchdringen könnte. Der Winkel β, den die Keilflächen
49b des Leistenstücks 35b mit der Längsachse der Verbindungsleiste 15b einschließen
(Fig. 5), ist etwas größer als der Winkel α der Keilflächen 43b, so daß zwischen den
Keilflächen 43b und 49b ein von den Stoßflächen 41b, 45b ausgehend zunehmend größer
werdender Spalt vorhanden ist. Dies vermeidet Spreizeffekte an den Keilflächen, wenn
das Stoßende 39b des Leistenstücks 37b an das Stoßende 47b des Leistenstücks 35b stößt.
[0031] Die Fig. 6 und 7 zeigen schließlich mögliche Anordnungen mehrerer Verbindungsleisten
in der Verbindungsfläche eines Plattenbauteils. In Fig. 6 verlaufen die Verbindungsleisten
15c sämtlich längs der Plattenebene des Plattenbauteils 9c. Die beiden in Fig. 6 mittleren
Verbindungsleisten 15c sind quer zu ihrer Längsrichtung zueinander versetzt. Die in
Fig. 6 rechte und linke Verbindungsleiste 15c sind sowohl in Längsrichtung als auch
quer zu ihrer Längsrichtung zu den beiden mittleren Verbindungsleisten 15c versetzt.
In Längsrichtung überlappen sie jedoch mit einem stoßfreien Ende 53c jeweils benachbarte
stoßfreie Enden 55c der beiden mittleren Verbindungsleisten 15c. Dies bewirkt, daß
quer zur Plattenebene des Plattenbauteils 9c keine geradlinige, für Licht durchlässige
Fuge vorhanden ist. Jedoch kann der Abstand, den die einander benachbarten stoßfreien
Enden 53c, 55c der Verbindungsleisten 15c voneinander haben, dazu ausgenutzt werden,
ein Kabel oder eine Leitung 57c labyrinthartig an diesen stoßfreien Enden 53c, 55c
vorbei von einer Plattenseite des Plattenbauteils 9c zur anderen hindurchzufädeln.
[0032] In Fig. 7 sind die Verbindungsleisten 15d schräg verlaufend zur Plattenebene des
Plattenbauteils 9d angeordnet, wobei sie im Abstand voneinander angeordnet sind und
zueinander annähernd parallel verlaufen. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Verbindungsleisten
15d ist so gewählt, daß senkrecht zur Plattenebene des Plattenbauteils 9d wiederum
eine Überlappung benachbarter freier Enden 57d der benachbarten Verbindungsleisten
15d auftritt, so daß der Durchgang von Licht von einer Plattenseite zur anderen zumindest
in Richtung orthogonal zur Plattenebene des Plattenbauteils 9d verhindert ist. Auch
hier kann an den freien Enden 57d der Verbindungsleisten 15d vorbei ein Kabel oder
eine Leitung durchgefädelt werden.
1. Bauwerk, insbesondere Gebäude, mit einer Mehrzahl als Dach-, Decken- oder Wandelement
(1, 5, 7) verwendeter, mit einander gegenüberliegenden Verbindungsflächen (11) fest
miteinander verbundener Plattenbauteile (9) aus Holz,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbindung zweier Plattenbauteile (9) mindestens eine
Verbindungsleiste (15) aus Holz formschlüssig in zwei gegenüberliegende, in der Verbindungsfläche
(11) je eines der beiden Plattenbauteile (9) ausgebildete hinterschnittene Nuten (13)
mit Preßsitz eingreift.
2. Bauwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste (15) klebstofffrei
in die Nuten eingesetzt ist.
3. Bauwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste
(15) aus Vollholz besteht, insbesondere aus Buchen- oder Fichtenholz.
4. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die hinterschnittenen
Nuten (13) im Querschnitt angenähert trapezförmig ausgebildet sind.
5. Bauwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Nutflanken (17) einer
hinterschnittenen Nut (13) gleiche Steilheit besitzen.
6. Bauwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Nutflanken (17a) einer
hinterschnittenen Nut (13a) unterschiedlich steil sind.
7. Bauwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste
(15) im Querschnitt angenähert die Form zweier an ihren kürzeren Grundlinien miteinander
verbundener Trapeze besitzt.
8. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine hinterschnittene
Nut (13a) im Querschnitt Bereiche unterschiedlicher Nuttiefe besitzt.
9. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden gegenüberliegenden
Nuten (13a) unterschiedliche Querschnittsform besitzen.
10. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die hinterschnittenen
Nuten (13) längs der Plattenebene des jeweiligen Plattenbauteils (9) verlaufen.
11. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die hinterschnittenen
Nuten unter einem spitzen Winkel zur Plattenebene des jeweiligen Plattenbauteils (9d)
verlaufen.
12. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Plattenbauteile
(9c) durch zwei oder mehr Verbindungsleisten (15c) verbunden sind, welche annähernd
parallel zueinander verlaufen, jedoch quer zu ihrer Längsrichtung zueinander versetzt
sind.
13. Bauwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwei benachbarte Verbindungsleisten
(15c) auch in Längsrichtung zueinander versetzt angeordnet sind, einander jedoch mit
benachbarten stoßfreien Enden (53c, 55c) in ihrer Längsrichtung überlappen.
14. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein
Teil der Plattenbauteile (9) als Schichtholzplatten, insbesondere Dickschichtholzplatten,
ausgebildet ist.
15. Bauwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Außenlage (31)
einer Schichtholzplatte (9) ihrerseits aus Schichtholz, insbesondere Furnierschichtholz,
besteht.
16. Bauwerk nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung einer
hinterschnittenen Nut (13) in einer Flachseite einer Schichtholzplatte (9) ihre Nuttiefe
geringer als die Dicke derjenigen Außenlage (31) der Schichtholzplatte ist, in die
die hinterschnittene Nut (13) eingebracht ist.
17. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleiste
(15b) aus mindestens zwei in Längsrichtung aneinanderstoßenden Leistenstücken (35b,
37b) zusammengesetzt ist.
18. Bauwerk nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Leistenstücke (35b, 37b)
an ihren einander zugekehrten Enden (39b, 47b) jeweils eine Stoßfläche (41b, 45b)
aufweisen, mit der sie stumpf aneinanderstoßen, und daß zumindest eines der Leistenstücke
(35b) mindestens einen Vorsprung (51b) aufweist, welcher - bei Betrachtung in einer
zu den Verbindungsflächen orthogonalen Richtung - die Stoßflächen (41b, 45b) in Längsrichtung
der Verbindungsleiste (15b) überlappt und in eine Zurückversetzung (bei 43b) des jeweils
anderen Leistenstücks (37b) hineinragt.
19. Bauwerk nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsprung (51b) und die
Zurückversetzung (bei 43b) jeweils von einer an die Stoßfläche (41b, 45b) des jeweiligen
Leistenstücks (35b, 37b) anschließenden Keilfläche (43b, 49b) begrenzt sind und daß
die Keilflächen (43b, 49b) von den Stoßflächen (41b, 45b) weg längs der Verbindungsflächen
auseinanderlaufen.
20. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im Querschnitt
der Verbindungsleiste (15) ihre längs der Verbindungsflächen (11) gemessene Breite
(B) größer als ihre quer zu den Verbindungsflächen (11) gemessene Dicke (D) ist und
vorzugsweise zwischen eineinhalb- und dreimal, höchstvorzugsweise etwa zweimal so
groß ist.
21. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der
Verbindungsleiste (15) ein Vielfaches ihrer im Querschnitt längs der Verbindungsflächen
(11) gemessenen Breite (B) beträgt.
22. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die im Querschnitt
längs der Verbindungsflächen (11) gemessene Breite (B) der Verbindungsleiste (15)
zwischen einem und zwei Drittel der Dicke der Plattenbauteile (9) beträgt.
23. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein zusätzliches Verbindungsselement (27), insbesondere ein Nagel oder Stift, die
Verbindungsleiste (15) quer zu ihrer Längsrichtung durchsetzt und in den beiden Plattenbauteilen
(9) gehalten ist.
24. Bauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Schmalseite
(19) eines Plattenbauteils (9) eine längs der Plattenebene dieses Plattenbauteils
(9) verlaufende Nut (13) angeordnet ist und daß diese Nut (13) quer zur Plattenebene
zu einer Flachseite (25) des Plattenbauteils (9) hin versetzt ist.
25. Bauwerk nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß das Plattenbauteil (9) in Einbaulage
annähernd horizontal in dem Bauwerk angeordnet ist und die Nut (13) zur untenliegenden
Flachseite (25) des Plattenbauteils (9) hin versetzt ist.
26. Verfahren zur Errichtung eines Bauwerks, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 -
25, bei dem eine Mehrzahl als Dach-, Decken- oder Wandelement (1, 5, 7) verwendeter
Plattenbauteile (9) aus Holz an einem Errichtungsort des Bauwerks mit einander gegenüberliegenden
Verbindungsflächen (11) miteinander verbunden wird,
dadurch gekennzeichnet, daß in die Verbindungsfläche (11) jedes von zwei miteinander
zu verbindenden Plattenbauteilen (9) jeweils mindestens eine hinterschnittene Nut
(13) eingearbeitet wird, daß ein Satz von Verbindungsleisten (15) aus Holz gefertigt
wird, welche jeweils zum formschlüssigen Engriff in zwei gegenüberliegende Nuten (13)
von je zwei miteinander zu verbindenden Plattenbauteilen (9) ausgebildet sind, daß
die Verbindungsleisten (15) und die Nuten (13) auf Preßpassungsmaß gefertigt werden,
daß zur Verbindung zweier Plattenbauteile (9) mindestens eine Verbindungsleiste (15)
in zwei gegenüberliegende Nuten (13) je eines der beiden Plattenbauteile (9) eingesetzt
wird und daß die Verbindungsleisten (15) vor ihrem Einsetzen in die Nuten (13) getrocknet
werden.
27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleisten (15)
zumindest annähernd auf Darrfeuchte getrocknet werden.
28. Verfahren nach Anspruch 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleisten
(15) getrocknet werden, bevor sie zu dem Errichtungsort des Bauwerks gebracht werden.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleisten
(15) nach dem Trocknen einzeln oder zu mehreren in eine luftdicht verschließbare Umhüllung
eingebracht werden, aus der sie vor dem Einsetzen in die Nuten wieder entnommen werden.
30. Verfahren nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung nach dem Einbringen
der Verbindungsleisten (15) evakuiert wird.