[0001] Die Erfindung betrifft einen Tresorschrank der im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 angegebenen Art.
[0002] Bei derartigen z.B. aus der US-A-4 669 394 bekannten transportablen Tresorschränken
wird das mechanisch oder auch motorisch betätigbare Verriegelungssystem durch die
manuelle Eingabe eines bestimmten Codes, in der Regel eines Zahlencodes, aktiviert.
Dieser Zahlencode wird von den Berechtigten durch Drücken der einzelnen Tasten im
Tastenfeld eingegeben, woraufhin die Elektronik das elektro-mechanische Verriegelungssystem
aktiviert und die Riegel entweder in Sperrstellung oder aber in den entriegelten Zustand
stellt. Die dem Tastenfeld zugehörige und in der Regel im geschützten Tresorinnenraum
angeordnete Elektronik kann auch weitere Funktionsaufgaben erfüllen. Bei diesen Tresoren
wird es als nachteilig angesehen, daß das Tastenfeld für die Befehlseingabe frei zugänglich
an einer Außenseite des Tresors angeordnet und damit dem Zugriff von Unberechtigten
ausgesetzt ist. Auch wenn zusätzliche elektronische Sicherungen gegen Eingabe von
falschen Codes vorgesehen sind, können das Tastenfeld und ggf. auch die diesem zugehörigen
elektronischen Bauelemente von Unberechtigten beschädigt, zerstört oder manipuliert
werden.
[0003] Ferner ist aus dem DE-GM 70 24 466 eine Tresortüre für Geld- und Wertgelasse bekannt,
bei der die über die Türfläche hervorstehenden in einer Reihe nebeneinander angeordneten
Drehgriffe und Kombinationsknöpfe von einem Zargenrahmen umgeben sind, der mit der
Innenseite des Türbandes und mit dem Türblatt fest verbunden ist und dessen Öffnung
durch einen ebenfalls am Türband schwenkbar gelagerten verriegelbaren Deckel abgedeckt
wird. Dieser Deckel erschwert zwar die Zugänglichkeit der Kombinationsknöpfe und Drehgriffe
durch Unbefugte, stellt jedoch für Einbrecher kein unüberwindbares Hindernis dar.
[0004] Schließlich ist aus dem DE 94 07 802 U1 eine sog. Fächereinheit für den Wandeinbau
in Geldinstituten bekannt, die mehrere Depotfächer zur Aufnahme von Geldscheinen,
Wertpapieren und Wertsachen umfaßt, wobei die Tür jedes Depotfachs einen eigenen Verschlußmechanismus
aufweist und die Verschlußmechanismen der einzelnen Depotfachtüren von einer zentralen
elektronischen Steuer- und Bedieneinheit über einen Kartenleser betätigt werden, in
den wahlweise eine Masterkarte des Geldinstituts oder eine Euroscheck-Karte des Kunden
eingeführt werden kann. Die zentrale elektronische Steuer- und Bedieneinheit kann
in einem gesonderten Einzelfach angeordnet sein, das durch eine mit einem Einführschlitz
für die Karten und mit einem Verschlußmechanismus versehene Fachtür verschlossen wird,
die in ihrem Schließzustand die Tastatur und die Anzeige abdeckt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Tresorschrank zu schaffen, der erhöhte Sicherheitsanforderungen
erfüllt und gleichzeitig einen ansprechenden optischen Eindruck vermittelt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist somit ein Tresor mit einem elektronisch betätigbaren
Verschlußsystem und mit einem Tastenfeld für die Befehlseingabe sowie einer Anzeige
für die jeweiligen Betriebszustände, der sich erfindungsgemäß dadurch auszeichnet,
daß das Tastenfeld im geschlossenen Normalzustand des Tresors in einem geschützten
und durch eine verriegelbare Metallblende verschlossenen Aufnahmeraum angeordnet und
erst nach Entriegeln und Öffnen der Metallblende zur Befehlseingabe zugänglich ist,
wobei die Metallblende an das Design des Tresors derart angepaßt ist, daß sie in ihrer
Schließstellung nicht als solche erkannt werden kann.
[0008] Durch die gekapselte Anordnung des Tastenfeldes und der zugehörigen Elektronik wird
erreicht, daß Unbefugten bei geschlossener und verriegelter Blende der Zugang zu diesem
Tastenfeld und damit auch die Möglichkeit einer Codeeingabe sowie auch der Suche eines
Öffnungscodes mit Hilfe elektronischer Hilfseinrichtungen verwehrt ist. Durch die
Anpassung der Blendenausführung an das Design des Tresors erhält der gesamte Tresor
das Aussehen eines völlig unzugänglichen kompakten Körpers, da nach außen keinerlei
Öffnungselemente, wie Schlüssellöcher, Tastenfelder oder Kombinationen sichtbar sind.
Darüber hinaus vermitteln die allseitig glatten Außenwände einen optisch ansprechenden
Gesamteindruck.
[0009] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist die Blende mit der Halterung
aufschwenkbar ausgebildet, wobei das Tastenfeld zusammen mit dem Display an der Blendeninnenseite
befestigt ist und durch eine Aufschwenkbewegung der Blende nach unten selbsttätig
in die Betätigungs- bzw. Eingabestellung gelangt. Der für diese Auf- bzw. Einschwenkbewegung
der Blende und der Halterung verantwortliche Mechanismus kann entweder ein Federsystem
mit einer Schrauben- bzw. Gasdruck-Feder oder ein Motorantrieb sein, wobei die Betätigung
dieses Mechanismus durch einen Druckknopf bzw. einen Druckschalter erfolgt, der z.B.
an der Blende oder an einer anderen Stelle des Tresors unauffällig, z.B. durch Beschriftungsfelder
kaschiert, angeordnet ist. Die Betätigung des Öffnungs- und Schließmechanismus für
die Blende kann allerdings auch berührungslos über eine Fernbedienung durch Eingabe
eines bestimmten Codes vorgenommen werden.
[0010] Zweckmäßig ist beim erfindungsgemäßen Tresor der Aufnahmeraum für die Halterung und
für das Tastenfeld als von einer stabilen Wandung umgebene gesonderte Kammer ausgebildet
und außerhalb oder innerhalb des gepanzerten Tresor-Innenraums angeordnet.
[0011] Die Erfindung bietet gegenüber bekannten Tresoren einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt
gegen unbefugtes Öffnen, wenn die Blende selbst, ihre Verriegelung und/oder ihr Öffnungsmechanismus
mit Detektoren gekoppelt sind, die bei einem unbefugten Aufbrechen der Blende und/oder
der ggf. wiederholten Eingabe von fehlerhaften Codes die Verriegelungsmechanik des
Tresors über deren Elektronik in einen dauerhaften Sperrzustand versetzen, der nur
von lizensiertem Wartungspersonal aufgehoben werden kann.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Tresorschrank bestehend aus einem Außengehäuse
mit einem von einer Panzerung umgebenen Schließraum und einer gepanzerten Schwenktür,
aus einem Verschlußsystem zum Verriegeln der Schwenktür und einer mittels eines Tastenfelds
betätigbaren Elektronik zur Betätigung des Verschlußsystems. Bei diesem Tresorschrank
ist die Elektronik des elektro-mechanischen Verschlußsystems verdeckt im Gehäuseinnenraum
angeordnet und das Tastenfeld zur Befehlseingabe zur Betätigung des Verschlußsystems
mittels der eingebauten Elektronik befindet sich in einem Fernbedienungsgerät. Die
Kommunikation zwischen der eingebauten Elektronik und dem Fernbedienungsgerät erfolgt
über ein Kabel oder kabellos über Sende- und Empfangselemente.
[0013] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Oberteil eines Tresorschranks mit geschlossener Metallblende in perspektivischer
Darstellung;
- Fig. 2
- vergrößert den oberen Eckbereich des Tresors nach Fig. 1 bei aufgeklappter Blende
und sichtbarem Tastenfeld;
- Fig. 3, 4
- den Aufnahmeraum für die Halterung, das Tastenfeld und den Betätigungsmechanismus
im oberen Teil eines Tresors im Querschnitt bei geschlossener und geöffneter Blende.
- Fig. 5
- den Oberteil einer anderen Ausführung des Tresorschranks mit Fernbedienung.
[0014] Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Tresorschrank 1 besitzt eine an vertikalen Scharnieren
2 angelenkte Tür 3 und hat oberhalb seiner - durch Strichlinien angedeuteten - oberen
Deckenpanzerung 4 einen Aufbau 5 von gleicher Breite und Tiefe wie der eigentliche
Tresorkörper. Der Aufbau 5 und der Tresorkörper haben ein gemeinsames im wesentlichen
glattwandiges Gehäuse 6.
[0015] In der Frontseite des Aufbaus 5 ist eine hochfeste Blende 7, z.B. aus Stahlblech,
angeordnet, die bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführung ein zentrales Namensschild
8 und einen darin unauffällig integrierten Druckschalter 9 aufweist.
[0016] Wie aus den Fig. 2 und 4 ersichtlich, wird durch eine Aufschwenkbewegung der Blende
7 ein Tastenfeld 10 in eine zur Bedienung zugängliche Stellung gebracht, das eine
Vielzahl von z.B. mit Ziffern oder anderen Symbolen versehenen Tasten 11 und eine
als Display ausgeführte optische Anzeige 12 aufweist. Bei der dargestellten Ausführung
ist das Tastenfeld 10 an der Innenseite der Blende 7 starr befestigt, so daß es bei
einer Aufschwenkbewegung der Blende 7 aus der geschützten inneren Lage nach Fig. 1
in die Bedienungsstellung nach Fig. 2 gelangt.
[0017] Wie aus den Fig. 3, 4 ersichtlich, ist in dem Aufsatz 5 eine Kammer 15 zur Aufnahme
eines Einschubs 16 ausgebildet, in welchem eine Halterung 17 für die Blende 7 und
das Tastenfeld 10 sowie der Betätigungsmechanismus zum Auf- und Einschwenken der vorgenannten
Bauteile in einer gemeinsamen Rahmenkonstruktion untergebracht sind. Bei der dargestellten
Ausführung enthält der Betätigungsmechanismus ein Federelement 18 in Form einer Schrauben-
oder Gasdruck-Feder, das mit einem Ende am Einschub-Rahmen 19 und mit dem anderen
Ende an einem oberen Punkt der Halterung 17 angreift. Die Halterung 17 besitzt Seitenwände
20 mit mehreren speziell geformten Langlöchern 21, 22, in denen an Schwenkhebeln 23,
24 sitzende Zapfen geführt sind und beim Öffnen entsprechende Bewegungen aus der in
Fig. 3 gezeigten Position in diejenige nach Fig. 4 ausführen. Diese Konstruktion aus
Langlöchern in stabilen Seitenwänden und Winkel-Schwenkhebeln bildet gleichzeitig
eine wirksame Verriegelung für die Blende 7, die aufgrund ihrer bruchfesten Verbindung
mit der Halterung und mit dem Einschubrahmen nur durch große Kraftanwendung aufgebrochen
werden könnte, was jedoch mit einer Beschädigung des Tastenfeldes und auch der ggf.
im Einschub untergebrachten elektronischen Bauelemente verbunden wäre. In einem solchen
Fall kann dann die Elektronik einen - letzten - Sperrbefehl an das Verriegelungssystem
des Tresorkörpers ausgeben, durch den dieses System in einen dauerhaften Sperrzustand
versetzt wird.
[0018] Der Tresorschrank nach Fig. 5 entspricht weitgehend der Ausführung nach Fig. 1. Die
Betätigung seines elektro-mechanischen Verschlußsystems erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel
durch ein Fernbedienungsgerät 25, das - wie dargestellt - als Handgerät ausgeführt
oder auch in eine Wand, einen Schreibtisch od. dgl. eingebaut sein kann. Auf diesem
Fernbedienungsgerät 25 ist eine Tastatur 26 und eine Anzeige 27 in einem geschlossenen
Gehäuse 28 angeordnet. Von einem Sende-Element 29 werden die über die Tastatur 26
eingegebenen Anweisungen abgestrahlt.
[0019] Im Inneren des Gehäuses 6 ist eine - gestrichelt eingezeichnete - Elektronik 30 eingebaut,
deren Empfangs-Element 31 die vom Sende-Element 29 abgestrahlten Befehle und Anweisungen
empfängt. Die Elektronik 30 verarbeitet diese Befehle in gleicher Weise wie beim Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 zum Betätigen des Verschlußsystems.
[0020] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführung beschränkt. So kann statt
den in Fig. 3, 4 dargestellten Federelementen 18 des Betätigungsmechanismus ein motorischer
Antrieb verwendet werden, der die Halterung 17 mit der Blende 7 und dem Tastenfeld
10 aus der in Fig. 3 dargestellten geschlossenen Stellung in die Betriebsposition
nach Fig. 4 - und umgekehrt - bewegt. Dieses Antriebsaggregat kann über eine elektronische
Steuerung verfügen, die nicht auf eine Betätigung des Druckschalters 9, sondern auf
Befehle einer sog. Fernbedienung anspricht. Ferner kann der Druckschalter 9 nicht
- wie in Fig. 1 dargestellt - an der Blende 7, sondern auch an einer anderen Stelle
des Tresors unauffällig, z.B. an einer Bodenplatte, angeordnet sein. Schließlich ist
auch eine in das Gehäuse eingesenkte Position der geschlossenen Blende möglich.
1. Tresorschrank bestehend aus einem Außengehäuse mit einem von einer Panzerung umgebenen
Schließraum und einer gepanzerten Schwenktür, aus einem Verschlußsystem zum Verriegeln
der Schwenktür und einer mittels eines Tastenfelds betätigbaren Elektronik zur Betätigung
des Verschlußsystems,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Tastenfeld (10) im geschlossenen Normalzustand des Tresors in einem geschützten
und durch eine verriegelbare Metallblende (7) verschlossenen Aufnahmeraum angeordnet
und erst nach Entriegeln und Öffnen der Metallblende (7) zur Befehlseingabe zugänglich
ist, wobei die Metallblende (7) an das Design des Tresors derart angepaßt ist, daß
sie in ihrer Schließstellung von Unbefugten nicht als solche erkannt werden kann.
2. Tresorschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Tastenfeld (10) zusammen mit der optischen Anzeige (12) auf einer im Aufnahmeraum
(15) beweglich angeordneten Halterung (17) fest montiert ist.
3. Tresorschrank nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Tastenfeld (10) zusammen mit der optischen Anzeige (12) an einer im Aufnahmeraum
(15) fest installierten Halterung montiert und lediglich die Blende (7) bewegbar ausgebildet
ist.
4. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die den Aufnahmeraum (15) fest verschließende Blende (7) an das Design des Tresors
(1) derart angepaßt ist, daß die Blende in ihrer Schließstellung nicht als solche
erkannt werden kann.
5. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1, 2 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blende (7) nach unten verschwenkbar ist und an ihrer Innenseite das Tastenfeld
(10) zusammen mit der optischen Anzeige (12) trägt.
6. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Schalter (9) zum Lösen der Blendenverriegelung und zum Bewegen der Blende (7)
in ihre Öffnungs- bzw. Schließstellung vorgesehen ist.
7. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Bewegungsmechanismus für die Halterung (17), die Blende (7) und das Tastenfeld
(10) mittels einer Fernbedienung betätigbar ist.
8. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Aufnahmeraum (15) für die Halterung (17), das Tastenfeld (10) und den Betätigungsmechanismus
vom Tresor-Innenraum getrennt außerhalb der Panzerung (4) angeordnet ist.
9. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blende (7) mittels Federkraft entriegelbar und bewegbar ist.
10. Tresorschrank nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Blende (7) motorisch ent- bzw. verriegelbar und bewegbar ist.
11. Tresorschrank bestehend aus einem Außengehäuse mit einem von einer Panzerung umgebenen
Schließraum und einer gepanzerten Schwenktür, aus einem Verschlußsystem zum Verriegeln
der Schwenktür und einer mittels eines Tastenfelds betätigbaren Elektronik zur Betätigung
des Verschlußsystems,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Elektronik (30) des elektro-mechanischen Verschlußsystems verdeckt im Gehäuseinnenraum
installiert ist und
- das Tastenfeld (26) zur Betätigung des Verschlußsystems über dessen Elektronik in
einem Fernbedienungsgerät (25) angeordnet ist,
- wobei die Kommunikation zwischen der Elektronik (30) und dem Fernbedienungsgerät
(25) über ein Kabel oder kabellos über Sende- und Empfangs-Elemente erfolgt.