[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung
versehenen Werkstücken, insbesondere Blechen, wobei die Werkstücke durch eine eingehauste
Trocknungszone befördert und dabei mit Heißluft beaufschlagt werden.
[0002] Es ist bekannt, nach dem Bedrucken und/oder Lackieren von Blechtafeln diese mittels
einer trumartig arbeitenden Werkstück-Fördereinrichtung durch eine Trocknungsanlage
zu transportieren. In der Trocknungsanlage werden die von Halterahmen des Trums aufgenommenen
Bleche einer Heißluftströmung ausgesetzt und dabei durch die Trocknungszone transportiert.
Am Ende der Trocknungszone werden die nunmehr eine verfestigte Oberflächenbeschichtung
aufweisenden Bleche der Werkstück-Fördereinrichtung entnommen und beispielsweise automatisch
auf einem Stapel abgelegt. Bei dem bekannten Verfahren besteht die Gefahr, daß sich
an den Wänden, Decken beziehungsweise Einbauten der eingehausten Trocknungszone Kondensat
bildet. Das zumeist zähflüssige Kondensat kann -bei Ansammlung einer hinreichenden
Menge- herablaufen oder auch abtropfen, wodurch die sich in diesem Bereich bewegenden
frisch beschichteten Bleche verschmutzt und dadurch unbrauchbar werden. Da die Verschmutzung
zumeist nur bei einzelnen Blechen auftritt, ist eine kontinuierliche Produktion aufgrund
der mühsam vorzunehmenden Aussonderung der unbrauchbaren Werkstücke nicht gewährleistet.
Die erwähnte Verschmutzungsproblematik tritt insbesondere bei Verwendung von Organosolen,
Phenolharzen oder speziellen Weißlacken auf. Auch nimmt die Bauart des Trockners sowie
die Einstellung seines Lufthaushalts auf die Verschmutzungsproblematik Einfluß. Hohe
Verschmutzungen sind bei der kurzen Vortrocknungsstrecke in einer Doppellackierlinie
zu erwarten.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Trocknen von mit
einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen Werkstücken zu schaffen, durch das
eine Verschmutzung durch herablaufendes oder herabtropfendes Kondensat vermieden ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zumindest ein Anteil von im
Bereich der Förderzone liegenden Wandungen und/oder Einbauten der Trocknungszone ebenfalls
mit Heißluft beaufschlagt wird. Mithin werden die Flächen und/oder Einbauten im Inneren
der Trocknungszone, die als prädestinierte Kondensatniederschlagsstellen angesehen
werden müssen, mittels der Heißluft beheizt, wodurch die Kondensation weitestgehend
vermieden, zumindest jedoch entscheidend verringert wird. Die erfindungsgemäße Maßnahme
stellt eine Besonderheit dar, da innerhalb eines Raumes, nämlich der eingehausten
Trocknungszone, neben der zur Trocknung der Oberflächenbeschichtung der Werkstücke
sowieso eingeblasene Heißluft nunmehr zusätzlich Heißluft verwendet wird, um die genannte
Verschmutzungsproblematik zu beseitigen. Kondensat anfällige Flächen werden durch
diese zusätzliche Heißluftbeaufschlagung gezielt auf ein höheres Temperaturniveau
gebracht, so daß eine Kondensation nicht oder nur äußerst geringfügig stattfindet.
Da die die Kondensation verhindernde Heißluft in den Raum der Trocknungszone eingebracht
wird, wird durch diese Maßnahme der eigentliche Trocknungsvorgang der Oberflächenbeschichtung
mit unterstützt, das heißt, insgesamt ist ein hoher Wirkungsgrad gewährleistet, da
die Energie für die Kondensationsverhinderung gleichzeitig als Trocknungsenergie für
die Werkstücke zur Verfügung steht. Die den Kondensat anfälligen Flächen zugeführte
Heißluft bildet vorzugsweise einen Heißluftschleier beziehungsweise eine Heißluftschicht,
das heißt, sie überstreicht die Flächen, wodurch relativ große Bereiche mit relativ
geringer Heißluftmenge behandelt werden können. Der Heißluftschleier reduziert ferner
den Zutritt von frischer, Kondensat bildender, konzentrierter Rückluft an die Wandungen.
[0005] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die für das Beheizen der
Wandungen/Einbauten verwendeten Heißluft aus einem für die Beaufschlagung der Werkstücke
vorgesehenen Heißluftstrom abgezweigt wird. Mithin ist keine zusätzliche Heißluftaufbereitung
vorzusehen, da ein Teil der Heißluft verwendet werden kann, die für die Trocknung
der Oberflächenbeschichtung zur Verfügung steht. Betrachtet man den Strömungsverlauf
der für die Trocknung der Oberflächenbeschichtung verwendeten Heißluft, so bildet
dieser ein primäres Umluftsystem zur Aufheizung der Werkstücke, wobei diesem ein sekundäres
Heißluft-Umluftsystem überlagert wird, das zur Beheizung der Kondensat anfälligen
Flächen dient. Quasi ist eine Art Bypass-System zum primären Umluftsystem geschaffen.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Heißluft schräg oder
parallel den Kondensat anfälligen Flächen der Wandungen/Einbauten zugeführt wird.
Auf diese Art und Weise bilden sich optimal Heißluftschleier und Heißluftschichten
aus. Die Zuführung in recht spitzem Winkel oder sogar parallel bringt den Coanda-Effekt
mit sich, das heißt, ein geringer Impuls der Heißluft ist ausreichend um diese sehr
weitreichend entlang der Kondensat anfälligen Fläche zu bewegen.
[0007] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen
Oberflächenbeschichtung versehenen Werkstücken, insbesondere Blechen, mit einer Werkstück-Fördereinrichtung,
die eine behauste Heißluft-Trockenzone durchsetzt, die sich dadurch auszeichnet, daß
zumindest ein Anteil von im Bereich der Förderzone liegenden Wandungen und/oder Einbauten
der Trocknungszone mit Heißluft beaufschlagt wird. Diese Beaufschlagung erfolgt zusätzlich
zu der in die Heißluft-Trocknungszone eingebrachten Heißluft, mit der die Werkstücke
beaufschlagt werden. Hierdurch wird die Verschmutzungsgefahr der Werkstücke durch
abtropfendes Kondensat und auch die Verschmutzungsgefahr des Inneren der Trocknungszone
und auch der Fördereinrichtung weitestgehend vermieden.
[0008] Nach einer Weiterbildung ist vorgesehen, daß die Wandungen im Bereich einer Ablufteinrichtung
für die Rückführung der Heißluft liegen. Mithin werden dann die Wandungen mittels
der speziellen, erfindungsgemäßen Heißluftführung gezielt erwärmt, so daß auch im
Bereich der Luftrückführung, die aufgrund niedrigerer Temperatur zu einer Kondensatbildung
neigt, Abhilfemaßnahmen gegen den Kondensatanfall ergriffen sind. Die Rückführung
der Heißluft umfaßt sowohl den Heißluftanteil, der für die Werkstückbehandlung verwendet
wurde, als auch den Restanteil der Heißluft, der für die Behebung des Verschmutzungsproblems
eingesetzt wird.
[0009] Da die Vorrichtung zum Trocknen der Werkstücke vorzugsweise -in Werkstück-Förderrichtung
gesehenbeiderseits im oberen Bereich Heißluftauslaßkanäle mit Heißluftdüsen für die
Werkstückbeaufschlagung besitzt und zwischen den beiden Heißluftkanälen ein Abluftkanal
angeordnet ist, der Abluftöffnungen aufweist, ergibt sich entlang der Längsmittelebenen
des Trockners eine Zone erhöhter Kondensatanfälligkeit, wobei unterhalb dieser Zone
die Förderzone liegt, somit also der durch die Verschmutzung gefährdete Bereich. Die
über die Längserstreckung des Trockners verlaufende Außenseite des Abluftkanals liegt
somit oberhalb der Förderzone und stellt daher hinsichtlich des Abtropfens von Kondensat
eine besonders prädestinierte Fläche dar. Diese Außenseite des Abluftkanals wird erfindungsgemäß
mit einem Heißluftschleier belegt, um die gewünschte Aufheizung zu erzielen. Der Heißluftschleier
wird im Zuge des erwähnten sekundären Umluftsystems vom Abluftkanal aufgenommen, das
heißt, es liegt ein ständiger Luftaustausch vor, der eine Kondensation weitestgehend
oder sogar vollständig verhindert.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß zumindest einer Seite
des Abluftkanals ein Zuluftkanal für das Zuführen der Zuluft zugeordnet ist. Abluftkanal
und Zuluftkanal können direkt aneinanderstoßen und nur mittels eines Trennbleches
voneinander getrennt sein oder es ist auch möglich, daß ein Abstand zwischen Abluftkanal
und Zuluftkanal besteht. Diese seitliche Anordnung des Abluftkanals zum Zuluftkanal
ergibt sich aus der vorstehend bereits erwähnten Konstruktion, bei der zwischen den
beiden Zuluftkanälen der Abluftkanal angeordnet ist. Eine besonders einfache Ausgestaltung
ergibt sich auch dann, wenn der Zuluftkanal eine oder mehrere Austrittsöffnungen aufweist,
aus denen die die Wandungen und/oder Einbauten beaufschlagende Heißluft austritt.
Es ist daher für die Ausbildung des Heißluftschleiers lediglich erforderlich, den
bereits vorhandenen Zuluftkanal mit Austrittsöffnungen zu versehen. Alternativ ist
es auch möglich, anstelle der Austrittsöffnungen Austrittsdüsen einzusetzen.
[0011] Den Austrittsöffnungen oder Austrittsdüsen ist - nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung- mindestens eine Luftleiteinrichtung zugeordnet, die die austretende
Heißluft derart führt, daß sie großflächig die Kondensat anfälligen Flächen überstreicht.
[0012] Es kann vorgesehen sein, daß der Zuluftkanal die Unterseite des Abluftkanals überragt,
das heißt, es liegt ein überragender Seitenwandungsbereich des Zuluftkanals vor, wobei
in diesem Seitenwandungsbereich die Austrittsöffnungen oder Austrittsdüsen für die
Kondensation verhindernde Heißluft angeordnet sein können. Hierdurch ist es möglich,
die Heißluft -ohne zusätzliche Maßnahmen ergreifen zu müssen- etwa parallel der Außenseite
des Abluftkanals zuzuführen, wobei die Strömungsrichtung der Heißtluft etwa horizontal
und etwa rechtwinklig zur Bewegungsrichtung der Werkstücke liegt. Der die Unterseite
des Abluftkanals überragende Seitenwandungsbereich des Zuluftkanals eignet sich ferner
dazu, dort die Luftleiteinrichtung, insbesondere ein Luftleitblech, zu befestigen.
Mithin wird zwischen der dem Zuluftkanal zugewandten Unterseite des Abluftkanals und
dem Luftleitblech eine spaltraumförmige sich zumindest über ein Teil der Länge des
Trockners erstreckende Zone gebildet, in die die der Kondensatbekämpfung dienende
Heißluft eingeblasen wird. Hierdurch bildet sich eine optimale Strömung zur Ausbildung
des Heißluftschleiers aus, wobei schon ein relativ geringer Volumenstrom ausreicht,
den gewünschten, eine Verschmutzung verhindernden Effekt zu erzielen.
[0013] Alternativ oder zusätzlich kann zur Vermeidung der Verschmutzung von Werkstücken
aufgrund von abtropfendem Kondensat vorgesehen sein, Flüssigkeit bindendes Material
einzusetzen. Mithin weist die Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung
versehenen Werkstücken, insbesondere Blechen, mit einer Werkstück-Fördereinrichtung,
die eine behauste Heißluft-Trockenzone durchsetzt, Flüssigkeit bindendes oder saugfähiges
Material auf, das zumindest auf den Kondensat anfälligen Flächen angeordnet/aufgebracht
ist. Als Flüssigkeit bindendes Material kann zum Beispiel Vlies oder Filz zum Einsatz
gelangen, wobei die Materialien Kondensate speichernd aufnehmen und dadurch ein Abtropfen
verhindern. Diese Materialien sind vorzugsweise leicht austauschbar angeordnet, insbesondere
als Wegwerfteile konzipiert. Mit einem Austausch ist das Innere der Trocknungszone
innerhalb kürzester Zeit in einen sauberen Zustand versetzt. Tritt somit eine Kondensation
ein, so führt dies nicht zu einem Abtropfen des Kondensats, da das Flüssigkeit bindende/Flüssigkeit
speichernde Material dies verhindert. In vorteilhafter Weise wird dadurch auch der
Zeitabstand zwischen zwei Reinigungsintervallen verlängert, so daß die Trockenvorrichtung
effizienter genutzt werden kann.
[0014] Es kann vorgesehen sein, die im Innern der Trocknungszone liegenden, für das Niederschlagen
von Kondensat anfälligen Flächen und/oder Einbauten leicht auswechselbar anzubringen.
Vorzugsweise ist vorgesehen, daß diese Flächen und/oder Einbauten im Bereich der Trocknungszone
eingehängt und/oder einrastend und/oder mit schnell lösbaren Haltemitteln befestigt
sind. Dadurch ist es möglich, diese Bauteile, insbesondere Wandverkleidungsteile,
schnell und einfach auszutauschen, um die Trockenvorrichtung ohne nennenswerte Verzögerung
betreiben zu können. Ist die Trocknungszone mit neuen Wandverkleidungsteilen bestückt,
so lassen sich die entnommenen Bauteile -während die Trockenvorrichtung bereits wieder
arbeitet- säubern und, wenn sie mit dem Flüssigkeits bindenden oder saugfähigen Material
ausgerüstet sind, mit neuem Material belegen, so daß sie bei dem nächsten Reinigungsintervall
wieder einsatzbereit sind. Alternativ zu dem Flüssigkeit bindenden oder saugfähigen
Material ist es auch möglich, feste, leicht anbringbare Wandverkleidungsteile, insbesondere
Platten aus Blech oder Kunststoff, einzusetzen, um Reinigungsarbeiten schnellstens
durchführen zu können. Diese Wandverkleidungsteile sind nach ihrer sehr einfachen
Reinigung wiederverwendbar.
[0015] Die Ausstattung der Trocknungszone mit vorzugsweise leicht austauschbarem Flüssigkeit
bindenden oder saugfähigen Material, vorzugsweise Vlies oder Filz, ist zudem eine
leicht ausführbare und dennoch wirksame Maßnahme, um eine Verschmutzung von Werkstücken
bei einem Trockenvorgang zu vermeiden. Darüber hinaus ist es auch möglich, bereits
vorhandene Trockenvorrichtungen im Bereich ihrer Trocknungszone mit einem Vlies oder
Filz ohne großen technischen Aufwand nachzurüsten.
[0016] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen
Oberflächenbeschichtung versehenen Werkstücken, insbesondere Blechen, mit einer Werkstück-Fördereinrichtung,
die eine behauste Heißluft-Trocknungszone durchsetzt, wobei im Bereich des Eingangs
und/oder Ausgangs der Trocknungszone mindestens ein heißer Sperrluftvorhang erzeugt
ist. Durch diese Maßnahme wird weitestgehend der Eintritt von Umgebungsluft in das
Innere der Trocknungszone verhindert, das heißt, der Eintritt von Kaltluft weitestgehend
unterbunden. Da die eintretende Kaltluft eine Kondensation fördert, stellt der Sperrluftvorhang
eine sichere Maßnahme zur Kondensatvermeidung dar.
[0017] Sämtlich vorstehend genannten Maßnahmen, also die Beheizung mit zusätzlicher Heißluft,
die Verwendung von Flüssigkeit bindendem Material und die Ausbildung eines Sperrluftvorhangs
am Eingang und/oder Ausgang der tunnelartigen Heißluft-Trocknungszone können für sich
allein oder auch in beliebiger Kombination zur Vermeidung beziehungsweise Minimierung
der Kondensation ergriffen werden. Insbesondere kann vorgesehen sein, daß diese Maßnahmen
nur im Bereich des Tunneleintritts oder des Tunnelausgangs durchgeführt werden, beispielsweise
jeweils über eine Länge von drei Metern, da in diesen Bereichen die Kondensatbildung
am größten ist. Weiter im Inneren der tunnelartigen Heißluft-Trocknungszone herrschen
stabil hohe und gleichmäßig verteilte Temperaturen, die das Ergreifen derartiger Maßnahmen
überflüssig macht. Zusätzlich zu den erwähnten Maßnahmen ist es auch möglich den Tunneleingang
und/oder den Tunnelausgang mit einer Absaughaube zu versehen, um oberhalb der Tunnelöffnung
beziehungsweise des Tunnelausgangs eine Zone zu schaffen, die einen unmittelbaren
Eintritt der relativ kalten Raumluft des Aufstellungsraums der Vorrichtung in die
Heißluft-Trocknungszone verhindert. Ferner ist es besonders günstig, im unteren Bereich
des Tunneleingangs beziehungsweise des Tunnelausgangs Heißluft nach oben auszublasen,
um den erwähnten Sperrluftvorhang zu schaffen, wobei bei vorhandener Haube diese dazu
beiträgt, daß die Luftströmung des Sperrluftvorhangs stabil ist und definiert nach
dem Umluftprinzip abgeführt werden kann.
[0018] Die Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen,
und zwar zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Querschnittsansicht durch den oberen Bereich einer Heißluft-Trocknungszone
einer Vorrichtung zum Trocknen von mit frischer Oberflächenbeschichtung versehenen
Werkstücken,
- Figur 2
- eine Draufsicht auf einen Längsseitenabschnitt eines in der Heißluft-Trocknungszone
befindlichen Zuluftkanals,
- Figur 3
- eine der Figur 1 entsprechende Ansicht, wobei jedoch Kondensat anfällige Flächen nicht
mit Heißluft beaufschlagt werden, sondern ein Flüssigkeit speicherndes Material aufweisen
und
- Figur 4
- eine Seitenansicht des Eingangs der Heißluft-Trocknungszone, der als Trockner ausgebildeten
Vorrichtung, wobei die Eingangsöffnung mit einer Haube überfangen ist und im unteren
Bereich der Eingangsöffnung Heißluft-Austrittsdüsen vorgesehen sind, um einen Sperrluftvorhang
zu schaffen.
[0019] Die Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Vorrichtung 1 zum Trocknen
von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen Werkstücken, insbesondere
Blechen. Die Vorrichtung 1, die als Trockner 2 ausgebildet ist, weist eine behauste
Heißluft-Trocknungszone 3 auf, die Seitenwände 4 und 5 sowie eine Deckenwand 6 aufweist.
Im Eckbereich zwischen Seitenwand 4 und der Deckenwand 6 beziehungsweise der Seitenwand
5 und der Deckenwand 6 sind Zuluftkanäle 7 und 8 angeordnet, die in Längserstreckungsrichtung
des Trockners 2 verlaufen. Jeder Zuluftkanal 7, 8 weist eine vertikale Seitenwandung
9 beziehungsweise 10 auf, wobei die Seitenwandungen 9 und 10 parallel beabstandet
zu den zugehörigen Seitenwänden 4 beziehungsweise 5 verlaufen. Ferner besitzt jeder
Zuluftkanal 7, 8 eine Bodenwandung 11, 12, die von reihenförmig über die Längserstreckung
des Trockners angeordneten, beabstandet zueinander liegenden Heißluftaustrittsdüsen
13 beziehungsweise 14 durchsetzt wird. Zwischen den Seitenwandungen 9 und 10 liegt
ein Abluftkanal 15, dessen Decke von einem Teil der Deckenwand 6 und dessen Seitenwände
von Abschnitten der Seitenwandungen 9 und 10 gebildet sind. Parallel zur Deckenwand
6 verläuft eine Bodenwandung 16 des Abluftkanals 15, die nach unten von jeweils einem
Seitenwandungsbereich 17, 18 der Seitenwandung 9 beziehungsweise 10 überragt wird,
so daß jeweils eine Stufe zur Bodenwandung 11 beziehungsweise 12 ausgebildet ist.
Im mittleren Bereich der Bodenwandung 16 des Abluftkanals 15 ist ein Absaugschlitz
19 ausgebildet, der von nach oben weisenden Randbereichen 20 und 21 der Bodenwandung
16 begrenzt wird. Die beiden Randbereiche 20 und 21 erstrecken sich ein Stück weit
in das Innere des Abluftkanals 15 hinein.
[0020] Mit Abstand zur Bodenwandung 16 sind Luftleiteinrichtungen 22 und 23 an den den Abluftkanal
15 überragenden Seitenwandungsbereich 17 und 18 der Zuluftkanäle 7 und 8 angeordnet.
Die Luftleiteinrichtungen 22 und 23 werden jeweils von einem Winkelblech 24 beziehungsweise
25 gebildet, wobei ein Schenkel des jeweiligen Winkelblechs 24, 25 an dem zugehörigen
Seitenwandungsbereich 17, 18 befestigt ist und der zweite Schenkel einen freien Schenkel
bildet, der in Richtung auf die Mittelebene 26 zur Bodenwandung 16 geneigt verläuft,
derart, daß das jeweilige freie Ende zur Bodenwandung 16 divergiert. Die Seitenwandungsbereiche
17 und 18 werden von reihenförmig über die Längserstreckung des Trockners 2 verteilt
angeordneten Austrittsöffnungen 27 beziehungsweise 28 durchsetzt, wobei sich diese
Austrittsöffnungen 27 beziehungsweise 28 zwischen der Unterseite 29 der Bodenwandung
16 und der jeweiligen Innenseite 30 beziehungsweise 31 des freien Schenkels der Luftleiteinrichtung
22 beziehungsweise 23 befinden (Figur 2). Insofern werden Spaltzonen 32 und 33 gebildet,
die aus den Austrittsöffnungen 27 und 28 austretende Heißluftströme entlang der Unterseite
29 der Bodenwandung 16 des Abluftkanals 15 führen, so daß dort Heißluftschleier ausgebildet
werden.
[0021] Der Figur 1 ist zu entnehmen, daß sich unterhalb des Abluftkanals 15 Werkstücke 34
befinden, die als Bleche mit frischer Oberflächenbeschichtung ausgebildet sind und
-von nicht dargestellten Halterahmen abgestützt- in Längserstreckungsrichtung des
Trockners 2 von einer nicht dargestellten Werkstücke-Fördereinrichtung transportiert
werden. Das heißt, unterhalb des Abluftkanals 15 werden die Werkstücke 34 in einer
Förderzone 3' mit einer trumartig arbeitenden Fördereinrichtung durch die Trocknungszone
3 geführt.
[0022] Es ergibt sich folgende Funktionsweise: Die durch den Trockner 2 transportierten
Werkstücke 34 werden mittels aus den Heißluftaustrittsdüsen 13 und 14 austretender,
von den Zuluftkanälen 7 und 8 zugeleiteter Heißluft beblasen, so daß die frische Oberflächenbeschichtung
der Werkstücke 34 trocknet. Die beiden, aus den Heißluftaustrittsdüsen 13 und 14 austretenden
Heißluftströme vereinigen sich in der Trocknungszone und werden von dort über den
Absaugschlitz 19 und den Abluftkanal 15 abgeführt und nach entsprechender Behandlung
-nach dem Umluftprinzip- wiederum in die Zuluftkanäle 7 und 8 eingeleitet. Hierdurch
ist ein primäres Umluftsystem geschaffen. Ein Teil der von den Zuluftkanälen 7 und
8 zugeführten Heißluft tritt aus den Austrittsöffnungen 27 und 28 der Seitenwandungsbereiche
17 und 18 aus und gelangt in die jeweilige Spaltzone 32 beziehungsweise 33, wobei
die Luftleiteinrichtungen 22 und 23 dafür sorgen, daß sich auf der Unterseite 29 der
Bodenwandung 16 des Abluftkanals 15 ein Heißluftschleier ausbildet, das heißt, es
erfolgt eine Beheizung der Unterseite 29. Die die Heißluftschleier bildende Heißluft
wird ebenfalls durch den Absaugschlitz 19 abgeführt.
[0023] Aufgrund der Beheizung der Unterseite 29 der Bodenwandung 16 ist verhindert, daß
sich in diesem Bereich Kondensat niederschlägt, das auf die frisch beschichteten Werkstücke
34 tropfen könnte.
[0024] Die Figur 3 zeigt eine Anordnung, die der der Figur 1 entspricht, so daß nachstehend
lediglich auf Unterschiede zwischen den beiden Ausführungsbeispielen der Figuren 1
und 3 eingegangen werden soll. Diese Unterschiede bestehen darin, daß die Innenseiten
35 und 36 der Seitenwände 4 und 5 mit Flüssigkeit bindendem Material 37 belegt sind.
Bei diesem Flüssigkeit bindenden beziehungsweise Flüssigkeit speichernden Material
37 handelt es sich beispielsweise um Vlies oder Filz. Auch die Unterseite 29 der Bodenwandung
16 des Abluftkanals 15 ist mit dem Material 37 belegt. Dies gilt auch für die Innenseiten
38, 39 und 40 des Abluftkanals 15. Das Flüssigkeit speichernde Material 37 besitzt
die Eigenschaft, möglicherweise entstehendes Kondensat speichernd aufzunehmen, so
daß dessen Abtropfen oder Herunterlaufen verhindert wird. In Abweichung zum Ausführungsbeispiel
der Figur 1 liegt im Ausführungsbeispiel der Figur 3 die Bodenwandung 16 des Abluftkanals
15 tiefer, so daß der Querschnitt des Abluftkanals 15 vergrößert ist.
[0025] Die Figur 4 zeigt eine Seitenansicht auf den Eingang 41 der Vorrichtung gemäß Figur
1, wobei der Eingang 41 von einer Eingangsöffnung 42 gebildet ist. Die Oberkante 43
der Eingangsöffnung 42 wird von einer Haube 44 überfangen, die einen Abluftkanal 45
aufweist. Der Unterkante 46 der Eingangsöffnung 42 sind Heißluftaustrittsdüsen 47
derart zugeordnet, daß -gemäß Pfeil 48- ein von unten nach oben strömender, heißer
Sperrluftvorhang in der Eingangsöffnung 42 ausgebildet wird. Aufgrund der Haube 44
und/oder des Sperrluftvorhangs wird verhindert, daß kühle Raumluft aus dem Aufstellungsraum
des Trockners 2 in den Eingangsbereich der Trocknungszone 3 gelangt, wodurch eine
Kondensatbildung verstärkt werden würde. Dieses Eindringen der kühlen Raumluft ist
insbesondere im Bereich der Unterkante 46 der Eingangsöffnung 42 kritisch, wobei jedoch
dieses Eindringen aufgrund der dort angeordneten Heißluftaustrittsdüsen 47 weitestgehend
verhindert ist.
[0026] Im übrigen ist es möglich, an den Innenwänden der Haube 44 Flüssigkeit bindendes
Material 37 vorzusehen. Insbesondere ist dieses Material im oberen Bereich der Innenseite
der Haube 44 an der Decke beziehungsweise an den Seitenwänden angebracht.
1. Verfahren zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen Werkstücken,
insbesondere Blechen, wobei die Werkstücke durch eine eingehauste Trocknungszone befördert
und dabei mit Heißluft beaufschlagt werden, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Anteil von im Bereich der Förderzone liegenden Wandungen und/oder
Einbauten der Trocknungszone ebenfalls mit Heißluft beaufschlagt wird beziehungsweise
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Beheizen der Wandungen/Einbauten verwendete Heißluft aus einem für
die Beaufschlagung der Werkstücke vorgesehenen Heißluftstrom abgezweigt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Heißluft schräg oder parallel auf Flächen der Wandungen/Einbauten eingebracht
wird.
4. Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen
Werkstücken, insbesondere Blechen, bevorzugt zur Durchführung nach dem Verfahren nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Werkstück-Fördereinrichtung,
die eine behauste Heißluft-Trocknungszone durchsetzt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Anteil von im Bereich der Förderzone (3') liegenden Wandungen
und/oder Einbauten der Trocknungszone (3) mit Heißluft beaufschlagt wird beziehungsweise
werden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen im Bereich einer Ablufteinrichtung (Abluftkanal (15)) für eine
Rückführung der Heißluft liegen.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen zumindest einen Abschnitt der Unterseite (29) eines Abluftkanals
(15) bilden.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablufteinrichtung beziehungsweise der Abluftkanal (15) oberhalb der Förderzone
(3') der Werkstück-Fördereinrichtung liegt.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abluftkanal (15) sich in Förderrichtung erstreckt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer Seite des Abluftkanals (15) ein Zuluftkanal (7,8) für das Zuführen
der Zuluft zugeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftkanal (7,8) mehrere Austrittsöffnungen (27,28) aufweist, aus denen
die die Wandungen und/oder Einbauten beaufschlagende Heißluft austritt.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der/den Austrittsöffnungen (27,28) Luftleiteinrichtungen (22,23) zugeordnet
sind.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuluftkanal (7,8) die Unterseite (29) des Abluftkanals (15) überragt und
daß in dem überragenden Seitenwandungsbereich (17,18) des Zuluftkanals (7,8) die Luftaustrittsöffnungen
(27,28) ausgebildet sind.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem überragenden Seitenwandungsbereich (17,18) die Luftleiteinrichtung (22,23)
befestigt ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftleiteinrichtung (22,23) ein Luftleitblech (Winkelblech (24,25)) ist.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftleitblech (Winkelblech (24,25)) -in Luftströmungsrichtung gesehen- parallel
oder geneigt beabstandet zur Unterseite (29) des Abluftkanals (15) verläuft.
16. Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen
Werkstücken, insbesondere Blechen, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche mit einer Werkstück-Fördereinrichtung, die eine behauste Heißluft-Trocknungszone
durchsetzt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Anteil von in der Trocknungszone (3) liegenden Wandungen und/oder
Einbauten mit einem Flüssigkeit bindenden/Flüssigkeit speichernden Material (37) versehen
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Material (37) Vlies oder Filz ist.
18. Vorrichtung zum Trocknen von mit einer frischen Oberflächenbeschichtung versehenen
Werkstücken, insbesondere Blechen, vorzugsweise nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, mit einer Werkstück-Fördereinrichtung, die eine behauste Heißluft-Trocknungszone
durchsetzt, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Eingangs (41) und/oder Ausgangs der Trocknungszone (3) mindestens
ein heißer Sperrluftvorhang (Pfeil (48)) erzeugt ist.