[0001] Die Erfindung betrifft eine Anschneidevorrichtung für elektrische Leiter in Installationsverteilern
wie Steckdosen und Schaltern, bei der die Kontaktdrähte und der Schutzleiter als isolierte
Einzeldrähte am Bodenteil des Installationsverteilers geführt sind und in der Messerkontakte
im Oberteil des Installationsverteilers eingesetzt sind, die beim Zusammenpressen
von Bodenteil und Oberteil die Einzeldrähte elektrisch kontaktieren.
[0002] Eine gattungsgemäße Anschneidevorrichtung ist im Katalog der Firma INFRA + 1994 bis
1995 auf Seiten B 2 und B 3 schematisch dargestellt. Es handelt sich hierbei um eine
Steckdose, die aus einem Oberteil und einem Unterteil besteht. In das Unterteil sind
längsdurchlaufende Kanäle eingelassen, in welche von beiden Kanalwandungen Rastausnehmungen
hineinragen. Über diese Rastausnehmungen werden die isolierten Einzeldrähte einer
Elektroleitung gedrückt und damit am Unterteil festgelegt. Das Unterteil besitzt ferner
Rastdome, die mit entsprechenden Rasten des Oberteils zusammenwirken.
[0003] Das Oberteil besitzt wenigstens drei Aufnahmeöffnungen, in welche die Messerkontakte
für das Kontaktieren der im Unterteil festgelegten Einzeldrähte angeordnet sind. Bei
diesen Messerkontakten handelt es sich jeweils um zwei einander gegenüberliegende
Messerschneiden, wobei je zwei solcher Messerschneiden für einen Kontaktbereich hintereinander
angeordnet sind.
[0004] Bei diesen Messerschneiden handelt es sich um elektrisch leitende Metallkontakte,
die in den Kunststoffaufnahmen des Oberteils befestigt sind.
[0005] Die Messerkontakte sind derart auf die im Unterteil festgelegten Leitungsdrähte fixiert,
daß beim Zusammenstecken von Oberteil und Unterteil die Messerkontakte jeweils über
dem zugeordneten Einzeldraht der elektrischen Leitung liegen. Dieses Zusammenführen
von Oberteil und Unterteil kann noch von Hand erfolgen.
[0006] Das endgültige Zusammenpressen und damit die Herstellung der Kontaktierung der Einzeldrähte
mit den zugeordneten Messerkontakten kann nur über ein Spezialwerkzeug erfolgen, da
die Passungstoleranzen zwischen den Befestigungselementen von Oberteil und Unterteil
sowie die der Messerkontakte zu den Einzeldrähten so eng gewählt sind, daß nur über
dieses Spezialwerkzeug die mechanische und elektrisch leitende Verbindung zwischen
Oberteil und Unterteil hergestellt werden kann. Dies ist ein nicht zu unterschätzender
Nachteil, denn bei fehlendem Spezialwerkzeug auf der Baustelle kann diese Steckdose
nicht installiert werden.
[0007] Ein weiterer Nachteil des bekannten Aufbaues ist die Tatsache, daß nur ein einziger
Drahtquerschnitt montiert werden kann, für den der Abstand der Messerkontakte untereinander
ausgelegt ist. Dies begrenzt den Einsatz der bekannten Installationseinrichtung in
erheblichem Umfang.
[0008] Hier setzt die Erfindung ein, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, den universellen
Einsatz der bekannten Kontaktierungen zu ermöglichen und gleichzeitig auf die Benutzung
eines Spezialwerkzeugs hierzu zu verzichten. Erfindungsgemäß wird dazu vorgeschlagen,
daß die Schneidkanten der Messerkontakte trichterförmig mit von oben nach unten zunehmend
enger werdender Aufnahmeöffnung verlaufen und daß über die Höhe der Schneidkanten
verteilt einander gegenüberliegende Freisparungen für verschiedene Drahtquerschnitte
angeordnet sind.
[0009] Der erfindungsgemäße Aufbau der Messerkontakte ermöglicht den Einsatz von verschiedenen
Drahtquerschnitten. So kann beispielsweise im oberen Paar der gegenüberliegenden Freisparungen,
also dort, wo die trichterförmige Öffnung am größten ist, der größte verwendbare Drahtquerschnitt
für derartige Installationsformen eingesetzt sein. Dies ist beispielsweise ein Drahtquerschnitt
von 2,5 mm
2.
[0010] Im mittleren Bereich der Messerkontakte, also dort, wo die trichterförmige Öffnung
schon enger wird, kann ein Drahtquerschnitt von 1,5 mm
2 eingesetzt werden. Zum Ende der Aufnahmeöffnung, also in deren Bodenbereich, können
die gegenüberliegenden Freisparungen schließlich für einen Draht mit einem Querschnitt
von 1 mm
2 ausgelegt sein.
[0011] Auf diese Art und Weise wird erreicht, daß die Kontaktdrähte der verschiedenen Abmessungen
in ein und demselben Installationsverteiler verwendet werden können. Durch den trichterförmigen
Verlauf der Schneidkanten wird der Einsatz dieser Drähte in ihre zugeordneten, gegenüberliegenden
Freisparungen zusätzlich erleichtert, so daß das Kontaktieren mit weniger Aufwand
erfolgen kann, als es bei dem Installationsverteiler nach dem Stand der Technik erforderlich
ist.
[0012] Es hat sich bei diesem Aufbau als vorteilhaft erwiesen, daß die Messerkontakte im
Bereich der Freisparungen als Anschneidekanten in Schrägstellung verlaufen. Diese
Maßnahme hat zur Folge, daß das Durchtrennen der Isolierungen der Einzeldrähte noch
leichter erfolgt, da die schräggestellten Anschneidekanten im Bedarfsfall federnde
Eigenschaften entwickeln und auftretenden Preßkräften ausweichen können, ohne daß
die Kontaktierung beim Zusammenführen von Oberteil und Unterteil negativ beeinträchtigt
würde.
[0013] Der erfindungsgemäße Aufbau der Messerkontakte ermöglicht es, neben den Festdrähten
mit kompaktem Leiterquerschnitt auch Feindrähte mit einer Vielzahl von einzelnen Leiterfäden
einzusetzen. Auch die Feindrähte werden erfindungsgemäß optimal kontaktiert, da die
Kräfte bei der Kontaktnahme gegenüber denen beim Stand der Technik durch die erfindungsgemäßen
Maßnahmen erheblich eingeschränkt worden sind.
[0014] Zur Vermeidung von Spezialwerkzeugen beim Zusammenführen von Oberteil und Bodenteil
wird erfindungsgemäß eine Knebelverbindung vorgeschlagen, deren Aufbau allgemein im
Stand der Technik bekannt ist.
[0015] Es wird hierzu im Bodenteil eine Durchgriffsöffnung geschaffen, in die ein schraubenförmiges
Bauteil eingesetzt wird. Dieses Bodenteil besitzt zwei gegenüberliegende abragende
Stege, an denen gegenläufige Auflaufschrägen angeformt sind. Diese gegenläufigen Auflaufschrägen
korrespondieren mit gegensinnig gestalteten Auflaufschrägen am Oberteil des Installationsverteilers.
Wird nun das schraubenförmige Bauteil z. B. mittels eines Schraubendrehers in der
entsprechenden Richtung um 90° oder 180° verdreht, laufen die Schrägen der Stege des
Bodenteils auf die Schrägen des Oberteils auf und ziehen das Oberteil fest an das
Bodenteil an. Bei diesem Vorgang wird die Drahtisolierung der Einzeldrähte durch die
Messerkontakte durchdrungen, wodurch die elektrisch leitende Verbindung zwischen Oberteil
und Bodenteil hergestellt wird. Gleichzeitig wird die mechanische, feste Verbindung
des Oberteils mit dem Bodenteil herbeigeführt, wobei als besonderer Vorteil zu bemerken
ist, daß diese Verbindung nicht durch ein Spezialwerkzeug, sondern durch einen überall
verfügbaren Schraubendreher hergestellt werden kann.
[0016] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Anschneidevorrichtung werden insbesondere darin
gesehen, daß durch die spezielle Gestaltung der Messerkontakte der Einsatz verschiedener
Drahtquerschnitte und Drahtarten ohne Schwierigkeiten möglich ist. Der besondere Vorteil
würde aber im einfachen und leichten Zusammenbau der Einzelteile ohne Spezialwerkzeuge
gesehen.
[0017] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Anschneidevorrichtung
schematisch dargestellt; es zeigt:
Fig. 1 die Seitenansicht eines Messerkontaktes
Fig. 2 den Messerkontakt gemäß Fig. 1 in der Ansicht von oben
Fig 3. die beiden Messerkontaktpaare eines Messerkontakts im Einsatz.
Fig. 4 die Knebelverbindung zwischen Oberteil und Bodenteil.
[0018] Fig. 1 zeigt die Seitenansicht eines Messerkontaktes 1, wobei die Anbindung an das
Bodenteil des Installationsverteilers als unwesentlich weggelassen worden ist. Der
Messerkontakt 1 ist mit einer Aufnahmeöffnung 2 versehen, welche trichterförmig gestaltet
ist. Die Schneidkanten 11, 12 des Messerkontaktes 1 verlaufen in dieser Trichterform
von oben nach unten in der zunehmend enger werdenden Aufnahmeöffnung 2. Über die Höhe
der Schneidkanten 11, 12 verteilt sind einander gegenüberliegende Freisparungen 111,
121, 112, 122, 113, 123 angeordnet, die für die verschiedenen Querschnitte der in
der Figur nicht dargestellten Einzeldrähte ausgelegt sind.
[0019] Von dem in Fig. 1 dargestellten Messerkontakt sind jeweils ein Kontaktpaar als eine
Kontaktierungseinheit für einen Leiterdraht beim Zusammenpassen von Oberteil und Bodenteil
im Einsatz.
[0020] Fig. 2 zeigt den Messerkontakt nach Fig. 1 in der Ansicht von oben. In das Paar der
mittleren Freisparungen 112, 122 ist hier ein mit einem Isoliermantel versehener Einzeldraht
3 eingesetzt. Die Schneidkanten 11, 12 an den Freisparungen 112, 122 sind in der gezeigten
Darstellung schräggestellt und erleichtern damit die Durchtrennung des Isoliermantels
am Einzeldraht 3.
[0021] Fig. 3 zeigt die beiden zu einem Messerkontakt 1 gehörenden Messerkontaktpaare 1',
1''. Die Kontaktierung der Schneidkanten 11, 12 zum Einzeldraht 3 erfolgt in der zu
Figur 2 beschriebenen Art und Weise.
[0022] Fig. 4 zeigt die Knebelverbindung, mit der das Bodenteil 4 und das Oberteil 5 verbindbar
sind. Dazu ist im Bodenteil 4 eine Durchtrittsöffnung 41 geschaffen, in welche das
schraubenförmige Bauteil 42 eingreift. Das schraubenförmige Bauteil 42 besitzt die
Auflaufschräge 421, welche mit der Auflaufschräge 511 eines Bolzens 51, der vom Oberteil
5 abragt, korrespondiert.
Wird das schraubenförmige Bauteil 42 um 90° oder 180° verdreht, gleitet die Auflaufschräge
421 auf der Auflaufschräge 511 und zieht auf diese Weise das Oberteil 5 auf das Bodenteil
4 zu.
[0023] Dabei gleiten die Schrägen der Stege 43, 44 des Bodenteils 4 auf die zugeordneten
Schrägen des Oberteils 5 auf, bis diese Schrägen gegeneinander verrasten. Im Endzustand
dieser Verrasterung ist das Oberteil 5 auf dem Bodenteil 4 bleibend festgelegt. Gleichzeitig
mit dieser Festlegung sind die Einzeldrähte 3 in die Messerkontakte 1 derart eingedrückt
worden, daß die Schneidkanten 11, 12 eines Messerkontaktes 1 die Isolierung der zugeordneten
Einzeldrähte durchschnitten und damit die elektrische Verbindung zum Verbraucher,
z. B. zu einer Steckdose hergestellt hat.
1. Anschneidevorrichtung für elektrische Leiter in Installationsverteilern wie Steckdosen
und Schaltern, bei der die Kontaktdrähte und der Schutzleiter als isolierte Einzeldrähte
am Bodenteil des Installationsverteilers geführt sind und in der Messerkontakte im
Oberteil des Installationsverteilers eingesetzt sind, die beim Zusammenbringen von
Bodenteil und Oberteil die Einzeldrähte elektrisch kontaktieren, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneidkanten (11, 12) der Messerkontakte (1) trichterförmig mit von oben
nach unten zunehmend enger werdender Aufnahmeöffnung (2) verlaufen und daß über die
Höhe der Schneidkanten (11, 12) verteilt einander gegenüberliegende Freisparungen
(111, 121, 112, 122, 113, 123) für verschiedene Drahtquerschnitte angeordnet sind.
2. Anschneidevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Messerkontakte
(1) im Bereich der Freisparungen (111, 121, 112, 122, 113, 123) als Anschneidekanten
(11, 12) in Schrägstellung verlaufen.
3. Anschneidevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenteil (4)
und das Oberteil (5) des Installationsverteilers über eine Knebelverbindung unter
Durchtrennung der Drahtisolierung durch die Messerkontakte (1) mechanisch und elektrisch
miteinander verbindbar sind.