[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauelement zur Wärmedämmung zwischen einem Gebäudeteil
und einem vorkragenden Außenteil, bestehend aus einem dazwischen zu verlegenden Isolierkörper
mit integrierten Bewehrungsstäben, die sich quer zum Isolierkörper durch diesen hindurch
erstrecken und seitlich mit den angrenzenden Bauteilen in Verbindung stehen, wobei
der Isolierkörper zumindest an seiner Ober- und/oder Unterseite einen in Längsrichtung
des Isolierkörpers laufenden Hohlraum aufweist.
[0002] Ein solches Bauelement ist aus der DE 43 00 181 A 1 bekannt. Dort werden Hohlkammern
vorgeschlagen, die aus einem härteren Wandmaterial als der Isolierkörper bestehen
und von den Bewehrungsstäben durchquert werden. Dadurch werden die Bewehrungsstäbe
stabil am Isolierkörper fixiert. Dieses Bauelement hat sich zwischenzeitlich erfolgreich
bewährt.
[0003] Unter bestimmten Umständen kann es für derartige Bauelemente notwendig sein, Brandschutzvorkehrungen
zu treffen. So wird in der EP 658 660 A 1 erstmals vorgeschlagen, den Isolierkörper
durch oberhalb und unterhalb des Isolierkörpers montierte Brandschutzplatten zu schützen.
[0004] Davon ausgehend besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein Bauelement
zur Wärmedämmung zur Verfügung zu stellen, bei dem sich die Vorteile der eingangs
beschriebenen Konstruktion, wie zum Beispiel der erhöhte Schutz des Isolierkörpers
im rauhen Baustellenbetrieb, mit einem hohen Brandschutzstandard verbinden lassen.
Außerdem soll das Bauelement kostengünstig in der Herstellung und auf der Baustelle
einfach einzubauen sein.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Hohlraum zumindest teilweise
mit Brandschutzmaterial gefüllt ist.
[0006] Durch die spezielle Positionierung des Brandschutzmaterials in einem Hohlraum des
Bauelementes ist es optimal gegen Beschädigungen im Baustellenbetrieb geschützt; insbesondere
ist ein lokales Ausbrechen oder Abreißen der Brandschutzelemente ausgeschlossen. Desweiteren
ist es optisch durch das Bauelement kaschiert, so daß das Aussehen nicht beeinträchtigt
wird. Nicht zuletzt entfallen auch belastungstechnische Inhomogenitäten, wie sie bisher
bei oben und unten montierten Brandschutzplatten in Kauf genommen werden mußten.
[0007] Der Hohlraum kann entweder in den Isolierkörper selbst integriert sein oder aber
zum Beispiel durch eine Profilleiste gebildet werden, die mit dem Isolierkörper verbunden
ist. Diese Verbindung erfolgt vorteilhaft über Wangen der Profilleiste, mittels derer
diese auf den Isolierkörper steckbar bzw. in ihn einsetzbar ist.
[0008] Weiterhin können die Profilleiste und/oder ihre Wangen Ausnehmungen aufweisen, so
daß sie neben dem Brandschutz auch zur Fixierung der Bewehrungsstäbe dienen. Eine
besonders gute Fixierung ergibt sich, wenn die Profilleiste aus härterem Material
als der Isolierkörper besteht. Dabei bietet sie auch einen mechanischen Schutz für
den Isolierkörper.
[0009] Damit sich das Brandschutzmaterial beim Befüllen des Hohlraumes nicht an dem rauhen
Material des Isolierkörpers verhackt, kann man Brandschutzmaterial und Isolierkörper
durch eine Wand trennen. Diese Wand läßt sich bei Einsatz einer Profilleiste sehr
kostengünstig einstückig mit dieser ausbilden.
[0010] An den beiden Stirnseiten des Bauelementes ist der Hohlraum, normalerweise also die
Profilleiste, offen. Damit das Brandschutzmaterial, das aus Mineralwolle, Steinwolle
und dergleichen besteht, nicht herausrutscht, wird es zweckmäßig im Hohlraum verklemmt
oder lokal verklebt. Die Bauelemente können dann auf der Baustelle auf das gewünschte
Maß abgelängt werden.
[0011] Falls das Bauelement keinen Brandschutz aufweisen muß, wird der Hohlraum zweckmäßig
mit Dämmaterial, insbesondere Styropor gefüllt, damit keine Luftkonvektion auftreten
kann.
[0012] Für einen besonders guten Brandschutz haben sich folgende Ausdehnungen des Hohlraumes
als vorteilhaft erwiesen: In Längsrichtung des Isolierkörpers ist eine Erstreckung
zumindest nahezu über dessen gesamte Länge wünschenswert. Quer dazu könnte der Hohlraum
zumindest an der Oberseite breiter sein als der Isolierkörper. Die Höhe des Hohlraumes
kann dann von 5 Millimeter bis 25 Millimeter ausgeführt werden.
[0013] Für spezielle Anwendungen, z. B. punktuelle Auflager von Balkonplatten, kann zusätzlich
zu Hohlräumen an der Ober- und Unterseite des Isolierkörpers auch die Anordnung von
Brandschutzmaterial seitlich des Isolierkörpers sinnvoll sein, insbesondere wieder
in einem Hohlraum.
[0014] Isolierkörper und Profilleiste, das heißt das ganze Bauelement einschließlich der
Hohlräume bzw. ihrer Ummantelung, weisen zweckmäßigerweise die gleiche Höhe auf wie
das Gebäude- und/oder Außenteil, das heißt wie die Decken- und Balkonplatte.
[0015] Weiterhin ist es zur Stabilisierung des Bauelementes oder aber zur Integration einer
Höhenverstellung sinnvoll, die an gegenüberliegenden Seiten des Isolierkörpers angeordneten,
jeweils einen Hohlraum bildenden Elemente durch Verbindungsmittel, insbesondere Stäbe,
miteinander zu verbinden. Im Falle einer Höhenverstellung weisen die Verbindungsmittel
dann gleichzeitig einen Verstellmechanismus auf. Insoweit wird voll umfänglich auf
die ältere Patentanmeldung 197 22 028 verwiesen.
[0016] Weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung; dabei zeigt
- Figur 1
- den Querschnitt eines erfindungsgemäßen Bauelements;
- Figur 2
- den Querschnitt durch den oberen Bereich eines anderen erfindungsgemäßen Bauelementes;
- Figur 3
- den Querschnitt durch eine alternative Bauform gemäß Figur 2;.
- Figur 4
- den Querschnitt durch den unteren Bereich eines anderen erfindungsgemäßen Bauelementes
und
- Figur 5
- ein Schrägbild einer Profilleiste gemäß Figur 4.
[0017] In Figur 1 erkennt man ein Bauelement 1, das mit seinem Isolierkörper 2 aus Styropor
zwischen einem nicht dargestellten linksseitig vorkragenden Außenteil, etwa einer
Balkonplatte, und einem ebenfalls nicht dargestellten rechtsseitigen Gebäudeteil,
insbesondere einer betonierten Deckenplatte, anzuordnen ist. Der Isolierkörper 2 wird
von Zugstäben 3, Querkräftstäben 4 und Druckstäben 5 durchquert. Diese Stäbe stehen
aus dem Isolierkörper jeweils in das Außen- und das Gebäudeteil vor und werden dort
einbetoniert. Der Querkraftstab 4 läuft außenteilseitig in einer Schlaufe aus. Der
Druckstab 5 endet beidseits in Druckplatten zur Aufnahme der Druckkräfte. Die schraffierte
Darstellung der Bewehrungsstäbe deutet auf Bereiche hin, in denen Baustahl verwendet
wird, während in den nicht schraffierten Bereichen im und nahe dem Isolierkörper aus
Korrosionsschutzgründen Edelstahl oder zumindest korrosionsgschützter Stahl einzusetzen
ist.
[0018] Am oberen und unteren Ende des Bauelementes 1, das heißt über und unter dem Isolierkörper
2, befinden sich Hohlräume 6 und 7.
[0019] Wesentlich ist nun, daß diese Hohlräume zumindest teilweise mit Brandschutzmaterial
6a bzw. 7a gefüllt sind, das durch eine Kreuzschraffur angedeutet ist. Durch das Brandschutzmaterial,
das in Form von Platten oder Matten in Längsrichtung eingeschoben und im Hohlraum
verklemmt wird, wird der Isolierkörper 2 gegenüber übermäßiger Hitzeeinwirkung von
oben und/oder unten abgeschirmt.
[0020] Die Hohlräume 6 und 7 befinden sich im Inneren von Profilleisten 8 und 9, die von
oben bzw. unten auf den Isolierkörper 2 aufgesteckt sind und ihn mit ihren vorstehenden
Wangen 8a bzw. 9a jeweils auf Gebäude- und Außenteilseite umgreifen. In diesen Wangen
8a, 9a befinden sich Ausnehmungen, in denen die Bewehrungsstäbe 3, 4, 5 fixiert sind.
[0021] Die Profilleisten 8 und 9 weisen jeweils eine Wand 8b bzw. 9b auf, die den Hohlraum
6 bzw. 7 gegenüber dem Isolierkörper 2 abgrenzt und damit das in den Hohlräumen 6
bzw. 7 befindliche Brandschutzmaterial vom Isolierkörper 2 trennt. Damit sind die
Hohlräume 6 und 7 in der Zeichenebene rundum geschlossen. Zum Befüllen bietet es sich
an, die Hohlräume 6 und 7 senkrecht zur Zeichenebene an einer bzw. beiden Seiten offen
zu lassen. Nach dem Befüllen können diese Offnungen entweder zum sicheren Aufbewahren
des Brandschutzmateials, insbesondere wenn es sich um Schüttgut handelt, geschlossen
werden, so daß die Hohlräume rundum abgedichtet sind. Sie können aus Kostengründen
aber auch einfach offen bleiben, insbesondere wenn das Brandschutzmaterial im Hohlraum
fixiert ist.
[0022] Die Profilleisten 8 und 9 mit Wangen 8a, 9a und Wänden 8b, 9b können kostengünstig
einstückig aus Hartkunststoff hergestellt werden.
[0023] Der Hartkunststoff bietet gleichzeitig einen besonders guten Schutz des Brandschutzmaterials
und des Isolierkörpers 2 gegenüber mechanischen Beschädigungen.
[0024] Die Hohlräume 6 und 7 weisen einen rechteckigen Querschnitt auf. Der untere Hohlraum
7 ist dabei in Richtung vom Gebäudeteil zum Außenteil ebenso breit wie der Isolierkörper
2, so daß sich die Wangen 9a geradlinig durchlaufend an die Profilleiste 9 anschließen.
Der obere mit Brandschutzmaterial gefüllte Hohlraum 6 ist einige Millimeter oder Zentimeter
breiter als der Isolierkörper 2, so daß er sich beidseits in das angrenzende Gebäude-
bzw. Außenteil hineinerstreckt. Dadurch ist sichergestellt, daß Spalte, die sich aufgrund
der Zugbelastung im oberen Bereich zwischen Isolierkörper 2 und angrenzendem Gebäude-
bzw. Außenteil häufig bilden, feuerfest abgedeckt sind. Alternativ zum dargestellten
Ausführungsbeispiel, bei dem oberer und unterer Hohlraum 6 und 7 gleichhoch sind,
kann, um eventuelle unterschiedliche thermische Belastung zu berücksichtigen, der
untere Hohlraum 7 höher als der obere 6 gewählt werden.
[0025] Die obere Profilleiste 8 und die untere Profilleiste 9 sind durch Verbindungsmittel
in Form von Stangen oder Rohren 10 miteinander verbunden, die sich vertikal durch
den Isolierkörper 2 hindurcherstrecken und jeweils an den Wänden 8b, 9b der Profilleisten
8, 9 angreifen. Die Verbindungsmittel 10 erhöhen einerseits die Stabilität des Bauelementes
, andererseits können sie aber auch einen hier nicht dargestellten Verstellmechanismus
zur Höhenverstellung des Bauelementes aufweisen, wodurch der vertikale Abstand zwischen
den Profilleisten 8 und 9 und somit die Höhe des Bauelementes verändert werden kann.
[0026] Die Figuren 2 und 3 zeigen ein Querschnitt durch den oberen Bereich eines Bauelementes
mit zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen. Die Profilleiste 8 ist dabei ähnlich wie in
den vorangegangenen Ausführungsbeispiel als Hohlprofil ausgebildet und enthält im
Inneren wieder das Brandschutzmaterial 6a, vorzugsweise Mineralwolle. Dieses Brandschutzmaterial
füllt den Hohlkörper nahezu über dessen gesamte Länge und Breite aus.
[0027] Die nach unten ragenden Wangen 8a, die den Isolierkörper 2 seitlich umfassen, können
wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel über Verbindungsmittel 10 mit der unteren
Profilleiste 7 verbunden sein. Statt dessen oder zusätzlich kann die Profilleiste
8 aber auch über die genannten Wangen 8a an den Zugstäben 3 festgelegt, insbesondere
verrastet sein.
[0028] Wesentlich ist nun, daß eine zusätzliche Brandschutzmaßnahme dadurch ergriffen wird,
daß das Bauelement vorzugsweise in seinem oberen Bereich, gegebenenfalls aber auch
unten, mit Streifen 11 aus Intumeszenzmaterial bestückt ist. Es handelt sich dabei
um einen Stoff, der unter Hitzeeinwirkung expandiert, insbesondere aufquillt und dadurch
eventuelle Fugen im Umgebungsbereich zuverlässig, vor allem feuerfest, abdichtet.
Vorzugsweise besteht das Intumeszenzmaterial aus Ammoniumpolyphophaten und/oder Cyandiamid.
[0029] Da im Brandfall zu befürchten ist, daß die aus Kunststoff bestehende Profilleiste
8 schmilzt und somit Zwischenräume zum umgebenden Mauerwerk entstehen, wird das Intumeszenzmaterial
vorzugsweise an den Seiten der Profilleiste angeordnet, und zwar in Form von durchgehenden
oder abschnittsweise angeordneten Streifen, die sich in Längsrichtung des Isolierkörpers
2 erstrecken.
[0030] Figur 2 zeigt die Anordnung der Intumeszenzstreifen 11 an den beiden Außenseiten
der Profilleiste 8, Figur 3 an den Innenseiten, und zwar im gleichen Hohlraum wie
das Brandschutzmaterial 6a. In beiden Fällen befindet sich das Intumeszenzmaterial
auf gleichem Höhenniveau wie das Brandschutzmaterial 6a, insbesondere also oberhalb
der Zugstäbe 3, um dadurch die Ausbreitung von Feuer und Rauch durch Fugen und Zwischenräume
zu verhindern.
[0031] Es liegt selbstverständlich im Rahmen der Erfindung, daß Intumeszenzmaterial 11 auch
im unteren Bereich des Bauelementes anzuordnen, also an der unteren Profilleiste 7
unterhalb der Druckstäbe.
[0032] Vorstehend ist der mit Brandschutzmaterial zu füllende Hohlraum jeweils durch einen
an allen vier Seiten geschlossenen Hohlraum in der Profilleiste 8 gebildet worden.
Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, statt dessen eine Profilleiste zu verwenden,
die einen etwa U-förmigen Querschnitt aufweist, deren offene Seite durch das Verbinden
der Profilleiste mit dem Isolierkörper 2 verschlossen wird.
[0033] Ein derartiges Ausführungsbeispiel findet sich in den Figuren 4 und 5 für die untere
Profilleiste 19 dabei hat sie zumindest teilweise elastische Seitenwände, so daß sie
an der Ober- und/oder Unterseite des Isolierkörpers 2 mit ihm verklemmt, vorzugsweise
verrastet werden kann. Zur Verrastung sind an den Seitenwänden der Profilleiste, vorzugsweise
an deren freien Enden, in Längsrichtung laufende Abkantungen 19a angeordnet, die entsprechende
Vorsprünge 2a des Isolierkörpers 2 umgreifen. Dabei ist der Vorsprung an der einen
Seite des Isolierkörpers 2, im Ausführungsbeispiel rechts, im unteren Bereich abgeschrägt,
so daß er von oben auf die korrespondierende Abkantung 19a der Profilleiste aufgedrückt
werden kann und diese dabei aufweitet, bis sie oberhalb des Vorsprunges 2a einschnappt.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist diese Ausbildung nicht notwendig, da der Vorsprung
2a hier seitlich von rechts in die Abkantung der Profilleiste eingesteckt werden kann
und anschließend die Verrastung an der rechten Seite erfolgt.
[0034] Die Vorsprünge 2a des Isolierkörpers und die Abkantungen 19a der Profilleiste 19
sind höhenmäßig so einander zugeordnet, daß die Profilleiste in eingerastetem Zustand
einen genügend großen Hohlraum bildet, der wie in den vorangegangenen Ausführungsbeispielen
mit Brandschutzmaterial 7a gefüllt ist.
[0035] Eine wichtige Weiterbildung der Erfindung, die sowohl bei den offenen Profilleisten
gemäß Figur 4 wie auch bei den geschlossenen Profilleisten gemäß Figur 1 bis 3 angewendet
werden kann, besteht darin, daß in den Seitenwänden der Profilleiste, und zwar in
Höhe des Brandschutzmaterials 7a Aussparungen 19b aufweist, die den Durchtritt von
Beton zu dem Brandschutzmaterial 7a gestatten. Der Zweck dieser Aussparungen ist folgender:
[0036] Häufig werden die beschriebenen Bauelemente nicht direkt auf eine gemauerte oder
betonierte Wand aufgesetzt, sondern sie liegen auf einem Werkstoff, der selbst Feuer
fangen kann. So werden die beschriebenen Bauelemente beispielsweise bei Häusern, deren
Wände eine Außendämmung aufweisen, im allgemeinen so eingebaut, daß der Isolierkörper
2 mit der Außendämmung fluchtet, also nicht mehr oder nur noch teilweise auf dem Mauerwerk
aufliegt.
[0037] Kommt es bei einer derartigen Einbauposition zum Brand, so führt das Abschmelzen
der aus Kunststoff bestehenden Profilleiste 19 dazu, daß das Brandschutzmaterial 7a
seine Verbindung mit dem Isolierkörper 2 verliert und herunterfällt. Eine Brandschutz
des Bauelementes ist dann nicht mehr gegeben.
[0038] Um hier Abhilfe zu schaffen, sind die genannten Aussparungen 19b in den Seitenwänden
der Profilleiste vorgesehen. Sie haben zur Folge, daß beim Einbetonieren des Bauelementes,
und zwar sowohl beim Betonieren der Decke beispielsweise rechts vom Isolierkörper,
wie auch beim Betonieren einer Balkonplatte oder dergleichen links des Isolierkörpers
der Frischbeton durch die Aussparungen 19b hindurchfließt und in unmittelbaren Kontakt
mit dem Brandschutzmaterial 7a kommt. Dadurch wird das Brandschutzmaterial auch dann
noch gehalten, wenn die Profilleiste wegschmilzt.
[0039] Damit der Beton das Brandschutzmaterial unter allen Umständen festhält, empfiehlt
es sich, daß es zumindest im Bereich der Aussparungen 19b profiliert ist, etwa wie
dies durch Vertiefungen 7c in Figur 4 angedeutet ist. Man erhält dann gewissermaßen
eine Verzahnung zwischen Beton und Brandschutzmaterial.
[0040] Außerdem kann es zweckmäßig sein, zwischen der Profilschiene 19 und dem Brandschutzmaterial
7a eine Verklemmung, insbesondere Verrastung vorzusehen, damit diese Teile auch dann
schon aneinanderhalten, bevor die Profilschiene 19 durch den Isolierkörper 2 verschlossen
wird.
[0041] Figur 5 zeigt die Profilschiene 19 in nicht eingebautem Zustand. Man erkennt deutlich
die Vielzahl von Aussparungen 19b in den beiden gegenüberliegenden Seitenwänden. Sie
haben im Ausführungsbeispiel eine rechteckige Form und sind nach oben offen. Selbstverständlich
könnten die Aussparungen aber auch durch eine Vielzahl von in Längsrichtung nebeneinander
angeordneten Bohrungen oder dergleichen gebildet sein.
[0042] Die zusätzliche Verwendung eines Intumeszenzmaterials zum Ausfüllen der beim Schmelzen
des Kunststoffes freiwerdenden Zwischenräume ist selbstverständlich auch hier möglich.
[0043] Zusammenfassend bietet die Erfindung einen Brandschutz, der optimal in das Bauelement
integriert ist. Das Bauelement kann aber gleichermaßen auch eingesetzt werden, wenn
kein Brandschutz verlangt wird, indem lediglich anstelle des Brandschutzmaterials
ein übliches Wärmedämmaterial in den Hohlraum eingeschoben wird.
1. Bauelement zur Wärmedämmung zwischen einem Gebäudeteil und einem vorkragenden Außenteil,
bestehend aus einem dazwischen zu verlegenden Isolierkörper (2) mit integrierten Bewehrungsstäben
(3, 4, 5), die sich quer zum Isolierkörper (2) durch diesen hindurch erstrecken und
seitlich mit den angrenzenden Bauteilen in Wirkverbindung stehen, wobei das Bauelement
zumindest an seiner Ober- und/oder Unterseite einen in Längsrichtung des Isolierkörpers
(2) laufenden Hohlraum (6, 7) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (6, 7) zumindest teilweise mit Brandschutzmaterial (6a, 7a) gefüllt
ist.
2. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (6, 7) breiter als der Isolierkörper (2) ist.
3. Bauelement nach Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Brandschutzmaterial (6a, 7a) durch Reibung oder Verklebung im Hohlraum (6,
7) gehalten ist.
4. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (6, 7) durch eine Profilleiste (8, 9) gebildet ist, die mit dem Isolierkörper
(2) verbunden ist.
5. Bauelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8, 9) Wangen (8a, 9a) aufweist, mittels derer sie mit dem Isolierkörper
(2) verbunden ist.
6. Bauelement nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8, 9) mittels vorspringender Wangen (8a, 9a) auf oder in den
Isolierkörper (2) steckbar bzw. einsetzbar ist.
7. Bauelement nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8, 9) und/oder ihre Wangen (8a, 9a) Ausnehmungen, insbesondere
Schlitze, aufweisen, in denen die Bewehrungsstäbe (3, 4, 5) fixiert sind.
8. Bauelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8, 9) aus härterem Material als der Isolierkörper (2) ist.
9. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Brandschutzmaterial durch eine Wand (8b, 9b) vom Isolierkörper (2) getrennt
ist.
10. Bauelement nach den Ansprüchen 4 und 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Profilleiste (8, 9) und die Wand (8a, 9a) einstückig
ausgebildet sind.
11. Bauelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Profilleiste (8, 9) in Längsrichtung des Isolierkörpers (2) zumindest
nahezu über dessen gesamte Länge erstreckt.
12. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (7) 5 bis 25 Millimeter hoch ist.
13. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Isolierkörper (2) unter Einschluß der Hohlräume (6, 7) in etwa die gleiche
Höhe aufweist wie das Gebäude- und/oder Außenteil.
14. Bauelement nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei an gegenüberliegenden Seiten des Isolierkörpers (2) angeordnete Profilleisten
(8, 9) durch Verbindungsmittel (10), insbesondere Stäbe, miteinander verbunden sind.
15. Bauelement zur Wärmedämmung zwischen einem Gebäudeteil und einem vorkragenden Außenteil,
bestehend aus einem dazwischen zu verlegenden Isolierkörper (2) mit integrierten Bewehrungsstäben
(3, 4, 5), die sich quer zum Isolierkörper (2) durch diesen hindurch erstrecken und
seitlich mit den angrenzenden Bauteilen in Wirkverbindung stehen, wobei das Bauelement
zumindest an seiner Ober- und/oder Unterseite einen in Längsrichtung des Isolierkörpers
(2) laufenden Hohlraum (6, 7) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (6, 7) zumindest zum überwiegenden Teil wahlweise mit Brandschutzmaterial
(6a, 7a) oder mit Wärmedämmaterial gefüllt ist.
16. Bauelement nach Anspruch 1 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß es zusätzlich mit Intumeszenzmaterial (11) versehen ist, das sich durchgehend
oder abschnittsweise etwa in Längsrichtung des Isolierkörpers (2) erstreckt.
17. Bauelement nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Intumeszenzmaterial (11) etwa auf gleichem Höhenniveau wie das Brandschutzmaterial
(6a) angeordnet ist.
18. Bauelement nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Intumeszenzmaterial (11) in dem genannten Hohlraum der Profilleiste (8) oder
daneben außerhalb angeordnet ist.
19. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlraum (6,7) durch eine etwa U-förmige Profilleiste (19) gebildet ist, die
mit dem Isolierkörper (2) verbunden ist.
20. Bauelement nach Anspruch 4 oder 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8,9,19) an ihren Seitenwänden Aussparungen (19b) zum durchtritt
von Beton aufweist.
21. Bauelement nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Brandschutzmaterial (7a) zumindest im Bereich der Aussparungen (19b) profiliert
ist, insbesondere Vertiefungen aufweist.
22. Bauelement nach Anspruch 4 oder 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (8,9,19) mit dem Isolierkörper (2) verklemmbar, insbesondere
verrastbar ist.
23. Bauelement nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilleiste (19) an ihren Seitenwänden und der Isolierkörper (2) an seinem
oberen und/oder unteren Randbereich Abkantungen (19a), Vorsprünge (2a) und/oder Vertiefungen
oder dergleichen zur gegenseitigen Verrastung aufweist.