[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Trennwand
zwischen benachbarten Räumen und allenfalls einer auf der Trennwand lastenden Decke,
insbesondere zur Verbesserung der Dämmung von Körperschall, bei welchem Verfahren
aus Verbundschalungstafeln Schalungselemente einer Wandschalung hergestellt werden,
aus den Schalungselementen eine Wandschalung mit wenigstens zwei Schalungshohlräumen
zusammengestellt wird, wobei die Schalungshohlräume zwei getrennte, eng benachbarte
und parallel verlaufende Wandscheiben als doppelte Trennwand zwischen den Räumen definieren,
die Verbundschalungstafeln und/oder Schalungselemente auf der Baustelle versetzt und
zu einer Wandschalung zusammengestellt werden, und die Schalungshohlräume mit einer
fliessfähigen, aushärtenden Masse ausgegossen werden. Die Erfindung betrifft zudem
ein entsprechendes Verbundschalungselement nach dem Oberbegriff von Anspruch 6 sowie
eine Trennwand nach dem Oberbegriff des Anspruchs 10.
[0002] Wände werden mit Verbundschalungen in der Regel hergestellt, indem zwei Verbundschalungstafeln
mit Verbindungselementen zu einem die Dicke der Wandscheibe definierenden Verbundschalungselement
verbunden werden. Diese doppelhäuptigen Elemente werden in der Regel im Werk gefertigt
und auf der Baustelle zu einer Wandschalung zusammengefügt, welche einen abgeschlossenen
Schalungshohlraum bildet. Dieser Schalungshohlraum wird anschliessend mit Beton oder
einer anderen fliessfähigen und aushärtenden Masse ausgegossen. Der Kern aus der ausgehärteten
Masse bildet dann den in der Regel tragenden Kern der Wand. Dieser Kern ist von den
Schalungstafeln der Verbundschalung umschlossen. Diese Schalungstafeln bilden also
die Oberfläche der rohen oder fertigen Wand.
[0003] Zweischalige oder doppelte Wände werden in der Verbundschalungstechnik hergestellt
aus zwei dicht aneinander gefügten Verbundschalungswänden. Es werden dazu zwei unabhängige
doppelhäuptige Schalungselemente nebeneinander aufgestellt und anschliessend beide
Schalungshohlräume mit Beton ausgegossen. Dabei geschieht gern, dass Beton oder Betonwasser
in den Zwischenraum zwischen den beiden mittleren Schalungstafeln der aneinander angrenzenden
Schalungselemente eindringt. Erfahrungsgemäss verursacht dies jedoch keine wesentliche
Verschlechterung der Schalldämmwerte, weil die beiden Wandschalen immer noch durch
die mittleren Schalungstafeln getrennt bleiben. Körperschallbrücken können in einer
doppelten Verbundschalungswand nur dann entstehen, wenn zwei genau gegenüberliegende
Fugen undicht sind, was wegen der systembedingten Präzision der Schalungstafeln, bzw.
deren Ränder, praktisch nicht vorkommt.
[0004] Nachteilig an dieser Konstruktion ist jedoch, dass ein grosser Schalungs- und Versetzaufwand
benötigt wird. Diese Wandkonstruktion ist deshalb im Vergleich mit gemauerten zweischaligen
Wänden relativ teuer.
[0005] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer zweischaligen,
gegossenen Trennwand im Verbundschalungssystem zu schaffen, welches preislich konkurrenzfähiger
ist als das bekannte.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass mit einem einzigen Schalungselement
im Bereich der doppelten Trennwand die Wandstärken der beiden Wandscheiben definiert
werden, wobei die Schalungshohlräume für die beiden Wandscheiben durchgehend durch
wenigstens eine mittlere Verbundschalungstafel getrennt sind.
[0007] Die beiden Wandscheiben sind in Ihrer Stärke mit einem einzigen Element bestimmt,
weil das Element mit einer mittleren Verbundschalungstafel die zwei Schalungshohlräume
voneinander trennt. Deshalb kann ein einziges Element in einem Arbeitsgang versetzt
werden, wo bis anhin zwei Elemente nacheinander versetzt wurden. Die Ersparnis durch
die Reduktion des Versetzaufwandes liegt in der Grössenordnung von 10% der Mauerwerkskosten.
Das Element kann durchaus zwei mittlere Schalungstafeln aufweisen, sofern diese derart
verbunden sind, dass das Element als ganzes in einem Stück versetzt werden kann.
[0008] Vorteilhaft wird jedoch im Bereich der doppelten Trennwand ein doppelhäuptiges Schalungselement
mit einer einhäuptig angebrachten Verbundschalungstafel verbunden. Dadurch kann eine
der mittleren Schalungstafeln eingespart werden. Dabei wird mit dem doppelhäuptigen
Schalungselement die Stärke der einen Wandscheibe und mit dem Abstand zwischen dem
doppelhäuptigen Schalungselement und der einhäuptig angebrachten Verbundschalungstafel
die Stärke der zweiten Wandscheibe definiert. Diese Wandstärken sind in gewissen Fällen
mit Vorteil unterschiedlich zu dimensionieren, um einen besseren Schalldämmwert zu
erhalten.
[0009] Oft wird eine Deckenschalung auf die Wandschalung aufgelegt und/oder gegenüber dem
Untergrund abgestützt und anschliessend eine auf der einen Wandscheibe der doppelten
Trennwand lastende Decke gegossen. Die gegossene Decke über dem an die eine Wandscheibe
anschliessenden Raum diesseits der doppelten Trennwand ist dann getrennt von der anderen
Wandscheibe bzw. der anderen Decke über einem Raum jenseits der doppelten Trennwand.
[0010] Vorteilhaft wird in einem solchen Fall das Auflager der Decke auf der einen Wandscheibe
der doppelten Trennwand durch ein Körperschall schlecht übertragendes Material, z.B.
Neopren, gebildet. Dadurch wird in bewährter Weise Körperschall wesentlich weniger
von der Decke auf die Wand und umgekehrt übertragen. Dies ist insbesondere dort zweckmässig,
wo übereinander angeordnete Räume akustisch gedämmt werden sollen.
[0011] Vorteilhaft wird das Auflager verkleinert, indem die Deckenschalung über die raumseitige
Verbundschalungstafel hinaus in den Bereich der Wandscheibe hineinreichend aufgelegt
wird. Dadurch kann teures, schalldämmendes Auflagermaterial eingespart werden. Zweckmässigerweise
wird dazu die Deckenschalung in verschiedenen Bereichen an die mittlere Verbundschalungstafel
angeschlossen und dadurch ein unterbrochenes oder punktuelles Auflager zwischen den
Anschlussbereichen der Deckenschalung gebildet. Es kann sehr einfach auch ein langgezogenes
schmales Auflager ausgebildet werden, indem die Deckenschalung beispielsweise bis
zur Hälfte in die tragende Wand hineinsteht.
[0012] Zweckmässigerweise wird die Decke des einen Raumes von der Wandscheibe und Decke
des anderen Raumes getrennt, indem die mittlere Schalungstafel über die raumseitigen
Schalungtafeln hinaufsteht und so eine Trennung auch im Deckenbereich herstellt. Ein
zusätzliches, mit Fehlerquellen behaftetes Einfügen von trennendem Material im Deckenbereich
erübrigt sich. Die Trennung erfolgt über die gesamte Geschosshöhe in einem Arbeitsgang.
Aus Sicherheitsgründen werden die Stossfugen zwischen zwei übereinander oder nebeneinander
angeordneten mittleren Schalungstafeln vorteilhaft mit einem dichtenden, komprimierbaren
Band versehen. Dadurch können keine schallübertragenden Materialbrücken entstehen.
[0013] Bei in der Höhe versetzten Geschossdecken wird vorteilhaft an einer raumseitigen
Verbundschalungstafel ein Ausschnitt für einen Deckenanschluss vorgesehen. Dadurch
kann das Element für die doppelschalige Trennwand Geschosshöhe aufweisen. Auf der
einen Seite der Trennwand ist dann die Stossfuge der übereinander angeordneten Schalungstafeln
bündig mit der Oberkante des rohen Bodens, auf der andern Seite auf der selben Höhe
und daher mitten in der raumabschliessenden Wand. Solche Fugen sind in Treppenhäusern
unausweichlich. Sie können jedoch mit wenig Aufwand durch Netze überbrückt werden.
Es ist auch möglich, eine solche horizontale Fuge in einer Wand zu vermeiden, wenn
die Schalungstafeln eines Elementes in der Höhe versetzt zusammengesetzt sind. Dadurch
weist das Element bis zu eineinhalbmal die Geschosshöhe auf und muss über die Höhe
der Versetzung der Schalungstafeln mit dem vorgängig eingebrachten Element verbunden
werden. Zweckmässigerweise kann das Element in einem solchen Fall auch auf der Baustelle
zusammengesetzt werden. Dann wird zuerst ein doppelhäuptiges Element auf die obere
der beiden benachbarten Decken gesetzt, dann eine einhäuptige Schalung auf die untere
der beiden Decken gesetzt und mit der doppelhäuptigen Schalung verbunden. Danach kann
nun der untere Schalungshohlraum und zuletzt auch noch der obere, zweite Schalungshohlraum
ausgegossen werden.
[0014] Als Schalungstafel kann eine Holzwerkstoffplatte dienen, welche in Verbundschalungssystemen
üblicherweise als Schalungstafeln Verwendung finden. Diese können beispielsweise mineralisch
oder organisch gebundene Holzspanplatten sein. Zweckmässig ist auch eine Isolationsplatte
aus einem anderen Material, sofern sie die geforderten Auszugswerte für die Befestigung
der Verbindungselemente aufweist. Um die nötigen Auszugswerte zu erhalten, kann sie
auch eine Sandwichplatte sein.
[0015] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Figuren
beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch eine dem Stand der Technik entsprechende zweischalige,
tragende Trennwand mit zwei unabhängigen Verbundschalungselementen,
- Fig. 2
- einen Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemässe zweischalige, tragende Trennwand
mit einem einzigen Verbundschalungselement,
- Fig. 3
- einen schematischen Grundriss eines Reihenhauses,
- Fig. 4
- einen Vertikalschnitt durch eine zweischalige Trennwand ohne horizontale Fuge zwischen
den Schalungstafeln in den Wandflächen,
- Fig. 5
- einen Vertikalschnitt durch eine zweischalige Trennwand mit horizontalen Fugen zwischen
den Schalungstafeln in den Wandflächen,
- Fig. 6
- eine perspektivische Schemaskizze einer Schalung mit teilweise an die mittlere Schalungstafel
anschliessender Deckenschalung,
- Fig. 7
- eine perspektivische Schemaskizze einer Schalung mit durch die Deckenschalung bandartig
verschmälertem Auflager.
[0016] In Figur 1 ist eine zweischalige Verbundschalungswand gezeichnet, wie sie herkömmlich
hergestellt wird. Die beiden Wandscheiben 11 und 13 weisen je einen Betonkern 15,
15' und eine zweihäuptige, verlorene Verbundschalung 17, 17' auf. Die beiden zweihäuptigen
Verbundschalungen werden einzeln im Werk gefertigt und auf der Baustelle nebeneinander
versetzt. Ein Zwischenraum 19 zwischen den zweihäuptigen Verbundschalungen 17 und
17' ist zweckmässig, damit für das Versetzen der einzelnen Elemente 17, 17' genügend
Spielraum vorhanden ist. Die Verbundschalungselemente 17 und 17' sind je Teil einer
einen Schalungshohlraum 21, 21' umschliessenden Schalung, wobei die Schalungshohlräume
21 und 21' nicht zusammenhängen. Die Schalungselemente für ein weiteres Geschoss werden
auf die Schalungselemente des unteren Geschosses gestellt. Die horizontalen Fugen
24 müssen dafür vorgängig sauber gereinigt werden, damit kein Steinchen zwischen die
Schalungselemente 17 gerät. Jede Ungenauigkeit würde durch ein Verkanten des Elementes
17 sowohl nach links und rechts wie auch nach oben weitergegeben und dadurch vervielfacht.
[0017] Figur 2 zeigt eine erfindungsgemässe zweischalige Trennwand 23. Sie weist ebenfalls
zwei unabhängige Betonkerne 15 und 15' auf, welche den Schalungshohlräumen 21 und
21' entsprechen. Ein dreihäuptiges Verbundschalungselement 25 bildet jedoch gleichzeitig
die Schalung 25 für beide Wandkerne 15 und 15'. Sie ist gebildet aus einer mittleren
Schalungstafel 27 und zwei raumseitigen Schalungstafeln 29, 29'. An der mittleren
Schalungstafel 27 sind beidseitig die einen Teile von Verbindungselemente 31 befestigt,
welche jeweils mit den entsprechenden Gegenstücken an den raumseitigen Schalungstafeln
29, 29' verbunden sind.
[0018] Die Wandschalungen werden aus zweihäuptigen 17 und dreihäuptigen Schalungselementen
25 versetzt und zu einem geschlossenen Schalungshohlraum 21, 21' verbunden (siehe
auch die Grundrissanordnung in Figur 3). Danach werden die Deckenschalungen 33 aufgelegt,
welche mit einer fachwerkartigen Bewehrung 37 verbunden sind, so dass sie begehbar
sind. Danach wird der Beton in die Wände 15 und auf die Decken 37 eingebracht. Dann
werden nach einer gewissen Aushärtung des Betons die oberen Ränder 39 der mittleren
Schalungstafeln, sowie der Schalungstafeln der Umfassungsmauern, welche ebenso bis
auf die Höhe der rohen Betondecke 35 hochragen, mit einem Spachtel sauber gereinigt,
damit sie ohne Überstand eben verlaufen. Auf diese Ränder wird nun ein komprimierbares
Dichtungsband aufgebracht (nicht dargestellt) und darauf die nächstobere Wandschalung
(25,17) versetzt. Die Fugen 24 werden durch den Druck der oberen Schalung auf das
Dichtungsband zuverlässig gedichtet.
[0019] In Figur 3 ist ein schematischer Grundriss einer Hausreihe mit drei Reihenhauseinheiten
41, 43 und 41' dargestellt. Die beiden Eckhäuser 41 und 41' schliessen seitlich an
das mittlere Haus 43 an. Die Trennwände 23, 23' sind zweischalig mit einer dreihäuptigen
Verbundschalung 25. Sie machen einen beträchtlichen Teil der Mauerflächen aus. Je
mehr Einheiten 41, 43 zu einem Reihenhaus zusammengefasst sind, desto grösser ist
der Anteil an solchen zweischaligen Trennwänden 23, 23'. Da die Längsseiten eines
Reihenhauses alle Fenster aufnehmen müssen, fallen diese Längsseiten bezüglich Wandflächen
deutlich weniger in Betracht als die Trennwände. Eine Einsparung von ca. 35% auf dem
Quadratmeterpreis dieser zweischaligen Trennwände, wie sie tatsächlich errechnet wurde
und vom niedrigeren Versetzaufwand und von Materialeinsparungen herrührt, bewirkt
deshalb sofort eine Einsparung von einigen Prozenten der Bausumme.
[0020] Unter der Annahme, dass die Fenster keine Brüstungen und Stürze aufweisen sind die
Schalungselemente 17, 25 im Beispiel nach Figur 3 zu den folgenden Schalungshohlräumen
zusammengestellt: Ein erster Schalungshohlraum 45 ist durch lauter zweihäuptige Schalungselemente
17 gebildet und schliesst einen an die Stirnseite des Reihenhauses angrenzenden Raum
51 mit ein. Der Schalungshohlraum 46 wird durch dreihäuptige Schalungselemente 25
im Bereich der zweischaligen Wand 23 und durch zweihäuptige Schalungselemente in den
anderen Bereichen umhüllt. Der Schalungshohlraum 46 umfasst auch die beiden Stichwände
53, 53' in der Hauseinheit 41. Die Schalungselemente 25 umhüllen jedoch gleichzeitig
einen Teil des Schalungshohlraums 47, welcher auch die Wände des Raumes 51' in der
Hauseinheit 43 umfasst. Analog wird auch die zweischalige Zwischenwand 23' zwischen
den Hauseinheiten 43 und 41' gebildet aus einer Schalung 25 mit einem Schalungshohlraum
46' und einem Schalungshohlraum 48. Der Schalunghohlraum 49 schliesslich weist die
gespiegelte Form des Hohlraums 45 auf, und wird entsprechend auch nur aus zweihäuptigen
Schalungselementen gebildet. Bei einem Abbruch und Neubau einer Hauseinheit, z.B.
des Zwischenhauses 43, so werden die mittleren Schalungstafeln 27 flächig geteilt.
Bei Holzwerkstoffplatten, insbesondere bei Holzspanplatten ist eine solche Teilung
ungefähr entlang einer Mittelfläche durch die Platte völlig unproblematisch. Es können
auch die mittleren Schalungstafeln 27 ganz abgelöst und die aus der Betonmauer vorstehenden
Schraubengewinde abgebrochen werden. An der Stelle der Schalungstafel 27 kann bei
einem Neubau eine Isolationsschicht aufgebracht werden und dann nach den Regeln der
Baumeisterkunst eine Wandscheibe am Ort der abgebrochenen Betonscheibe 15 aufgemauert
werden. Dabei bleibt die tragende Betonscheibe 15' völlig unangetastet.
[0021] Ohne vom Prinzip der Erfindung abzuweichen, kann eine Wand auch dreischichtig sein.
Das heisst, dass z.B. in einem Bereich einer von oben nach unten unabhängig durchgeführten
Stütze oder eines Schachtes, ein vierhäuptiges Schalungselement 57 drei nebeneinander
angeordnete Wandscheiben 59, 59',59'' bzw. zwei Wandscheiben 59,59' und einen Schacht
61 definiert.
[0022] Figur 4 und 5 zeigen zwei Möglichkeiten zur Unterteilung der übereinander angeordneten
Schalungselemente 25, 25' in der Höhe. In Figur 4 sind die einzelnen Schalungstafeln
27, 29, 29' raum- bzw. stockwerkshoch. Die raumseitigen Tafeln 29,29' decken den Wandkern
15 zwischen Oberkante 63 des rohem Bodens und Unterkante 65 der Decke 35 vollflächig
ab. Entsprechend muss bei dem dreihäuptigen Element die eine raumseitige Verbundschalungstafel
29' des oberen Schalungselementes 25' unter die unteren Enden der anderen Schalungstafeln
29, 27 des dreihäuptigen Schalungselementes 25 hinabreichen. Auf der Baustelle muss
die Schalungstafel 29' dann über die Verbindungselemente 31 mit der mittleren Tafel
27 des darunter angeordneten Schalungselementes 25 verbunden werden.
[0023] Die Schalungstafel 29' kann auch als Einzelelement auf der Baustelle ganzflächig
mit den mittleren Schalungstafeln 27 des unteren 25 und oberen 25' Schalungselementes
verbunden werden.
[0024] Um einen reibungslosen Bauablauf zu erreichen ist es jedoch zweckmässig, die Elemente
25 zu unterteilen, wie es in Figur 5 dargestellt ist. Die Elemente 25, 25' beginnen
oberkant der einen Geschossdecke 35' und reichen bis zur Oberkante 63 der nächstoberen
Geschossdecke 35' im gleichen Hausteil. Die Geschossdecken 35 schliessen somit in
der Fläche der Schalungstafel 29 an. Deshalb ist diese Schalungstafel 29 beim Deckenanschluss
71 unterbrochen. Sie weist einen durchgehenden, horizontalen Schlitz mit der Breite
der Deckenstärke auf.
[0025] Die Stossfuge 67 zwischen den Schalungstafeln 29 der Elemente 25 und 25', welche
vom Raum 69 aus sichtbar ist, kann mit einem Netz überspannt und anschliessend verputzt
oder mit einer Tapete überklebt werden.
[0026] Figur 6 und 7 zeigen Ausführungsbeispiele eines gedämmten Deckenanschlusses. Die
Deckenschalung 33 in Figur 6 läuft bis an die mittlere Schalungstafel 27, lässt jedoch
in Abständen Öffnungen 73 für die Auflager 75 offen. Durch diese Öffnungen wird Beton
in den Schalungshohlraum 21 der Wand gegossen. Der dadurch hergestellte Betonkern
15 weist nun punktförmige Auflager 75 auf, welche mit einer Neoprenauflage 77 abgedeckt
werden. Die darüber gegossene Betondecke lastet dann über die Neoprenauflagen 77 auf
den Auflagern 75 der Wandscheiben 15. Zwischen der Decke und der Wand besteht keine
Verbindung über Beton oder Armierungsstahl. Zwischen den Auflagern 75 kann eine Schaumstoffeinlage
vorgesehen werden.
[0027] Analog ist das streifenförmige Auflager in Figur 7 gebildet. Das Auflager 75 erstreckt
sich entlang der mittleren Schalungswand 27, wie auch über allen tragenden Wänden.
Die Breite des Auflagers kann schmaler sein als die Wandstärke und ist abgedeckt mit
einer Körperschall brechenden Neoprenauflage 77. Die Deckenschalung 33 reicht zur
Verschmälerung der Auflager 75 in die Wand hinein.
[0028] Die Schalungstafeln 27, 29, 33 können aus unterschiedlichen Materialien sein. In
Nasszellen (z.B. 51 in Figur 3) sind zementgebundene Plattenmaterialien vorzuziehen.
Im Regelfall sind Spanplatten die günstigste Lösung. Gelegentlich kann eine Sandwichplatte
oder eine Isolationsplatte mit genügendem Ausziehwert zweckmässig sein.
[0029] Für die Trennung der beiden Wandscheiben in einer zweischaligen Wand 23 mit nur einer
mittleren Schalungstafel 27 ist die Tatsache entscheidend, dass Beton beim Abbinden
schwindet. Die tragende Konstruktion 15 zieht sich zusammen und löst sich dadurch,
wenn auch nur im Zehntelmillimeterbereich, von der Schalung 25. Dadurch besteht zwischen
der Schalung 25 und dem Betonkern 15 nur eine Verbindung über die Schrauben der Verbindungselemente
31. Zudem muss beachtet werden, dass die unterschiedliche Dichte der an der Wand 23
beteiligten Schichten 29,15,27 die Übertragung von Körperschall hindert. Bei erhöhten
Anforderungen ist eine mittlere Schalungstafel 27 aus einer Sandwichplatte mit einem
Schaumkern ideal.
1. Verfahren zur Herstellung einer Trennwand zwischen benachbarten Räumen und allenfalls
einer auf der Trennwand lastenden Decke, insbesondere zur Verbesserung der Dämmung
von Körperschall, bei welchem Verfahren aus Verbundschalungstafeln Schalungselemente
einer Wandschalung hergestellt werden, aus den Schalungselementen eine Wandschalung
mit wenigstens zwei Schalungshohlräumen zusammengestellt wird, wobei die Schalungshohlräume
zwei getrennte, eng benachbarte und parallel verlaufende Wandscheiben als doppelte
Trennwand zwischen den Räumen definieren, die Verbundschalungstafeln und/oder Schalungselemente
auf der Baustelle versetzt und zu einer Wandschalung zusammengestellt werden, und
die Schalungshohlräume mit einer fliessfähigen, aushärtenden Masse ausgegossen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
mit einem einzigen Schalungselement (25) im Bereich der doppelten Trennwand (23) die
Wandstärken der beiden Wandscheiben (15,15') definiert werden, wobei die Schalungshohlräume
(21,21') für die beiden Wandscheiben (15,15') durchgehend durch wenigstens eine mittlere
Verbundschalungstafel (27) getrennt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der doppelten Trennwand
(23) ein doppelhäuptiges Schalungselement (27,29) mit einer einhäuptig angebrachten
Verbundschalungstafel (29') verbunden wird, wobei mit dem doppelhäuptigen Schalungselement
(27,29) die Stärke der einen Wandscheibe (15) und mit dem Abstand zwischen dem doppelhäuptigen
Schalungselement (27,29) und der einhäuptig angebrachten Verbundschalungstafel (29')
die Stärke der zweiten Wandscheibe (15') definiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem Verfahren eine Deckenschalung auf die
Wandschalung aufgelegt und/oder gegenüber dem Untergrund abgestützt und anschliessend
eine auf der einen Wandscheibe der doppelten Trennwand lastende Decke gegossen wird,
wobei die gegossene Decke über dem an die eine Wandscheibe anschliessenden Raum diesseits
der doppelten Trennwand getrennt ist von der anderen Wandscheibe bzw. der anderen
Decke über einem Raum jenseits der doppelten Trennwand, dadurch gekennzeichnet, dass
das Auflager (75) der Decke (35) auf der einen Wandscheibe (15) der doppelten Trennwand
(23) durch ein Körperschall schlecht übertragendes Material (77), z.B. Neopren, abgedeckt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Auflager (75) verkleinert
wird, indem die Deckenschalung (33) über die raumseitige Verbundschalungstafel (29)
hinaus in den Bereich der Wandscheibe (15) hineinreichend aufgelegt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckenschalung (33) in
verschiedenen Bereichen an die mittlere Verbundschalungstafel (27) angeschlossen und
dadurch ein unterbrochenes oder punktuelles Auflager (75) zwischen den Anschlussbereichen
der Deckenschalung (33) gebildet wird.
6. Verbundschalungselement für eine Wandschalung mit einem die Stärke einer Wandscheibe
definierenden Schalungshohlraum, gekennzeichnet durch wenigstens eine mittlere Schalungstafel
(27) und einen zweiten Schalungshohlraum (21'), welcher die Stärke einer zweiten,
eng benachbarten und parallel verlaufenden Wandscheibe (15') definiert.
7. Verbundschalungselement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundschalungselement
(25) durch ein doppelhäuptiges Verbundschalungselement (27,29) und eine mit diesem
verbundene einhäuptig angebrachte Verbundschalungstafel (29') gebildet ist.
8. Verbundschalungselement nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die mittlere Schalungstafel (27) über die raumseitigen Schalungtafeln (29,29')
hinaufsteht und so eine Trennung auch im Deckenbereich herstellt.
9. Verbundschalungselement nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass eine raumseitige Verbundschalungstafel (29,29') einen Ausschnitt für einen Deckenanschluss
(71) aufweist.
10. Trennwand mit zwei eng benachbarten, praktisch parallel verlaufenden Wandscheiben
aus einer in eine verlorene Schalung gegossenen und ausgehärteten Masse, dadurch gekennzeichnet,
dass eine mittlere Schalungstafel (27) Teil der Schalung (25) der einen (15) und der
anderen (15') Wandscheibe ist.