[0001] Die Erfindung betrifft eine Sternwarte, insbesondere eine Sternwarte für den Amateurbereich.
Durch das wachsende Interesse an astronomischen Themen ist der Bedarf an Sternwarten
vor allem im Amateurbereich stark gestiegen. Eine derartige Sternwarte wird beispielsweise
durch die EP-A-0 152 715 offenbart, bei welcher ein runder Unterbau ein drehbares
Kuppeldach trägt. Derartige Sternwarten weisen den Nachteil auf, daß sie mit hohen
Herstellungskosten verbunden sind. Eine Kuppeldachsternwarte mit einem Durchmesser
von 3 m ist für viele Hobby-Astronomen, aber auch für kleinere Vereine kaum erschwinglich.
Weiterhin sind Sternwarten mit verschiebbarem Satteldach bekannt. Eine derartige Satteldachsternwarte
weist den Nachteil auf, daß ein großer Dachabschnitt geöffnet werden muß, um den notwendigen
Rundumblick von Horizontnähe bis zum Zenit zu ermöglichen. Dadurch ist der Wetter-
und der Windschutz stark eingeschränkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sternwarte bereitzustellen, die einfach
und billig in der Herstellung ist und trotzdem eine funktionell vollwertige Sternwarte
darstellt.
Dies wird überraschend einfach durch die in Anspruch 1 definierte Erfindung gelöst.
Danach weist die Sternwarte einen geschlossenen Pavillon mit wenigstens teilweise
ebenen Dachabschnitten auf, wobei der Pavillon eine Vorrichtung zum Drehen des Daches
umfaßt und das Dach zumindest abschnittsweise zum Öffnen eingerichtet ist und/oder
Abschnitte aus einem durchsichtigen Material aufweist.
Eine derartige Sternwarte weist den großen Vorteil auf, daß sie auf einer ästhetisch
ansprechenden und eingeführten Bauform von Kleingebäuden, beispielsweise von Gartenpavillons,
basieren kann.
[0002] Dies ermöglicht einerseits eine einfache Herstellung und hält andererseits die Kosten
in Grenzen. Weiterhin wird dem so modifizierten Kleingebäude eine weitere Funktion
zugewiesen, ohne daß andere funktionelle Gesichtspunkte, beispielsweise eine Verwendung
als Gartenhaus, stark eingeschränkt werden.
Im Gegensatz zu Kuppeldachsternwarten wird sich eine derartige Pavillonsternwarte
im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild gut in die Umgebung einfügen bzw. lassen
sich einschlägige Bauauflagen leichter erfüllen. Das drehbare Dach, welches erfindungsgemäß
pyramiden- oder kegelähnlich geformt ist beziehungsweise Abschnitte eines Pyramidendachs
oder eines Kegeldachs umfaßt, ermöglicht es, daß nur verhältnismäßig kleine Abschnitte
des Dachs geöffnet werden müssen, um die gewünschte Sicht von der Horizontnähe bis
auf den Zenit freizugeben und Wetter- und Windschutz sicherzustellen. Dies erleichtert
astronomische Beobachtungen bei Kälte und Wind, die im Fall einer
Satteldachsternwarte beispielsweise nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden können.
Die erfindungsgemäße Sternwarte bietet ferner einen Schutz vor Diebstahl und ermöglicht
somit den dauerhaften Aufbau der Instrumente. Weiterhin kann der Pavillon durch entsprechende
Wahl der Grundfläche auch für Arbeitsgemeinschaften und Vereine ausreichend Raum bereitstellen,
um Sitzplätze vorzusehen, ohne daß der Pavillon für eine Privatperson unerschwinglich
wird.
Das Öffnen des Dachs kann je nach Ausführungsform auf vielfältige Weise erfolgen.
Beispielsweise können die zu öffnenden Dachabschnitte abnehmbar, verschiebbar oder
aufklappbar gestaltet sein.
[0003] Das Dach kann die Form eines Pyramidenstumpfes oder eines Kegelstumpfes aufweisen.
Die Deckfläche des Stumpfes ersetzt dabei den Dachfirst. Durch eine solche Konstruktion
des Daches ist der Zenit des Himmels dadurch leicht zugänglich, daß ein Abschnitt
der Deckfläche geöffnet werden kann. Durch das weitere Öffnen eines Abschnittes einer
ersten Seitenfläche des Daches, welche an den geöffneten Abschnitt der Deckfläche
angrenzt und sich im wesentlichen bis zum Dachrand erstreckt, ist die Sicht von der
Horizontnähe bis zum Zenit bereitgestellt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das Dach in der Mitte einen Satteldachabschnitt
mit einem Dachfirst aufweisen, wobei sich an dessen Giebelseiten jeweils ein Dachabschnitt
anschließt, welcher die Form eines Abschnittes eines, beispielsweise senkrecht zur
Basis geschnittenen Pyramidendachs oder Kegeldachs besitzt. Derartige Dachkonstruktionen
fügen sich noch besser als Dächer in der Gestalt eines Pyramidenstumpfes in die Landschaft
ein. Ist ein Abschnitt einer ersten Seitenfläche eines derartigen Daches innerhalb
des Satteldachabschnittes zum Öffnen eingerichtet oder umfaßt er ein durchsichtiges
Material, kann bereits die Sicht von der Horizontnähe bis zum Zenit bereitgestellt
werden, wenn sich dieser Abschnitt der ersten Seitenfläche vom Dachfirst bis zum unteren
Dachrand erstreckt.
Ist im Firstbereich kein verbindendes oder versteifendes Element vorhanden, wird somit
die Zenitsicht beim Öffnen des Daches völlig ungestört ermöglicht.
Je nach Anwendung sind auch andere Gestaltungen möglich. Beispielsweise kann der zu
öffnende Abschnitt sich vom unteren Dachrand bis zum Dachfirst erstrecken, dieser
Abschnitt jedoch auch unterteilt sein, wobei die Teilbereiche getrennt zu öffnen sind.
Somit läßt sich der geöffnete Dachabschnitt auf einen bestimmten Winkelbereich aufeinem
Großkreis des Himmelsgewölbe anpassen.
[0004] In anderen Ausführungsformen erstreckt sich der zu öffnende Abschnitt auf der ersten
Seitenfläche erst ab einem Winkel von 10, 20 oder 30 Grad über dem Horizont zum Dachfirst,
wobei dieser Winkel von der Basisfläche des Daches gemessen ist.
Das Öffnen der jeweiligen Abschnitte des Daches kann entfallen, wenn diese Abschnitte
des Daches aus einem durchsichtigen Material bestehen. Ein derartiges Material kann
beispielsweise Glas sein, oder je nach Anwendung einen Werkstoff umfassen, welcher
in dem betrachteten Wellenlängenbereich, häufig dem sichtbaren Spektralbereich und
den atmosphärischen Fenstern im Infraroten, transparent ist. Wird zusätzlich zur ersten
Seitenfläche eine zweite Seitenfläche abschnittsweise geöffnet, die der ersten gegenüberliegt
und sich an die vorstehend beschriebenen zu öffnenden Abschnitte anschließt, kann
eine über den Zenit hinaus durchgehende Öffnung entstehen, wie sie bei astronomischen
Beobachtungen unter Umständen notwendig ist. Je nach Ausführungsform erstreckt sich
der zu öffnende Abschnitt auf der zweiten Seitenfläche über einem Winkel von 10, 20,
30 oder 40 Grad über den Zenit hinaus.
Zusätzliche Abschnitte des Daches aus durchsichtigen Material, die benachbart zu den
zu öffnenden, im allgemeinen schmalen Dachabschnitten angeordnet sind, können die
Beobachtung gerade für Laien oder bei Informations- und Lehrveranstaltungen stark
verbessern.
Die zu öffnenden Dachabschnitte können jeweils Teilflächen, beispielsweise rechteckige
oder trapezförmige, umfassen, die zusammen den betreffenden Dachabschnitt abdecken.
Sind sie an einer der beiden Seitenlinien, die den Dachabschnitt seitlich begrenzen,
aufklappbar befestigt, bieten die senkrecht aufgestellten Teilflächen einen zusätzlichen
Schutz gegen Wind und Streulicht.
[0005] Die geöffneten Dachabschnitte können mit einem wie vorstehend beschriebenen, durchsichtigen
Material mit ausgewählter Transmission verschlossen werden. Dies bietet den Vorteil,
daß der transparente Werkstoff nur während der astronomischen Beobachtungen ungeschützt
der Witterung ausgesetzt ist. Umfaßt der geöffnete Dachabschnitt eine rechteckige
Form, werden die Kosten für eine beispielhafte Glasscheibe weiter erniedrigt. Solche
Abdeckungen ermöglichen Beobachtungen bei Temperaturen, die normalerweise eine solche
Tätigkeit verhindert.
[0006] Stützt sich das Dach mit den Seitenflächen an einer Basis ab, welche am unteren Rand
oder an dessen Nähe des Daches angeordnet ist, kann das Dach leicht durch Bewegen
dieser Basisfläche gedreht werden. Dabei besitzt die Basisfläche in der Mitte eine
Öffnung in der Art einer Blende, so daß bei geöffneten bzw. durchsichtigen Dachabschnitten
durch die Basisfläche hindurch die Sicht auf den Himmel zugänglich gemacht wird.
Als Vorrichtung zum Drehen des Daches eignet sich eine Vielzahl von Konstruktionen.
Beispielsweise umfaßt die Sternwarte eine sich parallel zur Basis erstreckende, unbeweglich
auf den Wänden anfliegende und in der Mitte offene Decke, z.B. in Form eines stabilen
Rings, auf welcher beziehungsweise auf welchem sich die Basis mit Lagern drehbar abstützt.
Zur Stabilisierung des Unterbaus können vor allem die tragenden Elemente des Unterbaus
fest mit dieser offenen Decke bzw. diesem Ring verbunden sein. Im Gegensatz zu einem
herkömmlichen Pavillon, bei welchem die Stabilisierung des Unterbaus vom Dach übernommen
wird, kann aufgrund der 360° Drehung des Daches und des freien Innenraums, welcher
im allgemeinen keine Stütze erlaubt, als auch aufgrund des bevorzugten Baustoffes
Holz beziehungsweise der kleinflächigen Holzbauteile die Stabilisierung des Unterbaus
nur unzureichend durch das Dach bereitgestellt werden.
[0007] Wie obenstehend erläutert, können statt dessen als wichtiges Konstruktionsmerkmal
in der weiteren Ausbildung der Erfindung Verbindungselemente, beispielsweise in den
oberen Ecken des Unterbaus, so angebracht sein, daß Wind- oder sonstige auf das Gebäude
einwirkende Kräfte nicht über das Dach abgetragen werden müssen. Die Verbindungsteile
können beispielsweise aus ausreichend dimensionierten Holzteilen, welche einen Holzkranz
bilden, oder als im passenden Winkel gefertigten Metallteilen ausgeführt sein. Der
Ring kann in diese Konstruktion mittragend integriert sein. Damit kann diese offene
Decke bzw. der Ring zum Zentrieren des Daches und bei entsprechender Gestaltung als
Rollenführung und als Reibwiderlager für einen Antrieb des Daches dienen. Eine derartige
Konstruktion ist einfach in der Herstellung und kostengünstig. Als Lager lassen sich
beispielsweise Rollen- oder Gleitlager verwenden. Ein in Wirkverbindung mit dem Dach
stehender Antrieb sorgt für die aufzubringende Kraft bzw. das Drehmoment zum Drehen
des Daches. Dieser Antrieb kann manuell, elektrisch, hydraulisch usw. gestaltet sein.
Weist die Drehvorrichtung ferner einen Positionsaufnehmer zur Feststellung des Drehwinkels
auf, kann leicht der Antrieb, beispielsweise ein Antriebsmotor vom Rechner auch in
Abhängigkeit der Fernrohrstellung gesteuert werden.
Da das Dach für die Sicherstellung einer leichtgängigen Drehbarkeit keine Neigung
zur Horizontalen aufweisen sollte, kann die Sternwarte eine Einrichtung zum Verändern
der Neigung des Daches beziehungsweise des Unterbaus umfassen. Beispielsweise läßt
sich damit ein unsymmetrisches "Setzen" des Unterbaus, welches ein Verkannten der
Dachführung zur Folge haben kann, wieder ausgeglichen werden.
Weiterhin können die Lager zumindest teilweise gefedert sein, um beispielsweise eine
gleichmäßige Lastabtragung des Daches auf dem Unterbau zu erreichen.
Wie schon erläutert, läßt sich der Grundriß des Unterbaus fast beliebig wählen, im
allgemeinen umfaßt er ähnlich dem Dach eine Polygonform. Üblicherweise wird ein sechseckiger
bis zwölfeckiger Grundriß bevorzugt, da dies übliche Grundrisse für herkömmliche Gartenhäuser
sind.
Beispielsweise bietet ein achteckiger Grundriß mit einem Innendurchmesser von 3,5
m durch eine im Pavillon umlaufende Sitzbank bis zu 14 Sitzplätze und den benötigten
Arbeitsraum im Zentrum.
Die Wände bzw. der Unterbau des erfindungsgemäßen Pavillons können alle herkömmlichen
Materialien, beispielsweise Holz, Kunststoff, die verschiedensten Steine, Metalle,
Glasfaser-Polyester, andere Verbundstoffe oder auch Fertigelemente aus den unterschiedlichsten
Stoffen umfassen. In ähnlicher Weise kann das Material für das Dach ausgewählt werden.
Die Erfindung bietet weiterhin die Möglichkeit, das drehbare Dach tagsüber beispielsweise
dazu zu verwenden, auf dem Dach befindliche Sonnenkollektoren oder Solarzellen dem
Sonnenstand nachzuführen und so einen um etwa 50% erhöhten Wirkungsgrad zu erreichen.
Mit der gewonnen Energie kann ein Akkumulator aufgeladen und damit eine, zumindest
an sonnigen Tagen, autarke Energiequelle für den Mehrzweckpavillon bereitgestellt
werden. Diese Energiequelle läßt sich beispielsweise für das Drehen des Daches und
die automatische Nachführung des Fernrohres einsetzen. Weiterhin besteht die zusätzliche
Möglichkeit, einen schon vorhandenen und aufgebaute Pavillon zu einer Sternwarte gemäß
der Erfindung umzubauen.Die Erfindung wird im folgenden durch die Beschreibung einiger
bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen erläutert,
von denen
Fig. 1 ein Mehrzweckpavillon gemäß der Erfindung zeigt;
Fig. 2 eine Dachkonstruktion einer beispielhaften Ausführungsform in einer Aufsicht
zeigt; und
Fig. 3 eine beispielhafte drehbare Auflage des Daches auf dem Unterbau im Querschnitt
abschnittsweise darstellt.
[0008] Erfindungsgemäß umfaßt der Mehrzweckpavillon ein in Fig. 1 nicht gezeigtes Fundament
und einen Unterbau 2, auf dem sich ein pyramidenförmiges Dach 3 abstützt. Dieses Fundament
kann sich je nach Ausführungsform über die gesamte Fläche des Pavillons erstrecken,
als ring- oder polygonförmiges Fundament ausgeführt sein, welches durch den Umfang
des Pavillons festgelegt ist, oder nur aus einer Fixierung der tragenden Elemente
des Unterbaus mit dem
Untergrund bestehen. In der dargestellten Ausführungsform ist das Dach sechseckig
mit der entsprechenden Anzahl von Seitenflächen 5. Der verdunkelbare Innenraum beträgt
im Durchmesser 2,6 m, womit 10 Sitzplätze bereitgestellt werden. Erfindungsgemaß umfaßt
der Pavillon eine Vorrichtung zum Drehen des Dachs um eine gedachte zentrische Achse.
Abschnitte des Dachs können geöffnet werden. In einer anderen, nicht dargestellten
Ausführungsform bestehen diese Abschnitte des Daches statt dessen aus einem durchsichtigem
Material, welches eine freie Sicht auf den Himmel zuläßt. Tragende Elemente des Pavillons
sind die an den Ecken eines Sechseckes vertikal aufgestellten Holzbalken, deren Zwischenräume
durch waagrecht verlaufende Bretter ausgefüllt sind. Der Unterbau des Pavillons umfaßt
ferner ein Fenster und eine Tür, welche jeweils zwischen zwei gegenüberliegenden Balken
angeordnet sind. Zum Schutz gegen Kälte ist der Pavillon auf herkömmliche Weise isoliert.
In der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform umfaßt das sechseckige Dach in der
Mitte einen Satteldachabschnitt mit einem Dachfirst 4, wobei sich an dessen Giebelseiten
jeweils ein Dachabschnitt anschließt, welcher die Form eine senkrecht zur Basis aufgeschnittenen
sechseckigen Pyramidendachs besitzt. Der Satteldachabschnitt auf einer Seite ist vollständig
durch Aufklappen von zwei rechteckförmigen Abschnitten 7a, 7b zu öffnen.
Somit wird ein Beobachtungswinkel ausgehend von der Horizontnähe bis zum Zenit bereitgestellt.
Die beiden Hälften 7a, 7b sind jeweils an einer der beiden Seitenlinien 9a, 9b, welche
die Öffnung seitlich begrenzen, mittels Scharnieren am Dach befestigt. Diese beiden
Abschnitte 7a, 7b bilden somit zusammen den Bereich einer Seitenfläche 5 (s. Fig.
1), der freigeklappt werden kann. Weiterhin kann ein vom Dachfirst ausgehender zweiter
Abschnitt, welcher der Seitenfläche 5 gegenüberliegt, durch Aufklappen der beiden
Hälften 8a und 8b geöffnet werden, so daß sich eine Beobachtungsmöglichkeit über den
Zenit hinaus über einen gesamten Winkelbereich ca. von 110 Grad ergibt.
[0009] Um die Zenitsicht nicht zu behindern ist der First dabei nicht als tragendes oder
verbindendes Element ausgeführt, sondern ergibt sich rein optisch aus den Oberkanten
der zu öffnenden Dachflächen. Die notwendige Steifigkeit der Dachkonstruktion wird
durch die auf einer Satteldachseite unterhalb des Firsts gelegenen Verbindungselemente
erreicht, die so tief angeordnet sind, daß die Zenitsicht ungestört bleibt. Die zur
Beobachtung dienenden Dachabschnitte sind unterteilt und können somit partiell und
teilweise auch kontinuierlich durch rolladenähnliche Einrichtungen geöffnet werden.
[0010] In anderen Ausführungsformen der Erfindung werden die zu öffnenden Abschnitte entweder
ganz entfernt oder auf andere Dachabschnitte geschoben. Die geöffneten Dachabschnitte
können je nach Bedarf mit Glas verschlossen werden. Das Dach liegt aufeiner sich horizontal,
radial bis zu den Wänden erstreckenden Basis 10 auf, welche eine Öffnung 11 besitzt.
Diese Basis wiederum stützt sich über Lager an einer sich parallel zur Basis erstreckenden
Decke 12 ab (Fig. 3), die ferner zur Stabilisierung der Decke dient. Der Bereich,
auf welchem sich die Basis an der Decke abstützt ist in Fig. 2 zum Zwecke der Klarheit
der Darstellung nur auf der linken Seite schraffiert gezeichnet. Die Decke weist wie
die Basis in der Mitte eine Öffnung 14 auf und ist unbeweglich an den Wänden beziehungsweise
den Balken befestigt. Diese Decke in der Form eines Rings umfaßt Holzelemente, welche
zusammen einen Holzkranz bilden, welcher fest mit dem Unterbau verbunden ist. Die
Lagerung der Basis auf dieser Decke umfaßt eine Anzahl von Rollagern 13, die an der
Basis befestigt sind und auf einer Ausnehmung in der Decke oder in einer anderen Ausführungsform
in einem Stahlkranz laufen. Diese Ausnehmung beschreibt auf der Decke einen Kreis.
Zur Aufnahme von Windkräften sind Sicherheitsbügel 15 am Dach befestigt, die nach
unten die Decke 12 umgreift und somit verhindern, daß das Dach abgehoben werden kann.
Zum Abdichten des Zwischenraums zwischen der Basis und der Decke ist am Rand einrichtung
16 angeordnet.
Zur Drehung des Dachs umfaßt der Mehrzweckpavillon einen Antrieb, welcher in Wirkverbindung
mit dem Dach steht. In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Drehung des Dachs
manuell durchgeführt, in einer anderen Ausführungsform mit Hilfe eines elektrischen
Motors der ein Reibrad bewegt, welches das Dach dreht. Positionsaufnehmer sind zum
Steuern der Drehung des Daches an der Decke angeordnet. Die Steuerung übernimmt ein
Rechner, welcher auch das Fernrohr ausrichtet.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung umfaßt wie der in Fig. 1 dargestellte,
sechseckige Pavillon mit einem sechseckigen Dach als Baumaterial im wesentlichen Holz.
Andere Ausführungsformen umfassen Steinpavillons, Pavillons aus Kunststoff, Verbundmaterialien
oder aus Metall. In bestimmten Ausführungsformen wird das Dach auch aus Glasfaser-Polyester
hergestellt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Dach zusätzlich abschnittsweise
mit Solarzellen ausgestattet, welche tagsüber einen Akkumulator aufladen, der insbesondere
bei den astronomischen Untersuchungen als Energiequelle, beispielsweise für die Drehung
des Daches oder die Nachführung des Fernrohres, dient.
1. Sternwarte, umfassend
- ein Fundament, welches
- einen Unterbau (2) trägt und
- ein am Unterbau abgestütztes Dach (3), welches zumindest teilweise ebene Abschnitte
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Sternwarte ein im Grundriß annähernd regelmäßiger
sechs- bis zwölfeckiger Pavillon ist, der eine Vorrichtung zum Drehen des Daches um
eine vertikale, im wesentlichen zentrische Achse aufweist und das Dach zu öffnende
Abschnitte und/oder Abschnitte aus einem durchsichtigen Material aufweist und so eine
umfassende Sicht auf den Himmel ermöglicht.
2. Sternwarte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dach pramiden- oder kegelähnlich,
bzw. pyramidenstumpf- oder kegelstumpfähnlich geformt ist mittig einen Satteldachabschnitt
mit einem Dachfirst (4) oder eine ebene, pyramiden- oder kegelstupfähnliche Deckfläche
aufweist und sich an dessen Giebelseiten jeweils ein Dachabschnitt anschließt, welcher
die Form eines Abschnittes eines Pyramidendachs oder eines Kegeldachs besitzt.
3. Sternwarte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenflächen (5) des
Daches oder Teile der Seitenflächen innerhalb des Satteldachabschnittes (7a,7b und
8a,8b) zum Öffnen eingerichtet sind oder ein durchsichtiges Material umfassen, wobei
diese Abschnitte den Dachfirst bilden, so daß eine durchgehende Öffnung bzw. Durchsicht
über den Zenit hinaus entsteht.
4. Sternwarte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Abschnitt (7a, 7b)
vom Dachfirst bis zum Dachrand erstreckt, so daß eine Sicht bis Horizontnähe geben
ist.
5. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Dach am unteren Rand (6) oder an dessen Nähe eine horizontale Basis (10) umfaßt, auf
der sich die Seitenflächen (5) des Daches abstützen, wobei die Basis im Zentrum eine
Öffnung (11) aufweist.
6. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sternwarte eine sich parallel zur Basis (10) des Daches erstreckende, mit dem Unterbau
(2) verbundene und in der Mitte offenen Decke (12) umfaßt, die gleichzeitig zur Stabilisierung
des Unterbaus und zur Abdichtung nach außen dient, auf welcher sich die Basis mit
Lagern drehbar abstützt.
7. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sternwarte zum Drehen des Daches ferner einen Antrieb, z. B. einen Getriebemotor umfaßt,
der in Wirkverbindung (Reibrad) mit dem Dach steht und dieses durch einen Positionsgeber
exakt positionieren oder nachführen kann.
8. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Pavillon insbesondere bei Holzbauten, eine Einrichtung zur Ausrichtung des Unterbaus
und/oder des Daches in der Horizontalen aufweist.
9. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Pavillon Holz, Stein, Glas, Kunststoff, Metall, Glasfaser-Polyester, andere Verbundstoffe
oder Fertigteile aus derartigen Materialien, die Wände beziehungsweise der Unterbau
außerdem Stein oder ähnliche Materialien umfaßt.
10. Sternwarte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
drehbaren Dach abschnittsweise Solarzellen abgeordnet sind, die so der Sonne nachgeführt
werden können.