[0001] Die Erfindung betrifft ein Lesesystem zum Einsatz in elektronischen Verschluß - und
Sicherheitseinrichtungen. Das Lesesystem besteht aus einer Leseeinheit, die über einen
Einschubkanal mit Lesekontakten verfügt, und aus elektronischen Schlüsseln. Die Schlüssel
verfügen über Kontaktbahnen, die von der Schlüsselzunge getragen werden und die zusammen
mit dem Griffende der Schlüsselzunge in den Schlüsselgriff hineinführen, wo sie mit
einer Schlüsselelektronik verbunden sind. Beim Einschub des Schlüssels in die Leseeinheit
kommt es zu Berührung zwischen den Kontaktbahnen des Schlüssels und den Lesekontakten
der Leseeinheit. Wahrend der Berührung erfolgt ein Datentransfer zwischen der Schlüssel-
und der Schloßelektronik.
[0002] In der europäischen Patentschrift EP 0 253 499 A2 wird ein elektronischer Schlüssel
vorgestellt, aufdessen Zunge einseitig Kontaktbahnen angebracht sind. In dem Schlüssel
ist offensichtlich eine Elektronik untergebracht, deren Aus- und Eingänge elektrisch
mit diesen Kontaktbahnen verbunden sind. Die Leseeinheit ist mit federnden Lesekontakten
versehen, die gerundet ausgebildet und mit einer Anlaufschräge versehen sind.
[0003] In der DE 34 37 844 C2 ist ein elektronisch/mechanischer Schlüssel mit kontaktgebundenem
Datentransfer beschrieben, wobei die Kontakte am Schlüssel als Kontaktbahnen ausgebildet
sind, welche beim Einführen des Schlüssels mit den Kontakten der Leseeinrichtung korrespondieren.
[0004] In der DE 39 17 549 A1 ist ein weiterer elektronisch/mechanischer Schlüssel mit kontaktgebundenem
Datentransfer vorgestellt, wobei die Kontakte versenkbar in die Schmalseite der Schlüsselzunge
eingesetzt und über Leitstreifen mit der Schlüsselelektronik verbunden sind.
[0005] Als Nachteil der drei vorstehend angeführten Lösungen ist anzuführen, daß die Kontaktbahnen
in die Schlüsselzunge eingelegt werden müssen - also wohl in aufwendiger Weise eingeklebt
oder im Werkzeug der Schlüsselzunge eingespritzt werden müssen. Auch die Herstellung
elektrischer Leitungsverbindungen zwischen Kontaktbahnen und Schlüsselelektronik muß
in aufwendiger Weise realisiert werden. Schließlich ist noch zu bemängeln, daß die
Schlüssel nicht mit komfortabler Wendefunktion ausgestattet sind, sondern daß beim
Einschub darauf geachtet werden muß, daß immer die gleiche Seite nach oben zeigt.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen elektronischen Schlüssel mit korrespondierendem
Lesesystem zu schaffen, dessen Kontaktbahnen in produktionstechnisch möglichst einfacher
Weise aufdie Schlüsselzunge aufgebracht, bis zur Schlüsselelektronik geführt und in
einfacher Weise mit dieser elektrisch leitend verbunden werden können. Eine weitere
Aufgabe besteht darin, den Schlüssel so zu gestalten, daß er als komfortabler Wendeschlüssel
eingesetzt werden kann. Diese Aufgaben werden gelöst durch die in den Ansprüchen 1
bis 4 gekennzeichneten Maßnahmen.
[0007] Durch die in Anspruch 1 gekennzeichneten Maßnahmen wird ein einfaches und im Ergebnis
stabiles Montageverfahren der Kontaktstreifen des Schlüssels erreicht. Durch die in
Anspruch 2 gekennzeichneten Maßnahmen wird eine seitliche Fixierung der Kontaktstreifen
aufder Schlüsselzunge bewirkt.
Durch die in Anspruch 3 gekennzeichneten Maßnahmen wird erreicht, daß die Kontaktstreifen
nach Aufschieben auf die Schlüsselzunge in Längsrichtung mechanisch fixiert werden,
so daß anspruchsvolle Klebeverfahren vermieden werden können. Außerdem wird eine einfach
auszuführende Lötverbindung zwischen Kontaktstreifen und Schlüsselelektronik ermöglicht.
Durch die in Anspruch 4 gekennzeichneten Maßnahmen wird bewirkt, daß der Schlüssel
als Wendeschlüssel benutzt werden kann: es ist gleichgültig, ob die Oberseite oder
die Unterseite des Schlüssels beim Einschub gegen die Lesekontakte geführt wird.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
- Fig 1:
- Leseeinheit und Schlüssel in geschnittener Seitenansicht.
- Fig 2
- : Schlüsselzunge mit Kontaktstreifen in geschnittener Seiten- und Vorderansicht.
- Fig 3:
- Schlüsselzunge mit Kontaktstreifen in geschnittener Vorderansicht.
[0009] In Fig 1 sind Schlüssel und Leseeinheit 1 in geschnittener Seitenansicht dargestellt.
Schlüsselzunge 7 und Schlüsselgriff 10 bestehen aus nicht-leitfähigem Material. Der
Schlüsselgriff 10, in dem die Schlüsselelektronik 9 integriert ist, umfaßt das Griffende
der Schlüsselzunge 7. Die Schlüsselzunge 7 trägt in Längsrichtung Kontaktbahnen 8,
die sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite der Schlüsselzunge 7 über deren gesamte
Länge verlaufen und an beiden Enden in den Schlüsselgriff 10 hineinführen. Die Kontaktbahnen
8 sind stetig um das freie Ende der Schlüsselzunge 7 herumgebogen, so daß sie dort
die Rundung 11 bilden.
[0010] Die Leseeinheit 1 verfügt über einen Einschubkanal 2, in den der Schlüssel eingeschoben
wird. Senkrecht zum Einschubkanal 2 sind federnd gelagerte Lesekontakte angeordnet,
die über Anschlußkabel 6 mit der Schloßelektronik verbunden sind. Jeder Lesekontakt
verfügt über einen gerundeten Kontaktkopf 3, der in definierte Länge in den Einschubkanal
2 hineinragt. Bei Einschub des Schlüssels kommt es zur Berührung zwischen Kontaktbann
8 des Schlüssels und Kontaktkopf 3 der Leseeinheit. Dabei stößt zunächst die Rundung
11 der Kontaktbahn 8 gegen den gerundeten Kontaktkopf 3. Bedingt durch die Rundungen
der beiden aufeinanderstoßenden Teile ergibt sich ein resultierender Neigungswinkel,
der bewirkt, daß der Lesekontakt bei weiterem Einschub des Schlüssels gegen die Kraft
der Feder 4 angehoben wird. Da die Feder 4 den Lesekontakt nun beständig gegen die
Kontaktbahn 8 drückt, kommt es - solange der Schlüssel eingeschoben bleibt - zu einer
andauernden Berührung zwischen Kontaktkopf 3 und Schlüsselbahn 8, was einen Datentransfer
zwischen Schlüsselelektronik 9 und Schloßelektronik ermöglicht.
[0011] Der beim Anschlag von Rundung 11 an den gerundeten Kontaktkopf 3 resultierende Neigungswinkel
bewirkt trotz senkrechter Anordnung des Lesekontakts bezogen aufden Einschubkanal
ein problemloses Anheben des Lesekontakts. Die senkrechte Anordnung des Lesekontakts
ermöglicht es ihrerseits, den Einschubkanal kurz zu gestalten und damit eine möglichst
geringe Einschubtiefe des Schlüssels zu erzielen. Diese Eigenschaft ist in der Praxis
sehr erwünscht, um möglichst flache Lesegeräte bauen zu können.
[0012] Ein weiterer Vorteil dieser Lösung besteht darin, daß die Öffnungen für die Lesekontakte
im Einschubkanal 2 eng gehalten werden können und daß nur die gerundeten Bereiche
der Kontaktköpfe 3 in den Einschubkanal 2 hineinragen. Somit sind diese Lesekontakte
weniger anfällig gegen Vandalismus-Akte von außen verglichen mit herkömmlichen länglich
angeordneten Kontakten in einem langen Einschubkanal.
[0013] Fig 2 zeigt die Schlüsselzunge 7 mit Kontaktstreifen 12 in geschnittener Seiten-
und Vorderansicht. Die Kontaktbahnen 8 sind hier als metallische Kontaktstreifen 12
ausgeführt, die sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite der Schlüsselzunge 7 über
deren gesamte Länge verlaufen und am freien Ende in der Rundung 11 umgebogen sind.
Das obere Ende 14 des Kontaktstreifens 12 ist am Griffende der Schlüsselzunge 7 so
umgebogen, daß es den Kontaktstreifen 12 in Längsrichtung gegen das Griffende der
Schlüsselzunge fixiert. Über das untere Ende 15 des Kontaktstreifens 12 wird der Kontaktstreifen
an die Schlüsselelektronik 9 angeschlossen. Während der Schlüsselmontage werden die
federnden Kontaktstreifen 12 an den Enden 14 und 15 leicht aufgespreizt, so daß sie
auf das freie Ende der Schlüsselzunge 7 aufgeschoben werden können. Dann werden sie
über die gesamte Länge der Schlüsselzunge 7 weiter geschoben, bis sie am Griffende
der Schlüsselzunge wieder in ihre Normallage zurückfedern können, so daß dann dort
das Ende 14 den Kontaktstreifen 12 in Längsrichtung gegen das Griffende der Schlüsselzunge
7 fixiert.
[0014] Im Schnitt AA der Fig 2 sind die Aussparungen 13 in der Schlüsselzunge 7 dargestellt.
Diese geben die Bahnen vor, in welche sich die Kontaktstreifen 12 einlegen, wenn sie
auf die Schlüsselzunge 7 aufgeschoben werden. Diese Aussparungen 13 bewirken dadurch
eine seitliche Fixierung der Kontaktstreifen 12. Diese sind somit sowohl seitlich
wie auch in Längsrichtung auf der Schlüsselzunge 7 fixiert. Dadurch ist es möglich,
bei der Montage der Kontaktstreifen 12 eine fertigungstechnisch anspruchsvollere Klebetechnik
zu vermeiden.
[0015] In Fig 3 wird die Schlüsselzunge 7 in geschnittener Vorderansicht gezeigt. Symmetrisch
um den mittig angeordneten potentialführenden Kontaktstreifen C sind die Kontaktstreifen
A und B in doppelter Ausführung angeordnet. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß der
Schlüssel als Wendeschlüssel benutzt werden kann: beim Schlüsseleinschub ist es gleichgültig,
welche der beiden Schlüsselseiten nach oben bzw. unten zeigt. Dies ist eine sehr gesuchte
Eigenschaft, da sie dem Schlüssel im praktischen Gebrauch einen höheren Komfort verleiht.
1. Lesesystem für elektronische Verschlußeinrichtungen, bestehend aus Leseeinheit und
elektronischem Schlüssel, wobei der Schlüssel über Kontaktbahnen verfügt, die von
der Schlüsselzunge getragen werden, leitend mit einer Schlüsselektronik verbunden
sind und beim Einschub des Schlüssels in die Leseeinheit durch Berührung mit Lesekontakten
des Schlüssellesers einen Datentransfer zwischen der Schlüsselelektronik und der Schloßelektronik
ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktbahnen 8 des Schlüssels jeweils aus einem Kontaktstreifen 12 bestehen,
der ungefähr mittig in Form einer Rundung 11 umgebogen ist und der sowohl auf der
Oberseite der Schlüsselzunge 7 wie auch auf ihrer Unterseite bis in den Schlüsselgriff
10 hineinreicht.
2. Anordnung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlüsselzunge 7 über Aussparungen 13 verfügt, in welche sich die Kontaktstreifen
12 einlegen und die eine seitliche Fixierung der Kontaktstreifen 12 bewirken.
3. Anordnung gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstreifen 12 am oberen Ende 14, welches auf der Oberseite der Schlüsselzunge
7 in den Schlüsselgriff 10 hineinreicht, so gebogen sind, daß das gebogene Ende 14
den Kontaktstreifen 12 gegen das Griffende der Schlüsselzunge 7 in Längsrichtung fixiert
und daß die Kontaktstreifen 12 an ihrem unteren Ende 15 mit der Schlüsselelektronik
9 verbunden sind.
4. Anordnung gemäß Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktstreifen A und B in doppelter Ausführung angeordnet sind und zwar
symmetrisch zum mittig auf der Schlüsselzunge 7 verlaufenden potentialführenden Kontaktstreifen
C.