[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Positionieren eines
Stellgliedes einer Druckmaschine gemäß dem Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruch.
[0002] Druckmaschinen weisen eine Vielzahl von fernverstellbaren Einrichtungen auf, wie
beispielsweise Dosiereinrichtungen für Feuchtmittel, Farbe, Lack sowie fernverstellbare
Registerverstelleinrichtungen. Gemeinsam bei derartigen fernverstellbaren Stellgliedern
ist, daß dem zu verstellenden Glied (z.B. Rakelelement, Farbdosierelement, geteiltes
oder ungeteiltes Farbmesser) ein elektrisch ansteuerbarer Motor zugeordnet ist, welcher
über ein Stellgetriebe darauf einwirkt. Eine aktuelle Position des zu verstellenden
Gliedes wird durch einen zugeordneten und beispielsweise im Verstellgetriebe integrierten
Lagegeber erfaßt. In einem dem Motor zugeordneten Controller erfolgt die Auswertung
des Stellungsignals des Lagegebers und die Ansteuerung des Motors zum Anfahren einer
vorgegebenen Position. Bei den Stellungsgebern (Stellungssignalgeber) kann es sich
um berührungslos tastende Sensoren oder auch Potentiometer handeln. Die dem Stellglied
zugeordneten Motoren sind vorzugsweise als Schrittmotore ausgebildet. Die Genauigkeit
des Positioniervorganges eines fernverstellbaren Stellgliedes hängt von der Genauigkeit
(Auflösung) des Signalgebers (Stellungsgeber) sowie von der Rate ab, mit welcher die
Signale vom Controller erfaßt und verarbeitet werden.
[0003] Die zonenweise Einstellung des Schichtdickenprofils auf einer sich drehenden Farbkastenwalze
erfolgt bspw. über einzelne Farbdosierelemente, Dosierexzenter bzw. Teile eines geteilten
oder ungeteilten Farbmessers. Eine exakte Farbzufuhreinstellung ist somit nur dann
gewährleistet, wenn die Anzeige an einem Farbfernsteuerpult exakt mit der durch das
Farbdosierelement auf der Farbkastenwalze eingestellten Farbschichtdicke übereinstimmt.
Für fernverstellbare Einrichtungen zum Dosieren von Feuchtmitteln oder Lack gilt entsprechendes.
[0004] Zu diesem Zweck ist es üblich, von Zeit zu Zeit die einzelnen Farbdosierelemente
oder sonstigen Dosiereinrichtungen ganz an die sich drehende Farbkastenwalze anzustellen
(z. B. manuell) und das in dieser Position durch den Stellungsgeber abgreifbare Signal
als Nullstellungssignal für die weiteren Positioniervorgänge zu werten. Dieses Signal
wird abgespeichert und dient in Verbindung mit den Signalen des Stellungsgebers und/oder
dem Antriebsmotor gesendeten Steuersignalen (Schrittmotorbetrieb) für die weiteren
Positioniervorgänge als Bezugswert.
[0005] Aus der DE 39 14 831 C2 ist es bekannt, ein Farbdosierelement ganz an die Farbkastenwalze
heranzustellen, wobei das Signal des als Sensor ausgebildeten Stellungsgebers permanent
auf zeitliche Änderungen hin überprüft wird. Weist dieses Signal eine zeitliche Änderung
auf solange der an dem Farbdosierelement zugeordnete Stellmotor in Bewegung ist, so
ist dies ein Indiz dafür, daß das Farbdosierelement noch nicht an der Oberfläche der
Farbkastenwalze ansteht. Ändert sich das Sensorsignal zeitlich nicht mehr, so hat
das Farbdosierelement (dessen Spitze) die Oberfläche der Farbkastenwalze erreicht
und der zugeordnete Motor wird abgeschaltet. Die aktuelle Spannung des Stellungsgebers
wird für die weiteren Positioniervorgänge abgespeichert. Ein derartiges Vorgehen erfordert
jedoch eine sehr hohe Lese- und Auswerterate des Signals des Stellungsgebers bzw.
Sensors. Soll eine Farbdosieranlage mit einer Anzahl von einzelnen Farbdosierzonen
zugeordneten Dosierelementen entsprechend ausgerüstet werden, so gestaltet sich dies
wegen der Hardware-Anforderungen kostenintensiv.
[0006] Aus der DE 195 43 364 C1 ist ein Verfahren sowie eine entsprechende Vorrichtung zum
Positionieren von Stellgliedern innerhalb einer Druckmaschine bekannt, bei dem das
zu positionierende Stellglied zunächst in einem Bereich ohne Kontakt mit dem Anschlag
(der Dosierwalze) und darauf in einem Bereich mit dauerhaftem Kontakt mit dem Anschlag
(der Dosierwalze) verfahren wird. Während des Verfahrens, also während der entsprechende
Stellmotor mit den dazu vorgesehenen Bewegungsbefehlen beaufschlagt wird, erfolgt
ein Erfassen der von dem Stellungsgeber gelieferten Signale. Die erfassten Stellungsgeber-Signale
werden im jeweiligen Bereich als eine Funktion der vorgegebenen Bewegungsbefehle dargestellt,
d.h. es wird sowohl in dem Bereich mit als auch in dem Bereich ohne Kontakte zum Anschlag
jeweils eine Stellungsgeber-Bewegungssignal-Funktion gebildet. Als Null-Stellung des
Stellgliedes wird dabei derjenige Wert des dem Antrieb zugeführten Bewegungsbefehls
bestimmt, welcher sich rechnerisch durch Gleichsetzen der in den beiden Bereichen
ermittelten funktionalen Zusammenhänge ergibt. In einem Ausführungsbeispiel dieses
vorbekannten Verfahrens ist dabei vorgesehen, die Stellungsgeber-Bewegungsbefehfunktion
jeweils als einen linearen Zusammenhang anzusetzen und die Null-Stellung des Stellgliedes
durch Gleichsetzen der beiden Gleichungssysteme zu ermitteln. Gemäß einer Weiterbildung
des Verfahrens ist vorgesehen, daß nach Erfassen und Speichern einer ersten Null-Stellung
das Stellglied durch Vorgabe entsprechender Bewegungsbefehle wieder in den Bereich
ohne dauerhaften Kontakt zum Anschlag (Dosierwalze) verfahren wird und daraufhin ein
erneutes Bewegen des Stellgliedes in Richtung Anschlag mit gleichzeitiger Auswertung
der Gebersignale erfolgt. Dabei werden die Stellungsgebersignale erfaßt und mit den
zuvor gespeicherten Signalen gemäß funktionalen Zusammenhang differenzbildend verglichen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine entsprechende
Vorrichtung zum Positionieren eines Stellgliedes gemäß dem Oberbegriff des Verfahrens
bzw. Vorrichtungsanspruches derartig zu erweitern, so daß Stellglieder mit verbesserter
Genauigkeit in eine Null-Stellung verfahren werden können.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrens bzw.
Vorrichtungsanspruches. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen
Unteransprüchen.
[0009] Durch die Erfindung ist gerade bei einer fernverstellbaren Farb-/ Feucht-/ oder Lackdosiereinrichtung
gewährleistet, daß die einzelnen Dosierelemente außer bei der Erfassung der Nullstellung
bei den darauf folgenden Positioniervorgängen (Abrakeln der Farbe bzw. des Lackes)
nicht mit einer zu großen Kraft gegen den Duktor bzw. die Dosierwalze angestellt werden.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren sowie die entsprechend ausgebildete Vorrichtung
ist es möglich, daß als Null-Stellung diejenige Stellung erfaßt wird, bei welcher
das Stellglied eine mechanische Berührung mit nur geringer Kraft zum Anschlag bzw.
zur Walze aufweist. Für Farbdosierelemente, welche mit einem sich drehenden Duktor
(Farbkastenwalze) als Anschlag zusammenwirken, bedeutet dies, daß als Null-Stellung
diejenige Stellung erfaßbar und für die weiteren Positioniervorgänge abspeicherbar
ist, bei welcher die Farbe gerade abgerakelt wird und die Oberfläche der Farbkastenwalze
dadurch blank läuft.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die entsprechend ausgebildete Vorrichtung ist
aber nicht nur auf das Stellen einer Dosieranlage für Farbe, Lack oder Feuchtmittel
geeignet, sondern es können jegliche Stellglieder positioniert werden, welche zur
Gewinnung einer Null-Stellung unter Auswertung eines entsprechenden Signals einmal
gegen einen entsprechenden Anschlag zu fahren sind. Ist das Stellglied wie im Ausführungsbeispiel
als Farbdosierelement ausgebildet, so handelt es sich bei dem Anschlag um den sich
insbesondere drehenden Duktor bzw. die Farbkastenwalze. In analoger Weise ist aber
auch eine Null-Stellung eines Registerstellantriebes erfaßbar. In diesem Fall ist
dann beispielsweise im Verstellgetriebe, über welches der Motor auf die Registereinrichtung
einwirkt, ein gestellfester Anschlag vorgesehen, gegen welchen ein sich mit dem Register
bewegendes Getriebeteil gefahren wird. Auch hier gewährleistet das erfindungsgemäße
Verfahren sowie die entsprechend ausgebildete Vorrichtung, daß diejenige elektrisch
erfaßbare Stellung des Stellungsgebers als Null-Stellung ausgewertet wird, welche
einer leichten Berührung der Anschläge entspricht.
[0011] Des weiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand
der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- die Signaländerung des Stellungsgebers aufgetragen über den Motorschrittwerten als
Bewegungsbefehle,
- Fig. 2
- ein an einem Farbdosierelement angebrachter Lagegeber,
und
- Fig. 3
- der mit dem Farbdosierelement zusammenwirkende Sensor im Detail.
[0012] Fig. 2 zeigt eine sich in Richtung des Pfeiles drehende Walze 1 sowie ein in radialer
Richtung der Walze 1 bewegbares Dosierelement 2. Die Verstellbewegung des Dosierelementes
2 ist durch den Doppelpfeil angedeutet. Dem Dosierelement 2 ist ein als Schrittmotor
ausgebildeter Motor 4 zugeordnet, dessen Bewegung über ein als Spindeltrieb ausgebildetes
Stellgetriebe 3 auf das Dosierelement 2 zur Einstellung von Farb-, Feucht- oder Lackschichtdicken
auf der Oberfläche der Walze 1 übertragen wird.
[0013] Dem Motor 4 sind die Signale einer Motorsteuerung 5 als Controller zuführbar. Bei
Ausbildung des Motors 4 als Schrittmotor ist die Motorsteuerung 5 als Schrittmotorsteuerung
ausgebildet. Durch die Motorsteuerung 5 erfolgt in diesem Falle die Bestromung der
Wicklungen des Motors derart, daß der Rotor des Motors 4 um eine entsprechende Anzahl
von Winkelschritten verdreht wird. Mit der Motorsteuerung 5 steht ein als Sensor ausgebildeter
Stellungsgeber 6 in Wirkverbindung, dem Signale entsprechend der Stellung des Dosierelementes
2 zuführbar sind. Der Stellungsgeber 6 ist als ein berührungslos die Position des
Dosierelementes 2 erfassender Sensor ausgebildet, wobei eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung in Fig. 3 gezeigt ist. Die Motorsteuerung 5 weist ferner eine Auswerteschaltung
auf, vermittels dem die Signale des Stellungsgebers 6 erfaßbar und in der noch weiter
unten stehend erläuternden Art und Weise auswertbar sind.
[0014] Da der Motor 4 als Schrittmotor ausgebildet ist, werden Positioniervorgänge des Dosierelementes
2 über eine schrittweise Ansteuerung mittels der Motorsteuerung 5 erzeugt. Die Motorsteuerung
5 steht über einen nicht dargestellten Bus mit der Elektronik eines Fernsteuerpultes
in Verbindung, über welche Soll-Werte für Positioniervorgänge eingebbar sind. Entsprechend
der Linearität des zwischen Motor 4 und Dosierelement 2 zwischengeschalteten Verstellgetriebes
3 bewirkt eine bestimmte Anzahl von Motorschritten des Motors 4, daß die Spitze des
Dosierelementes 2 sich eine bestimmte Strecke auf die Oberfläche der Walze 1 zu bzw.
von dieser weg bewegt.
[0015] Das Signal des Stellungsgebers 6 wird zum Auffinden der Null-Stellung des als Dosierelement
2 ausgebildeten Stellgliedes benutzt. Die Null-Stellung wird dann im Controller der
Motorsteuerung 5 als Zählerstand der Schrittsteuerung für die weiteren Positioniervorgänge
abgespeichert.
[0016] Eine Einstellung eines gewünschten Spaltes zwischen der Spitze des Dosierelementes
2 und der Oberfläche der Walze 1 erfolgt nun in der Weise, daß die Motorsteuerung
5 den Motor 4 um eine bestimmte Schrittzahl - ausgehend von der aktuellen Position
des Dosierelementes 2 als aktueller Zählerstand in Verbindung mit dem der Null-Stellung
entsprechenden gespeicherten Zählerwert - antreibt. Je nach Drehsinn des Motor 4 erhöht/erniedrigt
sich während des Positioniervorganges der der aktuellen Stellung des Dosierelementes
entsprechende Wert des Zählers in der Motorsteuerung 5.
[0017] Fig. 3 zeigt eine bevorzugte Ausbildung des Dosierlementes 2 mit dem daran angebrachten
Stellungsgeber 6. Fig. 3 stellt dabei das Dosierelement 2 in einer Ansicht gemäß Fig.
2 von oben dar. Eine Bewegung des Dosierelementes 2 auf die hier nicht dargestellte
Oberfläche der Walze 1 erfolgt dabei über ein linear bewegbaren Schaft 8, an dessen
Ende das Dosierelement 2 angebracht ist. Der Schaft 8 kann hier eine Verlängerung
eines nicht weiter dargestellten Spindeltriebes des Stellgetriebes 3 (Fig.2) sein.
[0018] Am Ende des Schaftes 8 ist ein Ringmagnet 7 angebracht. Dieser Ringmagnet 7 führt
die Bewegung des Schaftes 8 und somit auch die Bewegung des Dosierelementes 2 in analoger
Weise aus. Im Abstand zum Ringmagnet 7 ist an einem hier nicht dargestellten und das
Stellgetriebe 3 sowie den Motor 4 (Fig. 2) tragenden Gehäuse ein Stellungsgeber 6
in Form einer Hall-Sonde angebracht. Eine Bewegung des Dosierelementes 2 und damit
des Ringmagnetes 7 relativ zur Hall-Sonde bewirkt somit eine Veränderung der daran
abgreifbaren Spannung.
[0019] Anhand der Fig. 1 erfolgt die Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Zunächst
wird über die Motorsteuerung 5 das Dosierelement 2 über den Motor 4 durch Vorgabe
einer Anzahl von Motorschritten M, beispielsweise ausgehend von dem Punkt P
1, in Richtung Oberfläche der Walze 1 verfahren. Zu den jeweilig aktuellen Motorschritten
M werden die sich durch Abgriff der Signale des Stellungsgebers 6 erfaßbaren Stellungsgeber-Signale
S erfaßt. Während eines derartigen Zufahrens des Dosierelementes 2 in Richtung Walze
1 ergibt sich der in Fig. 1 skizzierte Verlauf einer Kennlinie K, welche den Zusammenhang
der Stellungsgebersignale S und der dazugehörigen Motorschrittwerte M darstellt.
[0020] Erkennbar ist in Fig. 1, daß die Kennlinie K in den Bereich zwischen den Punkten
P
1 und P
2 sowie jenseits des Punktes P
3 jeweils angenähert als eine Gerade darstellbar ist. In diesen Bereichen weist das
Dosierelement 2 entweder keinen Kontakt zur Oberfläche der Walze 1 auf bzw. das Dosierelement
2 hat andauernd Kontakt zur Oberfläche der Walze 1, wird also über den Motor 4 und
das Getriebe 3 an die Walze 1 angedrängt. In einem Bereich zwischen den Punkten P
2 und P
3 weist demzufolge die Kennlinie K einen gekrümmten Verlauf auf, was darauf zurückzuführen
ist, daß die zwischen dem Motor 4 und der Spitze des Dosierelementes 2 befindlichen
Elemente (Getriebe 3) elastisch auf die Kräfte des Motors 4 reagieren.
[0021] Nachdem in der zuvorstehend angedeuteten Weise das Dosierelement 2 über entsprechende
Bewegung Befehlsvorgabe der Motorschrittwerte M an den Motor 4 in Richtung Walze 1
verfahren worden ist und dementsprechend die einzelnen Stellungsgebersignalwerte S
als Funktion der Motorschrittwerte M aufgezeichnet (gespeichert) wurden, wird das
Dosierelement 2 wieder in einem Abstand zur Oberfläche der Walze 1 positioniert, z.B.
wieder in den Punkt P
1. Dieser Punkt P
1 weist die Koordinaten S
1, M
1 im durch die Achsen S, M definierten Koordinatensystem der Kennlinie K auf. Aufgrund
der Koordinaten des Punktes P
1 in Verbindung mit einem weiteren Punkt (Hilfspunkt) auf der Kennlinie K beabstandet
zu Punkt P
1 ist somit die Steigung der Kennlinie K in diesem Punkt P
1 ermittelbar bzw. der Kennlinie im Punkt P
1 eine Steigung zuordenbar. Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, daß durch diesen Punkt
P
1 Kennlinie K eine Hilfskennlinie HK gelegt wird, deren Steigung um einen vorgegebenen
Betrag geringer ist als der Wert der Steigerung der Kennlinie K im Punkt P
1. Entsprechend den Gesetzen einer Geradengleichung schneidet diese Hilfskennlinie
HK die Kennlinie K in einem Punkt P
3.
[0022] Nun wird in einem zweiten Positioniervorgang das Dosierelement 2 durch entsprechende
Vorgabe von Motorschrittwerten M, ausgehend vom Punkt P
1 wieder auf die Walze 1 zu gefahren und zu den jeweilig vorgegebenen Motorschrittwerten
M die aktuellen Werte der Signale S des Stellungsgebers 6 erfaßt. Dabei werden die
vom Stellungsgeber 6 gelieferten aktuellen Signalwerte S mit denjenigen Signalwerten
S' verglichen, welche sich gemäß Hilfskennlinie HK (Geradengleichung) zum jeweiligen
Motorschrittwert M ergeben. Dabei wird fortlaufend die Differenz der Signalwerte ΔS
gebildet. In Fig. 1 ist oberhalb der Kennlinie K der sich während dieses Verfahrvorganges
des Dosierelementes 2 gegenüber der Walze 1 ergebende Verlauf der ΔS skizziert.
[0023] Die Differenzstellungsgebersignale ΔS weisen beim Verfahren des Dosierlementes 2
in Richtung Walze 1 einen Verlauf auf, der ausgehend vom Punkt P
1 zunächst allmählich zunimmt und dann nach einem maximalen Differenzbetragswert wieder
abnimmt. In Fig. 1 ist dargestellt, daß das Maximum der Stellungsgeberdifferenzwerte
ΔS im Punkt P
2 liegt und - da die Hilfskennlinie HK die tatsächliche Kennlinie K im Punkt P
3 schneidet - in dem Punkt P
3 wieder zu Null wird und von dort an negative Werte annimmt.
[0024] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß derjenige Wert des Motorschrittwertes M (in diesem
Fall also M
2) als Nullstellungswert des Dosierelementes 2 gegenüber der Walze 1 gewertet wird,
bei welchem die Stellungsgeberdifferenzwerte ΔS ihren Maximalwert annehmen. Gemäß
dem zuvorstehend erläuterten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist dies an der Stelle
der Fall, an welcher die tatsächliche Kennlinie K den größten Abstand zur Hilfskennlinie
HK aufweist.
[0025] Allgemein ausgedrückt wird bei der anhand der Fig. 1 erläuterten Vorgehensweise der
Erfindung während des Verfahrens des Dosierelementes 2 auf die Walze 1 als Anschlag
zu wenigstens einem Punkt der durch die Bewegungsbefehle M und die Stellungsgebersignale
S definierten Kennlinie K mindestens eine in ihrem Verlauf dazu abweichende Hilfskennlinie
HK bestimmt und der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls
als Nullstellung des Stellgliedes aus den Werten und/oder dem Verlauf der mindestens
einen Hilfskennlinie HK ermittelt. Im zuvorstehend erläuterten Ausführungsbeispiel
wurden dabei die Signalwerte S des Stellungsgebers 6 bei der aktuellen Motorschrittposition
M mit den sich gemäß einer Hilfskennlinie HK ergebenden Stellungsgebersignalen S verglichen,
wobei diese Hilfskennlinie HK als eine Geradengleichung durch einen Punkt P
1 der Kennlinie K gebildet wurde, welche eine geringfügig geringere Steigerung (Differential)
aufweist als die in diesem Punkt aktuelle Kennlinie K. Auch ist es möglich, daß man
aus einer während eines Verfahrvorganges des Dosierlelementes 2 ermittelbaren Kennlinie
K in mehreren Punkten jeweils weitere Kennlinien (Regressionsgeraden) erzeugt, die
ein relativ sicheres Auffinden bzw. Bestätigen eines gefundenen Abknickpunktes (Nullstellung)
ermöglichen. Als Abknickpunkt (Punkt P
2 gemäß Figur 1) wird dabei derjenige Punkt bezeichnet, bei welchem die Signale S des
Stellungsgebers 6 wegen des beginnenden Kontaktes des Dosierelementes 2 mit der Walze
1 den linearen Verlauf verlassen.
[0026] Wie bereits zuvorstehend angedeutet wurde, ist es möglich das Prinzip der linearen
Regression anzuwenden. Hierbei wird zu einer Anzahl von Punkten eine optimale Gerade
bestimmt. Bei einer derartigen Berechnung entstehen die Größen: Anstieg m, Absolutglied
n, Korrelationskoeffizient r und die Streuung s
2. Bei dieser Vorgehensweise wird durch jeweils eine Anzahl x auf der Kennlinie K gelegene
Punkte eine Gerade gelegt (Regressionsgerade). Wird die Regressionsgerade durch eine
Zahl Punkte der Kennlinie K gelegt, die ideal auf einer Linie liegen, so weist der
Korrelationskoeffizient den Wert 1 und die Streuung den Wert 0 auf. Diese Gegebenheit
kann dazu genutzt werden, den Übergang von dem geraden Verlauf der Kennlinie K in
den gekrümmten Verlauf zu bestimmen, also denjenigen Punkt P
2, der als Nullstellung des Dosierelementes 2 für die weiteren Positioniervorgänge
zu werten ist. Aus den sich bei Verfahren des Dosierelementes 2 in Richtung Walze
1 ergebenden Punkten der Kennlinie K wird dazu eine Anzahl von x aufeinanderfolgenden
Punkten ausgewählt. Die Zahl x der ausgewählten Punkte hängt hierbei von der Krümmung
der Kennlinie ab und sollte so groß gewählt werden, daß der gekrümmte Verlauf und
damit der Punkt P2 (Null-Stellung) innerhalb von x aufeinander folgender Punkte liegen
kann. Unter Verwendung der Anzahl der festgesetzten Punkte wird sodann die lineare
Regression durchgeführt. Der Anfangspunkt der Anzahl der ausgewählten Punkte wird
nun nacheinander vom ersten Punkt bis zum letztmöglichen Punkt der Kennlinie verändert.
Bei jedem Mal wird die Regression durchgeführt und die Größen Anstieg m, Absolutglied
n, Korrelationskoeffizient r und Streuung s
2 bestimmt und gespeichert. Diese Werte werden dabei jeweils dem Anfangspunkt zugeordnet.
Mit anderen Worten könnte dieses Vorgehen als gleitende lineare Regression bezeichnet
werden.
[0027] Nachdem nun sämtliche vorher festgesetzten Punkte zur Bildung einer linearen Regression
verwendet worden sind, ist nun eine Stelle feststellbar, an der sich der Anstieg m
und das Absolutglied n verschwinden (=0). Der Korrelationskoeffizient r wird an dieser
Stelle ungleich 1 und die Streuung s
2 ungleich Null. Zu dieser Stelle müssen noch x-1 Punkte aufaddiert werden. Dort befindet
sich der Abknickpunkt. Der dann dieser Stelle zuordenbare Motorschrittwert M wird
demzufolge für die weiteren Positioniervorgänge als Nullstellung verwendet.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Walze
- 2
- Dosierelement
- 3
- Stellgetriebe
- 4
- Motor
- 5
- Motorsteuerung (Controller)
- 6
- Stellungsgeber
- 7
- Ringmagnet
- 8
- Schaft
- M
- Motorschrittwert ( Motor 4 )
- S
- Stellungsgebersignal (Stellungsgeber 6)
- ΔS
- Differenzsignal
- K
- Kennlinie
- HK
- Hilfskennlinie
1. Verfahren zum Positionieren eines fernverstellbaren Stellgliedes einer Druckmaschine,
insbesondere zum Positionieren von Dosierelementen der Farb-, Feucht-, oder Lackzufuhr
gegenüber einer drehenden Walze, bei dem das Stellglied durch Vorgabe von Bewegungsbefehlen
in Richtung Anschlag verfahren und aus dem Verlauf der Signale des Stellungsgebers
eine Null-Stellung bestimmt wird, bei welcher das Stellglied an einem feststehenden
Anschlag ansteht und diese Null-Stellung für die weiteren Positioniervorgänge verwendet
wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß während des Verfahrens des Stellgliedes in Richtung Anschlag zu wenigstens einem
Punkt der durch die Bewegungsbefehle (M) und die Stellungsgebersignale (S) definierten
Kennlinie (K) mindestens eine in ihrem Verlauf dazu abweichende Hilfskennlinie (HK)
bestimmt und der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls
als Nullstellung des Stellgliedes aus den Werten und/oder dem Verlauf der mindestens
einen Hilfskennlinie (HK) ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls
als Nullstellung des Stellgliedes aus einem Wertevergleich der Stellungsgebersignale
(S) der mindestens einen Hilfskennlinie (HK) mit den entsprechenden Werten der Kennlinie
(K) ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zu wenigstens einem Punkt der Kennlinie (K) eine Hilfskennlinie (HK) in Form einer
Geraden mit abweichender Steigung bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls
als Nullstellung des Stellgliedes mittels durch Punkte auf der Kennlinie (K) definierten
Regressionsgeraden bestimmt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls
als Nullstellung des Stellgliedes aus wenigsten einer der Größen: Anstieg m, Absolutglied
n, Korrelationskoeffizient r und/oder Streuung s2 bestimmt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Ausbildung des dem Stellglied zugeordneten Antriebs als Schrittmotor die Bewegungsbefehle
in Form von Schrittwerten zugeführt werden.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei
das Stellglied über einen zugeordneten Antrieb gegenüber einem insbesondere als drehbare
Walze ausgebildeten Anschlag verfahrbar und die Stellung des Stellgliedes über einen
Stellungsgeber erfaßbar ist, der Antrieb des Stellgliedes mit einer Motorsteuerung
in Wirkverbindung steht, über welche das Stellglied durch Vorgabe von Bewegungsbefehlen
positionierbar und dazu eine Nullstellung, bei der das Stellglied am Anschlag ansteht,
aus einer durch die Bewegungsbefehle und die Stellungsgebersignale definierten Kennlinie
bestimmbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Motorsteuerung (5) während des Verfahrens des Stellgliedes (2) in Richtung
Anschlag (1) zu wenigstens einem Punkt der durch die Bewegungsbefehle (M) und die
Stellungsgebersignale (S) definierten Kennlinie (K) mindestens eine in ihrem Verlauf
dazu abweichende Hilfskennlinie (HK) bestimmbar und der für die weiteren Positioniervorgänge
zu verwendende Wert des Bewegungsbefehls (M) als Nullstellung des Stellgliedes (2)
aus den Werten und/oder dem Verlauf der mindestens einen Hilfskennlinie (HK) ermittelbar
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Motorsteuerung (5) der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende
Wert des Bewegungsbefehls (M) als Nullstellung des Stellgliedes (2) aus einem Wertevergleich
der Stellungsgebersignale (S) der mindestens einen Hilfskennlinie (HK) mit den entsprechenden
Werten der Kennlinie (K) ermittelbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Motorsteuerung (5) zu wenigstens einem Punkt der Kennlinie (K) eine
Hilfskennlinie (HK) in Form einer Geraden mit abweichender Steigung bestimmbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 - 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Motorsteuerung (5) der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende
Wert des Bewegungsbefehls (M) als Nullstellung des Stellgliedes (2) mittels durch
Punkte auf der Kennlinie (K) definierbaren Regressionsgeraden bestimmbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Motorsteuerung (5) der für die weiteren Positioniervorgänge zu verwendende
Wert des Bewegungsbefehls (M) als Nullstellung des Stellgliedes (2) aus wenigsten
einer der Größen: Anstieg m, Absolutglied n, Korrelationskoeffizient r und/oder Streuung
s2 bestimmbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 - 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb (4) des Stellgliedes (2) als Schrittmotor ausgebildet ist, dem durch
die Motorsteuerung (5) Bewegungsbefehle (M) in Form von Schrittwerten zuführbar sind.