[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum hochreinen Abfüllen
von Getränken in Flaschen.
[0002] Bekanntermaßen kommt es bei der Abfüllung von Getränken darauf an, dass die Getränke
so abgefüllt werden, dass sie möglichst lange haltbar sind, d.h., es muss verhindert
werden, dass z.B. Bakterien die Haltbarkeit der Produkte beeinträchtigen. Bestimmte
Produkte, insbesondere mikrobiologisch anfällige Produkte, erfordern hierfür eine
Wärmebehandlung, um eine ausreichende Haltbarkeit zu erreichen. Bei einigen Produkten
reicht eine Wärmebehandlung von weniger als 100° Celsius (man spricht dann von Pasteurisierung),
bei anderen müssen zum Erreichen ihrer Haltbarkeit Temperaturen von mehr als 100°
Celsius angewandt werden. Dann spricht man von Sterilisation oder Autoklavierung.
[0003] Andere Getränke dagegen, wie z.B. Limonaden oder CO
2-haltige Mineralwässer benötigen keine erhöhte Temperatur des Produktes zum Zeitpunkt
der Abfüllung. Dort reicht es, dass man auf angemessene Betriebshygiene achtet, um
haltbare Packungen im mikrobiologischen Sinne produzieren zu können. Andererseits
erfordern alkohol- und/oder CO
2-haltige Getränke dann, wenn sie die Entwicklung bestimmter Mikroorganismen und damit
den Verderb ermöglichen, eine zusätzliche Anlagenausstattung zur Bekämpfung, wie beispielsweise
Außenabschwallung, Desinfektionsmöglichkeiten und sterile Medien. Solche Füllverfahren
beinhalten im Allgemeinen die Abfüllung von Produkten wie Wein, Sekt oder Bier bzw.
auch mikrobiologisch anfällige CO
2-haltige Erfrischungsgetränke.
[0004] Schließlich gibt es auch sogen. kaltsterile oder aseptische Füllverfahren, um die
es in der vorliegenden Erfindung im Eigentlichen geht. Im Allgemeinen setzt man diese
Verfahren für alkohol- und CO
2-freie Getränke ein. Bei solchen Getränken können nicht nur die klassischen Getränkeschädlinge
wie Hefen, Schimmelpilze, Essig- und Milchsäurebakterien, sondern insbesondere bei
Produkten, deren Hauptkennzeichen ein PH-Wert größer als 4,5 ist, auch pathogene (z.B.
Salmonellen) Bakterien als Verderber in Betracht gezogen werden. Diese Füllverfahren
erfordern daher einen hochreinen Abfüllprozess, d.h. insbesondere auch spezielle Anlagen
und verfahrenstechnische, insbesondere lüftungstechnische Maßnahmen, um einen hochreinen
Abfüllvorgang zu gewährleisten. Dabei soll unter "hochrein" im Sinne dieser Anmeldung
ein Abfüllvorgang in einer Atmosphäre verstanden werden, in der nur Keime in der Größenordnung
von bis zu wenigen 100 pro Kubikmeter Luft vorherrschen, insbesondere weniger als
100, was im Folgenden auch unter "Reinstraumbedingungen" verstanden wird. Wenn dagegen
die Rede von "rein" oder "Reinraumbedingungen" ist, bedeutet dies eine Keimzahl in
der Größenordnung von 10.000, insbesondere aber weniger als 10.000 Keimen pro Kubikmeter
Luft.
[0005] Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen dieser Art. Ein Charakteristikum
dabei ist auch, dass im Allgemeinen mit solchen Verfahren konservierungsmittelfreie
Produkte mit Raumtemperatur abgefüllt werden und dass dabei keine thermische Nachbehandlung
der Packungen erfolgt.
[0006] Ein bekanntes Verfahren dieser Art ist z.B. in der europäischen Patentanmeldung 0120
789 beschrieben. Dort wird in einem Gebäude, das insgesamt unter Reinraumatmosphäre
steht, zunächst der Flaschenstrom zu einem ersten Rinser geführt. Der Bereich, in
dem der Rinser angeordnet ist, steht selbst unter Sterilluft. Die Flaschen werden
dabei so behandelt, dass sie hochrein sind. Danach werden die Flaschen über eine längere
L-förmige Transportstrecke durch den Reinraum hindurch transportiert und treffen dann
auf einen zweiten Rinser, der in einem Raum angeordnet ist, in dem wieder Reinstraumatmosphäre
herrscht. Die Keime und Bakterien, die die Flaschen auf ihrem Weg vom ersten Rinser
zum zweiten Rinser durch den Reinraum hindurch aufgenommen haben, werden hier u.a.
wieder neutralisiert. Sodann gelangt der Flaschenstrom in den Füller, der ebenfalls
im Reinstraum angeordnet ist. Außerdem befindet sich noch stromabwärts des Füllers
ein Verschließer im Reinstraum. Da die gesamte Anlage, umfassend mehrere Rinser mit
zwischengeschalteter Behandlungsstrecke, den Füller und den Verschließer, insgesamt
in Reinraum- oder in Reinstraumatmosphäre angeordnet ist, hat dies zur Folge, dass
der Aufwand, der betrieben werden muss, um die entsprechenden Luftbedingungen einzuhalten,
sehr groß ist. Die großen Volumina der Räume, die hier hochrein gehalten werden müssen,
bedingen einen hohen Kostenaufwand für den Betrieb. Außerdem ist nachteilig, dass
ein zweiter Rinser verwendet werden muss, um die Keime, die die Flaschen auf dem Weg
vom ersten zum zweiten Rinser aufnehmen, wieder zu neutralisieren.
[0007] EP758624 offenbart eine aseptische Füllmaschine für Flaschen, die in mehrere Module
unterteilt ist : in das erste Modul werden die verschmutzten Flaschen eingebracht,
gereinigt und sterilisiert. Daran schließt sich eine Spülgruppe an, die vom Füller
gefolgt wird, der schließlich die gefüllten Flaschen zu einem Verschlußmodul weiterleitet.
Die einzelnen Module sind mittels steriler Tunnel miteinander verbunden, so daß die
zu füllenden Flaschen die aseptische Umgebung erst Verlassen nachdem sie verschlossen
wurden.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung das Problem zugrunde,
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum hochreinen Abfüllen von Getränken in Flaschen
anzugeben, mit dem der Aufwand und insbesondere der Betrieb einer Anlage (mit Tauchbadsterilisators)
wesentlich kostengünstiger und trotzdem mit höherem Reinheitsgrad durchgeführt werden
kann als bisher.
[0009] Gelöst wird dieses Problem mit dem im Anspruch 1 angegebenen Verfahren sowie der
im Anspruch 5 angegebenen Vorrichtung.
[0010] Nach den im Anspruch 1 angegebenen Verfahrensmerkmalen werden beim erfindungsgemäßen
Verfahren die Flaschen zunächst aus normaler Umgebung in die Schmutzseite eines eine
Schmutzseite und eine Reinstraumseite aufweisenden Tauchbadsterilisators geführt.
Dort durchlaufen die Flaschen auf einer Bahn verschiedene, zumindest teilweise über-
und/oder nebeneinanderliegende Tauchbäder und passieren dabei auch mindestens eine
die Schmutzseite von der Reinstraumseite trennende Wand. Am Auslauf der Reinstraumseite
des Tauchbadsterilisators werden sie an den Einlaufstern eines Rotationsfüllers und
von dort an einen Verschließer übergeben. Füller und Verschließer sind in einem Raum
angeordnet, in dem zumindest Reinraumbedingungen herrschen, im unmittelbaren Bereich
der Füllorgane und im unmittelbaren Bereich der Verschließorgane werden jedoch Reinstraumbedingungen
erzeugt. Gemäß der Erfindung durchlaufen die Flaschen nur einen Tauchbadsterilisator.
Der Tauchbadsterilisator ist in mindestens zwei unterschiedliche Reinheitsgrade aufweisende
Räume getrennt. Durch mindestens eine entsprechende Trennwand kann die Einlaufseite
von der Auslaufseite so getrennt werden, dass die Flaschen, wenn sie aus dem Tauchbadsterilisator
herauslaufen, einen höchsten Reinheitsgrad aufweisen. Anders als im Stand der Technik
werden die Flaschen sodann nicht über eine längere Strecke durch einen Reinraum geführt,
wo sie wieder Keime aufnehmen können, sondern werden unmittelbar an den Rotationsfüller
übergeben. Füller und Verschließer müssen nur in einem Raum angeordnet sein, in dem
Reinraumbedingungen herrschen, also nicht der höchste Reinheitsgrad vorhanden ist,
wenn dafür gesorgt wird, dass lediglich im unmittelbaren Bereiche der Füllorgane und
im unmittelbaren Bereich der Verschließorgane Reinstraumbedingungen vorliegen. Dies
kann durch entsprechende lokale sterile Luftzufuhrmaßnahmen verwirklicht werden.
[0011] Durch die Kombination Tauchbadsterilisator mit Rotationsfüller im unmittelbaren Anschluß
an den Tauchbadsterilisator werden die Transportwege so gering wie möglich gehalten
und damit auch evtl. erneute Kontaminierungen von bereits hochreinen Flaschen vermieden.
Die Anlage baut insgesamt sehr kompakt. Da lediglich der Füller und der Verschließer
in einem Raum unterzubringen sind, indem allerdings nur Reinraumbedingungen vorliegen
müssen, wenn lokal im Bereich der Flaschen am Füller und am Verschließer Reinstraumbedingungen
erzeugt werden, sind die Raumvolumina, die benötigt werden, wesentlich geringer, so
dass auch der Sterilluftbedarf geringer ist und deshalb insgesamt die Betriebskosten
gesenkt werden können.
[0012] Gemäß einer Ausgestaltung des Verfahrens werden die Flaschen in einem Tauchbad unter
mindestens einer die Schmutzseite von der Reinstraumseite trennenden Wand hindurchgeführt.
Eine solche Maßnahme stellt sicher, dass die Flaschen von der Schmutzseite zur Reinstraumseite
keine Verunreinigungen mitnehmen. Das Tauchbad stellt die Schleuse zwischen Reinstraum-
und Schmutzseite dar. Besondere Dichtungsmaßnahmen sind dann nicht erforderlich.
[0013] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung werden die Flaschen auf spiralförmigen Bahnen
durch den Tauchbadsterilisator hindurchgeführt. Durch diese Maßnahme wird sichergestellt,
dass die erforderlichen Reinigungsschritte auf relativ engem Raum durchgeführt werden
können.
[0014] Nach der vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens gemäß Anspruch 4 werden die Flaschen
vom Ausgang des Tauchbadsterilisators bis zum Einlauf in den Füller in einem den Flaschenförderer
umgebenden Tunnel transportiert. In einem solchen Tunnel lassen sich relativ einfach
Reinstraumbedingungen erzeugen. Die Luftvolumina sind nicht sehr groß, so dass durch
diese Maßnahme der Betriebsaufwand insbesondere hinsichtlich der zur Verfügungsstellung
von Sterilluft gering gehalten werden kann.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst einen Tauchbadsterilisator, der innen mittels
mindestens einer Trennwand in eine Schmutzseite und eine Reinstraumseite unterteilt
ist, einen Rotationsfüller, der unmittelbar an den reinstraumseitigen Auslauf des
Tauchbadsterilisators angeschlossen ist, einen Verschließer im unmittelbaren Anschluß
an den Rotationsfüller und Einrichtungen, um im Bereich der Flaschentransportbahn
vom reinstraumseitigen Auslauf des Tauchbadsterilisators bis zum Auslauf aus dem Verschließer
Reinstraumbedingungen aufrechtzuerhalten.
[0016] Dadurch, dass die Vorrichtung im Wesentlichen aus zwei Hauptkomponenten, nämlich
dem Tauchbadsterilisator und dem Rotationsfüller besteht, die unmittelbar aneinander
anschließend angeordnet sind, wird der Platzbedarf der gesamten Anlage gering gehalten.
Da des Weiteren Einrichtungen vorgesehen sind, um die Reinstraumbedingungen im Bereich
der Flaschentransportbahn vom Tauchbadsterilisator bis zum Verschließer aufrechtzuerhalten,
ist es nicht erforderlich, den gesamten Raum, in dem der Füller und der Verschließer
angeordnet sind, unter solchen Bedingungen zu betreiben. Einrichtungen, die geeignet
sind diese Reinstraumbedingungen im Bereich der Flaschentransportbahn einzuhalten,
sind z.B. tunnelartige Ummantelungen der Flaschentransportbahn oder Verkleidungen
im Bereich der Füllorgane, die es ermöglichen, gezielt Sterilluft in diese Bereiche
einzuleiten.
[0017] Bei einer bevorzugten Bauweise des Tauchbadsterilisators ist die dort im Inneren
vorgesehene Trennwand eine im Wesentlichen vertikal verlaufende Trennwand. Die Trennwand
kann dadurch einfach die Schmutzseite von der Reinstraumseite trennen.
[0018] Wenn in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung auf der Reinstraumseite
des Tauchbadsterilisators wenigstens zwei Tauchbäder über oder nebeneinanderliegend
angeordnet sind, wird Platz gespart.
[0019] Die Flaschen können dann auf relativ engem Raum verschiedene Behandlungsschritte
durchlaufen.
[0020] In weiterer Ausgestaltung wird der Rotationsfüller und der Verschließer in einem
Reinraum angeordnet, dessen Abmessungen nur um so viel größer sind, dass Wartungsarbeiten
am Füller und Verschließer möglich sind. Die Abmessungen des den Füller und den Verschließer
umgebenden Reinraumes werden somit so klein als möglich gehalten, was wiederum die
Kosten für die Aufrechterhaltung der Reinraumbedingungen senkt.
[0021] In weiterer Ausgestaltung werden die Verschlußelemente, die vom Verschließer auf
die Flaschen aufgebracht werden, von außerhalb des Reinraumes durch eine Desinfektionseinrichtung
hindurch dem Verschließer zugefördert. Dadurch ist sichergestellt, dass auch die Verschlußelemente
hochreinen Anforderungen genügen. Andererseits können die Verschlußelemente ohne Eingriff
in den Reinstraumbereich immer wieder nachgeschoben werden.
[0022] Wenn schließlich außerhalb des Reinraumes wenigstens ein Sterilluftgenerator angeordnet
ist, der über durch den Reinraum verlaufende Leitungen seitlich des Bereiches des
Füllerrotors in den Reinstraumbereich mündet, wird dadurch sichergestellt, dass sterile
Luft, die den hochreinen Anforderungen genügt, direkt in den Bereich der Füllorgane
des Füllers eingeleitet wird, also dort, wo sie eigentlich benötigt wird.
[0023] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
weiter erläutert und beschrieben. Dabei zeigt:
- Figur 1
- die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer schematischen, perspektivischen Ansicht
und
- Figur 2
- einen erfindungsgemäßen Tauchbadsterilisator in schematischer, perspektivischer Ansicht.
[0024] In Figur 1 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer schematischen, perspektivischen
Ansicht dargestellt. Man erkennt einen Tauchbadsterilisator 2, dessen Auslaufseite
in einen Raum 1 mündet, in dem ein Rotationsfüller 3 und ein Verschließer 4 untergebracht
sind. Der Tauchbadsterilisator 2 ist ohne Zwischenschaltung anderer Behandlungsmaschinen
unmittelbar an den Rotationsfüller 3 angeschlossen. Der Raum 1 ist durch eine Decke
22 abgeschlossen, auf der sich ein Sterilluftgebläse 23 befindet. Dieses erzeugt die
sterile Luft unter Einsatz von Filtern, die nicht näher dargestellt sind. Vom Sterilluftgebläse
23 führt eine Leitung 24 in den Bereich, in dem die Füllventile des Rotationsfüllers
3 angeordnet sind.
[0025] Der Verschließer 4 erhält Verschlusskappen aus einem Vorratsbehälter 21 der Verschlußzuführung
5. Von dort werden die Verschlußkappen in ein Desinfektionsbad 6 geleitet und gelangen
durch eine Schleuse 20 über eine Leitung 26 zum Verschließer 4.
[0026] Der Bereich des Einlaufsterns 18, des Verschließers 4 und der Umfangsbereich des
Rotationsfüllers 3 im Bereich der Füllventile ist mit einer Wandung 19 eingefaßt bzw.
umgeben, die bis zum Tauchbadsterilisator 2 reicht. Dadurch wird ein vom Raum 1 abgetrennter
Bereich im Bereich der Flaschentransportbahn und des Flaschenumlaufs geschaffen, in
dem über die Leitung 24 Reinstraumatmosphäre aufrechterhalten werden kann. Dabei bedeutet
Reinstraumatmosphäre eine sehr hohe Keimfreiheit, z.B. in der Größenordnung von weniger
als 100 Keime pro Kubikmeter.
[0027] Der übrige Teil des Raumes 1 steht unter Reinraumbedingungen (Größenordnung weniger
als 10.000 Keime pro Kubikmeter).
[0028] Der in Figur 1 nur teilweise dargestellte Tauchbadsterilisator 2 ist in der Figur
2 in seinem Aufbau schematisch zu erkennen. Grundsätzlich eignet sich als Tauchbadsterilisator
2 zum Einsatz im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung ein Tauchbadsterilisator,
wie er z.B. in der europäischen Patentanmeldung Nr. 92 113 599 beschrieben ist, worauf
hier Bezug genommen wird. Allerdings muss dieser Tauchbadsterilisator 2 so modifiziert
werden, dass zwischen Schmutz- und Reinstraumseite eine klare Trennung stattfindet.
Hierzu ist bei dem in der Figur 2 dargestellten Tauchbadsterilisator 2 eine Trennwand
10 vorhanden. Durch die Trennwand 10 ist der Tauchbadsterilisator 2 in eine Reinstraumseite
9 und eine Schmutzseite 8 unterteilt. Schmutzseite bedeutet dabei, dass auf dieser
Seite keine besondere Keimfreiheit herrscht, sondern normale Bedingungen, die auch
in der Umgebung außerhalb des Tauchbadsterilisators 2 im Bereich des Zuförderbandes
11 vorliegen.
[0029] Innerhalb des Tauchbadsterilisators 2 sind mehrere Tauchbäder verwirklicht. Ein erstes
Tauchbad 14 befindet sich im Bodenbereich. Die Wand 10 reicht mit ihrer Unterkante
27 in dieses Tauchbad 14 hinein und bildet somit eine hydraulische Schleuse. Keime
von der Schmutzseite 8 können somit nicht zur Reinstraumseite 9 gelangen. Seitlich
in Draufsicht im hinteren Drittel des Tauchbadsterilisators 2 ist oberhalb des ersten
Tauchbades 14 eine Dom- und Austropfzone 15 geschaffen. Des Weiteren befindet sich
oberhalb des ersten Tauchbades 14 ein zweites Tauchbad 16 sowie eine weitere Austropfzone
17.
[0030] Die Trennwand 10 besitzt im oberen Bereich ein als hydraulische Schleuse wirkendes
Durchtrittsbad 28, gefüllt mit einem Desinfektionsmittel, durch das die nur in ihrer
Transportbahn 13 dargestellte endlose Förderkette ohne Flaschen 7 zurück von der Reinstraumseite
9 zur Schmutzseite 8 läuft.
[0031] Der Tauchbadsterilisator 2, der Rotationsfüller 3 und der Verschließer 4 sowie die
zugehörigen Transportorgane werden synchron angetrieben, wobei durchgehend ein einreihiger,
kontinuierlicher Flaschentransport realisiert ist. Die Flaschen 7 auf dem Abförderband
12 des Tauchbadsterilisators 2, welches gleichzeitig das Einlaufförderband des Rotationsfüllers
3 darstellt, werden durch ein nicht gezeigtes Transportorgan wie z.B. eine Förderschnecke
oder einen Taschenriemen teilungsgerecht von der Förderkette des Tauchbadsterilisators
2 an den Einlaufstern 18 des Rotationsfüllers 3 übergeben.
[0032] Mit der anhand der Figuren 1 und 2 geschilderten Vorrichtung lässt sich das erfindungsgemäße
Verfahren nun wie folgt durchführen:
[0033] Die in einer Reihe einzeln auf einem Zuförderband 11 ankommenden leeren Flaschen
7 laufen in die Schmutzseite 8 des Tauchbadsterilisators 2 ein, werden dort von der
mit nicht gezeigten Greifern versehenen Förderkette aufgenommen und in spiralförmigen
Bögen (Transportbahn 13) durch den Tauchbadsterilisator 2 hindurchgeführt. Sie gelangen
zunächst in das mit einer geeigneten Sterilisationsflüssigkeit gefüllte Tauchbad 14
auf der Schmutzseite, treten unter der Unterkante 27 der Trennwand 10 im Tauchbad
14 hindurch und werden auf einer spiralförmigen Bahn bis zur Dom- und Austropfzone
15 befördert. Im weiteren Verlauf durchlaufen sie ein zweites, mit Sterilwasser gefülltes
Tauchbad 16, bevor sie dann über eine zweite Austropfzone 17 hinweg zum Abförderband
12 bewegt und dort abgesetzt werden. Durch diese Behandlung in den teilweise übereinanderliegenden
Bädern wird auf engstem Raum ein hoher Reinheitsgrad für die Flaschen 7 geschaffen.
Vom Abförderband 12 treten die Flaschen 7 durch den kurzen Tunnel 29 hindurch und
gelangen in den Eingriffsbereich des Einlaufsterns 18, der sie an den Rotationsfüller
3 zum Füllen übergibt. Am Auslauf des Rotationsfüllers 3 gelangen die Flaschen 7 zum
Verschließer 4 und vom Verschließer 4 dann zum Auslauf 25, wo sie aus dem Raum 1 austreten
und beispielsweise einem nicht dargestellten Etikettierer zugeführt werden. Von der
Reinstraumseite 9 des Tauchbadsterilisators 2 bis hin zum Auslauf des Verschließers
4 ist durch den Tunnel 29 und die Wandungen 19 im Bereich des Einlaufsterns 18, der
Füllorgane des Rotationsfüllers 3 und des Verschließers 4 eine hochreine Sterilluftatmosphäre
geschaffen, die von dem Sterilluftgebläse 23 über die Leitung 24 erzeugt worden ist.
Natürlich können mehrere solcher Sterilluftgebläse eingesetzt und an verschiedenen
Stellen an die Sterilluftbereiche angeschlossen werden, auch am Tauchbadsterilisator
2.
[0034] Die Raumgröße des Raumes 1 ist so gewählt, dass sie nur unwesentlich größer als der
für den Rotationsfüller 3 und Verschießer 4 benötigte Platz ist, so dass zwar eine
Bedienungsperson ohne Weiteres für Wartungsarbeiten Zutritt hat, trotzdem aber das
Volumen insgesamt klein gehalten werden kann. Durch den unmittelbaren Anschluss des
Tauchbadsterilisators 2 an den Rotationsfüller 3 und die Schaffung von Reinstraumbedingungen
in den angegebenen Bereichen genügt es, wenn in dem Raum 1 Reinraumatmosphäre herrscht.
Der Tauchbadsterilisator 2 kann teilweise in den Raum 1 hineinragen.
[0035] Insgesamt weist die Erfindung somit zur Erzeugung hochrein abgefüllter Getränke in
Flaschen oder dergleichen Gefäße einen geringen Raumbedarf auf und erzielt außerdem
einen hohen Reinheitsgrad, weil die Flaschen nach dem Tauchbadsterilisator bis zum
Verschließer ihren hohen Reinheitsgrad beibehalten, also nicht einer einen geringeren
Reinheitsgrad aufweisenden Atmosphäre ausgesetzt werden.
1. Verfahren zum hochreinen Abfüllen von Getränken in Flaschen, insbesondere Kunststoff-
oder Glasflaschen, bei dem die Flaschen (7) zunächst aus normaler Umgebung in die
Schmutzseite (8) eines eine Schmutzseite und eine Reinstraumseite (9) aufweisenden
Tauchbadsterilisators (2) einlaufen; dort auf einer Bahn (13) zumindest ein Tauchbad
(14, 16) durchlaufen und dabei auch mindestens eine die Schmutzseite von der Reinstraumseite
trennende Wand (10) passieren, und dann am Auslauf der Reinstraumseite des Tauchbadsterilisators
(2) an den Einlauf eines Rotationsfüllers (3) übergeben werden, wobei der Rotationsfüller
(3) und ein Verschließer (4) in einem Raum (1) angeordnet sind, in dem Reinraumbedingungen
herrschen und wobei aber vom Auslauf aus dem Tauchbadsterilisator (2) bis zum Verschließer
(4) Reinstraumbedingungen erzeugt sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Flaschen in einem Tauchbad (14) unter einer die Schmutzseite (8) von der Reinstraumseite
(9) trennenden Wand (10) hindurchgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flaschen auf spiralförmigen Bahnen (13) durch den Tauchbadsterilisator (2) hindurchgeführt
werden.
4. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flaschen vom Ausgang des Tauchbadsterilisators (2) bis zum Einlauf in den Rotationsfüller
(3) in einem das Flaschentransportband (12) umgebenden Tunnel (29) laufen, in dem
die Reinstraumbedingungen erzeugt sind.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Tauchbadsterilisator (2), der innen mittels mindestens einer Trennwand (10)
in eine Schmutzseite (8) und eine Reinstraumseite (9) unterteilt ist; einen Rotationsfüller
(3), der unmittelbar an den reinstraumseitigen Auslauf des Tauchbadsterilisators (2)
angeschlossen ist; einen Verschließer (4) im unmittelbaren Anschluss an den Rotationsfüller
(3) und Einrichtungen (19, 23, 29), um im Bereich der Flaschentransportbahn vom reinstraumseitigen
Auslauf des Tauchbadsterilisators (2) bis zum Auslauf aus dem Verschließer (4) Reinstraumbedingungen
aufrechtzuerhalten.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennwand eine im Wesentlichen vertikal verlaufende Trennwand (10) ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Reinstraumseite (9) des Tauchbadsterilisators (2) wenigstens zwei Tauchbäder
(14, 16) neben- oder übereinanderliegend angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotationsfüller (3) und der Verschließer (4) in einem Reinraum (1) angeordnet
sind, dessen Abmessungen nur um so viel größer sind, dass Wartungsarbeiten am Rotationsfüller
(3) und am Verschließer (4) möglich sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass Verschlußelemente, die vom Verschließer (4) auf die Flaschen (7) aufgebracht werden,
von außerhalb des Reinraumes (1) durch eine Desinfektionseinrichtung (6) hindurch
dem Verschließer (4) zugefördert werden.
10. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass außerhalb des Reinraumes (1) wenigstens ein Sterilluftgenerator (23) angeordnet ist,
der über durch den Reinraum (1) verlaufende Leitungen (24) seitlich im Bereich des
Füllerrotors in den Reinstraumbereich mündet.
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass außerhalb des Reinraumes (1) wenigstens ein Sterilluftgenerator (23) angeordnet ist,
der in den Reinstraumbereich des Tauchbadsterilisators (2) mündet.
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Tauchbadsterilisator (2), der Rotationsfüller (3) und der Verschließer (4) synchron
antreibbar sind.
1. A method for high-purity bottling of beverages, especially into bottles made of plastic
material or glass bottles, wherein the bottles (7) first travel from normal surroundings
into the dirt side (8) of a immersion bath sterilizer (2) comprising a dirt side and
an ultraclean-room side (9), where they run on a path (13) through at least one immersion
bath (14, 16) and, in so doing, they pass at least one wall (10) separating the dirt
side from the ultraclean-room side, and at the outlet of the ultraclean-room side
of the immersion bath sterilizer (2) they are then transferred to the inlet of a rotary
filling machine (3), said rotary filling machine (3) and a closing machine (4) being
arranged in a room (1) in which clean-room conditions prevail, whereas ultraclean-room
conditions are created in the area from the outlet of the immersion bath sterilizer
(2) to the closing machine (4).
2. A method according to claim 1, characterized in that, in an immersion bath (14), the bottles are passed below a wall (10) separating the
dirt side (8) from the ultraclean-room side (9).
3. A method according to claim 1 or 2, characterized in that the bottles are conducted through the immersion bath sterilizer (2) on spiral-shaped
paths (13).
4. A method according to at least one of the claims 1 to 3, characterized in that, from the outlet of the immersion bath sterilizer (2) up to the inlet of the rotary
filling machine (3), the bottles move in a tunnel (29) which encompasses the bottle
conveying belt (12) and in which ultraclean-room conditions are created.
5. An apparatus for carrying out the method according to claim 1, characterized by an immersion bath sterilizer (2) the interior of which is divided into a dirt side
(8) and a ultraclean-room side (9) by means of at least one partition (10); a rotary
filling machine (3) connected directly to the outlet of the immersion bath sterilizer
(2) on the ultraclean-room side; a closing machine (4) connected directly to the rotary
filling machine (3), and means (19, 23, 29) for maintaining ultraclean-room conditions
in the area of the bottle conveying path from the outlet of the immersion bath sterilizer
(2) on the ultraclean-room side to the outlet of the closing machine (4).
6. An apparatus according to claim 5, characterized in that the partition is a substantially vertically extending partition (10).
7. An apparatus according to claim 5 or 6, characterized in that on the ultraclean-room side (9) of the immersion bath sterilizer (2) at least two
immersion baths (14, 16) are arranged either side by side or one on top of the other.
8. An apparatus according to at least one of the claims 5 to 7, characterized in that the rotary filling machine (3) and the closing machine (4) are arranged in a clean
room (1) whose dimensions exceed the dimensions of said first-mentioned components
only to such an extent that maintenance work can be carried out at said rotary filling
machine (3) and at said closing machine (4).
9. An apparatus according to at least one of the claims 5 to 8, characterized in that the closure elements, which are attached to the bottles (7) by the closing machine
(4), are supplied to said closing machine (4) from outside the clean room (1) through
a disinfection means (6).
10. An apparatus according to at least one of the claims 5 to 9, characterized in that, outside of the clean room (1), at least one sterile-air blower (23) is arranged,
which, via conduits (24) extending through the clean room (1), opens laterally into
the ultraclean-room region in the area of the filler rotor.
11. An apparatus according to at least one of the claims 5 to 10, characterized in that, outside of the clean room (1), at least one sterile-air blower (23) is arranged,
which opens into the ultraclean-room region of the immersion bath sterilizer (2).
12. An apparatus according to at least one of the claims 5 to 11, characterized in that the immersion bath sterilizer (2), the rotary filling machine (3) and the closing
machine (4) are adapted to be driven synchronously.
1. Procédé de remplissage très pur de boissons dans des bouteilles, en particulier des
bouteilles de plastique ou de verre, dans lequel les bouteilles (7) provenant tout
d'abord d'une ambiance normale entrent dans le côté sale (8) d'un stérilisateur à
immersion (2) comportant un côté sale et un côté d'ambiance très pure (9) ; y traversent
sur un parcours (13) au moins un bain (14, 16) et franchissent ici également au moins
une paroi (10) séparant le côté sale du côté d'ambiance très pure, puis, à la sortie
du côté d'ambiance très pure du stérilisateur à immersion (2), sont transférées à
l'entrée d'une remplisseuse rotative (3), dans lequel la remplisseuse rotative (3)
et une boucheuse (4) sont disposées dans un espace (1), où régnent des conditions
ambiantes pures, mais dans lequel toutefois des conditions ambiantes très pures sont
créées de la sortie hors du stérilisateur à immersion (2) jusqu'à la boucheuse (4).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les bouteilles dans un bain (14) sont acheminées par dessous une paroi (10) séparant
le côté sale (8) du côté d'ambiance très pure (9).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les bouteilles sont acheminées à travers le stérilisateur à immersion (2) sur des
parcours en forme de spirales (13).
4. Procédé selon au moins l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les bouteilles de la sortie du stérilisateur à immersion (2) jusqu'à l'entrée de
la remplisseuse rotative (3) circulent dans un tunnel (29) entourant la bande transporteuse
de bouteilles (12), dans lequel sont créées les conditions ambiantes très pures.
5. Dispositif de mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, caractérisé par un stérilisateur à immersion (2), qui est divisé intérieurement au moyen d'une cloison
de séparation en un côté sale (8) et un côté d'ambiance très pure (9) ; une remplisseuse
rotative (3), qui est raccordée directement à la sortie côté d'ambiance très pure
du stérilisateur à immersion (2) ; une boucheuse (4) raccordée directement à la remplisseuse
rotative (3) et des équipements (19, 23, 29) pour maintenir dans la zone du parcours
de transport des bouteilles des conditions ambiantes très pures, de la sortie côté
d'ambiance très pure du stérilisateur à immersion (2) jusqu'à la sortie hors de la
boucheuse (4).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que la paroi de séparation est une paroi de séparation (10) s'étendant essentiellement
verticalement.
7. Dispositif selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que sur le côté d'ambiance très pure (9) du stérilisateur à immersion (2) sont disposés
au moins deux bains (14, 16) juxtaposés ou superposés.
8. Dispositif selon au moins l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la remplisseuse rotative (3) et la boucheuse (4) sont disposées dans un espace pur
(1), dont les dimensions ne sont supérieures que de manière à ce que les travaux de
maintenance sur la remplisseuse rotative (3) et sur la boucheuse (4) soient possibles.
9. Dispositif selon au moins l'une des revendications 5 à 8, caractérisé en ce que des éléments de bouchage, qui sont apposés par la boucheuse (4) sur les bouteilles
(7), sont amenés à la boucheuse (4), depuis l'extérieur de l'espace pur (1) en passant
par un dispositif de désinfection (6).
10. Dispositif selon au moins l'une des revendications 5 à 9, caractérisé en ce qu'à l'extérieur de l'espace pur (1) est disposé au moins un générateur d'air stérile
(23), qui par l'intermédiaire de conduites (24) s'étendant à travers l'espace pur
(1) débouche, latéralement dans la zone du rotor de remplissage, dans la zone d'ambiance
très pure.
11. Dispositif selon au moins l'une des revendications 5 à 10, caractérisé en ce qu'à l'extérieur de l'espace pur (1) est disposé au moins un générateur d'air stérile
(23), qui débouche dans la zone d'ambiance très pure du stérilisateur à immersion
(2).
12. Dispositif selon au moins l'une des revendications 5 à 11, caractérisé en ce que le stérilisateur à immersion (2), la remplisseuse rotative (3) et la boucheuse (4)
peuvent être entraînés de manière synchrone.