[0001] Die Erfindung betrifft ein magnetbetätigtes Ablaßventil gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Aus dem Datenblatt D 7490/1 der Fa. Heilmeier & Weinlein, März 1996, sind Magnet-Sitzventile
(Typen EM 11 bis 31) bekannt, die in der Schließstellung leckölfrei sind. Diese Ablaßventile
sind kostengünstig und funktionssicher, jedoch als reine Schwarz/Weiß-Ventile nicht
in der Lage, eine deutliche Rampenfunktion zu steuern, d.h. die Durchflußmenge hubabhängig
und druckunabhängig zu regeln. Speziell in Hubmodulen für Hubstapler wird eine Rampenfunktion
benötigt, die bei Verwendung dieser bekannten Ablaßventile, beispielsweise auf elektronischem
Weg, mit beträchtlichem Aufwand herbeigeführt wird, um die Notwendigkeit eines teuren
und aufwendigen Zweiwege-Stromreglers zu umgehen, der auch nicht leckagefrei dicht
wäre.
[0003] Um bei diesem Sitzventiltyp auf hydraulischem Weg eine Rampenfunktion zu erreichen,
ist es aus DE-U-29 61 7922 bekannt, die zwischen dem Vorsteuerventil und dem Magneten
vorgesehene Feder als harte Feder mit steiler Kennlinie auszubilden, zwischen dem
Sitz-Schließelement und dem Hauptventilsitz eine hubabhängige Mengeneinstellvorrichtung
vorzusehen, und das Vorsteuerventil zu modifizieren. Allerdings ist die Rampenfunktion
nicht lastdruckunabhängig.
[0004] Aus DE-A-42 39 321 ist es bekannt, in einem Hubmodul für Hubstapler ein Ablaßventil
als Zweiwege-Stromregler auszubilden, um lastdruckunabhängig eine Rampenfunktion steuern
zu können. Dies ist mit einem hohen Aufwand an Hydraulikomponenten verbunden, wie
er für einfache Hubstapler im Markt nicht akzeptierbar ist, und mit dem Nachteil,
daß das Hubmodul in der Schließstellung nur "staplerdicht" ist, d.h. Lecköl in zwar
geringem, aber dennoch unerwünschten Maß abströmt.
[0005] Bei einem aus EP-A-0 291 140 bekannten Ablaß-Regelventil ist bei dem Hauptventil
keine Druckwaage vorgesehen, sondern ein Differenzdruck-Generator nachgeordnet, der
federbelastet in einer glockenförmigen Hohlraum drückbar ist, um eine Stromdrosselung
vorzunehmen. Bei einer aus EP-A-0 279 315 bekannten hydraulischen Steuervorrichtung,
z.B. für einen Hubzylinder, ist einem Zweiwege-Stromregler eine Druckwaage mit einer
Sitzventilfunktion zugeordnet, die in der Absperrstellung den Steuerdruck leckagefrei
hält. Ein Haupt-Sitzventil ist nicht vorgesehen, sondern eine verstellbare Meßblende,
die den Lastdruck halten soll. Da es schwierig ist, die Meßblende zum Lasthalten zu
verwenden, wird bei den meisten Ausführungsformen ein Schwarz/Weiß-Schaltventil zum
Halten des Lastdrucks vorgesehen.
[0006] Bei einer aus EP-A-0 548 513 bekannten Steuervorrichtung für den Volumenstrom ist
dem Hauptventil keine Druckwaage zugeordnet, so daß keine Lastdruckunabhängigkeit
gegeben ist. Die Schließbewegung des Hauptventils ist über eine Drosselkombination
gedämpft.
[0007] Weiterer Stand der Technik ist enthalten in DE-A-35 37 760 und EP-A-0 041 247.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein baulich einfaches, kleinbauendes magnetbetätiges
Ablaßventil der aus DE-U-29 61 7922 bekannten Bauweise 50 zu verbessern, daß die Rampenfunktion
lastdruckunabhängig ist.
[0009] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruch 1 gelöst.
[0010] Die baulich einfache Kombination des Schwarz/Weiß-Ablaßventiles mit der Druckwaage
führt zur Lastdruck-Unabhängigkeit, so daß ein echter Zweiwege-Stromregler entsteht,
der klein baut und kostengünstig ist. Die in der Druckwaage vorgesehene Sitzventilunktion
stellt in Kombination mit der Sitzventilfunktion im Hauptventil und im Vorsteuerventil
sicher, daß das Ablaßventil in der Schließstellung leckölfrei dicht ist. Denn der
Lastdruck wird im Hauptventil und im Vorsteuerventil leckölfrei abgesperrt, und zusätzlich
auch in der mittels der Sitzventilfunktion dann funktionslos gemachten Druckwaage.
Beim Regelspiel der Druckwaage ist die Sitzventilfunktion eliminiert. In einem Hubstapler
hat das Ablaßventil den Vorteil, die Rampenfunktion lastdrukkunabhängig steuern zu
können, und zwar entweder mit einem Proportionalmagneten oder sogar mit einem herkömmlichen,
in seiner Kennlinie an die harte Federkennlinie angepaßten Magneten. Auch bei einer
langen Betriebspause wird eine gehobene Last oder eine unter Last stehende Komponente
des Hubstaplers gehalten. Es wird sozusagen der gemäß DE-U-29 61 7922 vorgenommene
Kunstgriff, ein Schwarz/Weiß-Ablaßventil durch Verwendung einer harten Feder und eine
spezielle Gestaltung des Hauptsitzventils zu einer Rampenfunktion zu bringen, gewinnbringend
ergänzt durch die Druckwaage, um die Rampenfunktion bzw. Mengenregelung lastdruckunabhängig
zu steuern, und bei der Druckwaage in der Schließstellung Leckage durch die Sitzventilfunktion
zu verhindern. Dies läßt sich mit geringem baulichen Aufwand und einfachen Komponenten
bewerkstelligen, führt zu kleiner Baugröße eines Ablaßventils, das besonders für einfache
Hubstapler zweckmäßig ist.
[0011] Zweckmäßigerweise ist die Druckwaage gemäß Anspruch 2 stromab des Hauptventilsitzes
angeordnet.
[0012] Gemäß Anspruch 3 ist für die Druckwaage nur eine das Schwarz/Weiß-Ventilkonzept nur
unwesentlich beeinflussende Modifikation erforderlich. Der stromab des Hauptventils
eingestellte Druck wird an einer Seite der Druckwaage abgegriffen, während der Lastdruck
zur anderen Seite der Druckwaage gebracht wird, an der auch die Sitzventilfunktion
zum leckölfreien Absperren vorgesehen ist. Das Ablaßventil läßt sich im gleichen Einbauraum
unterbringen wie ein herkömmliches Schwarz/Weiß-Ablaßventil.
[0013] Herstellungstechnisch einfach ist gemäß Anspruch 4 der Blendenkolben als Schieberteil
mit integrierter Kegeldichtfläche ausgebildet.
[0014] Gemäß Anspruch 5 arbeitet der Blendenkolben mit seinem Regelende bis auf eine Drosselöffnung
oder eine Steuerkerbe schieberdicht mit der Abströmöffung zusammen. Die Drosselöffnung
bzw. die Steuerkerbe gewährleistet u.a., das ordnungsgemäße Schließen des Hauptventils
und kann auch bei der Mengenregelung benutzt werden.
[0015] Gemäß Anspruch 6 sind die beidseitigen Beaufschlagungsflächen des Blendenkolbens
gleich groß.
[0016] Gemäß Anspruch 7 ist in der Absperrstellung des Kolbens eine positive Überdeckung
vorhanden, die aber nur schieberdicht zu sein braucht.
[0017] Baulich einfach wird der Kolben gemäß Anspruch 8 in direkter Verlängerung des Hauptventilsitzes
angeordnet.
[0018] Gemäß Anspruch 9 wird die ohnedies für den Hauptventilsitz vorgesehene Hülse verlängert,
um die Bohrung für den Kolben und den Ventilsitz für die zusätzliche Dichtfunktion
unterzubringen. Der den Lastdruck auf die Druckwaage bringende Verbindungskanal kann
in der Hülse vorgesehen sein. Es ist aber auch denkbar, den Lastdruck auf andere Weise
in die Druckwaage zu führen.
[0019] Gemäß Anspruch 10 enthält die Hülse den Hauptventilsitz und die Drossel, über welche
das Vorsteuerventil die Öffnungs- und Schließbewegungen des Hauptventils steuert.
Zweckmäßigerweise ist diese Drossel kleiner als oder höchstens so groß wie der Durchgang
des Vorsteuerventils, wobei der Durchgang des Vorsteuerventils zweckmäßigerweise höchstens
die Größe einer Bohrung mit einem Durchmesser von 0,6 mm aufweist.
[0020] Gemäß den Ansprüchen 11 und 12 kann die Feder des Kolbens der Druckwaage altemativ
außen den Kolben umgeben oder innen im Kolben untergebracht sein, im letztgenannten
Fall zur Verminderung der Baugröße.
[0021] Gemäß Anspruch 13 ist das Vorsteuerventil ebenfalls leckagefrei dicht (Sitzventil),
wobei die Feder eine harte Feder mit steiler Kennlinie ist, um bei entsprechender
Abstimmung des Magneten die Rampenfunktion zu steuern.
[0022] Zweckmäßig ist es ferner gemäß Anspruch 14 das Hauptventil mit einer Mengeneinstellvorrichtung
versehen, die das Schwarz/Weiß-Ventil ähnlich einem Regelventil werden läßt, das mit
der Druckwaage lastdruckunabhängig arbeitet.
[0023] Wie dies bei solchen Ablaßventilen in Schwarz/Weiß-Bauweise üblich ist, wird gemäß
den Ansprüchen 15 oder 16 eine Verschaltung gewählt, bei der das Hauptventil bei stromlosem
Magneten absperrt oder offen ist. In der Schließstellung des Hauptventils ist leckagefreie
Dichtheit gewährleistet.
[0024] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein Ablaßventil, das bei stromlosem Magneten leckagefrei
dicht absperrt,
- Fig. 2
- eine andere Ausführungsform eines Ablaßventils, das bei stromlosem Magneten leckagefrei
absperrt,
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform eines Ablaßventils in einem Langsschnitt, wobei das Ablaßventil
bei stromlosem Magneten frei durchgängig und in der Schließstellung leckagefrei dicht
ist,
- Fig. 4 + 5
- schematische Blockschaltbild-Darstellungen der Ausführungsformen des Ablaßventils
der Fig. 1 und 3, und
- Fig. 6
- ein Diagramm (Stromstärke bzw. Druck über der Menge) zum Ansprechverhalten des Ablaßventils.
[0025] Ein Ablaßventil A in Fig. 1 ist als Zweiwege-Stromregler Z ausgelegt und weist zwischen
einer Leitung 2, die den zu steuernden Druck P bzw. eine zu regelnde Menge führt,
und einer zu einem Tank T führenden Ablaßleitung 3 ein als Sitzventil ausgebildetes
Hauptventil H auf. In einem als Einschraubeinsatz ausgebildeten Gehäuse 4 ist ein
Magnet M, zweckmäßigerweise Porportionalmagnet oder ein in seiner Kennlinie modifizierter
einfacher Schaltmagnet für ein im Hauptventil H angeordnetes Vorsteuerventil V angeordnet,
mit welchem das Hauptventil H betätigt wird. Ferner ist, zweckmäßigerweise stromab
des Hauptventils H, eine Druckwaage W vorgesehen.
[0026] Im Magneten M sind ein stationärer Teil 6 und ein bei Strombeaufschlagung einer Magnetspule
8 nach oben verstellbarer Magnetanker 7 enthalten. Eine am Teil 6 abgestützte harte
Feder 9 mit steiler Kennlinie beaufschlagt einen Strößel 10, dessen beispielsweise
kegeliges Ende ein Schließglied 11 für das Vorsteuerventil V bildet und mit einem
Ventilsitz eines Durchgangs 14 in einem Sitz-Schließelement 13 des Hauptventils H
zusammenarbeitet. Das Vorsteuerventil V ist ein Sitzventil, das in seiner Schließstellung
leckagefrei dicht ist. Das Vorsteuerventil V überwacht die Verbindung zwischen einer
mit einem Steuerdruck beaufschlagbaren Steuerkammer 12 und der Abströmleitung 3. Zwischen
der Steuerkammer 12 und der Leitung 2 ist eine Drossel D vorgesehen. Das Sitz-Schließelement
13 des Hauptventils H besitzt eine kegelige oder ballige Dichtfläche 15, die mit einem
Hauptventilsitz 17 zusammenarbeitet, der wie die Drossel D in einer in die Leitung
3 eingesetzten Hülse 5 angeordnet ist. Die Hülse 5 ist mit dem Gehäuse 4 verschraubt.
[0027] Die Beaufschlagungsfläche des Sitz-Schließelementes 13 in der Steuerkammer 12 ist
größer als der Querschnitt des Hauptventilsitzes 17 des Hauptventils H. Stromab des
Hauptventilsitzes 17 ist ein Bohrungsabschnitt 18 vorgesehen, der mit einem Ringflansch
16 des Sitz-Schließelementes 13 eine Mengeneinstellvorrichtung bildet. Der Ringflansch
16 ist im Anschluß an die Dichfläche 15 des Sitz-Schließelementes 13 vorgesehen, derart,
daß bei geschlossenem Hauptventil H der Ringflansch 16 in den Bohrungsabschnitt 18
eintaucht. In der Schließstellung ist das Hauptventil H leckagefrei dicht.
[0028] Der Bohrungsabschnitt 18 wird in Fig. 1 verlängert durch eine Bohrung 19, von der
seitliche Abströmöffnungen 20 (in Form von Blendenschlitzen oder Blendenbohrungen)
zur Leitung 3 führen. In der Bohrung 19 ist ein Kolben K der Druckwaage B nach Art
eines Schiebers geführt. Dieser weist dem Hauptventil H zugewandt ein Regelende 21
und dem Hauptventil H abgewandt eine kegelige oder ballige Dichtfläche 23 auf, welche
mit einem Sitz 22 in der Hülse 5 mit einer Sitzventilfunktion (leckölfrei dicht) zusammenwirkt,
wenn sich der Kolben K der Druckwaage W in der in Fig. 1 gezeigten Absperrstellung
befindet, in der sein Regelende 21 z.B. mit einer positiven Überdeckung U die Abströmöffnungen
20 absperrt. Die Sitzventilfunktion des Kolbens K der Druckwaage W ist mit S angedeutet.
Ein unteres Ende 24 des Kolbens K befindet sich in einer Kammer 28, die über einen
Kanal 27 mit der Leitung 2 verbunden ist.
[0029] Das Ende 24 wird durch eine Feder 25 in Fig. 1 nach unten beaufschlagt, wobei sich
die Feder 25 in der Hülse 5 abstützt. Die Feder 25 umgibt den Kolben K außen.
[0030] In der Steuerkammer 12 kann eine schwache Schließfeder 29 für das Sitz-Schließelement
13 vorgesehen sein. Am Regelende 21 kann eine Steuerkerbe oder -fase F vorgesehen
sein, die einen vorbestimmten, kleinen Abströmquerschnitt zur Abströmöffnung 20 auch
in der Absperrstellung des Kolbens K offen läßt.
[0031] Da bei stromlosem Magneten M die Feder 9 das Vorsteuerventil V geschlossen hält und
die Beaufschlagungsfläche des Sitz-Schließelementes 13 in der Steuerkammer 12 größer
ist als die Querschnittsfläche des Hauptventilsitzes 17, wird bei stromlosem Magneten
das Hauptventil H geschlossen gehalten. Da das Vorsteuerventil V und das Hauptventil
H in ihren Schließstellungen leckagefrei dicht sind, wird auch der Kolben K der Druckwaage
W in seiner Absperrstellung gehalten und liegt die Dichtfläche 23 am Sitz 22 an, so
daß auch die Kammer 28 leckagefrei abgesperrt wird. In der Schließstellung (in Fig.
1 bei stromlosem Magneten) ist das Ablaßventil somit leckagefrei dicht.
[0032] Wird die Spule 8 des Magneten M mit Strom einer bestimmten Stromstärke beaufschlagt,
dann zieht der Magnetanker 7 den Stößel 10 gegen die Kraft der Feder 9 nach oben.
Das Vorsteuerventil V wird geöffnet. Der Steuerdruck in der Steuerkammer 12 verändert
sich über den Durchgang 14 auf vorbestimmte Weise. Der Druck in der Leitung 2 hebt
bei entsprechendem Abfall des Steuerdrucks das Sitz-Schließelement 13 vom Hauptventilsitz
H ab, wobei aufgrund eines langsamen Ansprechverhaltens und der Mengeneinstellvorrichtung
im Hauptventil H der Druck P in der Leitung 2 nicht schlagartig entlastet wird, sondern
mit einer vorbestimmten Rampenfunktion. Die Menge würde allerdings ohne Druckwaage
W in Abhängigkeit von der Höhe des Druckes P variieren. Um eine druckunabhängige Steuerung
zu erzielen, wirkt der Kolben K der Druckwaage druckkompensierend und blendenartig
mit den Abströmöffnungen 20 zusammen, wobei er seine Absperrstellung aufgibt, sobald
der Druck stromab des Hauptventilsitzes auf einen Wert angewachsen ist, der dem in
der Kammer 28 herrschenden Druck P abzüglich der Kraft der Feder 25 entspricht. Dank
der Druckwaage W erfolgt die Mengenregelung dann druckunabhängig, wobei beim Regelspiel
des Kolbens K die Sitzventilfunktion S zwischen der Dichtfiäche 23 und dem Dichtsitz
22 aufgehoben ist. Die Druckwaage hält die Druckdifferenz entsprechend der Stromstärke
konstant. Dabei ist es zweckmäßig, daß die Feder 9 eine harte Feder mit steiler Kennlinie
ist, daß im Hauptventil H die Mengeneinstellvorrichtung vorhanden ist, und daß der
Durchgang 14 des Vorsteuerventils relativ klein ist, beispielsweise nicht größer als
eine Bohrung mit 0,6 mm Durchmesser. Die Drossel D ist auf den Durchgangsquerschnitt
des Durchganges 14 derart abgestimmt, daß sie maximal gleich groß ist.
[0033] Wird die Bestromung der Spule 8 verringert, dann erhöht das Vorsteuerventil V erneut
den Steuerdruck in der Steuerkammer 12, so daß das Hauptventil H den Durchgang mengeneinstellend
verkleinert, wobei die Druckwaage W weiterhin für die Druckunabhängigkeit sorgt.
[0034] Wird die Bestromung der Spule 8 vollständig aufgehoben, dann schließt die Feder 9
das Vorsteuerventil V. Der Steuerdruck in der Steuerkammer 12 drückt das Sitz-Schließelement
13 auf den Hauptventilsitz H. Der Druck P in der Kammer 28 schiebt den Kolben K in
seine Absperrstellung. Das Vorsteuerventil, das Hauptventil H und die auf dem Dichtsitz
22 aufsitzende Dichtfläche 23 stellen die gewünschte Ieckagefreie Dichtheit her. Der
Druck P wird gehalten.
[0035] Das Ablaßventil A wird beispielsweise in einem Hubmodul eines Hubstaplers (oder für
einen Kipper) verwendet, bei dem ein mit dem Druck P beaufschlagbarer Verbraucher
gegen eine Last arbeitet, um diese mit vorbestimmter und durch die Bestromung des
Magneten M eingestellter Geschwindigkeit zu bewegen und in der Schließstellung zu
halten. Das Ablaßventil A befindet sich im Hubmodul zwischen der Beaufschlagungsleitung
des Verbrauchers und dem Tank (s. DE-A-42 39 321) und kann zur Hebe- und Senksteuerung
oder nur zur Senksteuerung eingesetzt werden. Ist das Ablaßventil A bei stromlosem
Magneten M geschlossen, so läßt es sich beispielsweise zur Senksteuerung verwenden,
um eine Last druckunabhängig zu senken, die zuvor beispielsweise durch Steuerung der
Pumpe gehoben wurde. Zum Senken wird bei abgetrennter Pumpe die Geschwindigkeit der
Senkbewegung durch die über das Ablaßventil A abströmende Menge gesteuert, und zwar
im vorliegenden Fall unabhängig vom jeweils herrschenden Druck P.
[0036] In Fig. 2 ist das Ablaßventil A mit gleicher Funktion wie in Fig. 1 (Zweiwege-Stromregler
Z) hinsichtlich der Druckwaage W gegenüber Fig. 1 modifiziert. Und zwar ist der Kolben
K ein Topfkolben und ist die Feder 25 innen in dem Topfkolben derart angeordnet, daß
sie sich mit ihrem unteren Ende am Kolben K und mit ihrem oberen Ende an einem Anschlag
32 abstützt, der an einem Stift 31 angeordnet ist, welcher sich im Kolben K verschieben
läßt. Der Anschlag 32 kann sich in der Bohrung 19 an einem Übergang zum im Durchmesser
kleinerem Bohrungsabschnitt 18 in Druckrichtung nach oben abstützen. Der Kolben K
hat dadurch z.B. eine größere Beaufschlagungsfläche als den Querschnitt des Hauptventilsitzes
17. Anstelle der Steuerkerbe F von Fig. 1 ist im Kolben K der Fig. 2 wenigstens eine
Drosselföffnung F' zur Abströmöffung 20 vorgesehen. Der Federraum des Kolbens K ist
mit 30 angedeutet.
[0037] In Fig. 3 ist das als Zweiwege-Stromregler arbeitende Ablaßventil A, das im Aufbau
der Ausführungsform der Fig. 1 gleicht, so ausgelegt, daß bei stromlosem Magneten
M die Verbindung zwischen der Leitung 2 und der Abströmleitung 3 offen ist. Der stationäre
Teil 6 des Magneten M ist unterhalb des nach unten verschiebbaren Ankers 7 angeordnet.
Die harte Feder 9 mit steiler Kennlinie stützt sich unten im Teil 6 ab und beaufschlagt
den Stößel 10 und damit den Anker 7 nach oben, so daß bei stromlosem Magneten M das
Vorsteuerventil V geöffnet und das Sitz-Schließelement 13 des Hauptventils H vom Hauptventilsitz
17 abgehoben ist. Der Kolben K der Druckwaage wird bei offenem Hauptventil H aus der
gezeigten Absperrstellung nach unten verschoben, um den Strömungsweg freizugeben.
[0038] In einem Hubstapler kann das Ablaßventil A von Fig. 3 z.B. zur Hebe- und Senksteuerung
eingesetzt werden. Bei eingeschalteter Pumpe strömt das Druckmittel über das offene
Ablaßventil A ab. Mit zunehmender Bestromung des Magneten M wird das Hauptventil H
geschlossen und werden der Druck P und die Menge für den Verbraucher entsprechend
der Bestromung gesteigert, wobei die Druckwaage W für die Druckunabhängigkeit der
Mengenregelung sorgt. Bei voller Bestromung und geschlossenem Hauptventil H wird die
gesamte verfügbare Menge zum Verbraucher geführt. Ist die Last anzuhalten, werden
die Versorgungspumpe abgeschaltet und der Lastdruck leckagefrei gehalten. Die Senksteuerung
erfolgt unter Verminderung der Bestromung des Magneten M durch Regeln der Menge, die
dank der Druckwaage W lastdruckunabhängig zum Tank T abströmt. In Fig. 3 könnte die
Feder 25 des Kolbens K wie in Fig. 2 im Inneren des Kolbens angeordnet sein. Außerdem
ist der Kolben K ohne Fase oder Kerbe ausgebildet.
[0039] Fig. 4 verdeutlicht in symbolischer Darstellung das Ablaßventil A als Zweiwege-Stromregler
in der Auslegung gemäß den Fig. 1 und 2, d.h. ohne Bestromung des Magneten M geschlossen.
Das Vorsteuerventil V ist der Einfachheit halber in Fig. 4 nicht dargestellt. Dank
der Sitzventilfunktion im Hauptventil H und der Sitzventilfunktion S der Druckwaage
A in der Absperrstellung des Kolbens K wird der Druck P leckagefrei gehalten, obwohl
die Druckwaage W für die saubere Regelung nur schieberdicht zu sein braucht.
[0040] In Fig. 5 ist das Ablaßventil A als Zweiwege-Stromregler Z entsprechend der Ausführungsform
der Fig. 3 symbolhaft dargestellt, d.h., stromlos offen. Die Sitzventilfunktion im
Hauptventil H ist wie auch die Sitzventilfunktion S der Druckwaage P (die Dichtfläche
23 ist vom Sitz 22 abgehoben) dann nicht gegeben. Hingegen ist bei voller Bestromung
des Magneten M leckagefreie Dichtheit im Hauptventil H und bei der Druckwaage W gegeben,
da das Hauptventil H den Druck P leckagefrei absperrt und die Sitzventilfunktion S
der Druckwaage W zum Tragen kommt.
[0041] Fig. 6 verdeutlicht in einem Diagramm zur Stromstärke I über der Menge Q mit der
ausgezogenen Kurve P, wie die Menge Q unabhängig vom Druck P nur über die Stromstärke
I geregelt wird, und zwar entweder die Menge, die zum Verbraucher strömt oder die
Menge, die aus dem Verbraucher abströmt. Die gestrichelten Kurven P' und P'' deuten
an, wie das Ablaßventil A ohne die dem Hauptventil direkt zugeordnete und stromab
des Hauptventils angeordnete Druckwaage die Menge Q nur druckabhängig einstellen könnte.
Dies bedeutete, daß bei einer bestimmten Stromstärke I die Menge Q bei niedrigerem
Druck P' kleiner wäre als bei der gleichen Stromstärke I und höherem Druck P'', und
auch, daß trotz gleicher Stromstärke unterschiedliche Geschwindigkeiten aufträten.
Die ausgezogen gezeichnete Kurve P verdeutlich hingegen, daß die Menge Q und damit
die Geschwindigkeit des Verbrauchers druckunabhängig mit der Stromstärke I gesteuert
werden.
[0042] Im Kern wird aus einem leckagedichten Schwarz/Weiß-Ventilkonzept mit geringfügigen
Modifikationen und einer Druckwaage mit Sitzventilfunktion ein vollwertiger Zweiwege-Stromregler
gebildet, der kostengünstig und kompakt ist.
1. Magnetbetätigtes Ablaßventil (A) zwischen einem Lastdruckanschluß (P) und einem Ablaßanschluß
(T), insbesondere für ein Hubmodul eines Hubstaplers, mit einem einem Hauptventilsitz
(17) zugeordneten Sitz-Schließelement (13), das in Schließrichtung von einem veränderbaren
Unterschied zwischen dem Ablaßdruck und einem vom Lastdruck abgeleiteten Steuerdruck
beaufschlagbar ist, und mit einem durch den Magneten (M) betätigbaren Vorsteuerventil
(V) für den Steuerdruck, dadurch gekennzeichnet, daß dem vom Hauptventilsitz (17) und dem Sitz-Schließelement (13) gebildeten Hauptventil
(H) eine Druckwaage (W) mit Sitzventil-Dichtfunktion (S) zugeordnet ist, die mit dem
Hauptventil (H) einen lastdruckunabhängigen Zweiwege-Stromregler (Z) bildet, der unter
dem Lastdruck und in Schließstellung des Hauptventils leckagefrei dicht ist.
2. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckwaage (W) stromab des Hauptventilsitzes (17) angeordnet ist.
3. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach wenigstens einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckwaage (W) ein Kolben (K) vorgesehen ist, der schieberartig in einer
Bohrung (19) aus einer wenigstens eine seitliche Abströmöffnung (20) zum Ablaßanschluß
(T) verschließenden Sperrstellung bis zur Freigabe der Abströmöffung (20) verschiebbar
und in Richtung auf die Sperrstellung vom Lastdruck (P), in entgegengesetzter Richtung
hingegen von einer Feder (25) und einem Druck stromab des Hauptventilsitzes (17) und
des Vorsteuerventils (V) beaufschlagt ist, und daß der Kolben (K) zum Absichern des
Lastdrucks in der Sperrstellung eine Dichtfläche (23) aufweist, die auf einen stationären
Hilfsventilsitz (22) aufsetzbar ist.
4. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (K) einen Schieberteil mit einem Regelende (21) und keine kegelige
Dichtfläche (23) aufweist.
5. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (K) wenigstens eine Drosselöffnung (F') oder eine Steuerkerbe (F')
aufweist, die in der Absperrstellung eine gedrosselte Verbindung vom Vorsteuerventil
(V) zur Abströmöffnung (20) bildet.
6. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiderseitigen Beaufschlagungsflächen des Kolbens (K) für den Lastdruck (P)
und den Druck stromab des Hauptventils (H) gleich groß sind.
7. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (K) in der Absperrstellung die Abströmöffnung (20) mit positiver Überdeckung
(U) abdeckt.
8. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (K) in direkter Verlängerung des Hauptventilsitzes (17) angeordnet
ist und mit seinem Regelende (21) zum Hauptventilsitz (17) weist.
9. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach wenigstens einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (19) für den Kolben (K) in einer Hülse (5) ausgebildet ist, in der
die Abströmöffnung (20), eine durch den Kolben (K) begrenzte Druckkammer (28), ein
Verbindungskanal (27) vom Lastdruckanschluß (2) zur Druckkammer (28) und zwischen
der Druckkammer (28) und der Bohrung (19) der Hilfsventilsitz (22) angeordnet sind.
10. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der Hülse (5) der Hauptventilsitz (17) eine wirkungsmäßig zwischen dem Lastdruckanschluß
(2) und dem Vorsteuerventil (V) eingeordnete Drossel (D) vorgesehen ist.
11. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (25) des Kolbens (K) in der Druckkammer (28) zwischen einem Widerlager
in der Hülse (5) und einem Anschlag am Kolben (K) angeordnet ist und den Kolben (K)
außen umgibt.
12. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (25) des Kolbens (K) innen im Kolben (K) zwischen einem Anschlag des
Kolbens und einem an der Hülse (5) abgestützten Widerlager (32) angeordnet ist.
13. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorsteuerventil (V) ein Sitzventil mit einem vom Magneten (M) gegen die Kraft
einer Feder (9) verstellbaren Schließglied (10) und einem Durchgang (14) im Sitz-Schließelement
(13) ist, und daß die Feder (9) eine harte Feder mit steiler Kennlinie ist.
14. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitz-Schließelement (13) an seinem in der Schließstellung durch den Hauptventilsitz
(17) ragenden Ende mit einem Ringflansch (16) ausgebildet ist, der mit einem Bohrungsabschnitt
(18) stromab des Hauptventilsitzes (17) eine hubabhängige Mengeneinstellvorrichtung
bildet.
15. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitz-Schließelement (13) bei stromlosem Magneten (M) unter der Kraft der
Feder (9) den Hauptventilsitz (17) schließt, und daß Kolben (K) vom Lastdruck in der
Sperrstellung gehalten wird.
16. Magnetbetätigtes Ablaßventil nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitz-Schließelement (13) bei stromlosem Magneten (M) durch die Feder (9)
vom Hauptventilsitz (17) abgehoben ist, und daß der Kolben (K) durch die Feder (25)
aus der Sperrstellung verstellt ist.