[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Verpackungstechnik und bezieht sich auf ein
Verfahren und auf eine Vorrichtung gemäss den Oberbegriffen der entsprechenden, unabhängigen
Patentansprüche. Das Verfahren und die Vorrichtung dienen zum Umreifen von im wesentlichen
quaderförmigen Gegenständen oder von Stapeln von Gegenständen wie beispielsweise von
Stapeln von Zeitungen oder Zeitschriften, die aufeinander folgend in eine Umreifungsposition
und nach der Umreifung aus dieser hinaus gefördert werden.
[0002] Gemäss dem Stande der Technik werden Gegenstände oder Stapel von Gegenständen, die
auf einem Förderweg zugefördert werden, quer zu dieser Förderrichtung umreift mit
Hilfe eines sich schlaufenförmig um den Förderweg erstreckenden Bandkanales, in dessen
Bereich der zu umreifende Gegenstand gestoppt wird. Eine im Bandkanal positionierte
Bandschlaufe wird dann aus dem Bandkanal gezogen, um den Gegenstand gespannt und beispielsweise
durch Verschweissen um den Gegenstand geschlossen.
[0003] Auch für Umreifungen parallel zur Förderrichtung sind entsprechende Bandkanäle anwendbar,
wenn dafür gesorgt wird, dass der Bandkanal die Wegförderung des umreiften Gegenstandes
nicht behindert. Dies wird beispielsweise realisiert, indem der Bandkanal oder Teile
davon derart beweglich ausgestaltet werden, dass sie vor der Wegförderung des umreiften
Gegenstandes aus dem Förderweg entfernt werden können (z.B. DE-4421661), oder indem
Bandkanalteile, die die Weiterförderung behindern könnten, seitlich des Förderweges
angeordnet werden und das Band erst beim Herausziehen aus dem Bandkanal in den Bereich
der Föderbahn bewegt wird (DE-4230730).
[0004] Gemäss dem Stande der Technik werden Gegenstände auch in zwei zueinander im wesentlichen
senkrecht stehenden Richtungen umreift, indem eine Mehrzahl von Vorrichtungen, wie
sie oben kurz beschrieben sind, sequentiell hintereinander angeordnet oder ineinander
integriert werden. Einfache Anordnungen weisen zwei sequentiell hintereinander angeordnete
Querumreifungsvorrichtungen auf, wobei die Förderrichtung der zu umreifenden Gegenstände
zwischen den beiden Vorrichtungen um 90° geändert oder die zu umreifenden Gegenstände
um 90° gedreht werden.
[0005] Vorrichtungen zur simultanen Längs- und Querumreifung mit Hilfe von Bandkanälen sind
beispielsweise beschrieben in den Publikationen DE-3909223 und US-5078057. Diese Vorrichtungen
sind sowohl bezuglich Mechanik als auch bezüglich Steuerung aufwendig. Ferner sind
die Methoden mit Bandkanälen, insbesondere für die Längsumreifung beschränkt auf schmales
Umreifungsmaterial, d.h. sie sind nur anwendbar zum Umreifen, nicht aber zum Umhüllen
mit einem breiteren Material, und die Bandkanäle sind nur dann vorrichtungsmässig
einfach, wenn Umreifungsmaterial verwendet wird, das eine genügende Stabilität aufweist,
um in den Kanal geschoben werden zu können.
[0006] Dies gilt auch für die relativ einfache Vorrichtung mit zwei im Bereiche einer Umreifungsposition
schief zur Förderrichtung angeordneten Bandkanälen (DE-3303956) in deren Wirkungsbereich
die zu umreifenden Gegenstände oder Stapel mit ihrer Diagonale parallel zur Förderrichtung
gefördert werden müssen.
[0007] Zur Umreifung parallel zum Förderweg (Längsumreifung) sind auch Methoden bekannt,
in denen das Umreifungsmaterial (z.B. Band) von zwei relativ zum Förderweg einander
gegenüberliegenden Seiten (oben/unten, links/rechts) zugeführt wird. Die Enden der
von je einer Seite zugeführten Bänder werden miteinander verbunden, sodass das Band
vorhangartig quer durch den Förderweg des zu umreifenden Gegenstandes oder Stapels
hindurch gespannt ist. Der Gegenstand oder Stapel wird auf dem Förderweg gegen das
über den Förderweg gespannte Band bewegt, sodass sich dieses auf dessen Vorderseite
legt und mitgezogen wird. Wenn die Hinterseite des zu umreifenden Gegenstandes die
Stelle des Bandvorhanges durchschritten hat, werden die beiden Bänder auf der Hinterseite
des Gegenstandes oder Stapels wieder verbunden und abgetrennt, derart, dass die zwei
abgetrennten Bandstücke parallel zur Förderrichtung um den Gegenstand geschlossen
sind und dass für den Folgegegenstand das Band wiederum durch den Förderweg hindurch
gespannt ist.
[0008] Vorrichtungen zur Durchführung dieser Art von Längsumreifung sind beispielsweise
beschrieben in den Publikationen EP-225665, EP-592049, DE-2548786 oder DE-2513668.
In denselben Publikationen sind auch Vorrichtungen zum Verbinden und Abtrennen der
Bänder aus den beiden Bandquellen beschrieben.
[0009] Nach demselben Prinzip arbeiten auch Vorrichtungen, in denen das Umreifungsmaterial
nur von einer Seite zugeführt wird und in denen das freie Bandende mit Hilfe eines
bewegbaren Greifers oder eines ähnlichen mechanischen Mittels durch den Förderweg
gespannt und um den zu umreifenden Gegenstand geschlossen wird.
[0010] Die Umreifung unter Verwendung eines durch den Förderweg gespannten Umreifungsmaterials
ist, wie die weiter oben beschriebenen Methoden mit Bandkanal anwendbar für relativ
schmale und relativ steife Umreifungsbänder. Sie ist aber auch einfach adaptierbar
für die Verwendung von breiteren Umreifungsmaterialien und zur Verwendung von Umreifungsmaterialien,
die keine oder eine nur sehr geringe Eigensteifigkeit aufweisen. Gegenstände und Stapel
von Gegenständen können also mit diesen letztgenannten Methoden auch beispielsweise
mit dünnen Folien aus Kunststoff, die im wesentlichen dieselbe Breite aufweisen wie
die zu umreifenden Gegenstände oder breiter sind als diese, "umreift" oder besser
gesagt umhüllt werden.
[0011] In der Publikation EP-113874 ist auch eine Kombination einer Querumreifung mit der
oben beschriebenen Längsumreifung beschrieben. In dieser Kombination ist aber mindestens
in Längsrichtung nur eine Umreifung ohne nennenswerte Spannung, wie dies für Umreifungen
im Sinne von Umhüllungen mit Folien üblich ist, möglich.
[0012] Die Erfindung stellt sich nun die Aufgabe, ein Verfahren zur Umreifung von hintereinander
zugeförderten, im wesentlichen quaderförmigen Gegenständen oder Stapeln aufzuzeigen.
Mit dem erfindungsgemässen Verfahren soll es möglich sein, mit einer einfachen Vorrichtung
und weitgehend unabhängig vom Umreifungsmaterial (verschiedene Breiten, verschiedene
Anforderungen an die für die Umreifung notwendige Spannung) stabile Umreifungen zu
erstellen. Zusätzlich soll das Verfahren eine hohe Flexibilität betreffend Umreifungsart
(Längsumreifung, Querumreifung, Kreuzumreifung) ermöglichen, wobei die Zykluszeit
im wesentlichen unabhängig sein soll von der gewünschten Umreifungsart und wobei ausser
dem Stopp in der Umreifungsposition die Förderung der zu umreifenden und umreiften
Gegenstände möglichst kontinuierlich und geradlinig bleiben soll. Ferner ist es eine
Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen.
[0013] Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Vorrichtung, wie sie in den
Patentansprüchen definiert sind.
[0014] Das erfindungsgemässe Verfahren basiert auf einer Kombination eines Längsumreifungsverfahrens
mit einem über den Förderweg gespannten, ersten Umreifungsmaterial (Umreifung parallel
zum Förderweg) und eines Querumreifungsverfahrens beispielsweise mit Hilfe einer quer
zum Förderweg ausgerichteten Kanalschlaufe (Umreifung quer zum Förderweg). Dabei ist
das erste Umreifungsmaterial am Eingang zu einer Umreifüngsposition über den Förderweg
gespannt und die Kanalschlaufe ist beispielsweise in der Mitte derselben, einzigen
Umreifüngsposition (für eine im wesentlichen mittige Querumreifung) angeordnet, sodass
das erste Umreifungsmaterial im wesentlichen bereits um den zu umreifenden Gegenstand
geschlungen ist, wenn dieser in der Umreifungsposition gestoppt wird. Wenn der Gegenstand
in der Umreifungsposition still steht, wird im wesentlichen gleichzeitig mit dem Spannen,
Schliessen und Abtrennen der Längsumreifung die Querumreifung aus dem Kanal umgelegt,
gespannt, geschlossen und abgetrennt. Damit die Längs- und Querumreifung unabhängig
voneinander mit einer genügenden Spannung erstellt werden können, sind insbesondere
für die Umreifung von komprimierbaren Gegenständen oder Stapeln entsprechend ausgestaltete
und angetriebene Press- und gegebenenfalls Stabilisierungsmittel vorzusehen.
[0015] Für Gegenstände, die nur längs umreift werden sollen, wird die Querumreifung nicht
initiiert. Für Gegenstände, die nur quer umreift werden sollen, wird das aufgespannte
erste Umreifungsmaterial derart verschoben, dass es neben dem Förderweg oder oberhalb
des Förderweges verläuft und der Gegenstand passieren kann, ohne das aufgespannte
Umreifungsmaterial mitzunehmen. Für eine mehrfache Querumreifung kann der Gegenstand
in der Umreifungsposition leicht verschoben werden oder können eine Mehrzahl von Bandkanälen
vorgesehen sein. Für eine mehrfache Längsumreifung können entsprechend mehrere Umreifungsmaterialien
durch den Förderweg aufgespannt werden. Das Umreifungsmaterial für die Längsumreifung
kann ein Umreifungsband sein oder ein breiteres Umhüllungsmaterial, wie beispielsweise
eine Kunststoffolie. Ein derartiges Umhüllungsmaterial hat eine beliebige Breite,
ist also beispielsweise gleich breit wie die zu umreifenden Gegenstände oder Stapel
oder breiter als diese.
[0016] Anhand der folgenden Figuren soll das erfindungsgemässe Verfahren an einer schematisch
dargestellten, beispielhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung veranschaulicht
werden. Dabei zeigen:
- Figuren 1 bis 6
- aufeinander folgende Stadien des erfindungsgemässen Verfahrens, angewendet für die
Längs- und/oder Querumreifung von Stapeln von Zeitungen oder Zeitschriften mit Blickrichtung
quer zum Förderweg (Figuren 1 und 4 bis 6) und parallel zum Förderweg (Figuren 2 und
3);
- Figur 7
- eine Tandemvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens;
- Figur 8
- eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens integriert in
eine Anordnung zum Herstellen von Kreuzstapeln, zur Bestückung der Stapel mit einem
Deckblatt und zur wahlweisen Längs- und/oder Querumreifung des bestückten Stapels.
[0017] Figuren 1 und 4 bis 6 zeigen sehr schematisch eine beispielhafte Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemässen Verfahrens mit einem Blickwinkel senkrecht zur Förderrichtung
F, in der zu umreifende Stapel S in die Umreifungsposition U gefördert und umreifte
Stapel S' aus der Umreifungsposition U weggefördert werden.
[0018] Die Umreifungsposition U ist mit den folgenden Mitteln ausgerüstet:
- ein Fördermittel 1 zur Zuförderung von zu umreifenden Stapeln S auf einem Förderweg
in die Umreifungsposition U und zur Wegförderung von umreiften Stapeln S' aus der
Umreifungsposition U,
- ein Längsumreifungsmittel 2 zum Aufspannen eines ersten Umreifungsmaterials A/A' senkrecht
durch den Förderweg und zum Spannen, Schliessen und Abtrennen des ersten Umreifungsmaterials
hinter dem Stapel S,
- ein Querumreifungsmittel 3 zum Bilden einer Querschlaufe aus einem zweiten Umreifungsmaterial
B und zum Spannen, Verschliessen und Abtrennen der Schlaufe,
- gegebenenfalls ein Verschiebungsmittel zum Verschieben des durch den Förderweg gespannten
ersten Umreifungsmaterials A/A' aus dem Bereich des Förderwegs,
- vordere und gegebenenfalls hintere Press- und Stabilisierungsmittel 4 und 5 zur Pressung
und Stabilisierung eines Stapels S beim Einlauf in die Umreifungsposition U und während
der Umreifung und gegebenenfalls zur Spannung des ersten Umreifungsmaterials A,
- und ein Steuermittel 6 zur Steuerung der genannten Mittel 1 bis 5 und des Verschiebungsmittels
für eine wahlweise Erzeugung von Längs- und/oder Querumreifungen um in die Umreifungsposition
U geförderte Stapel S.
[0019] Das Fördermittel 1 ist beispielsweise realisiert durch Föderbänder 11, 12 und 13,
zwischen denen am Eingang der Umreifungsposition U eine Lücke für das erste Umreifungsmaterial
A/A' und beispielsweise in der Mitte der Umreifungsposition U eine Lücke für die Schlaufe
aus dem zweiten Umreifungsmaterial B vorgesehen sind.
[0020] Das Längsumreifungsmittel 2 weist im wesentlichen eine obere und eine untere Vorratsspule
21 und 21' des ersten Umreifungsmaterials A/A', obere und untere Brems/Führungsmittel
22 und 22' zur Führung des Umreifungsmaterials und zum Erzeugen einer Spannung sowie
gegeneinander in den Förderweg bewegliche obere und untere, miteinander kooperierende
Mittel 23 und 23' zum Spannen, Verbinden und Abtrennen des ersten Umreifungsmaterials.
Derartige Längsumreifungsmittel 2 gehören zum Stande der Technik (siehe zum Stande
der Technik eingangs zitierte Druckschriften) und sind ohne detailliertere Beschreibung
für den Fachmann realisierbar.
[0021] Gegebenenfalls sind die Brems/Führungsmittel 22 und 22' in koordinierter Weise senkrecht
zur Förderrichtung F derart beweglich angeordnet, dass sie den über den Förderweg
gespannten Vorhang seitlich (in der Figur senkrecht zur Papierebene) aus dem Förderweg
verschieben können, und derart die Funktion des Verschiebungsmittels übernehmen.
[0022] Figuren 2 und 3 zeigen mit Blickwinkel parallel zur Förderrichtung derartige Brems/Führungsmittel
22 und 22' in ihrer operativen Stellung (Figur 2), in der sie das erste Umreifungsmaterial
A/A' durch den Förderweg spannen, und in ihrer nicht operativen Stellung (Figur 3),
in der sie das erste Umreifungsmaterial seitlich am Förderweg vorbei führen. Die Brems/Führungsmittel
22 und 22' bestehen beispielsweise aus einem Klemmbackenpaar 22.1 und einer Führungsrolle
22.2, die mit Hilfe eines um eine Drehachse 22.3 verschwenkbaren Hebels 22.4 in einer
Ebene quer zum Förderweg bewegbar sind. Je nach Breite und Elastizität des Umreifungsmaterials
ist es dabei vorteilhaft, Bremsbackenpaar 22.1 und Führungsrolle 22.2 und damit das
Umreifungsmaterial um 90° zu drehen und benachbarte Umlenkrollen (z.B. Umlenkrolle
22.5) ebenfalls zu schwenken, wie dies in den Figuren 2 und 3 dargestellt ist.
[0023] Das Querumreifungsmittel 3 weist im wesentlichen eine Vorratsspule 31 für das zweite
Umreifungsmaterial B, einen sich schlaufenförmig um den Förderweg erstreckenden Schlaufenkanal
32 und Mittel 33 zum Einführen des zweiten Umreifungsmaterials B in den Schlaufenkanal
32 und zum Umlegen der Schlaufe um den Stapel sowie zum Spannen, Verbinden und Abtrennen
auf. Derartige Querumreifungsmittel 3 gehören zum Stande der Technik und sind ohne
detailliertere Beschreibung von einem Fachmann realisierbar (siehe zum Stande der
Technik eingangs zitierte Druckschriften).
[0024] Insbesondere zum Erstellen von gespannten Umreifungen um komprimierbare Stapel oder
auch Gegenstände, weist die Vorrichtung vordere und gegebenenfalls auch hintere Press-
und Stabilisierungsmittel 4 und 5 auf. Das vordere Press- und Stabilisierungsmittel
4 wirkt im wesentlichen auf den vorlaufenden Stapelteil und ist zyklisch bewegbar,
derart, dass es bereits während dem Einlaufen des Stapels S auf diesen presst und
damit zusätzlich verhindert, dass sich die einzelnen Gegenstände (Zeitungen oder Zeitschriften)
durch die Wirkung des aufgespannten Vorhanges des ersten Umreifungsmittels A/A' in
Förderrichtung F relativ zueinander verschieben. Je nach Anforderungen an die Längsumreifung
und deren Spannung weist das vordere Press- und Stabilisierungsmittel eine Lücke auf,
durch die das erste Umreifungsmaterial verläuft, und wirkt dann nicht auf das erste
Umreifungsmaterial oder es presst auch auf das erste Umreifungsmaterial und trägt
damit bei zur Spannung des ersten Umreifungsmaterials um den vorlaufenden Teil des
zu umreifenden Stapels.
[0025] Das hintere Press- und Stabilisierungsmittel 5 wirkt auf den nachlaufenden Stapelteil
und ist beispielsweise als Paar von auf- und ab bewegbaren Pressstücken ausgebildet,
zwischen denen das erste Umreifüngsmaterial verläuft.
[0026] Auch seitlich von einem zu umreifenden Stapel angeordnete Stabilisierungsmittel,
wie sie von Umreifungsvorrichtungen gemäss dem Stande der Technik bekannt sind, können
für die Umreifung von unstabilen Stapeln vorgesehen werden.
[0027] Dem Steuermittel 6 (in der Figur 1 schematisch als Kasten mit gestrichelten Linien
zu den anzusteuernden Vorrichtungsteilen dargestellt) werden Daten der zugeförderten
Stapel zur Verfügung gestellt. Anhand dieser Daten wird entschieden, ob ein Stapel
längs, quer, längs und quer oder überhaupt nicht umreift werden soll. Anhand der Daten
wird gegebenenfalls auch entschieden, wie weit Vorrichtungselemente (z.B. Elemente
23, 4, 5) bewegt werden müssen, um einen zu umreifenden Stapel ungehindert in die
Umreifüngsposition fördern zu können, d.h. wie gross die minimal notwendige Bewegung
zur Entfernung dieser Vorrichtungselemente aus dem Förderweg ist.
[0028] Vor dem Einlauf eines Stapels S (Figur 1), der längs und quer umreift werden soll,
wird mit Hilfe des Steuermittels 6 die folgende Vorrichtungskonfiguration erstellt:
Fördermittel 1 läuft, Brems/Führungsmittel 22/22' sind in operativer Ruhestellung
(spannen das Umreifungsmaterial durch den Förderweg aber bremsen es nicht), Mittel
23/23' sind in Ruheposition oberhalb und unterhalb des Förderwegs, Schlaufe des zweiten
Umreifungsmaterials B ist im Schlaufenkanal 32 vorbereitet, vorderes Press- und Stabilisierungsmittel
4 in einer Ausgangsposition oberhalb des Förderweges (z.B. in Förderrichtung in seiner
hintersten Position, ausgezogen dargestellt), hinteres Press- und Stabilisierungsmittel
5 ebenfalls in seiner Ausgangsposition oberhalb des Förderwegs. Die in der Figur 1
gestrichelt dargestellte Position des vorderen Press- und Stabilisierungsmittels 4
ist die Ruhestellung, in der es nicht in den Bereich des Schlaufenkanals 32 reicht.
[0029] Bei seinem Einlauf in die Umreifungsposition U nimmt der Stapel das durch den Förderweg
gespannte erste Umreifungsmittel mit, das von den beiden Spulen 21 und 21' nachgeliefert
wird, wobei für ein schnelles Nachliefern an sich bekannte Bandspeicher zwischen Vorratsspule
und Förderweg vorgesehen sein können.
[0030] Wenn der Stapel S die Ausgangsposition des vorderen Press- und Stabilisierungsmittels
4 erreicht hat (Figur 4), wird dieses auf den Stapel abgesenkt und wird auf den Stapel
pressend in Förderrichtung F mitgeführt. Für sehr unstabile Stapel, die durch das
mitzunehmende Umreifungsmaterial in Unordnung gebracht werden könnten, ist das vordere
Press- und Stabilisierungsmittel derart auszugestalten und zu bewegen, dass es den
Stapel bereits stabilisierend begleitet, wenn dieser auf das über den Förderweg gespannte,
erste Umreifungsmaterial trifft.
[0031] Wenn der Stapel in der Umreifungsposition U positioniert ist (Figur 5), werden die
folgenden Aktionen ausgelöst: Fördermittel 1 (insbesondere Förderbänder 12 und 13)
wird gestoppt und das hintere Press- und Stabilisierungsmittel 5 auf den Stapel abgesenkt,
Brems/Führungsmittel 22/22' werden in Bremsstellung gebracht, Mittel 23/23' werden
in Aktionsposition gebracht und zum Verbinden und Abtrennen des ersten Umreifungsmaterials
A/A' aktiviert und gleichzeitig wird das Mittel 33 für die Querumreifung aktiviert.
[0032] Wenn die beiden Umreifungen erstellt sind (Figur 6), werden die folgenden Aktionen
ausgelöst: vorderes und hinteres Press- und Stabilisierungsmittel 4 und 5 werden über
den Förderweg angehoben, Mittel 23/23' werden aus dem Bereich des Förderwegs bewegt,
Fördermittel 1 läuft an, Brems/Führungsmittel 22/22' werden in Ruhestellung gebracht,
eine neue Schlaufe von zweitem Umreifungsmaterial B wird im Schlaufenkanal erstellt.
[0033] Durch die Anpassung der Höhe der Ruheposition des oberen Mittels 23 und der Ausgangspositionen
der Press- und Stabilisierungsmittel 4 und 5 auf die Höhe eines folgenden Stapels
kann die Zykluszeit bei Stapeln mit Kleiner Höhe reduziert und damit eine mittlere
Zykluszeit herabgesetzt werden.
[0034] Für Stapel, die nur quer umreift werden sollen, wird das erste Umreifungsmaterial
A/A' durch entsprechende Verschiebung des durch den Förderweg gespannten Teils bzw.
durch Verschieben der Brems/Führungsmittel 22/22' aus dem Förderweg verschoben und
für den nächsten Stapel gegebenenfalls wieder in den Förderweg bewegt. Operative und
nicht operative Stellung der Brems/Führungsmittel 22 und 22' sind in den Figuren 2
und 3 dargestellt.
[0035] Für Stapel, die nur längs umreift werden sollen, werden die Mittel 33 nicht aktiviert.
[0036] Es ist offensichtlich auch möglich, einen (gegebenenfalls nur aus einem Exemplar
bestehenden Stapel) ohne jegliche Umreifung durch die Umreifungsposition (gegebenenfalls
ohne Stopp) passieren zu lassen.
[0037] Für die identische Umreifung identischer Stapel kann offensichtlich auf eine Reihe
von Steuerungsvorgängen verzichtet werden und können aus diesem Grunde die entsprechenden
Mittel einfacher konzipiert werden.
[0038] Zur Umreifung von Gegenständen im Gegensatz zur Umreifung von Stapeln kann das erste
Umreifungsmaterial A/A' statt senkrecht durch den Förderweg auch waagrecht durch den
Förderweg gespannt werden.
[0039] Figur 7 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung. Es handelt
sich dabei um eine Tandemsvorrichtung, mit der pro Zyklus zwei Gegenstände oder Stapel
umreift werden. Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus zwei unmittelbar hintereinander
geschalteten Vorrichtungen, wie sie in den Figuren 1 bis 6 dargestellt sind, deren
Vorrichtungsteile auch mit denselben Bezugsziffern (bzw. mit denselben Bezugsziffern
mit .1) bezeichnet sind wie die entsprechenden Vorrichtungsteile in den Figuren 1
bis 6. Dabei ist aber nur ein Vorhang des ersten Umreifungsmaterial A/A' vorgesehen,
der um beide zugeförderten Stapel S und S.1 gelegt und in unmittelbarer Aufeinanderfolge
zuerst auf der Hinterseite des vorlaufenden Stapels S.1 und dann auf der Hinterseite
des nachlaufenden Stapels S gespannt, geschlossen und abgetrennt wird.
[0040] Mit Hilfe der Vorrichtung, wie sie in der Figur 7 dargestellt ist, kann die Umreifungszeit
verkleinert werden, wobei nicht ganz die doppelte Ausrüstung notwendig ist (nur zwei
Vorratsspulen 21 und 21' des ersten Umreifungsmaterials A/A'). Da von einem Paar von
aufeinander folgenden Stapeln S und S.1 entweder beide oder keiner längsumreift werden
kann, ist die Flexibilität der Vorrichtung verglichen mit der Flexibilität der Vorrichtung
gemäss Figuren 1 bis 6 leicht reduziert.
[0041] Figur 8 zeigt noch die Integration einer erfindungsgemässen Vorrichtung in eine Verarbeitungsstrasse,
in der einzelne Druckprodukte wie Zeitungen oder Zeitschriften zugeführt werden (Pfeil
C), in einer Stapelvorrichtung 60 mit Drehtisch zu Teilstapeln und dann zu Kreuzstapeln
S gestapelt werden. Die Kreuzstapel werden mit Hilfe eines Schiebers 14 in den Bereich
eines Drukkers und Auslegers 61 gefördert, mit Hilfe derer der Stapel mit einem Deckblatt
bestückt wird. Zusätzlich oder anstelle des Deckblattes können auch andere Informationsträger
zugegeben werden. Wiederum mit Hilfe eines Schiebers 14 wird der bestückte Stapel
in die Umreifungsposition U der erfindungsgemässen Vorrichtung 62 gefördert und umreift,
wie dies weiter oben im Detail beschrieben wurde.
[0042] Aus dem Kombinationsbeispiel der Figur 8 ist ersichtlich, wie kompakt eine derartige
oder ähnliche Verarbeitungsstrasse unter Verwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung
ausgestaltet werden kann, was nicht nur aus Platzgründen begrüsst wird, sondern was
auch die Förderwege der noch nicht umreiften und dadurch empfindlichen Stapel extrem
kurz und dadurch problemlos macht.
[0043] Die Komponentenzusammenstellung einer derartigen Verarbeitungsstrasse ist individuell
nutzbar. Die Stelle 61 dient dabei auch als Beruhigungszone, in die der Stapel mit
einer relativ hohen Geschwindigkeit eingeschoben wird, in der er seitlich stabilisiert
und gegebenenfalls gestoppt wird und aus der er mit einer kleineren Geschwindigkeit
ausgefahren wird. Eine derartige Behandlungsweise macht auch das Verarbeiten von sehr
unstabilen Stapeln problemlos.
1. Verfahren zur Umreifung von auf einem Förderweg in eine Umreifungsposition (U) und
aus der Umreifungsposition (U) geförderten, im wesentlichen quaderförmigen Gegenständen
oder Stapeln (S), wobei die Gegenstände oder Stapel am Eingang der Umreifungsposition
auf ein durch den Förderweg gespanntes erstes Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial
(A/A') treffen und dieses mitnehmen, sodass das erste Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial
(A/A') sich um die vorlaufende Seite des Gegenstandes oder Stapels legt, und wobei
das erste Umreifungs oder Umhüllungsmaterial (A/A') hinter dem Gegenstand oder Stapel
um diesen geschlossen, abgetrennt und wieder durch den Förderweg gespannt wird, dadurch gekennzeichnet, dass in derselben Umreifungsposition (U) quer zum Förderweg ein zweites Umreifungsmaterial
(B) um den Gegenstand oder Stapel (S) geschlungen, festgezogen und um den Gegenstand
oder Stapel (S) geschlossen wird, wobei der vorlaufende Teil des Gegenstandes oder
Stapels (S) während dem Einbringen in die Umreifungsposition (U) und während der Umreifung
gepresst und stabilisiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial (A/A') von zwei einander gegenüberliegenden
Seiten des Förderweges zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur wahlweisen Umreifung mit nur dem zweiten Umreifungsmaterial (B) das erste
Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial (A/A') aus dem Förderweg verschoben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial (A/A') ein durch Schweissen verschliessbares
Umreifungsband oder eine Kunststoffolie ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Umreifungsmaterial (B) ein durch Schweissen verschliessbares Umreifungsband
ist.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gegenstände oder Stapel (S und S.1) hintereinander in hintereinanderliegende
Umreifungspositionen (U und U.1) gefördert werden, und dass unmittelbar nacheinander
das erste Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial (A/A') zuerst zwischen den beiden Gegenständen
oder Stapeln und dann auf der Hinterseite des nachlaufenden Gegenstandes oder Stapels
zu einer Umreifung geschlossen wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 welche
Vorrichtung zum Umreifen von im wesentlichen quaderförmigen Gegenständen oder Stapeln
(S) dient und welche Vorrichtung ein Fördermittel zum seriellen Zufördern der Gegenstände
oder Stapel auf einem Förderweg in eine Umreiffingsposition (U) und zum Wegfördern
aus der Umreifungsposition (U) aufweist und ein im Bereiche der Umreifungsposition
angeordnetes Längsumreifungsmittel (2) zum Aufspannen eines ersten Umreifungs- oder
Umhüllungsmaterials (A/A') durch den Förderweg und zum Spannen, Schliessen und Abtrennen
des ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterials hinter einem in die Umreifungsposition
geförderten Gegenstand oder Stapel (S), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zusätzlich ein ebenfalls in der Umreifungsposition (U) angeordnetes
Querumreifungsmittel (3) zum Bilden einer Querschlaufe aus einem zweiten Umreifungsmaterial
(B) um den in die Umreifungsposition (U) geförderten Gegenstand oder Stapel und zum
Spannen, Verschliessen und Abtrennen der Schlaufe aufweist sowie ein vorderes Press-
und Stabilisierungsmittel (4), das derart beweglich angeordnet ist, dass es während
dem Einbringen in die Umreifungsposition und während dem Umreifen auf den vorlaufenden
Teil eines zu umreifenden Gegenstandes oder Stapels presst.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich Verschiebungsmittel zum Verschieben des über den Förderweg aufgespannten
ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterials (A/A') aus den, Förderweg aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie zusätzlich ein hinteres Press- und Stabilisierungsmittel (5) aufweist, das
derart beweglich angeordnet ist, dass es während dem Umreifen auf den nachlaufenden
Teil eines zu umreifenden Gegenstandes oder Stapels presst.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Fördermittel (1) Föderbänder (11, 12, 13) oder Schieber (14) vorgesehen
sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Längsumreifungsmittel (2) zwei auf einander gegenüberliegenden Seiten des
Förderweges angeordnete Vorratsspulen (21 und 21') des ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterials
(A/A') aufweist, sowie zwei Brems/Führungsmittel (22 und 22') und gegeneinander in
den Förderweg bewegliche, miteinander kooperierende Mittel (23 und 23') zum Spannen,
Verbinden und Abtrennen des ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterials (A/A').
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Brems/Führungsmittel (22 und 22') für eine Verschiebung des über den Förderweg
gespannten ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterials beweglich sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Brems/Führungsmittel (22, 22') aus einem Klemmbackenpaar (22.1) und einer
Führungsrolle (22.2) bestehen, die mit Hilfe eines Hebels (22.3) in einer Ebene senkrecht
zum Förderweg verschwenkbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmbackenpaar (22.1) und die Führungsrolle (22.2) zusätzlich um 90° drehbar
sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Querumreifungsmittel (3) eine Vorratsspule (31) für das zweite Umreifungsmaterial
(B), einen sich schlaufenförmig um den Förderweg erstreckenden Schlaufenkanal (32)
und Mittel (33) zum Einführen des zweiten Umreifungsmaterials (B) in den Schlaufenkanal
(32) und zum Umlegen der Schlaufe um den in der Umreifungsposition (U) positionierten
Gegenstand oder Stapel sowie zum Spannen und Abtrennen der Schlaufe aufweist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine doppelte Umreifungsposition (U und U.1) für zwei aufeinander folgende
Gegenstände oder Stapel (S und S.1) aufweist mit einem einzigen über den Förderweg
gespannten Vorhang aus dem ersten Umreifungs- oder Umhüllungsmaterial (A/A').
17. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 16 in einer Verarbeitungsstrasse,
in der Stapel von Zeitungen oder Zeitschriften erstellt, mit einem Deckblatt und/oder
Informationsträger versehen und dann wahlweise quer und/oder längs umreift werden.