[0001] Die Erfindung betrifft eine Schließeinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Bei der gattungsgemäßen Schließeinrichtung gemäß der DE 196 49 743 A1 enthält die
Abdeckung beiderseits des Schloßbolzens je einen Flügel, der um eine zum Schloßbolzen
parallele Schwenkachse gegen Federkraft schwenkbar ist, so daß beim Eintauchen des
Drehfallenschlosses dieses die Flügel gegen die besagte Federkraft zurückdrücken kann.
Im eingetauchten Zustand kann die Drehfalle den Schloßbolzen in üblicher Weise hintergreifen
und demgemäß die dort die Klappe darstellende Heckklappe eines Kraftfahrzeugs im geschlossenen
Zustand sichern. Nach dem Öffnen der Klappe, d.h. nach dem Herausbewegen des Drehfallenschlosses
aus der sich beiderseits des Schloßbolzens erstreckenden Ausnehmung, verschließen
die nun unter der Wirkung der Federkraft wieder in ihre Funktionsstellung zurückbewegten
Flügel die Ausnehmung weitgehend wieder, so daß diese gegen den Zutritt von Gegenständen
und Staub gesichert ist. Außerdem wird so verhindert, daß beim Be- und Entladen des
Fahrzeugs empfindliches Ladegut, wie beispielsweise Säcke und Tüten, durch Kontakt
mit dem Schloßbolzen beschädigt wird.
[0003] Zum Stand der Technik auf dem Gebiet der bei Kraftfahrzeugen verwendeten Schließeinrichtungen
gehören auch Auswerfervorrichtungen, die dazu dienen, die jeweilige Klappe, beispielsweise
eine Heckklappe, nach Entriegelung des Schlosses ein relativ kleines Stück in Öffnungsrichtung
zu bewegen. Im Falle der Konstruktion nach der DE 29 50 829 A1 dient hierzu ein zusätzliches
federbelastetes Auswerferelement, das mit einem klappenseitigen Schloßgehäuse, dieses
untergreifend, zusammenwirkt. Um durch diese Auswerferfunktion hervorgerufene hohe
Öffnungskräfte am Schließzylinder der Schließeinrichtung zu reduzieren, ist das Auslösehebelsystem
der Schließeinrichtung mit einem Zwischengetriebe in Gestalt eines Wälzkurvengetriebes
mit zwei zusätzlichen Hebeln versehen. Die Konstruktion nach der DE 42 05 269 C1 verwendet
als Auswerfer dagegen ein mit einer Schließöse zum Angriff der Drehfalle ausgerüstetes
Widerlager.
[0004] Gemeinsam ist also beiden bekannten Konstruktionen mit Auswerferfunktion ein Eingriff
in ihre zur Schloßfunktion dienenden Teile.
[0005] Eine Abdeckung für eine gehäuseseitige Ausnehmung im Bereich des Schloßbolzens, wie
sie die gattungsgemäße Schließeinrichtung aufweist, fehlt beiden bekannten Konstruktionen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Schließeinrichtung
so weiterzubilden, daß ohne Eingriff in der Schloßfunktion dienende Teile eine Auswerferfunktion
im definierten Sinne sichergestellt ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung beschreiben die Unteransprüche.
[0008] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen zur Sicherstellung der Auswerferfunktion beschränken
sich also auf die Abdeckung nebst der ihr zugeordneten Federanordnung, die die Abdeckung
nach Entfernen des Drehfallenschlosses aus dem Bereich des Schloßbolzens in die Ebene
der gehäuseseitigen Ausnehmung bewegt. Verständlicherweise bedeutet dies eine Änderung
der Auslegung der Federanordnung, da diese nicht mehr, wie bisher, nur so "schwach"
ausgelegt zu werden braucht, daß sie die beiden Flügel der Abdeckung nach Öffnen der
dort die Klappe darstellenden Heckklappe eines Fahrzeugs in ihre Abdeckstellung verschwenkt,
sondern die Federanordnung jetzt so "stark" bemessen sein muß, daß sie nach Freigabe
der Klappe zum Öffnen durch Druck auf das zunächst noch eingetauchte Drehfallenschloß
eine Teilöffnungsbewegung der Klappe hervorruft. Eine vorteilhafte Konstruktion, die
diese Anpassung beinhaltet, ist Gegenstand des Anspruchs 2. Bei ihrer Ausführung entsprechend
Anspruch 3 ermöglicht sie mit minimalem Aufwand - nur ein Achsbolzen zur Lagerung
beider Flügel der Abdeckung ist erforderlich - durch entsprechende Wahl von Hebelarmen
und Federauslegung einen günstigen Kompromiß zwischen den von einer Bedienungsperson
aufzubringenden Schließkräften einerseits und den insbesondere von einem der beiden
Flügel aufgebrachten Auswerferkräften andererseits zu treffen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1:
- eine perspektivische Teilansicht eines Steilheck-Kraftfahrzeugs mit geöffneter Heckklappe,
- Figur 2:
- in der selben Ansicht und in Explosionsdarstellung den gehäuseseitigen, d.h. hier
karosserieseitigen Teil der Schließeinrichtung,
- Figur 3:
- in Draufsicht die Lage der einzelnen Bestandteile der Schließeinrichtung bei geöffneter
Heckklappe und
- Figur 4:
- ebenfalls in Draufsicht die Verhältnisse bei geschlossener Heckklappe.
[0010] Der Aufbau des Steilheck-Kraftfahrzeugs mit der Karosserie 1 und der in Figur 1 in
hochgeklappter Stellung gezeichneten Heckklappe 2 interessiert nur insoweit, als der
karosserieseitige Schloßquerträger 3 zur Befestigung des Schloßbügels 4 (Figur 2)
über die Befestigungsplatte 5 mittels Schrauben 6 eingerichtet ist, d.h. des allgemein
mit 7 bezeichneten karosserieseitigen Schloßteils. Im unteren Bereich der Heckklappe
2 ist dagegen das Drehfallenschloß 8 festgelegt, dessen Drehfalle 9 (Figur 3) bei
geöffneter Heckklappe 2 den Schloßbolzen 4 freigegeben hat, dagegen bei geschlossener
Heckklappe 2 gemäß Figur 4 den Schloßbolzen 4 hintergreift und dadurch ein Öffnen
der Heckklappe 2 unterbindet.
[0011] Zu dem in Figur 4 dargestellten "Eintauchen" des Drehfallenschlosses 8 in den karosserieseitigen
Schloßteil 7, und zwar beiderseits des Schloßbolzens 4, ist dort im eingebauten Zustand
des Schloßteils 7 eine Ausnehmung 10 vorgesehen, die bei geöffneter Heckklappe 2 die
unerwünschte Möglichkeit zum Eintritt von kleinen Gegenständen oder Schmutz sowie
zur Beschädigung von empfindlichem Ladegut durch den dann weitgehend freiliegenden
Schloßbolzen 4 gibt. Um dies zu verhindern, ist eine Abdeckung mit den beiden Flügeln
11 und 12 vorgesehen, die gemäß Figur 3 bei geöffneter Heckklappe 2, also bei aus
dem Bereich des Schloßbolzens 4 bewegtem Drehfallenschloß 8, etwa in der Ebene der
Ausnehmung 10 liegen und diese beiderseits des Schloßbolzens 4 weitgehend ausfüllen
oder abdecken, dagegen bei eintauchendem Drehfallenschloß 8 gemäß Figur 4 durch dieses
selber gegen die Kraft von Federn 13 und 14 um eine durch den gemeinsamen Achsbolzen
15 definierte Schwenkachse zurückgeschwenkt werden. Irgendwelche zusätzlichen Handgriffe
zur Erzeugung der Bewegungen der Flügel 11 und 12 erübrigen sich also.
[0012] Die Federn 13 und 14, und zwar insbesondere die Feder 13, und die Mittel zur Übertragung
der Federkraft insbesondere auf den Flügel 11 sind nun so ausgelegt, daß sie nicht
nur eine gleichsam als Nachführbewegung zu bezeichnende Bewegung der Flügel 11 und
12 aus ihrer Stellung gemäß Figur 4 in ihrer Wirkstellung gemäß Figur 3 bei aus dem
Bereich des Schloßbolzens 4 herausfahrendem Drehfallenschloß 8 erzeugen, sondern daß
insbesondere der Flügel 11 auf die in Figur 4 obere Stirnkante des Drehfallenschlosses
8 bzw. seines Gehäuses eine derart große, sich aber nur über eine kurze Strecke einstellende
Kraft ausübt, daß dadurch die Heckklappe 2 ein Stück in Öffnungsrichtung bewegt wird.
Um dies zu erreichen, greift die bei 16 an der Befestigungsplatte 5 eingehängte Zugfeder
13 an dem Arm 17 des Bügels 18 an, der mit seinem in den Figuren rechten Ende auf
dem Achsbolzen 15 schwenkbar gelagert ist und an seinem in den Figuren linken Ende
starr den Flügel 11 der Abdeckung 11, 12 trägt. Bei in ihrer Wirkstellung befindlichen
Flügeln 11 und 12 stützt sich der Bügel 18 an dem Anschlag 19 ab, der aus dem Material
der Befestigungsplatte 5 herausgearbeitet ist. Während also die Schlingfeder 14 nur
eine relativ kleine Rückstellkraft auf den Flügel 12 ausübt, sind die Auslegungen
der Zugfeder 13 und der deren Kraft in Momente umsetzenden Hebel zwischen dem in den
Figuren rechten Ende der Feder 13 einerseits und dem Flügel 11 andererseits so gewählt,
daß einerseits die Kraft zum Schließen der Heckklappe 2, d.h. zum Übergang der Verhältnisse
gemäß Figur 3 zu denen gemäß Figur 4, nicht unzulässig vergrößert wird, andererseits
aber die gewünschte Auswerferfunktion (Übergang von den Verhältnissen gemäß Figur
3 zu denen gemäß Figur 4) sichergestellt ist. Die Lage der Feder 13 außerhalb des
Bereichs des Schloßbolzens 4 und der Abdeckvorrichtung 11, 12 gibt für eine entsprechende
Auslegung relativ große Freiheiten.
[0013] Wie auch diese Figurenbeschreibung zeigt, löst die Erfindung die gestellte Aufgabe
mit minimalem Platzbedarf.
1. Schließeinrichtung für eine zwischen einer Schließ- und einer Öffnungsstellung schwenkbar
an einem Gehäuse angelenkte Klappe, insbesondere eine um eine dachhinterkantennahe
Schwenkachse schwenkbare Heckklappe eines Steilheck-Kraftfahrzeugs, mit einem klappenseitig
angeordneten Drehfallenschloß und einem diesem gehäuseseitig zugeordneten Schloßbolzen
in einer das Eintauchen des Drehfallenschlosses bei in Schließstellung befindlicher
Klappe zulassenden gehäuseseitigen Ausnehmung, zu deren weitgehendem Verschließen
bei geöffneter Klappe ein bei eintauchendem Drehfallenschloß gegen Federkraft zurückschwenkende
Abdeckung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (11, 12) nebst
zugeordneter Federanordnung (13, 14) zugleich als die Klappe (2) nach Freigabe durch
die Schloßanordnung etwas in Richtung Öffnungsstellung schwenkende Auswertervorrichtung
ausgelegt ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung beiderseits
des Schloßbolzens (4) je einen Flügel (11, 12) enthält, von denen zumindest einer
(11) starr an einem Ende eines Bügels (18) sitzt, der den Schloßbolzen (4) und den
anderen Flügel (12) übergreift, an seinem anderen Ende schwenkbar gelagert ist (bei
15) und an dem eine Feder (13) angreift, die ihn in Richtung auf einen Anschlag (19)
vorspannt, an dem er sich nur bei geöffneter Klappe (2) abstützt.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur schwenkbaren Lagerung
sowohl des Bügels (18) als auch des anderen Flügels (12) ein gemeinsamer Achsbolzen
(15) dient.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß Achsbolzen (15), Schloßbolzen
(4) und eine Befestigung (16) für die Feder (13) an einem eine Befestigungsplatte
(5) am Gehäuse (1) bildenden Bauteil vorgesehen sind.