[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Farbbildröhre gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Aus DE-C2- 31 25 075 ist eine Farbbildröhre mit einer Schattenmaske bekannt, bei
der die Schattenmaske ausschließlich auf der vom Bildschirm abgekehrten Seite mit
einer Elektronen reflektierenden Schicht überzogen ist.
[0003] Beim Betrieb einer Farbbildröhre wird der größte Teil der Elektronen auf ihrem Weg
zum Bildschirm von der Schattenmaske aufgefangen. Die Energie der Elektronen wird
in Wärme umgewandelt und erhöht so die Temperatur der Schattenmaske. Aufgrund der
Temperaturerhöhung findet eine thermische Ausdehnung der Schattenmaske statt. Diese
thermische Ausdehnung hat zur Folge, daß sich die Schattenmaske wölbt (Doming), wodurch
sich die Maskenöffnungen für die Elektronen verschieben und Farbfehler in dem auf
dem Bildschirm wiedergegebenen Bild entstehen.
[0004] In DE-C2- 31 25 075 ist beschrieben, auf der Einfallfläche der Elektronenstrahlen
auf der Schattenmaske eine Elektronen reflektierende Schicht anzubringen, die verhindert,
daß die auf der Schattenmaske auftreffenden Elektronen in die Schattenmaske eindringen
können und dort ihre Energie in Wärme umwandeln. Zur Beschichtung werden Verbindungen,
Legierungen oder Gemische von Metallen mit Atomzahlen höher als 70 verwendet, insbesondere
Wolfram, Blei und Wismut. Bei den Metallverbindungen werden Carbide, Sulfide und Oxide
verwendet. In der beschriebenen Ausführungsform besteht die Schicht aus Wismutoxid.
Solche Beschichtungen aus Carbiden, Sulfiden und Oxiden haben im allgemeinen den Vorteil,
daß sie außer einem großen Elektronenreflexionskoeffizienten auch einen großen Wärmeemissionskoeffizienten
aufweisen.
[0005] Nachteilig ist, daß solche Beschichtungen, die einen großen Elektronenreflexions-
und Wärmeemissionskoeffizienten aufweisen, bei der Herstellung von Farbbildröhren
gleichzeitig zu einer hohen Ausfallrate führen.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, die Ausfallrate bei der Herstellung von Farbbildröhren
zu verringern ohne gleichzeitig das Domingverhalten der Schattenmaske zu verschlechtern.
[0007] Dazu wird die Schattenmaske einer Farbbildröhre auf der dem Bildschirm abgewandten
Seite mit einer Elektronen reflektierenden Schicht versehen, um das Domingverhalten
der Schattenmaske zu verbessern. Die Suspension, die zur Beschichtung der Schattenmaske
mit einer solchen Schicht verwendet wird, enthält als Bestandteile Wismutoxid und
Wasserglas, wobei der Gewichtsanteil von Wasserglas zu Wismutoxid an dieser Suspension
zwischen 4 und 15,5 % liegt und bei gutem Domingverhalten gleichzeitig die Produktivität
der Farbbildröhrenherstellung verbessert.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird Natrium-Wasserglas in dieser Suspension
verwendet.
[0009] Einen besonders guten Kompromiß zwischen gutem Domingverhalten und niedriger Ausfallrate
bei der Herstellung von Farbbildröhren wird mit einer Suspension zur Beschichtung
der Schattenmaske erreicht, die die folgenden Bestandteile mit den jeweils angegebenen
Gewichtsanteilen (ungefähre Angaben) enthält:
27,27 % Wismutoxid,
2,07 % Natriumwasserglas und
70,66 % Wasser.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben.
[0011] Es zeigen:
- Fig.1
- den inneren Aufbau einer Farbbildröhre,
- Fig.2
- einen Ausschnitt des Aufbaus der Farbbildröhre, um die Auswirkungen des Domings darzustellen,
- Fig.3
- ein Diagramm, welches das Doming in Abhängigkeit vom Verhältnis Natriumwasserglas/Wismutoxid
angibt, und
- Fig.4
- ein Diagramm, das die Ausschußrate bei der Bildröhrenherstellung in Abhängigkeit vom
Gewichtsverhältnis von Natriumwasserglas/Wismutoxid angibt.
[0012] Fig.1 stellt einen Schnitt durch eine Farbbildwiedergaberöhre 1 dar. Der Glaskörper
der Farbbildwiedergaberöhre 1 besteht aus einem Schirm 2 und einem Konus mit einem
Halsbereich 4. Die Farbbildwiedergaberöhre 1 enthält ein Elektronenstrahlerzeugungssystem
5, das innerhalb des Röhrenhalses 4 angeordnet ist. Die Innenseite des Schirmes der
Farbbildwiedergaberöhre 2 ist mit Dreiergruppen von Leuchtstoffpunkten mit einem jeweils
rot, grün und blau leuchtenden Punkten beschichtet. Vor dieser Leuchtstoffschicht
8 ist innerhalb der Farbbildwiedergaberöhre 1 eine Schattenmaske 3 angebracht. Diese
Schattenmaske 3 befindet sich etwa in einem Abstand von 15 mm zur Leuchtstoffschicht
8 und besitzt Öffnungen, die in Bezug zu den Leuchtstoffpunkten der Leuchtstoffschicht
8 angeordnet sind. Beim Betrieb einer Farbbildwiedergaberöhre 1 werden in dem Elektronenstrahlerzeugungssystem
5 drei Elektronenstrahlen 7 erzeugt, die von der Ablenkeinheit 9 jeweils so gesteuert
werden, daß sie auf eine der Dreiergruppen der Leuchtstoffpunkte gerichtet sind. Die
Öffnungen in der Schattenmaske bewirken, daß jeder der Elektronenstrahlen nur jeweils
den ihm zugeordneten Leuchtstoffpunkt trifft.
[0013] Etwa 80 % der von dem Elektronenstrahlerzeugungssystem 5 kommenden Elektronen 7 treffen
dabei die Schattenmaske 3. Die kinetische Energie der auf der Schattenmaske auftreffenden
Elektronen wird zum größten Teil in thermische Energie umgewandelt. So steigt die
Temperatur der Maske 3, die zu einer thermischen Ausdehnung der Schattenmaske 3 führt.
Aufgrund dieser thermischen Ausdehnung wölbt sich die Schattenmaske und verschiebt
auf diese Weise die Öffnungen in der Schattenmaske und damit auch den Auftreffpunkt
der Elektronenstrahlen auf der Leuchtstoffschicht 8 auf der Bildschirminnenseite 2.
Eine solche Verschiebung des Auftreffpunktes führt dazu, daß die Elektronenstrahlen
7 nicht nur und nicht in der Intensität auf den ihnen zugeordneten Leuchtstoffpunkten
auftreffen.
[0014] Diese als Doming bezeichnete Wölbung der Schattenmaske 3 wird anhand von Fig. 2 näher
erläutert. In kaltem Zustand der Schattenmaske 3 ist die Öffnung so angeordnet, daß
der Elektronenstrahl 7 nur im Punkt 10 auf der Leuchtstoffbeschichtung 8 des Bildschirmes
2 auftrifft. Die Erwärmung der Schattenmaske 3 durch Elektronen, die auf dieser auftreffen,
verformt sich die Schattenmaske und weist eine Wölbung 3a auf. Dabei werden auch die
Öffnungen der Schattenmaske 3a verschoben und die Elektronen des Elektronenstrahls
7 treffen im Punkt 11 auf der Leuchtstoffschicht 8 auf. Diese Verformung wird als
Doming bezeichnet und beeinträchtigt die Bildqualität der Farbbildröhre.
[0015] Durch Beschichtung der schirmabgewandten Seite der Schattenmaske 3 kann der Elektronenreflexions-
und Wärmeemissionskoeffizient der Schattenmaske 3 erhöht werden, so daß das Domingverhalten
mit seinen negativen Auswirkungen auf die Bildqualität der Farbbildröhre verbessert
werden kann.
[0016] Zusätzlich weist die Farbbildröhre einen Getter 6 auf. Das Gettermaterial wird beim
Gettern aus dem Getter 6 verdampft und lagert sich auf der Innenseite der Farbbildröhre
ab. Getter können durch Absorption oder chemische Umsetzung erhebliche Mengen Gas
binden und so zum Aufrechterhalten oder Verbessern des Vakuums in der Farbbildröhre
dienen. Es hat sich gezeigt, daß diese Schicht aus Gettermaterial auf der in der oben
beschriebenen Weise beschichteten Schattenmaske 3 das Domingverhalten negativ beeinflußt.
Einer Zunahme des Domings aufgrund einer Ablagerung einer Schicht aus Gettermaterial
auf der Schattenmaske kann verhindert werden, indem beispielsweise das Gettermaterial
von der Schattenmaske verdampft wird. Dadurch wird jedoch die Lage und Form des Getters
6 eingeschränkt und ein Teil der Innenseite der Farbbildröhre wird nicht mit Gettermaterial
bedeckt.
[0017] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die abgewandte Seite der Schattenmaske 3 mit
einer Wismutoxid-Beschichtung versehen.
[0018] Eine Wismutoxid-Beschichtung hat den Vorteil, daß sie einen höheren Elektronen-Rückstreu-Koeffizienten
als die Eisenoxidschicht der Schattenmaske besitzt. Eine Wismutoxid-Beschichtung kann
deshalb die von der Schattenmaske absorbierte Elektronenenergie reduzieren und auf
diese Weise das Doming-Verhalten verbessern.
[0019] Die erfindungsgemäß verwendete Suspension zur Beschichtung der Schattenmaske 3 enthält
außer Wismutoxid (Bi
2O
3) auch einen bestimmten Anteil an Wasserglas. Bei Wasserglas kann es sich um Natrium-Wasserglas,
etwa Na
2O·3SiO
2 oder Kalium-Wasserglas, etwa K
2O·3SiO
2, handeln. Erfindungsgemäß wird bevorzugt eine Suspension aus Wismutoxid und Natrium-Wasserglas
verwendet.
[0020] Auf diese Beschichtung der Schattenmaske auf der schirmabgewandten Seite zur Verbesserung
des Domingverhaltens wird eine Schicht Gettermaterial aufgebracht.
[0021] Es hat sich gezeigt, daß der Anteil von Natrium-Wasserglas in der Wismutoxidsuspension
ebenso das Domingverhalten beeinflußt. In Fig.3 ist dargestellt, wie sich der Auftreffpunkt
des Elektronenstrahls 7 auf der Leuchtstoffschicht 8 auf der Bildschirminnenseite
aufgrund des Doming der Schattenmaske verschiebt. Die Verschiebung des Auftreffpunktes
des Elektronenstrahls ist als Funktion des Gewichtsverhältnisses der Anteile von Natrium-Wasserglas
und Wismutoxid dargestellt. Für die Ermittlung der Daten, die dem dargestellten Kurvenverlauf
zugrundeliegen, wurde eine Beschichtungsmenge von Wismutoxid von ungefähr 1g für eine
Schattenmaske einer 25"-Farbbildröhre verwendet. Gemäß dem dargestellten Kurvenverlauf
verstärkt eine Zunahme des Anteils von Natrium-Wasserglas das Doming. Oberhalb eines
Verhältnisses von etwa 15,5 % der Gewichtsanteile von Natrium-Wasserglas zu Wismutoxid
an der Suspension zeigt sich eine deutliche Zunahme des Doming, unterhalb dieses Wertes
bleibt das Domingverhalten auf nahezu konstantem Niveau.
[0022] Es wäre daher wünschenswert, den Gewichtsanteil von Natriumwasserglas auf niedrigem
Niveau zu halten. Ein zu niedriger Anteil von Natrium-Wasserglas an der Wismutoxid-Suspension
führt aber zu weiteren Problemen, beispielsweise einer Verstopfung der Öffnungen in
der Schattenmaske, Überschlägen etc. Natrium-Wasserglas wirkt in der Wismutoxid-Suspension
als Haftvermittler für das Wismutoxid auf der Schattenmaske nach dem beim Frittprozeß
notwendigen Erhitzen auf 440° C. Bei dem Frittprozeß wird der Konus und der Bildschirm
einer Farbbildwiedergaberöhre durch eine Fritte verbunden. Probleme wie Verstopfung
der Öffnungen oder Überschläge werden durch die schlechtere Haftung des Wismutoxids
auf der Oberfläche der Schattenmaske in der Farbbildröhre verursacht.
[0023] In Fig.4 ist dargestellt, welches Verhältnis der Gewichtsanteile von Natriumwasserglas
zu Wismutoxid an der Suspension zu welcher Ausschußrate bei der Herstellung von Farbbildröhren
führt. Dabei zeigt sich, daß ein Verhältnis unterhalb von 4 % zu einer deutlich höheren
Ausschußrate bei der Herstellung führt. Bei einem Verhältnis von 4 % oder größer bleibt
die Ausschußrate auf sehr niedrigem Niveau.
[0024] Erfindungsgemäß wird deshalb eine Suspension zur Beschichtung der schirmabgewandten
Seite der Schattenmaske verwendet, bei der der Gewichtsanteil von Natriumwasserglas
und Wismutoxid ein Verhältnis aufweist, das zwischen 4 und 15,5 % liegt. Ein Verhältniswert
innerhalb dieses Bereiches führt zu einem guten Domingverhalten bei gleichzeitig niedriger
Ausschußrate des Herstellungsprozesses für solche Farbbildwiedergaberöhren. Die Suspension
zur Beschichtung solcher Schattenmasken setzt sich innerhalb dieses Bereichs aus Wasser,
Wismutoxid und Natriumwasserglas zusammen. Bei einem Verhältnis der Gewichtsanteile
von Natriumwasserglas zu Wismutoxid von 4 % enthält die Suspension beispielsweise
1,11 % Natriumwasserglas, 27,97 % Wismutoxid und 70,92 % Wasser. Bei einem Verhältnis
der Gewichtsanteile von 15,5 % enthält eine solche Suspension beispielsweise 4,04
% Natriumwasserglas, 26,08 % Wismutoxid und 69,88 % Wasser. Eine besonders vorteilhafte
Zusammensetzung, die gleichzeitig beide Ziele - gutes Domingverhalten und niedrige
Ausschußrate bei der Herstellung - erfüllt, läßt sich mit einem Verhältnis der Gewichtsanteile
von Natriumwasserglas zu Wismutoxid von etwa 7,5 % erreichen. Eine solche Suspension
setzt sich beispielsweise aus 2,07 % Natriumwasserglas, 27,27 % Wismutoxid und 70,66
% Wasser zusammen.
[0025] Um bei der Herstellung der Suspension zum Beispiel Konzentrationsschwankungen in
der Suspension zu vermeiden, wird mit den Nichtwasserbestandteilen der Suspension
zunächst eine Lösung gebildet und aus diesen Lösungen und einem zusätzlichen Wasseranteil
anschließend die Suspension gebildet. Für die oben beschriebene Zusammensetzung der
Suspension werden jeweils Wismutoxid mit einem Gewichtsanteil von 40 % in Wasser gelöst
und ebenso Natriumwasserglas mit einem Gewichtsanteil von 50 % in Wasser gelöst. Die
zur Beschichtung der Schattenmaske verwendete besonders vorteilhafte Suspension mit
einem Verhältnis der Gewichtsanteile (ohne Wasser) von etwa 7,5 % von Natrium-Wasserglas
zu Wismutoxid setzt sich in diesem Fall aus 4,08 % der 50%-igen Natriumwasserglaslösung,
aus 68,03 % der 40%-igen Wismutoxidlösung und aus 27,89 % Wasser zusammen. Auf entsprechende
Weise läßt sich die Suspension für alle Verhältniswerte des Gewichtsanteils von Natriumwasserglas
zu Wismutoxid zu Natriumwasserglas des angegebenen Bereichs bilden, ohne daß, verursacht
durch die Auflösung der festen Bestandteile der Suspension in Wasser, deutliche Konzentrationsschwankungen
in der Suspension auftreten.
1. Farbbildröhre mit einer Elektronenkanone, einem Bildschirm und einer Schattenmaske,
wobei die Schattenmaske auf der dem Bildschirm abgewandten Seite mit einer Suspension
beschichtet ist, die als Bestandteile Wismutoxid und Wasserglas enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewichtsanteil von Wasserglas zu Wismutoxid an der Suspension zwischen 4
und 15,5 % liegt.
2. Farbbildröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasserglas Natrium-Wasserglas ist.
3. Farbbildröhre nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die zur Beschichtung der Schattenmaske verwendete Suspension die folgenden Bestandteile
mit etwa den jeweils angegebenen Gewichtsanteilen aufweist:
27,27 % Wismutoxid,
2,07 % Natriumwasserglas und
70,66 % Wasser.