[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Abdichten des Einlasses einer rotierenden
Trommel für die Behandlung Von Tabak mit einer die Trommel stirnseitig abschließenden
Stirnwand, welche eine zur Drehachse der Trommel konzentrische Einlaßöffnung für einzuleitenden
Tabak aufweist, und einer durch die Einlaßöffnung in die Trommel hineinragenden stationären
Zuführleitung, deren äußere Umfangsfläche zumindest im Bereich der Einlaßöffnung zur
Drehachse der Trommel konzentrisch verläuft und mit dem Rand der Einlaßöffnung der
rotierenden Stirnwand einen Ringspalt bildet.
[0002] Tabak wird vor der Verarbeitung zu Endprodukten wie Zigaretten, Zigarillos, Stumpen
und dergleichen stabförmigen Tabakartikeln gewöhnlich vorbehandelt oder konditioniert.
Dazu kann er in einer oder mehreren Behandlungsstufen in einer rotierenden Trommel
mit einem Behandlungsmedium in Kontakt gebracht oder bestimmten Umgebungseinflüssen
ausgesetzt werden. Die Zufuhr des Tabaks in die Trommel erfolgt normalerweise durch
eine stationäre Zuführeinrichtung wie beispielsweise eine Rohrleitung oder eine Rutsche.
Dabei macht die Abdichtung des Trommelinneren gegen die Umgebung besonders im Grenzbereich
zwischen der rotierenden Trommel und dem Ende der stationären Zuführeinrichtung Schwierigkeiten.
[0003] Es sind bereits verschiedene Lösungen für diesen Problembereich vorgeschlagen worden,
die aber nicht voll befriedigen konnten. So zeigt die US 4 507 876 eine aus verschiedenen
zusammenwirkenden Komponenten bestehende Dichtungsanordnung, die in Strömungskanälen
mit Luft unter erhöhtem Druck beaufschlagt wird. Die Druckluft hat die Aufgabe, den
Verschleiß zwischen den relativ zueinander bewegten Teilen zu reduzieren und zu verhindern,
daß in der Trommel enthaltene flüchtige Substanzen austreten können. Diese Dichtungsanordnung
ist kompliziert aufgebaut und erfordert die dauernde Zufuhr von Druckluft.
[0004] Eine andere Dichtungsanordnung einer Behandlungstrommel der tabakverarbeitenden Industrie
beschreibt die DE 195 00 251 A1 (entsprechend US 5 462 290). Die Trommel ist eingangsseitig
durch eine radiale Stirnwand mit einer zentralen, zur Drehachse der Trommel konzentrischen
Einlaßöffnung geschlossen, durch welche das zylindrische Auslaßende einer stationären
Rutsche in die Trommel hineinragt. Zwischen der Stirnwand der Trommel und dem zylindrischen
Teil der stationären Rutsche ist ein ringförmiger Spalt gebildet, der mit einem in
der Trommel auf dem Auslaß der Rutsche angebrachten Dichtring verschlossen wird. Die
Dichtung besteht aus einem das Auslaßende umgebenden Ring aus flexiblem Schichtmaterial
und wird mit Federstahlklammern gegen die Innenseite der rotierenden Stirnwand der
Trommel gedrückt. Diese Dichtung hat den Nachteil, daß sie im Innern der Trommel liegt
und daher für Wartungs- und Ersatzarbeiten nur schwer zugänglich ist. Die Dichtung
ist unmittelbar dem Einfluß des Tabaks und der zusätzlich zugeführten Substanzen und
Behandlungsmedien ausgesetzt. Durch Defekte oder Abrieb der Dichtung gelangt das Dichtungsmaterial
in den Tabak.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine weitere Dichtungsanordnung der eingangs
beschriebenen Art mit verbesserten Eigenschaften anzugeben.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß auf der Umfangsfläche der
Zuführleitung eine außen an der Stirnwand der Trommel anliegende Stopfbuchsendichtung
mit einem den Ringspalt abdichtenden ringförmigen Dichtkörper angeordnet ist. Diese
Dichtung dichtet die Trommel zur Umgebung hin zuverlässig ab und ist für Einstell-
und Wartungsarbeiten leicht zugänglich. Sie stört nicht die Tabakbewegung im Innern
der Trommel, und es gelangen höchstens geringe Mengen des Dichtungsmaterials in die
Trommel. Vor der Einwirkung von Tabakstücken ist die Dichtung geschützt.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung besteht der Dichtkörper der Stopfbuchsendichtung
aus Filz. Die Auswahl von Filz als Dichtungsmaterial hat den Vorteil, daß es preiswert
ist und von der Tabakindustrie toleriert wird. In weiterer Fortführung der Erfindung
ist vorgesehen, daß der Dichtkörper mit einer Dichtungsmasse getränkt ist, wobei als
Dichtungsmasse vorzugsweise ein Silikonöl in Frage kommt. Das Tränken des Dichtrings
mit Silikonöl erhöht seine Dichtungswirkung und seine Standzeit.
[0008] Die weiteren Unteransprüche 5 bis 8 enthalten Merkmale einer bevorzugten Ausbildung
der Dichtungsanordnung nach der Erfindung. Diese Ausbildung erhöht ebenfalls ihre
abdichtende Wirkung und ermöglicht servicefreundlich eine optimale Einstellung des
auf den Dichtring wirkenden Drucks. So können die günstigsten Betriebsbedingungen
für die Dichtung eingestellt werden.
[0009] Insgesamt bietet die erfindungsgemäß vorgeschlagene Dichtungsanordnung die Vorteile,
daß bei einem Dichtungsdefekt oder durch Verschleiß entstehenden Abrieb nur geringe
Mengen des Dichtungsmaterials in den Tabak gelangen und daß dieses Dichtungsmaterial
in den nicht vermeidbaren geringen Mengen für die Tabakindustrie im Tabak tolerierbar
ist. Hinzu kommt, daß Filz als Dichtungsmaterial preiswert ist. Die Dichtungsanordnung
ist wartungsfreundlich und ermöglicht ein schnelles und problemloses Auswechseln des
Dichtungsmaterials. An der Dichtung kann sich kein Tabak ablagern, und sie ist vor
der mechanischen Einwirkung von Tabak geschützt. Mit einfachen und preiswerten Mitteln
wird also eine sehr wirksame und vorteilhafte Abdichtung einer rotierenden Behandlungstrommel
für Tabak realisiert.
[0010] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Trommel für die Behandlung von Tabak mit einer Dichtungsanordnung
nach der Erfindung und
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung der Dichtungsanordnung.
[0012] In der Figur 1 ist eine Trommel 1 für die Behandlung von Tabak dargestellt. Diese
Trommel weist eine Einlaßseite 2 und eine Auslaßseite 3 auf. Sie ist in bekannter,
in der Zeichnung nicht dargestellter Weise drehbar angeordnet.
[0013] Die Auslaßseite 3 der Trommel 1 liegt in einem stationären Gehäuse 4, in dem nicht
dargestellte Einrichtungen zum Fördern oder für die Weiterbehandlung des die Trommel
1 verlassenden Tabaks vorgesehen sind.
[0014] Die Einlaßseite 2 der Trommel 1 weist eine radiale Stirnwand 6 mit einer zentralen
konzentrischen Einlaßöffnung 7 auf, durch welche eine stationäre Zuführleitung 8 zum
Einleiten von Tabak in die Trommel hineinragt. In die Zuführleitung 8 mündet ein Trichter
9 oder eine andere Beschickungseinrichtung zum Zuführen von Tabak. Der Grenzbereich
zwischen der rotierenden Stirnwand 6 der Trommel 1 und der stationären Zuführleitung
8 ist mit einer Dichtungsanordnung 11 abgedichtet.
[0015] Die beschriebene Trommelanordnung kann beispielsweise zum Lösen und Konditionieren
von schichtweise von Ballen abgenommenen Tabakblättern dienen. Derartige Trommeln
werden aber auch zur Behandlung von Schnittabak verwendet, der in diesen Trommeln
erhitzt, befeuchtet, getrocknet, vermischt, mit Zusatzstoffen versetzt und in sonstiger
Weise behandelt wird.
[0016] In Figur 2 ist die Dichtungsanordnung 11 im einzelnen dargestellt. Die Trommel 1
weist eine zylindrische Außenwand 12 auf und ist eingangsseitig durch die Stirnwand
6 geschlossen. In die Trommel 1 ragt eine zylindrischer Abschnitt 13 der Zuführleitung
8. Um die in der Stirnwand 6 vorgesehene Einlaßöffnung 7 der Trommel 1 weitgehend
an den Außendurchmesser des zylindrischen Abschnitts 13 der Zuführleitung 8 anzupassen,
ist ein die Öffnung verkleinernder Anpassungsring 14 in die Einlaßöffnung 7 eingesetzt
und mit der Stirnwand 6 verbunden.
[0017] Zwischen der mit der Trommel rotierenden Stirnwand 6 bzw. dem Anpassungsring 14 und
dem stationären zylindrischen Abschnitt 13 der Zuführleitung 8 besteht ein Ringspalt
16, der mit der Dichtungsanordnung 11 abgedichtet wird. Die Dichtungsanordnung 11
ist als Stopfbuchsendichtung mit einem Dichtungskörper 17, vorzugsweise aus Filz,
ausgebildet, der mit einer Tränkmasse, vorzugsweise Silikonöl, getränkt ist. Der Dichtungskörper
17 ist als Ring ausgebildet, der den zylindrischen Abschnitt 13 im Grenzbereich zwischen
der Stirnwand der Trommel und dem zylindrischen Abschnitt 13 ringförmig umgibt. Er
ist in einen Halte- und Druckring 18 eingefaßt, der ihn axial und radial in seiner
vorgesehenen Position vor dem Ringspalt 16 hält. Der Halte- und Druckring 18 hat einen
etwa L-förmigen Querschnitt mit einer auf eine Stirnseite des Dichtungskörpers wirkenden
radialen Ringfläche 24 und einer an der äußeren Umfangsfläche des Dichtkörpers anliegenden
zylindrischen Ringfläche 26. Der Halte- und Druckring 18 wird mit einstellbarem Druck
gegen den den Ringspalt 16 abdichtenden Dichtkörper 17 gedrückt. Dazu dient eine Einstelleinrichtung
19 mit einer Stellschraube 21, die in einem auf der Zuführleitung 8 vorgesehenen Ringflansch
22 gelagert ist und axial auf den Halte- und Druckring 18 wirkt. Am Umfang können
mehrere derartige Einstelleinrichtungen 19 vorgesehen sein, so daß am ganzen Umfang
ein gleichmäßiger Druck auf den Dichtungskörper 17 eingestellt werden kann.
[0018] Dadurch, daß diese Dichtungsanordnung 11 außen an der Trommel sitzt, sind auf einfache
Weise Wartungs- und Erneuerungsarbeiten möglich. Mit der Einstellung des Druckes durch
die Einstelleinrichtung 19 kann ohne großen Aufwand auf den Verschleiß des Materials
des Dichtungskörpers 17 reagiert werden, so daß immer optimale Abdichtungsverhältnisse
erhalten bleiben. Die Auswahl von Filz als Dichtungsmaterial ist für die Tabakindustrie
akzeptabel, weil gegebenenfalls in den Tabak gelangende Teile des Dichtungsmaterials
die Qualität des Tabaks nicht nachhaltig beeinträchtigen. Allerdings ist durch die
Anordnung des Dichtungskörpers 17 außerhalb der Trommel vor dem schmalen Ringspalt
16 gewährleistet, daß höchstens geringe Mengen des Dichtungsmaterials in den Tabak
gelangen können.
[0019] Wird die Trommel 1 als Lösetrommel für von Tabakballen abgenommene Schichten von
Tabakblättern benutzt, die teilweise noch zusammenklumpen, so ist durch die Anordnung
der Dichtungsanordnung 11 außerhalb der Trommel sichergestellt, daß die Dichtung gegen
die Schlageinwirkung von größeren Tabak-Packstücken geschützt ist. Das hat positiven
Einfluß auf die Lebensdauer der Dichtung.
1. Anordnung zum Abdichten des Einlasses einer rotierenden Trommel für die Behandlung
von Tabak mit einer die Trommel stirnseitig abschließenden Stirnwand, welche eine
zur Drehachse der Trommel konzentrische Einlaßöffnung für einzuleitenden Tabak aufweist,
und einer durch die Einlaßöffnung in die Trommel hineinrageden stationären Zuführleitung,
deren äußere Umfangsfläche zumindest im Bereich der Einlaßöffnung zur Drehachse der
Trommel konzentrisch verläuft, und mit dem Rand der Einlaßöffnung der rotierenden
Stirnwand einen Ringspalt bildet, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Umfangsfläche
der Zuführleitung (8, 13) eine außen an der Stirnwand (6, 14) der Trommel (1) anliegende
Stopfbuchsendichtung (11) mit einem den Ringspalt (16) abdichtenden ringförmigen Dichtkörper
(17) angeordnet ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (17) aus Filz
besteht.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (17)
mit einer Dichtungsmasse getränkt ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper
(17) mit Silikonöl getränkt ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein etwa axial
mit einer Andruckkraft beaufschlagbarer Druckring (18) den Dichtkörper (17) axial
gegen die Stirnwand (6, 14) der Trommel (1) drückt.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckring (18) einen etwa
L-förmigen Querschnitt aufweist, wobei eine radiale Ringfläche (24) auf eine Stirnseite
und eine zylindrische Ringfläche (26) auf die äußere Umfangsfläche des Dichtkörpers
(17) wirkt.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Umfang
der Zuführleitung (8, 13) ein radialer Stützflansch (22) vorgesehen ist, der Druckorgane
(19) zum Ausüben eines axialen Drucks auf den Dichtkörper (17) trägt.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Druckorgan (19) Stellschrauben
(21) vorgesehen sind.