[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpackung von zu entsorgendem
Gut wie beispielsweise Abfällen und Speiseresten, bei dem das Gut in Folienbehältnisse
eingefüllt und befüllte Behältnisabschnitte an ihrer offenen Seite zugeschweißt werden.
[0002] Im Rahmen der Müllentsorgung ist es heute neben der Verringerung des bestehenden
Mülls eines der Hauptziele, den anfallenden Müll soweit wie möglich wieder aufzuarbeiten
und weiterzuverwenden. In diesem Zusammenhang erfolgt in den Haushalten eine Mülltrennung,
wobei im allgemeinen eine Dreifachtrennung nach Bioabfällen, Kunststoffen und sonstigen
Abfällen vorgenommen wird. Diese Mülltrennung trägt zur Einsparung von Wertstoffen
bei, bringt jedoch Probleme hinsichtlich der sogenannten Müllhygiene mit sich. Durch
die Verteilung des Mülls auf verschiedene Tonnen wird nämlich die Verweildauer des
Mülls im Haushalt deutlich erhöht, da die einzelnen Tonnen nur in relativ großen Zeitabständen
entleert werden. Insbesondere beim Biomüll hat es sich gezeigt, daß eine Aufbewahrung
von Lebensmittelresten in den Biotonnen schon nach wenigen Tagen zur Verunreinigung
durch Sporen, Bakterien, Maden etc. führen kann. Außerdem kann es relativ schnell
zu unangenehmen Geruchsbildungen kommen.
[0003] In der WO 97/03899 wird daher ein Verfahren zum Sammeln und Entsorgen von Abfällen
vorgeschlagen, bei dem der Abfall in den Haushalten in Folienbehältnissen, die in
den jeweils benötigten Größen aus einem Folienschlauch hergestellt werden, unter Vakuum
verschweißt wird. Durch diese Art der Verpackung können Geruchsbildungen weitgehend
verhindert werden.
[0004] Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt, daß trotz des Vakuums in den Folienbehältnissen
Gärungsprozesse stattfinden. Die hierbei auftretende Gasbildung ist zum Teil so stark,
daß sich in den Folienbehältnissen ein Druck aufbaut, der die Behältnisse platzen
läßt, so daß die Abfallstoffe aus den Behältnissen fallen können.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben,
mit dem dazu entsorgendes Gut auf sichere Weise und ohne die Gefahr eines Platzens
der Folienbehältnisse verpackt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß wenigstens eine das Folienbehältnis
verschließende Schweißnaht mit einer Sollbruchstelle hergestellt wird, die aufbricht,
wenn der Innendruck des Folienbehältnisses aufgrund von Gärungsprozessen oder dergleichen
einen bestimmten Grenzwert überschreitet. Durch diese Ausgestaltung kann ein Platzen
der Folienbehältnisse sicher verhindert werden, indem die Sollbruchstelle so ausgebildet
wird, daß sie aufbricht, bevor das Folienmaterial in kritischer Weise belastet wird.
Die Sollbruchstelle ist dabei zweckmäßigerweise so klein ausgebildet, daß beim Aufbrechen
zwar Gase, aber keine Abfälle aus dem Folienbehältnis entweichen können.
[0007] In Ausbildung der Erfindung ist weiterhin vorgesehen, daß das Folienbehältnis so
zugeschweißt wird, daß außerhalb des mit Gut befüllten und verschweißten Behältnisabschnitts
eine Kammer gebildet wird, in welche das Gas beim Aufbrechen der Sollbruchstelle entweichen
kann. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß die Gase aus dem befüllten Behältnisabschnitt
zunächst nicht an die Umgebung gelangen und dort zu unangenehmen Geruchsbildungen
führen. Die zusätzliche Kammer stellt somit einen Puffer dar, der ein Platzen des
Folienbehältnisses während einer gewissen Zeitdauer verhindert. Um bei dieser Ausführungsform
ebenfalls einen dauerhaften Schutz zu erreichen, sollte die zusätzliche Kammer mit
einer Sollbruchstelle versehen sein, welche aufbricht und Gase an die Umgebung entweichen
läßt, wenn auch in ihr ein kritischer Innendruck erreicht ist.
[0008] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Folienbehältnis in an
sich bekannter weise aus einer Schlauchfolie hergestellt wird, indem an der Oberseite
und Unterseite eines Folienabschnitts quer zur Längsrichtung der Schlauchfolie verlaufende
Schweißnähte hergestellt werden. In diesem Fall kann die Herstellung der zusätzlichen
Kammer erfolgen, indem oberhalb des gefüllten und durch eine Schweißnaht verschlossenen
Folienabschnitts eine weitere Schweißnaht vorgesehen wird. Im übrigen kann in dem
Folienbehältnis in an sich ebenfalls bekannter weise ein Vakuum erzeugt werden, um
die Gefahr eines Auftretens von Gärungsprozessen von vornherein zu vermindern.
[0009] Im übrigen ist es auch möglich, die Sollbruchstelle an einer anderen Stelle des Folienbehältnisses
vorzusehen. Die Anordnung der Sollbruchstelle in der beim Verschließen des Folienbehältnisses
herzustellenden Schweißnaht ist lediglich besonders bevorzugt, da sie in einfacher
weise hergestellt werden kann, ohne in den Herstellungsprozeß des Folienbeutels bzw.
der Schlauchfolie eingreifen zu müssen.
[0010] Hinsichtlich weiterer Ausgestaltungsmöglichkeiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung
wird auf die Unteransprüche sowie die nachfolgende Beschreibung von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- eine Ausführungsform eines Müllbeutels, der mit Abfall gefüllt und in erfindungsgemäßer
weise verschlossen ist, und
- Figur 2
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Müllbeutels.
[0011] In Figur 1 ist eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Folienbehaltnisses 1
dargestellt, das hier als Müllbeutel ausgebildet ist. Das Folienbehältnis 1 ist mit
zu entsorgendem Gut G wie beispielsweise Abfällen oder Speiseresten gefüllt, wobei
die offene Oberseite des Folienbehältnisses 1 durch eine Schweißnaht 2 unmittelbar
oberhalb des eingefüllten Gutes G luftdicht verschlossen ist. In der Schweißnaht 2
ist eine Sollbruchstelle 3 vorgesehen, die so ausgebildet ist, daß sie aufbricht,
bevor an irgendeiner anderen Stelle des Folienbehältnisses 1 aufgrund eines zu hohen
Innendrucks in dem befüllten Behältnisabschnitt 1A Beschädigungen auftreten können.
Hierdurch kann in sicherer weise ein unkontrolliertes Platzen des Folienbehältnisses
1 verhindert werden, wenn Gärprozesse und damit verbunden Gasbildungen in dem abgeschlossenen
Behältnisabschnitt 1A auftreten.
[0012] Das Folienbehältnis 1 weist einen über den befüllten und abgeschlossenen Behältnisabschnitt
1A überstehenden Abschnitt 4 auf, in dem mehrere Öffnungen 5 vorgesehen sind, an denen
das Folienbehältnis 1 beispielsweise an einem Haken aufgehängt werden kann. Alternativ
kann auch eine Trageöffnung vorgesehen sein.
[0013] Die Herstellung der Sollbruchstelle 3 erfolgt in erfindungsgemäßer Weise bei der
Herstellung der Schweißnaht 2, wenn das Folienbehältnis 1 nach dem Befüllen mit Füllgut
und gegebenenfalls Evakuierung verschlossen wird.
[0014] Das erfindungsgemäße Folienbehältnis kann aus einer Schlauchfolie hergestellt werden,
wie dies beispielsweise aus der WO 97/03899 an sich bekannt ist. Dann wird ein Abschnitt
der Schlauchfolie, der später das Folienbehältnis 1 bilden soll, von einer entsprechenden
Halterung für die Schlauchfolie zunächst abgezogen und das abgezogene Ende durch einen
ersten Schweißvorgang verschlossen. Nach dem Einfüllen des Gutes G wird dann der befüllte
Behältnisabschnitt durch Herstellung der Schweißnaht 2 mit der Sollbruchstelle 3 verschlossen,
wobei gegebenenfalls eine Evakuierung stattfinden kann.
[0015] Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann das obere Ende des überstehenden Abschnitts
4 des Folienbehältnisses 1 durch eine weitere Schweißnaht 6 verschlossen sein, wie
dies in Figur 2 dargestellt ist. In diesem Fall ist an der zusätzlichen Schweißnaht
6 ebenfalls eine Sollbruchstelle 7 vorgesehen, und sind die Öffnungen 4 weggelassen,
so daß oberhalb des verschlossenen und mit Füllgut G befüllten Behältnisabschnitts
1A eine zusätzliche Kammer 8 gebildet wird, in welche beim Bersten der Sollbruchstelle
3, welche in der zwischen dem befüllten Behältnisabschnitt 1A und der Kammer 8 liegenden
Schweißnaht 2 vorgesehen ist, Gas aus dem befüllten Behältnisabschnitt 1A einströmen
kann. Die zusätzliche Kammer 8 bildet einen zusätzlichen Puffer, bis auch in der zusätzlichen
Kammer 8 der Gasdruck so hoch ist, daß die weitere Sollbruchstelle 7 aufbricht. Durch
die zusätzliche Kammer 8 wird damit eine gewisse Zeit lang ein Austreten von unangenehm
riechenden Gasen verhindert.
1. Verfahren zum Verpacken von zu entsorgendem Gut (G) wie beispielsweise Abfällen und
Speiseresten, bei dem das Gut (G) in Folienbehältnisse (1) eingefüllt und befüllte
Behältnisabschnitte (1A) an ihrer offenen Seite zugeschweißt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine das Folienbehältnis (1) verschließende
Schweißnaht (2, 6) mit einer Sollbruchstelle (3, 7) hergestellt wird, die aufbricht,
wenn der Innendruck des Folienbehältnisses (1) aufgrund von stattfindenden Gärungsprozessen
oder dergleichen einen bestimmten kritischen Grenzwert überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstelle (3, 7) so groß hergestellt wird, daß
beim Aufbrechen zwar Gase, aber kein eingefülltes Gut (G) aus dem Folienbehältnis
(1) entweichen kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Folienbehältnis (1) so zugeschweißt wird, daß außerhalb
des befüllten Behältnisabschnitts (1A) eine geschlossene Kammer (8) gebildet wird,
wobei in einer zwischen dem befüllten Behältnisabschnitt (1A) und der Kammer (8) vorgesehenen
Schweißnaht (2) eine Sollbruchstelle (3) vorgesehen ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer die zusätzliche Kammer (8) zur Umgebung verschließenden
Schweißnaht (6) eine Sollbruchstelle (7) vorgesehen wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Folienbehältnis (1) aus Schlauchfolie hergestellt
wird, indem ein Abschnitt der Schlauchfolie von einer Halterung abgezogen und an seinem
abgezogenen Ende unter Bildung des Folienbehältnisses (1) verschlossen, insbesondere
zugeschweißt wird.
6. Folienbehältnis zum Einschweißen von zu entsorgendem Gut wie beispielsweise Müll oder
Speisereste,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Sollbruchstelle (3, 7) vorgesehen ist, die nach einem
luftdichten Verschließen eines befüllten Behältnisabschnitts (1A) aufbricht, wenn
innerhalb des Behältnisabschnitts (1A) ein vorgegebener Innendruck überschritten wird.