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EP 0 896 067 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.11.2002 Patentblatt 2002/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 27.07.1998 |
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Verfahren und Vorrichtung zur Erfassung des Schlackezustandes und der Lichtbogenstabilität
in Lichtbogenöfen
Process and installation to monitor the slag state and the arc stability of the arc
furnace
Procédé et dispositif pour surveiller l'état du laitier et la stabilité de l' arc
d'un four à arc
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
31.07.1997 DE 19733130
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.02.1999 Patentblatt 1999/06 |
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Patentinhaber: Badische Stahl Engineering GmbH |
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77694 Kehl (DE) |
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Erfinder: |
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- Klein, Karl-Heinz Dr.-Ing.
77731 Willstätt (DE)
- Paul, Günter Dipl.-Ing.
77731 Willstätt (DE)
- Danilov, Vladimir Dipl.-Ing.
77694 Kehl (DE)
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| (74) |
Vertreter: Beetz & Partner
Patentanwälte |
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Steinsdorfstrasse 10 80538 München 80538 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 637 634 DE-A- 3 832 763
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EP-A- 0 692 544 US-A- 5 115 447
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erfassung des Zustandes
der Schlacke und der Stabilität des Lichtbogens in Lichtbogenöfen, in denen eine Flüssigmetallaufbereitung
durchgeführt wird, insbesondere zur Stahlerzeugung aus Schrott, festem Roheisen oder
Eisenschwamm.
[0002] In Lichtbogenöfen sind Elektroden auf Graphitbasis korrespondierend zu einem metallischen
Ofeneinsatz angeordnet; Aufbau, Funktion und Betrieb solcher Lichtbogenöfen sind dem
Fachmann geläufig.
[0003] Die Regelung und Optimierung von Lichtbogenöfen stellt, obgleich im Stand der Technik
bereits zahlreiche Lösungsvorschläge angegeben wurden, noch immer ein großes Problem
dar, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht wegen nicht optimaler Energieausnutzung
und in ökologischer Hinsicht, da bei nicht optimaler Prozeßführung des Schmelzvorgangs
bei lokaler Überhitzung fluorhaltige Dämpfe aus Flußmitteln in die Umwelt gelangen
können.
[0004] Der Schlacke kommt bei Lichtbogenöfen die wichtige Funktion zu, die vom Lichtbogen
abgestrahlte Energie möglichst weitgehend in das Metallbad zu lenken und Abstrahlungsverluste
so weit wie möglich zurückzudrängen.
[0005] Es ist Stand der Technik, der Schlacke durch Gasentwicklung eine schaumige Struktur
zu verleihen ("Schaumschlacke"), von der die Lichtbögen weitgehend abgeschirmt werden.
Zur Bildung von Schaumschlacke wird beispielsweise Sauerstoff über Lanzen in den flüssigen
Stahl eingeblasen. Hierbei verbrennt im flüssigen Stahl vorliegender Kohlenstoff zu
Kohlenmonoxid, durch das die Schlacke aufgeschäumt wird. Es ist auch möglich, Kohlenstoff
über Lanzen in die bereits gebildete Schaumschlacke einzublasen, wodurch in der Schlacke
vorhandenes Eisenoxid in Eisen und Kohlenmonoxid umgewandelt wird, durch das die Schlacke
weiter aufgeschäumt wird.
[0006] Unter dem Schlackezustand wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung der Schaumschlackezustand
verstanden, bei dem die Schaumschlacke die Lichtbögen mindestens teilweise und vorzugsweise
vollständig einhüllt.
[0007] Durch die Schaumschlacke werden die Feuerfestausmauerung und die Wasserkühlsysteme
des Ofens vor der starken Strahlungsbelastung abgeschirmt. Hierdurch kann der Wirkungsgrad
der Energieübertragung von der Elektrode auf des Metallbad verbessert werden. Für
die Wirtschaftlichkeit des Lichtbogenofenbetriebs ist es daher von wesentlicher Bedeutung,
die Lichtbogenabdeckung durch die Schaumschlacke kontinuierlich zu beobachten und
diese erforderlichenfalls durch entsprechend induzierte Gasentwicklung aufzuschäumen.
[0008] Eine einheitliche Erfassung und Interpretation aller physikalischen Lichtbogeneigenschaften
ist allerdings aufgrund der erheblichen Komplexität der physikalischen und chemischen
Vorgänge praktisch ausgeschlossen.
[0009] Man hat daher auf sehr verschiedene Weisen versucht, mit indirekten Meßverfahren
geeignete Signale zu erhalten, mit denen sich der Schmelzzustand im Lichtbogenofen
erkennen und steuern bzw. regeln läßt.
[0010] Aus der Zeitschrift "Elektrowärme International" 45 (1987), Seiten B29 - B36, ist
ein Verfahren bekannt, in dem mit Hilfe spezieller Kennzahlen, wie beispielsweise
Klirrfaktor und Schwingungsgehalt, die aus Lichtbogenspannung und Lichtbogenstrom
ermittelt werden, die harmonischen Komponenten im Leistungsdichtespektrum elektrischer
Lichtbogengrößen geeignet bewertet werden, so daß bei Abweichung der Kennzahlen von
bestimmten vorgegebenen Werten entsprechend Maßnahmen zur Schaumschlackenbildung getroffen
werden können.
[0011] Aufgrund der Zusammenhänge zwischen den elektrischen und akustischen Lichtbogeneigenschaften
kann auch die akustische Emission der Lichtbögen unmittelbar für eine Zustandsbeobachtung,
insbesondere für den Schlackenaufbau, herangezogen werden.
[0012] Aus der Zeitschrift "Elektrowärme International" 42 (1994), B220 - B227, sind Schalldruckmessungen
während des Schmelzbetriebes von Lichtbogenöfen zur Bestimmung der Abhängigkeit der
Geräuschentwicklung von den elektrischen Lichtbogengrößen bekannt. Das Schallsignal
besteht im wesentlichen aus einem breitbandigen Rauschen, aus dem sich charakteristisch
ein 100 Hz-Ton mit einer Reihe von harmonischen Vielfachen abhebt. Mit dem Schmelzfortschritt
im Ofen ändert sich der Schalldruck, wobei diese Veränderung quantitativ durch eine
Rauschzahl erfaßt wird, welche zur Prozeßsteuerung herangezogen werden kann.
[0013] Aus DD 295 248 ist ein Verfahren zur Messung der Instabilität eines Lichtbogens in
einem Elektroofen bekannt, bei dem eine Wechselbeziehung zwischen der Änderung der
Stromstärke im Lichtbogen und der Schlackenaufblähung ausgenützt wird. Bei diesem
Verfahren wird ein Signal erzeugt, das dem Differentialquotienten (di/dt) der Stromstärke
i des durch den Lichtbogen fließenden Stroms entspricht, insbesondere durch eine Rogowski-Spule.
Dieses Signal wird einer Filterung durch ein Hochfrequenz-Breitbandfilter und ein
schmalbandiges Tiefbandfilter unterzogen, worauf ein Teilermodul das Verhältnis der
von den Filtern stammenden Signaleffektivwerte erzeugt, das als Indikator für die
Schlackenaufblähung dient und bei maximaler Schlackenaufblähung einen Minimalwert
annimmt. Das dieses Verhältnis kennzeichnende Signal wird entweder einer Anzeige zugeführt
oder kann zur Regelung bestimmter Betriebsparameter des Lichtbogenofens herangezogen
werden, beispielsweise zur Bestimmung der Beendigung des Schmelzprozesses.
[0014] Aus DE 4425089 ist ferner bekannt, zur Steuerung der Durchsatzrate an eingeblasenem
Kohlenstoff im Drehstromlichtbogenofen die Schallemission des Lichtbogenofens automatisch
zu erfassen, wobei eine Auswertung der Amplitude des Schalls frequenzselektiv durchgeführt
wird. Bei Überschreiten eines durch eine Steuereinheit vorgebbaren Schallpegels wird
die Durchsatzrate des Kohlenstoffs erhöht und bei einem Unterschreiten vermindert.
Das Frequenzspektrum wird im Bereich von 100 Hz ausgewertet, da dieser Bereich die
Schallemission der Lichtbögen besonders signifikant wiedergibt und Störgeräusche relativ
gleich verteilt über das Frequenzspektrum vorliegen. Gemäß Fig. 1 dieser Druckschrift
wertet eine Steuereinheit das Signal eines Mikrophons aus, das im Bereich des Elektrolichtbogenofens
angeordnet ist.
[0015] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
quantitativen Erfassung, Steuerung bzw. Regelung und Optimierung des Schlackezustandes
und der Stabilität des Lichtbogens in Lichtbogenöfen anzugeben, mit denen der elektrothermische
Wirkungsgrad der Lichtbogenöfen verbessert und der Verbrauch an elektrischer Energie
abgesenkt werden kann.
[0016] Die Aufgabe wird gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst.
[0017] Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindungskonzeption.
[0018] Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß der Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff der n-ten Ableitung d
ni/dt
n der Stromstärke i(t) bzw. eines ihr proportionalen Signals in enger Korrelation mit
dem Schlackezustand in einem Lichtbogenofen steht. Da der Schlackezustand einen Prozeßparameter
darstellt, der im Hinblick auf optimale Energieausnutzung und optimale Temperaturführung
wesentlich ist, eröffnet die vorliegende Erfindung die Möglichkeit der direkten Steuerung
oder auch Regelung des Schlackezustandes. Liegt der Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff nicht mehr im Bereich zwischen vorgegebenen Grenzwerten, der im folgenden als Schlackefenster
bezeichnet wird und innerhalb dessen der Schlackezustand und die Schlackemenge bzw.
der Einhüllungsgrad der Elektrode optimal sind, kann der Schlackezustand sofort nachoptimiert
werden, indem Kohlenstoff bzw. Kohle in die Schlacke oder Sauerstoff in das Metallbad
eingeblasen wird und/oder schlackenbildende Stoffe in den Lichtbogenofen eingebracht
werden und/oder entsprechende Zugaben gedrosselt oder gestoppt werden.
[0019] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung wird bei Erfassung eines Effektivwertes außerhalb
des Schlackefensters, unabhängig von anderen Maßnahmen, die Elektrodenposition durch
geeignete Nachführung geändert.
[0020] Der Effektivwert von Ableitungen der Stromstärke i(t) bzw. eines ihr proportionalen
Signals stellt einen sensiblen Indikator für die Tendenz zur Änderung des Signals
dar und erlaubt so eine Steuerung wie auch Regelung des Schlackezustands und auch
der Stabilität des Lichtbogens mit außerordentlich hoher Zugriffsgeschwindigkeit und
entsprechend hoher Genauigkeit.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung des Schlackezustandes in Lichtbogenöfen,
in denen ein flüssiges Metallbad, insbesondere ein Stahlbad, mit einer Schlackeschicht
bedeckt ist, die den zwischen Metallbad und Elektrode brennenden Lichtbogen zumindest
teilweise einhüllt, beruht auf der Erzeugung eines aus der Stromstärke i(t) des über
die Elektrode fließenden Stroms abgeleiteten Signals, das mit der Schallemission des
Plasmas des Lichtbogens korreliert ist, und der Ermittlung des Schlackezustandes aus
diesem Signal; es ist gekennzeichnet durch
- Bildung der n-ten Ableitung dni/dtn der von der Zeit t abhängigen Stromstärke i(t) bzw. eines ihr proportionalen Signals
zu vorgegebenen Zeitpunkten oder kontinuierlich,
- Bildung des Effektivwertes [dni/dtn]eff der n-ten Ableitung dni/dtn der Stromstärke i(t) bzw. des ihr proportionalen Signals in Form des quadratischen
Mittelwerts nach der Formel I

worin bedeuten:
- i
- die Stromstärke des über die Elektrode fließenden Stroms,
- n
- 2, 3 oder 4 und
- T
- die Integrationsdauer,
und
- Ermittlung, ob der Effektivwert [dni/dtn]eff innerhalb vorgegebener Grenzwerte (Schlackefenster) liegt, innerhalb deren der Schlackezustand
und die Schlackemenge bzw. der Einhüllungsgrad der Elektrode optimal sind.
[0022] Das Erfindungskonzept eignet sich gleich gut für Gleichstrom- und Drehstromlichtbogenöfen.
[0023] Es kann die zweite, dritte oder vierte Ableitung der Stromstärke i(t) gebildet werden.
Vorzugsweise wird zur Bildung des Effektivwertes die zweite Ableitung (n = 2) der
Stromstärke i(t) herangezogen.
[0024] Es ist auch möglich, die Bildung der n-ten Ableitung d
ni/dt
n aus Inkrementen nullter bis n-ter Ordnung entsprechend der Formel II

vorzunehmen, in der k
0, k
1, k
2, k
3 und k
4 vorgegebene und insbesondere durch Eichung oder empirisch bestimmte Konstante darstellen,
wobei die Bedingungen k
0, k
1 ≥ 0 sowie k
2 und/oder k
3 und/oder k
4 > 0 gelten. Die Polynomentwicklung, die der Beziehung zugrundeliegt, ist außerordentlich
genau an die jeweils herrschenden Verhältnisse anpaßbar und erlaubt so, besonders
nach einer vorherigen Eichung nach einem unabhängigen Verfahren, eine quantitative
Bestimmung der differentiellen Stromstärke.
[0025] Das der n-ten Ableitung der Stromstärke i(t) entsprechende Signal wird vor der Bildung
des Effektivwertes zur Abtrennung unerwünschter Frequenzen vorzugsweise gefiltert.
Bei Drehstromöfen werden insbesondere die Netzfrequenz oder unerwünschte Hochfrequenzen
abgetrennt; vorteilhaft werden Frequenzen außerhalb des Frequenzbereichs von 800 Hz
bis 100 kHz abgetrennt. Besonders im Falle von Gleichstromöfen ist es günstig, Frequenzen
außerhalb des Frequenzbereichs von 20 Hz bis 1 kHz auszufiltern.
[0026] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch in der Einschmelzphase angewandt werden,
in der der Lichtbogen zumindest teilweise von der Schlacke eingehüllt wird. Damit
ist es möglich, die Schmelzzeiten zu verringern, wodurch sich eine entsprechende Verringerung
des Energiebedarfs ergibt, da bei maximierten Schmelzgeschwindigkeit die kürzesten
Schmelzzeiten und damit die geringsten Energieverluste vorliegen, wobei zugleich überhöhte
Temperaturen und damit verbundene Abstrahlungsverluste vermieden werden.
[0027] Besonders vorteilhaft kann das erfindungsgemäße Verfahren nach dem Aufschmelzen der
gesamten Charge herangezogen werden. In dieser Betriebsphase ist es notwendig, die
feuerfeste Ausmauerung und die wassergekühlten Wand- und Deckelemente des Oberofens
gegen die unmittelbare Lichtbogenstrahlung zu schützen. Aus diesem Grund soll der
Lichtbogen ganz von der Schlacke eingeschlossen werden. Beim erfindungsgemäßen Verfahren
kann der angestrebte Schlackezustand über den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff der Ableitungen der Stromstärke feinfühlig erfaßt und durch entsprechendes Einblasen
von Kohlenstoff oder Sauerstoff bzw. Zusatz von Schlackenbildnern aufrechterhalten
werden.
[0028] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erfassung des Schlackezustandes in Lichtbogenöfen,
in denen ein flüssiges Metallbad, insbesondere ein Stahlbad, hergestellt wird, das
mit einer Schlackeschicht bedeckt ist, die den zwischen Metallbad und Elektrode brennenden
Lichtbogen zumindest teilweise einhüllt, die insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeignet ist, weist auf:
- eine Stromerfassungseinrichtung, welche die Stromstärke i(t) des über die Elektrode
fließenden Stroms erfaßt,
- eine Differenziereinrichtung, die eine Ableitung der Stromstärke i(t) erzeugt,
und
- eine Kontrolleinrichtung, die aus der Ableitung der Stromstärke i(t) ein dem Schlackezustand
entsprechendes Signal erzeugt;
sie ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Differenziereinrichtung die n-te Ableitung d
ni/dt
n der von der Zeit t abhängigen Stromstärke i(t), bzw. ein der n-ten Ableitung entsprechendes
Signal zu vorgegebenen Zeitpunkten oder kontinuierlich erzeugt, wobei n gleich 2,
3 oder 4 ist,
eine der Differenziereinrichtung nachgeschaltete Effektivwerteinrichtung vorgesehen
ist, die den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff der n-ten Ableitung d
ni/dt
n der Stromstärke i(t) bzw. des ihr proportionalen Signals in Form des quadratischen
Mittelwerts nach der Formel I bildet,

worin bedeuten:
- i
- die Stromstärke des über die Elektrode fließenden Stroms,
- t
- die Zeit,
- n
- 2, 3 oder 4 und
- T
- die Integrationsdauer, und
die Kontrolleinrichtung der Effektivwerteinrichtung nachgeschaltet ist und den Effektivwert
[d
ni/dt
n]
eff mit vorgegebenen Grenzwerten vergleicht, innerhalb deren der Schlackezustand und
die Schlackemenge bzw. der Einhüllungsgrad der Elektrode optimal sind (Schlackefenster),
und bei Erfassung eines außerhalb des Schlackefensters liegenden Effektivwertes [d
ni/dt
n]
eff ein entsprechendes Signal abgibt und/oder eine oder mehrere Lanzen zum Einblasen
von Kohlenstoff bzw. Kohle in die Schlacke oder von Sauerstoff in das Metallbad und/oder
eine Eintrageinrichtung zum Eintragen von schlackebildenden Stoffen ansteuert und/oder
die Elektrode geeignet positioniert.
[0029] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zur Steuerung oder zur Regelung unter Erfassung
des Schlackezustandes ausgelegt sein und umfaßt, wie oben erläutert, eine Stromerfassungseinrichtung,
eine Differenziereinrichtung, eine Effektivwerteinrichtung zur Bildung des Effektivwertes
und eine Kontrolleinrichtung, die den Effektivwert mit den vorgegebenen Grenzwerten
vergleicht und ggf. Steuersignale für Stellglieder erzeugt. Die Kontrolleinrichtung
kann also auch als Regeleinrichtung mit geschlossenem Regelkreis ausgelegt sein und
eine oder mehrere Lanzen zum Einblasen von Kohlenstoff bzw. Kohle in die Schlacke
und/oder von Sauerstoff in das Metallbad oder auch die Elektrodenpositioniereinrichtung
ansteuern und den Schlackezustand über den Effektivwert der n-ten Ableitung des Stroms
so regeln, daß der Effektivwert im Schlackefenster gehalten wird.
[0030] Durch die Stromerfassungseinrichtung wird die Stromstärke i(t) des Stroms erfaßt,
der im Elektrodenkreis fließt.
[0031] Es ist vorteilhaft, den Strom beispielsweise dadurch zu erfassen, daß in einer Elektrodenzuführungsleitung
an zwei voneinander beabstandeten Punkten ein Meßwiderstand parallelgeschaltet und
der an diesem Meßwiderstand auftretende Spannungsabfall, der dem in der Leitung fließenden
Strom entspricht, gemessen bzw. erfaßt wird.
[0032] Die Bildung der n-ten Ableitung erfolgt durch die Differenziereinrichtung. Hierfür
können dem Fachmann geläufige Differenzierglieder oder Differenzierschaltungen, die
auch mit entsprechenden Filtern kombiniert sein können, Verwendung finden.
[0033] Als Stromerfassungseinrichtungen sind Meßtransformatoren günstig geeignet. Je nach
der Art des Meßtransformators (z.B. Stromwandlertyp oder Rogowski-Typ) resultiert
ein Ausgangssignal, das dem Strom i(t) oder der 1. Ableitung davon, di/dt, entspricht.
[0034] Ferner können auch Hall-Generatoren als Stromerfassungseinrichtungen herangezogen
werden. In derartigen Fällen, in den als Ausgangssignal der Stromerfassungseinrichtung
bereits ein Ableitungssignal resultiert, ist die Differenziereinrichtung 4 so ausgelegt,
daß sie aus dem als Eingangssignal erhaltenem Ableitungssignal durch entsprechendes
Nachdifferenzieren ein der gewünschten Ableitung (2., 3. oder 4. Grades) entsprechendes
Ausgangssignal liefert.
[0035] Die Stromerfassungseinrichtung und die Differenziereinrichtung müssen im Rahmen der
vorliegenden Erfindung nicht unbedingt getrennte, diskrete Einrichtungen darstellen.
Die Stromerfassungseinrichtung und die Differenziereinrichtung können funktionell
und gegebenenfalls auch strukturell oder schaltungsmäßig eine Einheit bilden bzw.
miteinander integriert sein.
[0036] Die vorteilhaft als Stromerfassungseinrichtung verwendeten zwei- oder dreidimensionalen
Spulen weisen mindestens zwei bzw. mindestens drei Wicklungen auf, deren Achsen in
aufeinander senkrecht stehenden Raumrichtungen orientiert sind.
[0037] Hierdurch ist es möglich, das Stromsignal (in Form der 1. Ableitung) weitgehend richtungsunabhängig
zu erfassen. Diese Ausführungsform ist besonders günstig für Gleichstromöfen verwendbar.
[0038] Derartige dreidimensionale Meßtransformatoren können in besonders vorteilhafter Weise
aus Windungen oder Wicklungen aufgebaut sein, deren Achsenrichtungen mehr oder weniger
gleichmäßig über alle Raumrichtungen verteilt ausgerichtet sind. Solche einem Wollknäuel
ähnelnde Anordnungen ermöglichen es, das Stromsignal bzw. dessen 1. Ableitung praktisch
richtungsunabhängig zu erfassen.
[0039] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann ferner eine von der Kontrolleinrichtung gesteuerte
Signaleinrichtung aufweisen, die ein akustisches und/oder optisches und/oder elektrisches,
etwa zu Steuer- oder Regelzwecken verwendbares Signal abgibt, wenn der Effektivwert
der n-ten Ableitung innerhalb oder außerhalb des Schlackefensters liegt.
[0040] Die Kontrolleinrichtung ist ferner vorteilhaft so ausgebildet, daß auf einem Display
angezeigt wird oder das abgegebene Signal auch die Information beinhaltet, ob der
Effektivwert oberhalb oder unterhalb des Schlackefensters liegt.
[0041] Wenn die Kontrolleinrichtung als Regler ausgelegt und in einem geschlossenen Regelkreis
integriert ist, weist sie vorteilhaft ein PD-, PI-, PID- oder PDPI-artiges Regelverhalten
auf. Wenn sie einen digitalen Regler mit frei wählbarer bzw. programmierbarer Charakteristik
oder ein adaptives, lernendes System darstellt, können hierbei analoge Kennlinien
realisiert sein. Durch ein derartiges Regelverhalten, das vorzugsweise ofenspezifisch
empirisch optimiert wird, läßt sich eine gegenüber P-artigen Reglern praktisch totzeitfreie
Regelung mit hoher Ansprech- und Ausregelgeschwindigkeit realisieren, wobei die Regelabweichung
minimiert werden kann.
[0042] Die Effektivwerteinrichtung zur Bildung des Effektivwertes der n-ten Ableitung [d
ni/dt
n]
eff ist vorteilhaft ein Meßgleichrichter, dem ggf. ein Integrator nachgeschaltet ist.
[0043] Die Kontrolleinrichtung ist vorzugsweise ein digitales Mikroprozessorsystem, worin
die dem Schlackefenster zugeordneten Grenzwerte gespeichert oder speicherbar sind
und das die Steuerung der Stellglieder übernimmt und ggf. den Effektivwert auf einem
Display anzeigt.
[0044] Die Kontrolleinrichtung ist vorteilhaft als adaptiver Regler ausgelegt. Durch Implementierung
von Fuzzy-Logik kann die Steuer- bzw. Reglerfunktion weiter optimiert werden.
[0045] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann ferner auch Filter aufweisen, um unerwünschte
Frequenzen, wie etwa die Netzfrequenz und unerwünschte hochfrequente Anteile, zu eliminieren
und so die Selektivität der Signalerfassung zu erhöhen. Besonders geeignet sind digitale
Filter, da sie es erlauben, beliebige Durchlaßkennlinien zu realisieren.
[0046] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug auf
die Zeichnungen näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erfassung und gegebenenfalls Regelung des Schlackezustandes
in einem Lichtbogenofen;
- Fig. 2
- eine weitere erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erfassung und gegebenenfalls Regelung
des Schlackezustandes in einem Lichtbogenofen;
- Fig. 3
- eine Registrierkurve, die den Effektivwert der zweiten Ableitung der Stromstärke in
Abhängigkeit von der Zeit zeigt, wobei der Schlackezustand sowohl in der Einschmelzphase
als auch für den geschmolzenen Zustand des Metallbads dargestellt ist.
[0047] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung, mit
welcher der Schlackezustand nicht nur quantitativ erfaßt und gesteuert, sondern auch,
durch die Einwirkung auf entsprechende Stellglieder in einem geschlossenen Regelkreis,
geregelt werden kann.
[0048] Die Vorrichtung von Fig. 1 umfaßt eine Rogowski-Spule als Meßtransformator, der die
Stromerfassungseinrichtung (3) darstellt, an deren Ausgang die erste Ableitung des
Stromsignals i(t) des durch die Elektrode 2 fließenden Stroms vorliegt, eine Differenziereinrichtung
4, welche daraus die zweite Ableitung der Stromstärke i(t) bildet, einen nachgeschalteten
Meßgleichrichter als Effektivwerteinrichtung 5, die den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff bildet, eine anschließend vorgesehene Integriereinrichtung 6 und eine Kontrolleinrichtung
7, die mit dem Ausgang der Integriereinrichtung 6 verbunden ist. Die Kontrolleinrichtung
7 stellt eine Steuerlogik dar, die aufgrund einer vorgegebenen oder wählbaren Regelcharakteristik
und auf der Basis vorgebbarer Sollwerte für dem Schlackefenster entsprechende Effektivwerte
entsprechende Ausgangssignale an ein Stellglied 8 abgibt und eine Lanze 9 zum Einblasen
von Sauerstoff ansteuert. Auch die (nicht dargestellte) Elektrodenpositioniereinrichtung
kann ein solches Stellglied 8 sein.
[0049] Es können selbstverständlich mehrere Lanzen zum Einblasen von Kohlenstoff bzw. Kohle
in die Schlacke oder zum Einblasen von Sauerstoff in das Stahlbad gleichzeitig angesteuert
werden; es kann ferner auch eine Eintrageinrichtung zum Eintragen von schlackenbildenden
Stoffen angesteuert werden. Der die Stromerfassungseinrichtung 3 für den Elektrodenstrom
darstellende Meßtransformator erfaßt die Stromstärke i(t) des Stroms, der über die
Elektrode 2 des Lichtbogens fließt. In der Differenziereinrichtung 4 wird daraufhin
die n-te Ableitung d
ni/dt
n der vom Meßtransformator erfaßten Stromstärke i(t) gebildet. Der Meßtransformator
besteht beispielsweise aus einer Rogowski-Spule, die als Ausgangssignal bereits die
1. Ableitung di/dt der Stromstärke i(t) liefert. Nach Differenzierung gelangt das
Stromsignal zur Bildung des Effektivwertes [d
ni/dt
n]
eff zu dem Meßgleichrichter 5 und wird im Integrator 6 integriert.
[0050] Das Signal wird dann der Kontrolleinrichtung 7 zugeführt, die den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff mit vorgegebenen Grenzwerten vergleicht.
[0051] Liegt das erfaßte Signal außerhalb des vorgegebenen Wertebereichs (des Schlackefensters),
wird ein entsprechendes Stellsignal an das Stellglied 8 abgegeben, um über die Lanze
9 Sauerstoff in das Stahlbad einzublasen.
[0052] Die in Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung stellt eine vorteilhafte
Weiterbildung der Regeleinrichtung von Fig. 1 dar und eignet sich insbesondere für
Gleichstromlichtbogenöfen.
[0053] Die Vorrichtung von Fig. 2 unterscheidet sich von der Vorrichtung der Fig. 1 dadurch,
daß dem Meßgleichrichter der die Effektivwerteinrichtung 5 darstellt, ein Tiefpaßfilter
10 vorgeschaltet ist, das vor der Bildung des Effektivwertes unerwünschte Frequenzen
außerhalb des Frequenzbereiches von 20 Hz bis 1 kHz abtrennt.
[0054] Ferner ist nach der Kontrolleinheit 7 eine weitere Kontrolleinheit 11 vorgesehen,
die nach dem Prinzip der Fuzzy-Logik arbeitet.
[0055] Die gestrichelte Linie zwischen der Kontrolleinheit 7 und der Elektrode 2 soll andeuten,
daß erfindungsgemäß auch die Auf- und Abbewegung der Elektrode 2 durch die Kontrolleinheit
7 in Abhängigkeit vom Schlackezustand geregelt werden kann.
[0056] Figur 3 zeigt den Schlackezustand in einem Drehstromlichtbogenofen in der Einschmelz-
sowie in der Schmelzphase. Bei diesem Versuch wurden 80 t Schrott eingeschmolzen.
Fig. 3 zeigt den zeitlichen Verlauf des Effektivwertes der zweiten Ableitung der Stromstärke
i(t) des über die Elektrode fließenden Stroms in Form eines ihm proportionalen Spannungssignals
(V). Nach der Einschmelzphase lag der Effektivwert zuverlässig im Bereich des Schlackefensters,
das durch die parallelen Linien mit dazwischenliegender Schraffierung angedeutet ist.
[0057] Durch die Anwendung des Erfindungskonzepts konnten in Drehstromlichtbogenöfen Energieeinsparungen
von 5 - 30 kWh pro Tonne eingesetzten Schrotts erzielt werden. Bei Gleichstromlichtbogenöfen
lag diese Energieersparnis sogar noch etwas höher.
[0058] Ferner konnte der Verbrauch an Feuerfestmaterialien um etwa 0,5 kg/t verringert werden.
[0059] Zusammenfassend ist festzustellen, daß die vorliegende Erfindung eine schnelle und
zuverlässige Erfassung des Schlakkezustandes in Lichtbogenöfen ermöglicht, wodurch
die Wirtschaftlichkeit des Lichtbogenofenbetriebes verbessert werden kann.
1. Verfahren zur Erfassung des Schlackezustandes in Lichtbogenöfen, in denen ein flüssiges
Metallbad, insbesondere ein Stahlbad, mit einer Schlackeschicht bedeckt ist, die den
zwischen Metallbad und Elektrode brennenden Lichtbogen zumindest teilweise einhüllt,
durch Erzeugung eines aus der Stromstärke i(t) des über die Elektrode fließenden Stroms
abgeleiteten Signals und Ermittlung des Schlackezustandes aus diesem Signal,
gekennzeichnet durch
- Bildung der n-ten Ableitung dni/dtn der von der Zeit t abhängigen Stromstärke i(t) bzw. eines ihr proportionalen Signals
zu vorgegebenen Zeitpunkten oder kontinuierlich, wobei n gleich 2, 3 oder 4 ist,
- Bildung des Effektivwertes [dni/dtn]eff der n-ten Ableitung dni/dtn der Stromstärke i(t) bzw. des ihr proportionalen Signals in Form des quadratischen
Mittelwerts nach der Formel I,

worin bedeuten:
i die Stromstärke des über die Elektrode fließenden Stroms,
n 2, 3 oder 4 und
T die Integrationsdauer,
und
- Ermittlung, ob der Effektivwert [dni/dtn]eff innerhalb vorgegebener Grenzwerte (Schlackefenster) liegt, innerhalb deren der Schlackezustand
und die Schlackemenge bzw. der Einhüllungsgrad der Elektrode optimal sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die 2. Ableitung (n = 2) der Stromstärke i(t) zur Bildung des Effektivwertes herangezogen
wird ([d2i/dt2]eff).
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die n-te Ableitung d
ni/dt
n aus Inkrementen nullter bis n-ter Ordnung nach der Formel II

erzeugt wird, in der k
0, k
1, k
2, k
3 und k
4 vorgegebene und insbesondere durch Eichung oder empirisch bestimmte Konstante darstellen,
wobei die Bedingungen
k
0, k
1 ≥ 0 sowie k
2 und/oder k
3 und/oder k
4 > 0
gelten.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 zur Steuerung oder Regelung
des Schlackezustandes, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erfassung eines außerhalb des Schlackefensters liegenden Effektivwertes Kohlenstoff
bzw. Kohle in die Schlacke oder Sauerstoff in das Metallbad eingeblasen wird bzw.
das Einblasen dieser Stoffe reduziert und/oder gestoppt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 zur Steuerung oder Regelung
des Schlackezustandes, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erfassung eines außerhalb des Schlackefensters liegenden Effektivwertes schlackenbildende
Stoffe in den Lichtbogenofen eingebracht werden bzw. die Zufuhr dieser Stoffe reduziert
und/oder gestoppt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erfassung eines außerhalb des Schlackefensters liegenden Effektivwertes die Elektrodenposition
entsprechend geändert wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das der n-ten Ableitung der Stromstärke i(t) entsprechende Signal dni/dtn vor der Bildung des Effektivwertes gefiltert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß so gefiltert wird, daß Signalkomponenten des Signals dni/dtn außerhalb des Frequenzbereichs von 800 Hz bis 100 kHz abgetrennt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß Signalkomponenten außerhalb des Frequenzbereichs von 20 Hz bis 1 kHz abgetrennt werden.
10. Vorrichtung zur Erfassung des Schlackezustandes in Lichtbogenöfen (1), in denen ein
flüssiges Metallbad, insbesondere ein Stahlbad, herstellbar ist, das mit einer Schlackeschicht
bedeckt ist, die den zwischen Metallbad und Elektrode (2) brennenden Lichtbogen zumindest
teilweise einhüllt,
insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 9,
die aufweist
- eine Stromerfassungseinrichtung (3), welche die Stromstärke i(t) des über die Elektrode
(2) fließenden Stroms erfaßt,
- eine Differenziereinrichtung (4), die eine Ableitung der Stromstärke i(t) erzeugt,
und
- eine Kontrolleinrichtung (7), die aus der Ableitung der Stromstärke i(t) ein dem
Schlackezustand entsprechendes Signal erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Differenziereinrichtung (4) die n-te Ableitung d
ni/dt
n der von der Zeit t abhängigen Stromstärke i(t), bzw. ein der n-ten Ableitung entsprechendes
Signal zu vorgegebenen Zeitpunkten oder kontinuierlich erzeugt, wobei n gleich 2,
3 oder 4 ist,
eine der Differenziereinrichtung (4) nachgeschaltete Effektivwerteinrichtung (5) vorgesehen
ist, die den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff der n-ten Ableitung d
ni/dt
n der Stromstärke i(t) bzw. des ihr proportionalen Signals in Form des quadratischen
Mittelwerts nach der Formel I bildet,

worin bedeuten:
i die Stromstärke des über die Elektrode (2) fließenden Stroms,
t die Zeit,
n 2, 3 oder 4 und
T die Integrationsdauer,
und
die Kontrolleinrichtung (7) der Effektivwerteinrichtung (5) nachgeschaltet ist und
den Effektivwert [d
ni/dt
n]
eff mit vorgegebenen Grenzwerten vergleicht, innerhalb deren der Schlackezustand und
die Schlackemenge bzw. der Einhüllungsgrad der Elektrode (2) optimal sind (Schlackefenster),
und bei Erfassung eines außerhalb des Schlakkefensters liegenden Effektivwertes [d
ni/dt
n]
eff ein entsprechendes Signal abgibt und/oder eine oder mehrere Lanzen (9) zum Einblasen
von Kohlenstoff bzw. Kohle in die Schlacke oder von Sauerstoff in das Metallbad und/oder
eine Eintrageinrichtung zum Eintragen von schlackebildenden Stoffen ansteuert und/oder
die Elektrode (2) geeignet positioniert.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromerfassungseinrichtung (3) ein an zwei voneinander beabstandeten Punkten
des Elektrodenkreises parallelgeschalteter Meßwiderstand ist, wobei der daran auftretende
Spannungsabfall, der dem Strom i(t) entspricht, als Eingangssignal zur Differenziereinrichtung
(4) gelangt, die daraus die n-te Ableitung dni/dtn der Stromstärke i(t) erzeugt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromerfassungseinrichtung (3) ein Meßtransformator ist, der ein Ausgangssignal
abgibt, das der ersten Ableitung di/dt der Stromstärke i(t) entspricht, und die Differenziereinrichtung
(4) so ausgebildet ist, daß sie aus dem Ausgangssignal des Meßtransformators durch
Nachdifferenzieren ein der n-ten Ableitung dni/dtn der Stromstärke i(t) entsprechendes Ausgangssignal erzeugt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromerfassungseinrichtung (3) eine ein-, zweioder dreidimensionale Spule ist.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10, 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromerfassungseinrichtung (3) eine Rogowski-Spule ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenziereinrichtung (4) mit der Stromerfassungseinrichtung (3) eine funktionelle
Einheit bildet bzw. mit der Stromerfassungseinrichtung (3) integriert ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 10 und/oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromerfassungseinrichtung (3) ein Hall-Generator ist.
17. Vorrichtung nach einem der mehreren der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Effektivwerteinrichtung (5) zur Bildung des Effektivwertes der n-ten Ableitung
ein Meßgleichrichter ist, dem gegebenenfalls eine Integriereinrichtung (6) nachgeschaltet
ist.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) ein Rechner bzw. ein Mikrocomputer ist, in dem die dem
Schlackefenster zugeordneten Grenzwerte gespeichert oder speicherbar sind.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) ein Display aufweist, auf dem anzeigbar ist, ob der Effektivwert
der n-ten Ableitung innerhalb oder außerhalb des Schlackefensters liegt.
20. Vorrichtung nach einem der mehreren der Ansprüche 10 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) eine Signaleinrichtung aufweist, die ein akustisches
und/oder optisches und/oder elektrisches Signal abgibt, wenn der Effektivwert der
n-ten Ableitung innerhalb oder außerhalb des Schlackefensters liegt.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 und/oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) so ausgebildet ist, daß auf dem Display auch angezeigt
wird, ob der Effektivwert oberhalb oder unterhalb des Schlackefensters liegt.
22. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) so ausgebildet ist, daß das abgegebene Signal auch die
Information beinhaltet, ob der Effektivwert oberhalb oder unterhalb des Schlakkefensters
liegt.
23. Vorrichtung nach einem der mehreren der Ansprüche 10 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) als Steuereinrichtung mit offenem Wirkungsablauf ausgelegt
ist.
24. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) als Regeleinrichtung mit geschlossenem Regelkreis ausgelegt
ist und als Stellglieder eine oder mehrere Lanzen zum Einblasen von Kohlenstoff bzw.
Kohle in die Schlacke und/oder von Sauerstoff in das Metallbad und/oder die Elektrodenpositioniereinrichtung
ansteuert und den Schlackezustand über den Effektivwert [dni/dtn]eff der n-ten Ableitung des Stroms i(t) so regelt, daß der Effektivwert im Schlackefenster
gehalten wird.
25. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenziereinrichtung (4) so ausgebildet ist, daß sie die 2. Ableitung d2i/dt2 des Stroms i(t) bildet.
26. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, daß die Differenziereinrichtung (4) so ausgebildet ist, daß sie als n-te Ableitung d
ni/dt
n ein aus Inkrementen nullter bis n-ter Ordnung bestehendes Signal erzeugt, das der
Formel II entspricht,

in der k
0, k
1, k
2, k
3 und k
4 vorgegebene und insbesondere durch Eichung oder empirisch bestimmte Konstante darstellen,
für welche die Bedingungen
k
0, k
1 ≥ 0 sowie k
2 und/oder k
3 und/oder d
4 > 0 gelten.
27. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine der Differenziereinrichtung (4) nachgeschaltete Filtereinrichtung (10) aufweist,
die unerwünschte Signalkomponenten ausfiltert.
28. Vorrichtung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtereinrichtung (10) so ausgebildet ist, daß sie Signalkomponenten ausfiltert,
die außerhalb des Bereichs von 800 Hz bis 100 kHz liegen.
29. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtereinrichtung (10) so ausgebildet ist, daß sie Signalkomponenten ausfiltert,
die außerhalb des Bereichs von 20 Hz bis 1 kHz liegen.
30. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontrolleinrichtung (7) eine weitere Kontrolleinrichtung (11) nachgeschaltet
oder zugeordnet ist.
31. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7) und/oder die ihr nachgeschaltete oder zugeordnete weitere
Kontrolleinrichtung (11) ein auf Fuzzy-Logik beruhender Fuzzy-Controller ist.
32. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß die Effektivwerteinrichtung (5) und die Kontrolleinrichtung(en) (7, 11) funktionell
miteinander integriert sind und vorzugsweise einen Mikrocomputer darstellen.
33. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 24 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontrolleinrichtung (7, 11) so ausgelegt ist, daß sie als adaptiver Regler arbeitet.
1. Method for the acquisition of the slag condition in arc furnaces, in which a liquid
metal bath, in particular a steel bath, is covered with a layer of slag which at least
partially envelops the arc which burns between the metal bath and the electrode, by
means of the generation of a signal differentiated from the strength i(t) of the current
flowing over the electrode and the determination of the slag condition from this signal,
characterised by
- the formation of the nth derivation dni/dtn of the time-dependent current strength i(t) or a signal proportional to it, at predetermined
times or continuously, where n is equal to 2, 3 or 4,
- the formation of an effective value [dni/dtn]eff of the nth derivation dni/dtn of the current strength i(t) or the signal proportional to it in the form of a quadratic
mean value according to formula I,

where:
i is the strength of the current flowing over the electrode,
n is 2, 3 or 4 and
T is the duration of integration,
and
- determination, whether the effective value [dni/dtn]eff lies within the predetermined limit values (slag window) within which the slag condition
and the slag quantity or the degree of envelopment of the electrode are optimal.
2. Method according to Claim 1, characterised by the fact that the 2nd derivation (n = 2) of the current strength i(t) is employed to form the effective
value ([d2i/dt2]eff).
3. Method according to Claim 1
characterised by the fact that the n
th derivation d
ni/dt
n is generated from increments of the 0
th to the n
th order according to formula II

where k
0, k
1, k
2, k
3 and k
4 represent a constant which is predetermined and in particular determined by calibration
or empirically, where the conditions
k
0, k
1 ≥ 0 as well as k
2 and/or k
3 and/or k
4 > 0 are applicable.
4. Method according to one or more of the Claims 1 to 3 for the control or regulation
of the slag condition, characterised by the fact that during the acquisition of an effective value which lies outside the
slag window, carbon is blown into the slag or oxygen is blown in to the steel bath,
or the blowing in of these substances is reduced and/or stopped.
5. Method according to one or more of the Claims 1 to 4 for the control or regulation
of the slag condition, characterised by the fact that during the acquisition of an effective value which lies outside the
slag window, slag-forming substances are introduced into the arc furnace or the introduction
of these substances is reduced and/or stopped.
6. Method according to one or more of the Claims from 1 to 5, characterised by the fact that during the acquisition of an effective value which lies outside the
slag window, the position of the electrodes is correspondingly altered.
7. Method according to one or more of the Claims from 1 to 6, characterised by the fact that the signal dni/dtn corresponding to the nth derivation of the current strength i(t) is effectively filtered before the formation
of the effective value.
8. Method according to Claim 7, characterised by the fact of the filtration being such that signal components of the signal dni/dtn outside the frequency range of 800 Hz to 100 kHz are cut off.
9. Method according to Claim 7, characterised by the fact that the signal components outside the frequency range of 20 Hz to 1 kHz
are cut off.
10. Device for the acquisition of the slag condition in arc furnaces (1) in which a liquid
metal bath, in particular a steel bath, can be prepared, which is covered with a layer
of slag which at least partly envelops the arc which burns between the metal bath
and the electrode (2), in particular for the performance of the process according
to Claims from 1 to 9, which has
- a current acquisition device (3) which acquires the current strength i(t) of the
current flowing over the electrode (2),
- a differentiation device (4) which produces a derivation of the current strength
i(t),
and
- a control device (7) which generates a signal corresponding to the slag condition
from the differentiation of the current strength i(t),
characterised by the fact that
the differentiation device (4) is the n
th derivation d
ni/dt
n of the time-dependent current strength i(t) or a signal corresponding to the n
th derivation is produced at predetermined times or continuously, where n is equal to
2, 3 or 4,
an effective value device (5) connected to the differentiation device (4), which
forms the effective value [d
ni/dt
n]
eff of the n
th derivation d
ni/dt
n of the current strength i(t) or of the signal which is proportional to it, in the
form of the quadratic mean value according to formula I,

where:
i is the strength of the current flowing over the electrode (2),
t is the time,
n is 2, 3 or 4 and
T is the duration of integration,
and
the control device (7) which is connected to the effective value device (5) and compares
the effective value [d
ni/dt
n]
eff with predetermined limit values within which the slag condition and the slag quantity
or the degree of enveloping of the electrode (2) are optimal (slag window) and during
the acquisition of an effective value [d
ni/dt
n]
eff which lies outside the slag window, produces a corresponding signal and/or triggers
one or more lances (9) to blow in carbon or coal into the slag or oxygen into the
metal bath and/or an introduction device for the introduction of slag-forming substances
and/or suitably positions the electrode (2).
11. Device according to Claim 10, characterised by the fact that the current acquisition device (3) is a precision resistor connected
in parallel to two mutually separated points of the electrode circuit, where the fall
in voltage which occurs thereon and which corresponds to the current i(t), arrives
at the differentiation device (4), which produces from it the nth derivation dni/dtn of the current strength i(t).
12. Device according to Claim 10, characterised by the fact that the current acquisition device (3) is a measuring transformer, which
gives an output signal which corresponds to the first derivation di/dt of the current
strength i(t) and the differentiation device (4) is so formed that it produces from
the output signal of the measuring transformer via post-differentiation, an output
signal which corresponds to the nth derivation dni/dtn of the current strength i(t).
13. Device according to Claim 12, characterised by the fact that the current acquisition device (3) is a one-, two or three-dimensional
coil.
14. Device according to one or more of the Claims 10, 12 and 13, characterised by the fact that the current acquisition device (3) is a Rogowaki coil.
15. Device according to one or more of the Claims 10 to 14, characterised by the fact that the differentiation device (4) together with the current acquisition
device (3) forms a functional unit or is integrated with the current acquisition device
(3).
16. Device according to Claim 10 and/or 15, characterised by the fact that the current acquisition device (3) is a Hall generator.
17. Device according to one or more of the Claims from 10 to 16, characterised by the fact that the effective value device (5) for forming of the effective value of
the nth derivation, is a measurement rectifier to which an integration device (6) is also
connected.
18. Device according to one or more of the Claims from 10 to 17, characterised by the fact that the control device (7) is a computer or a micro-computer, in which
the limit values allocated to the slag window, are or can be, stored.
19. Device according to one or more of the Claims from 10 to 18, characterised by the fact that the control device (7) has a display on which it can be shown whether
the effective value of the nth derivation lies within or outside the slag window.
20. Device according to one or more of the Claims from 10 to 19, characterised by the fact that the control device (7) has a signalling device which gives an acoustic
and/or optical and/or electrical signal, when the effective value of the nth derivation lies within or outside the slag window.
21. Device according to Claim 19 and/or 20, characterised by the fact that the control device (7) is so formed that the display is also able to
show whether the effective value lies above or below the slag window.
22. Device according to Claim 20, characterised by the fact that the control device (7) is so formed that the signal produced also contains
the information whether the effective value lies above or below the slag window.
23. Device according to one or more of the Claims from 10 to 22, characterised by the fact that the control device (7) is arranged as an open loop device.
24. Device according to one or more of the Claims from 10 to 22, characterised by the fact that the control device (7) is arranged as an adjustment device with a closed
loop circuit and aims one or more lances for blowing in of carbon or coal into the
slag and/or of oxygen into the metal bath and/or the electrode positioning device
and controls the slag condition in such a way through the effective value [dni/dtn]eff of the nth derivation of the current i(t) that the effective value is kept within the slag window.
25. Device according to one or more of the Claims from 10 to 24, characterised by the fact that the differentiation device (4) is so formed that it acts as the 2nd derivation d2i/dt2 of the current i(t).
26. Device according to one or more of the Claims from 10 to 24,
characterised by the fact that the differentiation device (4) is so formed that it produces as the
n
th derivation d
ni/dt
n a signal consisting of increments of the 0
th to n
th order, which corresponds to formula II

where k
0, k
1, k
2, k
3 and k
4 represent constants which are predetermined and in particular determined by calibration
or empirically and for which the conditions
k
0, k
1 ≥ 0 as well as k
2 and/or k
3 and/or d
4 > 0
are applicable.
27. Device according to one or more of the Claims from 10 to 26, characterised by the fact that it has filter device (10) which filters out undesirable signal components,
connected to the differentiation device (4).
28. Device according to Claim 27, characterised by the fact that the filter device (10) is so formed that it filters out signal components,
which lie outside the range of 800 Hz to 100 kHz.
29. Device according to Claim 18, characterised by the fact that the filer device (10) is so formed that it filters out signal components,
which lie outside the range of 20 Hz to 1 kHz.
30. Device according to one or more of the Claims from 10 to 29, characterised by the fact that the control device (7) has connected or allocated to it a further control
device (11).
31. Device according to one or more of the Claims from 10 to 30, characterised by the fact that the control device (7) and/or the further control (11) which is connected
or allocated to it is a fuzzy controller which is based on fuzzy logic.
32. Device according to one or more of the Claims from 10 to 31, characterised by the fact that the effective value device (5) and the control device(s) (7,11) are
functionally integrated with one another and preferably represent a micro-computer.
33. Device according to one or more of the Claims from 24 to 32, characterised by the fact that the control device (7,11) is so arranged that it functions as an adaptive
controller.
1. Procédé pour la détection de l'état du laitier dans des fours électriques à arc, dans
lesquels un bain métallique liquide, en particulier un bain d'acier, est recouvert
d'une couche de laitier qui enveloppe au moins partiellement l'arc électrique entre
le bain métallique et l'électrode, par génération d'un signal dérivé de l'intensité
i(t) du courant traversant l'électrode et la détermination de l'état du laitier, à
partir de ce signal,
caractérisé par
- la formation de la dérivée d'ordre n dni/dtn de l'intensité du courant i(t) dépendant du temps t, ou d'un signal lui étant proportionnel,
à des moments prédéterminés ou en continue, n étant égal à 2, 3 ou 4,
- la formation de la valeur effective [dni/dtn]eff de la dérivée d' ordre n dni/dtn de l'intensité du courant i(t) ou du signal lui étant proportionnel, sous la forme
d'une valeur quadratique moyenne, conformément à la Formule I,

dans laquelle :
i est l'intensité du courant traversant l'électrode,
n 2, 3 ou 4
et
T est la durée d'intégration,
et
- la détermination du fait que la valeur effective [dni/dtn]eff est située dans les valeurs limites prédéterminées (fenêtre de laitier), à l'intérieur
desquelles l'état du laitier et la quantité de laitier ou le degré d'enveloppement
de l'électrode sont à leur valeur optimale.
2. Procédé conformément à la revendication 1, caractérisé en ce que la dérivée seconde (n = 2) de l'intensité du courant i(t) est utilisée pour former
la valeur effective ([d2i/dt2]eff).
3. Procédé conformément à la revendication 1,
caractérisé en ce que la dérivée n d
ni/dt
n est produite à partir d'incréments allant de zéro à n, conformément à la Formule
II:

dans laquelle k
0, k
1, k
2, k
3 et k
4 sont des constantes prédéterminées et, en particulier, déterminées par étalonnage
ou empiriquement, sachant que l'on a les conditions suivantes :
k
0, k
1 ≥ 0 ainsi que k
2 et/ou k
3 et/ou k
4 > 0.
4. Procédé conformément à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, pour la commande
ou le réglage de l'état du laitier, caractérisé en ce que, lors de la détection d'une valeur effective située en dehors de la fenêtre de laitier,
on insuffle du carbone ou du charbon dans le laitier, ou de l'oxygène dans le bain
métallique où on réduit et / ou on stoppe l'insufflation de ces substances.
5. Procédé conformément à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, pour la commande
ou le réglage de l'état du laitier, caractérisé en ce que, lors de la détection d'une valeur effective située en dehors de la fenêtre de laitier,
les substances formant le laitier sont introduites dans le four électrique à arc,
ou bien l'apport de ces substances est réduit et / ou stoppé.
6. Procédé conformément à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que, en cas de détection d'une valeur effective située en dehors de la fenêtre de laitier,
on modifie de manière correspondante la position des électrodes.
7. Procédé conformément à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le signal dni/dtn correspondant à la dérivée d'ordre n de l'intensité du courant i(t) est filtré avant
de déterminer la valeur effective.
8. Procédé conformément à la revendication 7, caractérisé en ce que le filtrage est tel que les composantes du signal dni/dtn situées en dehors de la plage de fréquences de 800 Hz à 100 kHz sont séparées.
9. Procédé conformément à la revendication 7, caractérisé en ce que les composantes du signal situées en dehors de la plage de fréquences de 20 Hz à
1 kHz sont séparées.
10. Dispositif pour la détection de l'état du laitier dans des fours à arc électrique
(1), dans lesquels on peut préparer un bain métallique liquide, en particulier un
bain d'acier, recouvert d'une couche de laitier qui enveloppe au moins partiellement
l'arc électrique entre le bain métallique et l'électrode (2),
en particulier pour la mise en oeuvre du procédé conformément aux revendications 1
à 9,
qui comporte
- un dispositif d'enregistrement du courant électrique (3), enregistrant l'intensité
du courant i (t) traversant l'électrode (2),
- un dispositif de différentiation (4), générant une dérivée de l'intensité du courant
i(t),
et
- un dispositif de contrôle (7), générant un signal qui correspond à l'état du laitier
à partir de la dérivée de l'intensité du courant i(t),
caractérisé en ce que
le dispositif de différentiation (4) génère la dérivée d'ordre n d
ni/dt
n de l'intensité du courant i(t) dépendant du temps t ou bien d'un signal correspondant
à la dérivée d'ordre n à des moments prédéterminés ou en continue, sachant que n est
égal à 2, 3 ou 4,
un dispositif établissant la valeur effective (5) branché en aval du dispositif de
différentiation (4) est prévu, qui établit la valeur effective [d
ni/dt
n]
eff de la dérivée d'ordre n d
ni/dt
n de l'intensité du courant i(t), ou du signal lui étant proportionnel, sous la forme
de la valeur quadratique moyenne, selon la Formule I,

dans laquelle :
i est l'intensité traversant l'électrode (2),
t le temps
n 2, 3 ou 4
et
T est la durée d'intégration,
et
le dispositif de contrôle (7) du dispositif établissant la valeur effective (5) est
branché en aval et compare la valeur effective [d
ni/dt
n]
eff à des valeurs limites prédéterminées, à l'intérieur desquelles l'état du laitier
et la quantité de laitier ou le degré d'enveloppement de l'électrode sont à leur valeur
optimale (fenêtre de laitier) et, en cas de détection d'une valeur effective [d
ni/dt
n]
eff située hors de la fenêtre de laitier, il produit un signal correspondant et / ou
commande une ou plusieurs lances (9) pour insuffler du carbone ou du charbon dans
le laitier ou bien de l'oxygène dans le bain de métal et / ou un dispositif de chargement
pour introduire des substances constituant le laitier et / ou il positionne de manière
appropriée l'électrode (2).
11. Dispositif conformément à la revendication 10, caractérisé en ce que le dispositif de détection de courant (3) est une résistance de mesure branchée en
parallèle en deux points espacés l'un de l'autre du circuit d'électrode, la chute
de tension s'y produisant, correspond à l'intensité du courant i(t) arrivant, en tant
que signal d'entrée, au dispositif de différentiation (4) qui, à partir de cela, produit
la dérivée d'ordre n dni/dtn de l'intensité du courant i(t).
12. Dispositif conformément à la revendication 10, caractérisé en ce que le dispositif de détection de courant (3) est un transformateur de mesure fournissant
un signal de sortie correspondant à la dérivée première di / dt de l'intensité de
courant i(t), et le dispositif de différentiation (4) est réalisé de manière à ce
qu'il produise, à partir du signal de sortie du transformateur de mesure, en procédant
à une post-différentiation, un signal de sortie correspondant à la dérivée d'ordre
n dni/dtn de l'intensité du courant i(t).
13. Dispositif conformément à la revendication 12, caractérisé en ce que le dispositif de détection de courant (3) est une bobine mono-, bi- ou tri-dimensionnelle.
14. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10, 12 et 13, caractérisé en ce que le dispositif de détection de courant (3) est une bobine de Rogowski.
15. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 14, caractérisé en ce que le dispositif de différentiation (4) forme, avec le dispositif de détection du courant
(3), une unité fonctionnelle, ou bien est intégré au dispositif de détection de courant
(3).
16. Dispositif conformément à la revendication 10 et / ou 15, caractérisé en ce que le dispositif de détection de courant (3) est un générateur à effet Hall.
17. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 16, caractérisé en ce que le dispositif de formation de la valeur effective (5), devant former la valeur effective
de la dérivée d'ordre n, est un redresseur de mesure, en aval duquel, le cas échéant,
est branché un dispositif d'intégration (6).
18. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 17, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) est un calculateur ou un micro-ordinateur, dans lequel
les valeurs limites correspondantes à la fenêtre de laitier sont mémorisées ou susceptibles
d'être mémorisées.
19. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 18, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) présente un écran d'affichage, sur lequel on peut afficher
si la valeur effective de la dérivée d'ordre n est située dans ou en dehors de la
fenêtre de laitier.
20. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 19, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) présente un dispositif de signalisation fournissant
un signal acoustique et / ou optique et / ou électrique, lorsque la valeur effective
de la dérivée d'ordre n est située dans ou en dehors de la fenêtre de laitier.
21. Dispositif conformément à la revendication 19 et / ou 20, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) est conçu de manière que l'on affiche également sur
l'écran d'affichage le fait que la valeur effective soit située au-dessus ou au-dessous
de la fenêtre de laitier .
22. Dispositif conformément à la revendication 20, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) est réalisé de manière à ce que le signal produit contienne
également la formation indiquant si la valeur effective est située au-dessus ou au-dessous
de la fenêtre de laitier.
23. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 22, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) est conçu sous forme de dispositif de commande ayant
une action en boucle ouverte.
24. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 22, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) est conçu en tant que dispositif de réglage agissant
en boucle fermée et, en tant qu'organes de réglage, une ou plusieurs lances pour insuffler
du carbone ou du charbon dans le laitier et/ou insuffler de l'oxygène dans le bain
de métal et/ou le dispositif de positionnement d'électrode étant commandé(es), et
l'état du laitier étant réglé par le biais de la valeur effective [dni/dtn]eff de la dérivée d'ordre n du courant i(t), de manière à ce que la valeur effective
soit maintenue dans la fenêtre de laitier.
25. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 24, caractérisé en ce que le dispositif de différentiation (4) est réalisé de manière à ce qu'il forme la dérivée
seconde d2i/dt2 du courant i(t).
26. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 24,
caractérisé en ce que le dispositif de différentiation (4) est réalisé de manière à produire, à titre de
dérivée d'ordre n d
ni/dt
n, un signal formé d'incréments de l'ordre de zéro à n, signal correspondant à la Formule
II,

dans lequel k
0, k
1, k
2, k
3 et k
4 sont des constantes prédéterminées et, en particulier, déterminées par étalonnage
ou empiriquement, sachant que l'on a les conditions suivantes :
k
0, k
1 ≥ 0 ainsi que k
2 et/ou k
3 et/ou k
4 > 0.
27. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 26, caractérisé en ce qu'il présente un dispositif de filtrage branché en aval du dispositif de différentiation
(4), éliminant par filtrage les composantes indésirables du signal.
28. Dispositif conformément à la revendication 27, caractérisé en ce que le dispositif de filtrage (10) est réalisé de manière à éliminer par filtrage des
composantes de signal situées hors de la plage de 800 Hz à 100 KHz.
29. Dispositif conformément à la revendication 18, caractérisé en ce que le dispositif de filtrage (10) est réalisé de manière qu'il élimine par filtrage
les composantes de signal situées hors de la plage de 20 Hz à 1 KHz.
30. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 29, caractérisé en ce qu'un autre dispositif de contrôle (11) est branché en aval du dispositif de contrôle
(7) ou associé à celui-ci.
31. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 30, caractérisé en ce que le dispositif de contrôle (7) et / ou l'autre dispositif de contrôle (11), branché
en aval de celui-ci ou lui étant associé, est un contrôleur flou,. reposant sur la
logique floue.
32. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 10 à 31, caractérisé en ce que le dispositif de valeur effective (5) et le ou les dispositifs de contrôle (7, 11)
sont intégrés fonctionnellement ensemble et, de préférence, forment un micro-ordinateur.
33. Dispositif conformément à l'une ou plusieurs des revendications 24 à 32, caractérisé en ce que les dispositifs de contrôle (7, 11) sont conçus pour fonctionner en tant que commandes
de réglage adaptatives.