[0001] Die Erfindung betrifft eine Montagewand aus mehreren nebeneinander angeordneten Wandelementen,
die in Sandwichbauweise hergestellt sind
[0002] Die Montagewand ist vorzugsweise zur nachträglichen baulichen Veränderungen innerhalb
von vorhandenen Räumlichkeiten geeignet. Sie ist darüber hinaus für vielfältige Einsatzmöglichkeiten
zur Errichtung nichttragender Wände anwendbar. Bevorzugte Anwendungsgebiete sind die
Gestaltung von Dachausbauten, das Aufstellen von Trennwänden im Bürobereich, die Ausführung
von Raumteilungen, die nachträgliche Innenverkleidung von Außenwänden zur Verbesserung
der Isolierung und dergleichen. Es ist darüber hinaus für mannigfaltige Veränderungen
an vorhandenen Räumlichkeiten geeignet. Das Bauelement kann natürlich auch bei der
Errichtung von Neubauten eingesetzt werden.
[0003] Im Stand der Technik sind eine große Anzahl von Montagewänden bekannt, die zur Unterteilung
eines größeren Raumes als Zwischenwand in den Raum eingezogen werden. Hierzu werden
diese Wände sowohl an der Decke, als auch senkrecht darunter im Bodenbereich befestigt.
[0004] Eine bekannte Lösung für eine aus Gipsplatten bestehende Montagewand, die aus einzelnen
Montageplatten zusammengesetzt wird, ist in DE 93 15 375 U1 beschrieben. Die Montageplatten
bestehen jeweils aus zwei Gipsplatten, zwischen denen das Isoliermaterial eingelegt
ist. An den senkrechten Rändern der Montageplatten befinden sich U-förmige Begrenzungsschienen,
die vorzugsweise aus Metall bestehen.
Das Aufstellen der einzelnen Platten und das Zusammenfügen zu einer Wand erfolgt mit
Hilfe einer Sackkarre, wobei die Platte oben in die U-förmige an der Decke befestigten
Schiene angepaßt wird. Dabei übergreifen die äußeren Gipsplatten die U-Schenkel der
oberen Längsschiene während zur Befestigung an der Unterseite die Platte einfach gegen
die hochstehenden Schenkel der L-Schiene gedrückt wird.
Bei dieser Montagewand ist nachteilig, daß sich die Gipsplatten beim Aufstellen schwer
montieren lassen. Weiterhin müssen diese Platten eine bestimmte Mindeststärke aufweisen,
wodurch sich Einschränkungen bei ihren Einsatzmöglichkeiten ergeben.
[0005] Ferner ist nach DE 34 07 867 A1 ein Fertigbau-Wandelement bekannt, das aus zwei Schalungsplatten
besteht, die über einen Abstandshalter parallel zueinander gehalten werden. Auf der
Außenfläche der zweiten Schalungsplatte sind eine Schaumstoffplatte und Holzleisten
montiert. An den Holzleisten ist eine Wärmedämmplatte befestigt.
[0006] Derartige Fertigbau-Wandelemente sind zwar für den Bau von Fertighäusern geeignet.
Für für einen Ausbau eines Dachgeschosses oder eine Raumunterteilung sind sie wegen
der verhältnismäßig hohen Kosten nicht geeignet. Ferner ist hierbei nachteilig, daß
diese Wandelemente einen hohen Montageaufwand beim Einbau erfordern.
[0007] Ein weiteres bekanntes Zwischenwandelement für Gebäude ist in Form eines in einem
äußeren Begrenzungsrahmen angeordnetes Isolierglas-Scheibenelement ausgebildet. Dieses
Wandelement ist in DE 33 34 859 A1 beschrieben. Es besteht aus mindestens zwei Einzelscheiben
und kann ganz oder teilweise mit einer undurchsichtigen Beschichtung versehen sein.
Zwischen den Scheiben befinden sich Stege.
Dieses Zwischenwandelement weist den Nachteil auf, daß durch die Anwendung von Isolierglas
die Haltbarkeit der Zwischenwand stark beeinträchtigt ist. Ferner sind die Kosten
für diese Zwischenwand hoch und der Einbau erfordert einen hohen Montageaufwand. Nachteilig
ist außerdem, daß mit diesem Zwischenwandelement nur eine geringe Stabilität gewährleistet
werden kann.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Wandelement der eingangs genannten
Art zu schaffen, das für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten einsetzbar ist und mit
geringem Aufwand und ohne den Einsatz von Spezialgeräten montiert werden kann.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit den Kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1
gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Montagewand besteht aus einzelnen Wandelementen, die eine innere
Schicht aus einer oder aus mehreren Ebenen und zwei äußere Schichten aufweisen.
Zur Unterbringung von Versorgungsleitungen können in dem Wandelement Ausfräsungen
angebracht sein, die senkrechte Öffnungen ergeben.
Die einzelnen Wandelemente können mittels Nut und Feder miteinander verbunden werden.
Im Fußboden- und Deckenbereich erfolgt zweckmäßigerweise eine Abdeckung durch Deckleisten.
Durch die Verwendung entsprechender Materialien für die Schichten können je nach den
jeweils bestehenden Forderungen unterschiedliche wärme-, geräusch- und brandschutztechnische
Eigenschaften erzielt werden. Neben der Anwendung zur Wandgestaltung ist es auch möglich,
Schränke, Regale, Kücheneinrichtungen, Waschbecken oder ähnliche Einrichtungen aus
der erfindungsgemäßen Materialkombination herzustellen. Als besonders vorteilhaft
ist anzusehen, daß das Bauelement vollständig aus ökologisch unbelasteten Biomaterialien
gefertigt werden kann.
[0011] Die Erfindung wird im folgendem an Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der
zugehörigen Zeichnung zeigen:
Figur 1 einen waagerechten Schnitt durch einen Wandabschnitt,
Figur 2 einen senkrechten Schnitt durch ein Wandbauelement mit Wand- bzw. Bodenanschluß,
Figur 3 einen senkrechten Schnitt durch ein Wandbauelement mit Deckenanschluß,
Figur 4 ein Gestaltungsbeispiel für einen Wand- bzw. Deckenanschluß mit Keilbefestigung,
Figur 5 die Verbindung zweier benachbarter Wandelemente an einer Außenecke,
Figur 6 eine Ausführungsform für eine Montagewand im Sanitärbereich und
Figur 7 ein Anwendungsbeispiel zur Abdeckung einer gemauerten Wand.
[0012] Der grundsätzliche Aufbau ist aus Figur 1 ersichtlich. Die Montagewand besteht aus
individuell von einem Tischler vorgefertigten Bauelementen. Die Bauelemente sind der
Höhe des Raumes, in dem eine Zwischenwand eingesetzt werden soll, angepaßt auf und
sind in einer Breite von ca. 30 bis 50 cm gefertigt. Dadurch weisen sie nur ein relativ
geringes Gewicht und geringe Gesamtabmessungen auf, so daß sie von nur einer Person
bequem gehandhabt werden kann. Das dargestellte Wandbauelement besteht aus einer 25
mm dicken mittleren Holzfaserweichplatte 1 auf die seitlich jeweils eine äußere Holzfaserweichplatte
2 aufgeklebt sind. Auf diesen Schichtaufbau sind außen jeweils 11 mm dicke Deckplatten
3 aus Dreischichtleimholz aufgeklebt. Vorzugsweise werden diese in der Holzwerkstoffausführung
OSB ausgeführt. Die Verwendung von sogenannten Multiplex Sperrholzplatten oder von
OSB-Grobspanplatte ist besonders vorteilhaft, weil diese Platten im wesentlichen ohne
fremde Bindemittel hergestellt werden und aus drei Schichten jeweils versetzt ausgerichteter
Flachspäne bestehen und dadurch bei guter Verarbeitbarkeit, eine hohe Stabilität und
gute Wärmeisolationseigenschaften mit hervorragenden ökologischen Eigenschaften vereinen.
Die inneren Platten 1 und 2 können für entsprechende Anwendungsfälle auch aus mineralischen
Dämmstoffen oder organischen Stoffen, wie z. B. Stroh oder dergleichen, oder aus hartem
Schaumstoffplatten bestehen.
Ferner ist es möglich, für die äußere Deckplatte 3 ein zementbeschichtetes oder naturbeschichtetes
Material zu verwenden. Wird eine brandschutzsichere Ausführung benötigt, kann vorteilhaft
außen eine Kalziumsilikatplatte und innen eine mineralische Platte mit stehenden Fasern
eingesetzt werden. Durch den Einsatz von Platten mit stehenden Fasern wird eine hohe
Druck- und Zugfestigkeit des Bauelementes erreicht. Auf diese Platten können Putze,
keramische Platten und dergleichen aufgebracht werden.
[0013] Die Bauelemente der Montagewand werden durch die Verbindungsfeder 5 von außen unsichtbar
in einer Nut-Feder-Verbindung fixiert.
[0014] Im Inneren des Bauelementes ist eine Öffnung 4 angebracht. Die Öffnung 4 bildet einen
Schacht, durch den elektrische Leitungen für die Elektroinstallation, Telefon, Antenne,
Computer und ähnliches geführt werden können.
[0015] Figur 2 erläutert zwei Ausführungsformen für einen Wand- oder Bodenanschluß.
Bei der in Figur 2 a dargestellten Variante befindet sich hierzu im Randbereich des
Bauelementes das Wand- und/oder Bodenabschlußteil 6. Dieses Abschlußteil stimmt in
seiner Breite mit der Gesamtbreite des Bauelementes überein und weist seitliche Abfräsungen
auf Die Breite der seitlichen Abfräsungen entspricht der Dicke der Deckplatte 3, so
daß die Deckplatten 3 formschlüssig aufgenommen werden. Zusätzlich ist im Abschlußteil
6 eine mittige Ausfräsung zur formschlüssigen Aufnahme der mittleren Holzfaserweichplatte
1 angebracht. Zwischen dem Bodenabschlußteil 6 und dem Fußboden kann noch ein Dichtstreifen
7 aus Filz, Kork oder einem anderem handelsüblichen Dichtband angebracht werden. Mit
dem Dichtstreifen 7 wird eine weitere Verbesserung des Schallschutzes erreicht.
Figur 2 b zeigt eine weitere Gestaltungsmöglichkeit, bei der im Fußbodenbereich zusätzliche
waagerecht verlegte Rohre oder Leitungen untergebracht werden können. Das Abschlußteil
6 besteht hierzu aus zwei formschlüssig miteinander verbundenen Elementen. An der
Innenseite wird die Montagewand mit einer Deckleiste 8 abgeschlossen, die mit eine
Klemme 8.1 befestigt ist. An der äußeren Seite kann die in der Wand vorhandene Öffnung
8.2 mit Dämmaterial verschlossen werden.
[0016] In Figur 3 ist eine zweckmäßige Gestaltungsform für einen Deckenanschluß dargestellt.
Hierbei ist die aufgestellte Wand im Fußboden- und/oder Deckenbereich mit Deckleisten
abgedeckt. Im dargestelltem Beispiel sind hierzu an der Raumdecke obere Deckleiste
8 aus Holz angebracht. Die Gestaltung ist in gleicher Weise auch im Fußboden- oder
Wandbereich anwendbar. Zur Befestigung des Bauelementes an der Decke dient eine Befestigungsleiste
8, die an der decke mit Nägeln befestigt ist und an die eine der beiden Deckplatten
3 befestigt wird. Die zu befestigende Deckplatte 3 ist in einer solchen Länge ausgeführt,
daß die Befestigungsleiste 9 von ihr überdeckt wird, während die zweite Deckplatte
3 und die mittleren Holzfaserweichplatten 1 und 2 soweit gekürzt sind, daß das Bauelement
in diesem Bereich unter die Befestigungsleiste 9 positioniert werden kann. Auch hierbei
kann wiederum ein Dichtstreifen 7 zwischen Decke und Befestigungsleiste 9 angebracht
werden.
[0017] Eine weitere Möglichkeit für einen Wand- oder Deckenanschluß ist in Figur 4 dargestellt.
Hierbei erfolgt die Befestigung mit zwei Holzkeilen, die nach der Montage zur Sicherung
noch verleimt werden können. Der überstehende Rand wird nach erfolgter Montage abgeschnitten.
Die dargestellten Befestigungsmöglichkeiten stellt gegenüber dem im Stand der Technik
üblichen Befestigungsmöglichkeiten, bei dem die Befestigung durch Verschäumen erfolgt,
eine umweltgerechte Befestigungsmöglichkeit dar, bei der keine ökologische Belastungen
verursacht werden.
[0018] Das in Figur 5 dargestellt Beispiel erläutert die Gestaltung einer Außenecke Die
beiden rechtwinklig aneinanderstoßenden Bauelemente berühren sich stumpf,. Die Lagesicherung
erfolgt durch Verbindungsfedern 5 aus Holz, die vorzugsweise über die gesamte Länge
angebracht werden. Zur Abdeckung der sichtbaren Holzfaserweichplatten 1 und 2 ist
in Verlängerung des anstoßenden Bauelementes ein zusätzlicher Abdeckstreifen 11 aus
dem Deckplattenmaterial, im dargestellten Beispiel also aus OSB, angebracht.
[0019] Figur 6 zeigt eine Ausführungsform für eine Montagewand, die zur Aufnahme von Sanitärleitungen
geeignet ist. Die Montagewand besteht hierbei aus zwei Grundplatten, die beabstandet
angeordnet sind, so daß in den Zwischenraum Sanitär- und andere Leitungen verlegt
werden können. Der Abstand der beiden Grundplatten wird durch Kanthölzer definiert,
die im Fußboden- und Deckenbereich angebracht sind. Die Grundplatten sind hierbei
mit geringerer Stärke ausgeführt, indem nur eine innere Holzfaserweichplatte 1 verwendet
wird, auf die die äußeren Deckplatten 3 unmittelbar geliebt sind.
[0020] Ein Anwendungsfall zur Abdeckung einer gemauerten Wand ist in Figur 7 dargestellt.
Auch hierzu ist es ausreichend, eine dünnere Montagewand zu verwenden, die nur aus
einer inneren Holzfaserweichplatte 1 mit unmittelbar aufgeklebten äußeren Deckplatten
3 besteht. In dem Zwischenraum zwischen Montagewand uns gemauerter Wand können wiederum
Leitungen verlegt werden, die für den Nutzer des Raumes unsichtbar bleiben.
[0021] Mit dem erfindungsgemäßen Montageelement wird eine rationelle Fertigung, ein geringer
Montageaufwand und eine hohe Stabilität erzielt. Die vorgefertigten Elemente können
unterschiedlichen Anwendungsgebieten problemlos angepaßt werden. Sie können sowohl
in der Dicke der Montagewand sowie durch den Einsatz verschiedener Materialien ohne
Schwierigkeiten in vielfältiger Weise variiert werden. Beispielsweise ist es durch
den Einsatz entsprechender Materialien in einfacher Weise möglich, Bauelemente in
wärme- und geräuschgeschützter sowie in brandsicherer Ausführung zu erzeugen.
Durch die leichte Montage und Demontage der Wandelemente besteht weiterhin die Möglichkeit
die aufgestellten Wände problemlos zu verändern.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- mittlere Holzfaserplatte
- 2
- äußere Holzfaserplatte
- 3
- Deckplatte
- 4
- Öffnung
- 5
- Verbindungsfeder
- 6
- Wand- und Bodenabschlußteil
- 7
- Dichtstreifen
- 8
- Deckleiste
- 8.1
- Klemme für Deckleiste
- 8.2
- Öffnung
- 9
- Befestigungsleiste
- 10
- Holzkeil
- 11
- Abdeckstreifen
- 12
- Anschlagleiste
- 13
- elastisches Dichtelement
1. Montagewand aus mehreren nebeneinander angeordneten Wandelementen, die in Sandwichbauweise
hergestellt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandelemente vorgefertigte Bauelemente sind, die aus miteinander verklebten
Schichten bestehen, wobei auf eine mittlere Schicht (3) aus Dämmaterial in einer Stärke
von 2,0 cm bis 6,0 cm zwei äußere Schichten (4) aus Deckmaterial mit einer Stärke
von 0,5 cm bis 2,0 cm aufgeklebt sind und das Bauelement eine Gesamtstärke von 4,0
cm bis 8,0 cm und eine Breite von 25 cm bis 60 cm aufweist und daß die Höhe der Bauelemente
der auszugestaltenden Raumhöhe entspricht.
2. Montagewand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Schicht aus mehreren miteinander verklebten Platten besteht.
3. Montagewand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der Schichten aus einer OSB-Platte besteht.
4. Montagewand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente mit einem Wand- und/oder Bodenabschlußteil (6) verbunden sind,
welches der Gesamtbreite des Bauelementes entspricht und seitliche Abfräsungen in
der Breite der Deckschichten enthält, die die Deckschichten formschlüssig aufnehmen.
5. Montagewand nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Abschlußteil zusätzliche Ausfräsungen zur formschlüssigen Aufnahme von inneren
Platten enthält
6. Montagewand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Innern des Bauelementes eine senkrechte Öffnung (1) zur Aufnahme von Versorgungsleitungen
angebracht ist.
7. Montagewand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bauelement seitlich und/oder oben und unten jeweils eine Nut angebracht
ist, in die eine Feder zur Befestigung des Bauelementes angebracht ist.
8. Montagewand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente im Fußboden- und/oder Deckenbereich mit einer Abdeckung aus
Holz-Deckleisten (6,7) versehen ist.