[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung
von rieselfähigem Salz, mit einem Mantel, der aus vorgefertigten, gleichmäßig über
den Umfang verteilten Mantelsegmenten zusammengesetzt ist, die außen von über die
Mantelhöhe verteilten Spannringen umschlossen sind.
[0002] Zur Lagerung von rieselfähigem Streusalz ist es bekannt (DE 2 145 210 A), Silos aus
Holz einzusetzen, die einen auf Stützen gelagerten, mit Lastfahrzeugen unterfahrbaren
zylindrischen Mantel aufweisen, an den sich ein koaxialer Auslauftrichter als Boden
anschließt. Der Mantel ist wie der Auslauftrichter aus einzelnen Holzbohlen zusammengesetzt,
die von über die Höhe verteilten Spannringen umschlossen sind, so daß über diese Spannringe
die Mantelbelastung bzw. die Belastung des Trichters durch das Füllgut aufgenommen
werden kann. Nachteilig bei einer solchen bekannten Silokonstruktion ist vor allem,
daß der Mantel und der Auslauftrichter aus einer Vielzahl von Einzelbohlen vor Ort
zusammengesetzt werden muß und daß die Dichtheit des Mantels nur dann gegeben ist,
wenn die einzelnen Holzbohlen über die Spannringe dicht aneinander gepreßt werden,
was beim Schwindverhalten von Holzbohlen insbesondere nach einer Siloentleerung ein
aufwendiges Nachspannen der Spannringe erfordert.
[0003] Um den Aufbau eines solchen Holzsilos zu vereinfachen, wurde bereits vorgeschlagen
(EP 0 075 285 A1), den Holzsilo aus einzelnen Mantelsegmenten aufzubauen, die mit
Hilfe von entsprechenden Spannringen zusammengehalten werden. Da die einen Umfangsabschnitt
eines Kreiszylinders bildenden Mantelsegmente wiederum aus Einzelbohlen zusammengesetzt
sind, können zwar hinsichtlich des Zusammenbaus des Silos vor Ort Vorteile gegenüber
aus Einzelbohlen zusammengesetzten Silos erzielt werden, nicht aber hinsichtlich der
vom Schwindverhalten der Holzbohlen abhängigen Dichtheit des Silos, so daß wiederum
ein aufwendiges Nachspannen der Spannringe erforderlich wird. Um für ein selbständiges
Nachspannen der Spannringe zu sorgen, können die Spannringe mit Spannfedern versehen
werden, doch begrenzen diese Spannfedern zwangsläufig die Belastbarkeit der Spannringe.
[0004] Schließlich sind Holzsilos mit einem Mantel in Form eines vieleckigen, regelmäßigen
Prismas bekannt (US 5 383 313 A). Diese Holzsilos weisen einen Holzrahmen auf, auf
dem die hölzernen Wandplatten befestigt werden. Nachteilig bei diesen bekannten Holzsilos
ist vor allem, daß die hölzernen Wandplatten eine ausreichende Eigenfestigkeit aufweisen
müssen, um die Wandbelastungen auf den Rahmen abtragen zu können, was den Einsatz
solcher Konstruktionen auf Kleinsilos beschränkt.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Silo aus Holz, insbesondere
für die Lagerung von rieselfähigem Salz, der eingangs geschilderten Art so auszugestalten,
daß er nicht nur einfach aufgebaut werden kann und hohen Belastungen standhält, sondern
auch eine dauerhafte Dichtheit gewährleistet.
[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die aus mehrschichtig verleimten
Holzplatten bestehenden, den Mantel eines vieleckigen Prismas bildenden Mantelsegmente
nach außen abstehende, in Richtung der Mantelhöhe verlaufende, einen äußeren Hüllzylinder
begrenzende Rippen tragen, an denen die Spannringe angreifen.
[0007] Da durch diese Maßnahme trotz ebener Mantelsegmente die Wandbelastungen über die
nach außen abstehenden Rippen auf Spannringe abgetragen werden können, können hinsichtlich
der Lastabtragung ähnliche Vorteile wie bei aus Einzelbohlen aufgebauten Holzsilos
ausgenützt werden, ohne jedoch die Nachteile von solchen Einzelbohlen in Kauf nehmen
zu müssen. Wegen der Ausbildung der Mantelsegmente aus mehrschichtigen verleimten
Holzplatten wird ein die Dichtheit des Mantels beeinträchtigendes Schwindverhalten
der Mantelsegmente selbst nach einer längeren Siloentleerung wirksam vermieden. Die
ebenen Mantelsegmente können daher in einfacher Weise dicht miteinander verbunden
und über die Spannringe zusammengehalten werden, ohne die Spannringe regelmäßig nachspannen
zu müssen. Das Vorsehen ebener Platten als Mantelsegmente bietet einfache Konstruktionsverhältnisse,
die auch einen vorteilhaften Zusammenbau des Silomantels aus den einzelnen Segmenten
erlaubt. Die über die Mantelsegmente vorragenden, sich über die Mantelhöhe erstreckenden
Rippen, die von den Spannringen umschlossen werden, stellen außerdem ein von den Spannringen
unbehindertes Abfließen von Regenwasser sicher, was sich vorteilhaft auf die Witterungsbeständigkeit
der Silos auswirkt.
[0008] Soll ein solcher Holzsilo mit Auslauftrichter versehen werden, so empfiehlt es sich,
den Auslauftrichter in Form einer an die Prismaform des Mantels anschließenden Pyramide
auszubilden, deren aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehende Seitenwände
nach außen abstehende, einen Hüllkegel begrenzende Rippen tragen, an denen den Auslauftrichter
umspannende Spannringe angreifen. Damit ergeben sich im Bereich des Auslauftrichters
ähnlich günstige Konstruktionsverhältnisse wie im Mantelbereich, weil die Belastungen
der Seitenwände Pyramide ebenfalls von Spannringen aufgenommen werden können, auf
die die Wandbelastungen über die von den Seitenwänden abstehenden Rippen übertragen
werden.
[0009] Besonders günstige Konstruktionsverhältnisse ergeben sich schließlich dadurch, daß
im Bereich der Eckkanten des Mantels bzw. des Auslauftrichters ebenfalls nach außen
abstehende, von den Spannringen umschlossene Rippen vorgesehen werden. Über diese
Eckrippen kann nämlich beim Spannen der Spannringe ein zusätzlicher Schließdruck auf
die Eckkanten des Silos ausgeübt werden, wozu noch kommt, daß ein allfälliger Spalt
zwischen den aneinanderstoßenden Wandteilen durch die Eckrippen abgedeckt wird.
[0010] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Silo aus Holz in einer vereinfachten Seitenansicht,
- Fig. 2
- diesen Silo in einem um 45° gedrehten Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 in einem
größeren Maßstab und
- Fig. 3
- den Holzsilo ausschnittsweise im Bereich des Auslauftrichters in einer zum Teil aufgerissenen
Seitenansicht in einem größeren Maßstab.
[0011] Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel ruht der Silo über Stützen 1 auf einem
Fundament aus Betonsockeln 2 auf, über die das Gewicht des Silos abgetragen wird.
Die Stützen 1 tragen einen Auflagerkranz 3 für den Mantel 4, der nach oben durch ein
Dach 5 abgedeckt ist und als Boden einen Auslauftrichter 6 mit einer verschließbaren
Auslauföffnung 7 aufweist. Zur Abstützung des Auslauftrichters 6 dienen zwischen den
Stützen 1 angeordnete Streben 8. Zwischen den Stützen 1 und den Streben 8 ergibt sich
eine Durchfahrt für Lastfahrzeuge, um diese Lastfahrzeuge über den Auslauftrichter
6 mit dem Füllgut des Silos befüllen zu können.
[0012] Der Mantel 4 des Silos besteht aus vorgefertigten Mantelsegmenten 9, wie dies insbesondere
der Fig. 2 entnommen werden kann. Diese Mantelsegmente 9 bestehen aus mehrschichtig
verleimten Holzplatten, die zu einem achteckigen Prisma zusammengesetzt sind. An der
Außenseite der Mantelsegmente 9 sind über die Mantelhöhe durchgehende Rippen 10 vorgesehen,
die einen äußeren Hüllzylinder begrenzen und von Spannringen 11 umschlossen werden.
Diese Spannringe 11 greifen im Bereich der Eckkanten des Mantels ebenfalls an nach
außen abstehenden Rippen 12 an, so daß die Belastungen der Mantelsegmente 9 durch
das Füllgut über die Rippen 10 und 12 auf die Spannringe 11 abgetragen und von diesen
vorteilhaft aufgenommen werden können.
[0013] Der Auslauftrichter 6 ist in Form einer achtseitigen Pyramide ausgebildet, deren
ebenfalls aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehende Seitenwände 13 an der
Außenseite wiederum mit abstehenden Rippen 14 versehen sind, die von Spannringen 15
umschlossen werden. Zur besseren Aufnahme der Spannringe 15 bilden die Rippen 14 entsprechende
Aussparungen 16, was insbesondere der Fig. 3 entnommen werden kann.
[0014] Da sowohl der Mantel 4 als auch der Auslauftrichter 6 des Silos aus ebenen, mehrschichtig
verleimten Holzplatten segmentartig zusammengesetzt werden können, kann der Silo aus
vergleichsweise wenigen vorgefertigten Einzelteilen vor Ort aufgebaut werden. Die
einerseits die Mantelsegmente 9 und anderseits die Seitenwände 13 des Auslauftrichters
6 umschließenden Spannringe 11 und 15 können über Spannschlösser 17 (Fig. 2) so gespannt
werden, daß eine dichte Verbindung zwischen den Mantelsegmenten 9 bzw. zwischen den
Seitenwänden 13 des Auslauftrichters 6 sichergestellt wird. Da mehrfach verleimte
Holzplatten kein die Dichtheit des Silos gefährdendes Schwindverhalten zeigen, erübrigt
sich ein Nachspannen der Spannringe 11 und 15, wenn einmal die erforderliche Dichtheit
erreicht ist. Die Lastabtragung von den Mantelsegmenten 9 auf die Spannringe 11 bzw.
von den Seitenwänden 13 des Auslauftrichters 6 über die Rippen 14 auf die Spannringe
15 erlaubt den Einsatz vergleichsweise dünner Holzschichtplatten, so daß sich insgesamt
besonders vorteilhafte Konstruktionsverhältnisse einstellen. In diesem Zusammenhang
ist zusätzlich zu berücksichtigen, daß die durch die Rippen 10, 12 bzw. 14 mit Abstand
von den Mantelsegmenten 9 bzw. den Seitenwänden 13 gehaltenen Spannringe 11 und 15
einen ungehinderten Abfluß des Regenwassers zulassen, was vorteilhafte Voraussetzungen
für eine gute Witterungsbeständigkeit mit sich bringt.
1. Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz, mit einem Mantel
(4), der aus vorgefertigten, gleichmäßig über den Umfang verteilten Mantelsegmenten
(9) zusammengesetzt ist, die außen von über die Mantelhöhe verteilten Spannringen
(11) umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die aus mehrschichtig verleimten
Holzplatten bestehenden, den Mantel (4) eines vieleckigen Prismas bildenden Mantelsegmente
(9) nach außen abstehende, in Richtung der Mantelhöhe verlaufende, einen äußeren Hüllzylinder
begrenzende Rippen (10) tragen, an denen die Spannringe (11) angreifen.
2. Silo nach Anspruch 1 mit einem unten an den Mantel anschließenden Auslauftrichter,
dadurch gekennzeichnet, daß der Auslauftrichter (6) die Form einer an die Prismaform
des Mantels (4) anschließende Pyramide aufweist, deren aus mehrschichtig verleimten
Holzplatten bestehende Seitenwände (13) nach außen abstehende, einen Hüllkegel begrenzende
Rippen (14) tragen, an denen den Auslauftrichter (6) umspannende Spannringe (15) angreifen.
3. Silo nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Eckkanten
des Mantels (4) bzw. des Auslauftrichters (6) ebenfalls nach außen abstehende, von
den Spannringen (11, 15) umschlossene Rippen (12, 14) vorgesehen sind.