(19)
(11) EP 0 896 114 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.02.1999  Patentblatt  1999/06

(21) Anmeldenummer: 98890223.5

(22) Anmeldetag:  03.08.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6E04H 7/32, B65D 88/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.08.1997 AT 1317/97

(71) Anmelder: Obermayr Holzkonstruktionen Gesellschaft m.b.H
4690 Schwanenstadt (AT)

(72) Erfinder:
  • Moik, Werner
    3300 Amstetten (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Helmut, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. Gerhard Hübscher Dipl.-Ing. Helmut Hübscher Dipl.-Ing. Heiner Hübscher Spittelwiese 7
4020 Linz
4020 Linz (AT)

   


(54) Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz


(57) Es wird ein Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz, mit einem Mantel (4) beschrieben, der aus vorgefertigten, gleichmäßig über den Umfang verteilten Mantelsegmenten (9) zusammengesetzt ist, die außen von über die Mantelhöhe verteilten Spannringen (11) umschlossen sind. Um vorteilhafte Konstruktionsbedingungen zu schaffen, wird vorgeschlagen, daß die aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehenden, den Mantel (4) eines vieleckigen Prismas bildenden Mantelsegmente (9) nach außen abstehende, in Richtung der Mantelhöhe verlaufende, einen äußeren Hüllzylinder begrenzende Rippen (10) tragen, an denen die Spannringe (11) angreifen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz, mit einem Mantel, der aus vorgefertigten, gleichmäßig über den Umfang verteilten Mantelsegmenten zusammengesetzt ist, die außen von über die Mantelhöhe verteilten Spannringen umschlossen sind.

[0002] Zur Lagerung von rieselfähigem Streusalz ist es bekannt (DE 2 145 210 A), Silos aus Holz einzusetzen, die einen auf Stützen gelagerten, mit Lastfahrzeugen unterfahrbaren zylindrischen Mantel aufweisen, an den sich ein koaxialer Auslauftrichter als Boden anschließt. Der Mantel ist wie der Auslauftrichter aus einzelnen Holzbohlen zusammengesetzt, die von über die Höhe verteilten Spannringen umschlossen sind, so daß über diese Spannringe die Mantelbelastung bzw. die Belastung des Trichters durch das Füllgut aufgenommen werden kann. Nachteilig bei einer solchen bekannten Silokonstruktion ist vor allem, daß der Mantel und der Auslauftrichter aus einer Vielzahl von Einzelbohlen vor Ort zusammengesetzt werden muß und daß die Dichtheit des Mantels nur dann gegeben ist, wenn die einzelnen Holzbohlen über die Spannringe dicht aneinander gepreßt werden, was beim Schwindverhalten von Holzbohlen insbesondere nach einer Siloentleerung ein aufwendiges Nachspannen der Spannringe erfordert.

[0003] Um den Aufbau eines solchen Holzsilos zu vereinfachen, wurde bereits vorgeschlagen (EP 0 075 285 A1), den Holzsilo aus einzelnen Mantelsegmenten aufzubauen, die mit Hilfe von entsprechenden Spannringen zusammengehalten werden. Da die einen Umfangsabschnitt eines Kreiszylinders bildenden Mantelsegmente wiederum aus Einzelbohlen zusammengesetzt sind, können zwar hinsichtlich des Zusammenbaus des Silos vor Ort Vorteile gegenüber aus Einzelbohlen zusammengesetzten Silos erzielt werden, nicht aber hinsichtlich der vom Schwindverhalten der Holzbohlen abhängigen Dichtheit des Silos, so daß wiederum ein aufwendiges Nachspannen der Spannringe erforderlich wird. Um für ein selbständiges Nachspannen der Spannringe zu sorgen, können die Spannringe mit Spannfedern versehen werden, doch begrenzen diese Spannfedern zwangsläufig die Belastbarkeit der Spannringe.

[0004] Schließlich sind Holzsilos mit einem Mantel in Form eines vieleckigen, regelmäßigen Prismas bekannt (US 5 383 313 A). Diese Holzsilos weisen einen Holzrahmen auf, auf dem die hölzernen Wandplatten befestigt werden. Nachteilig bei diesen bekannten Holzsilos ist vor allem, daß die hölzernen Wandplatten eine ausreichende Eigenfestigkeit aufweisen müssen, um die Wandbelastungen auf den Rahmen abtragen zu können, was den Einsatz solcher Konstruktionen auf Kleinsilos beschränkt.

[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz, der eingangs geschilderten Art so auszugestalten, daß er nicht nur einfach aufgebaut werden kann und hohen Belastungen standhält, sondern auch eine dauerhafte Dichtheit gewährleistet.

[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehenden, den Mantel eines vieleckigen Prismas bildenden Mantelsegmente nach außen abstehende, in Richtung der Mantelhöhe verlaufende, einen äußeren Hüllzylinder begrenzende Rippen tragen, an denen die Spannringe angreifen.

[0007] Da durch diese Maßnahme trotz ebener Mantelsegmente die Wandbelastungen über die nach außen abstehenden Rippen auf Spannringe abgetragen werden können, können hinsichtlich der Lastabtragung ähnliche Vorteile wie bei aus Einzelbohlen aufgebauten Holzsilos ausgenützt werden, ohne jedoch die Nachteile von solchen Einzelbohlen in Kauf nehmen zu müssen. Wegen der Ausbildung der Mantelsegmente aus mehrschichtigen verleimten Holzplatten wird ein die Dichtheit des Mantels beeinträchtigendes Schwindverhalten der Mantelsegmente selbst nach einer längeren Siloentleerung wirksam vermieden. Die ebenen Mantelsegmente können daher in einfacher Weise dicht miteinander verbunden und über die Spannringe zusammengehalten werden, ohne die Spannringe regelmäßig nachspannen zu müssen. Das Vorsehen ebener Platten als Mantelsegmente bietet einfache Konstruktionsverhältnisse, die auch einen vorteilhaften Zusammenbau des Silomantels aus den einzelnen Segmenten erlaubt. Die über die Mantelsegmente vorragenden, sich über die Mantelhöhe erstreckenden Rippen, die von den Spannringen umschlossen werden, stellen außerdem ein von den Spannringen unbehindertes Abfließen von Regenwasser sicher, was sich vorteilhaft auf die Witterungsbeständigkeit der Silos auswirkt.

[0008] Soll ein solcher Holzsilo mit Auslauftrichter versehen werden, so empfiehlt es sich, den Auslauftrichter in Form einer an die Prismaform des Mantels anschließenden Pyramide auszubilden, deren aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehende Seitenwände nach außen abstehende, einen Hüllkegel begrenzende Rippen tragen, an denen den Auslauftrichter umspannende Spannringe angreifen. Damit ergeben sich im Bereich des Auslauftrichters ähnlich günstige Konstruktionsverhältnisse wie im Mantelbereich, weil die Belastungen der Seitenwände Pyramide ebenfalls von Spannringen aufgenommen werden können, auf die die Wandbelastungen über die von den Seitenwänden abstehenden Rippen übertragen werden.

[0009] Besonders günstige Konstruktionsverhältnisse ergeben sich schließlich dadurch, daß im Bereich der Eckkanten des Mantels bzw. des Auslauftrichters ebenfalls nach außen abstehende, von den Spannringen umschlossene Rippen vorgesehen werden. Über diese Eckrippen kann nämlich beim Spannen der Spannringe ein zusätzlicher Schließdruck auf die Eckkanten des Silos ausgeübt werden, wozu noch kommt, daß ein allfälliger Spalt zwischen den aneinanderstoßenden Wandteilen durch die Eckrippen abgedeckt wird.

[0010] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
Fig. 1
einen erfindungsgemäßen Silo aus Holz in einer vereinfachten Seitenansicht,
Fig. 2
diesen Silo in einem um 45° gedrehten Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1 in einem größeren Maßstab und
Fig. 3
den Holzsilo ausschnittsweise im Bereich des Auslauftrichters in einer zum Teil aufgerissenen Seitenansicht in einem größeren Maßstab.


[0011] Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel ruht der Silo über Stützen 1 auf einem Fundament aus Betonsockeln 2 auf, über die das Gewicht des Silos abgetragen wird. Die Stützen 1 tragen einen Auflagerkranz 3 für den Mantel 4, der nach oben durch ein Dach 5 abgedeckt ist und als Boden einen Auslauftrichter 6 mit einer verschließbaren Auslauföffnung 7 aufweist. Zur Abstützung des Auslauftrichters 6 dienen zwischen den Stützen 1 angeordnete Streben 8. Zwischen den Stützen 1 und den Streben 8 ergibt sich eine Durchfahrt für Lastfahrzeuge, um diese Lastfahrzeuge über den Auslauftrichter 6 mit dem Füllgut des Silos befüllen zu können.

[0012] Der Mantel 4 des Silos besteht aus vorgefertigten Mantelsegmenten 9, wie dies insbesondere der Fig. 2 entnommen werden kann. Diese Mantelsegmente 9 bestehen aus mehrschichtig verleimten Holzplatten, die zu einem achteckigen Prisma zusammengesetzt sind. An der Außenseite der Mantelsegmente 9 sind über die Mantelhöhe durchgehende Rippen 10 vorgesehen, die einen äußeren Hüllzylinder begrenzen und von Spannringen 11 umschlossen werden. Diese Spannringe 11 greifen im Bereich der Eckkanten des Mantels ebenfalls an nach außen abstehenden Rippen 12 an, so daß die Belastungen der Mantelsegmente 9 durch das Füllgut über die Rippen 10 und 12 auf die Spannringe 11 abgetragen und von diesen vorteilhaft aufgenommen werden können.

[0013] Der Auslauftrichter 6 ist in Form einer achtseitigen Pyramide ausgebildet, deren ebenfalls aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehende Seitenwände 13 an der Außenseite wiederum mit abstehenden Rippen 14 versehen sind, die von Spannringen 15 umschlossen werden. Zur besseren Aufnahme der Spannringe 15 bilden die Rippen 14 entsprechende Aussparungen 16, was insbesondere der Fig. 3 entnommen werden kann.

[0014] Da sowohl der Mantel 4 als auch der Auslauftrichter 6 des Silos aus ebenen, mehrschichtig verleimten Holzplatten segmentartig zusammengesetzt werden können, kann der Silo aus vergleichsweise wenigen vorgefertigten Einzelteilen vor Ort aufgebaut werden. Die einerseits die Mantelsegmente 9 und anderseits die Seitenwände 13 des Auslauftrichters 6 umschließenden Spannringe 11 und 15 können über Spannschlösser 17 (Fig. 2) so gespannt werden, daß eine dichte Verbindung zwischen den Mantelsegmenten 9 bzw. zwischen den Seitenwänden 13 des Auslauftrichters 6 sichergestellt wird. Da mehrfach verleimte Holzplatten kein die Dichtheit des Silos gefährdendes Schwindverhalten zeigen, erübrigt sich ein Nachspannen der Spannringe 11 und 15, wenn einmal die erforderliche Dichtheit erreicht ist. Die Lastabtragung von den Mantelsegmenten 9 auf die Spannringe 11 bzw. von den Seitenwänden 13 des Auslauftrichters 6 über die Rippen 14 auf die Spannringe 15 erlaubt den Einsatz vergleichsweise dünner Holzschichtplatten, so daß sich insgesamt besonders vorteilhafte Konstruktionsverhältnisse einstellen. In diesem Zusammenhang ist zusätzlich zu berücksichtigen, daß die durch die Rippen 10, 12 bzw. 14 mit Abstand von den Mantelsegmenten 9 bzw. den Seitenwänden 13 gehaltenen Spannringe 11 und 15 einen ungehinderten Abfluß des Regenwassers zulassen, was vorteilhafte Voraussetzungen für eine gute Witterungsbeständigkeit mit sich bringt.


Ansprüche

1. Silo aus Holz, insbesondere für die Lagerung von rieselfähigem Salz, mit einem Mantel (4), der aus vorgefertigten, gleichmäßig über den Umfang verteilten Mantelsegmenten (9) zusammengesetzt ist, die außen von über die Mantelhöhe verteilten Spannringen (11) umschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehenden, den Mantel (4) eines vieleckigen Prismas bildenden Mantelsegmente (9) nach außen abstehende, in Richtung der Mantelhöhe verlaufende, einen äußeren Hüllzylinder begrenzende Rippen (10) tragen, an denen die Spannringe (11) angreifen.
 
2. Silo nach Anspruch 1 mit einem unten an den Mantel anschließenden Auslauftrichter, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslauftrichter (6) die Form einer an die Prismaform des Mantels (4) anschließende Pyramide aufweist, deren aus mehrschichtig verleimten Holzplatten bestehende Seitenwände (13) nach außen abstehende, einen Hüllkegel begrenzende Rippen (14) tragen, an denen den Auslauftrichter (6) umspannende Spannringe (15) angreifen.
 
3. Silo nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Eckkanten des Mantels (4) bzw. des Auslauftrichters (6) ebenfalls nach außen abstehende, von den Spannringen (11, 15) umschlossene Rippen (12, 14) vorgesehen sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht