[0001] Die Erfindung betrifft eine Kurbelgehäuse-Entlüftung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Eine solche Kurbelgehäuse-Entlüftung ist mit DE 38 24 791 beschrieben. Derartige
Kurbelgehäuse-Entlüftungen sichern während des Betriebs der Brennkraftmaschine ständig
einen Unterdruck im Kurbelgehäuse, so daß aus diesem keine Gase unkontrolliert in
die Umgebung austreten können. Dabei wird bei Belastung der Brennkraftmaschine und
geöffneter Drosselklappe der größere Anteil des Kurbelgehäusegases durch die Primär-Entlüftungsleitung
in das Ansaugrohr gelangen. Im Leerlauf und somit geschlossener Drosselklappe liegt
jedoch nur an der Sekundär-Entlüftungsstelle Unterdruck an, so daß sich ausschließlich
durch die im Querschnitt engere Senkundär-Entlüftungsleitung der Unterdruck auf das
Kurbelgehäuse überträgt und das Kurbelgehäusegas nur durch die Senkundär-Entlüftungsstelle
in das Ansaugrohr gelangt. Die Menge dieses Gases ist bei Leerlauf besonders kritisch,
da durch sie das Leerlaufverhalten der Brennkraftmaschine beeinflußt wird. Es ist
daher üblich, die Sekundär-Entlüftungsöffnung durch eine Düse zu kalibrieren. Dadurch
kann im Kurbelgehäuse der auch im Leerlauf aufrechtzuerhaltende Unterdruck zu gering
bleiben. Eine beliebige Vergrößerung der Senkundär-Entlüftungsstelle ist jedoch deshalb
nicht praktikabel, weil dadurch der Unterdruck im Ansaugrohr unterhalb der Drosselklappe
bei Leerlauf unzulässig absinken würde, so daß die dort angeschlossenen Unterdruck-Servoaggregate,
wie Bremsservo, Kraftstoffdruckregler, Tankentlüftungsventil, Ansaugluft-Temperaturregelung,
Sekundärluft-Zuführventil und dergleichen in ihrer Funktion beeinträchtigt wären.
Andererseits fließt durch die im Querschnitt relativ große Primär-Entlüftungsleitung
infolge des bei diesem Betriebszustand bestehenden Druckgefälles aus dem Ansaugrohrbereich
vor der geschlossenen Drosselklappe Luft in das Kurbelgehäuse und beeinträchtigt so
weiterhin den Unterdruck im Ansaugrohr unterhalb der Drosselklappe.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kurbelgehäuse-Entlüftung der eingangs
genannten Art dahingehend zu verbessern, daß sich in allen Betriebsbereichen der Brennkraftmaschine
ein ausreichender Unterdruck im Kurbelgehäuse einstellt, dabei der Unterdruck im Ansaugrohr
stromab der Drosselklappe ausreichend hoch bleibt und die Kalibrierung der Motorsteuerung
hinsichtlich des Leerlaufverhaltens nicht beeinträchtigt wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Gemäß der Erfindung wird so der relativ große Querschnitt der Primär-Entlüftungsleitung
mit zunehmendem Schließwinkel der Drosselklappe und damit zunehmendem Unterdruck im
Ansaugrohr stromab der Drosselklappe zunehmend verkleinert und kann letztlich vollkommen
geschlossen werden. Somit steht bei großer Last der Brennkraftmaschine und dementsprechend
geöffneter Drosselklappe die Primär-Entlüftungsöffnung über die Primär-Entlüftungsleitung
mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung. Der sich im gesamten Ansaugrohr befindliche Unterdruck
kann sich somit auch auf das Kurbelgehäuse erstrecken. Das bei hoher Last in erhöhtem
Umfang auftretende Kurbelgehäusegas (Blow-by) wird sicher abgesaugt.
[0006] Bei Leerlauf und geschlossener Drosselklappe entsteht nur wenig Blow-by-Gas. Der
stromab der Drosselklappe anliegende relativ hohe Unterdruck ist ausreichend, um durch
den kleinen Querschnitt der Sekundär-Entlüftungsöffnung das Kurbelgehäuse ausreichend
zu entlüften und in ihm einen ausreichenden Unterdruck aufrechtzuerhalten. Es steht
trotzdem ausreichend Unterdruck für Servoaggregate zur Verfügung. Ein Auffüllen des
Unterdrucks über die jetzt geschlossene Primär-Entlüftungsleitung ist nicht möglich.
[0007] Das Drosselventil kann vorteilhaft mittels einer Unterdruckdose vom Unterdruck im
Ansaugrohr unterhalb der Drosselklappe betätigt sein. Es kann auch vorteilhaft sein,
die Unterdruckdose vom Differenzdruck zwischen den Drücken stromauf und stromab der
Drosselklappe zu betätigen. Ebenso ist es möglich, das Drosselventil mittels eines
elektrischen Aktuators, z. B. eines Elektromagneten oder eines Schrittmotors zu betätigen,
indem vom elektronischen Motorsteuergerät eine elektrisches Signal für das Maß der
Drosselung generiert wird.
[0008] In besonders vorteilhafter Weise ist das Drosselventil als Schieberventil ausgebildet.
Der Schieber dieses Ventils kann mit einer Schließkurve versehen sein, welche zusätzlich
zur Steuerung der Betätigungskraft des Drosselventils eine Anpassung des Drosselverhaltens
an die Motorcharakteristik ermöglicht.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand einer Zeichnung näher
beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1:
- das Schema einer erfindungsgemäßen Kurbelgehäuse-Entlüftung,
- Fig. 2:
- eine schematisierte Ansicht auf den Schieber des Drosselventils in Durchgangsrichtung.
[0010] Eine Brennkraftmaschine 1 hat ein Kurbelgehäuse, welches über Ölrücklaufkanäle und
Ölabscheider mit zwei an der Ventilhaube 2 des Zylinderkopfes 3 austretenden Entlüftungsstutzen
4 in Verbindung steht. Die Brennkraftmaschine 1 weist weiterhin einen Ansaugtrakt
mit einem Ansaugrohr 5 sowie ein Abgasrohr 6 auf. Im Ansaugrohr 5 befindet sich eine
Drosselklappe 7. Mit dem Pfeil 8 ist die Strömungsrichtung der Luft im Ansaugrohr
5 angegeben. Stromauf der Drosselklappe 7 befindet sich im Ansaugrohr 5 eine Primär-Entlüftungsöffnung
9, die über eine Primär-Entlüftungsleitung 10 mit einem der Entlüftungsstutzen 4 an
der Ventilhaube 2 verbunden ist. Stromab der Drosselklappe 7 befindet sich im Ansaugrohr
5 eine Sekundär-Entlüftungsöffnung 11, die über eine Sekundär-Entlüftungsleitung 12
mit dem anderen der zwei Entlüftungsstutzen 4 an der Ventilhaube 2 verbunden ist.
[0011] Der Querschnitt der Primär-Entlüftungsleitung 10 ist größer als der der Sekundär-Entlüftungsleitung
12. Die Größe der Sekundär-Entlüftungsöffnung 11 ist durch eine kalibrierte Düse 13
bestimmt und deutlich kleiner als die Primär-Entlüftungsöffnung 9. Im Verlauf der
Primär-Entlüftungsleitung 10 befindet sich ein Drosselventil 14, in welchem ein Schieber
15 verschiebbar gegen die Kraft einer Feder 16 angeordnet ist. Der Schieber 15 ist
mit einer Membran 17 einer Druckdose 18 verbunden. Die Membran 17 trennt die Druckdose
18 in zwei Räume 19 und 20. Der zum Schieber 15 hin gerichtete Raum 19 der Druckdose
18 ist mittels einer Leitung 21 mit dem Ansaugrohr 5 stromab der Drosselklappe 7 verbunden.
Der Raum 20 ist mit einer Leitung 22 verbunden mit dem Ansaugrohr 5 stromauf der Drosselklappe
7. Der Schieber 10 weist eine Schließkurve 23 auf.
[0012] Wird die Brennkraftmaschine 1 mit hoher Last betrieben, dann ist die Drosselklappe
7 ganz oder nahezu ganz geöffnet. Im Ansaugrohr 5 herrscht sowohl stromauf als auch
stromab der Drosselklappe 7 ein etwa gleicher Unterdruck. Dieser Unterdruck setzt
sich sowohl über die Primär-Entlüftungsleitung 10 als auch über die Senkundär-Entlüftungsleitung
12 zum Kurbelgehäuse der Brennkraftmaschine 1 fort. Das im Kurbelgehäuse anfallende
Gas (Blow-by) wird durch die Primär-Entlüftungsleitung 10 und - in geringerem Maße
- auch durch die Sekundär-Entlüftungsleitung 12 in das Ansaugrohr 5 abgesaugt und
der motorischen Verbrennung zugeführt.
[0013] Sowohl oberhalb als auch unterhalb der Membran 17 der Druckdose 18 herrscht annähernd
gleicher Druck, so daß die Membran 17 nicht ausgelenkt wird und der Schieber 15 somit
die Primär-Entlüftungsleitung 10 nicht drosselt. Deren gesamter Querschnitt steht
so für die Entlüftungsleistung zur Verfügung.
[0014] Mit zunehmendem Schließen der Drosselklappe 7 verändern sich auch die Drücke oberhalb
und unterhalb der Drosselklappe 7. Unterhalb der Drossellappe 7 nimmt der Unterdruck
zu und oberhalb reduziert er sich. Über die Leitung 21 wird der zunehmende Unterdruck
in den Raum 19 unterhalb der Membran 17 der Druckdose 18 übertragen. Der reduzierte
Unterdruck oberhalb der Drosselklappe 7 überträgt sich über die Leitung 22 auf den
Raum 20 oberhalb der Membran 17 der Druckdose 18. Durch die Druckdifferenz in den
Räumen 19 und 20 wird die Membran 17 so ausgelenkt, daß der mit ihr verbundene Schieber
15 den Querschnitt der Primär-Entlüftungsleitung 10 reduziert.
[0015] Mit zunehmender Drosselung des Ansaugrohres 5 der Brennkraftmaschine 1 mittels der
Drosselklappe 7 wird somit zunehmend auch die Primär-Entlüftungsleitung 10 gedrosselt.
Bei geschlossener Drosselklappe 7, also bei Leerlauf der Brennkraftmaschine 1, wirkt
der relativ hohe Unterdruck im Ansaugrohr 5 stromab der Drosselklappe 7 über die Sekundär-Entlüftungsleitung
12 auf das Kurbelgehäuse. Die Düse 13 verhindert ein zu starkes Absaugen von Gas aus
dem Kurbelgehäuse. Die Primär-Entlüftungsleitung 10 ist nun durch den Schieber 15
verschlossen, so daß der Unterdruck im Kurbelgehäuse durch die Primär-Entlüftungsleitung
10 nicht aufgefüllt werden kann, sondern stabil erhalten bleibt. Gleichzeitig ist
somit auch über den gesamten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine unterhalb der
Drosselklappe 7 ausreichender Unterdruck für den Antrieb diverser Servoaggregate vorhanden.
[0016] Indem der Schieber 10 eine Schließkurve 23 aufweist, kann das Drosselverhalten des
Schiebers 10 so abgestimmt werden, daß über den gesamten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
1 ein optimaler und stabiler Unterdruck im Kurbelgehäuse aufrechterhaten werden kann.
Ebenso wird bei allen Betriebsbedingungen das Kurbelgehäuse ausreichend entlüftet
und es steht trotzdem ständig ausreichender Unterdruck zum Antrieb von Servogeräten
zur Verfügung.
[0017] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Das Drosselventil
kann z.B. auch als Drehschieber ausgebildet sein. Als Aktuator zur Betätigung des
Drosselventils kann anstelle einer Druckdose auch ein elektrischer Stellmotor vorgesehen
sein, der von Stellsignalen angesteuert wird, die von einer elektronischen Motorsteuerung
in an sich bekannter Weise generiert werden bzw. die als Kennfeld in einer Datei des
Motorsteuergerätes gespeichert sind.
1. Kurbelgehäuse-Entlüftung für eine Brennkraftmaschine mit einer in einem Ansaugrohr
angeordneten Drosselklappe und einer in Strömungsrichtung vor der Drosselklappe in
den Ansaugluftstrom mündenden Primär-Entlüftungsstelle sowie einer in Strömungsrichtung
hinter der Drosselklappe mündenden Sekundär-Entlüftungsstelle, wobei die Primär-Entlüftungsstelle
mit einer Primär-Entlüftungsleitung und die Sekundär-Entlüftungsstelle mit einer Sekundär-Entlüftungsleitung
mit einem mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung stehendem Raum verbunden sind und die
Primär-Entlüftungsleitung gegenüber der Sekundär-Entlüftungsleitung einen wesentlich
größeren wirksamen Querschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Primär-Entlüftungsleitung (10) ein Drosselventil (14) vorgesehen ist,
welches den wirksamen Querschnitt der Primär-Entlüftungsleitung (10) mit abnehmender
Motorlast reduziert.
2. Kurbelgehäuse-Entlüftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselventil (14) von einem Aktuator betätigt ist, der vom Unterdruck im
Ansaugrohr (5) angetrieben wird.
3. Kurbelgehäuse-Entlüftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselventil (14) von einem Aktuator betätigt wird, der vom Differenzdruck
zwischen den Drücken stromauf und stromab der Drosselklappe (7) angetrieben ist.
4. Kurbelgehäuse-Entlüftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselventil (14) von einem elektrisch angetriebenen Aktuator betätigt
ist, der mittels des elektronischen Steuerteils der Brennkraftmaschine angesteuert
ist.
5. Kurbelgehäuse-Entlüftung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselventil (14) als Schieberventil ausgebildet ist.
6. Kurbelgehäuse-Entlüftung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (15) des Schieberventils (14) eine auf die Charakteristik der Brennkraftmaschine
(1) abgestimmte Schließkurve (23) aufweist.