[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Mineralwolleelementes.
[0002] Zur Vervollständigung von konstruktiven Körpern, insbesondere von Bauwerkskörpern,
mit Dämmeigenschaften aufweisenden Verkleidungselementen können Verfahren sowie dazu
verwendete Elemente und Methoden für deren Herstellung eingesetzt werden, bei denen
die zu vervollständigenden Körper nach einer ganzflächigen Zustandsaufnahme einer
partiellen Bewertung unterzogen werden, um danach Maßnahmen zur Veränderung des Zustandes
des Körpers zu treffen, wobei diese das Herbeiführen von konstruktiven Eigenschaften
sowie auch die Gestaltung der Oberfläche der Körper umfassen, einschließlich der Anordnung
der Verkleidungselemente und ihrer Fertigung.
[0003] Es ist bekannt, die Ausbildung der Oberflächengestalt von konstruktiven Körpern darstellend
wiederzugeben und dabei auch ihre Dimensionen bildlich vergrößernd oder verkleinernd
zu verändern. Zur Lokalisierung von bestimmten Einzelheiten der Darstellung werden
diese hervorgehoben und partiell zur besseren Erkennung vergrößert. Um den Vorgang
zu systematisieren werden großflächige Oberflächendarstellungen mit Rastereinteilungen
versehen, um so systematisch eine Einordnung der partiellen Einzelheiten in das Gesamtbild
zu erhalten. Vorteilhaft an dieser Methode ist das leichte Erkennen von Einzelheiten
und deren Standort in der Gesamtheit der Darstellung. Ein Nachteil dieser Methode
ist darin zu sehen, daß sie weitestgehend nur für die Aufnahme von Ist-Zuständen und
nicht für die Herstellung von konstruktiven Zusammenhängen der einzelnen Elemente
und deren Paßbarkeit im Gesamtbild verwendet wird. So ist es üblich, die Ist-Zustandsaufnahmen
lediglich für die Bewertung der Oberflächen auszunutzen und nicht die physikalischen
Bedingungen auszuloten und die übergreifenden Raster für die Wirksamkeit von Elementen
zu benutzen, die physikalische, ästhetische und konstruktive Eigenschaften aufweisen.
Genauso wie der erste Mangel, ist es als unzureichend erkennbar, daß eine Kombination
der Möglichkeiten, die auf den Rastern befindlichen Informationen für die Festlegung
von Anschlußmaßen und Elementen mit bestimmten komplettierenden Eigenschaften zu verwenden
und deren Anpaßbarkeit und Einfügungsmöglichkeiten in das Gesamtbild vollständig,
auch nach konstruktiven, physikalischen sowie ästhetischen Gesichtspunkten vorzunehmen.
Der rationellen Anwendung dieser Methode steht bisher das Fehlen von Elementen bei
der Veränderung der Oberflächen von Bauwerkskörpern, vor allem das Fehlen von Verkleidungselementen
mit physikalischen und konstruktiven Eigenschaften sowie optischer Wirksamkeit entgegen,
die in einer industriellen Vorfertigungsweise hergestellt werden können. So ist es
bisher nicht bekannt, Verkleidungselemente zur Verfügung zu stellen, die im Rahmen
von angepaßten Abmessungen, beispielsweise Dämmeigenschaften aufweisen, die Oberfläche
der Bauwerkskörper optisch verändern und in einer kontinuierlichen Herstellungsweise
produzierbar sind.
[0004] Der Stand der Technik sieht Verkleidungselemente vor, die lediglich Einzeleigenschaften
wie entweder gutes Dämmverhalten, brauchbare konstruktive Eigenschaften und eine hohe
ästhetische Wirkung, jeweils separat, aufweisen. Verkleidungselemente, die solche
Eigenschaften in sich vereinen sind aus dem Stand der Technik nicht bekannt. Bei Verkleidungselementen,
die eine ausreichende Dämmwirkung aufweisen sollen, ist die spätere Oberflächenbehandlung
für die Ausbildung von Oberflächen zum Abwehren aggressiver Umwelteinflüsse, wie Putzschichten
und Farbbeschichtungen nur als Abschlußbehandlung nicht möglich und kann nur mit großem
apparativen Aufwand durchgeführt werden. Die Durchführung ist noch dadurch eingeschränkt,
daß die Verkleidungselemente mit Dämmeigenschaften eine geringe innere Festigkeit
aufweisen und es durch die Belastungen der Oberflächenbehandlungen sowie meteorologische
Beeinflussungen zu Zerstörungen der Verkleidungselemente kommen kann. Ein weiterer
signifikanter Nachteil besteht darin, daß es für die kontinuierliche Fertigung der
Verkleidungselemente, die auch weitestgehend ein Profil und eine Konturierung der
Oberfläche aufweisen sollen, kein kontinuierliches Herstellungsverfahren gibt. Die
DD PS 248 934 offenbart eine Möglichkeit zur kontinuierlichen Herstellung der Elemente,
die größtenteils die Nachteile der bekannten Verkleidungselemente nicht beinhalten.
Ein signifikanter Nachteil dieser Methode ist es, daß die Konturierung der Oberfläche
dieser Teile nur schwach und nicht tiefwirkend vorgenommen werden kann, und die damit
gefertigten Elemente keine besonders augenfällige Prägung und noch viel weniger eine
Konturierung ihrer Oberfläche erhalten.
[0005] Damit sind die nach diesem Verfahren hergestellten Elemente für eine Fassadenverkleidung
der Oberflächen von Bauwerkskörpern nach einem bestimmten Baukastensystem ungeeignet.
Aus der DE 36 08 145 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem Lamellen gleicher Höhe
zu einem Mineralwolleerzeugnis zusammengefügt werden. Weiter ist bekannt, Dämmelemente
oder auch Verkleidungselemente aus Mineralwolle zu fertigen und deren Oberfläche zu
profilieren. Bei einer derartigen Materialverwendung hat das Element eine Struktur
mit horizontal zu seinen großen Flächen geordneten Mineralfasern. Bedingt durch die
Struktur kommt es zum Nachfedern der horizontal geordneten Mineralfasern, auch bei
einem hohen Bindemittelanteil und relativ großer Dichte. Damit eine Prägung der Oberfläche
von dauerhafter Gestalt entstehen kann, werden Mineralfasern mit Bindemitteln vermischt,
im feuchten, ungebundenen Zustand in Formen gegeben und darin verformt. Soll nur die
Oberfläche des Produktes oberflächenstrukturiert werden, so wird auf diese Fläche
des Elementes eine feuchte Schicht eines Fasermaterials oder Fasergemisches, vermengt
mit Bindemitteln und Formstabilisatoren aufgetragen, mit Prägewerkzeugen bearbeitet
und danach einem Trocknungsvorgang unterzogen. Es ist auch bekannt, analog zu der
dargestellten Technologie des mehrschichtigen Aufbaus solcher Elemente das gesamte
Material des Elementes anzufeuchten, in eine Form zu geben, zu pressen und anschließend
das Material verfestigend zu trocknen. Die DE 40 40 925 A1 offenbart ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Herstellen von Formteilen aus ebenen Zuschnitten oder Vorformteilen
aus mit Bindemitteln versehenen Zellulose- oder Lignozellulose-Wirrfaservliesen.
[0006] Analog zu dem bereits dargetellten bekannten Verfahren wird hier ein Wirrfaservlies
durch Anwendung von Druck und Temperatur verwendet, bei dem das Vorformteil durch
einen einseitig wirkenden Fluiddruck vollflächig gegen ein formgebendes Werkzeug verdichtet
und ausgeformt wird. Das Verfahren weist den Nachteil auf, daß hier der gesamte Grundkörper
verformt wird und nicht nur die Oberfläche eines zu strukturierenden Verkleidungs-
oder Dämmelementes.
[0007] Es ist bekannt, ebenflächige Bauelemente, insbesondere Dämmelemente mit einem Putzmörtelträger
zu belegen und sie dadurch für die Aufnahme einer Mörtelschicht geeignet zu gestalten.
Dabei kann der Putzträger aus einem textilen Material oder aus einem anderen flächenhaft
gestalteten, formbaren Material bestehen. Putzmörtelträgerbeschichtungen aus einem
textilen oder papierartigen Material bestehend, werden auf die Oberflächen der Bauelemente
aufgetragen, die mit einer Beschichtung versehen werden sollen und mit diesen fest
verbunden. Das Material der Trägerschicht ist so beschaffen, daß es sich den Materialeigenschaften
der aufzutragenden Oberflächenbeschichtung anpaßt und mit dieser verbindet. Eine Verbindung
ist dann einfach, wenn die Oberflächenbeschichtung auf einer planen Fläche aufgetragen
wird. Wenn der Putzmörtel frisch ist und einen hohen Feuchtigkeitsfaktor aufweist,
zieht diese Feuchtigkeit zum Zeitpunkt des Auftragens in die Trägerschicht ein und
dehnt sie aus. Beim späteren Trocknungsprozeß schrumpft sie auf ihre ursprüngliche
Ausdehnung zurück. Dieser Schrumpfungsvorgang kann bis zum Zusammenkrumpfen und Abreißen
der Trägerschicht führen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Fläche eine
gekrümmte, insbesondere konkav geformte Ausbildung hat. Hier wird beim Schrumpfungsprozeß
die Trägerschicht vom Dämmelement abgerissen. Der spätere Nachteil ist darin zu sehen,
daß die Putzmörtelschicht reißt, zerbricht und die behandelte Oberfläche bis zur Untauglichkeit
zerstört wird. Ein weiterer Nachteil der Putzträgerschichten kann darin gesehen werden,
daß die sich durch das Aneinanderfügen der Dämmelemente bildenden Fugen nur verdeckt
und nicht verschlossen werden und dann, wenn das Dämmelement mit einem eigenen Putzträger
überdeckt ist, spätere Schrumpf- oder Spannungsrisse der endgültigen Oberflächenbeschichtung
an den Fugen nicht vermieden werden können. Zur Ausschließung dieses Nachteils sind
Maßnahmen eingeleitet worden, die beschichtete, aus Einzelelementen bestehende, mit
Putz zu belegende Flächen, mit einem großflächigen, mehrere Fugen überspannenden Putzträger
zu belegen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kontinuierliches Verfahren zur Konturierung
von Mineralwolleelementen zur Verfügung zu stellen.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Herstellung eines Verkleidungselementes
gelöst, das in seiner allgemeinsten Ausführungsform die folgenden Merkmale aufweist:
a. Lamellen eines Mineralfaservlieses unterschiedliche Höhe werden zu einer Rohkontur
des Mineralwolleelementes zusammengefügt und
b. aus der Rohkontur wird in einem Konturierungsvorgang die Fertigkontur des Mineralwolleelementes
hergestellt.
[0010] Zur Vervollständigung von Bauwerkskörpern kann die Voraussetzung zur Einleitung aller
vervollständigenden Maßnahmen beispielsweise durch eine ganzflächige zusammenhängende
Darstellung der zu gestaltenden Ebenen oder Flächen des Bauwerkskörpers oder seiner
partiellen Teile erfolgen.
[0011] Die ganzflächige, zusammenhängende Darstellung wird gerastert und für eine im Detail
zu treffende konstruktive und die Verfahrensweise festlegende Maßnahmengestaltung
graphisch aufbereitet. Durch diese Methode ist es möglich, die Oberflächen zu verändernder
Körper ganzflächig darzustellen, partiell zu bewerten und die Einordnung von Verkleidungselementen
zu ermöglichen, die im Rahmen der Vorfertigung hergestellt werden können. Die Methode
läßt es zu, die Verkleidungselemente in ihren Dimensionen so zu gestalten, daß sie
im Rahmen der industriellen Fertigung maßgetreu hergestellt und auf der zu verkleidenden
Oberfläche ein- oder angeordnet werden können.
[0012] Die Aufbereitung richtet sich auf die zu treffende Entscheidung, die festlegt, welche
physikalischen Eigenschaften, wie Dämm- und Brandverhalten sowie optische Gestaltung,
dem konstruktiven Körper über die dämmenden Elemente mit der visuellen Gestaltung
seiner Flächen zugeeignet werden sollen. Das läßt es jetzt erstmals zu, im Rahmen
einer Vorbestimmung, Verkleidungselemente zum Einsatz zu bringen, die in sich bauphysikalische
und konstruktive sowie visuelle und ästhetische Eigenschaften vereinigen. Dem Planer
bzw. Architekten ist es damit möglich, die visuelle Gestalt der Oberfläche des Bauwerkskörpers
zu bestimmen, die Verkleidungselemente auszuwählen, ihre Anschlußmaße zu fixieren
und in einem einzigen technologischen Vorgang Elemente an dem konstruktiven Körper
anzuordnen, die physikalische Eigenschaften, wie eine hohe Dämmwirkung und ein nichtbrennbares
Verhalten aufweisen.
[0013] In die optische Gestaltung der Ebenen und Flächen der Körper können konstruktive,
sich einbindende Maßnahmen, wie der Einsatz von Vorsatzelementen, wie Säulen, Halbsäulen,
Konsolen und Borden, in einer Verbindung mit flächigen Ornamenten sowie mit weiteren
üblichen Zierelementen eingeschlossen werden. Wie bereits vorstehend dargestellt,
ist es dem planenden Architekten jetzt möglich, eine breite Palette von Möglichkeiten
auszuschöpfen, flächige sowie stark und schwach konturierte Verkleidungselemente zu
verwenden und darüber hinaus aus der Oberfläche herausspringende, separate Vorsatzelemente,
wie z. B. Säulen für Arkaden bzw. dekorative Eingangsbestückungen zum Einsatz zu bringen,
um über eine flächig visuelle Wirkung hinaus, eine davorstehende zweite visuelle Ebene
plastisch zu eröffnen.
[0014] Die Maßnahmengestaltung ermöglicht eine aneinander anpaßbare Wiederholbarkeit der
einzusetzenden Elemente auf der Grundlage einer kontinuierlichen Vorfertigung in der
Formgebung und in der Verkleidungsanordnung der Elemente an der zu verkleidenden Körperebene.
Unter Betrachtung der vorhergehenden flächigen Darstellung und systematischen Rasterung
der zu bearbeitenden Oberfläche des konstruktiven Körpers ist insgesamt und im Detail
eine vollständige anpaßbare Teilbarkeit und Festlegung der Anschlußmaße größer dimensionierter
Verkleidungselemente möglich, um somit der Vorfertigung die entsprechende Information
übermitteln zu können, alle Teile der Verkleidung zu dimensionieren, ihre Häufigkeit
festzustellen, ihre Dämmeigenschaften in der Dicke des Elementes zu bestimmen und
damit den Grad der Vorfertigung in einem maximalen Wert anzugeben. Das läßt es zu,
jetzt im Rahmen der kontinuierlichen Fertigung bereits auf der Fertigungsstraße des
Dämmstoffwerkes alle Verkleidungselemente mit entsprechenden Dämmeigenschaften zu
versehen, ihre notwendige Festigkeit zu überprüfen und die Mineralfaserrichtung für
die statischen Eigenschaften des Verkleidungselementes im voraus zu bestimmen.
[0015] So ist es möglich, die das Bauwerk vervollständigenden Vorsatzstücke bei einer Skelettbauweise
in ihrer Flächengesamtheit zu bestimmen, da diese Vorsatzstücke bestimmte Teilungen
in ihrer Querrichtung besitzen und meist geschoßhoch sind, in ihrer eigenen industriellen
Vorfertigungsstraße mit den erfindungsgemäßen Verkleidungselementen zu versehen und
auf der Montagebaustelle, ohne großen Aufwand, an den Skeletten zu befestigen und
zu großen, bereits vorher komplettierten Bauwerksflächen zusammenzufügen. Dem Fachmann
ergibt sich zwangsläufig die Information, daß es nun möglich ist, da diese Elemente
auf horizontalen Spannbetten gefertigt sind, oder wenn sie nicht vorgespannt sind,
in Gießbettstraßen vorgefertigt werden, die Oberflächen der Elemente gleich in horizontaler
Lage zu verkleiden und so vollständig komplettiert zu einer Baustelle zu transportieren,
anzuschlagen und am Skelett des Bauwerkskörpers zu befestigen. Diese Methode, unter
Kenntnis der planerischen Rasterung der Gesamtfläche, erlaubt es, großflächige Vorsatzelemente
von Fertigkeiten bereits in der Vorfertigung zu komplettieren und harmonisch am Bauwerk
aneinanderzureihen.
[0016] Den Verkleidungs- und Sichtelementen können hohe physikalische Eigenschaften, wie
eine Nichtbrennbarkeit bei großer Dämmwirkung, durch die Zueignung eines mineralischen
Grundwerkstoffes gegeben werden. Die hohe Dämmwirkung soll dadurch erreicht werden,
daß der mineralische Grundwerkstoff in Form von Steinwolle verwendet wird, deren Faserausrichtung
eine hohe statische Eignung bei großer Dämmwirkung gewährleistet. Dazu ist allen Verkleidungselementen
die Eigenschaft zugeordnet, daß ihre Fasern senkrecht zu der Fläche gerichtet sind,
die als Haftfläche an der Oberfläche des Körpers bestimmt wird.
[0017] Die Wiederholbarkeit der Elemente kann durch eine Vorfertigung von formgerechten,
als dem Raster und dem Profil der Vorsatzelemente angepaßte, aus mineralischen Grundstoffen,
vorwiegend Steinwollefaser, gebildeten Rohlingen gewährleistet werden.
[0018] Selbstverständlich wird davon ausgegangen, daß eine kontinuierliche Fertigung in
großen Stückzahlen und einer erheblichen Typenbreite vorausgesetzt wird. So ist es
notwendig, die Rohlinge der daraus zu formenden Verkleidungselemente, vor allen Dingen
bei Elementen mit merkantilen bzw. eigenwilligen Konturierung derart vorzufertigen,
daß ihre Herstellung dem Fertigungsdurchlauf eines Rohfaservlieses angeschlossen wird
und in einer gleichmäßig durchlaufenden, sich in die Fertigung des Rohfaservlieses
einschließende Fertigungsstufe konturiert werden kann. Somit ist es möglich, die Konturen
in einem Übergang, bei kontinuierlich durchlaufendem Förderband, aufzuarbeiten. Um
die Rohformen zu fertigen, bedient sich die Erfindung einer Weiterentwicklung gemäß
der DD PS 248 934. Dabei wird das Verfahren variiert und ungleich lange Lamellen erzeugt.
Es ist eine sinnvolle Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lösung, daß die Körper Bauwerkskörper
sind, deren zu verkleidende Flächen eine Vervollständigung durch das Aufarbeiten einer
zugleich dämmenden und profilierenden, als Verkleidung ausgebildeten Oberflächenbeschichtung
erhalten.
[0019] Es ist selbstverständlich, daß auch alle anderen konstruktiven Körper einer Verkleidung
unterzogen werden können, um eine dämmende und optisch vorteilhafte Gestaltung zu
erhalten, jedoch daß sich das Verfahren und seine Ausgestaltung vorwiegend auf Bauwerkskörper
von Bauten bezieht, deren Sichtflächen nicht nur ein repräsentatives Aussehen erhalten
sollen. Vorteilhafterweise ist es jetzt möglich, auch die Tragwerke und Pfeiler von
Brückenbauwerken mit gemäß dem Verfahren gestalteten Elementen zu belegen und sie
wärmedämmend zu verkleiden, um dadurch den Einfluß von Wärme- und Kältewechselspannungen
zu eleminieren. Gerade diese Bauwerkskörper müssen zur Wahrnehmung ihrer Grundfunktion
neben einer statischen Sicherheit auch eine hohe Dämmfunktion ausüben, die verbunden
mit hohem Brandschutzverhalten zur Funktionalität der Bauwerkskörper beiträgt. Daß
diese Verkleidungselemente neben den bauphysikalischen Eigenschaften noch optisch
und ästhetisch vorteilhafte Effekte erzeugen können, ist ein Vorzug der erfindungsgemäßen
Lösung. Verbunden werden können diese Vorteile mit den methodischen Eigenschaften
eines Baukastensystems mit vorheriger individueller Anpassung der Elemente an die
Gegebenheiten. Dabei ist es eine sinnvolle Ausgestaltung, daß die zu vervollständigenden
Flächen im Rahmen eines Baukastensystem verkleidet werden können, wobei den einzelnen
Teilen eine anpassende Vervollständigung schon bereits in der Vorfertigung mit einer
Fertigbemaßung gegeben wird und somit bei der Verkleidung der Oberfläche der Bauwerkskörper
keine Anpassungsarbeiten mehr notwendig sind. So ist es jetzt bei der vollständigen
Entwicklung des Verfahrens erfindungsgemäß möglich, den Verkleidungselementen eine
autarke, in sich geschlossene Form zu verleihen und damit die Möglichkeit zu schaffen,
Sichtelemente zur Anwendung zu bringen, die aus der Bauwerkskörperoberfläche heraustreten.
Damit ist es möglich, die Anwendung der bereits dargestellten Säulen und Vordächer
schutzrechtlich signifikant darzustellen. Es ist möglich, im Rahmen der Vorfertigung
Säulensegmente aus Mineralfaserstoffen herzustellen und zu Säulen zusammenzufügen,
indem Segmente als Sichtelemente um statisch wirksame Kernelemente der Säulen herumgelegt
werden. Jetzt ist es vorteilhaft möglich, die eigentliche Oberflächenverkleidung aus
der Fassadenverkleidung herauszuheben und die bereits vorstehend beanspruchte zweite
vertikale Ebene der Bauwerkskörper zu eröffnen. Dabei ist es eine vorteilhafte Ausbildung,
daß die Elemente der direkten Oberflächenverkleidung, also der Fassade vorgesetzte
Sichtelemente, aus einem Werkstoff mineralischen Ursprungs, vorzugsweise Steinwolle,
hergestellt werden, dessen Faserverlauf senkrecht zu der als Haftfläche vorgesehenen
Fläche des Elementes orientiert ist. Es kann ein kombinierter Faserverlauf gewählt
werden, bei dem dem senkrecht zur Haftfläche orientierten Faserverlauf ein dazu horizontal
gerichteter Faserverlauf zugeordnet wird. Das kann dann der Fall sein, wenn den Dämm-
bzw. Verkleidungselementen andere Komponenten als nur visuelle, statische und dämmende
Eigenschaften zugeordnet werden sollen. So ist es denkbar, wenn als Verkleidungselemente
Formkörper zum Einsatz gelangen, die aus mehreren Werkstoffen in einer Schichtanordnung
und/oder als Werkstoffgemisch aus mineralischen und aus nichtmineralischen Werkstoffen
geformt werden. Diese Lösung ist dann anzustreben, wenn für die Verkleidung ein besonderer
Wert auf ein nichtbrennbares Verkleidungselement gelegt wird und zwischen die Mineralfasern
Werkstoffe zur Erhöhung der Brandklasse der Elemente eingelegt werden.
[0020] Die Verkleidungselemente, insbesondere in ihrer Form als Sichtelemente, können als
rotationssymmetrische Körper ausgebildet sein. Damit ist es möglich, die bereits für
die Außenverkleidung genannten Säulen und Pilaster auch für die repräsentative Verkleidung
von Innenräumen zu verwenden. So ist es jetzt möglich, die für die bisher vorgesehene
Verkleidung nur von äußeren Oberflächen von Bauwerkskörpern zur Anwendung vorgesehenen
Verkleidungs- und Sichtelemente auch für die dekorative Gestaltung von Innenräumen
der Bauwerkskörper zu verwenden. Die guten Dämmeigenschaften sowie das positive Brandschutzverhalten
einschließlich der hervorragenden visuellen Wirksamkeit, verbunden mit der Planung
einer Vorfertigung im Rastersystem prädestiniert geradezu die zu verwendenden Verkleidungs-
und Sichtelemente für eine Anwendung in Innenräumen, um diese zu verzieren und ihnen
ein gutes repräsentatives ansprechendes Aussehen zu verleihen. Das Brandschutzverhalten
der Elemente, deren Korpus aus Mineralwolle gefertigt ist, bietet ihre Verwendung
in Innenräumen an. Die entsprechend lamellierten Elemente können aus einem zur Haftfläche
senkrecht orientierten Faserverlauf aufweisenden Mineralfaservlies vorgefertigt werden.
Der zu erreichende Grad der Vorfertigung ist, verbunden mit der sinnfällig senkrechten
Orientierung des Faserverlaufs der Verkleidungselemente, ein erheblicher Vorteil und
eine Grundlage der Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens. So werden Verkleidungselemente
mit in der Höhe unterschiedlichen Lamellen zusammengefügt und mit ihrem zusammenfügenden
Verlauf die Rohkonturen der jeweiligen Verkleidungs- oder Sichtelemente ausgebildet.
[0021] Das Verfahren ist dadurch weitergeführt, daß die Höhen der Lamellen derartig ausgebildet
sind, daß beim Prägen der Fertigkonturen der Verkleidungselemente eine harmonisch
glatt durchlaufende Konturenlinie ausgeformt wird. Das Verfahren gestattet damit die
Herstellung von vorgefertigten Verkleidungselementen, die dem kontinuierlichen Fertigungsverfahren
des Rohfaservlieses im Tempo angeschlossen sind. Durch die genaue Bemessung der Rohkonturen
des später zu fertigenden Verkleidungs- oder Sichtelementes ist ein technologischer
Vorlauf geschaffen, der es ermöglicht, in einem Präge- bzw. Konturierungsvorgang die
Kontur der Sichtfläche des Verkleidungselementes herzustellen. Die Erfindung ist weitergebildet,
wenn das Prägen in einem kontinuierlichen, der Fertigungsstraße unmittelbar nachgeordneten,
der Vorlaufgeschwindigkeit des Faservlieses angepaßten Verfahrensschritt unter der
Verwendung von walzenartigen und plattenförmigen Prägewerkzeugen, mit einem senkrecht
zum Faserverlauf gleichsinnig erzeugten Prägedruck erzeugt wird. Durch diese Methode
ist es möglich, auf die vorgefertigten Verkleidungs- und Sichtelemente die Konturen
fertig zu prägen, ohne daß Nacharbeiten notwendig sind. Es ist möglich, Dämmelemente
mit einem zu ihren großen Oberflächen senkrecht orientierten Faserverlauf mittels
eines einzigen Überganges eines Prägewerkzeuges mit einer profilierten Oberfläche
zu versehen. Auch kann auf Elemente mit einem ähnlichen Faserverlauf eine Kontur geprägt
werden, die beliebig verlaufend konkave und konvexe Konturenlinien aufweisen kann.
[0022] Die Erfindung ist alternativ ausgeformt, wenn die konturenbildende Formgebung des
in einer Rohform vorliegenden Verkleidungselementes mittels einer spangebenden Bearbeitungsart,
wie Fräsen oder in einer schneidend formgebenden Bearbeitung mittels eines Schneidedrahtes
oder Wasser- oder Laserstrahls vorgesehen wird. Es ist möglich, daß nach dem Formgebungsvorgang
die erzeugte, konturierte Oberfläche einem glättenden Bearbeitungsvorgang durch Schleifen
unterzogen wird. Dieser, die Oberfläche vervollständigende Bearbeitungsvorgang, wird
weitestgehend dann empfehlenswert sein, wenn das Verkleidungselement keiner weiteren
Oberflächenbehandlung ausgesetzt werden soll. Es ist auch denkbar, diese zusätzliche
Glättung vorzunehmen, wenn das Verkleidungselement einer versiegelnden, veredelnden
oder farbgebenden Beschichtung, wie einer imprägnierenden, lasierenden oder färbenden
Nachbehandlung unterzogen werden soll. Es ist eine mögliche Ausgestaltung, wenn zur
Ausführung einer Rohform mit in ihrer Höhe unterschiedlichen Lamellen, das aus der
Sprüh- und Sammelkammer der Lamelliereinrichtung in einer kontinuierlichen Geschwindigkeit
zugeführte Rohfaservlies, in unterschiedlichen Trenntakten, d. h. Schneidfrequenzen
der Schneidvorrichtung der Lamelliereinrichtung lamelliert wird und bei einem längeren
Takt bzw. einer längeren Frequenz eine größere Höhe der Lamelle, sowie bei einem geringen
Takt, eine um die Takte verminderte Lammellenhöhe erzeugt wird.
[0023] Es kann vorgesehen sein, daß die Taktgrößen der Lamellenhöhen der Rohform der Verkleidungselemente,
entsprechend dem Konturenverlauf des Verkleidungselementes angeglichen, einem angepaßten
Wechsel unterzogen werden. Die genannten Merkmale gestatten bei der Anwendung moderner
Steuerregime für Lamelliereinrichtungen das Schneiden unterschiedlich langer Lamellen,
welche dann die Höhenkontur der Rohform ergeben. Wechselt bei Bedarf die jeweilige
Konturenbildung innerhalb der Rohform die Höhe der Lamelle bzw. damit verbunden die
Höhe des Verkleidungselementes, so ist die Voraussetzung zu erfüllen, daß die Kontinuität
des Vorlaufes des Rohfaservlieses zur Lamelliereinrichtung nicht gestört wird. Deshalb
sind die Abstände des Schneidvorganges der Lamelliereinrichtung in unterschiedlichen
Größen der Trennfrequenz nacheinander anzuordnen. Bei einem schwingenden Pendel ist
die Schlagfrequenz durch eine sinnvolle Steuerung des Pendels so zu verändern, daß
Lamellen in unterschiedlicher Höhe (Länge) gefertigt werden können. Ebenso können
Wasserstrahldüsen oder andere geeignete Schneideinrichtungen als Quertrennung für
das Rohfaservlies bereits auf unterschiedliche Lamellenhöhe angelegt sein oder beim
späteren Einrichten der Lamellen angeordnet werden. Die Verkleidungselemente können
nach Anfertigung ihrer Verbindungsabmessung an ihren Oberflächen versiegelt werden.
Dabei ist es gleichgültig, ob das Element mit einer weiteren Oberflächenveredlung
in Form von Farbgebung, Lasierung oder einer anderen Beschichtung versehen wird. Unter
Verbindungsabmessung im Sinne der Erfindung wird auch verstanden, daß das Verkleidungselement
in seiner Breite dimensioniert werden muß, um entsprechend seiner Verwendung zur Oberflächenverkleidung
die richtige Abmessung zu erhalten. Da in der kontinuierlichen Fertigungsstraße die
Aufformung der Kontur über die gesamte Breite des Rohfaservlieses erfolgt, wird die
Breite dadurch reduziert, daß eine Trennung des über die gesamte Vliesbreite des Rohfaservlieses
verlaufenden Verkleidungselementes aus seiner Rohform in die entsprechenden, einpaßbaren
Größen in oder entgegen der Vorlaufrichtung des Rohfaservlieses erfolgt, um die Kontinuität
der Fertigung nicht zu stören. Die konturierte Oberfläche des Verkleidungselementes
kann nach erfolgter Herstellung seiner Verwendungsabmessung, in Übereinstimmung mit
seinem Fertigmaß, mit endgültigen, den optischen und bautechnischen Anforderungen
Rechnung tragenden Schichten versehen werden. Das bedeutet, daß nicht nur die konturierte
Oberfläche, sondern die durch den Trennschnitt entstandenen Flächen, eine endgültige
Versiegelung erhalten können.
[0024] Die Beschichtung kann als ein Putzträger und/oder als Putzschicht und als eine Farb-
oder beliebig ausgeführte, nichtbrennbare Schicht aufgebracht werden. Die beiden letztgenannten
Beschichtungsarten, also die Beschichtung mit Putzträger oder Farbschichten, betreffen
nur die konturierten Oberflächen der Verkleidungselemente.
[0025] Die dem Bauwerkskörper zugerichtete und/oder die dem Kern eines vorgesetzten Sichtelementes
angrenzende Fläche des Elementes kann einer anpassenden Bearbeitung unterzogen werden.
Auch die Rückseite des Elementes kann einer anpassenden Bearbeitung unterzogen werden,
um dadurch die an den Bauwerkskörper anzulegende Haftfläche dessen Oberfläche anpassen
zu können. Die Bearbeitungsvorgänge sind wichtig, um die Anpassungsarbeiten auf der
Baustelle zu minimieren. Deshalb wird bei solchen Verkleidungselementen, die beispielsweise
als Segmente oder Segmentschalen von Säulen oder Halbsäulen bzw. in einer zweiten
vertikalen Ebene als Verkleidungs- bzw. Sichtelemente dienen, die Bearbeitung über
eine Verkettungseinrichtung von der kontinuierlichen Fertigungsstraße abgezweigt.
Die Bearbeitung wird an der Unterseite der Formteile weitergeführt, indem sie mit
Manipuliereinrichtungen gedreht und einer schneidenden oder prägenden Bearbeitung
ihrer Rückseite zugeführt werden. Es ist möglich, die anpassende Bearbeitung auf der
Rückseite des Elementes vorzunehmen, um das am Bauwerkskörper anzufügende Verkleidungs-
oder Sichtelement mit den vorhandenen Halteelementen, wie Dübeln, Zapfen, Federn und
Vorsprüngen, in Verbindung bringen zu können und daran zu befestigen. Die voraussetzenden
Arbeiten dazu werden in der formgebenden Behandlung der Rückseiten durchgeführt. Die
Erfindung betrifft vor allem Verkleidungs- und Sichtelemente, bei denen das Element
ein Fassadenverkleidungselement ist, dessen Korpus aus Mineralwolle besteht, deren
Faserverlauf senkrecht zur rückseitigen Anlagefläche des Elementes an den Bauwerkskörper
orientiert ist und dessen Sichtfläche eine konturenbildende Gestaltung aufweist.
[0026] Das Element kann eine der Oberfläche des Bauwerkskörperteiles, wie einer Säule, eines
Podestes oder Erkers, angepaßte Anlagefläche erhalten. Dies kann vorgesehen sein,
wenn das Verkleidungs- bzw. Sichtelement in einer zweiten vertikalen Ebene vor die
zu verkleidende Oberfläche des Bauwerkskörpers gesetzt wird. Das betrifft vor allem
solche Elemente, die für vorgesetzte Eingänge und Arkaden, Lichthöfe oder für ähnliche
Anbauten Verwendung finden sollen.
[0027] Die nach einer erfindungsgemäßen Methode hergestellten Verkleidungs- oder Sichtelemente
können ein außerordentlich geringes Körpergewicht aufweisen. Eine Dichte zwischen
50 kg/m
3 und 170 kg/m
3 gestatten durch den speziellen, senkrecht zur Anlagefläche des Bauwerks orientierten
Verlauf der Fasern des Verkleidungselementes eine hohe Festigkeit der Elemente vor
allem im Bezug auf ihren Zusammenhalt. Die Verkleidungselemente sind Mineralfaserprodukte
und können anschließend oberflächenbehandelt, ohne Nacharbeit zum Einsatz gelangen.
Ein nach dem anmeldungsgemäßen Verfahren hergestelltes Mineralwolleelement ist bei
einem Neubau von Bauwerkskörpern sowie bei der Restauration bereits bestehender älterer
Bauwerke anwendbar. Vor allem bei den letztgenannten Bauwerken gestaltet es sich vorteilhaft,
wenn partiell Fassadenschäden festzustellen und zu beheben sind. Dabei werden folgende
Anforderungen erfüllt:
a. Festlegung der Oberflächengestaltung und Profilausbildung der Verkleidungs- oder
Sichtelemente;
b. Festlegung der dem Bauwerkskörper zuzuordnenden Dämmeigenschaften;
c. Festlegung der Art und der Reihenfolge der Anordnung im Rahmen der Vorplanung;
d. Festlegung der Art und des Umfanges der möglichen Vorfertigung, Transportlogistik
und Anlieferungsreihenfolge;
e. Festlegung der Verkleidungstechnologie.
[0028] Die Fertigung der Verkleidungselemente sowie ihre Profilierung und Bemessung kann
im Trockenverfahren erfolgen, wobei das Mineralfasergefüge eine Dichte zwischen 40
kg/m
3 und 180 kg/m
3 aufweist.
[0029] Das Prägen und Konturieren der Konturen der Verkleidungselemente im Rahmen eines
ausschließlichen Trockenverfahrens hat den Vorteil, daß in das kontinuierlich ablaufende
Gesamtverfahren keine Naßstrecken eingeführt werden müssen, so daß die Fertigung sehr
homogen vorgenommen werden kann. Das Trockenverfahren schließt das Auf- und Einbringen
von Bindemitteln nicht aus. Die vorgefertigten Bauelemente weisen eine zuverlässige
Formstabilität auf und sind, orientiert an der Faserausrichtung, problemlos zu formen
und zu konturieren. Die dabei erzeugte Oberfläche hat eine geringe Rauhtiefe und gestattet
eine direkte Beschichtung unmittelbar beim Fertigungsprozeß sowie auch nach der Einordnung
im Bauwerkskörper.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren stellt eine sinnvolle Verknüpfung moderner fertigungs-
und produktionsleitender Methoden dar und gewährleistet die Erfüllung hoher Qualitätsanforderungen
am Bauwerk bei einer maximalen Vorfertigung der zu verwendenden Bauelemente.
[0031] Das verwendete Präge- bzw. Konturierungsverfahren gewährleistet die Anfertigung auch
kompliziertester Formen und Gebilde im Rahmen eines Baukastensystems sowie einer Verlagerung
dieser Arbeiten in die industrielle Vorfertigung. Damit ist ein hoher Baufortschritt
am Objekt durch die Anwendung eines selektiven und umfassenden Baukastensystems mit
einfachen Handhabungsmöglichkeiten - leichtes Gewicht, genaue Abmessungen, präzise
Einpaßbarkeit - der Verkleidungselemente, gewährleistet. Die bei einer Skelettbauweise
verwendeten körperbildenden Vorhangelemente, die in einer Vorfertigung hergestellt
werden, beispielsweise im Betonwerk, können gleich mit einer Fassadenverkleidung versehen
werden bzw. auf der Baustelle liegend verkleidet werden und mit einem Kranspiel an
das Skelett angehängt werden.
[0032] Es ist möglich, neue Bauwerkskörper mit anspruchsvollem Ambiente auszurüsten und
wertvolles Kulturerbe mit modernsten Methoden an der Oberfläche von Bauwerken zu rekonstruieren,
zu vervollständigen und im Wert zu erhalten. Das Gesamtsystem, beginnend mit der vorbereitenden
Planung, Festlegung eines Rasters, Ausfüllen der Vorfertigungsanforderungen, industrielle
Vorfertigung in einer kontinuierlichen Taktstraße, Montage der Verkleidungs- und Sichtelemente,
garantiert die Erfüllung aller Anforderungen, die an eine moderne, unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten organisierte Baudurchführung gestellt werden.
[0033] Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In den
zugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1:
- Eine stilisierte, mit Verkleidungselementen zu vervollständigende Bauwerksoberfläche
als Frontansicht, im Halbschnitt mit angetragenem Raster;
- Fig. 2:
- Den Rasterabschnitt a8 mit der Darstellung von Verkleidungselementen;
- Fig. 3:
- Den Rasterabschnitt f11 mit der Darstellung eines vorgesetzten Sichtelementes;
- Fig. 4:
- Die Seitenansicht gem. Fig. 2;
- Fig. 5:
- Die Seitenansicht gem. Fig. 3;
- Fig. 6:
- Ein Verkleidungselement in einer Vorderansicht;
- Fig. 7:
- Ein Verkleidungselement in Form einer Brüstung in einer Vorderansicht;
- Fig. 7a:
- Das Verkleidungselement nach Fig. 7 in einer Seitenansicht;
- Fig. 8:
- Eine Halbsäule nach Fig. 4 in einer axonometrischen Darstellung;
- Fig. 9:
- Ein vorgesetztes Sichtelement nach Fig. 5 in einer axonometrischen Darstellung;
- Fig. 10:
- Ein Segmentausschnitt des Fertigteiles gemäß Fig. 9;
- Fig. 11; 12:
- Eine Rohform der Verkleidungselemente nach den Fig. 6 und 7;
- Fig. 13:
- Eine Lamelliervorrichtung mit einem Pendel;
- Fig. 14:
- Den Ausschnitt X aus Fig. 13 in einer vergrößerten, stilisierten Darstellung in einer
Rohform gem. Fig. 11;
- Fig. 15:
- Die Fortsetzung des Förderbandes aus Fig. 14 mit den Bearbeitungsstationen zur Herstellung
der Verkleidungselemente;
- Fig. 16:
- Die Draufsicht auf die Darstellung nach Fig. 15 mit angefügtem Sonderbearbeitungsteil.
[0034] Fig. 1 zeigt den Abschnitt einer Bauwerksoberfläche 1 mit universellen Verkleidungselementen,
beispielhaft ausgefüllt als Konsole 2, Halbsäule 3 und Brüstung 4 sowie einem vorgesetzten
Sichtelement in Form einer Säule 5. Wie die Darstellung zeigt, können die Verkleidungs-
und Sichtelemente mannigfaltig ausgebildet sein. Im Ausführungsbeispiel stehen dafür
die näher bezeichneten Verkleidungselemente.
[0035] Fig. 2 zeigt Verkleidungselemente in einem stark vergrößerten Maßstab innerhalb des
Rasters a8. Dargestellt sind ein Abschnitt der Brüstung 4, auf dem die Konsole 2 aufsetzt
und ein Abschnitt der Halbsäule 3, die sich aus der Konsole 2 heraus entwickelt.
[0036] Fig. 3 zeigt den Ausschnitt einer Säule 5, die der Bauwerksoberfläche 1 mit Abstand
vorgesetzt ist und eine zweite, vertikale, vorgesetzte Sichtebene der zu vervollständigenden
Bauwerksoberfläche ausbildet.
[0037] Die Figuren 2 und 3 zeigen im Detail die bekannte Möglichkeit, Einzelelemente einer
Oberfläche in einem vergrößerten Raster in ihren Einzelheiten, wie Größe und Lage
auszubilden. Diese an sich bekannte Darstellungsmöglichkeit kann genutzt werden, um
eine Vorfertigung von Verkleidungs- und Sichtelementen aus Mineralwolle mit senkrecht
zur Bauwerksoberfläche 1 orientierten Faserverlauf systematisch angeben zu können.
Die Darstellung in einem Raster gestattet sowohl die Festlegung nach der Art, der
Anbringung, der Häufigkeit der Abmessungen sowie der Möglichkeiten, die Verkleidungselemente
in einer vollständigen Vorfertigung herzustellen.
[0038] Die Figuren 4 und 5 sind Seitenansichten der Raster gemäß der Figuren 2 und 3 und
zeigen die Konturen der Konsole 2 und der Brüstung 4 sowie die optische Anbindung
der Halbsäule 3 in dem Ensemble der Verkleidungselemente 2, 3, 4, 5 an der Bauwerksoberfläche
1. Die Verkleidungselemente 2, 3, 4 sind in ihrer individuellen Form der Vorfertigung
angepaßt und bestehen aus lamellierten Mineralwollekörpern mit einem senkrecht zur
Haftfläche am Bauwerkskörper orientierten Faserverlauf. Fig. 5 zeigt den Abschnitt
einer vorgesetzten Säule 5, die bekannterweise auf einer Konsole ihre Basis hat und
an ihrem oberen Ende ein aufliegendes Vordach trägt. Die Säule 5 gem. Fig. 5 findet
in ihren Einzelheiten in den Fig. 9 und 10 nochmals eine Erwähnung.
[0039] Fig. 6 zeigt die Konsole 2, um 90° geschwenkt, auf ihrer Haftfläche 22 liegend, in
einer axonometrischen Darstellung. Auf der Seitenfläche h ist der Verlauf der Lamellen
erkennbar, der senkrecht zur Haftfläche 22 gerichtet ist und nach der Befestigung
des Elementes 2 am Bauwerk senkrecht orientiert zur Bauwerksoberfläche 1 verläuft.
Die Sicht auf die Seitenfläche zeigt den Schwung der Konturierung von der kleinsten
Höhe h' bis zur maximalen Höhe h. Die Breite der Konsole 2 ist mit b bezeichnet.
[0040] Die Fig. 7 und 7a zeigen das Verkleidungselement 4, ausgebildet als Brüstung. Die
Fig. 7a stellt dar, daß die Brüstung 4 aus zwei Lamellen unterschiedlicher Höhen h,
h' gefertigt worden ist. Die Verkleidungselemente werden in ihrer Gesamtheit in einem
Trockenprägeverfahren geprägt oder spangebend mit einem Werkzeugsatz konturiert. Auch
ist es möglich, die Kontur mit einem Laser- bzw. Druckwasserstrahl einzuschneiden.
[0041] Fig. 8 zeigt eine Halbsäule 3, bestehend aus drei Lamellen 6, in einer axonometrischen
Darstellung. Die Halbsäule 3 ist von ihren Konturen her ein unkompliziertes Verkleidungselement
und soll hier deshalb Erwähnung finden, da die segmentartige Kontur der Halbsäule
3 ein Tiefenprägen im Trockenverfahren ermöglicht.
[0042] Fig. 9 zeigt einen Säulenabschnitt in einer axonometrischen Darstellung. Die Säule
ist rotationssymmetrisch ausgebildet und weist einen Kern 7 auf, der statische Funktionen
ausüben soll und beispielsweise aus einem Stahlrohr bestehen kann. Beispielsweise
ist ein aus Mineralfasern bestehendes Segment 8 aus der Säule 5 herausgetrennt und
in Fig. 10 dargestellt. Das Segment 8 besteht im Ausführungsbeispiel aus drei Lamellen,
die nicht konzentrisch, aber gegen eine Anlagefläche 23 gerichtet, der Kontur der
Anlagefläche, hier dem Kern 7, angepaßt sind. Im Ausführungsbeispiel ist das Segment
8 in seiner Länge begrenzt, kann aber in seiner vollen Erstreckung verwendet werden,
die durch die Breite des lamellierten Rohfaservlieses 9 bestimmt ist.
[0043] Fig. 11 zeigt die Rohform 10 des Verkleidungselementes als Konsole 2. Die Rohform
10 ist mit wenig Übermaß D, wie später dargestellt, in der Lamelliervorrichtung vorgefertigt
und in einem Prägevorgang konturierend geprägt.
[0044] Fig. 12 zeigt die Rohform 10 der Brüstung 4 mit den beiden Lamellen 6. Die Lamellen
6 haben in der Rohform 10 unterschiedliche Höhen, wobei die in der zeichnerischen
Darstellung linke Lamelle kein Übermaß D hat, da sich ihre größte Erhabenheit in der
Kontur die Außenkante der Brüstung 4 darstellt und nur die Radien einzuprägen sind.
Bei der rechten Lamelle stellt es sich etwas anders dar. Wie aus Fig. 7 erkennbar,
hat die Brüstung 4 eine große Breitenerstreckung und kann eine Breite B einnehmen,
die die gesamte Breite des lamellierten Rohfaservlieses 9 überspannt.
[0045] Fig. 13 zeigt eine beispielhafte Lamelliervorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
mittels dessen, nach der Festlegung einer umfassenden Vorfertigung der Verkleidungselemente
nach Typ, Stückzahl und Abmessung sowie nach zeitlicher Verarbeitung, die Elemente
in ihrer Rohform im Rahmen der gleichbleibenden Geschwindigkeit des kontinuierlichen
Herstellungsverfahrens des Mineralwollevlieses hergestellt werden. Die Lamellenhöhe
h wird hier durch die Schwingfrequenz 13 des Schneidpendels 12 bestimmt. Das Rohfaservlies
11 gelangt durch den aufsteigenden Zweig seines zuführenden Rollganges in den Bereich
des schwingenden Pendels 12 das mit seinem Messer 14 die Lamellen 6 von dem Rohfaservlies
11 abschlägt und dem Förderband 18 zubewegt. Die bildliche Darstellung zeigt die Rohform
10 und die Fertigform der Konsole 2 auf dem Förderband 18 schon etwas weiter vorgerückt,
da von dem Pendel 12 die Lamellen 6 der Rohform 10' für eine erneute Konsole 2 bereits
abgetrennt sind. Beide Rohformen 10, 10' fügen sich selbstverständlich nahtlos aneinander,
da das Rohfaservlies 11 in gleichbleibender Zuführgeschwindigkeit auf die Schneide
14 zuläuft und von dieser, mit wechselnden, der Höhe h der Lamellen entsprechenden
Länge vom Vlies abgeschlagen wird. Bei einer vollständigen automatischen Steuerung
des Pendels 12 können die Pendelfrequenzen 13 so eingestellt werden, daß jede beliebige
Länge der Lamellen 6 entsprechend der Höhen h, h' beliebiger Verkleidungselemente
hergestellt werden.
[0046] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt sich noch dadurch, daß die Lamellen
6 in der gesamten Breite des Rohfaservlieses 9 die Rohform 10, 10' ausfüllen und daß
ein Verkleidungselement die Länge erhalten kann, die eine Quererstreckung des Rohfaservlieses
9 hat.
[0047] Die Fig. 14 zeigt die Einzelheit X nach Fig. 13 in einer vergrößerten stilisierten
Darstellung, aus der erkennbar ist, daß die Vliesdicke d des Rohfaservlieses 9 die
Stärke der Lamelle 6 der Rohform 10 ausfüllt.
[0048] Die Fig. 15 zeigt die prinzipielle Darstellung des Teils der Fertigungsstraße, welcher
der Lamelliervorrichtung nachgeordnet ist. Die aus der Lamelliervorrichtung gelangenden,
auf dem Förderband 18 aufliegenden Rohformen 10, werden einer Vorimprägnierung 15
zugeordnet, die ein Imprägnieren der zu prägenden bzw. zu konturierenden Rohform 10
durchführt. Lückenlos bewegt das Förderband 18 die Rohform 10 in dem Bereich der Konturier-
und Prägestation 16. Das Prägewerkzeug 24 wird mit der Rohform 10 in eine Wirkverbindung
gebracht und prägt aus der Rohform 10 die Form der Konsole 2, die einer Oberflächenbeschichtung
17 zugeführt wird. Die Oberflächenbeschichtung 17 ist fakultativ und kann zur veredelnden
oder imprägnierenden Beschichtung eines Verkleidungselementes, beispielsweise einer
Konsole 2, verwendet werden. Das Förderband 18 übergibt dem Förderband 21 das Element
mit dem Profil der Konsole 2. Auf dem Förderband 21 ist eine Trennstelle 19 angeordnet,
die das Element mit dem Profil der Konsole 2 in die entsprechenden Breiten b der Konsole
2 in einem Schnitt trennt. Selbstverständlich sind hier der jeweiligen Breite der
Konsole 2 entsprechend mehrere Trennwerkzeuge 20 angeordnet.
[0049] Fig. 16 zeigt die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens in der Draufsicht.
Hier ist zu erkennen, daß die Rohformen 10 der Verkleidungselemente, wie Konsole 2,
Halbsäule 3, Brüstung 4, Säulensegment 8, die gesamte Rohfaservliesbreite überspannen
und erst nach Bedarf und einer Information aus der Planung in die entsprechenden Breiten
b zertrennt werden. Nicht dargestellt, aber Erwähnung findend, ist die Station, die
als Abzweigung vom Förderband 21 Arbeitsstationen enthält, welche die Rückseiten,
beispielsweise die Anlagefläche des Segmentes 9 an den Kern 7 herstellen. Hier ist
eine konventionelle Fertigung, abweichend von der teilweise automatischen Fertigungsstraße
möglich, da diese Elemente nicht in großen Stückzahlen Verwendung finden werden und
den raschen Durchlauf des kontinuierlichen Fertigungsverlaufs der Verkleidungselemente
gefährden würden.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0050]
- 1
- Bauwerksoberfläche
- 2
- Konsole
- 3
- Halbsäule
- 4
- Brüstung
- 5
- Säule
- 6, 11
- Lamellen
- 7
- Kern
- 8
- Segment
- 9
- Rohfaservlies
- 10, 10'
- Rohform
- 12
- Schneidpendel
- 13
- Pendelfrequenz
- 14
- Messer
- 15
- Vorimprägnierung
- 16
- Konturier- und Prägestation
- 17
- Oberflächenbeschichtung
- 18, 21
- Förderband
- 19
- Trennstelle
- 20
- Trennwerkzeuge
- 22
- Haftfläche
- 23
- Anlagefläche
- 24
- Prägewerkzeug
- b
- Breite
- h, h'
- Lamellenhöhe
- D
- Übermaß
- d
- Vliesdicke