(19)
(11) EP 0 897 273 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.10.2001  Patentblatt  2001/40

(21) Anmeldenummer: 97906927.5

(22) Anmeldetag:  12.03.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A43B 7/14
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/AT9700/053
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9735/495 (02.10.1997 Gazette  1997/42)

(54)

ORTHOPÄDISCHE EINLAGE

ORTHOPAEDIC INSERT

SEMELLE ORTHOPEDIQUE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK FI FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 27.03.1996 AT 56296

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.02.1999  Patentblatt  1999/08

(73) Patentinhaber: Neubauer, Ursula
1020 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Neubauer, Ursula
    1020 Wien (AT)

(74) Vertreter: Patentanwälte BARGER, PISO & PARTNER 
Mahlerstrasse 9 Postfach 96
1015 Wien
1015 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A- 530 185
DE-C- 312 964
US-A- 2 113 898
US-A- 5 311 680
DE-C- 179 431
US-A- 1 890 384
US-A- 2 779 110
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine orthopädische Einlage bestehend aus der Kombination einer Grundplatte und einer Fußformplatte, wobei die Fußformplatte gegenüber der Grundplatte höhenverstellbar ist.

    [0002] Gemäß herkömmlicher Bauweise von orthopädischen Einlagen arbeitet man in der Form, daß Einlagen durch aufwendiges Bearbeiten von Rohlingen (Schleifen, Treiben, Aufbauen, Einschäumen, usw.) gefertigt werden. Dabei kennt man die Problematik, daß die Einlage kein genaues Negativrelief darstellen, sondern im Bereich gewisser Punkte, z.B. Fersenbeinbalkon, Gelenks- und 2. bis 4. Mittelfußknochen, einen Gegendruck in Form des Bodendruckes aufweisen soll, um das Fußskelett an krankhaft verformten Stellen sowie an den Gelenksflächen wieder in die anatomisch richtige Form zu bringen und so Schmerzen zu lindern bzw. zu verhindern.

    [0003] Bei der bekannten Bauweise wird aber meist überkorrekt gearbeitet, d.h. die Reliefierung der Fußstütze ist überhöht und im Moment zu stark, als zur Gewöhnung nötig gewesen wäre, so daß dadurch eine Besserung der Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke, usw. nicht immer erzielbar ist, sondern im Gegenteil sogar oft noch stärkere Schmerzen auftreten. Als Folge hiervon wird der Gehbehelf von vielen Patienten gar nicht oder höchstens nur sehr kurzzeitig verwendet, sodaß dadurch weder Heilung noch Vorbeugung gewährleistet werden kann.

    [0004] Herkömmlicherweise werden Schuheinlagen oder Fußbette beispielsweise entsprechend der DE 1 913 755 B so hergestellt, daß auf einer Grundplatte je nach den Erfordernissen unterschiedliche Stützelemente oder Keilstücke angeordnet und miteinander verklebt werden.

    [0005] Aus den DE 20 36 544 A, DE 868 052 C und DE 477 396 C sind unterschiedliche Ausführungsformen von verstellbaren Fußgewölbestützen bekannt, deren Wölbung durch ein zwischen einer unteren und oberen Platte angeordnetes bzw. an der oberen Platte angreifendes Verstellorgan veränderbar ist. Diese hieraus bekannten Konstruktionen von Fußstützen sind jedoch aufwendig und umständlich sowie zum Teil elastich bei Belastung nachgebend und stellen jedenfalls nur in sehr, beschränktem Umfang oder auch überhaupt nicht eine den individuellen orthopädischen Erfordernissen des Fußes entsprechende Fußstütze dar.

    [0006] Die US 2 113 898 A offenbart eine Fußstütze mit einstellbarer Wölbung. Die Fußstütze umfaßt eine flexible obere Lage, eine Grundplatte und ein zwischen oberer Lage und Grundplatte angeordnetes gewölbtes Stützelement. Dieses Stützelement weist in seinem gewölbten Mittelteil sowie an den Enden daran anschließender, sich in Längsrichtung der Fußstütze erstreckender Fortsätze Längsschlitze auf, durch welche Schrauben geführt sind, die in in der Grundplatte vorgesehene Löcher eingreifen. Mittels der durch den gewölbten Mittelteil geführten Schraube ist die Wölbung der Fußstütze einstellbar, wobei die durch die Längsschlitze der Fortsätze geführten Schrauben der Lagefixierung der Fußstützenteile dienen.

    [0007] Aus der DE 179 431 A ist eine Vorrichtung zur Behandlung von Plattfüßen bekannt, die eine auf einer festen Unterlagsplatte angebrachte gewölbte Stützplatte angebracht ist. Die Stützplatte ist durch vom gewölbten Rand ausgehende Einschnitte federnd gemacht und mittels einer in der Unterlagsplatte gelagerten Druckschraube in ihrer Wölbung veränderbar. Dabei wirkt die Druckschraube auf eine Blattfeder, die im Bereich unterhalb der durch die Einschnitte gebildeten Zungen der Stützplatte angeordnet ist.

    [0008] In der FR 2 445 138 A1 ist eine orthopädische Schuheinlage geoffenbart, die eine obere und untere Platte umfaßt, welche Platten im Vorder- und Hinterbereich sowie im Außenbereich der Einlage miteinander verbunden sind. Im Innenbereich der Einlage sind zwischen der oberen und unteren Platte mehrere längsverstellbare Verbindungselemente angeordnet, mittels welcher der Abstand zwischen oberer und unterer Platte im dem Längsgewölbebereich des Fußes entsprechenden Innenbereich der Einlage wahlweise verändert werden kann. Die Längsverstellung ist dabei durch eine in mit den Merkmalen vom Oberbegrift von Anspruch 1, eine auf der Fußformplatte angeordnete Gewindhülse eingeschraubte Schraube möglich, die aber nur von oben her nach Entfernung einer oberen Abdeckdecklage betätigbar ist.

    [0009] Diese aus der FR-A1 bekannte Konstruktion einer Einlage läßt aber keine wirklich den anatomischen Erfordernissen des Fußes gerecht werdende punktuell genaue Verstellung zu, wobei beim gegebenen Aufbau dieser bekannten Einlage der Verstellmöglichkeit von vorneherein sehr enge, den tatsächlichen orthopädischen Bedürfnissen nicht Rechnung tragende Grenzen gesetzt sind. Außerdem treten bei Verstellung der Verbindungselemente nicht nur auf die obere Platte sondern ebenso auf die untere Platte wirkende Verformungskräfte auf, die zu einer Verformung der Einlage in Bereichen führen, die für die angestrebte richtige orthopädische Wirkung der Einlage abträglich und unerwünscht sind.

    [0010] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer orthopädischen Einlage, die mit den dargelegten Nachteilen von bekannten Einlagen nicht behaftet ist, in äußerst einfacher Weise den jeweiligen individuellen orthopädischen Bedürfnissen des Fußes entsprechend geformt bzw. angepaßt werden kann und eine leichte punktgenaue und äußerst exakte Justierbarkeit sowie Nachjustierbarkeit zuläßt. Bei alledem soll eine solche Einlage einen konstruktiv einfachen Aufbau haben und einfach und kostengünstig herstellbar sein.

    [0011] Diese Aufgaben werden gemäß der Erfindung mit einer orthopädischen Einlage gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Fußformplatte von ihren Rändern ausgehende, Lappen bildende, Einschnitte aufweist und zur Höhenverstellung mehrere, jeweils an einem einzelnen Lappen angreifende Verstellvorrichtungen vorgesehen sind.

    [0012] Mit dieser neuartigen Konstruktion kann die Richtigstellung des Fußes langsam, punktgenau und äußerst exakt erfolgen, wobei Knochen und Gelenke ruhiggestellt werden, ein Absenken des Längs- und Quergewölbes verhindert und eine Erholung der erkrankten Gelenkflächen gewährleistet wird.

    [0013] Dabei ist es auch möglich, Einlagen entsprechender Fuß- und Schuhgrößen vorzufertigen, wobei die Einlagen für den Gebrauch vom Orthopäden den jeweiligen orthopädischen Erfordernissen des Fußes eines Patienten entsprechend individuell eingestellt bzw. geformt werden können.

    [0014] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Fußformplatte eine Pelotte aufweist, in derem Bereich vom vorderen Rand der Fußformplatte ausgehende Einschnitte unter Bildung von vorzugsweise dem zweiten, dritten und vierten Strahl entsprechende Lappen vorgesehen sind.

    [0015] Auf diese Weise ist auch im Bereich der Pelotte eine genaue und individuell regulierbare Formung der Einlage möglich.

    [0016] Die Erfindung besteht ferner darin, daß jedem Lappen eine Verstellvorrichtung zugeordnet ist, wodurch eine sehr feine, punktgenaue und exakte Reliefierung der justierbaren Einlage erzielbar ist.

    [0017] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Verstellvorrichtungen in an sich bekannter Weise jeweils aus einer auf der Grundplatte fest angeordneten, in Richtung der Fußformplatte weisenden Gewindehülse und einer darin bewegbaren Schraube gebildet ist, wobei jedoch die Gewindehülse um ein oder in einem Loch in der Grundplatte angeordnet und die Schraube von der Grundplattenseite her verstellbar ist. Vorzugsweise ist die Schraube eine Wurmschraube, die z.B. mittels Schraubenziehers in der Gewindehülse verstellt werden kann. Nicht nur daß auf diese Weise ganz einfach eine entsprechende Justierung der Einlage vorgenommen werden kann, so gewährleistet diese Ausbildung und Anordnung der Verstellvorrichtung eine jederzeit mögliche Nachjustierung der Einlage. Dabei sind die Verstellschrauben ganz leicht zugänglich, ohne daß es zur Vertsellung der Schrauben vorher einer Entfernung einer sie allenfalls überdeckenden Lage bedarf. Nach einem alternativen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die Verstellvorrichtungen jeweils aus einem auf der Grundplatte und/oder den Lappen der Fußformplatte befestigbaren Einschubkeil gebildet sind.

    [0018] Die Einlage gemäß der Erfindung ist ferner dadurch gekennzeichnet, daß die vom medialen Rand ausgehenden Einschnitte länger sind als die gegenüberliegenden vom lateralen Rand ausge-henden Einschnitte und vorzugsweise bis über die Hälfte zur Längsmittellinie der Einlage hineinreichen. Diese Ausbildung der Fußformplatte gewährleistet in einfacher Weise ein Heben des inneren Fußrandes, wobei die Supination auch ganz exakt den orthopädischen Erfordernissen entsprechend eingestellt werden kann.

    [0019] Um vorgefertigte Einlagen an unterschiedliche Längenverhältnisse der Mittelfußknochen einfach und exakt anpassen zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß auf den Pelottenlappen jeweils ein Kragstück verschieblich angeordnet ist.
    Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung weist hierzu das Kragstück in seinem hinteren Endteil eine Langöffnung auf, in der eine mit dem darunterliegenden Pelottenlappen verbundene Klemmschraube geführt ist.

    [0020] Die Einlage ist gemäß der Erfindung ferner dadurch gekennzeichnet, daß die Fußformplatte mit der Grundplatte im Bereich der Längsmittellinie der Einlage, vorzugsweise durch Nieten, oder durch Verschweißung, Verklebung oder lösbar mittels Schrauben, verbunden ist.

    [0021] Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung anhand zweier beispielsweiser Ausführungsformen näher veranschaulicht, worin Fig. 1 eine erfindungsgemäße Einlage in Draufsicht, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II der Fig. 1 in vereinfachter Darstellung, Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der Fig. 1, Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV der Fig. 1, Fig. 5 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Einlage in Draufsicht und Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie VI-VI der Fig. 5 in vereinfachter Darstellung zeigen.

    [0022] Die Einlage besteht aus einer Fußformplatte 1, die aus beispielsweise rostfreiem Stahl oder Kunststoff gefertigt sein kann und mit einer Weichbettung sowie einem Lederüberzug (nicht dargestellt) versehen ist. Die Fußformplatte 1 ist mit einer Grundplatte 2 an einer Längsmittellinie 3 der Einlage durch Nieten 4 verbunden. Unter "Längsmittellinie" der Einlage wird eine etwa durch die Fersenmitte und den Bereich des dritten Mittelfußknochens der Einlage gehende horizontale Achse verstanden. Die Verbindung der Fußformplatte 1 mit der Grundplatte 2 kann aber ebenso mittels Punktschweißung, Verklebung oder mittels Schrauben lösbar erfolgen. Die Grundplatte 2, die vorzugsweise aus rostfreiem Stahl besteht, aber auch aus einem Kunststoffmaterial gefertigt sein kann, besitzt eine Absatz- und Spitzensprengung und erhält trotz geringer Materialstärke eine hohe Stabilität, weil der Rand von der Basis des 1. Mittelfußknochens ansteigend über die Ferse hin und wieder abfallend bis zur Basis des 5. Mittelfußknochens vorzugsweise in einer Breite von ca. 5 mm mit etwa 30° fußsohlenwärts aufgebogen ist. Durch die Absatz- und Spitzensprengung wird eine Abrollung ermöglicht, wodurch das Gehen unbeschwert und ohne Probleme gewährleistet ist. Schwierigkeiten, die oft durch steife Gelenke auftreten, z.B. Ausschlupf der Ferse, werden auf ein Minimum reduziert.

    [0023] Dieser grundsätzliche Aufbau der Einlage bringt als Vorteil neben der Verwendung geringer Materialstärken und dennoch gegebener großer Stabilität auch ein geringes Gewicht und eine minimale Stärke der gesamten Einlage mit sich. Außerdem entfällt eine Umarbeitung des Konfektionsschuhs im Bereich des Schuhgelenks, da die Grundplatte 2 die Stabilisierung übernimmt und ein Absenken und Verwringen des Schuhgelenks oder auch ein Bruch desselben verhindert wird.

    [0024] Die Fußformplatte 1 ist entsprechend einer der normalen Ausbildung des Fußes folgenden Grundform anatomisch vorgeformt, wobei im Voderfußbereich auch eine bereits entsprechend vorgeformte Pelotte 5 vorgesehen ist. Die Fußformplatte 1 weist von ihren Seitenrändern und ihrem Hinterrand ausgehende Einschnitte 6 auf, wobei die vom medialen Innenrand 7 ausgehenden Einschnitte 6 länger sind und weiter in die Fußformplatte 1 hineinreichen als die vom lateralen Außenrand 8 oder Fersenrand 9 ausgehenden. Ebenso ist die Pelotte 5 mit vom Vorderrand 10 der Fußformplatte 1 ausgehenden Einschnitten 11 versehen.

    [0025] Durch die Einschnitte 6, 11 werden Lappen 12, 13 gebildet, wobei die Pelotte 5 drei Lappen 13 umfaßt, die dem zweiten, dritten und vierten Strahl entsprechen. Den Lappen 12, 13 ist jeweils eine Verstellvorrichtung 14 zugeordnet, deren eines Ende mit der Grundplatte 2 fest verbunden ist und deren anderes Ende von unten her jeweils an einem Lappen 12, 13 angreift.

    [0026] Die Verstellvorrichtung 14 umfaßt eine Gewindehülse 15, die um ein oder in einem Loch 16 in der Grundplatte 2 fest angeordnet und zur Fußformplatte 1 bzw. deren Lappen 12, 13 hin ausgerichtet ist. In der Gewindehülse 15 ist ein Gewindebolzen oder eine Schraube 17, vorzugsweise eine Wurmschraube, bewegbar angeordnet. Mittels eines von unten in das Loch 16 der Grundplatte 2 eingeführten Schraubenziehers kann die Wurmschraube 17, die mit ihrem oberen Ende an der Unterseite des Lappens 12, 13 angreift, betätigt werden.

    [0027] Mittels der Verstellvorrichtungen 14 können die einzelnen Lappen 12, 13 der Fußformplatte 1 sowie der Pelotte 5 höhenverstellt werden, so daß man durch entsprechende Justierung der Verstellvorrichtungen 14 eine die verschiedensten, an eine orthopädische Senk-, Spreiz- und Knickfußeinlage gestellten Anforderungen erfüllende Einlage erhält. Diese Einlage ist leicht justierbar und nachjustierbar. Durch Justieren der Fußformplatte 1 am medialen Einlagenrand 7, von welchem die Lappen 12 gegen dessen Mittelbereich hin zunehmend bis über die Hälfte zur Längsmittellinie 3 der Einlage hineinreichen, wird eine Supinati- onsstellung und am lateralen Einlagenrand 8 eine Pronationsstellung zur Korrektur verschiedenster Fußfehlformen erzielt. Durch spezielles Justieren im Bereich des Fußfersenbeinbalkons ist eine Fersenbeinstütze gegeben.

    [0028] Anstelle der aus Gewindehülse und Justierschraube bestehenden Verstellvorrichtung können auch Einschubkeile, die beispielsweise mittels Klebeflächen, Klettverschluß oder dgl. auf der Grundplatte 2 und/oder den Lappen 12, 13 der Fußformplatte 1 befestigbar sind. Für diesem Fall ist es zweckmäßig, daß der einfacheren Handhabung wegen die Grundplatte 2 lösbar, z.B. mittels Schrauben, mit der Fußformplatte 1 verbunden ist. Als Verstellvorrichtung 14 können auch Exzenterschrauben eingesetzt werden.

    [0029] In nicht dargestellter Weise sind diese Einlagen wie üblich mit einem Lederüberzug versehen.

    [0030] In Fig. 5 und 6 ist eine weitere Ausführungsform der Einlage gezeigt, bei der auf den Lappen 13 der auf der Fußformplatte 1 befindlichen Pelotte 5 jeweils ein Kragstück 18 in Längsrichtung des Lappens 13 verschieblich angeordnet ist. Das Kragstück 18 weist in seinem hinteren Endteil 19 eine Langöffnung 20 auf, in der eine mit dem darunterliegenden Pelottenlappen 13 verbundene Klemmschraube 21 geführt ist. Der in der Fußformplatte 1 verankerten bzw. eingeschraubten Klemmschraube 21 gegenüberliegend ist in der Grundplatte 2 jeweils eine Öffnung 22 vorgesehen, durch welche die Klemmschraube 21 betätigbar ist. Mit dieser Konstruktion kann auf ganz einfache Weise eine Verlängerung der dem zweiten bis vierten Strahl entsprechenden Lappen 13 und somit eine punktgenaue und exakte Anpassung an unterschiedliche Längenverhältnisse der Mittelfußknochen erzielt werden.

    [0031] Der ganz große Vorteil dieser erfindungsgemäßen Einlage liegt darin, daß sie serienweise unterschiedlichen Schuh- bzw. Fußgrößen entsprechend vorfertigbar sind, wobei sie gegebenenfalls auch noch, je nach orthopädischem Einsatzzweck als Senk-, Spreiz- und Knickfußeinlage, insbesondere mit unterschiedlich vorgeformten Fußformplatten ausgestattet sein können. Die an sich gebrauchsfertig vorgefertigten Einlagen sind vom Orthopäden leicht justierbar sowie auch nachjustierbar. Neben ihrer technisch gesehen einfachen Konstruktion ist die erfindungsgemäße Einlage auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr vorteilhaft, da sie einfach und wenig aufwendig herstellbar und vollständig vorfertigbar ist.

    [0032] Die Einlage ist entweder fest mit dem Schuh verbunden, wobei die Grundplatte auch Teil des Schuhs sein kann, oder kann in den Schuh eingelegt werden. Außerhalb der orthopädischen Schuhversorgung findet die Einlage auch zur Unterstützung des Längs- und Quergewölbes, sowie des Fersenbeines Verwendung.


    Ansprüche

    1. Orthopädische Einlage bestehend aus der Kombination einer Grundplatte (2) und einer Fußformplatte (1), wobei die Fußformplatte (1) gegenüber der Grundplatte (2) höhenverstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Fußformplatte (1) von ihren Rändern (7, 8, 9, 10) ausgehende, Lappen (12, 13) bildende, Einschnitte (6, 11) aufweist und zur Höhenverstellung mehrere, jeweils an einem einzelnen Lappen (12, 13) angreifende Verstellvorrichtungen (14) vorgesehen sind.
     
    2. Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fußformplatte (1) eine Pelotte (5) aufweist, in derem Bereich vom vorderen Rand (10) der Fußformplatte (1) ausgehende Einschnitte (11) unter Bildung von vorzugsweise dem zweiten, dritten und vierten Strahl entsprechende Lappen (13) vorgesehen sind.
     
    3. Einlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Lappen (12, 13) eine Verstellvorrichtung (14) zugeordnet ist.
     
    4. Einlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellvorrichtungen (14) in an sich bekannter Weise jeweils aus einer auf der Grundplatte (2) fest angeordneten, in Richtung der Fußformplatte (1) weisenden Gewindehülse (15) und einer darin bewegbaren Schraube (17) gebildet ist, wobei jedoch die Gewindehülse (15) um ein oder in einem Loch (16) in der Grundplatte (2) angeordnet und die Schraube von der Grundplattenseite her verstellbar ist.
     
    5. Einlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellvorrichtungen (14) jeweils aus einem auf der Grundplatte (2) und/oder den Lappen (12, 13) der Fußformplatte (1) befestigbaren Einschubkeil gebildet sind.
     
    6. Einlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vom medialen Rand (7) ausgehenden Einschnitte (6) länger sind als die gegenüberliegenden vom lateralen Rand (8) ausgehenden Einschnitte (6) und vorzugsweise bis über die Hälfte zur Längsmittellinie (3) der Einlage hineinreichen.
     
    7. Einlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Pelottenlappen (13) jeweils ein Kragstück (18) verschieblich angeordnet ist.
     
    8. Einlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Kragstück (18) in seinem hinteren Endteil (19) eine Langöffnung (20) aufweist, in der eine mit dem darunterliegenden Pelottenlappen (13) verbundene Klemmschraube (21) geführt ist.
     
    9. Einlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fußformplatte (1) mit der Grundplatte (2) im Bereich der Längsmittellinie (3) der Einlage, vorzugsweise durch Nieten (4), oder durch Verschweißung, Verklebung oder lösbar mittels Schrauben, verbunden ist.
     


    Claims

    1. Orthopaedic insert consisting of the combination of a base plate (2) and a foot-shaped plate (1), wherein the foot-shaped plate (1) is adjustable in height with respect to the base plate (2), characterised in that the foot-shaped plate (1) has slots (6, 11) extending from its edges (7, 8, 9, 10) and forming tabs (12, 13) and for height adjustment several adjusting devices (14) engaging in each case on an individual tab (12, 13) are provided.
     
    2. Insert according to Claim 1, characterised in that the foot-shaped plate (1) has a pelote (5) in the region of which slots (11) starting from the front edge (10) of the foot-shaped plate (1) are provided with the formation of tabs (13) corresponding to the second, third and fourth strains.
     
    3. Insert according to Claims 1 or 2, characterised in that an adjusting device (14) is fitted to each tab (12, 13).
     
    4. Insert according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the adjustment device (14) is constructed in a fashion known per se in each case from a threaded collar (15) directed in the direction towards the foot-shaped plate (1) and fixedly arranged on the base plate (2) and a screw (17) movable therein, wherein, however, the threaded collar (15) is arranged around or in a hole (16) in the base plate (2) and the screw is adjustable from the base plate side.
     
    5. Insert according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the adjustment devices (14) are each constructed from an insertion wedge which can be fixed on to the base plate (2) and/or the tabs (12, 13) of the foot-shaped plate (1).
     
    6. Insert according to one of Claims 1 to 5, characterised in that the slots (6) commencing from the medial edge (7) are longer than the slots (6) starting from the oppositely lying lateral edge (8) and preferably extend up to more than half way towards the longitudinal centre line (3) of the insert.
     
    7. Insert according to Claim 2, characterised in that in each case a support piece (18) is movably arranged on the pelotte tabs (13).
     
    8. Insert according to Claim 7, characterised in that the support piece (18) has at its rear end part (19) a longitudinal opening (20) in which is guided a clamping screw (21) connected with the pelote tab (13) lying thereunder.
     
    9. Insert according to one of Claims 1 to 8, characterised in that the foot-shaped plate (1) is connected with the base plate (2) in the region of the longitudinal centre line (3) of the insert preferably by rivets (4) or by welding, adhesion or releasably by means of screws.
     


    Revendications

    1. Semelle orthopédique composée de la combinaison d'une plaque de base (2) et d'une plaque à la forme du pied (1), la plaque à la forme du pied (1) pouvant être réglable en hauteur par rapport à la plaque de base (2), caractérisée en ce que la plaque à la forme du pied (1) présente des découpes (6, 11) partant de ses bords (7, 8, 9, 10) et formant des languettes (12, 13) et que plusieurs dispositifs de réglage (14) ayant prise respectivement sur une seule languette (12, 13) sont prévues pour le réglage en hauteur.
     
    2. Semelle selon la revendication 1, caractérisée en ce que la plaque à la forme du pied (1) présente une pelote (5), dans la partie de laquelle des découpes (11) sont prévues partant du bord (10) avant de la plaque à la forme du pied (11) en formant des languettes correspondant de préférence au deuxième, troisième et quatrième rayon.
     
    3. Semelle selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce qu'un dispositif de réglage (14) est attribué à chaque languette (12, 13).
     
    4. Semelle selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les dispositifs de réglage (14) sont formés de manière connue en soi d'une douille filetée (15) placée de façon fixe sur la plaque de base (2) et tournée en direction de la plaque à la forme du pied (1) et d'une vis (17) pouvant y être déplacée, la douille filetée (15) étant cependant placée autour d'un trou (16) ou dans un trou (16) de la plaque de base (2) et la vis étant réglable depuis la plaque de base.
     
    5. Semelle selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les dispositifs de réglage (14) sont formés respectivement par une cale d'insertion pouvant être fixée sur la plaque de base (2) et/ou les languettes (12, 13) de la plaque à la forme du pied (1).
     
    6. Semelle selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que les découpes (6) partant du bord médian (7) sont plus longues que les découpes (6) opposées partant du bord latéral (8) et s'étendent de préférence au-delà de la moitié de la distance jusqu'à la ligne médiane longitudinale (3) de la semelle.
     
    7. Semelle selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'une pièce à collet (18) est respectivement placée de façon déplaçable sur les languettes (13) de la pelote.
     
    8. Semelle selon la revendication 7, caractérisée en ce que la pièce à collet (18) présente, sur son extrémité arrière (19), une ouverture longitudinale (20) dans laquelle est guidée une vis de serrage (21) reliée à la languette (13) de la pelote située en-dessous.
     
    9. Semelle selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que la plaque à la forme du pied (1) est raccordée à la plaque de base (2) dans la partie de la ligne médiane longitudinale (3) de la semelle, de préférence par des rivets (4), ou par soudage, collage ou de façon amovible au moyen de vis.
     




    Zeichnung