[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen
von mit metallhaltigen (Goldfarben) und nicht metallhaltigen Farben bedruckter Kunststoff-Folienbahnen,
insbesondere PP (Polypropylen), PS (Polystyrol) oder PE (Polyethylen).
[0002] Aus der DE 44 30 527 C2 ist bereits ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen
von im Offsetverfahren bedruckter Kunststoff-Folienbahnen bekannt, bei der hinter
einer letzten Druckstation die Folienbahn auf ihrer bedruckten Oberfläche flammgetrocknet
wird. Die dieser Druckschrift zugrunde liegende Anordnung ist geeignet, bestimmte
Druckfarben aufgrund der Stoßbeflammung und nachgeschalteter Bearbeitungsstationen
wirksam zu trocknen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß die Flammtrocknung zur
Trocknung von Metallfarben und insbesondere Goldfarben nicht ausreicht. Bei Anwendung
des aus der DE 44 30 527 C2 bekannten Flammtrocknungsverfahrens muß die Maschine des
öfteren angehalten und die Walzen gewaschen werden. Auch besteht beim Aufwickeln der
bedruckten Folienbahnen die Gefahr des Ablegens aufgrund der unvollständigen Trocknung.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Angabe eines Verfahrens und einer
Vorrichtung zum Trocknen mit metallhaltigen und nicht metallhaltigen Farben bedruckter
Kunststoff-Folienbahnen in der Weise, daß eine vollständige Trocknung auch der metallhaltigen
Farben, insbesondere Goldfarben erzielt wird.
[0004] Dies wird erfindungsgemäß erreicht durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1. Vor der
Bedruckung der Folienbahn mit nicht metallhaltigen Farben ist eine Bedruckung der
Folienbahn mit einer metallhaltigen Farbe, insbesondere Goldfarbe im Tiefdruck und
die anschließende Trocknung der Folienbahn durch UV-Strahlung vorgesehen. Im Gegensatz
zu anderen Farben läßt sich Gold befriedigend mit UV-Strahlung trocknen, so daß eine
bereits geeignet vorgetrocknete Goldfarbe in die nachfolgende Druckstation für nicht
Metallfarben-Druck eintritt.
[0005] Es ist bevorzugt, daß die Bedruckung der Folienbahn mit metallhaltigen Farben im
Kupfertiefdruck geschieht. Der Kupfertiefdruck hat sich insbesondere in Kombination
mit einer UV-Trocknung bei Metallfarben bewährt. Der Kupfertiefdruck ist zwar teurer
als ein vergleichbarer Offsetdruck, stellt jedoch einen Hochqualitätsdruck bei Goldfarben
sicher.
[0006] Die Bedruckung der Folienbahn mit nicht metallhaltigen Farben geschieht bevorzugt
im Offsetdruck, insbesondere Rollenoffsetdruck. Für diese Farben ist die Flammtrocknung
ausreichend. Ferner können die im Offsetdruck aufgebrachten Farben im nachgeschalteten
Flammtrocknungsverfahren wirksam getrocknet werden.
[0007] Bevorzugt wird die Folienbahn nach jeder Bedruckung durch Blasluft vorgetrocknet.
Dadurch kann zwischen den einzelnen Druckstationen eine für die spätere Flammtrocknung
vorteilhafte Vortrocknung der Folienbahnfarben erreicht werden.
[0008] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorgesehen eine Vorrichtung zur Trocknung
mit metallhaltigen und nicht metallhaltigen Farben bedruckter Kunststoff-Folienbahnen,
aufweisend eine Druckstation für Metallfarben-Druck und mehrere Druckstationen für
Nicht-Metallfarben-Druck, eine in Bahnvorschubrichtung hinter einer letzten Druckstation
angeordnete Flammtrockungsstation, die eine auf der bedruckten Seite der Folienbahn
angeordnete Gasdüse aufweist, eine Kühlwalze, die sich unterhalb der Folienbahn befindet,
eine hinter der Folienbahn angeordnete Lackierstation, eine dahinter angeordnete Heißluft-Trocknungsstation
und eine abschließende Kühlstation. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können sowohl
metallhaltige als auch nicht metallhaltige Farben wirksam getrocknet werden. Durch
die in der Flammtrocknungsstation vorgesehene Gasdüse wird die Folienbahn aus Kunststoff
auf ihrer bedruckten Seite kurzzeitig stoßbeflammt, so daß die Druckfarben der Flammtrocknung
unterzogen werden, während die darunterliegenden Bereiche der Folienbahn nur mittelbar
unter Wärmeeinfluß geraten. Die unbedruckte Seite der Folienbahn wird keiner unmittelbaren
Hitzeeinwirkung ausgesetzt. Dies vermindert die Gefahr einer irreversiblen Verformung
der Folienbahn. Eine Kühlstation ist unterhalb der Folienbahn bzw. auf deren unbedruckter
Seite angeordnet. Die Kühlstation leistet eine Abkühlung der Temperatur der Folienbahn
und damit eine Härtung der im erhitzten Zustand flüssigen Farben.
[0009] Die Kühlwalze ist bevorzugt auf der unbedruckten Seite der Folienbahn unmittelbar
unterhalb der Gasdüse angeordnet. Hierdurch wird bereits bei der Flammtrocknung eine
schädliche Erwärmung der Folienbahn vermieden und eine Kühlung der Folienbahn herbeigeführt,
die anschließend eine Abkühlung der heißen Druckoberfläche der Folienbahn begünstigt.
Hinter der Kühlstation ist eine Lackierstation, eine Heißlufttrocknungsstation und
eine abschließende Kühlstation angeordnet, wobei diese Stationen zum Lackauftrag auf
die Druckseite der Folienbahn und zur anschließenden Heißlufttrocknung bzw. Kühlung
des Lackauftrages dienen, der somit kratzfest wird.
[0010] Bevorzugt erstreckt sich die Gasdüse im wesentlichen über die gesamte Breite der
Folienbahn. Damit sind hervorragende Ergebnisse in der Praxis erzielt worden.
[0011] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, bevorzugte Ausführungsbeispiele in
Verbindung mit der Zeichnung.
Fig. 1 zeigt eine Skizze einer Druck- und Trocknungsvorrichtung gemäß der Erfindung.
Fig. 2 zeigt eine Aussicht auf eine alternative Ausführungsform einer Flammtrocknungsstation.
Fig. 3 zeigt Aussicht auf eine weitere Alternative einer Flammtrocknungsstation.
[0012] In Fig. 1 ist ein Kupfertiefdruck-Werk 6 gezeigt, das zur Bedruckung einer Folienbahn
2 aus Kunststoff mit Metallfarben, insbesondere Goldfarben geeignet ist. Die von einer
Wickelrolle 4 abgezogene Kunststoff-Folienbahn 2 wird durch das Tiefdruck-Werk 6 geführt
und beispielsweise mit Goldfarben bedruckt. Anschließend wird die bedruckte Folienbahn
2 mit UV-Strahlung in einem UV-Trocknungswerk 26 getrocknet. Anschließend wird die
Folienbahn 2 durch Druckstationen 8 und 10 geführt, wo sie mit unterschiedlichen Farben,
beispielsweise Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz bedruckt wird. Nach der Druckstation
8 ist eine Blasluft-Trocknungseinrichtung 24 angeordnet, die einen Strom von auf Zimmertemperatur
befindlicher Luft gegen die Druckseite der Folienbahn führt, um diese vorzutrocknen.
Ergänzend ist vorgesehen, hinter jeder Druckstation 6, 8 bzw. 10 eine derartige Blasluft-Trockungseinrichtung
vorzusehen. Die Druckstationen 8, 10 sind Offsetdruck-Werke zur Bedruckung der Folienbahn
mit Nicht-Metallfarben.
[0013] In Bahnführungsrichtung hinter der letzten Druckstation 10 befindet sich eine Flammtrocknungsstation,
die aus einer Gasdüse 12 und einer mit dieser verbundenen Gasflasche 14 besteht. Die
Flammtrocknungsstation dient zur Flammtrocknung der Druckseite der Folienbahn 2 und
verwendet beispielsweise Propangas, Erdgas oder Stadtgas, welches eine Gasflamme mit
einer Temperatur von ca. 500°C liefert. Die Gasdüse 12 erstreckt sich über die gesamte
Breite der Folienbahn 2, wobei die Breite der Gasdüsen-Öffnung maximal etwa 1 cm beträgt.
Die Gasdüse ist in einem derartigen Abstand über der Folienbahn angeordnet, daß die
als optimal betrachtete größte Temperatur auf Höhe des Farbauftrags der Folienbahn
erzeugt wird.
[0014] Die Flammtrocknung führt zu einer kurzfristigen Hocherhitzung der Folienoberfläche
und damit zur Schockverdampfung der in dem Farbauftrag enthaltenen Lösungsmittel.
Je höher die Temperatur der Gasflamme ist, desto besser und wirksamer geschieht die
Trocknung. Durch Flammtrocknung auf der bedruckten Oberfläche wird die eigentliche
Druckfarbe der Folienbahn flammgetrocknet, während die aus Kunststoff bestehende Folienbahn
selbst nur mittelbar durch die Hochtemperatur beeinträchtigt wird, so daß eine irreversible
Verformung wirksam vermieden ist.
[0015] Unterhalb der Folienbahn bzw. auf der unbedruckten Seite der Folienbahn befindet
sich eine Kühlstation, die eine Kühlwalze 16 aufweist, die sich in Kontakt mit der
Unterseite der Folienbahn befindet. Dahinter sind weitere Kühlstationen in Form von
Kühlblechen 17 und einem Kühlturm 17a angeordnet. Der Kühlturm 17a hat zwei übereinander
angeordnete Kühlwalzen. Dadurch wird eine Trocknung der nach der Gasbeflammung noch
flüssigen Druckfarben erreicht. Auch verhindert eine derartige Kühlung der Folienbahn
ihre Verformung infolge der Wärmeeinwirkung der Gasflamme, setzt die Gefahr eines
Kondenswasseransatzes auf der später zu lackierenden Folienbahn herab und führt vor
allem zu einer schnellen Erstarrung bzw. Erkaltung der Druckfarben.
[0016] Hinter der Kühlstation 16, 17, 17a befindet sich eine Lackierstation 18, in der die
gesamte Folienbahn 2 mit einem Schutzlack beschichtet wird, der die Oberfläche gegen
Verschmutzung, Zerstörung und Kratzeinwirkung schützen soll. Die Kühlwalze 16 ist
insbesondere deshalb für die nachgeordnete Lackierstation 18 von Bedeutung, da der
Lack ohne eine durch die Kühlwalze herbeigeführte Abkühlung aufgrund seiner Hitze
schon auf dem Lackmantel trocknen würde.
[0017] Schließlich befindet sich hinter der Lackierstation 18 eine Heißluft-Trocknungsstation
20, bei der die lackierte Folienbahn 2 mit Heißluft getrocknet wird. Die anschließende
zweite Kühlstation 21 dient zur Abkühlung der aufgeheizten Folienbahn 2. Schließlich
wird die entsprechend behandelte Folienbahn 2 auf einer Trommel 22 aufgewickelt. Die
zweite Kühlstation 21 bewirkt sowohl eine Lacktrocknung als auch eine zusätzliche
Farbdrucktrocknung der unter dem Lack befindlichen Farbe.
[0018] Im vorliegenden Beispiel wurde eine Temperatur nach der Lacktrocknung von 40° bis
50°C beobachtet, während die Temperatur nach der Kühlung etwa 30° bis 35°C betrug.
Zusätzliche IR-Trocknungseinrichtungen können vorgesehen sein, um die Lacktrocknung
zu beschleunigen. Die Hochtemperatur-Flammtrocknung ist in Verbindung mit der Vorschubgeschwindigkeit
der Folienbahn so einzustellen, daß eine bleibende Verformung der Folienbahn vermieden
ist.
[0019] Das Kupfertiefdruck-Werk 6 dient zur Bedruckung der Folienbahn mit Goldfarben. Diese
lassen sich in dem nachgeschalteten UV-Trocknungswerk 26 wirksam trocknen. Die UV-Trocknung
ist erforderlich, da die Flammtrocknung keine vollständige Trocknung der Goldfarben
herbeiführt. Andererseits läßt sich die Trocknung der Nicht-Metallfarben nicht mit
UV-Strahlung durchführen, da die Farbe auf der Oberfläche aufreißt.
[0020] Die Vorrichtung nach der Erfindung stellt eine besonders wirksame Kombination von
Druckwerken für die Trocknung von Metallfarben und Nicht-Metallfarben dar.
[0021] In Fig. 2 ist die sich über die gesamte Breite der Folienbahn 2 erstreckende Gasdüse
gemäß Fig.1 in drei sich über eine kurze Breite erstreckende Segmente 12', 12'', 12'''
zerlegt, die hintereinander angeordnet und gegeneinander versetzt sind, beispielsweise
diagonal wie in Fig. 2 gezeigt. Die einzelnen Gasdüsensegmente 12', 12'' und 12'''
haben eine Breite, die so bemessen ist, daß der auf der Folienbahn 2 gebildete Farbdruckbereich
2' wirksam erfaßt und stoßflammgetrocknet wird.
[0022] In Fig. 3 ist eine alternative Ausführungsform der in Fig. 1 gezeigten (balkenartigen)
Flammtrocknungsstation dargestellt. Bei dieser erstrecken sich drei balkenartige Gasdüsen
12a, 12a' und 12a'' über die gesamte Breite der Folienbahn 2, und zwar jeweils hintereinander
in gleichem Abstand. Dadurch wird eine besonders wirkungsvolle sequentielle Erhitzung
der Farbdruckbereiche erreicht. Dies dient für den besonderen Anwendungsfall von über
eine größere Länge zu trocknenden Folienbahnen mit dickem Farbauftrag.
[0023] Allgemein hat sich herausgestellt, daß die in den Druckfarben enthaltenen Lösungsmittel
bei der Stoßgasbeflammung am besten ausgetrieben werden. Dabei ist jedoch die UV-Trocknung
des Goldfarben-Drucks weiterhin sinnvoll, da diese auch mit der Stoßgasbeflammung
nur unzureichend getrocknet werden. Eine einzelne, sich über die Gesamtbreite erstreckende
balkenförmige Gasdüse 12 ist im Regelfall ausreichend, wobei eine Bündelung der Gasflamme
auf die axiale Breite der Folienbahn 2 zu gewährleisten ist.
1. Verfahren zum Trocknen von mit metallhaltigen und nicht metallhaltigen Farben bedruckter
Kunststoff-Folienbahnen, mit den Schritten:
Bedrucken einer Folienbahn (2) mit einer metallhaltigen Farbe, insbesondere Goldfarbe
im Tiefdruck;
Trocknen der Folienbahn (2) mit UV-Strahlung;
Bedrucken der Folienbahn (2) mit einer nicht metallhaltigen Farbe;
Flammtrocknen der Folienbahn (2) auf ihrer bedruckten Oberfläche;
Kühlen der Folienbahn (2);
Lackieren der Folienbahn (2);
Heißluft-Trocknen der Folienbahn (2); und
Kühlen der Folienbahn (2).
2. Verfahren zum Trocknen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedruckung der Folienbahn mit metallhaltigen Farben, insbesondere Goldfarben,
im Kupfertiefdruck geschieht.
3. Verfahren zum Trocknen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedruckung der Folienbahn mit nicht metallhaltigen Farben im Offsetdruck, insbesondere
Rollenoffsetdruck geschieht.
4. Verfahren zum Trocknen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienbahn nach einer Bedruckung durch Blasluft vorgetrocknet wird.
5. Vorrichtung zum Trocknen von mit metallhaltigen und nicht metallhaltigen Farben bedruckter
Kunststoff-Folienbahnen, aufweisend eine Druckstation (6) für den Metallfarben-Druck
und mehrere Druckstationen (8, 10) für den Nicht-Metallfarben-Druck, eine in Bahnvorschubrichtung
hinter der letzten Druckstation (10) angeordnete Flammtrocknungsstation (12, 14),
die eine auf der bedruckten Seite der Folienbahn (2) angeordnete Gasdüse (12) aufweist,
eine Kühlstation (16, 17, 17a), die sich hinter der Flammtrockungsstation (12, 14)
befindet, eine hinter der Kühlstation angeordnete Lackierstation (18), eine dahinter
angeordnete Heißluft-Trockungsstation (20) und eine abschließende Kühlstation (21).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kühlwalze (16) auf der unbedruckten Seite der Folienbahn unterhalb der Gasdüse
(12) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Gasdüse (12) über die gesamte Breite der Folienbahn (2) erstreckt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckstation (6) für Metallfarben-Druck ein Tiefdruckwerk, insbesondere Kupfertiefdruckwerk
aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß hinter der Druckstation (6) für Metallfarben-Druck eine UV-Trocknungsstation (26)
angeordnet ist.