[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Gleisbremsensteuerung, insbesondere der Steuerung
von Gefälleausgleichsbremsen (GAB), in Ablaufrangieranlagen.
[0002] In automatisch arbeitenden Ablaufrangieranlagen erfolgt die Zerlegung von zulaufenden
(Güter-)Zügen, indem einzelne Wagen oder Wagengruppen nach Vorgabe (z.B. sog. Zerlegeliste)
entkuppelt und anschließend beispielsweise mittels einer Rangierlok über einen Ablaufberg
abgedrückt werden. Die entkuppelten Wagen oder Wagengruppen (nachfolgend auch als
Rangierabteilungen bezeichnet) rollen daraufhin schwerkraftbedingt talwärts in ein
jeweils vorbestimmtes Richtungsgleis, wo sie mit ggf. weiteren Rangierabteilungen
zu neuen Zugkompositionen zusammengestellt werden. Solcherart ablaufende Rangierabteilungen
werden auch Abläufe genannt.
[0003] Viele bereits bestehende Ablaufanlagen sind mit geneigten Richtungsgleisen ausgestattet.
Die Gleisneigungen dienen zur Kompensation der Rollwiderstände der Abläufe. Durch
verbesserte Rollenlager haben die durchschnittlichen Rollwiderstände erheblich abgenommen,
so daß sich die Abläufe in den geneigten Gleisen beschleunigen und somit unzulässig
hohe Auflaufgeschwindigkeiten erreichen können. Bei dieser Problematik kommen bevorzugt
Gefälleausgleichsbremsen zum Einsatz, die eine Automatisierung auch von Ablaufanlagen
mit geneigten Richtungsgleisen ermöglichen. Die Gefälleausgleichsbremsen werden -
je nach Neigung - in vorgegebenen Abständen angeordnet und sorgen mittels automatischer
Steuerung dafür, daß die Abteilungen immer unterhalb einer zulässigen Auflaufgeschwindigkeit
(üblicherweise 1,5 m/s) laufen.
[0004] Andererseits müssen auch schlecht laufende Abteilungen kuppelreif beilaufen können,
so daß eine anspruchsvolle Gleisbremsensteuerung erforderlich ist.
[0005] Im Hinblick auf Gleisbremsensteuerungen sind aus der DD 259 958 A3 und DD 259 959
A3 analoge elektronische Schaltungen bekannt geworden, die zur Einhaltung einer fest
vorgebbaren Auslaufgeschwindigkeit für die Gleisbremsen geschwindigkeitsgesteuert
variable Bremszeiten erzeugen. Die DD 211 764 B1 offenbart in diesem Zusammenhang
eine Schaltungsergänzung, um zulässige Toleranzen einzuhalten und damit die Gefahr
von Festbremsungen oder eine Uberschreitung der zulässigen Auflaufgeschwindigkeit
völlig ausschließen zu können. Diese bekannten Gleisbremsensteuerungen erlauben jedoch
nur die Einhaltung einer fest vorgegebenen Auslaufgeschwindigkeit und erfordern zu
ihrer technischen Realisierung die separate Ausstattung jeder Bremse mit einer eigenen
Steuerung.
[0006] Die DE 195 31 019 A1 beschreibt ein Verfahren zum Steuern einer Gleisbremse mittels
kontinuierlicher Geschwindigkeitsmessung, wobei mittels Energiedifferenzbetrachtungen
zwischen der tatsächlichen Einlaufgeschwindigkeit und der gewünschten Auslaufgeschwindigkeit
eine dem Ablauf zu entziehende Uberschußenergie ermittelt wird. Die Gleisbremse weist
eine Vielzahl zunehmender Bremskraftstufen auf. Unter fortlaufender Erhöhung der Bremskraftstufe
wird die Bremswiderstandshöhe der Gleisbremse (Energieentzug) so oft berechnet, bis
diese größer als die Überschußenergie ist. Diese Berechnung erfolgt für jede einzelne
Achse.
Auch die Lehre der DE 44 20 896 A1 beruht auf einer Energiedifferenzbetrachtung und
einer darauf basierenden rekursiven Ermittlung einer einzustellenden Bremskraftstufe.
Auch diese bekannten Gleisbremsensteuerungsverfahren sind hinsichtlich der Steuerungsparameterermittlung
und der Realisierung aufwendig.
[0007] Aus der DD 232 021 A1 ist ein Verfahren zum Steuern einer Gleisbremse mit mehreren
kleinen Dreikraftbremsen (Einzelbremsen) bekannt. Jede Einzelbremse ist zwischen den
beiden diskreten Arbeitszuständen "eingeschaltet" (aktiv) und "gelöst" (inaktiv) steuerbar.
Um einen individuellen Ablauf mit einer bekannten oder zu ermittelnden Anzahl einzelner
Achsen auf eine vorgegebene Sollauslaufgeschwindigkeit abbremsen zu können, wird die
Zahl der einzuschaltenden Einzelbremsen für die jeweilige Abbremsung durch mindestens
zwei Steuerschritte ermittelt. Der erste Steuerschritt wird zum Zeitpunkt des Einlaufs
der ersten Achse des jeweiligen Ablaufes in die Gleisbremse als Energiedifferenzbetrachtung
durchgeführt. Dazu wird basierend auf dem Unterschied zwischen Einlaufgeschwindigkeit
und Sollauslaufgeschwindigkeit unter Einbeziehung der reduzierten Erdbeschleunigung
und unter Berücksichtigung der durch jede Einzelbremse entziehbaren Energie (Energieentzugsvermögen)
die Anzahl zu aktivierender Bremsen ermittelt. An fest vorgegebenen Punkten werden
anschließend ein oder mehrere weitere Steuerschritte ausgelöst. Der weitere Steuerschritt
basiert jeweils auf der Lösung einer zweiten Steuergleichung, die unter Einbeziehung
der achs- und bremsenzahlenabhängig durchlaufenden wirklichen gebremsten Länge, der
Geschwindigkeit an dem weiteren Punkt und der vorgegebenen oder bestimmten Achszahl
des Ablaufes sowie der vorgegebenen wirksamen Bremsenlänge zur Anzahl weiterhin einzuschaltender
Einzelbremsen angibt.
[0008] Auch dieses Verfahren erfordert insbesondere aufgrund der individuellen Behandlung
der einzelnen Achsen einen vergleichsweise hohen verarbeitungs- und steuerungstechnischen
Aufwand.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Steuern einer Gleisbremse
anzugeben, mit dem mit vergleichsweise einfachen steuerungstechnischen Mitteln eine
zuverlässige Abbremsung individueller Abläufe auf eine vorgebbare Soll-Auslaufgeschwindigkeit
gewährleistet ist.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Steuern einer Gleisbremse
mit einer Anzahl Einzelbremsen zum Abbremsen individueller Abläufe mit jeweils mehreren
Laufwerken, wobei
- die Einlaufgeschwindigkeit jedes Laufwerks in die Gleisbremse ermittelt wird,
- eine Soll-Auslaufgeschwindigkeit des jeweiligen Laufwerks aus der Gleisbremse vorgegeben
wird,
- durch Energiedifferenzbetrachtung aus der ermittelten Einlaufgeschwindigkeit und der
Soll-Auslaufgeschwindigkeit eine durch Bremsung dem Ablauf zu entziehende Uberschußenergie
bestimmt wird,
- jede Einzelbremse in entweder den diskreten Arbeitszustand "eingeschaltet" oder "gelöst"
gesteuert wird,
- während des Durchlaufs die Achsen eines Laufwerks von den Einzelbremsen gleichartig
beaufschlagt werden und
- die Teilanzahl der für das jeweils die Gleisbremse nächstfolgend durchlaufende Laufwerk
zu aktivierenden Einzelbremsen nach folgender Bildungsvorschrift ermittelt wird:
a) falls die Überschußenergie kleiner als Null oder gleich Null ist, so wird keine
Einzelbremse eingeschaltet,
b) falls die Überschußenergie jedoch größer als Null ist, so wird die Teilanzahl i
einzuschaltender Einzelbremsen ermittelt, indem als Teilanzahl i die kleinste natürliche
Zahl gewählt wird, die die Bedingung i >

.n erfüllt, und es werden anschließend i Einzelbremsen eingeschaltet;
mit:
- k =
- Anzahl der Einzelbremsen,
- i =
- Teilanzahl einzuschaltender Einzelbremsen,
- n =
- Reihung des Laufwerks in Ablaufrichtung
- herf =
- Uberschußenergie des Laufwerks,
- he =
- Energieentzugsvermögen einer Einzelbremse.
[0011] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der laufwerkseinheitlichen
und laufwerksbezogenen Steuerung der Gleisbremse zu sehen. Demgemäß wird für jedes
einzelne Laufwerk die Anzahl der einzuschaltenden Einzelbremsen und damit die dem
Ablauf zu entziehende Überschußenergie bestimmt. Hinsichtlich der an sich bekannten
Ermittlung der zu entziehenden Überschußenergie wird beispielsweise auf die DE 195
31 019 A1 oder die übrigen, eingangs genannten Veröffentlichungen verwiesen.
[0012] Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
daß dieses auf den Einsatz von Einzelbremsen mit unterschiedlichen Bremsstufen verichtet.
Die Steuerung wird somit dadurch erheblich vereinfacht, daß die Bremsen nur zwischen
dem Arbeitszustand "eingeschaltet" und dem zweiten Arbeitszustand "gelöst" zu schalten
sind. Da der Einschalt- bzw. Ausschaltzustand der Einzelbremsen jeweils für das gesamte
aktuelle Laufwerk beibehalten wird, ist die Anzahl notwendiger Bremsenbewegungen in
vorteilhafter Weise gering.
[0013] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß gegenüber
dem Stand der Technik auf die Erhebung einer Vielzahl ablaufspezifischer Daten verzichtet
werden kann. So müssen beispielsweise Achsmassenverteilungen, Achsverteilungen und
Achsanzahl der Abläufe vorab nicht bekannt sein.
[0014] Das Erkennen der zu einem Laufwerk gehörenden Achsen kann in an sich bekannter und
nachfolgend detailliert beschriebener Weise in Kenntnis der Achsabstände mittels Schaltsperrzeiten
erfolgen.
[0015] Insbesondere im Hinblick auf gut laufende Einzelabläufe hat sich eine Ausgestaltung
der Erfindung als vorteilhaft erwiesen, nach der in der Bildungsvorschrift für das
erste Laufwerk der Wert n zwischen 1,5 und 2 gesetzt wird. Damit erfolgt bereits am
ersten Laufwerk - dem mit Sicherheit zumindest ein weiteres Laufwerk folgen wird -
eine erhöhte Verzögerung. Dies erhöht die Verfahrenssicherheit, weil je nach tatsächlichem
Laufverhalten an dem zweiten Laufwerk entweder eine zusätzliche Verzögerungsmöglichkeiten
besteht oder aber - bei einem Schlechtläufer - gemäß der Bildungsvorschrift auf eine
weitere Verzögerung des zweiten Laufwerks verzichtet wird.
[0016] Steuerungstechnisch bevorzugt ist eine Ausgestaltung des Verfahrens, nach der die
Ergebnisse der Bildungsvorschrift nur derart umgesetzt werden, daß ab dem zweiten
Laufwerk nur eine Lösung zuvor eingeschalteter Einzelbremsen vorgenommen wird.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels weiter erläutert;
es zeigt:
Figur 1 schematisch einen Ausschnitt aus einem Richtungsgleis mit einer Gefälleausgleichsbremse.
[0018] Figur 1 zeigt eine Gefälle-Ausgleichs-Gleisbremse GB mit einer Anzahl von k = 4 Einzelbremsen
BR1 bis BR4. Die Einzelbremsen dienen zum Abbremsen individueller, zeichnerisch nicht
näher dargestellter Abläufe mit einer Anzahl von n Laufwerken in einer nicht gezeigten
Schwerkraftablaufanlage. Mittels eines Meßkontaktes MK wird die Einlaufgeschwindigkeit
v
einLW1 eines nur schematisch angedeuteten in Ablaufrichtung A ersten Laufwerkes LW1 mit
Achsen A1, A2 ermittelt und einer Steuerung ST für die Gleisbremse GB zugeführt. Die
Steuerung ist über einen Feldbus FB mit weiteren Steuerungen verbunden und an eine
gemeinsame Stromversorgung SV angeschlossen. Im vorliegenden Beispiel sei angenommen,
daß das Laufwerk LW1 mit einer Einlaufgeschwindigkeit v
einLW1 = 2,0 m/s in die Gleisbremse GB einläuft, wobei eine Soll-Auslaufgeschwindigkeit
für alle Laufwerke v
Sollaus=1,5 m/s vorgegeben ist. Verfahrensgemäß ist vorgesehen, daß die Steuerung ST die
jeweiligen Bremsen 1 bis 4 zwar auch im besetzten Zustand zum "Lösen" ansteuern kann,
die Bremsen sich jedoch erst mit dem Freifahren der letzten Achse A2 des jeweiligen
Laufwerkes öffnet. Als Einzelbremsen sind beispielsweise die in der DE 196 14 665
beschriebenen Gummigleisbremsen geeignet.
[0019] Ein Einschalten der Bremsen erfolgt nur in unbesetztem Zustand, wobei als "unbesetzt"
auch eine gerade erfolgende Befahrung des Meßkontaktes MK angesehen wird. In einer
bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird für jedes nachfolgende Laufwerk nur
die Beibehaltung der Einschaltung oder das Lösen von Einzelbremsen bewirkt. Eine Zuschaltung
von Einzelbremsen ist damit ausgeschlossen. Dies vereinfacht den Steuerungsaufwand
weiter erheblich, ohne unzulässige Ungenauigkeiten in der Soll-Auslaufgeschwindigkeit
hinnehmen zu müssen.
[0020] Wie nachfolgend im einzelnen weiter erläutert erfolgt nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine laufwerksbezogene Berechnung der vorzusehenden Abbremsung oder Verzögerung.
Für jedes Laufwerk wird also die zu entziehende Energie und damit der Einschaltzustand
der Einzelbremsen neu bestimmt. Dies wird nachfolgend weiter erläutert.
[0021] Im beschriebenen Beispiel beträgt die Einlaufgeschwindigkeit v
einLW1 des Laufwerkes LW1 2,0 m/s. Als Sollauslaufgeschwindigkeit V
sollaus ist 1,5 m/s vorgegeben. Daraus läßt sich in an sich bekannter Weise (s. beispielsweise
DE 195 31 019 A1 oder DE 44 20 896 A1) eine dem Laufwerk LW1 zu entziehende Uberschußenergie
h
erf berechnen:

[0022] Der zu entziehende Energiebetrag wird nachfolgend - wie üblich - als Energiehöhe
h
erf angegeben. Zur Rechnungsvereinfachung wird dabei mit einem vereinfachten, um den
Anteil an rotierenden Massen verminderten Betrag der Erdbeschleunigung g' ≈ 9,3 m/s
2 gerechnet. Gegenüber der beispielsweise gemäß DE 44 20 896 A1 präzisen Berechnung
bewirkt der masseunabhängige Wert g' nur einen Fehler von +/- 2 %.
[0023] Die entsprechend berechenbare Überschußenergiehöhe ergibt sich für ein beliebiges
Laufwerk LWn nach Gleichung (2):

[0024] Erfindungsgemäß wird die (wie nachfolgend beschrieben) bestimmte Einzelbremsenkonfiguration
für alle Achsen A1, A2 eines Laufwerkes LW1 beibehalten. Um zuverlässig die einzelnen
Achsen jeweils ihrem gemeinsamen Laufwerk zuordnen zu können, wird in an sich bekannter
Weise beispielsweise zwischen Einzellaufwerken oder Drehgestellen selektiert. Unter
der Voraussetzung bekannter Achsabstände in Drehgestellen mit zwei Achsen von 1,3
m bis 2,1 m bzw. bei Personenwagen bis 2,65 m und mit drei Achsen von 3 m bis 3,5
m ist vorgesehen, daß jede den Meßkontakt MK überrollende Achse A1 (Figur 1) eine
Schaltsperrzeit t
sp startet, die gemäß Gleichung (3)berechnet wird:

[0025] Die Schaltsperrzeit berechnet sich aus dem bekannten maximalen Achsabstand (z. B.
2,65 m bei Personenwagen) und der Geschwindigkeit v
i einer beliebigen Achse über den Meßkontakt MK. Jede weitere Achse, die während der
Schaltsperrzeit t
sp von dem Meßkontakt MK erfaßt wird, wird als zu einem gemeinsamen Laufwerk gehörend
angesehen. Dabei wird von jeder den Meßkontakt MK überrollenden Achse die Schaltsperrzeit
t
sp neu gestartet. Somit sind auch drei-achsige Drehgestelle als Laufwerk bestimmbar.
Erst nach Ablauf der Schaltsperrzeit kann eine den Meßkontakt MK überrollende Achse
obige Berechnungsschritte für ein nachfolgendes Laufwerk auslösen.
[0026] Im vorliegenden Beispiel sei angenommen, daß jede Bremse 1 bis 4 (Figur 1) ein individuelles
Energieentzugsvermögen von h
e = 65 mm aufweist, das ebenfalls als Energiehöhe in Form einer Einzelbremsenergiehöhe
angegeben wird. Die Einzelbremsenenergiehöhe ist also die als Höhe angegebene Bremsenergie,
die eine Einzelbremse dem jeweiligen Laufwerk bzw. Ablauf entziehen kann.
[0027] Die für das Laufwerk LW1 zu aktivierende Anzahl von Einzelbremsen wird nunmehr nach
folgender Bildungsvorschrift BV ermittelt:
a] WENN(herf ≤ 0, dann keine Einzelbremse einschalten; sonst:
b] für i=1 bis k:
c] WENN(herf<(i*he)/n, dann i Einzelbremse(n) einschalten; sonst: i=i+1 und Fortsetzung mit Schritt
b] ));
mit:
- k =
- Anzahl der Einzelbremsen,
- i =
- Teilanzahl einzuschaltender Einzelbremsen,
- n =
- Reihung des Laufwerks in Ablaufrichtung A,
- herf =
- Überschußenergiehöhe des Laufwerks,
- he =
- Ernergiehöhe einer Einzelbremse.
[0028] Im vorliegenden Beispiel durchläuft die Bildungsvorschrift folgende Abfragen:

DAHER: 2 Einzelbremsen einschalten.
[0029] Die zu entziehende Überschußenergiehöhe beträgt 94 mm und ist damit größer "0", so
daß für i = 1 die folgende WENN/DANN-Abfrage durchlaufen wird. Die erste Abfrage (mit
i = 1) ist zu verneinen, da h
erf = 94 mm nicht kleiner oder gleich 65 mm ist; im nachfolgenden Durchlauf mit i = 2
ist die Bedingung: h
erf = 94 mm ≤ 130 mm : 1 erfüllt. Demgemäß sind für das erste Laufwerk LW1 zwei Einzelbremsen
(i = 2) einzuschalten.
[0030] In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird für das erste
Laufwerk LW1 der Wert n (Position des Laufwerks in Ablaufrichtung A gezählt von 1
bis zur Anzahl der Laufwerke) gleich 2 (n = 2) gesetzt. Damit ergibt sich die nachfolgend
dargestellte Abfrage:

DAHER: 3 Einzelbremsen einschalten.
[0031] Dabei ergibt sich, daß aufgrund des Divisors "n = 2" erst die Bedingung h
erf = 94 mm ≤ (3*65 mm)/2 =

mm = 97,5 mm erfüllt ist. In diesem Fall sind dann i = 3 Einzelbremsen einzuschalten.
Ein möglicherweise zu hoher Energieentzug beim ersten Laufwerk LW1 kann durch entsprechend
geringeres Abbremsen des nachfolgenden Laufwerkes kompensiert werden. Durch diese
Ausgestaltung liegt das Verfahren auf der sicheren Seite, d. h. es wird nicht zu schnell
ausgelaufen und immer unterhalb der v
soll gebremst.
[0032] Für das nachfolgende Laufwerk wird gemäß der Bildungsvorschrift BV die dann einzuschaltende
Anzahl von Einzelbremsen ermittelt, wobei in diesem Fall n = 2 zu setzen ist, usw.
1. Verfahren zum Steuern einer Gleisbremse (GB) mit einer Anzahl (k) Einzelbremsen (1
bis 4) zum Abbremsen individueller Abläufe mit jeweils mehreren Laufwerken (LW1),
wobei
- die Einlaufgeschwindigkeit (veinLW1) jedes Laufwerks (LW1) in die Gleisbremse (GB) ermittelt wird,
- eine Soll-Auslaufgeschwindigkeit (vSollaus) des jeweiligen Laufwerks (LW1) aus der Gleisbremse (GB) vorgegeben wird,
- durch Energiedifferenzbetrachtung aus der ermittelten Einlaufgeschwindigkeit (veinLW1) und der Soll-Auslaufgeschwindigkeit (vSollaus) eine durch Bremsung dem Ablauf zu entziehende Uberschußenergie (herf) bestimmt wird,
- jede Einzelbremse (1 bis 4) in entweder den diskreten Arbeitszustand "eingeschaltet"
oder "gelöst" gesteuert wird,
- während des Durchlaufs die Achsen (A1, A2) eines Laufwerks (LW1) von den Einzelbremsen
(1 bis 4) gleichartig beaufschlagt werden und
- die Teilanzahl (i) der für das jeweils die Gleisbremse (GB) nächstfolgend durchlaufende
Laufwerk (LW1) zu aktivierenden Einzelbremsen (1, 2) nach folgender Bildungsvorschrift
(BV) ermittelt wird:
a) falls die Überschußenergie kleiner als Null oder gleich Null ist, so wird keine
Einzelbremse eingeschaltet,
b) falls die Überschußenergie jedoch größer als Null ist, so wird die Teilanzahl i
einzuschaltender Einzelbremsen ermittelt, indem als Teilanzahl i die kleinste natürliche
Zahl gewählt wird, die die Bedingung i >

.n erfüllt, und es werden anschließend i Einzelbremsen eingeschaltet;
mit:
k = Anzahl der Einzelbremsen
i = Teilanzahl einzuschaltender Einzelbremsen,
n = Reihung des Laufwerks in Ablaufrichtung(A),
herf = Uberschußenergie des Laufwerks,
he = Energieentzugsvermögen einer Einzelbremse.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Bildungsvorschrift (BV) für das erste Laufwerk (LW1) der Wert n zwischen 1,5
und 2 gesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ergebnisse der Bildungsvorschrift (BV) nur derart umgesetzt werden, daß ab dem
zweiten Laufwerk nur eine Lösung zuvor eingeschalteter Einzelbremsen vorgenommen wird.