[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge
eines Wäschetrockners nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Beim Trocknungsvorgang spielt neben der Feuchte und der Art der Wäsche, die üblicherweise
in einer Trommel getrocknet wird, unter anderem auch die Beladungsmenge des Wäschetrockners
eine große Rolle. Daher ist es aus verschiedenen Gründen, etwa zur genauen Restzeitvorhersage,
zur optimalen Steuerung des Trocknungsprozesses oder zur bedarfsangepaßten Heizleistungsabgabe,
von Vorteil, die Beladungsmenge des Wäschetrockners zu bestimmen.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge von Wäschetrocknern
bekannt, die auf der Auswertung von Temperatur- bzw. Temperaturgradientenmessungen,
auf der Stromaufnahme des Motors zum Bewegen der Wäschetrommel oder auf einer Messung
der elektrischen Kapazität der Trommel beruhen.
[0004] Ferner ist aus der DE 29 45 696 A1 ein Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge
von Wäschetrocknern bekannt, bei dem der elektrische Leitwert der Wäsche herangezogen
wird. Gemäß dieser Druckschritt sind in der Trommel zwei Elektroden angebracht, die
bei einer Drehung der Trommel die Wäsche zeitweise berühren und mittels derer der
elektrische Wäscheleitwert bestimmt wird. Dieses Leitwertsignal, das mit der Bewegung
der Wäsche in der Trommel variiert und Impulse aufweist, ist an eine Schwellenwertschaltung
angeschlossen, die das Anliegen eines Wäschestückes, selbst in trockenem Zustand,
an den Elektroden anzeigt, indem es ein Treffersignal konstanter Höhe abgibt, das
anschließend integriert wird. Je häufiger und je länger ein Wäschestück an den Elektroden
anliegt, desto häufiger und länger sind die Treffersignale und desto höher ist der
Wert der Integration dieser Treffersignale. Somit stellt die Integration dieser Treffersignale
ein Maß für die Beladungsmenge des Wäschetrockners dar, das zur Steuerung des Trocknungsprozesses
verwendet werden kann.
[0005] Bei Anwendung dieses Verfahrens zur Bestimmung der Beladungsmenge von Wäschetrocknern
ergeben sich im wesentlichen folgende Nachteile.
[0006] Die Integration eines an sich digitalen Treffersignales hat den Rückfall zu einem
analogen Signal zur Folge, das mit digitalen Komponenten nicht weiterverarbeitet werden
kann. In modernen Wäschetrocknern werden aber vorzugsweise digitale Bausteine, insbesondere
Mikrocontroller, zur Steuerung eingesetzt, so daß ein zu verarbeitendes Analogsignal
nachteiligerweise einen erhöhten Aufwand erfordert. So fällt bei Verarbeitung eines
Analogsignales durch einen digitalen Baustein ein zusätzlicher Schaltungsaufwand zur
Analog/Digital-Wandlung an.
[0007] Ferner kann es bei sehr trockener und sehr wenig leitfähiger Wäsche durch den Einsatz
einer einfachen Schwellenwertschaltung dazu kommen, daß durch den geringen Leitwertunterschied
zwischen Anliegen und Nichtanliegen dieses Wäschestückes an den Elektroden ein Erfassen
der Wäscheberührung nicht möglich ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Bestimmung der Beladungsmenge von Wäschetrocknern der eingangs genannten Art derart
zu verbessern, daß das Maß für die Wäschebeladung mit Digitalbausteinen einfach weiterzuverarbeiten
ist, und eine sicherere Bestimmung der Beladungsmenge auch bei sehr wenig leitfähigen
Wäschestücken ermöglicht wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Erfindungsgemäß wird zu diesem Zweck die Frequenz der Impulse des Meßsignals des
elektrischen Leitwertes der Wäsche bestimmt und als Maß für die Beladungsmenge verwendet.
Je höher die Frequenz, desto häufiger berührt ein Wäschestück die Elektroden und desto
größer ist die Wäschebeladung des Trockners. Dadurch wird erreicht, daß das Maß für
die Beladungsmenge in digitaler Form vorliegt, was eine Weiterverarbeitung durch digitale
Bausteine, insbesondere Mikrocontroller, und die Berücksichtigung bei der Steuerung
des Trocknungsprozesses wesentlich vereinfacht.
[0011] Vorteilhafterweise werden die Flanken des Leitwertmeßsignals erfaßt, insbesondere
durch Bildung einer zeitlichen Ableitung (Differenzierung), und durch Bestimmung deren
Frequenz die Frequenz der Impulse des Leitwertmeßsignals bestimmt. Durch die Erfassung
der Flanken des Leitwertmeßsignals wird eine Unabhängigkeit von dessen absoluter Höhe
und damit von der Leitfähigkeit der Wäsche erreicht. Somit ist auch bei sehr wenig
leitfähiger Wäsche eine zuverlässige Bestimmung der Beladungsmenge möglich.
[0012] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführung werden die Impulse des Leitwertmeßsignals
mit einem Schwellenwert verglichen und durch Zählung der Impulse ab einer gewissen
Schwelle pro Zeiteinheit wird die Frequenz der Impulse bestimmt, die den Schwellenwert
über- oder unterschreiten. Da sich der Vergleich mit einem Schwellenwert durch Einsatz
eines Komparators oder eines Schmidt-Triggers besonders einfach schaltungstechnisch
verwirklichen läßt, kann auf diese Weise die Erfindung besonders einfach und kostengünstig
eingesetzt werden.
[0013] Vorteilhafterweise lösen entweder die erfaßten Flanken des Leitwertmeßsignals oder
gegebenenfalls das Über- oder Unterschreiten eines Schwellenwertes durch das Leitwertmeßsignal
jeweils einen Impuls konstanter Dauer aus, wobei dann die Frequenz dieser Impulse
bestimmt und als Maß für die Beladungsmenge verwendet wird. Durch die Auslösung von
Impulsen konstanter Dauer wird das Auftreten extrem kurzer oder extrem langer Impulse
vermieden, die bei einem begrenzten zeitlichen Reaktionsvermögen der nachfolgenden
Komponenten die zuverlässige Bestimmung der Beladungsmenge erschweren.
[0014] Auf besonders vorteilhafter Weise wird die Bestimmung der Frequenz der Impulse des
Leitwertmeßsignals mittels eines Mikrocontrollers durchgeführt, der die Frequenzbestimmung
mit einem geringen Bauteileaufwand ermöglicht und als in der Regel zentrale Steuereinrichtung
des Wäschetrockners direkt über die notwendige Information zur Beladungsmenge verfügen
kann.
[0015] Ferner kann vorteilhafterweise jeder der vorgenannten Schritte im Verlauf der Verarbeitung
des Leitwertmeßsignals zur Bestimmung der Frequenz deren Impulse auch in einem digitalen
Elektronikrechenwerk bzw. einem Mikrocontroller implementiert werden. Dadurch, daß
eine Funktion in einem ohnehin vorhandenen Mikrocontroller ausgeführt wird, ergibt
sich auf jeden Fall immer eine Einsparung der sonst zur Durchführung dieser Funktion
nötigen Vorrichtung und somit ein geringerer Bauteile- und Schaltungsaufwand, was
auch zu einer geringeren Ausfallwahrscheinlichkeit des Wäschetrockners führt.
[0016] So kann wie bereits erwähnt die Bestimmung der Frequenz der Impulse des Leitwertmeßsignals,
aber auch die Bestimmung aller anderen als Maß für die Beladungsmenge dienenden Frequenzen
besonders vorteilhaft mit einem Mikrocontroller durchgeführt werden. Die Frequenzmessung,
welcher Impulse oder Ereignisse auch immer, läßt sich mit einem Mikrocontroller mit
sehr geringem Schaltungsaufwand und sehr hoher Genauigkeit durchführen, da dieser
im Gegensatz zu Analogschaltungen gerade digitale Signale besonders vorteilhaft verarbeiten
kann.
[0017] Besonders vorteilhaft läßt sich der Vergleich des Leitwertmeßsignals mit einer vorbestimmten
Schwelle mit einem Mikrocontroller durchführen. Dazu kann ein dem Mikrocontroller
zugeordneter oder in ihm implementierter Analog/Digital-Wandler verwendet werden oder
auch ein besonderer Eingang des Mikrocontrollers, wie ein Eingang mit Schmidt-Trigger
oder Komparator, der diese Vergleichsfunktion ausführen kann.
[0018] Bei manchen Ausführungsformen muß beim Einsatz eines Mikrocontrollers dieser analoge
Signale verarbeiten, was nur mit einem zwischengeschalteten Analog/Digital-Wandler
möglich ist. Letzterer kann extern dem Mikrocontroller zugeordnet oder aber auch in
diesen integriert sein. Bei Verwendung eines Mikrocontrollers mit zugeordnetem Analog/Digital-Wandler
können durch die Verarbeitungsmöglichkeit von sowohl analogen als auch digitalen Signalen
alle bisher genannten Verfahren ausgeführt werden, so daß in einem Wäschetrockner
auch mehrere der vorgenannten Verfahren zur Anwendung kommen können.
[0019] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform unter Bezugnahme auf die
Zeichnung. Darin zeigt die einzige Figur einen schematischen Schaltungsaufbau zum
Durchführen einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0020] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist die Trommel 1 eine Elektrode 12 auf, wobei
als zweite Elektrode die Trommel 1 selbst dient. Zur Gewinnung des Wäscheleitwertes
ist die Trommel 1 mit der Masse 5 des Wäschetrockners verbunden und die Elektrode
12 über einen Vorwiderstand 13 an eine Konstantspannung 6 angeschlossen. Die Wäsche
in der Trommel 1 weist einen Wäschewiderstand 14 auf, der einerseits über die Trommel
1 mit der Masse 5 des Wäschetrockners und andererseits über die Elektrode 12 mit dem
Widerstand 13 verbunden ist und somit mit diesem einen Spannungsteiler bildet. An
dem Verbindungspunkt zwischen dem Wäschewiderstand 14 und dem Widerstand 13 wird ein
Meßsignal 15 gewonnen, das als Maß für den Wäscheleitwert dient. Dieses Leitwertmeßsignal
ist mit dem Eingang eines Differenziergliedes 2 verbunden, das ein Ausgangssignal
21 erzeugt. Dieses Ausgangssignal 21 des Differenziergliedes 2 ist wiederum mit dem
Eingang eines monostabilen Multivibrators 3 verbunden, dessen Ausgangssignal 31 schließlich
mit einem Eingang eines Mikrocontrollers 4 verbunden ist.
[0021] Die Bestimmung der Beladungsmenge des Wäschetrockners geschieht bei Bewegung der
Wäsche in der Trommel 1 durch deren Drehung. Dabei gerät die Wäsche zumindest zeitweise
in Berührung mit der Elektrode 12, was ein zeitlich veränderliches Leitwertmeßsignal
15 zur Folge hat. Bei jeder Berührung der Elektrode 12 durch ein Wäschestück oder
bei jeder Veränderung des zwischen der Elektrode 12 und der Trommel 1 gemessenen Wäschewiderstandes
14 wird das Leitwertmeßsignal 15 einen Sprung bzw. einen Impuls aufweisen. Somit ist
die Anzahl dieser Impulse pro Zeiteinheit ein Maß für die Beladungsmenge des Wäschetrockners.
Da das Leitwertmeßsignal sehr unregelmäßig und die Bestimmung der Frequenz der Impulse
schwierig ist, muß dieses Signal geeignet aufbereitet werden. Dazu wird mit einem
Differenzierglied 2 die Steigung der Impulse des Leifwertmeßsignals 15 bestimmt und
somit von deren Flanken erfaßt. Jede der erfaßten Flanken, die im Ausgangssignal 21
des Differenziergliedes 2 enthalten sind, löst mittels eines monostabilen Multivibrators
3 einen Impuls konstanter Dauer aus. Das Ausgangssignal 31 des monostabilen Multivibrators
3, das die Impulse konstanter Dauer aufweist, ist an einen Digitaleingang eines Mikrocontrollers
4 angeschlossen. Der Mikrocontroller 4 zählt die pro Zeiteinheit empfangenen Impulse
des Signals 31 und bestimmt so deren Frequenz, die ein direktes Maß für die Beladungsmenge
ist.
[0022] Somit wird durch die erfindungsgemäße Lösung ein Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge
eines Wäschetrockners geschaffen, mit dem das Maß für die Beladungsmenge in digitaler
Form vorliegt. Dadurch ist eine einfachere Verarbeitung durch digitale Bausteine,
insbesondere durch einen Mikrocontroller, und eine genauere Bestimmung der Beladungsmenge
möglich. Bei Verwendung eines Mikrocontrollers zur Steuerung des Trocknungsvorganges
ist es auf diese Weise möglich, daß im Mikrocontroller direkt die notwendige Information
zur Beladungsmenge zur Verfügung steht.
1. Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge eines Wäschetrockners, bei dem die Wäsche
in einer Trommel bewegt wird, der elektrische Leitwert der Wäsche mittels Elektroden
bestimmt wird, die die Wäsche zumindest zeitweise berühren, und das Meßsignal des
elektrischen Leitwertes Impulse aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz der Impulse des Meßsignals (15) des elektrischen Leitwertes bestimmt
wird und als Maß für die Beladungsmenge dient.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Erfassung der Flanken
des Leitwertmeßsignals, insbesondere durch Bildung einer zeitlichen Ableitung (Differenzierung),
durchgeführt wird und deren Frequenz als Maß für die Beladungsmenge dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulse des Leitwertmeßsignal
mit einem Schwellenwert verglichen werden, und die Frequenz der Impulse bestimmt wird,
die den Schwellenwert über- oder unterschreiten.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erfaßten Flanken jeweils
einen Impuls konstanter Dauer auslösen, und die Frequenz dieser Impulse als Maß für
die Beladungsmenge dient.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Über- oder Unterschreiten
der vorbestimmten Schwelle jeweils ein Impuls konstanter Dauer ausgelöst wird, und
die Frequenz dieser Impulse als Maß für die Beladungsmenge dient.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestimmung der Frequenz
mittels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassung der Flanken des
Leitwertmeßsignals und/oder die Bestimmung der Frequenz der erfaßten Flanken mittels
eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleich der Impulse des
Leitwertmeßsignals mit einem Schwellenwert und/oder die Bestimmung der Frequenz dei
Impulse, die den Schwellenwert über- oder unterschreiten, mittels eines Mikrocontrollers
(4) durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassung der Flanken des
Leitwertmeßsignals und/oder das Auslösen von jeweils einem Impuls konstanter Dauer
und/oder die Bestimmung der Frequenz der Impulse konstanter Dauer mittels eines Mikrocontrollers
(4) durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleich des Leitwertmeßsignals
mit einem Schwellenwert und/oder das Auslösen eines Impulses konstanter Dauer bei
Über- oder Unterschreitung und/oder die Bestimmung der Frequenz der Impulse konstanter
Dauer mittels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß dem Mikrocontroller
(4) ein Analog/Digital-Wandler zugeordnet ist, der in dem Verfahren auftretende analoge
Signale verarbeitet.