[0001] Die Erfindung betrifft ein Hohlventil für Verbrennungsmotoren zur Temperaturabsenkung
und Gewichtsreduzierung.
[0002] Hohlventile stellen eine besondere Ausführungsart, insbesondere der höher belasteten
Auslaßventile, dar. Ihr Einsatz erfolgt einerseits zur Absenkung der Temperaturen
vorwiegend im Hohlkehlen- und Tellerbereich dient aber auch der Gewichtsreduzierung.
Setzt man Hohlventile zur Temperaturabsenkung ein, wird der Hohlraum zu etwa 60 %
des Volumens mit metallischem Natrium gefüllt, das für den Transport von Wärme vom
Ventilkopf in den Ventilschaft sorgt. Von dort wird die Wärme über die Ventilführung
abgeleitet.
[0003] Es sind mehrere Hohlventilvarianten bekannt. Bei einer dieser Varianten wird ein
Grundkörper hohl gebohrt und mittels Reibschweißen mit einem vollen Schaftendenstück
verbunden. Das Schaftendenstück ist härtbar und läßt daher eine auf den besonderen
Belastungsfall abgestimmte Stabilisierung zu.
[0004] Eine weitere Variante ist in der Herstellung wesentlich aufwendiger. Der Grundkörper
wird ebenfalls vom Schaftende her gebohrt. Das Verschließen der Bohrung erfolgt jedoch
durch induktives Erwärmen des Schaftendes mit anschließendem Zuschmieden, wobei das
volle Schaftendenstück durch Reibschweißen angesetzt wird. Eine Reibschweißung des
vollen Schaftendenstuckes mit dem

zugezogenen" Ende des Grundkörpers bietet eine höhere Sicherheit. Diese Ausführungsform
findet überwiegend in Hochleistungsmotoren Anwendung.
[0005] Das bisherige Optimum an Gewichtsreduzierung und an Wärmeableitung von der Ventiltellerfläche
wird durch ein Hohlkopfventil erreicht. Es wird im Gegensatz zu den vorgenannten Ausführungen
von der Tellerseite her gebohrt und bearbeitet. Die Öffnung wird durch Einsetzen eines
Deckels verschlossen. Der Einsatz solcher Ventile ist überwiegend auf den Motorsport
beschränkt, da die aufwendige Herstellung zu hohen Kosten führt. Um die Ventilschaftabdichtungen
nicht zu hohen Temperaturen auszusetzen, darf die Bohrung des Ventils jedoch nur bis
in die Nähe der Dichtlippe der am Außendurchmesser laufenden, überwiegend elastomeren
Ventilschaftabdichtung geführt sein. Eine längere Bohrung kann lediglich ausgeführt
werden, wenn keine Ventilschaftabdichtung verwendet wird.
[0006] Hohle Ventile können zwar als Monometallventile ausgeführt sein, üblicher sind aber
Bimetallventile, bei welchen das Schaftstück aus einem ferritisch-martensitischen
Stahl und das Kopfstück aus austenitischem Material oder einem nickelbasischen Werkstoff
besteht. Dieses Material wird bei der Herstellung des Kopfstückes warm verformt, bevor
es hohlgebohrt wird. Zwar ist bereits die Herstellung von sehr leichten Ventilen bekannt,
bei welchen Schaft- und Kopfteil als einstückiges, hohles, zylindrisches Bauteil aus
einem duktilen Metallblech gefertigt wird, wie die EP 0 619 419 B1 zeigt, jedoch handelt
es sich hierbei um ein Monometallventil für geringere Beanspruchungen, denn die Verwendung
von austenitischem Werkstoff schloß bisher Kaltumformvorgänge aus. Außerdem reicht
der Hohlraum bei dem bekannten Ventil mit tiefgezogenem Ventilkörper bis zum äußersten
Schaftende. Eine Ableitung von Wärme durch eine eventuell verwendete Ventilfüllung
in das Schaftendstück wäre jedoch unter Umständen schädlich. Der Einsatz solcher Ventile
zur Temperaturabsenkung ist zumindest bei Ventilführungen mit abschließender Ventilschaftabdichtung
sehr bedenklich.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein hohles Bimetallventil sehr geringer
Masse zu schaffen, welches gleichzeitig die Forderungen nach großer mechanischer Verschleißfestigkeit
und Widerstandsfähigkeit gegen Hochtemperaturkorrosion erfüllt und im Vergleich zu
den bisher bekannten Herstellungsverfahren besonders wirtschaftlich herstellbar ist.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen des Kennzeichenteils des Patentanspruchs
1.
[0008] Ein erfindungsgemäß gestaltetes Ventil gestattet die Verwendung des Tiefziehverfahrens
für den Teil des Ventilkörpers, der sich vom Schaftendenteil bis in den Tellerbereich
erstreckt und aus einem austenitischen Werkstoff besteht.
[0009] Für Fachleute als sehr überraschend hat sich die erfolgreiche Verwendung eines nicht
als tiefziehfähig geltenden austenitischen Werkstoffs für die Ausbildung des Ventilkörpers
als tiefgezogenes Blechteil erwiesen.
[0010] An der Schweißnaht wird durch den Schweißvorgang eine möglichst große Innenwulst
(Schweißaustrieb) erzeugt, welche die Verbindung zwischen dem gebohrten Hohlraum im
Schaftendenteil und dem Hohlraum im Ventilkörper entweder vollständig oder teilweise
verschließt. Das im Ventilkörper vorhandene Kühlmittel wird somit am Eindringen in
den Hohlraum des Schaftendenteils gehindert und die Ventilschaftdichtung am Ende der
Ventilführung vor einer Beschädigung durch zu hohe Temperatur geschützt. Der Hohlraum
im Schaftendenstuck dient damit lediglich der gewünschten Gewichtsreduzierung.
[0011] Vorzugsweise ist der den Tellerbereich abschließende Deckel durch die Sitzpanzerung
mit dem Ventilkörper verbunden. Dadurch wird das Herstellungsverfahren vereinfacht
und eine wirtschaftliche Fertigung gesichert, obwohl das Ventil aus drei Teilen besteht.
Die Ausbildung des Ventilkörpers als tiefgezogenes Bauteil ermöglicht in wirtschaftlich
günstiger Weise, die Wandstärke zu variieren und damit den Belastungsanforderungen
anzupassen.
[0012] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung rein schematisch dargestellt
und nachstehend erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- den Längsschnitt durch ein Ventil und die
- Figuren 2 bis 5
- mehrere Ausbildungsvarianten an den Verbindungsstellen zwischen dem Deckel und dem
Ventilkörper.
[0013] Das Ventil besteht im wesentlichen aus den drei Teilen Schaftendenteil 1, Ventilkörper
2 und Deckel 3. Das Schaftendenteil 1 ist mit einer Bohrung 4 versehen, um den Hohlraum
5 zu schaffen. Der Ventilkörper 2 mit dem Teller, dem Hohlkehlenbereich 7 und dem
in die Ventilführung reichenden Schaftteil 9 ist ein tiefgezogenes Bauteil. Das Schaftendenteil
1 ist demgegenüber in üblicher Weise aus einem ferritisch-martensitischen Werkstoff
gefertigt. Die beiden Teile 1 und 2 werden vorzugsweise durch Reibschweißen miteinander
verbunden, wobei sich die weit einwärts reichende Innenwulst (Schweißaustrieb) 10
bildet. Dabei wird der Hohlraum in die Abschnitte 5 und 11 unterteilt, wobei ein kleiner
Durchtrittsquerschnitt 12 erhalten bleiben kann. Dadurch ist es dem im Hohlraum 11
des Ventilkörpers 2 vorhandenen Kühlmittel nicht oder nur in einem sehr geringen Maße
möglich, in den Hohlraum 5 des Schaftendenteils 1 zu gelangen. Der schaftendenseitige
Hohlraum dient daher lediglich der Gewichtsreduzierung. Die vom Ventilteller 13 über
das Kühlmittel in den Schaft des Ventilkörpers geleitete Wärme wird in ausreichendem
Maße auf die Führung 8 übertragen und von dort weiter über den Wasserkreislauf im
Zylinderkopf abgeleitet. Die am Ende der Ventilführung ansetzende Schaftdichtung 14
wird somit vor Zerstörung durch zu hohe Wärme geschützt.
[0014] Im Tellerbereich wird der Ventilkopf durch einen Deckel 3 verschlossen, wobei die
Sitzpanzerung 15 gleichzeitig als Schweißverbindung dient.
[0015] In den Figuren 2 bis 5 sind verschiedene Gestaltungen der Berührungsflächen zwischen
dem Ventilkopf im Tellerbereich und dem Deckel 3 dargestellt. Bei allen Ausführungsbeispielen
dient die Sitzpanzerung 15 gleichzeitig als Verbindungselement zwischen dem Deckel
3 und dem Ventilkörper.
1. Hohlventil für Verbrennungsmotoren mit einem Hohlraum zur Temperaturabsenkung und
Gewichtsreduzierung, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil aus drei miteinander verschweißten
Teilen (1, 2, 3) besteht, welche einen Hohlraum einschließen, der sich vom Tellerbereich
des Ventilkörpers bis in den Ventilschaft hinein erstreckt, wobei der sich vom Schaftendenteil
(1) bis zum Tellerbereich (13) erstreckende Ventilkörper (2) als tiefgezogenes Blechteil
aus austenitischem Werkstoff ausgebildet und mit dem Schaftendenteil durch Schweißen
verbunden ist.
2. Hohlventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Schweißnaht eine den
Hohlraumquerschnitt teilweise oder vollständig verschließende Innenwulst (10) ausgebildet
ist.
3. Hohlventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaftendenteil
(1) hohlgebohrt ist.
4. Hohlventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaftendenteil
aus einem ferritisch-martensitischen Stahl besteht.
5. Hohlventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der tiefgezogene
Blechteil des Ventilkörpers (2) im Bereich besonders hoher Belastung mit einer größeren
Wandstärke versehen ist.
6. Hohlventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilteller
(13) mit einem Deckel (3) verschlossen ist, und beide Teile durch die Sitzpanzerung
(15) miteinander verschweißt sind.