[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Flüssigkeitsringpumpenaggregat nach Gattungsbegriff
von Patentanspruch 1.
[0002] In der Flüssigkeitsringpumpe einer derartigen Anordnung läuft durch ein Laufrad in
ein Gehäuse ein Flüssigkeitsring aus Betriebsflüssigkeit um. Der Flüssigkeitsring
hebt sich auf der Saugseite von der Laufradnabe ab, so daß das zu fördende Gas als
Fördergas eintreten kann. Auf der Druckseite nähert sich der Flüssigkeitsring der
Laufradnabe wieder an, wodurch verdichtertes Fördergas ausgeschoben werden kann. Die
Flüssigkeitsringpumpe arbeitet mit einem nachgeschalteten Flüssigkeitsabscheider zur
Rückgewinnung von Betriebsflüssigkeit. Die Rücklaufleitung des Flüssigkeitsabscheiders
wird durch einen Wärmetauscher zum Herunterkühlen der Betriebsflussigkeit geführt.
Derartige Flüssigkeitsringpumpen mit Wärmetauscher haben in vielen Anwendungsfällen
die Flüssigkeitsringpumpen mit sogenannten Frischwasserbetrieb aus Gründen der Wirtschaftlichkeit
und des Umweltschutzes abgelöst.
[0003] Bei Flüssigkeitsringpumpen ändert sich das Saugvermögen und der Ansaugdruck mit der
Temperatur der Betriebsflüssigkeit, da der Dampfdruck temperaturabhängig ist. Übliche
Betriebskennlinien sind für ein Ansaugen von Luft mit 100% relativer Feuchte und einer
Temperatur von 20°C sowie für eine Betriebsflussigkeit aus Wasser bei einer Temperatur
von 15°C aufgenommen. Die Betriebsflüssigkeit hat außer der eigentlichen Arbeitsfunktion
auch die weitere wesentliche Funktion, die Verdichtungswärme abzuführen, gegebenenfalls
Spalte zwischen Laufrad und Steuerscheiben abzudichten und ebenso auch Teile der Wellendichtung
zu kühlen. Die unwillkürlich mit dem Fördergas ausgeschobene Betriebsflüssigkeit kann
in einem nachgeschalteten Flüssigkeitsabscheider von diesem getrennt werden.
[0004] Sowohl die in DE 40 36 516 C2 beschriebene Flüssigkeitsringpumpe als auch die in
Druckschrift

Sihi Halberg, Anleitung zur Auswahl der geeigneten Betriebsflüssigkeit und deren Schaltung"
beschriebenen Anordnungen, weisen einen Wasserkühler zum Herunterkühlen der in einem
Flüssigkeitsabscheider zurückgewonnenen Betriebsflüssigkeit auf. Die Wärmeleistung
der Flüssigkeitsringpumpe wird dabei je nach Ausgestaltung des Wärmetauschers mehr
oder weniger vom Kühlwasser aufgenommen und abgeführt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flüssigkeitsringpumpenaggregat zu entwickeln,
dessen Abwärme auch für andere Prozesse sinnvoll eingesetzt werden kann.
[0006] Die Lösung der geschilderten Aufgabe besteht nach der Erfindung in einer Flüssigkeitsringpumpenaggregat
nach Patentanspruch 1. Danach sind dem Flüssigkeitsabscheider mindestens ein mit Kühlluft
beaufschlagter Wärmetauscher und/oder ein mit Wasser beaaufschlagter Wärmetauscher
nachgeschaltet. Durch eine Ventilanordnung sind die mit Kühlluft und/oder mit Wasser
beaufschlagten Wärmetauscher zuschaltbar. Durch diesen Kombi-Betrieb kann über die
Temperatur der Betriebsflüssigkeit der Flüssigkeitsringpumpe deren Wirkungsgrad oder
die Raumtemperatur optimal den jeweiligen Prozessvorgaben angepaßt werden. Durch den
mit Wasser beaufschlagten Wärmetauscher kann auch Brauchwasser anderer Prozesse vorgewärmt
werden. Es treten mit dieser Art der Kühlung außerdem keine Leckverluste auf. Seriell
und/oder parallel angeordnete Wärmetauscher können je nach Ventilanordnung den jeweiligen
Anforderungen des Prozesses oder der Raumtemperatur angepaßt werden. Die Zeichnung
Zeigt als schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel eines Flüssigkeitsringpumpenaggregats
6 einen Flüssigkeitsabscheider 1, dessen Rückführung der Betriebsflüssigkeit über
ein Dreiwegeventil 5, einen mit Kühlluft beaufschlagten Wärmetauscher 2 und einen
mit Wasser beaufschlagten Wärmetauscher 3 erfolgt und eine Flüssigkeitsringpumpe 4,
der die Betriebsflüssigkeit wieder zugeführt wird.
[0007] Das in der Druckleitung 7 der Flüssigkeitsringpumpe ausgestossene Fördergas führt
Betriebsflüssigkeit mit. In dem der Flüssigkeitsringpumpe 4 nachgeschalteten Flüssigkeitsabscheider
1 wird die Betriebsflüssigkeit zurückgewonnen. In der Betriebsflüssigkeit ist die
Verdichtungwärme enthalten, die vor Rückführung in die Flüssigkeitsringpumpe 4 soweit
entzogen wird, so daß der Verdichtungsprozess durch die Temperatur der Betriebsflüssigkeit
nicht beeinträchtigt wird.
[0008] Dies geschieht zum einen durch einen mit Kühlluft beaufschlagten Wärmetauscher 2
und einen in Reihe geschalteten, mit Wasser beaufschlagten Wärmetauscher 3. Durch
ein Dreiwegeventil 5 kann nur der mit Kühlluft beaufschlagte Wärmetauscher 2 zur Kühlung
der Betriebsflüssigkeit verwendet werden. Der Wasserkreislauf des mit Wasser beaufschlagten
Wärmetauschers 3 ist dabei sekundärseitig kurzgeschlossen.
[0009] Ober eine dementsprechende Stellung des Dreiwegeventils 5 kann auch nur der mit Wasser
beaufschlagte Wärmetauscher 3 zur Kühlung herangezogen werden. Durch das Dreiwegeventil
5 sind auch beliebige Mischformen der Kühlungsarten denkbar. Bei dem erfindungsgemäßen
Flüssigkeitsringpumpenaggregat 6 kann die Betriebsflüssigkeit auf niederer Temperatur,
beispielsweise in der Größenordnung von 5°C zugeführt werden. Man erzielt ein besseres
Arbeitsvakuum und höhere Fördermengen, vermindert die Kosten für Wasser und Heizung
und steigert damit insgesamt den Wirkungsgrad. Dieser Prozess kann durch eine selbsttätige
temperaturgesteuerte Regelung der Ventilanordnung zusätzlich optimiert werden.
1. Flüssigkeitsringpumpenaggregat (6), das folgende Merkmale aufweist:
a) eine mit einer Saugleitung (8) und mit einer Druckleitung (7) mit nachgeschaltetem
Flüssigkeitsabscheider (1) verbundene Flüssigkeitsringpumpe (4),
b) an den Flüssigkeitsabscheider (1) sind eine Abluftleitung (10) und eine zur Flüssigkeitsringpumpe
(4) führende, der Rückführung von Betriebsflüssigkeit dienende Rücklaufleitung angeschlossen,
c) in der Rücklaufleitung ist mindestens ein mit Kühlluft beaufschlagter Wärmetauscher
(2) und/oder mindestens ein mit Wasser beaufschlagter Wärmetauscher (3) vorhanden,
d) durch Ventilanordnungen (5) sind die mit Kühlluft und/oder Wasser beaufschlagten
Wärmetauscher (2, 3) zuschaltbar.
2. Flüssigkeitsringpumpenaggregat (6) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmetauscher (2, 3) für Kühlluft und Wasser seriell und/oder parallel angeordnet
sind.
3. Flüssigkeitsringpumpenaggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilanordnung (5) als Dreiwegeventil ausgeführt ist.