| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 898 546 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
|
11.04.2007 Patentblatt 2007/15 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
28.11.2001 Patentblatt 2001/48 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.04.1997 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE1997/000834 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 1997/041026 (06.11.1997 Gazette 1997/47) |
|
| (54) |
VORRICHTUNG ZUR AUSSENREINIGUNG VON SCHIFFSRÜMPFEN
DEVICE FOR EXTERNAL CLEANING OF SHIPS' HULLS
DISPOSITIF POUR LE NETTOYAGE EXTERIEUR DE COQUES DE BATEAUX
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
BE DE DK ES FI FR GB GR IE IT MC NL PT SE |
| (30) |
Priorität: |
26.04.1996 DE 29607426 U
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.03.1999 Patentblatt 1999/09 |
| (73) |
Patentinhaber: Weber, Manfred |
|
51643 Gummersbach (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Weber, Manfred
51643 Gummersbach (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Frank, Gerhard |
|
Patentanwälte,
Mayer Frank Schön,
Schwarzwaldstrasse 1A 75173 Pforzheim 75173 Pforzheim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 1 531 599 DE-U- 29 607 426 US-A- 3 709 184 US-A- 4 510 639 US-A- 4 841 894
|
DE-A- 3 641 939 FR-A- 2 723 908 US-A- 4 236 477 US-A- 4 628 562 US-A- 5 351 640
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Außenreinigung von Schiffsrümpfen mit
mindestens einer rotierend antreibbaren, in einem Rahmengestell drehbar gelagerten
Reinigungswalze, die sich zumindest teilweise unter der Wasseroberfläche eines Gewässers
befindet.
[0002] Die Rümpfe von Schiffen und Jachten werden unterhalb oder im Bereich der Wasserlinie
je nach Art des Gewässers im Laufe der Zeit von einer Vielzahl von Lebewesen wie Algen,
Muscheln, Korallen und dergleichen besiedelt. Dadurch kann u. U. das Rumpfmaterial
in Mitleidenschaft gezogen werden, in jedem Falle wird jedoch der hydrodynamische
Widerstand des Schiffsrumpfes verschlechtert, so daß die Fahreigenschaften des Schiffes
beeinträchtigt werden bzw. bei motorgetriebenen Schiffen ein erhöhter Kraftstoffverbrauch
die Folge ist.
[0003] Aus diesem Grunde wurden die Schiffe bisher etwa einmal jährlich mittels eines Hebezeuges
aus dem Wasser gehoben und die angewachsenen Beläge manuell entfernt.
[0004] Um die Besiedelung des Schiffsrumpfes mit lebenden Organismen, einzuschränken bzw.
zu verhindern, werden die Schiffsrümpfe nach dem Stand der Technik auch regelmäßig
mit einer aus stark toxischen Substanzen bestehenden sogenannten "Antifoul"-Beschichtung
versehen, deren inhibierende Wirkung jedoch verhältnismäßig rasch nachläßt, da die
verwendeten Substanzen, um auf die Organismen toxisch wirken zu können, immer auch
zumindest geringfügig wasserlöslich sein müssen. Die Verwendung derartiger toxischer
Substanzen ist aus Umweltschutzgründen problematisch.
[0005] Die notwendige manuelle Reinigung der Schiffsrümpfe ist rela tiv zeitaufwendig und
verursacht erhebliche Kosten. Auch kann sie in der Regel nur an teuren Liegeplätzen
ausgeführt werden, wo entsprechende Hebekräne zur Verfügung stehen.
[0006] Derartige Vorrichtungen sind beispielsweise aus der DE 296 07 426 und der US 4,236,477
bekannt. Sämtliche dieser aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen weisen
jeweils starre walzenachsen auf, die drehbar angetrieben werden. Ein Schiffsrumpf
ist bekanntermaßen gekrümmt ausgebildet, so dass jede Walzenachse nur in einem bestimmten
Linearbereich vollflächig anliegt, nicht aber entlang ihrer gesamten Walzenachsen.
Demzufolge wird der optimale Anpress- und Reinigungsdruck nur in einem bestimmten
Walzenabschnitt bewirkt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Reinigungsvorrichtung
derart weiterzuentwickeln, dass die Reinigung besser durchführbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Reinigungswalze einen
elastisch deformierbaren und an die Form des Schiffsrumpfes anpassbaren Kern aufweist,
an dem einzelne Bürstenelemente drehfest angeordnet sind, die auf ihrer Umfangsfläche
bürstenförmige, sich in radialer Richtung erstrekkende Reinigungskörper aufweisen.
[0009] Um auf alle Bereiche des Schiffsrumpfes einen gleichmäßigen Druck ausüben zu können,
aber auch um unterschiedliche Schiffsrümpfe mit derselben Vorrichtung reinigen zu
können, sind die Walzenachsen der Reinigungswalzen flexibel an die Rumpfform anpassbar
ausgebildet. Dazu können die Achsen beispielsweise segmentweise aufgebaut sein, wobei
die Segmente zum Beispiel über Federelemente miteinander verbunden sind. Auch Achsenkörper
aus elastischem Kunststoff- oder Gummimaterialien sind hierzu geeignet.
[0010] Die Oberfläche der Reinigungswalze ist vorzugsweise so ausgebildet, dass sie in rotierendem
Zustand zwar aggressiv auf die aufwachsenden Schichten aus lebenden Organismen einwirkt,
jedoch keine Gefahr einer Beschädigung der üblicherweise aus Glasfaser-verstärktem
Kunststoff GFK hergestellten Rümpfe besteht. In Frage kommen insbesondere Bürstenwalzen,
Schlaufenwalzen, Walzen mit aufgerauhten Oberflächen oder mit schleifenden oder schmirgelnden
Substanzen belegte Walzen. Zwar ist im Prinzip die Reinigung eines gesamten Schiffsrumpfes
mit einer Reinigungswalze möglich, vorzugsweise sind jedoch ein oder mehrere Walzenpaare
vorgesehen, deren Einzelwalzen jeweils auf der Steuerbord- bzw. Backbordseite angeordnet
sind. Dadurch kann die erforderliche Reinigungszeit drastisch gesenkt werden.
[0011] Das Gestell zum Tragen bzw. zur Aufnahme der Reinigungswalzen kann von Schwimmkörpern
getragen werden, ist jedoch vorzugsweise ortsfest im Wasser beispielsweise mit Hilfe
von Bodenankern positioniert. Das Schiff wird dann z. B. mit Hilfe einer Ankerwinde
oder dergleichen durch die Reinigungsanlage gezogen, wobei die Vorschubgeschwindigkeit
auf die Dicke bzw. Art und Weise der Verschmutzungen und Bewüchse angepaßt werden
kann.
[0012] Andererseits ist es auch möglich, das Schiff ortsfest zu verankern und die Reinigungswalzen
im Gestell in Längsrichtung des Schiffes verfahrbar anzuordnen.
[0013] Zur Anpassung an unterschiedliche Schiffsrümpfe ist es weiterhin vorteilhaft, die
Reinigungswalzen im Gestell in Richtung zum Schiffsrumpf verfahren zu können. Aus
dem gleichen Grunde sollte der Neigungswinkel der Walzenkörper bzw. Walzenachsen zur
Senkrechten einstellbar sein.
[0014] Die Antriebsmotoren bzw. die Motoren zum Verstellen der Reini gungswalzen sind vorzugsweise
oberhalb der Wasseroberfläche angeordnet und können z. B. von dem Gestell für die
Reinigungswalzen getragen werden. Sie sind zum Antrieb der Reinigungswalzen mit diesen
mit Hilfe der üblichen Trieborgane wie Zahnriemen, Kegelradgetriebe oder dergleichen
verbunden, so daß die Funktionsfähigkeit der Antriebe bzw. Lager und sonstiger beweglicher
Teile unter Wasser gewährleistet ist.
[0015] Die Antriebs- bzw. Stellmotore sind vorzugsweise als gekapselte Elektromotore ausgebildet.
Ebenso können hydraulische oder pneumatische Motoren eingesetzt werden. Bei automatisch
arbeitenden Reinigungsanlagen können sie beispielsweise mit Hilfe von Sensoren, die
auf die Größe, die Form und Position des Schiffsrumpfes ansprechen, geregelt bzw.
gesteuert sein.
[0016] Neben Reinigungswalzen können auch umlaufende Reinigungsbänder verwendet werden,
die mit Hilfe entsprechender Antriebe gegen den Schiffsrumpf geführt werden.
[0017] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und wird im nachfolgenden
anhand der Zeichnung einzelnen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines von einem Gestell getragenen Reinigungswalzenpaares
in unterschiedlichen Reinigungsstellungen,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine der Reinigungswalzen gem. Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch eine Reinigungswalze gem. Fig. 1 und 2 und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch die Reinigungswalze gem. Fig. 1 bis 3.
[0018] Die in Fig. 1 schematisch gezeigte Reinigungsanlage besteht aus einem im wesentlichen
unter dem Wasserspiegel angeordneten Rahmengestell 1, in dem zwei antreibbare Reinigungswalzen
2, 3 quer zur Längsrichtung eines Schiffsrumpfes 4 angeordnet sind. Die Reinigungswalzen
2, 3 werden von Motoren 5, 6 angetrieben, die oberhalb der Wasseroberfläche liegen
und mit nicht dargestellten elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Versorgungsleitungen
verbunden sind.
[0019] Die Reinigungswalzen 2, 3 sind bzgl. ihrer Längsachse elastisch deformierbar und
mit ihren oberen Enden an den Seitenschenkeln 7, 8 des Rahmengestells 1 verschwenkbar
gelagert. Die unter der Wasseroberfläche liegenden Enden der Reinigungswalzen 2, 3
werden von längenveränderlichen Stellzylindern 9, 10 getragen, die am Rahmengestell
1 verschwenkbar angelenkt sind.
[0020] Die Zeichnungsfigur 1 zeigt die Lage der Reinigungswalzen 2, 3 in der oberen Position
beim Einfahren eines Schiffsrumpfes 4, d. h. im Bugbereich und in der unteren Position
in einer Stellung, in der sie sich beim Reinigen an der breitesten Stelle des Schiffsrumpfes
befinden.
[0021] Das Rahmengestell 1. weist eine mittige Öffnung 11 auf, durch die z. B. der Kiel
12 des Schiffsrumpfes 4 gezogen werden kann.
[0022] In Zeichnungsfigur 2 ist eine der Reinigungswalzen 2, 3 in einer Draufsicht dargestellt.
Hierbei wird insbesondere die Lage der Stellzylinder verdeutlicht.
[0023] Der Aufbau der verwendeten Reinigungswalzen 2, 3 geht aus den Zeichnungsfiguren 3
und 4 hervor. Die Walze besteht aus einem elastisch deformierbaren Kern 13, der z.
B. aus Kunststoff oder einer Spiralfeder bestehen kann. Drehfest um den Kern 13 sind
jeweils einzelne Bürstenelemente 14, 15, 16 angeordnet, die über elastisch deformierbare
Zwischenringe 17 miteinander verbunden sind. Die Bürstenelemente 14, 15, 16 tragen
auf ihrer äußeren Umfangsfläche 18 bürstenförmige Reinigungskörper 19, die sich in
radialer Richtung erstrecken.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Rahmengestell
- 2
- Reinigungswalze
- 3
- Reinigungswalze
- 4
- Schiffsrumpf
- 5
- Motor
- 6
- Motor
- 7
- Seitenschenkel
- 8
- Seitenschenkel
- 9
- Stellzylinder
- 10
- Stellzylinder
- 11
- Öffnung
- 12
- Kiel
- 13
- Kern
- 14
- Bürstenelement
- 15
- Bürstenelement
- 16
- Bürstenelement
- 17
- Zwischenring
- 18
- äußere Umfangsfläche
- 19
- bürstenförmiger Reinigungskörper
1. Vorrichtung zur Außenreinigung von Schiffsrümpfen mit mindestens einer rotierend antreibbaren
Reinigungswalze (2,3), die mittels ihrer beiden Enden in einem Rahmengestell drehbar
gelagert ist, wobei sich die Reinigungswalze zumindest teilweise unter der Wasseroberfläche
eines Gewässers befindet, wobei die Reinigungswalze (2,3) einen Kern (13) aufweist,
an dem einzelne Bürstenelemente (14,15,16) drehfest angeordnet sind, die auf ihrer
Umfangsfläche (18) bürstenförmige, sich in radialer Richtung erstreckende Reinigungskörper
(19) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (13) der Reinigungswalze (2,3) elastisch deformierbar und an die Form des
Schiffsrumpfes anpassbar ist.
2. Reinigung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Reinigungswalze (2, 3) durch Stellzylinder (9, 10) an den Schiffsrumpf
(4) anlegbar sind.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bürstenelemente (14, 15, 16) über elastisch deformierbare Zwischenringe (17)
miteinander verbindbar sind.
4. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellzylinder (9, 10) über auf die Größe, Form oder Position des Schiffsrumpfes
(4) entsprechende Sensoren regelbar sind.
5. Reinigungsvorrichtung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren an den Stellzylindern angeordnet sind.
1. Apparatus for cleaning ships' hulls, having at least one rotatably drivable cleaning
roller (2, 3), which is rotatably mounted by means of its two ends in a framework,
the cleaning roller being located at last partly below the surface of a body of water,
wherein the cleaning roller (2, 3) comprises a core (13), on which individual brush
elements (14, 15, 16) having on their circumferential surface (18) radially extending
brush-form cleaning elements (19) are non-rotatably arranged,
characterised in that the core (13) of the cleaning roller (2, 3) is resiliently deformable and is adaptable
to the shape of the ship's hull.
2. Cleaning device according to claim 1, characterised in that the ends of the cleaning roller (2,3) can be positioned against the ship's hull (4)
by control cylinders (9, 10).
3. Device according to claim 1 or 2, characterised in that the brush segments (14, 15, 16) can be connected to one another by elastically deformable
spacers (17).
4. Cleaning device according to claim 2 or 3 characterised in that the control cylinders (9, 10) can be regulated via sensors responding to the size,
shape or position of the ship's hull (4).
5. Cleaning device according to claim 4, characterised in that the sensors are mounted on the control cylinders.
1. Appareil pour le nettoyage extérieur de coques de bateaux, comprenant au moins un
cylindre de nettoyage (2, 3) susceptible d'être entraîné en rotation, monté en rotation
dans un châssis au moyen de ses deux extrémités, le cylindre de nettoyage se trouvant
au moins partiellement au-dessous de la surface d'un plan d'eau, le cylindre de nettoyage
(2, 3) comprenant un noyau (13) sur lequel sont agencés solidairement en rotation
des éléments à brosse individuels (14, 15, 16) qui comportent sur leur surface périphérique
(18) des corps de nettoyage (19) en forme de brosse qui s'étendent en direction radiale,
caractérisé en ce que le noyau (13) du cylindre de nettoyage (2, 3) est élastiquement déformable et adaptable
à la forme de la coque du bateau.
2. Appareil de nettoyage selon la revendication 1, caractérisé en ce que les extrémités du cylindre de nettoyage (2, 3) sont susceptibles d'être appliquées
contre la coque du bateau (4) par des vérins de positionnement (9, 10).
3. Appareil de nettoyage selon l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les éléments à brosse (14, 15, 16) sont susceptibles d'être reliés les uns aux autres
via des bagues intermédiaires (17) élastiquement déformables.
4. Appareil de nettoyage selon l'une ou l'autre des revendications 2 et 3, caractérisé en ce que les vérins de positionnement (9, 10) sont susceptibles d'être réglés par l'intermédiaire
de capteurs correspondant à la taille, à la forme ou à la position de la coque du
bateau (4).
5. Appareil de nettoyage selon la revendication 4, caractérisé en ce que les capteurs sont agencés sur les vérins de positionnement.