| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 899 085 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
08.01.2003 Patentblatt 2003/02 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.07.1998 |
|
|
| (54) |
Verfahren zum Verschweissen von Kunststoffteilen
Process for welding plastic parts
Procédé pour le soudage de pièces en matière synthétique
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE DK ES FI FR GB IE IT LI NL PT SE |
| (30) |
Priorität: |
01.09.1997 DE 19738100
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.03.1999 Patentblatt 1999/09 |
| (73) |
Patentinhaber: Georg Fischer Rohrleitungssysteme AG |
|
8201 Schaffhausen (CH) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Haug Peter
78224 Singen (DE)
- Wermelinger Jörg
8200 Schaffhausen (CH)
|
| (74) |
Vertreter: Weiss, Wolfgang, Dr. |
|
c/o Georg Fischer AG
Patentabteilung - MFB 2661
Amsler-Laffonstrasse 9 8201 Schaffhausen 8201 Schaffhausen (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 263 980 DE-A- 3 628 246 US-A- 4 645 896
|
DD-A- 273 394 US-A- 3 939 027
|
|
| |
|
|
- DATABASE WPI Section Ch, Week 199004 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
A35, AN 1988-359102 XP002123645 -& DD 270 819 A (LICHOLETOV V V), 16. August 1989
(1989-08-16)
- DATABASE WPI Section Ch, Week 198910 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
A35, AN 1989-075399 XP002123646 -& SU 1 419 908 A (PATON ELECTROWELD IND), 30. August
1988 (1988-08-30)
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschweissen von Kunststoffteilen,
insbesondere von Kunststoffrohren, wobei die zu verschweissenden Rohre aus thermoplastischem
Kunststoff koaxial ausgerichtet sind und mittels einstellbarem Druck gegeneinander
drückbar sind.
[0002] Verfahren dieser Art sind auch unter dem Namen Heizelementstumpfschweissen bekannt.
Dabei erfolgt der Schweissvorgang in zwei zeitlich voneinander getrennten Phasen nämlich
in einem Aufheiz- und einem Fügevorgang.
[0003] Aus der WO 95/11 124 ist eine Stumpfschweissmaschine zum Verschweissen von Rohrenden
bekannt, bei welcher die zu verschweissenden Teile durch eine Spannvorrichtung in
koaxialer Lage zueinander gehalten werden. Die Vorrichtung weist u.a. einen Sensor
zum Messen der Umgebungstemperatur, einen Zeitgeber sowie einen linearen Messumformer
auf. Zur Überwachung des Füge- und Abkühlvorgangs wird vorgeschlagen, aufgrund der
gemessenen Umgebungstemperatur eine vorbestimmte Abkühl-Zeitspanne festzulegen. Definitionsgemäss
muss diese festgelegte Zeitspanne verstreichen, bevor die verschweissten Teile soweit
abgekühlt sind, dass die Schweissnaht eine genügende Festigkeit aufweist und die Spannvorrichtung
entfernt werden kann. Der für die Zeitdauer des Abkühlvorgangs massgebende Zeitgeber
wird gestartet, nachdem vom linearen Messumformer festgestellt wurde, dass die Rohrenden
sich um einen bestimmten Betrag gegeneinander verschoben haben. Anhand dieser Relativverschiebung
soll sichergestellt werden, dass eine gegenseitige Durchdringung der Rohrenden stattgefunden
hat und tatsächlich ein wirksames Verschweissen sichergestellt ist. Obwohl bei diesem
Verfahren die Umgebungstemperatur zur Ermittlung des Erreichens der Festigkeit der
verschweissten Teile herangezogen wird, werden nicht alle für eine einwandfreie Schweissung
notwendigen Parameter berücksichtigt.
[0004] Aus der EP-0 535 454 A2 ist eine Einrichtung zum Verschweissen von Rohren aus thermoplastischem
Kunststoff bekannt. Dabei werden die Rohre mittels Spannvorrichtungen in koaxialer
Lage zueinandergehalten, wobei ein Handhebel zum axialen Verschieben von zumindest
einer Spannvorrichtung vorgesehen ist. Die Einrichtung weist eine Prozesssteuerung
auf, welche mit einem Datenspeicher zur Speicherung der für eine einwandfrei Schweissverbindung
relevanten Angaben der Rohrdimension und des Rohrmaterials versehen ist. Die Prozesssteuerung
ist im weiteren mit einer Anzeige versehen und mit Kontroll-Einrichtungen wirkverbunden.
Während des Verschweissens können an der Anzeige die relevanten Schweissparameter
abgelesen werden, so dass trotz Handbedienung eine Fehlbedienung weitgehend ausgeschlossen
werden soll.
[0005] Schliesslich ist aus der DE 29 23 205 C2 ein Verfahren und eine Vorrichtung zum nahtlosen
Verbinden von thermoplastischen Kunststoffhohlprofilen bekannt. Dabei werden die zu
verbindenden Hohlprofile auf Stoss eingespannt und mittels einer die Profilendstücke
umschliessenden Heizvorrichtung über den ganzen Umfang plastifiziert. In das Innere
der Hohlprofile wird eine im Volumen veränderbare Stützvorrichtung eingebracht. Da
die Heizvorrichtung die Profilendstücke umschliesst und die Stützvorrichtung während
des Verbindungsvorgangs unter Überdruck gehalten wird, kann die zum Verbinden der
beiden Hohlprofile notwendige Druckkraft durch die Wärmeausdehnung der Hohlprofile
aufgebracht werden.
[0006] Allen bisher bekannten Einrichtungen zum Verschweissen von thermoplastischen Kunststoffrohren
ist gemeinsam, dass zur Überwachung des Fügevorganges der Fügedruck während der Abkühlzeit
kontrolliert wird. Dieser Ablauf wird in einem Weg-Druck-Kraft-Zeitverlauf-Diagramm
erfasst. Es galt als gesichert, dass eine derart kontrollierte Prozessführung für
die Schweissqualität entscheidend ist.
[0007] Es wurde nun in zahlreichen Untersuchungen festgestellt, dass für eine qualitativ
hochwertige und reproduzierbare Schweissung auch andere Einflussgrössen entscheidend
sind.
[0008] Ausgehend von bekannten Stand der Technik und den neu gewonnenen Erkenntnissen. ist
es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Verschweissen von thermoplastischen Kunststoffteilen
vorzuschlagen, mittels welchen einwandfreie Schweissverbindungen reproduzierbar herstellbar
sind.
[0009] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den abhängigen Ansprüchen
hervor.
[0011] An Hand der beiliegenden Zeichnungen wird die Erfindung näher beschrieben und erläutert.
[0012] Es zeigt:
Fig 1 einen schematischen Querschnitt durch eine Anordnung, mit der das erfindungsgemässe
Verfahren durchgeführt werden kann; und
Fig 2 ein Temperatur-Zeit- Abkühlungsdiagramm.
[0013] Bei bekannten Verfahren zum Verschweissen von thermoplastischen Kunststoffrohren
wird in der Regel der Fügedruck während der Abkühlphase kontrolliert. Erfinderseitig
wurde jedoch erkannt, dass das eigentliche Kriterium für das Ende der Abkühlung die
Festigkeit der Schweisszone ist. Die Festigkeit ist aber nicht direkt abhängig von
der Zeit, sondern von der Temperatur des zu verschweissenden Materials. Bei einer
Umgebungstemperatur von 40° C liegt die Materialtemperatur in der Schweisszone am
Ende einer fixen Abkühlungszeit mehr als 30° C höher als bei 5°C Raumtemperatur. Die
Erkenntnis, den Einfluss der Umgebung auf den Abkühlprozess zu erfassen und zu berücksichtigen,
ist erfindungswesentlich. Damit kann die Abkühlzeit so gesteuert werden, dass die
notwendige Materialfestigkeit in der Schweisszone sichergestellt ist.
[0014] Die Figur 1 zeigt eine schematische Schnittansicht durch eine Anordnung 1 zum stirnseitigen
Verschweissen von Kunststoffrohrenenden 2. Die Fügefläche ist mit 2a bezeichnet. Die
Rohre sind in einer Schweissmaschine für kontakt- oder kontaktloses Anwärmen je in
eine Spannvorrichtung 3 eingespannt. Ein Infrarot-Sensor 5 ist auf die Fügestelle
gerichtet und erfasst die Temperatur des Rohrmaterials im Fügebereich. Dabei werden
die Oberflächentemperaturen des Schweisswulstes erfasst. Diese Temperaturdaten werden
laufend während des Abkühlprozesses in eine Elektronikeinheit 4 eingespeist und laufend
verarbeitet.
[0015] Die Abkühlzeit wird durch die maximale Materialtemperatur T
M in der Schweisszone bestimmt. Dies wird mittels numerischer Integration auf Grund
der Signale des Infrarot-Sensors (T
BT-Sensors) 5 berechnet.
[0016] Die Materialtemperatur wird gemäss der folgenden Formel ermittelt:

In dieser Formel bedeuten:
- TM(t) die Materialtemperatur in der Schweisszone über die Zeit,
- TBT die Oberflächentemperatur der Schweisszone, und
- t die Zeit.
[0017] Dieses Verfahren ermittelt die Materialtemperatur unter verschiedensten, konstanten
und variablen Kühlleistungen. Somit wird die gewünschte Materialfestigkeit bei Ende
des Abkühlprozesses sichergestellt. Abkühlzeitverkürzungen mittels erhöhter Kühlleistung
sind möglich. Die Kühlleistung kann durch den Einsatz eines Kühlluftaggregates 6 mittels
folgender Methoden erhöht werden:
- Ventilatorluft (hoher Luftvolumenstrom, niedriger Druck)
- Kompressorluft (niedriger Luftvolumenstrom, hoher Druck)
[0018] Diese Aggregate können in der Schweissmaschine integriert sein oder als optionales
Zusatzbauteil auf die Schweissmaschine aufgesetzt werden.
[0019] Die Abkühlzeit ist abgeschlossen, wenn der vorgegebene Sollwert der Materialtemperatur
unterschritten wird.
[0020] Die Figur 2 zeigt beispielsweise die Abkühlungskurven für eine Verschweissung. Die
Kurve 11 zeigt den Verlauf der erfassten Temperaturen an der Oberfläche des Wulstes
13. Dieser Wulst entsteht durch Zusammenpressen des Aufschmelzbereiches der Rohre
14 als Folge der Einbringung einer vorbestimmten Wärmeenergie in die Rohrenden. Die
zweite Kurve 12 zeigt die effektiv gemessene Rohrwandtemperatur. Die gestrichelte
Linie 15 zeigt den berechneten Rohrwandtemperaturverlauf an. Es zeigt sich, dass der
errechnete und der effektiv gemessene Verlauf der Temperatur in der Rohrwand praktisch
übereinstimmen.
1. Verfahren zum Verschweissen von Teilen aus thermoplastischem Kunststoff mittels eines
Stumpfschweissverfahrens, wobei die Teile in koaxialer Lage zueinander mittels Spannvorrichtungen
(3) gehalten werden, und mittels einer Heizvorrichtung, die zwischen die Teile bringbar
ist, aufgeheizt werden, wobei durch Erwärmung der freien zu verschweissenden Rohrenden
(2) ein Aufschmelzbereich erzeugt wird, der beim Verpressen einen Wulst (13) bildet,
und wobei laufend die Temperatur erfasst wird, dadurch gekennzeichnet,
dass während des Abkühlprozesses einerseits mittels eines Infrarotsensors (5) berührungslos
die Oberflächentemperatur des Wulstes und dass anderseits die Umgebungstemperatur
in der Umgebung der Schweissmaschine von einer Elektronikeinheit (4) erfasst wird
und
dass die Abkühlzeit des Materials in der Schweisszone in Abhängigkeit des zeitlichen Verlaufes
der Oberflächentemperatur und der Umgebungstemperatur von der Elektronikeinheit (4)
gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzliche Kühlleistung in die Schweisszone eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Kühlleistung durch Ventilatorluft eingebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzliche Kühlleistung durch Kompressorluft eingebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung mit Kontakt oder kontaktlos erfolgt.
1. Process for welding parts made of thermoplastic material by means of a butt-welding
method, the parts being held in the coaxial position in relation to each other by
means of clamping devices (3), and heated up by means of a heating device which can
be brought between the parts, a melting region being produced by heating the free
pipe ends (2) to be welded, which region forms a bead (13) during pressing, and the
temperature being continuously sensed, characterized
in that, during the cooling-down process, on the one hand the surface temperature of the
bead is contactlessly sensed by means of an infra-red sensor (5) and on the other
hand the ambient temperature around the welding machine is sensed by an electronic
unit (4) and
in that the cooling-down time of the material in the welding zone is controlled by the electronic
unit (4) as a function of the variation over time of the surface temperature and the
ambient temperature.
2. Process according to Claim 1, characterized in that additional cooling power is introduced into the welding zone.
3. Process according to Claim 2, characterized in that the additional cooling power is introduced by blower air.
4. Process according to Claim 2, characterized in that the additional cooling power is introduced by compressor air.
5. Process according to Claim 1, characterized in that the heating is performed with contact or without contact.
1. Procédé pour le soudage de pièces en matière synthétique thermoplastique au moyen
d'un procédé de soudage bout à bout, les pièces étant maintenues en position coaxiale
l'une par rapport à l'autre au moyen de dispositifs de serrage (3), et étant chauffées
au moyen d'un dispositif de chauffage pouvant être amené entre les pièces, une zone
de fusion étant produite par l'échauffement des extrémités de tube libres (2) à souder,
laquelle forme un bourrelet (13) lors de la compression, et la température étant détectée
en continu,
caractérisé en ce que
pendant le processus de refroidissement d'une part la température de la surface du
bourrelet est détectée sans contact par un capteur infrarouge (5) et d'autre part
la température ambiante aux environs de la machine à souder est détectée par une unité
électronique (4) et
en ce que le temps de refroidissement du matériau dans la zone de soudure est régulé par l'unité
électronique (4) en fonction de l'allure dans le temps de la température de la surface
et de la température ambiante.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une puissance de refroidissement supplémentaire est introduite dans la zone de soudure.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la puissance de refroidissement supplémentaire est introduite par de l'air de ventilateur.
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la puissance de refroidissement supplémentaire est introduite par de l'air de compresseur.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'échauffement s'effectue par contact ou sans contact.

