[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine gasdynamische Druckwellenmaschine
gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs. Eine solche Druckwellenmaschine
ist aus dem Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus der CH-A-681 738.
[0002] Da die Druckwellenmaschine nach Stand der Technik konzeptbedingt nur mit einem möglichst
pulsationsfreien Gleichdrucksystem gute Wirkungsgrade liefert, wird vor der Druckwellenmaschine
ein Volumen in den Abgassammler integriert, um die Motorpulsationen zu dämpfen. Ohne
diese Dämpfung würden die harten Motorpulsationen vor allem bei tieferen Motordrehzahlen
durch den Abgaskanal des Gasgehäuses der Druckwellenmaschine in den Rotor eindringen
und den eigentlichen Druckwellenprozess der Druckwellenmaschine stören, was sich in
einer deutlichen Verschlechterung der Wirkungsgrade und erhöhter Rezirkulation bemerkbar
macht. Das im Abgassammler vor der Druckwellenmaschine integrierte, relativ grosse
Volumen vermag nur einen Teil dieser Pulsationen zu dämpfen, nicht aber zu beseitigen.
Ebenso hat ein solches Abgassammler-Volumen den Nachteil des grösseren Bauvolumens
und der grösseren Wärmekapazität.
[0003] Die Standard-Druckwellenmaschine ist für hohe Ladedrücke und gute Wirkungsgrade stark
füllungsabhängig. Bei tiefem Verbrennungsmotor-Durchsatz sinkt die Füllung im Rotor
der Druckwellenmaschine und somit auch der Ladedruck. Die Maschine ist in diesem Kennfeldbereich
eigentlich zu gross. Bei hohem Verbrennungsmotor-Durchsatz steigt die Füllung stark
an und der Kompressionswirkungsgrad verschlechtert sich. In diesem Kennfeldbereich
ist die Druckwellenmaschine also eigentlich zu klein.
[0004] Es ist von diesem Stand der Technik ausgehend Aufgabe der vorliegenden Erfindung
eine Druckwellenmaschine anzugeben, die bei kleinerem Abgassammler-Volumen die schädlichen
Pulsationen beseitigt und den Kompressions-Wirkungsgrad erhöht. Diese Aufgabe wird
mit einer Druckwellenmaschine nach Anspruch 1 gelöst.
[0005] Weitere Vorteile und Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Druckwellenmaschine
sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0006] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt schematisch einen abgewickelten zylindrischen Schnitt durch die Zellen eines
Rotors einer Druckwellenmaschine gemäss Stand der Technik,
- Figur 2
- zeigt eine allgemeine Darstellung einer erfindungsgemässen gasdynamischen Druckwellenmaschine,
und
- Figur 3
- zeigt in perspektivischer Sicht die gasdynamische Druckwellenmaschine gemäss Figur
2.
[0007] Der Einfachheit halber ist in der Abwicklung gemäss Figur 1 ein Druckwellen-Zyklus
dargestellt und beschrieben, während in den Figuren 2 und 3 eine Zwei-Zyklusmaschine
dargestellt ist. Die Erfindung ist jedoch von der Anzahl Druckwellen-Zyklen unabhängig,
sie kann für Druckwellenmaschinen mit nur einem Zyklus oder aber mit zwei oder mehr
Zyklen angewandt werden.
[0008] Figur 1 zeigt eine Abwicklung des Rotors einer Druckwellenmaschine gemäss Stand der
Technik und man erkennt die Verbrennungsmaschine 1, die gasdynamische Druckwellenmaschine
2, den Hochdruck-Abgaskanal 3 und den Niederdruck-Abgaskanal 4 inklusive der Spülluft
S, den Rotor 6 mit den einzelnen Zellen 18, den Frischlufteintritt 8, bzw. Niederdruck-Frischluftzufuhrkanal
14, den Hochdruck-Ladeluftkanal 10, der in den Ladeluftkanal 11 übergeht und zur Verbrennungsmaschine
1 führt.
[0009] In den Figuren 2 und 3 ist eine erfindungsgemässe gasdynamische Druckwellenmaschine
dargestellt, an der eine Vielzahl von Verbesserungen durchgeführt worden sind, um
insgesamt den Wirkungsgrad wesentlich zu erhöhen. Die Druckwellenmaschine 30 ist über
den Hochdruck-Abgaskanal 31 und den Hochdruck-Ladeluftkanal 32 mit der schematisch
dargestellten Verbrennungsmaschine 33 verbunden. Im Gasgehäuse 34 befindet sich ferner
der Niederdruck-Abgaskanal 35, und es ist aus dieser Figur ersichtlich, dass die beiden
Kanäle, d. h. der Hochdruck-Abgaskanal und der Niederdruck-Abgaskanal, im Gasgehäuse
rotorseitig als sektorförmige Oeffnungen mit je einer Oeffnungskante 36, bzw. 37 münden.
Man erkennt ferner den Rotor 40 mit seinen Zellen 41, wobei der Rotor in einem Mantel
42 angeordnet ist und beispielsweise durch einen Riemenantrieb 43 angetrieben wird.
[0010] Wie bereits eingangs erwähnt, muss das für die vorbekannten Druckwellenmaschinen
verwendete Abgassammler-Volumen zur Dämpfung der Motorpulsationen relativ gross sein
und vermag trotzdem nicht die schädlichen Pulsationen zu beseitigen. Die Druckwellenmaschine
stellt ein offenes System dar, und das heisst, dass zwischen dem Abgasteil und dem
Frischluftteil eine direkte Verbindung über den Rotor besteht. Dadurch werden aber
auch die Motordruckpulsationen vom Abgas-Hochdruckteil auf den Frischluft-Hochdruckteil
übertragen.
[0011] Durch eine direkte Frischluftzuführung in den Abgaskanal kann nun dieser Nachteil
behoben werden. Man erkennt in den Figuren 2 und 3 die Verbindungsleitung 46, die
vom Hochdruck-Ladeluftkanal 32 in den Hochdruck-Abgaskanal 31 führt. Dadurch werden
die positiven Druckstösse im Hochdruck-Ladeluftkanal auf den Hochdruck-Abgaskanal
übertragen. Die Verbindungsleitung enthält ein Rückschlagventil 47, das gegebenenfalls
mit einer elektronischen Regelung versehen ist. Dabei wirkt das Rückschlagventil als
Regelung in dem Sinne, dass nur Druckstösse übertragen werden, deren energetisches
Niveau höher liegt als der momentane Druck im Hochdruck-Abgaskanal. Damit werden vor
allem die negativen Druckpulse, d. h. der Zustand des Quasi-Unterdruckes im Hochdruck-Abgaskanal,
angehoben und das gesamte Druckniveau sowohl innerhalb des Hochdruck-Abgaskanals als
auch des Hochdruck-Ladeluftkanals durch die Glättung der negativen Druckpulse angehoben.
Dadurch kann das Druckniveau im Rotor vor dem Öffnen des Hochdruck-Abgaskanals deutlich
angehoben werden, und die von dort eintreffenden Pulsationen werden gedämpft. Ausserdem
verringert diese Massnahme die Einströmverluste des heissen Abgases in den Rotor,
da der ganze Prozess gedämpft wird.
[0012] Eine weitere Verbesserung kann erzielt werden, falls die Abzweigung, die in Figur
2 oder 3 irgendwo zwischen der Hochdruck-Ladeluftkanal-Kante und dem Motoreinlass
angeordnet ist, direkt nach der Öffnungskante des Hochdruck-Ladeluftkanals angeordnet
wird. Diese Variante ist der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet.
[0013] Wie bereits erwähnt wurde, ist die Druckwellenmaschine nach Stand der Technik stark
füllungsabhängig. Zusätzlich zur Reduzierung der Druckpulsationen, wie oben beschrieben,
erlaubt das Vorsehen einer Verbindungsleitung die Rückführung von Ladeluft auf die
Hochdruck-Abgasseite der Druckwellenmaschine, dadurch eine Erhöhung des Massendurchsatzes
der Maschine und somit eine Erhöhung des Füllgrades, was sich in einer deutlichen
Drucksteigerung bemerkbar macht. Eine zusätzliche Regelung der rückgeführten Frischluft-Hochdruckmenge
mittels dem geregelten Rückschlagventil kann somit zur Ladedruckregelung im allgemeinen
und beim Otto-Motor zusätzlich zur Leistungsregelung verwendet werden.
[0014] Das heisst mit anderen Worten, dass die Druckwellenmaschine zur Verbesserung des
Kompressionswirkungsgrades bei höheren Motordurchsätzen etwas grösser dimensioniert
werden kann, ohne bei tieferen Motordurchsätzen an Ladedruck zu verlieren. Dies kann
beispielsweise auch dadurch geschehen, dass der Querschnitt des Verbindungskanals
mittels einer geeigneten, bekannten Vorrichtung geregelt wird, wobei entweder das
geregelte Rückschlagventil oder eine zusätzliche Querschnittsregelung eingesetzt werden
kann. Dies ist besonders wirksam im unteren bis mittleren Drehzahl-, Temperatur- und
Lastbereich des Verbrennungsmotors.
1. Gasdynamische Druckwellenmaschine, die bestimmt ist, einer Verbrennungsmaschine Ladeluft
zuzuführen, mit einem Zellen (18, 41) aufweisenden Rotor (6, 40), einem Niederdruck-Frischluftzufuhrkanal
(14, 38), einem zur Verbrennungsmaschine (1, 33) führenden Hochdruck-Ladeluftkanal
(10, 32), einem von der Verbrennungsmaschine herkommenden Hochdruck-Abgaskanal (3,
31) und einem Niederdruck-Abgaskanal (4, 35), wobei der Niederdruck-Abgaskanal (4,
35) und der Hochdruck-Abgaskanal (3, 31) in einem Gasgehäuse (5, 34) und der Niederdruck-Frischluftzufuhrkanal
(14, 38) und der Hochdruck-Ladeluftkanal (10, 32) in einem Luftgehäuse (15, 39) angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Verbindungsleitung (46) zwischen dem Hochdruck-Ladeluftkanal
(32) und dem Hochdruck-Abgaskanal (31) aufweist.
2. Gasdynamische Druckwellenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verbindungsleitung (46) ein Rückschlagventil (47) aufweist, um zu verhindern, dass
Abgas in die Ladeluft gelangt, und um die schädlichen Druckstösse auszufiltern.
3. Gasdynamische Druckwellenmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Rückschlagventil (47) über eine elektronische Schaltung gesteuert ist.
4. Gasdynamische Druckwellenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass der Querschnitt der Verbindungsleitung (46) durch eine Regeleinrichtung veränderbar
ist.
5. Gasdynamische Druckwellenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsleitung (46) nahe der Oeffnungskante des Hochdruck-Ladeluftkanals
(32) abzweigt.