Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Sensoranordnung zur Erfassung der Lage eines elektromagnetisch
bewegten Ankers nach der Gattung des Hauptanspruchs.
[0002] Es ist beispielsweise aus der DE 41 42 996 A1 bekannt, dass bei einem Verfahren zur
Messung der mechanischen Bewegung eines Magnetventilankers bei elektrisch gesteuerten
Einspritzanlagen in Kraftfahrzeugen mit einer Sekundärspule die in der Erregerspule
entstehende Induktion erfasst wird. Hiermit können insbesondere die Richtungsumkehrungen
des Magnetventilankers durch Änderungen der Induktion in der außen am Gehäuse des
Einspritzventils angebrachten Sensoranordnung detektiert werden.
[0003] Aus der DE-OS 26 43 038 ist bekannt, dass ein Näherungsschalter außen am Gehäuse
eines Wegeventils angebracht werden kann, der kapazitiv oder induktiv die Bewegung
des Magnetankers auswertet. Wenn sich der Magnetanker oder der durch diesen betätigte
Ventilkolben dem Schalter nähert, so gibt dieser ein entsprechendes Schaltsignal ab.
Eine genauere Information über die Lage der bewegten Teile in den bekannten Anordnungen
sind hierdurch jedoch nicht zu erfassen.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die Sensoranordnung zur Erfassung der Lage eines elektromagnetisch bewegten Ankers,
bei der nach der eingangs erwähnten Gattung mit einer Erregerspule zur Erzeugung eines
Magnetfeldes ein Anker bewegbar ist und bei der mindestens ein Sensorelement zur Erfassung
magnetischer Größen in Abhängigkeit von der Ankerstellung außen an einem Gehäuse angebracht
ist, ist mit den Merkmalen des Kennzeichens des Hauptanspruchs erfindungsgemäß weitergebildet.
[0005] In vorteilhafter Weise ist das mindestens eine Sensorelement eine Feldsonde, die
in einem Bereich außerhalb am Gehäuse angebracht ist in dem ein magnetischer Streufluss
auftritt, der von der Ankerstellung und vom Erregerstrom abhängig ist. Bei elektromagnetisch
bewegten Ankern werden die Erregerspule und die Eisenteile, insbesondere der bewegte
Anker und das Gehäuse, in der Regel so aufgebaut, dass ein größtmöglichster Nutzfluss
durch den Anker fließt. Der Teil des magnetischen Flusses der durch die Luft neben
dem beabsichtigten Weg auftritt, ist der Streufluss, der je nach Aufbau und Material
der Anordnung einen Anteil von ca. 10 bis 30% des Gesamtflusses aufweist.
[0006] Erfindungsgemäß wird ausgenutzt, dass der Streufluss auch abhängig von der Erregung,
der Ankerstellung und der Stellung weiterer magnetisch leitender Teile in der Anordnung
ist. Ob beispielsweise ein Ventilschieber dem elektrischen Schaltbefehl in der Anordnung
gefolgt ist oder nicht, lässt sich somit über die Größe des magnetischen Streuflusses
an einer bestimmten Stelle des Gehäuses des Elektromagneten leicht feststellen. Die
jeweilige Ankerstellung kann bei bestimmten Anordnungen den Streufluss beispielsweise
um den Faktor 6 zwischen der aktivierten Schaltstellung und der Nullstellung verändern.
[0007] Eine gute Detektion dieses Änderungssignals wird auf einfache Weise dann erreicht,
wenn das Sensorelement an einem Ende der Erregerspule, beispielsweise an der Verbindungsstelle
zwischen dem Gehäuse für die Erregerspule und einem weiteren Gehäuse für das vom beweglichen
Anker angetriebene Bauteil angebracht ist. Als besonders empfindliches Sensorelement
wird in vorteilhafter Weise eine Feldsonde mit einem Hallelement aufgebaut.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Sensoranordnung reicht auch im ausgeschalteten Zustand
der Erregerspule der Restmagnetismus aus, um einen noch detektierbaren Streufluss
zu erhalten. Um jedoch ein gut auswertbares Detektionssignal in jeder Ankerstellung
gewinnen zu können, fließt gemäß einer bevorzugten Ausführungsform in der Erregerspule
auch in der Ruhelage ein Reststrom, der einen vorgegebenen, einfach messbaren Streufluss
ohne Betätigung des Ankers erzeugt. Dieser Reststrom muss daher so gering bleiben,
dass der Anker im abgeschalteten Zustand sich socher in die Nulllage bewegt und dort
verharrt; er sollte ca. 1/10 des Nennwertes des Stromes nicht überschreiten.
[0009] Die Messstellen, an denen die Sensorelemente am Gehäuse zur Gewinnung eines ausreichend
großen Signalhubes angebracht werden, können jeweils für unterschiedliche Ankerstellungen
optimiert werden. Um einen ausreichend großen Signalhub sowohl für die Einschaltstellung
als auch für die Abschaltstellung des Ankers zu gewinnen, sind in vorteilhafter Weise
zwei Sensorelemente an unterschiedlichen Stellen, jeweils für die verschiedenen Schaltstellungen
optimiert, am Gehäuse des Elektromagneten angeordnet.
[0010] Die erfindungsgemäße Sensoranordnung kann sowohl in der Kraftfahrzeugtechnik als
auch im industriellen Maschinenbau angewandt werden, wobei das vom beweglichen Anker
angetriebene Bauteil beispielsweise ein Ventilschieber eines Ventils für eine hydraulische
oder pneumatische Anordnung ist.
Zeichnung
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sensoranordnung wird anhand der Figur
erläutert, die eine Prinzipdarstellung eines elektromagnetisch betätigten Ventilschiebers
zeigt.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0012] In der Figur ist ein Ventil 1 für ein Hydrauliksystem, beispielsweise in einem Kraftfahrzeug,
gezeigt, bei dem ein Ventilschieber 2 mit einem Anker 3 eines Elektromagneten 4 betätigbar,
bzw. in unterschiedliche Ventilstellungen bewegbar ist. Der Anker 3 und der Ventilschieber
2 sind hier über eine mechanische Anordnung mit einer Feder 5 gekoppelt.
[0013] Der Elektromagnet 4 weist eine, hier nicht erkennbare Erregerspule im Inneren des
Gehäuses auf, die über einen Kabelanschluss 6 mit einem Erregerstrom versorgt wird.
[0014] Die Erregerspule betätigt den Anker 3 mit ihrem Nutzfluss, der die Eisenteile des
Ankers 3 und des Gehäuses durchströmt. Außerhalb des Gehäuses tritt rotationssymetrisch
zwischen den Enden der Erregerspule außerdem ein Streufluss 7 auf, dessen Feldlinien
an den Enden der Erregerspule, insbesondere an der Verbindungsstelle zwischen dem
Elektromagnetengehäuse und dem Ventilgehäuse aus- oder eintreten.
[0015] An der Verbindungsstelle zwischen dem Elektromagneten 4 und dem Ventil 1 ist hier
eine Feldsonde 8, mit einem Hallelement 9 vorhanden, die ein durch die Größe des Streuflusses
bedingtes Messsignal erzeugt, das ausgewertet werden kann und damit eine Detektion
der Stellung des Ankers 3 und damit auch des Ventilschiebers 2 ermöglicht.
[0016] Zur Detektion unterschiedlicher Stellungen des Ankers 3 können dabei auch andere
Anbauorte der Feldsonde 8 vorgesehen, beziehungsweise auch weitere Feldsonden an anderen
Orten am Gehäuse des Elektromagneten 4 angebracht werden. Insbesondere zur Erfassung
der Endstellungen des Ankers 3 können hier zwei Feldsonden optimiert angebracht werden.
1. Sensoranordnung zur Erfassung der Lage eines elektromagnetisch bewegten Ankers (3),
mit
- einer Erregerspule eines Elektromagneten (4) zur Erzeugung eines Magnetfeldes mit
dem der Anker (3) bewegbar ist und mindestens einem Sensorelement (8) zur Erfassung
magnetischer Größen in Abhängigkeit von der Ankerstellung, das außen an einem Gehäuse
für die Erregerspule angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass
- das mindestens eine Sensorelement (8) eine Feldsonde ist, die in einem Bereich am
Gehäuse des Elektromagneten (4) angebracht ist in dem ein magnetischer Streufluss
auftritt, der von der Ankerstellung und vom Erregerstrom abhängig ist.
2. Sensoranordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Sensorelement (8) an der Verbindungsstelle zwischen dem Gehäuse des Elektromagneten
(4) und einem weiteren Gehäuse für das vom beweglichen Anker (3) angetriebene Bauteil
(1) angebracht ist.
3. Sensoranordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Feldsonde (8) ein Hallelement (9) enthält.
4. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in der Erregerspule auch in der Ruhelage des Ankers (3) ein Reststrom fließt, der
einen vorgegebenen Streufluss erzeugt.
5. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zwei Sensorelemente (8) an unterschiedlichen Stellen am Gehäuse des Elektromagneten
(4) angeordnet sind.
6. Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das vom beweglichen Anker (3) angetriebene Bauteil ein Ventilschieber (2) eines
Ventils (1) für eine hydraulische oder pneumatische Anordnung ist.
7. Anwendung der Sensoranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Sensoranordnung nachträglich an eine fertig montierte und betriebsfähige Anordnung
anbringbar ist.