| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 900 990 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
19.11.2003 Patentblatt 2003/47 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.08.1998 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F24F 9/00 |
|
| (54) |
Durchgangsluftschleieranlage
Air curtain device pass
Passage à rideau d'air
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB NL |
| (30) |
Priorität: |
03.09.1997 DE 19738535
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.03.1999 Patentblatt 1999/10 |
| (73) |
Patentinhaber: Gerhardt, Hans-Joachim, Prof. Dipl.-Ing. |
|
52072 Aachen (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Gerhardt, Hans-Joachim, Prof. M.Sc.
52072 Aachen (DE)
- Fiedler, Eckehard, Dr.-Ing.
6291 NM Vaals (NL)
|
| (74) |
Vertreter: Schwabe - Sandmair - Marx |
|
Patentanwälte
P.O. Box 860245 81629 München 81629 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-U- 29 715 816 US-A- 3 229 609
|
FR-A- 2 330 966 US-A- 3 608 468
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur berührungsfreien Abtrennung zweier Räume
voneinander mittels Luftschleier, die im folgenden auch als Durchgangs- oder Torluftschleieranlage
bezeichnet werden soll. Luftschleieranlagen sind seit Jahrzehnten bekannt und werden
vielfach zur berührungslosen Abdichtung der Zugangstüren zu z. B. Kaufhäusern benutzt.
Sie bestehen im allgemeinen aus einer ebenen Strahlströmung, welche aus einer geeigneten
Strömungsführung oberhalb der Türöffnung austritt. Die Eigenschaften von Strahlströmungen
werden in den einschlägigen Textbüchern der Strömungsmechanik behandelt. Eine effektive
Abtrennung zweier Räume - z. B. eines Kaufhausinnenraumes von der Atmosphäre - ergibt
sich, wenn Luft des Kernbereichs des Luftstrahles auf den der Ausblasebene gegenüberliegenden
Seite (Boden) auftrifft. Die Länge des Kernbereiches beträgt je nach Turbulenz der
ausströmenden Luft das vier- bis sechsfache der Strahlaustrittsbreite. Bei üblichen
Luftschleieranlagen, bei denen zur Vermeidung hoher Druckverluste die aus der Strömungsführung
austretende Luft vergleichsweise turbulent ist, sollte die Strahlbreite so gewählt
werden, daß sie etwa 1/4 der abzudichtenden Öffnung entspricht. Dies führt zu sehr
großen Strahlbreiten bei sehr großen Öffnungshöhen, z. B. sehr hohen Toröffnungen.
[0002] Falls die Temperaturen in den mittels Luftschleiern von einander abzutrennenden Räumen
groß sind, erweisen sich Luftschleieranlagen vorteilhaft, bei welchen sich die Strahlströmung
aus zwei Teilstrahlen zusammensetzt. Solche Systeme sind beispielsweise in den Patentschriften
US 3211078 und US 3229609 beschrieben. Bei diesen Systemen besteht der Luftschleier
aus zwei ebenen Teilstrahlen, welche aus einer Strömungsführung oberhalb der Türöffnung
austreten, welche in der Austrittsebene in Längsachse geteilt ist. Dabei wird der
dem jeweiligen Bereich zugewandte Strahl mit Luft aus diesem Bereich versorgt. Eine
Berührung der beiden Luftströme mit unterschiedlicher Temperatur erfolgt nur im Bereich
der Trennebene zwischen den beiden Teilstrahlen. Tritt die Luft aus den Teilstrahlen
mit derselben Geschwindigkeit aus, so ergibt sich eine nur geringe Vermischung der
beiden Teilstrahlen. Der auf den Boden auftreffende Luftstrahl teilt sich wiederum
näherungsweise entlang seiner Trennebene und strömt in den jeweiligen Bereich ab.
Wegen der Mischung der beiden Teilstrahlen entlang ihrer Trennebene ist die Kernlänge
eines solchen Luftstrahles bestehend aus mindestens zwei Teilstrahlen geringer als
die Kernlänge eines einfachen Luftstrahles. Zur sicheren Abtrennung unterschiedlicher
Bereiche voneinander beträgt die optimale Strahlbreite des gesamten Strahles, bestehend
aus z. B. zwei Teilstrahlen, etwa 1/3 der Höhe der abzudichtenden Öffnung.
[0003] Wendet man die oben beschriebenen Luftschleieranlagen zur berührungslosen Abdichtung
sehr hoher Tür- oder Toröffnungen an, so ergibt sich ein wesentlicher Nachteil durch
die erforderliche große Breite der Luftaustrittsebene. Geht man beispielsweise von
einer Torhöhe H = 6 m aus, so betrüge die erforderliche Breite der Luftaustrittsebene
(= Strahlbreite) s = 6/3 = 2 m. Verbunden mit dieser großen Strahlbreite ist ein großer
Luftvolumenstrom und somit eine große erforderliche Antriebsleistung für die verwendeten
Ventilatoren.
[0004] Eine Durchgangsluftschleieranlage, bei der eine Trennung zweier Räume durch zwei
Luftteilströme bewirkt wird, die je zu einer Seite einer die Räume voneinander trennenden
Trennebene von oben austreten, ist aus der US-A-3,229,609 bekannt. Die beiden Teilströme
sind so gerichtet, dass sie von ihrem Austritt aus divergieren, d. h. sie treten schräg
zu der von ihnen gebildeten Abtrennebene aus.
[0005] Die US-PS-3,608,468 und die FR 2 330 966 A beschreiben Durchgangsluftschleieranlagen,
bei denen ein Luftstrom aus einer oberen und zwei seitlichen Begrenzungen der Durchgangsöffnung
austritt. Allerdings divergiert auch dieser Luftstrom und tritt winkelig zu der von
ihm gebildeten Abtrennebene aus seiner Strömungsführung aus.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur berührungsfreien Abtrennung
zweier Räume zu schaffen, welche durch eine sehr hohe Tür- bzw. Toröffnung miteinander
verbunden sind. Dabei soll zum einen die Leistung der Luftschleieranlage und zum anderen
die Vermischung der möglicherweise unterschiedlich konditionierten Luft der beiden
Räume minimiert werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0008] Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale der Unteransprüche definiert.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen auf der Ausbildung eines Luftschleiers,
der die Öffnung zwischen zwei Räumen berührungslos so abtrennt, daß die Strahlbreite
möglichst gering ist und daß dennoch der Luftaustausch zwischen den Atmosphären der
beiden Räume minimiert wird. Hierdurch wird erstmals eine berührungslose Trennung
zweier Räume bei geringem Energieaufwand möglich, da die Abtrennwirkung nicht auf
dem Volumenstrom des Luftschleiers, sondern auf strömungstechnischen Gegebenheiten
beruht.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine Torluftschleieranlage mit der abzudichtenden Öffnung dreisseitig zuströmender
Luft in einer ersten Ausführung,
- Figur 2
- einen Vertikalschnitt in der Längsmittelachse der in Figur 1 dargestellten Anordnung
und
- Figur 3
- eine zweite Ausführung einer Torluftschleieranlage, bei welcher eine Seite der abzudichtenden
Öffnung unmittelbar von einer senkrecht zur Abdichtebene verlaufenden Wand begrenzt
wird.
[0011] Die aus Figur 1 ersichtliche, allgemein durch die Bezugszeichen (3), (4a) und (4b)
angedeuteten Strömungsführungen erzeugen einen Luftstrom (1), welcher parallel zur
Abdichtebene (2) und senkrecht oder näherungsweise senkrecht zur oberen Berandung
entsprechend der Strömungsführung (3) und senkrecht oder näherungsweise senkrecht
zu den seitlichen Berandungen entsprechend den Strömungsführungen (4a) und (4b) austritt.
[0012] Der Vertikalschnitt in Figur 2 zeigt eine vorteilhafte Ausführung der erfindungsgemäßen
Torluftschleieranlage, bei der die Strömungsführung (3) in der Ebene der Wand (5),
welche die Abtrennung zwischen den beiden betrachteten Bereichen (6) und (7) darstellt,
geteilt ist. Der Luftstrom (1) besteht also aus den Teilstrahlen (1a) und (1b), welche
in die Bereiche (6) bzw. (7) eintreten, aus welchen die durch die Ventilatoren (8)
angesaugte Luft jeweils entnommen wurde. Die Strömungsführungen 4a und 4b sind wie
die Strömungsführung 3 ausgebildet, jedoch mit einem horizontal ausgeblasenen Luftstrom
im Falle der Strömungsführung 4b und einem Luftstrom mit horizontaler Komponente im
Falle der Strömungsführung 4a.
[0013] Für die in Figur 3 dargestellte Situation befindet sich die abzudichtende Öffnung
(2) in unmittelbarer Nähe einer seitlichen Begrenzungswand (9), welche senkrecht oder
näherungsweise senkrecht zur Abdichtebene verläuft. Der Luftstrom (1) wird hier durch
eine Strömungsführung (3), (4a) und (4b) erzeugt, wobei lediglich an der der Wand
9 gegenüberliegenden seitlichen Begrenzung der Abdichtebene (2) eine Strömungsführung
(4a) und (4b) vorgesehen ist.
[0014] Es wird somit ein Bereich von wenigstens einer der seitlichen Berandungen des Durchgangs
als Strömungsführung mitverwendet. Vorzugsweise reicht der genutzte Bereich bis zum
Boden. Besonders bevorzugt werden wenigstens ein kompletter Seitenbereich und der
gesamte Überkopfbereich als Strömungsführung genutzt. Obgleich die seitlichen Berandungen
vorzugsweise senkrecht zur Ausblasrichtung verlaufen, entspricht es ebenso einer bevorzugten
Ausführung, wenn ein Luftstrom mit horizontaler Komponente schräg zur Berandung, bei
der er austritt, ausgeblasen wird.
1. Durchgangsluftschleieranlage zur berührungsfreien Abtrennung zweier Räume (6) und
(7) voneinander, die in einer oberen Begrenzung und wenigstens einer seitlichen Begrenzung
einer die zwei Räume (6) und (7) verbindenden Durchgangsöffnung (2) wenigstens eine
Strömungsführung (3, 4a und 4b) aufweist, aus der ein zur Abtrennung der beiden Räume
(6) und (7) erforderlicher Luftstrom (1) austritt, der eine Abtrennebene zwischen
den Räumen (6) und (7) bildet,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Luftstrom (1) parallel zu der Abtrennebene austritt.
2. Durchgangsluftschleieranlage zur berührungsfreien Abtrennung zweier Räume (6) und
(7) voneinander nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom (1) durch Axialventilatoren (8) erzeugt wird, die in Strömungsführungen
(3), (4a) und (4b) angeordnet sind, welche sich an der Begrenzung der abzudichtenden
Öffnung befinden.
3. Durchgangsluftschleieranlage gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom (1) aus zwei Teilstrahlen (1a) und (1b) besteht, welche durch getrennte,
aber benachbarte Strömungsführungen (3), bzw. (4a) und (4b) gebildet sind, mittels
derer der Luftstrom des Teilstrahls (1b) aus dem einen Raum (6) und der Luftstrom
des Teilstrahls (1a) aus dem anderen Raum (5) entnommen wird.
4. Durchgangsluftschleieranlage zur berührungsfreien Abtrennung zweier Räume (6) und
(7) voneinander nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom (1) an der Oberseite und einer vertikalen und/oder schrägen Begrenzung
der Öffnung (2) parallel zur Abdichtebene ausgeblasen wird und sich in der Nähe der
vertikalen und/oder schrägen Begrenzung der Öffnung (2) eine Wand (9) senkrecht und/oder
schräg zur Abdichtebene befindet, welche als Prallfläche für den Luftstrom (1) dient.
1. Open door air curtain system for contactlessly separating two areas (6) and (7) from
one another, having a flow guide (3, 4a and 4b) in a top boundary and at least one
side boundary of a doorway aperture (2) linking the two areas (6) and (7), from which
an air flow (1) needed to separate the two areas (6) and (7) is directed, forming
a barrier plane between the two areas (6) and (7),
characterised in that
the air flow (1) is directed parallel with the barrier plane.
2. Open door air curtain system for contactlessly separating two areas (6) and (7) from
one another as claimed in claim 1, characterised in that the air flow (1) is generated by axial fans (8) disposed in flow guides (3), (4a)
and (4b) arranged along the boundary of the aperture in which a barrier is to be generated.
3. Open door air curtain system as claimed in claims 1 or 2, characterised in that the air flow (1) consists of two part-jets (1a) and (1b) formed by separate but adjacent
flow guides (3), respectively (4a) and (4b), by means of which the air flow for the
part-jet (1b) is drawn from the one area (6) and the air flow for the part-jet (1a)
is drawn from the other area (5).
4. Open door air curtain system for contactlessy separating two areas (6) and (7) from
one another as claimed in one of claims 1 to 3, characterised in that the air flow (1) at the top face and a vertical and/or inclined boundary of the aperture
(2) is directed parallel with the barrier plane and a wall (9) which is perpendicular
and/or at an incline relative to the barrier plane is disposed in the vicinity of
the vertical and/or inclined boundary of the aperture (2), which acts as an impact
surface for the air flow (1).
1. Installation de passage à rideau d'air pour la séparation sans contact de deux volumes
(6) et (7), qui comporte, dans une délimitation supérieure et au moins une délimitation
latérale d'une ouverture de passage (2) reliant les deux volumes (6) et (7), au moins
un guidage d'écoulement (3, 4a) et (4b) duquel sort un courant d'air (1) nécessaire
à la séparation des deux volumes (6) et (7) et qui forme un plan de séparation entre
les volumes (6) et (7),
caractérisée en ce que
le courant d'air (1) sort parallèlement au plan de séparation.
2. Installation de passage à rideau d'air pour la séparation sans contact de deux volumes
(6) et (7) selon la revendication 1, caractérisée en ce que le courant d'air (1) est produit par des ventilateurs axiaux (8) qui sont disposés
dans des guidages d'écoulement (3, 4a) et (4b) qui se trouvent au droit de la délimitation
de l'ouverture à rendre étanche.
3. Installation de passage à rideau d'air selon les revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que le courant d'air (1) est constitué de deux jet partiels (1a, 1b) qui sont formés
par des guidages d'écoulement (3 ou 4a, 4d) séparés mais voisins, au moyen desquels
le courant d'air du jet partiel (1b) est prélevé d'un volume (6) et le courant d'air
du jet partiel (1a) est prélevé de l'autre volume (5).
4. Installation de passage à rideau d'air pour la séparation sans contact de deux volumes
(6) et (7) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le courant d'air (1) est éjecté parallèlement au plan verticale et/ou oblique de
l'ouverture (2), et au voisinage de la délimitation verticale et/ou oblique de l'ouverture
(2), se trouve une paroi (9) perpendiculaire et/ou oblique au plan d'étanchéité qui
sert de surface de déviation pour le courant d'air (1).