[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Treibladungsanzünders
für patronierte Munition mit einem eine Übertragungsladung enthaltenden Anzündrohr
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zum Schutz der Übertragungsladung gegen äußere Umgebungseinflüsse (z.B. gegen von
außen eindringende Feuchtigkeit oder gegen Bestandteile des den Treibladungsanzünder
umgebenden Treibladungspulvers, die durch Ausschwitzen, Migration, Weichmacherwanderung
mit der Übertragungsladung in Berührung kommen können) ist bei bekannten Treibladungsanzündern
jeweils ein dünnwandiges Schutzrohr vorgesehen, dessen Außenwand bündig an der Innenwand
eines mit Anzündöffnungen versehenen Mantelrohres anliegt und diese Öffnungen verdeckt.
[0003] Praktische Erprobungen mit derartigen Treibladungsanzündern haben ergeben, daß zwischen
dem Mantelrohr und dem Schutzrohr Mikrospalte auftreten können, die die Schutzwirkung
beeinträchtigen.
[0004] Aus der US-A-2 424 993 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Treibladungsanzünders
für patronierte Munition mit einem eine Übertragungsladung enthaltenden Anzündrohr
zu entnehmen, wobei das Anzündrohr ein mit Anzündöffnungen versehenes Mantelrohr und
ein zum Schutz der Übertragungsladung innerhalb des Mantelrohres angeordnetes, aus
Papier bestehendes dünnwandiges Schutzrohr umfaßt, dessen Außenwand an der Innenwand
des Mantelrohres anliegt und die Anzündöffnungen verdeckt und wobei zunächst das Schutzrohr
in das Mantelrohr eingeschoben wird und anschließend die Anzündöffnungen des Mantelrohres
mit einem teerhaltigen Abdichtmittel aufgefüllt werden.
[0005] Aus dieser Druckschrift ist es ebenfalls bekannt, auf das Verschließen der Anzündöffnungen
durch ein Abdichtmittel zu verzichten und als Schutzrohr ein Papierrohr zu verwenden,
welches außenseitig mit einer leicht schmelzenden Metallfolie versehen ist. Nach dem
Einbringen des Schutzrohres in das Mantelrohr wird dann die Metallfolie z.B. mittels
eines HF-Induktionsofens geschmolzen, so daß das Schutzrohr im Bereich der Anzündöffnungen
gegen eindringende Feuchtigkeit durch das Metallfolienmaterial abgedichtet wird.
[0006] Aus der GB-A-1 534 469 ist eine Zündzeitverzögerungs-Vorrichtung bekannt, die im
wesentlichen aus einem rohrförmigen Gehäuse besteht, welches vorder- und heckseitig
jeweils mit einer Scheibe aus Nitrocellulose, Kunststoff, etc. gegen eindringende
Feuchtigkeit verschlossen ist und in dem sich mehrere Verzögerungssätze sowie ein
Anzündsatz befinden. Die Abdichtung der Scheiben erfolgt dabei mittels eines Metall-,
Gummi- oder Silikonringes.
[0007] Schließlich ist aus der US-A-4 822 649 ein Verfahren zur Herstellung einer Mehrfachverglasung
bekannt, bei dem zur Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit zwischen den einzelnen
Glasscheiben eine Dichtung unter anderem aus Butylkautschuk oder einem Polyisobutylen
vorgesehen ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
erwähnten Art anzugeben, das ein Auftreten von Mikrospalten vermeidet.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0010] Im wesentlichen liegt der Erfindung der Gedanke zugrunde, das Mantelrohr mit einer
ermittelten Menge eines während der Verarbeitung pastösen Abdichtmittels an der Basisseite
zu füllen und dieses Abdichtmittel mit Hilfe des einseitig geschlossenen Schutzrohres
in das Mantelrohr einzuschieben, so daß es in die möglichen Zwischenräume von Mantel-
und Schutzrohr spaltschließend gleitet und abschließend aushärtet. Der Überschuß an
Dichtmittel wird während der Herstellung von innen aus den Ausblasöffnungen gedrückt
und außen entfernt.
[0011] Als Abdichtmittel können sowohl 2-Komponenten PU-Klebstoffe (ohne Lösungsmittel)als
auch pastös eingestellte Einkomponenten-Dichtmittel, z.B. auf Silikonbasis verwendet
werden, wobei die Abdichtmittel derart gewählt werden müssen, daß sie eine gute Adhäsion
zu dem in der Regel aus Kunststoff bestehenden Schutzrohr und zu dem üblicherweise
aus Metall bestehenden Anzündrohr aufweisen.
[0012] Entsprechende pastös eingestellte Dichtmittel weisen den Vorteil auf, daß sie annähernd
100% Feststoffe enthalten und mit nur einem geringen oder keinem Anteil an Lösemittel
verarbeitet werden. Während der Verarbeitung und in der Aushärtephase weisen die Dichtmittel
eine hohe Standfestigkeit ohne Fließneigung auf. Die Aushärtung kann physikalisch
durch den Entzug kleiner Restlösemittelmengen oder durch das Eindiffundieren von Feuchte,
die zur chemischen Vernetzung führt, erfolgen.
[0013] Bewährt haben sich unter anderem Dichtmittel auf Polyisobutylen- oder Butylkautschukbasis.
Diese Dichtmittel härten physikalisch durch Entzug geringer Lösemittelreste aus. Der
Entzug kann durch Erwärmung vorzugsweise von ca. 50°C beschleunigt werden.
[0014] Dichtmittel und Klebstoffe auf Silikon- oder Polyurethanbasis, die bevorzugt werden,
härten durch Zutritt von Feuchte oder Zusatz einer Härterkomponente aus. Durch Erwärmen
kann die Aushärtung auch bei diesen Dichtmitteln beschleunigt werden.
[0015] Im ausgehärteten Zustand weisen die vorstehend erwähnten Dichtmittel im Temperaturbereich
zwischen -54°C und 71°C eine ausreichend hohe Verformbarkeit, Elastizität und Dehnung
auf, um das Temperaturverhalten des Mantel- und des Schutzrohres gegeneinander auszugleichen.
[0016] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:
- Fig.1
- den Längsschnitt durch einen Teil eines mit einem pastösen Abdichtmittel gefüllten
Mantelrohres eines Treibladungsanzünders beim Einsenken des Kunststoff-Schutzrohres
und
- Fig.2
- den in Fig.1 dargestellten Längsschnitt nach vollständigem Einsenken des Schutzrohres
in das Mantelrohr.
[0017] In den Fig. 1 und 2 ist mit 1 der Endbereich eines einen Hohlraum 2 und Anzündöffnungen
3 aufweisenden Mantelrohres 4 eines Anzündrohres bezeichnet. Der Hohlraum 2 des Mantelrohres
4 ist mit einem pastösen Abdichtmittel 5 gefüllt.
[0018] Wie Fig.1 zu entnehmen ist, wird von oben mittels eines nicht dargestellten Stempels
ein aus Kunststoff bestehendes dünnwandiges Schutzrohr 6 in den Hohlraum 2 gedrückt,
so daß das Abdichtmittel 5 verdrängt wird und sich in den gegebenenfalls zwischen
Schutz- und Mantelrohr bestehenden Zwischenräumen verteilt. Der Überschuß an Abdichtmittel
5 wird aus den Ansündöffnungen 3 gedrückt und anschließend entfernt (Fig.2).
[0019] Nach dem Aushärten des Abdichtmittels 5 kann dann die aus Übersichtlichkeitsgründen
nicht dargestellte Übertragungsladung in an sich bekannter Weise in das Anzündrohr
eingebracht werden.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Endbereich, Mantelrohr
- 2
- Hohlraum
- 3
- Anzündöffnungen
- 4
- Mantelrohr
- 5
- Abdichtmittel
- 6
- Schutzrohr, einseitig geschlossen
1. Verfahren zur Herstellung eines Treibladungsanzünders für patronierte Munition mit
einem eine Übertragungsladung enthaltenden Anzündrohr, wobei das Anzündrohr ein mit
Anzündöffnungen (3) versehenes Mantelrohr (4) und ein zum Schutz der Übertragungsladung
innerhalb des Mantelrohres (4) angeordnetes dünnwandiges Schutzrohr (6) umfaßt, dessen
Außenwand an der Innenwand des Mantelrohres (4) anliegt und die Anzündöffnungen (3)
verdeckt, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einbringen des Schutzrohres (6) in das Mantelrohr (4) ein pastöses Abdichtmittel
(5) in das Mantelrohr (4) eingetragen wird und daß anschließend das Schutzrohr (6)
in das Mantelrohr (4) eingesenkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Abdichtmittel (5) ein Klebstoff verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Abdichtmittel (5) ein Dichtmittel auf Polyisobutylen-, Butylkautschuk-, Silikon-
oder Polyethanbasis verwendet wird.
1. A process for producing a propelling-charge detonator for cartridged ammunition with
a detonating tube containing a booster charge, wherein the detonating tube comprises
a casing tube (4) provided with detonating apertures (3) and comprises a thin-walled
protecting tube (6) which is arranged for the purpose of protecting the booster charge
within the casing tube (4), the outer wall of said protecting tube abutting the inner
wall of the casing tube (4) and covering the detonating apertures (3), characterised in that prior to insertion of the protecting tube (6) into the casing tube (4) a pasty sealing
compound (5) is introduced into the casing tube (4) and in that the protecting tube (6) is subsequently sunk into the casing tube (4).
2. Process according to Claim 1, characterised in that an adhesive is used by way of sealing compound (5).
3. Process according to Claim 1, characterised in that a sealant based on polyisobutylene, butyl rubber, silicone or polyethane is used
by way of sealing compound (5).
1. Procédé de fabrication d'allumeurs de charge propulsive, pour munition encartouchée,
comportant un tube d'allumage contenant une charge de transmission, le tube d'allumage
comprenant une enveloppe tubulaire (4) pourvue de trous d'allumage (3) et un tube
de protection (6) à paroi mince disposé à l'intérieur de l'enveloppe tubulaire (4)
pour protéger la charge de transmission, dont la paroi extérieure repose contre la
paroi intérieure de l'enveloppe tubulaire (4) et recouvre les ouvertures d'allumages
(3), caractérisé en ce que, avant l'introduction du tube de protection (6) dans l'enveloppe tubulaire (4), on
introduit une substance d'étanchéité (5) pâteuse dans l'enveloppe tubulaire (4) et
en ce que l'on enfonce ensuite le tube de protection (6) dans l'enveloppe tubulaire (4).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, comme substance d'étanchéité (5), on utilise une substance adhésive.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, comme substance d'étanchéité (5), on utilise un mastic à base de polyisobutylène,
de caoutchouc au butyle, de silicone ou de polyéthane.