Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Gasturbinen im allgemeinen. Im besonderen betrifft
sie eine Plattformkühlung mit einer einem Heißgasstrom ausgesetzten Leitschaufelplattform,
die durch einen Spalt von einem stromaufwärts angeordneten Brennkammersegment getrennt
ist.
Stand der Technik
[0002] Um eine maximale Turbinenleistung zu erzielen, ist es vorteilhaft, bei den höchstmöglichen
Gastemperaturen zu arbeiten. In modernen Gasturbinen sind dabei die Temperaturen so
hoch, daß viele Bauteile gekühlt werden müssen, da sonst die für eine maximale Haltbarkeit
zulässige Temperatur der Bauteile überschritten würde. Eine geeignete Auslegung und/oder
Kühlung kritischer Bauteile ist daher in modernen Gasturbinen von entscheidender Bedeutung.
Das Kühlungsproblem von Plattformen tritt in Ringbrennkammern verstärkt auf, da diese
ein sehr gleichmäßiges radiales Temperaturprofil am Eingang zur Turbine erzeugen.
[0003] Wegen des radial gleichmäßigeren Temperaturprofils am Turbineneintritt nimmt die
Wärmebelastung der dort angebrachten Turbinenkomponenten, wie etwa den Plattformen
und Deckbändern zu. Insbesondere die Plattformen der Eintrittsleitschaufeln direkt
am Turbineneintritt sind einer extrem hohen thermischen Beanspruchung ausgesetzt.
Aus der Brennkammer dringt heißes Gas in die Zwischenräume zwischen den letzten Brennkammersegmenten
und den Plattformen der Eintrittsleitschaufeln ein und belastet dort die Bauteile
stark. Während die Schaufel und die dem Heißgasstrom direkt ausgesetzten Oberflächen
in der Regel ausreichend gekühlt und aus temperaturbeständigen Materialien gefertigt
sind, gilt dies oft nicht für die Innenflächen des Spalts. Dies führt zu einer verminderten
Lebensdauer, oft auch zu einer Beschädigung der an den Spalt angrenzenden Bauteile.
Wird andererseits die Betriebstemperatur der Heißgases verringert, so resultiert hieraus
eine verminderten Wirtschaftlichkeit der Turbine.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für die einem Heißgasstrom ausgesetzten
Leitschaufelplattformen eine Kühlvorrichtung zu schaffen, welche die thermische Belastung
dieser Plafflormen, insbesondere an der vom Heißgasstrom beaufschlagten Vorderseite,
mit möglichst einfachen Mitteln effektiv reduziert.
[0005] Diese Aufgabe löst die Erfindung durch die im unabhängigen Anspruch 1 angegebene
Plattformkühlung. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den Ausführungsbeispielen.
[0006] Vor jeder Leitschaufel bildet sich in der homogenen Heißgasströmung eine Region hohen
Drucks aus, während der Druck zwischen den Leitschaufeln niedriger als der durchschnittliche
Druck ist. Daraus resultiert vor jeder Leitschaufel eine Bugwelle mit maximalem Druck
direkt vor der Nase der Schaufel. Der Staudruck vor der Nase ist höher als der Druck
im Zwischenraum zwischen dem letzten Brennkammersegment und der Leitschaufelplattform.
Das Heißgas strömt also radial in den Zwischenraum, und entlang des Umfangs der Brennkammer
von der Schaufel weg. In einer Region zwischen den Schaufeln ist der Druck im Zwischenraum
größer als auf der Plattform, und das Heißgas strömt dort wieder aus dem Zwischenraum
heraus. Dieser Heißgaseinbruch in den Spalt zwischen Brennkammersegment und Plattform
für zu einer hohen thermischen Belastung der Innenseiten des Brennkammersegments,
der Plattform, sowie deren Träger.
[0007] Hier schafft die erfindungsgemäße Plattformkühlung Abhilfe. Die Leitschaufelplattformen,
die dem Heißgasstrom ausgesetzt sind, sind durch einen Spalt von den letzten Segmenten
der Brennkammer getrennt. Erfindungsgemäß wird durch geeignete geometrische Anordnung
von Brennkammersegment und Plattform und/oder durch geeignetes Anbringen von Kühlbohrungen
der einbrechende Heißgasstrom durch die Kühlluftströmung unterbrochen und verdünnt.
[0008] Erfindungsgemäß sind in jedem Brennkammersegment eine oder mehrere Segmentkühlbohrungen
angebracht. Diese Segmentkühlbohrungen verbinden eine bevorzugt im Bereich des Brennkammersegments
befindliche Kühlluftkammer mit dem Spalt und führen so Kühlluft in den Zwischenraum
zwischen Brennkammersegment und Leitschaufelplattform. Die Oberfläche der Leitschaufelplattform
ist nun erfindungsgemäß auf der stromabwärtigen Seite im Bereich des Spalts so ausgestaltet,
daß die Achsen der Segmentkühlbohrungen etwa tangential zu besagter Oberfläche verlaufen.
Der aus den Segmentkühlbohrungen austretenden Kühlluftstrom ist so nicht auf den Bereich
des Spalts beschränkt, sondern fließt wegen des flachen Winkels mit wenig Widerstand
nahezu tangential über besagte Oberfläche der Leitschaufelplattform auf die dem Heißgas
ausgesetzte Fläche der Plattform. Die Kühlluft strömt somit gegen das in den Spalt
einbrechende Heißgas, vermindert so den Einbruch und verdünnt das Heißgas mit kühlerem
Gas. Darüber hinaus tritt die Kühlluft aus dem Spalt in flachem Winkel aus und versorgt
die dem Heißgas ausgesetzte Außenseite der Plattform mit einem Kühlfilm. Durch den
flachen Winkel werden Verwirbelungen und damit aerodynamische Verluste möglichst gering
gehalten.
[0009] Die erfindungsgemäße Plattformkühlung ist auf äußere wie innere Leitschaufelplattformen
gleichermaßen anwendbar. Um die Erfindung näher zu beschreiben, werden im folgenden
verschiedene Winkel zwischen den Teilen der Plattformkühlung eingeführt, die relativ
zur Horizontalen gemessen sind. Dabei wird zur Beschreibung die Plattform in Seitenansicht
so orientiert, daß die Blickrichtung, die Oberflächennormale auf die Plattform und
die Richtung des Heißgasstroms ein Rechtssystem bilden. Die horizontale Ebene wird
durch die Blickrichtung und die Heißgasstromrichtung aufgespannt. Die Winkel werden,
wie üblich, gegen den Uhrzeigersinn positiv, im Uhrzeigersinn negativ gemessen. Durch
diese Konventionen ist eine einheitliche Beschreibung für äußere und innere Plattformen
möglich. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf äußere und innere Plattformen
gleichermaßen.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Plattformkühlung bilden die Achsen der Segmentkühlbohrungen
des Brennkammersegments mit der Horizontalen einen Winkel δ, die oben beschriebene
Oberfläche der Leitschaufelplattform ist bevorzugt so ausgebildet, daß sie im Bereich
des Spalts mit der Horizontalen einen Winkel β einschließt. In einem Aspekt der Erfindung
werden nun die Segmentkühlbohrungen und die Oberfläche so aufeinander abgestimmt,
daß δ zwischen etwa β + 10° und etwa β - 40°, bevorzugt zwischen etwa β und etwa β
- 30° liegt. Die Segmentkühlbohrung ist also meist etwas weiter zur Horizontalen hin
geneigt als die Leitschaufelplattform-Oberfläche im Bereich des Spalts, und bleibt
innerhalb von 40°, bevorzugt innerhalb von 30° des Winkels der Oberfläche. Dies stellt
sicher, daß der austretende Kühlluftstrom in flachem Winkel an der Oberfläche entlangstreicht.
[0011] Sowohl die Plattformkühlbohrungen als auch die Segmentkühlbohrungen können als zylindrische
Bohrungen, oder als Trichterbohrungen, also als zylindrische Bohrungen mit einer trichterförmigen
Öffnung, ausgebildet sein. Durch die Verwendung von Trichterbohrungen läßt sich die
durch die austretende Kühlluft überdeckte Breite stark vergrößern und somit die Gefahr
eines lokalen Heißgaseinbruchs deutlich reduzieren. Weiterhin führt die Ausbildung
als Trichterbohrungen zu einer kleiner Austrittsgeschwindigkeit des Kühlstrahls und
damit zu sehr geringen aerodynamischen Verlusten.
[0012] In einem weiteren Aspekt sind zusätzlich in der Leitschaufelplafform eine oder mehrere
Plattformkühlbohrungen angebracht, deren Achsen mit der Horizontalen einen Winkel
α einschließen. Diese Plattformkühlbohrungen verbinden eine bevorzugt im Bereich des
Leitschaufelplattform befindliche Kühlluftkammer mit dem Spalt. Dabei ist bevorzugt,
daß der Winkel α kleiner als oder etwa gleich groß wie β ist. Dabei ist sogar möglich,
daß α ein zu β entgegengesetztes Vorzeichen aufweist, also β positiv und α negativ
ist.
[0013] In einem weiteren Aspekt der Erfindung ist vorteilhaft eine Lippe am Brennkammersegment
angebracht, die sich über den Spalt in Richtung der Leitschaufelplattform erstreckt.
Diese Lippe reduziert den effektiven Querschnitt des Spalts und verringert so den
Heißgaseinbruch. Die Lippe überdeckt in der Erfindung etwa 5% bis etwa 70%, bevorzugt
etwa 10% bis etwa 60% der Spaltbreite. Die Lippe wird durch den Heißgasstrom thermisch
stark belastet und wird daher vorteilhaft durch den Kühlluftstrom der Segmentkühlbohrungen
gekühlt. Die Lippe wird so weit als möglich über den Spalt ausgedehnt, solange die
Kühlung ausreicht, um ein Abbrennen der Lippe zu verhindern.
[0014] Die von dem Kühlluftstrom der Plattformkühlbohrungen beaufschlagten Bereiche des
Brennkammersegments weisen in einer weiteren Ausführungsform vorteilhaft eine konkave
Aussparung oder eine konkave Krümmung auf. Dabei kann es sich einerseits um eine Aussparung
in einer ansonsten planen Fläche handeln, andererseits kann auch die Innenfläche des
Brennkammersegment selbst konkav gekrümmt sein. Vorteilhaft geschieht dies in einer
Ausgestaltung mit einer Lippe dergestalt, daß die konkave Krümmung in die Lippe übergeht.
[0015] Durch die Aussparung wie durch die Krümmung wird der Kühlluftstrom umgelenkt und
in Richtung auf die dem Heißgas ausgesetzte Oberfläche geführt. Bevorzugt werden Plattformkühlbohrungen
und Segmentkühlbohrungen so angeordnet, daß sich ihre Kühlluftströme nicht schneiden,
so daß möglichst wenig Verwirbelungen entstehen. Dies wird durch unterschiedliche
radiale Position der Bohrungsöffnungen erreicht und/oder durch eine alternierende
Anordnung von Plattform- und Segmentkühlbohrungen in einer Richtung senkrecht zu deren
Achsen, also entlang des Umfangs einer Ringbrennkammer. Eine unterschiedliche radiale
Position der Bohrungen wird vorteilhaft so gestaltet, daß die von dem Kühlluftstrom
der Plattformkühlbohrungen beaufschlagten Bereiche des Brennkammersegments weiter
von der dem Heißgasstrom ausgesetzten Oberfläche entfernt liegen, als die Öffnungen
der Segmentkühlbohrungen.
[0016] Da gefunden wurde, daß der Heißgaseinbruch sehr empfindlich von der Größe des Spalts
abhängt, besteht ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung darin, die Spaltbreite
zwischen Brennkammersegment und Leitschaufelplattform durch verschiedene Maßnahmen
bei der Fertigung möglichst zum minimieren. Darüber hinaus ist es von Vorteil, das
Brennkammersegment und die Plattform so anzuordnen, daß die Spaltbreite sich im Betrieb,
also unter Berücksichtigung der thermischen Ausdehnungen der verschiedenen Komponenten
möglichst wenig ändert. So ist es vorteilhaft, wenn das Brennkammersegment und die
Plattform an einem gemeinsamen Träger befestigt sind. Weiter werden bei der Fertigung
der Teile vorteilhaft Maschinenschablonen verwendet, die ein passgenaues Bearbeiten
etwa der Lippe und der Aufhängungshaken ermöglichen. Zudem werden bei der Bearbeitung
vorteilhaft Bezugspunkte nahe den kritischen Elementen, wie etwa der Lippe eingesetzt.
Durch solche und zusätzliche, in Rahmen des Könnens des Fachmanns liegende Maßnahmen
wird eine Spaltbreite von weniger als 5 mm, bevorzugt von weniger als 2 mm erreicht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0017] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein schematische perspektivische Ansicht der Leitschaufelplattformen einer Gasturbine;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer Leitschaufelplattform entsprechend einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
- Fig. 3
- eine Untersicht der Plattform aus der Richtung 3-3 von Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht einer Leitschaufelplattform entsprechend einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung aus der in Fig. 1 angegebenen Blickrichtung;
- Fig. 5
- eine Detailansicht einer Leitschaufelplattform entsprechend einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
[0018] Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
Nicht gezeigt sind beispielsweise der vollständige Leitschaufelring, die Brennkammer
und das Abgasgehäuse der Gasturbine mit Abgasrohr und Kamin.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0019] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht mehrerer Leitschaufelplattformen 10 nach
dem Stand der Technik. Zwischen je einer oberen und einer unteren Plattform 10 befindet
sich ein Schaufelelement 12, das den von der Brennkammer kommenden Heißgasstrom 20
umlenkt. Vor jeder Leitschaufel 12 bildet sich ein Gebiet 14 mit maximalem Druck direkt
vor der Vorderkante der Schaufel. Der Staudruck vor der Vorderkante ist höher als
der mittlere Druck 16 im Zwischenraum zwischen dem letzten Brennkammersegment und
der Leitschaufelplattform 10. Das Heißgas strömt an den unteren Plattformen radial
in den Zwischenraum nach innen (Bezugszeichen 18) und entlang des Umfangs der Brennkammer
von der Schaufel weg. An den oberen Plattformen strömt das Heißgas entsprechend radial
nach außen in den Zwischenraum. In einer Region zwischen den Schaufeln ist der Druck
16 im Zwischenraum größer als auf der Plattform, so daß das Heißgas dort aus dem Zwischenraum
herausströmt. Dieser Heißgaseinbruch 18 führt zu einer hohen thermischen Belastung
der an den Spalt grenzenden Oberflächen. So besteht beispielsweise der angrenzende
Leitschaufelträger oft aus niedrig legiertem Stahl und ist wesentlich weniger hitzebeständig
als die direkt dem Heißgasstrom ausgesetzten Komponenten.
[0020] Figur 2 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Plattformkühlung für eine obere Plattform 30. Die Blickrichtung und Orientierung der
Plattform zur korrekten Definition der auftretenden Winkel ist in Fig. 1 links dargestellt.
Dabei bilden die Blickrichtung ("Blick (Fig. 2)"), die Oberflächennormale auf die
Plattform ("N") und die Heißgasstromrichtung ("HG") wie in Fig. 1 gezeigt ein Rechtssystem.
Figur 2 zeigt eine obere Plattform 30, ein Brennkammersegment 40, einen Leitschaufelträger
52 und ein Schaufelelement 12. Die obere Plattform 30 ist durch einen Spalt 36 vom
Brennkammersegment 40 getrennt. Sowohl das Brennkammersegment 40 als auch die Plattform
30 sind mit Haken 46 bzw. 38 in denselben Leitschaufelträger 52 eingehängt.
[0021] Die dem Spalt 36 zugewandte Seite des Brennkammersegments 40 bildet mit der Horizontalen
einen Winkel γ, so daß auch die Achse des Spalts 36 einen Winkel γ mit der Horizontalen
einschließt. Eine Reihe von Segmentkühlbohrungen 42 verbinden die Kühlkammer 44 mit
dem Spalt 36, wobei jede der Achsen einen Winkel δ mit der Horizontalen einschließt.
Die am Spalt gegenüberliegende Fläche der Plattform 30 ist so ausgestaltet, daß sie
einen Winkel β mit der Horizontalen bildet (Bezugszeichen 34). Die Winkel β und δ
werden so gewählt, daß die Segmentkühlbohrungen etwas mehr zur Horizontalen hin geneigt
liegen als die Oberfläche 34, daß aber der Kühlluftstrom der Segmentkühlbohrungen
42 etwa tangential an der Oberfläche 34 entlangströmt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist δ zu etwa 25°, und β zu etwa 30° gewählt. Der Kühlluftstrom der Segmentkühlbohrungen
42 strömt also in flachem Winkel an der Oberfläche 34 entlang und gelangt auf die
dem Heißgasstrom 20 ausgesetzte Fläche der Plattform 30.
[0022] In der Plattform 30 sind eine Reihe von Plattformkühlbohrungen 32 angebracht, welche
die Kühlkammer 39 mit dem Spalt 36 verbinden, wobei jede der Achsen der Plattformkühlbohrungen
einen Winkel α mit der Horizontalen einschließt. In dem Bereich des Brennkammersegments,
der von dem Kühlluftstrom der Plattformkühlbohrungen beaufschlagt wird, ist eine konkave
Aussparung 48 angebracht, die den Kühlluftstrom umlenkt, und in Richtung auf das dem
Heißgasstrom ausgesetzte Volumen leitet.
[0023] Erfindungsgemäß sind die Winkel α, β, γ so gewählt, daß β zwischen α und γ liegt.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist γ etwa 45°, β etwa 30°, und α etwa 20°. Durch
diese Wahl der Beziehungen zwischen den Winkeln γ und β wird erreicht, daß die Spaltbreite
nicht wesentlich von geometrischen Toleranzen und/oder Verschiebungen durch thermische
Ausdehnungen (Bezugszeichen 50) beeinflußt wird.
[0024] Die Lage der Achsen der Segmentkühlbohrungen 42 und der Plattformkühlbohrungen 32
entlang der Umfangs der Ringbrennkammer ist in der Untersicht von Fig. 3 gezeigt.
Die Bohrungen sind entlang des Umfangs alternierend und gegeneinander versetzt angeordnet.
Darüber hinaus sind sie, wie in Fig. 2 gezeigt, auch radial gegeneinander versetzt.
Diese Maßnahmen führen dazu, daß sich die Kühlluftströme der Segmentkühlbohrungen
42 und der Plattformkühlbohrungen 32 nicht schneiden, so daß Verwirbelungen und damit
aerodynamische Verluste möglichst vermieden werden.
[0025] Sowohl die Plattformkühlbohrungen 32 als auch die Segmentkühlbohrungen 42 können
als zylindrische Bohrungen, oder als Trichterbohrungen ausgebildet sein. Ein Vorteil
der Verwendung von Trichterbohrungen besteht in der breiteren Überdeckung des Kühlfilms
und in der kleineren Austrittsgeschwindigkeit des Kühlstrahls aus den Bohrungen. Die
kleine Austrittsgeschwindigkeit resultiert in sehr geringen aerodynamischen Verlusten.
[0026] Figur 4 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Plattformkühlung für eine untere Plattform 60. Die Blickrichtung und Orientierung
der Plattform zur korrekten Definition der auftretenden Winkel ist in Fig. 1 rechts
gezeigt. Dabei bilden die Blickrichtung ("Blick (Fig. 4)"), die Oberflächennormale
("N") und die Heißgasstromrichtung ("HG") wie in Fig. 1 gezeigt ein Rechtssystem.
Wie weiter oben definiert, werden Winkel gegen den Uhrzeigersinn positiv, Winkel im
Uhrzeigersinn negativ gemessen.
[0027] Die untere Plattform 60 wird durch einen Spalt 66 von einem Brennkammersegment 70
getrennt. Plattform 60 und Brennkammersegment 70 sind auf einem gemeinsamen Träger
82 befestigt. Eine Reihe von Segmentkühlbohrungen 72 verbindet unter einem Winkel
δ die Kühlkammer 74 mit dem Spalt 66, und eine Reihe von Plattformkühlbohrungen 62
verbindet die Kühlkammer 69 mit dem Spalt 66 unter einem Winkel α. Die Oberfläche
der Plattform 60 schließt im Bereich des Spalts einen Winkel β mit der Horizontalen
ein (Bezugszeichen 64). Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist β zu etwa 30° und
δ zu etwa 25° gewählt. Dadurch strömt der Kühlluftstrom der Segmentkühlbohrungen 72
in flachem Winkel an der Oberfläche 64 entlang und gelangt auf die dem Heißgasstrom
20 ausgesetzte Fläche der Plattform 60. Der Winkel α ist in diesem Ausführungsbeispiel
zu etwa -15° gewählt. Die Plattformkühlbohrungen 62 blasen damit ebenfalls Kühlluft
in Richtung auf das offene Ende des Spalts 66. Durch die Lippe 79 wird dieser Kühlluftstrom
umgelenkt und verläßt den Spalt im wesentlichen parallel zum Heißgasstrom 20. Die
Lippe 79 spannt sich über die Öffnung des Spalts 66 und verringert damit dessen effektive
Breite. Dies führt zu einer weiteren Reduktion des Heißgaseinbruchs in den Spalt 66.
Die Lippe 79 wird möglichst weit über den Spalt 66 gezogen, und wird, um ein Abbrennen
zu vermeiden, durch den Kühlluftstrom der Segmentkühlbohrung 72 gekühlt.
[0028] Eine vorteilhafte Anordnung der Bohrungen und der Lippe eines weiteren Ausführungsbeispiels
ist im Detail in Fig. 5 gezeigt. Die dem Spalt 66 zugewandte Innenseite des Brennkammersegments
70 ist zusammen mit der Lippe 79 so ausgestaltet, daß eine konkave Krümmung 78 der
Innenseite entsteht. Dadurch wird der Kühlluftstrom 90 der Plattformkühlbohrung 62
so umgelenkt, daß er den Spalt 66 etwa parallel zur Heißgasströmung 20 verläßt. Der
Abstand H von Segmentkühlbohrung 72 und Plattformkühlbohrung 62 ist so gewählt, daß
sich die Kühlluftströme 90 und 92 nicht schneiden. Dies ist der Fall, wenn H so gewählt
wird, daß bei einer Spaltbreite S, der Winkel α betragsmäßig kleiner als

ist.
[0029] Die Lage der Achsen der Segmentkühlbohrungen 72 und der Plattformkühlbohrungen 62
entlang des Umfangs ist bei diesem Ausführungsbeispiel analog zu der Untersicht von
Fig. 3. Auch hier sind die Bohrungen entlang des Umfangs alternierend und gegeneinander
versetzt angeordnet, wodurch sich die Kühlluftströme der Segmentkühlbohrungen 72 und
der Plattformkühlbohrungen 62 nicht schneiden, so daß Verwirbelungen und damit aerodynamische
Verluste möglichst vermieden werden. Auch hier können sowohl die Plattformkühlbohrungen
62 als auch die Segmentkühlbohrungen 72 als zylindrische Bohrungen, oder als Trichterbohrungen
ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 10
- Plattform
- 12
- Schaufel
- 14
- Druck in Bugwelle
- 16
- mittlerer Druck
- 18
- Heißgaseinbruch
- 20
- Heißgasstrom
- 30
- Plattform
- 32
- Plattformkühlbohrung
- 34
- Oberfläche der Plattform im Bereich des Spalts
- 36
- Spalt
- 38
- Haken der Plattform
- 39
- Kühlkammer
- 40
- Brennkammersegment
- 42
- Segmentkühlbohrung
- 44
- Kühlkammer
- 46
- Haken des Brennkammersegments
- 48
- Aussparung
- 50
- Richtung der Verschiebung
- 52
- Leitschaufelträger
- 60
- untere Plattform
- 62
- Plattformkühlbohrung
- 64
- Oberfläche der Plattform im Bereich des Spalts
- 66
- Spalt
- 69
- Kühlkammer
- 70
- Brennkammersegment
- 72
- Segmentkühlbohrung
- 74
- Kühlkammer
- 78
- konkave Krümmung
- 79
- Lippe
- 80
- Richtung der Verschiebung
- 82
- Leitschaufelträger
- 90, 92
- Kühlluftströme
1. Plattformkühlung mit einer einem Heißgasstrom (20) ausgesetzten Leitschaufelplattform
(30; 60), die durch einen Spalt (36; 66) von einem stromaufwärts angeordneten Brennkammersegment
(40; 70) getrennt ist, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Brennkammersegment (40;
70) eine oder mehrere Segmentkühlbohrungen (42; 72) angebracht sind, die eine Kühlluftkammer
(44; 74) mit dem Spalt (36; 66) verbinden, und daß die Leitschaufelplattform (30;
60) auf der stromabwärtigen Seite im Bereich des Spalts (36; 66) eine Oberfläche (34;
64) aufweist, dergestalt, daß die Achsen der einen oder mehreren Segmentkühlbohrungen
(42; 72) etwa tangential zu besagter Oberfläche (34; 64) verlaufen.
2. Plattformkühlung nach Anspruch 1, bei der die Achsen der einen oder mehreren Segmentkühlbohrungen
(42; 72) mit der Horizontalen einen Winkel δ einschließen, besagte Oberfläche (34;
64) im Bereich des Spalts (36; 66) einen Winkel β mit der Horizontalen einschließt,
wobei der Winkel δ zwischen etwa β und etwa (β - 30°) liegt.
3. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der die Segmentkühlbohrungen
(42; 72) als zylindrische Bohrungen oder als Trichterbohrungen ausgebildet sind.
4. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, bei der in der Leitschaufelplattform
(30; 60) eine oder mehrere Plattformkühlbohrungen (32; 62) angebracht sind, die eine
Kühlluftkammer (39; 69) mit dem Spalt verbinden, die Achsen der einen oder mehreren
Plattformkühlbohrungen (32; 62) mit der Horizontalen einen Winkel α einschließen,
wobei der Winkel α kleiner als oder etwa gleich groß wie der Winkel β ist.
5. Plattformkühlung nach Anspruch 4, bei der die Plattformkühlbohrungen (32; 62) als
zylindrische Bohrungen oder als Trichterbohrungen ausgebildet sind.
6. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 4 oder 5, bei der die Segmentkühlbohrungen
(42; 72) und die Plattformkühlbohrungen (32; 62) in einer Richtung senkrecht zu ihren
Achsen alternierend und gegeneinander versetzt angeordnet sind.
7. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der an dem Brennkammersegment
(70) eine sich in Richtung der Leitschaufelplattform erstreckende Lippe (79) angebracht
ist.
8. Plattformkühlung nach Anspruch 7, bei der die Lippe (79) etwa 10% bis etwa 60% der
Spaltbreite überdeckt.
9. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, bei der die dem Spalt (36; 66)
zugewandte Seite des Brennkammersegments (40; 70) in den von dem Kühlluftstrom (90)
der Plattformkühlbohrungen (32; 62) beaufschlagten Bereichen eine konkave Aussparung
(48) oder eine konkave Krümmung (78) aufweist.
10. Plattformkühlung nach Anspruch 9, bei der die Plattformkühlbohrungen (32; 62) und
die Segmentkühlbohrungen (42; 72) so angeordnet sind, daß die von dem Kühlluftstrom
(90) der Plattformkühlbohrungen (32; 62) beaufschlagten Bereiche des Brennkammersegments
(40; 70) weiter von der dem Heißgasstrom (20) ausgesetzten Oberfläche entfernt liegen
als die Öffnungen der Segmentkühlbohrungen (42; 72).
11. Plattformkühlung nach einem der vorigen Ansprüche, bei der die Leitschaufelplattform
(30; 60) und das Brennkammersegment (40; 70) an einem gemeinsamen Träger (52; 82)
befestigt sind.
12. Plattformkühlung nach einem der Ansprüche 2 bis 11, bei der die dem Spalt (36) zugewandte
Seite des Brennkammersegments (40) mit der Horizontalen einen Winkel γ einschließt,
wobei der Winkel γ größer als oder etwa gleich groß wie der Winkel β ist.
13. Plattformkühlung nach einem der vorigen Ansprüche, bei der die Leitschaufelplattform
(30; 60) die äußere Plattform einer Leitschaufel ist und die Breite des Spalts (36;
66) weniger als 5 mm, bevorzugt weniger als 2 mm beträgt, oder bei der die Leitschaufelplattform
(30; 60) die innere Plattform einer Leitschaufel ist und die Breite des Spalts (36;
66) weniger als 5 mm, bevorzugt weniger als 2 mm beträgt.