[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Einkapseln einer Nebenwelle einer Hubkolben-Brennkraftmaschine
mit einem Kurbelgehäuse und einer am Kurbelgehäuse angeordneten Ölwanne gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1 und eine Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
16.
[0002] Eine derartige Anordnung ist aus der EP 0 634 566 B1 bekannt, die zum Führen von
Öl in dem Kurbelgehäuse an der Nebenwelle vorbei zwischen einem Kurbeltrieb und der
Ölwanne eine Schale aufweist, von der sich in Richtung Ölwanne Stege erstrecken, welche
die Nebenwelle teilweise umschließen und mit der Schale zusammen ein Profil bilden,
welches gegenüber dem Kurbeltrieb geschlossen ist. Durch Ausbilden der Stege derart,
daß sie an Wandabschnitten der Brennkraftmaschine anliegen, wird eine Kapselung der
Nebenwelle erzielt.
[0003] Diese Anordnung hat jedoch den Nachteil, daß sie einen komplizierten Aufbau und dementsprechend
kostenintensiv in der Herstellung und Montage ist.
[0004] Aus der DE 42 04 522 C1 ist es ferner bekannt, zum Zwecke der Geräuschdämpfung in
einer Brennkraftmaschine mit Kurbelgehäuse das Triebwerk zur Ölwanne hin mittels einer
Schale abzudecken, welche wenigstens eine Öffnung zum Ableiten von Schmieröl aufweist,
wobei die Öffnung in eine Dämpfungskammer mündet. Die Schale ist in ihrer Kontur derart
ausgebildet, daß sie nahe entlang einer Pleuelgeige verläuft. Diese Schale ist jedoch
oberhalb einer eventuell vorhandenen, als Ausgleichswelle ausgebildeten Nebenwelle
vorgesehen, wobei die Nebenwelle selbst zur Ausbildung der Dämpfungskammer dient und
daher immer notwendigerweise außerhalb der Schale angeordnet ist.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Anordnung
und Brennkraftmaschine der obengenannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei die oben
genannten Nachteile überwunden werden.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Anordnung der o.g. Art mit den in Anspruch
1 gekennzeichneten Merkmalen und durch eine Brennkraftmaschine der o.g. Art mit den
in Anspruch 16 gekennzeichneten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Dazu ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß eine wannenförmige Kapselvorrichtung
mit einer offenen Seite, einem Wannenboden und einen um die offene Seite umlaufenden
Wannenrand vorgesehen ist, welche mit der offenen Seite in Richtung Kurbelgehäuse
und die Nebenwelle umschließend und gegen die Ölwanne abkapselnd, in der Ölwanne angeordnet
ist.
[0008] Dies hat den Vorteil, daß eine derartige Anordnung von unten, also ölwannenseitig,
auf das Kurbelgehäuse oder einen daran angeordneten Leiterrahmen z. B.einfach aufsteckbar
ist und daher unabhängig von der Form und Ausgestaltung des Innenraumes des Kurbelgehäuses
universell ausgebildet werden kann, da die Kapseleinrichtung selbst und ohne Zuhilfenahme
von Wandungen der Brennkraftmaschine, eine Kapselung gegen die Ölwanne ausbildet.
[0009] Zweckmäßigerweise sind an der Kapselvorrichtung kurbelgehäuseseitig Befestigungsmittel
ausgebildet, die beispielsweise als Befestigungslöcher oder als wenigstens ein Clipverschluß
und in besonders bevorzugter Weise um den Wannenrand herum ausgebildet sind.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist die Kapselvorrichtung im
Wannenboden eine Ölansaugöffnung auf, welche derart angeordnet ist, daß bei montierter
Kapselvorrichtung kurbelgehäuseseitig ein Ansaugstutzen einer Ölpumpe mit dieser Ölansaugöffnung
verbunden ist. Dies hat den Vorteil, daß bei Montage der Kapselvorrichtung die Ölpumpe
automatisch und ohne weiter Montagearbeiten angeschlossen ist. Dadurch wird ein herkömmlicher
Saugschnorchel ersetzt.
[0011] Zum Abscheiden von Partikeln aus dem von der Ölpumpe über die Ölansaugöffnung angesaugten
Schmieröl ist in vorteilhafter Weise die Ölansaugöffnung mit einem Sieb versehen.
Durch diagonale Anordnung des Siebs steht eine besonders große Filterfläche zur Verfügung.
[0012] Eine unterbrechungsfreie Ölversorgung der Ölpumpe wird dadurch erzielt, daß die Ölansaugöffnung
ölwannenseitig einen Schnorchel aufweist, welcher in einen Ölsumpf in der Ölwanne
ragt und bevorzugt ölwannenseitig an der Ölansaugöffnung ein Schnorchelstutzen angeordnet
ist.
[0013] Dadurch, daß das Kurbelgehäuse ölwannenseitig einen von einem äußeren Rand des Kurbelgehäuses
beabstandeten, umlaufenden Steg aufweist, wobei eine Kontur des Wannenrandes der Kapselvorrichtung
im wesentlichen diesem Steg folgt, so daß die Kapselvorrichtung an diesen Steg anflanschbar
ist, kann in vorteilhafter Weise ein Großteil des im Kurbelgehäuse zirkulierenden
Schmieröls an der Kapselvorrichtung vorbei geleitet werden und nur ein kleinerer,
vorbestimmter Teil des Schmieröls dringt kurbelgehäuseseitig zum Schmieren der Nebenwelle
in die Kapselvorrichtung ein.
[0014] Eine zusätzliche mechanische Verstärkung der Anordnung wird in vorteilhafter Weise
dadurch erzielt, daß zwischen Kapselvorrichtung und Kurbelgehäuse eine Stützstruktur
vorgesehen ist, welche die Nebenwelle trägt.
[0015] Dadurch, daß die Stützstruktur ölwannenseitig einen von einem äußeren Rand der Stützstruktur
beabstandeten, umlaufend Steg aufweist, wobei eine Kontur des Wannenrandes der Kapselvorrichtung
im wesentlichen diesem Steg folgt, so daß die Kapselvorrichtung an diesen Steg anflanschbar
ist, kann in vorteilhafter Weise ein Großteil des im Kurbelgehäuse zirkulierenden
Schmieröls an der Kapselvorrichtung vorbei geleitet werden und nur ein kleinerer,
vorbestimmter Teil des Schmieröls dringt zum Schmieren der Nebenwelle in die Kapselvorrichtung
ein.
[0016] Eine einfach herzustellende und lösbare Befestigung der Kapselvorrichtung für eventuelle
Wartungs- oder Reparaturarbeiten wird in vorteilhafter Weise dadurch erzielt, daß
an der Kapselvorrichtung vorgesehene Befestigungsmittel auf diesen Steg aufschnappen.
[0017] Dadurch, daß die Kapselvorrichtung in dem Wannenboden wenigstens eine Ölablauföffnung
aufweist wird in vorteilhafter Weise eine definierte ölleitende Verbindung zwischen
der Ölwanne und einem Innenraum der Kapselvorrichtung geschaffen, wodurch auch der
Innenraum der Kapselvorrichtung an einer Ölzirkulation im Kurbelgehäuse angeschlossen
ist
[0018] Aus Gründen einer einfachen Herstellung und Montage ist in vorteilhafter Weise die
Kapselvorrichtung einstückig als Spritzgußteil ausgebildet.
[0019] Weitere Merkmale, Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen, sowie aus der nachstehenden Beschreibung der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnungen. Diese zeigen in
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht von schräg unten auf eine Stützstruktur für ein Kurbelgehäuse
zum Anbau einer Nebenwelle,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht einer in einer Hubkolben-Brennkraftmaschine verbauten
Stützstruktur mit einem teilweise dargestellten Kurbeltrieb ohne Kurbelgehäuse,
- Fig. 3
- eine stirnseitige Seitenansicht zu Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht zu Fig. 3,
- Fig. 5
- eine erfindungsgemäße Kapselvorrichtung in einer Ansicht von unten,
- Fig. 6
- einen Teil einer Schnittansicht entlang der Linie VI - VI von Fig. 5,
- Fig. 7
- einen Schnitt entlang der Linie VII - VII von Fig. 5,
- Fig. 8
- einen Schnitt entlang der Linie VIII - VIII von Fig. 5,
- Fig. 9
- eine Seitenansicht in Richtung S von Fig. 5,
- Fig. 10
- eine Detailansicht des Ausschnittes F von Fig. 7,
- Fig. 11
- eine Detailansicht des Ausschnittes E von Fig. 7,
- Fig. 12
- eine Detailansicht des Ausschnittes C von Fig. 8 und
- Fig. 13
- eine Aufsicht eines Schnorchelflansches mit Sieb.
[0020] Die Figuren 1 bis 4 zeigen zur Erläuterung Teile eines Kurbeltriebes einer Brennkraftmaschine
mit einer unter einem Kurbelgehäuse an einer Stützstruktur 3 angeordneten, als Ausgleichswelle
20 ausgebildeten Nebenwelle.
[0021] Die Hubkolben-Brennkraftmaschine weist ein nicht gezeigtes Kurbelgehäuse mit einer
darin rotierend gelagerten Kurbelwelle 1 auf. Seitliche Wandungen des Kurbelgehäuses
sind über die Kurbelwellenmitte 2 hinaus in Richtung auf eine nicht gezeigte Ölwanne
bis in eine Flanschebene E geführt. An dieser Flanschebene E schließt in Richtung
auf die Ölwanne ein an die Wandungen des Kurbelgehäuses angebundenes, insgesamt mit
3 bezeichnetes Bauteil an, welches nachfolgend als Stützstruktur 3 bezeichnet wird.
Dieses ist im wesentlichen plattenartig ausgebildet und erstreckt sich in Längsrichtung
L und Querrichtung Q des Kurbelgehäuses und trennt durch seine Anbindung an den den
Öffnungsbereich des Kurbelgehäuses umgebenden Flansch den insgesamt mit 4 bezeichneten
Kurbeltrieb gegenüber der Ölwanne im wesentlichen ab.
[0022] Die dem Kurbeltrieb 4 zugewandte Fläche der Stützstruktur 3 ist zumindest im Bereich
von Kurbelwangen 6 des Kurbeltriebes 4 entsprechend der dort durch die Rotation entstehenden
Pleuelgeigenstruktur ausgebildet.
[0023] Auf seiner vom Kurbeltrieb 4 abgewandten und der Ölwanne zugewandten Fläche 7 trägt
die Stützstruktur 3 einstückig und materialeinheitlich ausgebildete, jeweils ein ungeteiltes
Lager 8 und 9 aufweisende Lagerböcke 10 und 11.
[0024] Die Stützstruktur 3 ist im wesentlichen rechteckförmig ausgebildet, wobei an Längsseiten
12 und 13 Befestigungsaugen 14 zur Durchführung von Schraubverbindungen angeordnet
sind. Die Längsseite 12 ist hierbei in der Darstellung von Fig. 1 im wesentlichen
verdeckt. Mit den Schraubverbindungen ist die Stützstruktur 3 in der Flanschebene
E am Kurbelgehäuse festgelegt.
[0025] In Längsrichtung L erstrecken sich zwischen den Längsseiten 12 und 13 endseitig jeweils
Stirnseiten 15 und 16. Die eine Stirnseite 15 ist als Stirnwandung 17 ausgebildet
und nimmt unter anderem integral den Lagerbock 10 auf.
[0026] Im bestückten Zustand der Stützstruktur 3 gemäß Figuren 2, 3 und 4 ist in den Lagern
8 und 9 eine insgesamt mit 20 bezeichnete Nebenwelle drehbar gehalten. Diese ist integral
und einstückig mit einer Ausgleichsmasse 21 versehen und von der Stirnseite 16 aus
zunächst durch das Lager 9 und anschließend durch das Lager 8 gesteckt. Auf einen
im eingesteckten Zustand das Lager 8 durchsetzenden, abgesetzten Zapfen 22 der Nebenwelle
20 ist ein als Kettenrad ausgebildetes Antriebsrad 23 und anschließend eine weitere
Ausgleichsmasse 24 aufgesetzt. Diese Anordnung gewährleistet gemeinsam mit einem an
der Innenseite der Stirnwandung 17 anliegenden Bund 26 der Nebenwelle 20 eine Axiallagerung,
während das Lager 9 als Loslager ausgebildet ist.
[0027] Die fliegende Lagerung der Ausgleichsmasse 21 gewährleistet ein bauraumoptimales
Heranrücken dieser Ausgleichsmasse 21 an die Stützstruktur 3. Diese weist in einem
Abschnitt 7a entsprechend geformte Konturflächen 27 zur Schaffung eines Freiganges
auf.
[0028] Zwischen den beiden Lagerböcken 10 und 11 sind sich kreuzende Versteifungsrippen
30 angeordnet, welche sich in Kreuzungspunkten 31 schneiden.
[0029] Der Antrieb der Nebenwelle 20 erfolgt von einem Abtriebsrad 40 der Kurbelwelle 1
aus. Dieses Abtriebsrad 40 definiert gemeinsam mit dem Antriebsrad 23 eine Triebebene
T für eine Kette 41. Wie am besten aus Figuren 2 und 3 ersichtlich, treibt die Kette
41 mit ihrer Rückseite zur Drehrichtungsumkehr die Nebenwelle 20 an. Zu diesem Zwecke
sind zwei Umlenkräder 42 vorgesehen, wobei eines dieser Umlenkräder 42 in einer Lagerung
43 der Stirnwandung 17 drehbar gehalten ist. Ein weiteres Umlenkrad 42 wirkt als Antriebsrad
für eine nicht gezeigte Ölpumpe der Hubkolben-Brennkraftmaschine. Diese ist zur optimalen
Bauraumausnutzung zwischen der Innenseite 25 der Stirnwandung 17, der Fläche 7 und
neben der Nebenwelle 20 liegend lösbar an der Stützstruktur 3 angeordnet. Die Fläche
7 trägt zu diesem Zwecke Befestigungspunkte 44.
[0030] Zur Versorgung der Lager 8 und 9 mit Schmieröl und zur Vermeidung von externen Zuleitungen,
weist die Stützstruktur 3 ein Kanalsystem für Schmieröl auf. Von der Flanschebene
E ausgehend erstreckt sich im Bereich des Lagerbockes 11 ein im wesentlichen querlaufender
Zuströmkanal 45, welcher sich bis zum dortigen Lager 9 erstreckt. In einem von der
Fläche 7 abragend ausgebildeten Schacht 46 erstreckt sich parallel zur Nebenwelle
20 ein den Zuströmkanal 45 schneidender Versorgungskanal 47, der das eingespeiste
Schmieröl zum Lager 8 fördert. Der den Versorgungskanal 47 aufnehmende Schacht 46
verläuft entlang einer Reihe von Kreuzungspunkten 31.
[0031] Wie am besten aus Figur 1 ersichtlich, trägt die Fläche 7 weiterhin einen Steg 32,
an welchem eine im nachfolgenden beschriebene erfindungsgemäße Kapselvorrichtung der
Antriebswelle 20 angrenzt. Dieser Steg 32 erstreckt sich von der Stirnwand 17 ausgehend
beabstandet und parallel zur Längsseite 13 entlang der Stirnseite 16 und wiederum
nach innen versetzt im wesentlichen parallel zur anderen Längsseite 12. Im Bereich
dieser Längsseiten 12 und 13 sind zwischen diesen dem Steg 32 fensterartige Öffnungen
33 für den Durchtritt von Schmieröl des Kurbeltriebes 4 in die Ölwanne angeordnet.
[0032] Figur 5 bis 9 zeigen die vorerwähnte erfindungsgemäße Kapselvorrichtung 49 in einer
bevorzugten Ausführungsform. Diese umfaßt ein wannenartiges Gehäuse 50, welches in
einer Umfangskontur und in einem in Figur 5 nur teilweise sichtbaren umlaufenden Wannenrand
64 der Kontur des Steges 32 von Figur 4 derart angepaßt ist, daß es am Steg 32 anflanschbar
ist und die Nebenwelle 20 gegen eine Ölwanne kapselt. Die Kapselvorrichtung 49 umfaßt
ferner in der dargestellten bevorzugten Ausführungsform Befestigungsaugen 52, Clipverbinder
54, einen Schnorchelflansch mit Deckel 56, einen Schnorchel 58 und eine Ölansaugöffnung
60.
[0033] Figur 6 zeigt detailliert den Bereich der Ölansaugöffnung 60, welcher neben dem Schnorchelflansch
mit Deckel 56 zusätzlich ein Sieb 62 umfaßt. Der Deckel 56 mit dem in Figur 6 nicht
sichtbaren Schnorchel 58 ist ölwannenseitig, d. h. in Einbaulage unterhalb der Kapselvorrichtung
49 angeordnet. An einer gegenüberliegenden, dem Kurbelgehäuse bzw. der Stützstruktur
3 zugewandten Seite in einem Innenraum der Kapselvorrichtung 49 ist ein einstückig
mit dem Gehäuse 50 ausgebildeter Anschlußstutzen 66 vorgesehen. Bei der Montage der
Kapselvorrichtung 49 an der Stützstruktur 3 wirkt dieser Anschlußstutzen 66 mit einem
Ansaugstutzen 67 der Ölpumpe derart zusammen, daß die Ölpumpe mit dem Schnorchel 58
verbunden ist und aus einem Ölsumpf Öl pumpt und fördert. Der Anschlußstutzen 66 und
die Ölpumpe bzw. deren Ansaugstutzen 67 sind derart angeordnet, daß diese Verbindung
automatisch durch Aufsetzten der Kapselvorrichtung 49 hergestellt wird. Zusätzliche
Montagearbeiten zum Anschluß der Ölpumpe entfallen demnach. Zugleich wirkt der Ansaugstutzen
67 als Zentrierung für das Gehäuse 50. Bei der Montage wird zunächst das Sieb 62 in
die Ölansaugöffnung 60 ein- und der Deckel 56 aufgelegt. Letzterer stößt in diesem
Montagestadium an eine um die Ölansaugöffnung 60 umlaufende Erhebung 68 an und ist
dementsprechend vom Sieb 62 beabstandet. In einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt
wird der Deckel 56 auf die Erhebung 68 reibgeschweißt, wodurch die Erhebung 68 teilweise
schmilzt und der Deckel 56 in Figur 6 nach unten wandert, bis er auf dem Sieb 66 aufliegt.
Weiteres Reibschweißen verbindet nunmehr den Deckel 56 mit dem Sieb 66 und dem Gehäuse
50 am Umfang des Siebes 66 innerhalb der Erhebung 68. Dieses zweistufige Reibschweißen
gewährleistet eine sichere, feste und dichte Verbindung im Bereich der Ölansaugöffnung
60.
In Figur 7 ist der Schnorchel 58 in ausgezogenen Linien für eine bestimmte Brennkraftmaschine
gezeigt, während ein verkürzter Schnorchel 58 für eine bestimmte Brenkraftmaschine
mit einem anderen Hubvolumen und/oder einer anderen Einbaulage gestrichelt dargestellt
ist.
[0034] Figur 10 zeigt eine Detaildarstellung eines Befestigungsauges 52 am Gehäuse 50. Zum
Befestigen der Kapselvorrichtung 49 wird ölwannenseitig in Pfeilrichtung 70 eine Schraube
53 durch das Befestigungsauge 52 durchgeführt und kurbelgehäuseseitig entweder am
Kurbelgehäuse oder an den Befestigungspunkten 44 (Figur 1) der Stützstruktur 3 festgeschraubt.
Ein integral mit dem Gehäuse 50 ausgebildeter Ringsteg 59 in einer Einsenkung 61 wird
durch Anlage des Schraubenkopfes 53 a plastisch verpreßt und macht einen separaten
Dichtring überflüssig. Das Schraubendrehmoment stützt sich am Kurbelgehäuse oder am
Leiterrahmen ab, nicht jedoch am Gehäuse 50. Dadurch tritt kein selbständiges Lösen
durch Kriechen des Gehäusewerkstoffes auf.
[0035] Die in Figuren 11 und 12 im Detail dargestellten Clipverbinder 54 könne zusätzlich
zu den Befestigungsaugen 52 oder statt diesen vorgesehen sein. Der Clipverbinder 54
umfaßt ein hakenförmiges Element 55, welches über einen elastischen Arm 57 am Gehäuse
50 befestigt ist. Beim Aufschieben auf den Steg 32 umgreift das hakenförmige Element
55 den Steg 32, wie in Figur 12 dargestellt, und befestigt so das Gehäuse 50 in einer
vorbestimmten Position unterhalb des Kurbelgehäuses. Eine eingelegte Dichtschnur 72
dichtet das Gehäuse 50 an einer umlaufenden Auflagefläche auf dem Steg 32 gegen den
Innenraum der umgebenden Ölwanne ab. Die Clipverbindungen 54 haben den Vorteil, daß
sie genauso einfach und schnell wieder zu lösen sind, wie sie vorher durch "aufclipsen"
des Gehäuses 50 hergestellt wurden. So ist die Kapselvorrichtung 49 auch einfach und
schnell wieder zu demontieren, beispielsweise für spätere Wartungs- oder Reparaturarbeiten.
[0036] Fig. 13 zeigt den Deckel 56 mit Sieb 62 in vergrößerter Darstellung in einer Ansicht
von der Kurbelgehäuseseite her. Das Sieb 62 ist bevorzugt in einem vorbestimmten Winkel
verkippt zur Ölwanne bzw. zum in dieser enthaltenen Ölsumpf angeordnet, so daß das
von der Pumpe über das Sieb 62 geförderte Öl am Sieb 62 entlang eine vergrößerte Siebfläche
überwinden muß. Auf diese Weise wird das geförderte Öl von Luftblasen befreit, die
sich auf dem Sieb 62 abscheiden.
[0037] Die Kapselvorrichtung 49 verhindert in vorteilhafter Weise ein "panschen" der sich
drehenden Nebenwelle 20 im Ölsumpf, was zu einem unerwünschten Aufschäumen des Öls
und unnötiger Verlustarbeit führen würde. Der in die Kapselvorrichtung 49 integrierte
Saugschnorchel 58 für die Ölpumpe reduziert die Gesamtzahl der Teile bei der Montage
der Brennkraftmaschine. Die Kapselvorrichtung 49 nimmt beispielsweise nur zur Nebenwelle
20 zu ihrer Schmierung gefördertes Öl auf und das vom Kurbeltrieb abströmende Öl wird
bei einer derartigen Ausführungsform vollständig an der Nebenwelle 20 vorbei in die
Ölwanne geleitet.
1. Anordnung zum Einkapseln einer Nebenwelle einer Hubkolben-Brennkraftmaschine mit einem
Kurbelgehäuse und einer am Kurbelgehäuse angeordneten Ölwanne, dadurch gekennzeichnet,
daß
eine wannenförmige Kapselvorrichtung (49) mit einer offenen Seite, einem Gehäuse (50)
und einen um die offene Seite umlaufenden Wannenrand (64) vorgesehen ist, welche mit
der offenen Seite in Richtung Kurbelgehäuse und die Nebenwelle umschließend und gegen
die Ölwanne abkapselnd, in der Ölwanne angeordnet ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
an der Kapselvorrichtung (49) kurbelgehäuseseitig Befestigungsmittel (52, 54) ausgebildet
sind.
3. Anordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigungsmittel Befestigungsaugen (52) sind, durch welche Schrauben (53) hindurchsteckbar
und kurbelgehäuseseitig festschraubbar sind.
4. Anordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigungsmittel wenigstens einen Clipverschluß (54) umfassen.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigungsmittel (52, 54) an dem Wannenrand (64) ausgebildet sind.
6. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kapselvorrichtung (49) am Gehäuse (50) eine Ölansaugöffnung (60) aufweist, welche
derart angeordnet ist, daß bei montierter Kapselvorrichtung (49) kurbelgehäuseseitig
ein Ansaugstutzen einer Ölpumpe mit dieser Ölansaugöffnung (60) verbunden ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ölansaugöffnung (60) mit einem Sieb (62) versehen ist.
8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Ölansaugöffnung (60) ölwannenseitig einen Schnorchel (58) aufweist, welcher in
einen Ölsumpf in der Ölwanne ragt.
9. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Einbaulage das Sieb (62)
bezüglich des Ölströmweges schräg angeordnet ist.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
ölwannenseitig an der Ölansaugöffnung (60) ein Schnorchelstutzen mit Deckel (56) angeordnet
ist.
11. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Kurbelgehäuse ölwannenseitig einen von einem äußeren Rand des Kurbelgehäuses beabstandeten,
umlaufenden Steg (32) aufweist, wobei eine Kontur des Wannenrandes (64) der Kapselvorrichtung
(49) im wesentlichen diesem Steg (32) folgt, so daß die Kapselvorrichtung (49) an
diesen Steg (32) anflanschbar ist.
12. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Kapselvorrichtung (49) und Kurbelgehäuse eine Stützstruktur (3) vorgesehen
ist, welche eine als Ausgleichswelle (20) ausgebildete Nebenwelle trägt.
13. Anordnung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Stützstruktur (3) ölwannenseitig einen von einem äußeren Rand der Stützstruktur
beabstandeten, umlaufend Steg (32) aufweist, wobei eine Kontur des Wannenrandes (64)
der Kapselvorrichtung (49) im wesentlichen diesem Steg (32) folgt, so daß die Kapselvorrichtung
(49) an diesen Steg (32) anflanschbar ist.
14. Anordnung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
an der Kapselvorrichtung (49) vorgesehene Befestigungsmittel (54) auf diesen Steg
(32) aufschnappen.
15. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kapselvorrichtung (49) im Gehäuse (50) wenigstens eine Ölablauföffnung aufweist.
16. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kapselvorrichtung (49) einstückig als Spritzgußteil ausgebildet ist.
17. Brennkraftmaschine mit einer Nebenwelle,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Anordnung zum Einkapseln der Nebenwelle gemäß wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche vorgesehen ist.