[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Innenhochdruckumformen von Hohlprofilen
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der DE 43 09 680 A1 bekannt. Bei dieser wird
ein Dichtungskopf eines Axialstempels in das abzudichtende in der Gravur eines Innenhochdruck-Umformwerkzeuges
eingelegte Hohlprofil eingeführt, bis eine radiale Schulter des Dichtungskopfes an
der Stirnseite des Hohlprofiles zum Anschlag kommt. Der Dichtungskopf trägt an seinem
konisch ausgebildeten Ende zwei Dichtringe, die in Einführungsrichtung von einer an
der Stirnseite des Endes angebrachten Prallplatte gegen ein Herausrutschen gesichert
sind. Der prallplattennahe Dichtring ist ein O-Ring aus einem weichen gummielastischen
Material, während der prallplattenferne Dichtring aus Polyamid besteht und einen trapezförmigen
Profilquerschnitt aufweist. Die Prallplatte ist an der Stirnseite des Dichtungskopfes
axial beweglich angeschraubt und weist einen umgebogenen Rand auf, mit dem der O-Ring
beaufschlagbar ist. Die Dichtringe sind derart ausgebildet, daß sie mit geringem Spiel
zum Hohlprofil mit dem Dichtungskopf behinderungsfrei einführbar sind. Die Abdichtung
soll nach Füllung des Hohlprofiles mit dem Druckfluid über den im Dichtungskopf ausgebildeten
Druckfluidkanal aufgrund des angelegten Innenhochdruckes erfolgen, der die Prallplatte
gegen den O-Ring preßt, welcher sich infolge des Hochrutschens an der sich zum Axialstempel
hin konisch erweiternden Anlagefläche an dem Dichtungskopfende aufspreizen und dadurch
radial gegen das Hohlprofil gepreßt werden soll. Des weiteren soll unter der Einwirkung
des Innenhochdruckes ebenfalls der Polyamidring an der Anlagefläche hochrutschen,
welcher sich dann durch seine keilartige Ausbildung zwischen der Anlagefläche und
dem Hohlprofil einklemmt und durch die so erfolgende Anpressung am Hohlprofil zu einer
zusätzlichen Abdichtung des Hohlprofiles führt. Darüber hinaus stellt dabei in dieser
Lage der Polyamidring einen Anschlag für den O-Ring zum Axialstempel hin, also entgegen
der Einführrichtung dar, wodurch sich der O-Ring durch die axiale Anpressung an den
Polayamidring mittels der innenhochdruckgetriebenen Prallplatte elastisch deformiert
und weiter radial auseinandergetrieben wird. Mit der Vorrichtung wird in günstiger
Weise die bislang übliche metallische Abdichtung, die eine plastische Aufweitung des
Hohlprofiles zur Folge hat und damit einen Beschnitt des nach Abdichtung anschließend
fertigumgeformten Hohlprofiles unweigerlich erfordert, vermieden. Bei der bekannten
Vorrichtung ist jedoch nachteilig, daß solange während des Befüllvorganges noch kein
Innenhochdruck aufgebaut ist, die Dichtwirkung noch nicht eintritt, so daß eine Leckage
entsteht, da über den das Spiel der Dichtringe bildenden Spalt Druckfluid ablaufen
kann. Des weiteren ist das Zustandekommen einer Dichtwirkung bei der bekannten Vorrichtung
in der Praxis an sich fraglich, da Befüllvolumen und die Befüllgeschwindigkeit extrem
hoch sein müssen, damit die Prallscheibe sich bewegt. Anderenfalls ergibt sich ein
Druckausgleich der Drücke vor und hinter der Prallscheibe und somit auch während des
Innenhochdruckumformens keine Abdichtung des Hohlprofiles, wodurch der Umformvorgang
aufgrund von Druckabfall während des Prozesses keine Prozeßsicherheit aufweist. Die
Realisierung der besagten hohen Befüllgeschwindigkeit bzw. des hohen Befüllvolumens
ist jedoch technisch nicht machbar, insbesondere nicht bei relativ großen Bauteilen
wie Kraftfahrzeugachsen usw..
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung dahingehend
weiterzubilden, daß in einfacher Weise und ohne Verformung des Hohlprofiles eine zuverlässige
fluidhochdruckdichte Abdichtung erzielt wird, so daß eine prozeßsichere Umformung
hinsichtlich stabiler Druckverhältnisse beim Innenhochdruckumformen ermöglicht wird.
[0004] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
[0005] Dank der Erfindung wird nach dem Anschlag des Anschlagkörpers des Dichtungskopfes
an der Stirnseite des Hohlprofiles eine Relativbewegung des Trägerteils zur Dichtungsanordnung
ermöglicht, wobei diese bezüglich des Hohlprofiles eine stationäre Lage einnimmt,
während das Trägerteil weiter in das Hohlprofil hinein axial weiter eingeschoben werden
kann. Hierbei wird aufgrund der weiteren Einführbewegung des Trägerteils, der der
feststehende Stützring entgegensteht, durch Beaufschlagung des Stützringes und des
daran gehaltenen Dichtungselementes mittels eines am Trägerteil starr befestigten
Betätigungsmittels eine radiale Aufspreizung des Dichtungselementes quasi selbsttätig
ausgelöst. Dabei wird das Dichtungselement gegen die Innenwandung des Hohlprofiles
gepreßt, wodurch eine ausreichende fluidhochdruckdichte Abdichtung des Hohlprofilinnenraumes
gegenüber der äußeren Umgebung erreicht wird. Dies geschieht schon vor dem Befüllen,
so daß keine Leckagen auftreten. Der Fluidhochdruck wird beim Umformen in seiner Höhe
stabil gehalten, da die Qualität der Abdichtung bis zum Ende des Umformprozesses erhalten
bleibt. Somit ist eine hinsichtlich konstanten Druckes prozeßsichere Umformung des
Hohlprofiles möglich. Des weiteren tritt mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ebenso
wie bei der Vorrichtung aus der gattungsbildenden Druckschrift keine Verformung des
Hohlprofilendes auf, da hier lediglich eine weiche Dichtung radial von innen an die
Innenwandung des Hohlprofiles gepreßt wird, wodurch das Hohlprofil maßhaltig bleibt
und ein etwaiger Beschnitt des gequetschten Hohlprofiles im Andockbereich des Dichtungskopfes
am Hohlprofil nach dem Umformprozeß ressourcenschonend und prozeßzeitsparend entfällt.
Durch die fehlende Quetschung des Hohlprofiles werden dazu die Rückzugskräfte des
Axialstempels erheblich reduziert. Aufgrund des durch die Stirnseite des Hohlprofiles
definierten Anschlages stellt sich in einfacher Weise eine exakte Positionierung des
Dichtungskopfes zum Hohlprofil von selbst ein. Ein Nachschieben des Materials ohne
Faltenbildung oder auch nur ein Nachführen des Hohlprofilmaterials und damit eine
Gewährleistung ungehinderten Materialflusses zum Umformungsort hin wird durch die
erfindungsgemäße Vorrichtung über die axiale Anlage des Anschlagkörpers an der Stirnseite
des Hohlprofiles ebenfalls erreicht, welcher die Nachschiebekraft des Axialstempels
auf das Hohlprofil übertragen kann, wohingegen das versagensfreie Nachschieben des
Hohlprofilmaterials beim zitierten Stand der Technik aufgrund des Druckabfalles innerhalb
des Hohlprofiles infolge der unzureichenden Abdichtung nicht möglich ist. Zum Abdichten
wird das Hohlprofil radial mit großer Kraft, axial jedoch nur minimal mit Kraft beaufschlagt,
wodurch die bei üblichen Axialabdichtungen hohen erforderlichen Axialkräfte entfallen,
die zu einem Knicken des Hohlprofiles, insbesondere eines gebogenen Rohrstückes führen
können. Aufgrund der radialen Abdichtung können die Toleranzen des Halbzeugs für die
Hohlprofiles sehr grob und daher sehr kostengünstig ausgelegt werden, da die radial
wirksame Abdichtungsvorrichtung unempfindlich gegenüber Maßschwankungen ist.
[0006] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung können den Unteransprüchen entnommen werden;
im übrigen ist die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
nachfolgend näher erläutert; dabei zeigt die Figur einen Dichtungskopf der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in einem seitlichen Längsschnitt in einer Einführlage in einem Hohlprofil
ohne Abdichtungsfunktion.
[0007] In der Figur ist ein Innenhochdruck-Umformwerkzeug 1 dargestellt, in dessen Gravur
2 ein Hohlprofil 3 eingebracht ist, wobei das Innenhochdruck-Umformwerkzeug 1 sich
in Schließlage befindet. In das Hohlprofil 3 ist ein Dichtungskopf 4 eines hydraulisch
betätigbaren Axialstempels eingeschoben, mittels dessen das Material des Hohlprofiles
3 während des Umformprozesses zur prozeßsicheren Umformung mit hohem Umformgrad in
Richtung des Umformortes nachgeschoben werden kann. Der Dichtungskopf 4 umfaßt ein
hohlzylindrisches Trägerteil 5, dessen Höhlung einen Druckfluidkanal 6 zur Einleitung
des Druckfluides in das Hohlprofil 3 bildet und mit einer Fluidhochdruckerzeugungsanlage
fluidisch verbunden ist, eine Dichtungsanordnung 7, die an der Außenumfangsfläche
8 des Trägerteils 5 axialverschieblich gehalten ist, und eine Anschlagplatte 9, die
an der einführrichtungabgewandten Stirnseite 10 des Trägerteils 5 angeschraubt ist.
[0008] Die Dichtungsanordnung 7 beinhaltet einen mit seiner Umfangsform der Umfangskontur
des Hohlprofiles 3 folgenden ringförmigen Anschlagkörper 11, einen Stützring 12, einen
äußeren das Dichtungselement bildenden weichen gummielastischen O-Ring 13 sowie einen
inneren O-Ring 14 aus einem Material mit ähnlichen Eigenschaften wie der O-Ring 13.
Der O-Ring 13 kann aber auch aus einem Federstahl bestehen.
[0009] Der Anschlagkörper 11 liegt bis auf ein geringes Spiel mit seiner Mantelfläche 15
umlaufend an der Gravur 2 des Umformwerkzeuges 1 und mit seiner Innenwandung 16 an
der Außenumfangsfläche 8 des Trägerteils 5 an. An seiner in Einführrichtung weisenden
Stirnseite 17 weist der Anschlagkörper 11 einen koaxial liegenden hülsenförmigen Fortsatz
18 kleineren Durchmessers als der des Anschlagkörpers 11 auf, wobei der Fortsatz 18
in einem starken Preßverbund umfänglich eine ein Druckstück 19 bildende Ringscheibe
aus einem hochverschleißfesten Material trägt, welche an der Stirnseite 17 des Anschlagkörpers
11 anliegt. In der Einführlage des Dichtungskopfes 4 in das Hohlprofil 3 liegt das
Druckstück 19 an der Stirnseite 20 des Hohlprofiles 3 an.
[0010] Der in Einführrichtung sich erstreckende Fortsatz 18 weist eine von seiner in Einführrichtung
weisenden Stirnseite 29 ausgehende parallel zur Einführrichtung verlaufende Gewindebohrung
21 nach Art einer Sackbohrung auf, in die ein Stift 22 mit einem an dessen einem Ende
23 befindlichen Außengewinde 24 eingeschraubt ist, welcher das Verbindungsmittel zwischen
dem Anschlagkörper 11 und dem Stützring 12 bildet. Zur definierten Position des Anschlagkörpers
11 auf dem Stift 22 weist dieser einen Ringbund 25 auf, an dem der Anschlagkörper
11 anliegt.
[0011] Der Stift 22 weist einen zum Ringbund 25 axial beabstandeten weiteren Ringbund 26
auf, an dem ein hülsenförmiger Fortsatz 27 des Stützringes 12 stirnseitig anliegt,
welcher mit kleinerem Durchmesser als der des Stützringes 12 auf der entgegen der
Einführrichtung weisenden Stirnseite 28 des Stützringes 12 koaxial angeordnet ist.
Der Innenumfang sowie der Außenumfang 36 des Fortsatzes 27 des Stützringes 12 fluchten
im übrigen in ihrer Verbindungslage mit den entsprechenden Umfängen des Fortsatzes
18 des Anschlagkörpers 11, wodurch bezüglich des in Form und Abmessung gleichgestalteten
Innenumfanges der Fortsätze 18 und 27 von Stützring 12 und Anschlagkörper 11 eine
fertigungstechnisch einfache kolineare Führung auf dem Trägerteil 5 ausführbar ist.
Der Fortsatz 27 des Stützringes 12 weist eine mit dem Stützring 12 gemeinsame zur
Gewindebohrung 21 des Anschlagkörpers 11 koaxiale Durchführung 30 auf, über die der
Stützring 12 auf den Stift 22 bis zur Anlage am Ringbund 26 aufgesteckt ist. Das stützringseitige
Ende 31 des Stiftes 22 weist ein Innengewinde 32 auf, wodurch mittels Einschrauben
einer geeigneten Schraube 33 von der in Einführrichtung weisenden Stirnseite 34 des
Stützringes 12 aus der Stützring 12 zwischen dem Ringbund 26 und dem Schraubenkopf
35 verschraubt ist. Der Stützring 12 ist somit relativ zum Anschlagkörper 11 exakt
positioniert und besitzt auch auf dem Stift 22 eine definierte Lage. Zur mechanischen
Stabilität der Verbindung zwischen Anschlagkörper 11 und Stützring 12 sind diese beiden
Dichtanordnungselemente durch mehrere über deren Umfang verteilte Stifte 22 verbunden.
Alternativ denkbar ist für den Anschlagkörper 11 eine der des Stützringes 12 entsprechende
Verschraubung. Die Verbindungsmittel sollten auf jeden Fall von dem Anschlagkörper
11 und dem Stützring 12 lösbar sein, da eine Austauschbarkeit von verschlissenen Teilen
der Dichtungsanordnung 7 gewährleistet sein muß.
[0012] Am Außenumfang 36 des Stützringfortsatzes 27 liegt der äußere O-Ring 13 in radialer
Richtung an und stützt sich in axialer Richtung auf Stützringseite an der Stirnseite
28 des Stützringes 12 ab. Das Trägerteil 5 weist einen Ringbund 37 auf, der zwischen
dem Anschlagkörper 11 und dem Stützring 12 angeordnet ist und sich mit seinem Rand
38 bis nahe der Innenwandung 39 des Hohlprofiles 3 erstreckt. Diese hohlprofilnahe
Erstreckung des Ringbundes 37 bzw. die Auslegung seines Durchmessers derart, daß sich
bezüglich des Hohlprofiles 3 eine Spielpassung des Ringbundes 37 ergibt, dient zur
radialen Abstützung des Hohlprofiles 3 bei einem Nachschieben des Hohlprofiles 3 während
des Umformprozesses. Somit wird eine für den Umformprozeß unerwünschte Faltung des
Hohlprofiles 3 in dem vom Dichtungskopf 4 abgedeckten Bereich des Hohlprofiles 3,
der nicht vom Innenhochdruck stützend beaufschlagt wird, vermieden. Die erforderlichen
Nachschubkräfte für den Axialstempel werden reduziert, da der Bereich zwischen der
Stirnseite 20 des Hohlprofiles 3 und dem Dichtelement, also dem O-Ring 13 nicht mit
Innenhochdruck beaufschlagt wird und somit keine daraus resultierende Reibungskraft
überwunden werden muß. Der Ringbund 37 bildet also eine Trennwand zwischen dem Anschlagkörper
11 und dem Stützring 12, wobei er eine oder mehrere axiale Durchführungen 40 aufweist,
die durch das jeweilige Verbindungsmittel zwischen dem Anschlagkörper 11 und dem Stützring
12, d.h. den Stift 22 durchsetzt wird.
[0013] Der Ringbund 37 weist in axialer Richtung beidseitig einen Kragen 41 auf, der den
Fortsatz 27 und den Fortsatz 18 jeweils hintergreift und am die Anlagefläche für den
O-Ring 13 bildenden Außenumfang 36 des Fortsatzes 27 einerseits und am Außenumfang
des Fortsatzes 18 andererseits anliegt. Der Kragen 41 schließt an seinem hohlprofilzugewandten
Rand 42 bündig mit dem Rand 38 des Ringbundes 37 ab, wobei der dem Stützring 12 Zugewandte
Kragen in diesem Ausführungsbeispiel mit seiner in Einführrichtung weisenden Stirnseite
43 in entspannter Stellung der Dichtungsanordnung 7 am O-Ring 13 anliegt. Diese kann
jedoch auch in der entspannten Stellung vom O-Ring 13 axial beabstandet sein. Wesentlich
jedoch ist, daß der Kragen 41 an den Außenumfängen des Fortsatzes 18 des Anschlagkörpers
11 und des Fortsatzes 27 des Stützringes 12 axialbeweglich geführt ist. Bei der gezeigten
direkten Anlage beläuft sich Axialbeweglichkeit im Rahmen der elastischen Deformierbarkeit
des Materials des O-Ringes 13 und des O-Ringes 14. Zur Gewährleistung einer axialen
Beweglichkeit der Ringbundes 37 und damit des Trägerteils 5 relativ zur Dichtungsanordnung
7 ist es ebenfalls notwendig, daß - ausgehend von der entspannten Lage der Dichtungsanordnung
7 - zwischen der Stirnseite 44 des Fortsatzes 27 und der in Einführrichtung weisenden
Stirnseite 45 des Ringbundes 37 ein freier axialer Verschiebeweg gegeben ist.
[0014] Nach Anlage des Anschlagkörpers 11 über das Druckstück 19 an der Stirnseite 20 des
Hohlprofiles 3 wird zur Abdichtung des Hohlprofiles 3 das Trägerteil 5 mittels des
Axialstempels weiter in Einführrichtung geschoben. Dabei wird der O-Ring 13 vom Kragen
41 des Ringbundes 37 axial zusammengequetscht, wodurch der O-Ring 13 sich radial auseinanderspreizt
und an die Innenwandung 39 des Hohlprofiles mit hoher Kraft angepreßt wird. Der Ringbund
37 bildet aufgrund seines Kragens 41 damit das Betätigungsmittel für den Dichtring
13. Der erwähnte freie Verschiebeweg muß dabei so groß sein, daß der O-Ring 13 bzw.
allgemein das Dichtelement in für eine sichere Abdichtung ausreichendem Maße zusammengedrückt
wird, jedoch darf er nur so groß sein, daß der O-Ring 13 durch zu starkes Zusammenquetschen
keinen Schaden nimmt. Dies wird durch eine geeignete Beabstandung der bei einer Relativbewegung
des Trägerteils 5 einen Gegenanschlag zum Anschlagkörper 11 bildenden Anschlagplatte
9 von dem Anschlagkörper 11 erreicht, so daß bei Anlage der Anschlagplatte 9 am Anschlagkörper
11 das mit der Anschlagplatte 9 fest verbundene Trägerteil 5 festgelegt wird und keine
weitere Relativbewegung des Trägerteils 5 in Einführrichtung ausführbar ist. In gleicher
Weise verschiebewegbegrenzend ist eine geeignete axiale Positionierung des Stützringes
12 auf dem Stift 22, wobei der Fortsatz 27 des Stützringes 12 und der Ringbund 37
die beiden korrespondierenden Anschläge bilden.
[0015] Aufgrund der Anlage der Fortsätze 18 und 27 an der Außenumfangsfläche 8 des Trägerteils
5 ist die Dichtunganordnung 7 kippstabil auf dem Trägerteil 5 gelagert. Die Fortsätze
18 und 27 sowie der Stützring 12 und der Anschlagkörper 11 können an ihren Innenwandungen
mit einem verschleißfesten Gleitfilm, beispielsweise aus Molybdänsulfid beschichtet
sein, was die Standzeit des Dichtungskopfes 4 erhöht und die Leichtgängigkeit der
Dichtungsanordnung 7 relativ zum Trägerteil 5 erheblich erhöht.
[0016] Etwa auf Höhe der Lage des O-Ringes 13 verjüngt sich das Trägerteil 5 umlaufend in
einer Stufe 46, an der der auf das Trägerteil 5 gesteckte O-Ring 14 anliegt. Auf gegenüberliegender
Seite liegt der Stützring 12 mit seiner Stirnseite 28 am O-Ring 14 an. Mit der Relativbewegung
des Trägerteils 5 zur Dichtungsanordnung 7 in Einführrichtung wird gleichzeitig zum
Zusammenquetschen des O-Ringes 13 auch der innere O-Ring 14 infolge der Beaufschlagung
der Stufe 46 einerseits und der Stirnseite 28 des Stützringes 12 andererseits sowie
von der radial nach außen begrenzenden Innenumfangsfläche des Fortsatzes 27 des Stützringes
12 quetschend beaufschlagt, wodurch etwaige Leckagen und Druckabfälle beim Innenhochdruckumformen
über den Spielspalt 47 zwischen dem Trägerteil 5 und den auf den verjüngten Abschnitt
48 des Trägerteils 5 gesteckten Stützring 12 vermieden werden.
[0017] Der Durchmesser des Stützringes 12 ist im übrigen derart bemessen, daß der Dichtungskopf
4 zwar mit Spiel in das Hohlprofil 3 einführbar ist, jedoch ist der Spielspalt 49
zwischen Stützring 12 und Hohlprofil 3 so knapp ausgelegt, daß für eine abdichtende
Quetschung des O-Ringes 13 durch den Kragen 41 des Ringbundes 37 ausreichender Widerstand
gegeben ist und der O-Ring 13 bei der quetschenden Beufschlagung nicht über die Randkante
des Stützringes 12 gedrückt wird, was eine scherende und damit schadensträchtige Beanspruchung
des O-Ringes 13 zur Folge hat.
[0018] Anstatt des O-Ringes 13 ist im übrigen denkbar, einen länglichen elastischen hohlgebohrten
Stopfen einzusetzen, wodurch die dichtende Anlagefläche am Hohlprofil 3 erheblich
vergrößert und somit die Sicherheit einer ausreichenden Abdichtung auch nach langer
Einsatzzeit gewährleistet. Die Anlagefläche des Fortsatzes 27 des Stützringes 12 für
den O-Ring 13 kann abweichend von der zylindrischen Ausbildung des gezeigten Ausführungsbeispieles
auch konisch ausgebildet sein. Hierbei wird durch Beaufschlagung des O-Ringes 13 durch
den Kragen 41 des Ringbundes 37 der O-Ring 13 allein schon aufgrund des Hochrutschens
am sich in Einführrichtung erweiternden Konus aufgespreizt und an die Hohlprofilwandung
39 angepreßt, wodurch der O-Ring 13 nur mit verminderter Quetschkraft beaufschlagt
werden muß um die erforderliche Abdichtung zu erreichen. Dabei wird der Verschleiß
des O-Ringes 13 reduziert.
[0019] Um den Werkstoffluß beim Innenhochdruckumformen nicht zu behindern, kann der Dichtungskopf
4 samt Axialstempel in einfacher Weise dem sich verkürzenden Hohlprofil 3 in gleichem
Maße nachgeführt werden ohne daß ein Verlust an Dichtigkeit hingenommen werden muß.
Ebenso ist es möglich bei Bedarf über den Axialstempel eine zusätzliche Axialkraft
auf das Hohlprofil 3 aufzubringen, so daß der Werkstoffluß zur Umformstelle bei der
Umformung mit hohen Umformgraden forciert wird, d.h. es wird Hohlprofilmaterial zur
Umformstelle nachgeschoben. Um dies ungehindert auszuführen, ist der Anschlagkörper
11 und das Druckstück 19 ringförmig gestaltet, wodurch eine gleichmäßige Druckbelastung
bei der Anlage der Dichtungsanordnung 7 über den Anschlagkörper 11 an der Stirnseite
20 des Hohlprofiles 3 gegeben ist.
[0020] Im Rahmen der Erfindung kann das Zusammenspiel von Trägerteil 5 und Stützring 12
zur Aufspreizung des O-Ringes 13 auch dadurch bewirkt werden, daß das Trägerteil 5
eine Außenverzahnung trägt, die mit einer Innenverzahnung des Stützringes 12 derart
kämmt, daß eine einfache translatorische Einführbewegung des Trägerteils 5 nach Anlage
des Anschlagkörpers 11 am Hohlprofil 3 den Stützring 12 zwangsgeführt aufspreizt.
Dazu ist das Trägerteil 5 über seinen verzahnten Abschnitt hinweg konisch auszubilden,
wobei der Konus sich in Einführrichtung verjüngt. Der Stützring 12 ist dabei aus verschiedenen
Kreissegmenten zusammengesetzt, an deren Außenumfang der O-Ring 13 gehalten wird.
Diese Form von Aufspreizung kann auch durch eine rotatorische Bewegung des Trägerteils
5 erfolgen. Alternativ zur Verzahnung kann das Trägerteil 5 auch als konischer Dorn
ausgeführt sein, wobei der Stützring 13 in bestimmten Grenzen als Vollkörper elastisch,
aber mit wesentlich größerer Shore-Härte als der O-Ring 13 ausgebildet sein oder in
der Form von unelastischen Kreissegmenten bestehen kann. Im letzteren Fall bewirkt
die Rückstellkraft des aufgespreizten Stützringes 12 in die entspannte Lage die elastische
Rückverformungskraft des umfänglich nach Art eines Kolbenringes in den Stützring 12
eingebrachten O-Ringes 13.
1. Vorrichtung zum Innenhochdruckumformen von Hohlprofilen mit einem Innenhochdruck-Umformwerkzeug,
in dessen Gravur das Hohlprofil einbringbar ist, und mit zumindest einem Axialstempel,
der einen mit einem Abschnitt in das Hohlprofil mit Spiel einführbaren Dichtungskopf
besitzt, welcher ein mit einem Druckfluidkanal versehenes Trägerteil, an dem eine
Dichtungsanordnung gehalten ist und das mit dem Axialstempel starr verbunden ist,
und eine in Gebrauchsstellung des Dichtungskopfes am Ende des Hohlprofiles stirnseitig
anliegende Anschlagsfläche aufweist, wobei die Dichtungsanordnung zumindest ein zur
umlaufend abdichtenden Anlage an der Innenseite des Hohlprofiles radial aufspreizbares
Dichtungselement beinhaltet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtungsanordnung (7) einen das Dichtungselement (13) tragenden, am Trägerteil
(5) relativ zu diesem axial verschiebbar geführten und in das Hohlprofil (3) beim
Andocken des Dichtungskopfes (4) am Hohlprofil (3) eintauchenden Stützring (12) und
einen die Anschlagsfläche des Dichtungskopfes (4) am Hohlprofil (3) aufweisenden Anschlagkörper
(1) umfaßt, der mit dem Stützring (12) fest verbunden ist, und daß das Trägerteil
(5) ein Betätigungsmittel (37) aufweist, das bei Anlage des Anschlagkörpers (11) am
Hohlprofil (3) aufgrund einer weitergehenden Axialbewogung des Trägerteils (5) relativ
zum Stützring (12) hin in Zusammenwirkung mit dem Stützring (12) das Dichtungselement
(13) aufspreizend beaufschlagt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Betätigungsmittel ein Ringbund (37) des Trägerteils (6) ist, der eine Axialdurchführung
(40) aufweist, die ein den Stützring (12) mit dem Anschlagkörper (11) verbindendes
Verbindungsmittel (22) durchragt, und der sich radial zwischen das am Stützring (12)
gehaltene Dichtungselement (13) und den Anschlagkörper (11) erstreckt und mit einem
in seinem Randbereich gelegenen Kragen (41) die Anlagefläche (36) des Stützringes
(12) für das Dichtungselement (13) übergreifend ausgebildet ist, derart, daß das Dichtungselement
(13) durch den zwischen dem Dichtungselement (13) und dem Anschlagkörper (11) axialbeweglichen
Kragen (41) bei Anlage des Anschlagkörpers (11) am Hohlprofil (3) aufspreizend beaufschlagbar
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anlagefläche (36) des Stützringes (12) für das Dichtungselement (13) zylindrisch
ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anlagefläche (36) des Stützringes (12) für das Dichtungselement (13) derart
konisch ausgebildet ist, daß sie sich zum Ringbund (37) hin verjüngt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dichtungselement ein O-Ring (13) aus einem Elastomer oder einem Federstahl
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dichtungselement ein elastischer länglicher Stopfen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlagkörper (11) am Trägerteil (5) anliegt und daß der Anschlagkörper (11)
sowie der Stützring (12) an ihren am Trägerteil (5) anliegenden Innenwandungen mit
einem verschleißfesten Gleitfilm beschichtet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlagkörper (11) an seiner dem Hohlprofil (3) zugewandten Stirnseite (17)
ein Druckstück (19) aufweist, das aus einem verschleißfesten Material besteht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stützring (12) an seiner dem Anschlagkörper (11) zugewandten Stirnseite (28)
einen hülsenförmigen Fortsatz (27) aufweist, dessen Stirnseite (44) einen Gegenanschlag
zur in Einführungsrichtung weisenden Stirnseite (45) des Ringbundes (37) des Trägerteils
(5) bei einer Relativbewegung des Trägerteils (5) bildet.
10. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Trägerteil (5) eine Anschlagplatte (9) befestigt ist, die auf ringbundabgewandter
Seite des Anschlagkörpers (11) zu dieser beabstandet angeordnet ist und einen Gegenanschlag
zum Anschlagkörper (11) bei einer Relativbewegung des Trägerteils (5) bildet.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlagkörper (11) der Umfangskontur des Hohlprofiles (3) folgend ringförmig
ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verbindungsmittel von einem Stift (22) gebildet ist, auf dessen einem mit
einem Innengewinde (32) versehenen Ende (31) der eine entsprechende axiale Durchgangsbohrung
(30) aufweisende Stützring (12) aufgesteckt ist und in der Stecklage an einem zwischen
den Enden (23,31) des Stiftes (22) ausgebildeten Ringbund (26) des Stiftes (22) anliegt
sowie von der in Einführungsrichtung weisenden Stirnseite (34) des Stützringes (12)
aus mit einer in das Innengewinde (32) des Stiftes (22) eingeschraubten Schraube (33)
mit dem Stift (22) verschraubt ist, wobei das andere Ende (23) des Stiftes (22) ein
Außengewinde (24) trägt, mit dem dieser in eine Gewindebohrung (21) des Anschlagkörpers
(11) eingeschraubt ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtungsanordnung (7) zusätzlich zum Dichtungselement (13) einen inneren
Dichtungsring (14) beinhaltet, den das Trägerteil (5) an seiner Außenumfangsfläche
(8) trägt und der am Innenumfang des Stützringes (12) anliegt.