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EP 0 905 331 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.05.2004 Patentblatt 2004/19 |
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Anmeldetag: 28.08.1998 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: E04C 2/32 |
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Doppellagenblech für ein Kraftfahrzeug
Double layered metal sheet for vehicles
Tôle avec deux couches pour véhicules
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT SE |
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Priorität: |
26.09.1997 DE 19742603
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.03.1999 Patentblatt 1999/13 |
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Patentinhaber: Volkswagen Aktiengesellschaft |
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38436 Wolfsburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Herrn, Dipl.-Ing.,
Conrad Oehlerking
38527 Meine (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 017 647 DE-U- 29 702 803
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DE-A- 19 503 166 US-A- 5 157 893
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Doppellagenbleches für
ein Kraftfahrzeug zur Aufnahme einer einwirkenden Last gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Das Doppellagenblech weist eine erste obere und eine zweite untere Platte auf, die
miteinander verbunden sind, wobei zur Realisierung einer Beabstandung dieser Platte
zwischen der ersten und der zweiten Platte entsprechende Noppen vorgesehen sind, wobei
die Noppen an wenigstens einer der Platten ausgebildet sind.
[0003] Die DE 195 03 166 A1 zeigt ein Doppellagenblech und ein Verfahren zur Herstellung
eines Doppellagenbleches, das in einem Kraftfahrzeug als Doppellagenblech verwendet
werden kann. Hierbei ist das untere Blech, also die untere Platte mit ausgeprägten
Noppen versehen. Auf die obere Platte wird - bei der Verbindung der unteren und der
oberen Platte - eine bestimmte Kraft aufgebracht, die so wirkt, dass der obere Bereich
der ausgeprägten Noppen zu einer ebenen Anlagefläche verformt wird. Hiemach werden
Punktschweißverbindungen an den so gebildeten Anlageflächen hergestellt, so dass die
obere und untere Platte entsprechend verbunden sind. Diese Anordnung kann auch in
umgekehrter Weise erfolgen (obere Platte genoppt, untere glatt).
[0004] Ferner ist es aus der DE 297 02 803 U bekannt, zur Erhöhung der Festigkeit derartiger
Doppellagenbleche, die Noppen derselben mit Versteifungssicken zu versehen.
[0005] Derartige Techniken werden eingesetzt, um beim Bau eine Kraftfahrzeugs möglichst
viel Gewicht einzusparen. Dies hat zur Folge, dass auch tragende Bauteile nur ein
möglichst geringes Gewicht aufweisen. So werden auch für Tragplatten bzw. Doppellagenbleche
möglichst dünnwandige Bleche verwendet, was zur Folge hat, dass deren Steifigkeit
bzw. deren Festigkeit nicht immer optimal ausgebildet ist. Insbesondere wenn Tragplatten
bzw. Doppellagenbleche noch entsprechend ihrer späteren Verwendung umgeformt, beispielsweise
tiefgezogen werden müssen, hat die Praxis gezeigt, dass die endgültige Form der Tragplatte
bzw. des Doppellagenbleches dann nicht optimal ausgebildet ist, weil insbesondere
die zwischen der ersten und zweiten Platte vorgesehenen Noppen durch die beim Tiefziehen
auftretenden Kräfte so eindrückt worden sind, dass die erste und zweite Platte nicht
mehr optimal zueinander beabstandet ist.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines
Doppellagenbleches für ein Kraftfahrzeug derart auszugestalten und weiterzubilden,
dass ein Doppellagenblech geschaffen wird, dessen Steifigkeit bzw. Festigkeit erhöht
ist, ohne dass damit eine wesentliche Gewichtszunahme verbunden ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Doppellagenbleches nach
Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
[0008] Durch die Versteifungssicken auf dem Umfang der Noppen sind die Steifigkeit und die
Festigkeit des aus der ersten und zweiten Platte gebildeten Doppellagenblechs erhöht.
Die mit den Versteifungssicken versehenen Noppen sind nunmehr schwerer, also nur durch
größere Kräfte zusammendrückbar. Dies ist insbesondere beim erfindungsgemäßen Tiefziehen
von Sicken in der aus einer ersten und zweiten Platte gebildeten Tragplatte (Doppellagenblech)
von Vorteil, wobei die Geometrie der Sicken, die Geometrie der Versteifungssicken
und die Materialdicke der Platten so aufeinander abgestimmt respektive gewählt werden,
dass ein vorbestimmter Plattenabstand vor und nach dem Tiefziehprozess des Doppellagenbleches
gewährleistet wird. Der eingangs erwähnte nachteilhafte Effekt des Zusammendrückens
des Doppellagenblechs wird demgemäss weitgehend vermieden und eine bessere Beabstandung
der ersten und zweiten Platte zueinander - nunmehr auch nach besagtem Tiefziehen -
gewährleistet.
[0009] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, das erfindungsgemäße Verfahren in vorteilhafter
Weise auszugestalten und weiterzubilden. Hierfür darf an dieser Stelle auf die dem
Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche verwiesen werden. Im übrigen wird
nun eine Ausführungsform der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. In
der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- einen Ausschnitt eines Doppellagenblechs mit einer Sicke mit zwischen den Platten
ausgebildeten Noppen in einer perspektivischen schematischen Darstellung,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt eines Doppellagenblechs mit erfindungsgemäß auf dem Umfang einer
Noppe ausgebildeten Versteifungssicken von der Seite in schematischer Darstellung,
und
- Fig. 3
- die in Fig. 2 dargestellte Noppe von oben in einer schematischen Darstellung.
[0010] Die Fig. 1 bis 3 zeigen ein Doppellagenblech bzw. eine Tragplatte 1 für ein Kraftfahrzeug
zur Aufnahme einer auf das Doppellagenblech 1 wirkenden Last. Die in den Fig. 1 bis
3 teilweise gezeigte Tragplatte 1 ist aus einer ersten, oberen Platte 3 und einer
zweiten, unteren Platte 4 gebildet. Zur Realisierung des Abstandes d zwischen der
ersten und zweiten Platte 3, 4 sind gemäß Fig. 1, 2 in der Platte 4 mehrere Noppen
5 ausgebildet. Zur Erhöhung der Steifigkeit oder Festigkeit des Doppellagenblechs
1 kann in bekannter Weise eine in der Fläche des Doppellagenblechs 1 ausgebildete
Sicke 2 vorgesehen sein, die in dem Doppellagenblech 1 ausgebildet wird, ohne dass
der Abstand d zwischen den Platten in diesem Bereich verringert wird.
[0011] Die Noppen 5 gewährleisten die Beabstandung der ersten und zweiten Platte 3, 4 insbesondere
bei einem Tiefziehprozess. Hierzu können die Noppen 5 sowohl an der ersten Platte
3 als auch an der zweiten Platte 4 ausgebildet sein. Dies kann von den jeweiligen
Fertigungsbedingungen ganz unterschiedlich sein. Ein vorteilhafter Noppenabstand a
liegt zwischen 7,5 und 15 mm, bei einer Blechdicke von 0,2 bis 0,6 mm der glatten
Platte und 0,2 bis 0,5 der mit Noppen versehenen Platte und einem Plattenabstand d
von 0,8 bis 2 mm.
[0012] Hierdurch kann auf überraschend einfache Weise die Festigkeit bzw. die Steifigkeit
einer Tragplatte 1 erhöht werden.
[0013] Die Fig. 2 zeigt ein Doppellagenblech 1 mit einer ersten Platte 3 und einer zweiten
Platte 4, wobei in der zweiten Platte 4 eine Noppe 5 ausgebildet ist. Entlang des
Umfanges der Noppe 5 sind mehrere Versteifungssicken 7 ausgebildet. Dies ist besonders
gut in Fig. 3 zu erkennen, die die Noppe 5 von oben zeigt. Die Versteifungssicken
7 sind wellenförmig ausgebildet. So wird senkrecht zur Fläche des Doppellagenblechs
1 eine höhere Steifigkeit erzielt.
[0014] Da die Versteifungssicken 7 - bei einem Tiefziehprozess - in Richtung des Stempelweges
ausgebildet sind, wird in Verformungsrichtung (senkrecht zu den Platten 3, 4) aufgrund
der erzielten höheren Steifigkeit gewährleistet, dass die Noppen 5 nicht so schnell
eingedrückt werden, so dass der Abstand d zwischen der ersten Platte 3 und der zweiten
Platte 4 gewährleistet ist. Folglich kann auf entsprechende Einlagen beim Tiefziehprozess
verzichtet werden, da die Noppen 5 entsprechend stark ausgebildet sind.
[0015] Die Versteifungssicken 7 sind nun so ausgebildet, dass zur Stauchung bzw. Beulung
der Versteifungssicken 7 eine höhere Kraft erforderlich ist, als zur Stauchung bzw.
Beulung der Sicken 2. Dies wird insbesondere durch die wellenförmige Strukturierung
der Noppen 5 erreicht. Die Geometrie der Sicken 2 und die Geometrie der Versteifungssicken
7 sowie die Materialdicke der ersten und zweiten Platte 3, 4 kann nun erfindungsgemäß
so aufeinander abgestimmt werden, dass ein bestimmter Abstand d zwischen der ersten
und zweiten Platte 3 und 4 gewährleistet ist.
[0016] Durch eine derartige verfahrensgemäße Ausgestaltung einer Tragplatte 1 ist es möglich,
eine derartige Tragplatte 1 kostengünstig herzustellen, so dass die bisher im Stand
der Technik üblichen zusätzlichen Verstärkungen wie z.B. Einlagen zwischen den Platten
3, 4 entfallen können. Folglich müssen auch keine Verstärkungsblechteile oder dergleichen
an einer solchen Tragplatte 1 angefügt werden.
[0017] Durch den zweischaligen Aufbau ist eine gewisse Biegesteifigkeit gewährleistet, wobei
die erste und zweite Platte 3, 4 fest miteinander verbunden sind. Insbesondere in
diesem Fall hat das Doppellagenblech 1 gute Eigenschaften zur Geräuschdämpfung. Im
Ergebnis ergibt sich durch diese ausgebildete Tragplatte 1 ein ausgenutztes Leichtbaupotential,
wobei positive akustische Effekte gegenüber der konventionellen Bauweise gegeben sind.
Weiterhin eignet sich eine so ausgebildete Tragplatte 1 auch für Bauteile mit geringerem
Tiefziehanteil und größeren ebenen Flächen, weil bei einer derartigen Formgebung die
Steifigkeit des Doppellagenblechs 1 voll zur Geltung kommt.
[0018] Beim Tiefziehen des als Halbzeug dienenden Doppellagenblechs 1 werden die Sicken
2 in bekannter Weise gestaucht. Da die Versteifungssicken 7 steifer ausgebildet sind
als die großflächigeren Sicken 2, werden sie erst bei einer höheren Kraft gestaucht
und eventuell gebeult.
[0019] Die hier gezeigte Tragplatte 1 kann im Kraftfahrzeugbau auf unterschiedliche Weisen
verwendet werden. Denkbar sind Verwendungen als Boden- und Lehnenrückwandelement,
als Verstärkungsblech oder als Schottblech.
1. Verfahren zur Herstellung eines Doppellagenbleches (1) für ein Kraftfahrzeug zur Aufnahme
einer einwirkenden Kraft, das eine erste und eine zweite miteinander verbundene Platte
(3, 4) aufweist, wobei mindestens eine der beiden Platten (3, 4) mit Noppen (5) versehen
ist, an denen die Platten (3, 4) miteinander verbunden sind sowie auf dem Umfang mindestens
einer Noppe (5) Versteifungssicken (7) ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass
Sicken (2) in dem Doppellagenblech (1) durch einen Tiefziehprozess desselben ausgebildet
werden und die Geometrie der Sicken (2), die Geometrie der Versteifungssicken (7)
und die Materialdicke der Platten (3, 4) so aufeinander abgestimmt respektive gewählt
werden, dass ein vorbestimmter Plattenabstand (d) vor und nach dem Tiefziehprozess
des Doppellagenbleches (1) gewährleistet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungssicken (7) wellenförmig ausgebildet werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Platte (3) und/oder die zweite Platte (4) aus einem Stahlblech hergestellt
werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Blechdicke der ersten und/oder der zweiten Platte (3,4) 0,2 bis 0,6 mm gewählt
werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Sicken (2) in dem Doppellagenblech, vorzugsweise mit einem Sickenbogensehnenmaß von
60 bis 80 mm ausgebildet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungssicken (7) so ausgebildet werden, dass zur Stauchung bzw. Beulung
der Versteifungssicken (7) eine höhere Kraft erforderlich ist als zur Stauchung bzw.
Beulung der Sicken (2).
1. Process for producing a double-layered metal sheet (1) for a motor vehicle for absorbing
the action of a force, the double-layered metal sheet having a first plate (3) and
a second plate (4), which are joined to one another, at least one of the two plates
(3, 4) being provided with studs (5) at which the plates (3, 4) are joined to one
another, and reinforcing beads (7) being formed on the periphery of at least one stud
(5), characterized in that beads (2) are formed in the double-layered metal sheet (1) by means of a deep-drawing
process carried out thereon, and the geometry of the beads (2), the geometry of the
reinforcing beads (7) and the material thickness of the plates (3, 4) are matched
to one another or selected in such a way that a predetermined distance (d) between
the plates is ensured before and after the deep-drawing process is carried out on
the double-layered metal sheet (1).
2. Process according to Claim 1, characterized in that the reinforcing beads (7) are in wave form.
3. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the first plate (3) and/or the second plate (4) are made from a steel sheet.
4. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the sheet thickness of the first and/or second plate (3, 4) is selected to be 0.2
to 0.6 mm.
5. Process according to one of the preceding claims, characterized in that beads (2) are formed in the double-layered metal sheet, preferably with a bead chord
dimension of 60 to 80 mm.
6. Process according to one of the preceding claims, characterized in that the reinforcing beads (7) are formed in such a way that a higher force is required
to compress or squeeze out the reinforcing beads (7) than to compress or squeeze out
the beads (2).
1. Procédé de fabrication d'une tôle à deux couches (1) pour un véhicule automobile destinée
à recevoir une force appliquée, présentant une première et une deuxième plaque (3,
4) connectées l'une à l'autre, au moins l'une des deux plaques (3, 4) étant pourvue
de boursouflures (5) au niveau desquelles les plaques (3, 4) sont connectées l'une
à l'autre, et des moulures de renforcement (7) étant réalisées sur la périphérie d'au
moins une boursouflure (5), caractérisé en ce que des moulures (2) sont réalisées dans la tôle à deux couches (1) par un processus
d'emboutissage profond de cette dernière et la géométrie des moulures (2), la géométrie
des moulures de renforcement (7) et l'épaisseur du matériau des plaques (3, 4) étant
choisies respectivement de manière adaptée les unes aux autres de telle sorte qu'une
distance prédéterminée (d) entre les plaques soit garantie avant et après le processus
d'emboutissage profond de la tôle à deux couches (1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les moulures de renforcement (7) sont réalisées avec une forme ondulée.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première plaque (3) et/ou la deuxième plaque (4) sont fabriquées à partir d'une
tôle en acier.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les épaisseurs de tôle choisies pour la première et/ou la deuxième plaque (3, 4)
sont de 0,2 à 0,6 mm.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des moulures (2) sont réalisées dans la tôle à deux couches, de préférence avec une
dimension de corde d'arc de moulure de 60 à 80 mm.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les moulures de renforcement (7) sont réalisées de telle sorte qu'une force plus
importante soit nécessaire pour le refoulement ou le bosselage des moulures de renforcement
(7) que pour le refoulement ou le bosselage des moulures (2).

